1. April

Heute ist der erste April. Alle Welt spielt sich gegenseitig Streiche, legt Freunde oder Kollegen rein und die Zeitungen drucken noch mehr Enten als ohnehin, nur heute “mit Erlaubnis”.

Ich bin kein großer Fan der Tradition, mag zwar gut gemachte Streiche, beteilige mich selbst wie jedes Jahr aber nicht.

Mir steht der Sinn nach etwas anderem:

Je veux danser!
Voulez-vous danser avec moi?

Das Stöckchen der Pandora

Die liebe Manu hat ein Blogstöckchen ziellos in die Bloggosphäre geworfen. Ich stürzte mich sogleich darauf, griff in einem kühnen Hechtsprung zu und hielt es nach einem sauber ausgeführten Salto in meinen Händen.

Hier also das Stöckchen, von mir beantwortet, für euch zum Mitmachen.

1. Was trinkst Du gerade oder hast Du als letztes getrunken?
Gerade steht ein Kaffee vor mir. Aktuell bin ich recht häufig migränegeplagt. Da wirkt so ein koffeinhaltiges Heißgetränk mit 6 Buchstaben, ein wenig Milch und Zucker wahre Wunder.

2. Wenn Du ein Tier sein könntest, welches wärst Du dann gerne?
Eine Elster oder ein Rabe. Ich beobachte das Elsterpärchen, das bei uns sein Nest hat, unglaublich gerne und freue mich jeden Tag, die beiden eleganten, intelligenten und aufgeweckten Tierchen wiederzusehen.

3. Feuer, Wasser, Erde, Luft! Welchem Element fühlst Du Dich am meisten verbunden?
Mit allen. Ich kann temperamentvoll wie ein tobender Waldbrand oder ruhig wie ein stiller Bergsee sein. In der Erde finde ich Kraft und Luft schenkt mir Leichtigkeit. Grundsätzlich gefällt mir die Vorstellung des Gleichgewichts der Elemente. Aber das führte hier zu weit.

4. Was bedeutet für Dich Glück?
Glück ist so vieles und nachdem ich eine sehr lange Zeit keines spüren konnte, wurde es mir umso wichtiger. Ich finde es schon in kleinen Dingen. Den Tulpen auf meinem Balkon, die sich langsam strecken und stets ein Stückchen wachsen. Die Elstern im Baum vor unseren Fenstern. Das Buch, das ich gerade lese und einfach gut geschrieben ist. (Philippe Djian, unbedingt mal reinlesen.)
Und dann gibt es natürlich das “große Glück.” Zu dem zähle ich die Liebe von und zu meiner Familie und Freunden, die bald entbindende Freundin, die Vorhaben dieses Jahres.

5. Eine Grillparty mit Freunden oder ein gemütlicher Abend allein (oder zu zweit)! Was bevorzugst Du?
Die Grillparty. Einfach weil ich jederzeit einen gemütlichen Abend haben kann, aber eben nicht die Grillparty.

6. Denkst oder handelst Du manchmal abergläubisch?
Ja, zumindest beim Denken. Aberglaube wird ja schon recht früh vermittelt und hängt im Cortex, bewusst oder unterbewusst. Wenn ich mich bei abergläubischen Gedanken erwische, muss ich meist lachen. Schon verrückt, an was man so glauben kann, nicht?

7. Erdbeere, Orange, Kiwi! Was duftet am besten/was schmeckt am besten?
Alle drei! Aber bitte der natürliche Duft. Chemisch hergestellter Fruchtgeruch ist oft aufdringlich und unangenehm. Einzige Ausnahme ist für mich Wassermelonenaroma. Da werde ich schwach. *_*

8. Stell Dir vor, Du darfst mit einer Zeitmaschine reisen! Wohin geht Deine Reise?
Eine furchtbar knifflige Frage! Einerseits in meine eigene Vergangenheit, um einen wirklich großen Fehler zu verhindern. Andererseits gibt es so viele geschichtliche Ereignisse, die mich interessieren würden…
Keine Ahnung!

9. Gibt es eine bestimmte Figur (Film, Fernsehen, Bücher …), die Dich durch Deine Kindheit begleitet hat, und mit der Du Dich auch heute noch verbunden fühlst? 
Es gab viele Figuren in meiner Kindheit, die mich begleiteten. Von Mila und Sailormoon über Lisa aus “Das Teufelsmal” bis hin zu sämtlichen Disneyfiguren aus Büchern und Filmen. Ich fühle mich mit keiner von ihnen noch heute verbunden, freue mich aber, wenn mir eine von ihnen mal über den Weg läuft.

10. Gibt es jemanden (z.B. König/in, Erfinder oder Sagengestalt), den Du gerne mal persönlich kennen lernen würdest?
Das ist ähnlich wie bei Frage 8. Es gibt SO VIELE, dass ich mich gar nicht entscheiden kann.
Marie Curie, Salvador Dalí, Laonardo da Vinci, Edgar Allan Poe, Mary Stuart, G. E. Lessing, Georg Simmel…
Entscheiden würde ich mich, wenn ich nur eine Person kennen lernen dürfte, für Poe. (Hier bitte ein Leuchten in meinen Augen vorstellen.)

Da ich gerade in Fahrt bin, denke ich mir auch gleich noch 10 neue Fragen aus.

1. Welches Geheimnis (privat, geschichtlich…) würdest Du gerne lösen?

2. Das erste Jahresviertel ist vorüber. Konntest Du bereits ein Vorhaben, einen Wunsch oder ein Ziel erfüllen, das Du dir zu Silvester oder in den letzten Wochen und Monaten gefasst hast?

3. Wie geht es Dir?

4. Gibt es etwas, das Du gern einmal ausprobieren würdest? Woran scheitert es (bisher)?

5. Wofür bist Du dankbar?

6. Achtest Du auf Deine Ernährung?

7. Welches Jahr war bisher Dein bestes? Warum?

8. Stehst Du Deiner Verwandtschaft nahe?

9. Was gibt oder gab es heute bei Dir zum Mittagessen?

10. Was ist Dein nächstes Vorhaben?

Ich nominiere niemanden. Die Fragen kann sich jede/r gerne mitnehmen. Über eine Verlinkung in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen. :)

(Ich schiele allerdings zu Engelchenve, Poesie und Ben ;) Bleibt aber selbstverständlich freiwillig.)

Schöne Woche euch allen!

Nickel

Random Facts #79

1. „Café Achteck“ ist kein sehr einladendes Café – es handelt sich um die JVA Bruchsal. Der Name kommt von den achteckigen Gefängnismauern. Eine weitere umgangssprachliche Bezeichnung ist „Stern zu Bruchsal.“

Justizvollzugsanstalt Bruchsal

2. Dr. Dionysys Larder, Professor für Philosophie und Astronomie am University College London, prognostizierte 1800: “Das Reisen in Hochgeschwindigkeitszügen wird niemals möglich sein, da die Passagiere nicht mehr atmen könnten und ersticken würden.”

3. Die Luftverschmutzung Chinas hat bereits Los Angeles, Kalifornien erreicht.

4. Der Mutterstecher ist ein Mitarbeiter in einem Schallplattenpresswerk, der im Herstellungsprozess für eine Vinyl-Schallplatte die Pressform, die sogenannte Mutter bearbeitet.

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5. In der ganzen Zeit, seitdem Pluto entdeckt, als Planet an- und wieder aberkannt wurde und man mittlerweile einräumt, er könne doch ein Planet sein, hat er keinen kompletten Umlauf um die Sonne gemacht. Dafür braucht er aber immerhin auch 248 Jahre.

pluto

6. Jock McLaren war ein australischer Veteran im ersten und zweiten Weltkrieg. Er kämpfte gegen Guerillas in Singapur, entfloh aus mehreren Gefangenenlagern und entfernte sich sogar mithilfe eines Taschenmessers und eines Spiegels seinen Blinddarm, während er von den Japanern gejagt wurde. All das überlebte er, um von einem Stück verrotteten Holzes getroffen zu werden, das ihn erschlug, als er mit seinem Wagen gegen einen toten Baum fuhr.

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Jock McLaren (links) bei seiner Rückkehr nach Berhala Island, Oktober 1945.

 

7. Die Werbung gegen das illegale Kopieren von DVDs wurde wegen unerlaubt verwendeter Musik mit einer Strafe belegt.

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P.S.: Vergesst nicht, eure Uhren um eine Stunde vor zu stellen.

Random Facts #78

1. Napoleon war gar nicht so klein, wie es immer heißt. Aufgrund der verschiedenen Maße innerhalb Europas kam es zu Missverständnissen. Auch die Tatsache, dass er stets von seiner Leibgarde umgeben war, die aus hochgewachsenen Männern bestand, mag dem Gerücht beigetragen haben.  Zu seinem Tod maß Napoleon etwa 1,70m, was zur damaligen Zeit Durchschnitt war.

2. Das Vereinigte Königreich hat ein eher ungewöhnliches Mitglied im Parlament: eine Katze. Ihr Titel lautet Chief Mouser to the Cabinet Office, übersetzt Oberster Mäusejäger des Kabinetts. Sie ist stets die Hauskatze des Premierministers. Der aktuelle Chief Mouser heißt Larry.

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3. Breaking Bad hat 62 Episoden. Samarium, das 62. Element im Periodensystem, wird benutzt, um Lungenkrebs zu heilen.

4. Als Beethoven taub wurde, komponierte er, indem er seine Zähne in das Holz über den Klaviertasten grub. Es gibt noch erhaltene Klaviere mit seinen Zahnabdrücken darin.

5. Für eine NFL Saison braucht man die Haut von 600 Kühen, um die nötigen Bälle herzustellen.

6. Nordkorea ist das einzige Land, das je bei der Internationalen Mathematikolypiade beim Schummeln erwischt wurde. Sie wurden sogar bereits zwei mal erwischt: 1991 und 2010.

7. Ananas enthält ein Protein, Bromelain, das einen so niedrigen pH-Wert hat, dass es Fleisch zersetzen kann. Während du also eine Ananas isst, isst sie auch dich. ^^

 

Ananas (Ananas comosus), Ananaspflanze mit reifer Frucht

Mein Erlebnis bei der Tafel

Jeder kennt sie, aber sie wird kaum erwähnt: die Tafel. Laut eigener Homepage zählen etwa 900 Vereine deutschlandweit zu den Tafeln; der Bundesverband Deutsche Tafeln e.V. ist Dachverband und vertritt die Vereine gegenüber Politik, Medien und Gesellschaft.

Etwa 1,5 Millionen Menschen nutzen die Tafel wöchentlich, rund 1/3 davon sind Kinder und Jugendliche. An diesem Tag war ich eine der Nutzerinnen.

Mir war es möglich, einmal mitzuerleben, wie es den Tafelnutzern ergeht, wie das funktioniert und vor allem: was einem durch den Kopf geht. Als Krankheitsvertretung für einen mir bekannten Tafelnutzer konnte ich es selbst erfahren.

Vorweg die Rahmenbedingungen. Die Tafel kann nutzen, wer einen Antrag darauf stellt, dessen Einkommen den Hartz IV – Regelsatz nicht deutlich überschreiten. Bei Bestätigung erhält man eine persönliche Berechtigungskarte, die man dann jede Woche bei der Tafel vorzeigt.

Mit dieser Tafelkarte und einer einmaligen Berechtigung (eine Sonderregelung im Krankheitsfall) sitze ich in einem kleinen Raum und warte. Das heutige örtliche Tafelgebäude war einst eine Schule oder ähnliches. Der Warteraum gleicht einer Umkleide; auch die Bänke erinnern stark an Schulsportumkleiden. Einige abgesessene Stühle sind ebenfalls im Raum aufgestellt. Das Geld ist knapp, für Polster ist keins übrig.

Mir wurde empfohlen, rechtzeitig da zu sein, am besten eine halbe Stunde vor Termin. Diese Uhrzeit ist verbindlich, das ist nicht wie Einkaufen, wo man eben jetzt geht oder erst in einer Stunde. Die Menschen eines Bezirkes werden in Runden aufgeteilt und bestimmten Wochentagen und Uhrzeiten zugeordnet. Abgabe erfolgt zweimal täglich, jeweils vorher platzieren die Mitarbeiter die Waren in drei Stationen: Obst/ Gemüse, Backwaren, Trocken- und Kühlprodukte.

Ich sitze also in diesem kleinen Raum mit rund 30 anderen Menschen und warte. Es werden verschiedene Sprachen gesprochen. Ich schaue die Leute an. Alle Altersklassen sind vertreten. Da ist die Anfang 30-Jährige mit ihrem Sohn, die sich angeregt mit einer älteren Dame auf Russisch unterhält. Neben mir ein etwa Gleichaltriger, der etwas auf Türkisch in sein Telefon erzählt. Weiter vorn zwei Omis, die über das Wetter oder ihre Gebrechen oder etwas ähnliches schimpfen; ich kann sie schlecht verstehen, naja vermutlich will ich es auch gar nicht.

So unterschiedlich sie sind, diese Mitwartenden, alle haben etwas gemein: sie haben kaum Geld zum Leben. Man sieht es ihnen an. Einige tragen Jogginghose und Schlabberpulli, andere ausgebleichte Hemden und der eine oder andere hat es bereits ganz aufgegeben, sich in irgend einer Weise zu pflegen.

Mir ist mulmig. Ich bin eingeschüchtert. Ich frage mich, wie sie das machen, so mit Kind und Kegel und nur dem Nötigsten. In einem Land, das sonst strotzt vor Reichtum, mit Krediten lockt und super tolle Ratenzahlungen für die neueste Elektronik für jedermann erschwinglich erscheinen lässt. In einer Stadt, in der die Mieten so hoch und die Löhne oft so niedrig sind, dass man sein ganzes Einkommen beim Vermieter abgibt. Gefühlt.

Hier, genau hier, ist diese Armut, die verschwiegen wird, wenn man vom Wirtschaftsboom und der Marktmacht Deutschlands spricht. Hier ist die sogenannte Unterschicht, der eine Teil der Arm-Reich-Schere, die ungemütliche Seite der Medaille.

Es lässt sich nicht schön reden. Sie sitzen hier, weil sie so wenig Geld haben, oft trotz Arbeit, dass sie ohne die Lebensmittelspenden verschiedener Unternehmen eben hungern müssten.

Eine Mitarbeiterin kommt mit einer Schüssel mit Papierschnipseln in den Raum und geht reihum. Ich ziehe einen. 23. Ich bin die 23. Person, die an die Reihe kommt und Essen mitnehmen darf. 22 andere vor mir. Die letzte Zahl, 35 oder 37, bekommt die Mutter mit ihrem Sohn. Sie sieht unglücklich aus. Ich habe unaussprechliches Mitleid mit ihr, würde ihr am liebsten meine Nummer geben. Doch ich bin hier ja nicht für mich. Ich bringe meinem Bekannten das Essen, das er sich für diese Woche einteilen soll. Hier gibt es kein Mitleid und keine Gerechtigkeit. Mal ist man eben der Erste und mal der Letzte.

Ich stelle mich an die 23. Stelle in der Warteschlange. Nacheinander werden wir durch die Tür geschleust. Erster Halt ist die Kasse, bei der man erneut seinen Berechtigungsschein vorzeigt und für 2,50€ drei Essensmarken bekommt: Grün für Obst und Gemüse, Rot für Trocken- und Kühlprodukte, Blau für Backwaren.

Der Weg ist vorgegeben und beginnt bei Obst und Gemüse. Ich stehe an der Station mit meinen hundert Beuteln und Tütchen, die ich mir mitgenommen habe, gebe meine grüne Marke ab und sage an, was ich haben möchte und was nicht. Die Mitarbeiterin ist freundlich und lächelt, nimmt zwei Tüten und füllt sie voll. Gar nicht mal so wenig, freue ich mich. Gut, ein paar Tomaten waren schon zerquetscht und die Bananen hatten schon braune Stellen. Aber durchaus essbar und nicht so unreif wie der Kram im Laden. Positiv denken!

An der nächsten Station gebe ich die rote Marke ab und bekomme Joghurts, Sahne, Quark, Tiefkühlpizza und Pizzabaguettes, sogar ein bisschen Süßkram. Meine Taschen füllen sich, doch ich muss ja noch an die dritte Station. Da ich keinen Überblick über die zweite Station habe, entgehen mir ein, zwei Sachen, die mein Bekannter gern gehabt hätte und ich werde von den nach mir kommenden Tafelnutzern weiter geschoben. Fühle mich bedrängt, aber gut, ich muss wohl aufgeben und weiter ziehen.

An der letzten Station gebe ich auch die blaue Marke noch ab und erhalte dafür dutzende Brötchen, ein wenig Brot, Baguettes und Quarktaschen. Meine Taschen quillen über, ich kann kaum alles tragen, zum Glück kam ich nicht allein hier her (dieser Gedanke überkam mich im Warteraum bereits.)

Vor dem Ausgang stehen noch ein paar Tische mit Spielzeug für wenig Geld. Ich lasse mich nicht beirren, mein Gepäck reicht ja aus, und trete den Weg zum Bekannten an.

Er ist dankbar, räumt die Lebensmittel ein und sortiert aus. Ein, zwei Gemüsestückchen waren doch schon faul. “Passiert”, sagt er. “Man weiß ja nicht, wie lange das schon in irgend einem Laden lag und die Tafeln haben oft nicht die Möglichkeiten, um Lebensmittel gut zu lagern.”

Die Brötchen seien jetzt schon mindestens 3 Tage alt, aber wenn man sie ein wenig anfeuchtet und nochmal kurz in den Ofen schiebt, schmecken sie wie frisch gebacken. Die Pizza muss er in den nächsten 1 oder 2 Tagen essen, denn die bekommt man ja immer schon aufgetaut. Und der Joghurt ist zwar schon etwas über dem MHD, schmeckt aber noch genauso gut.

Wir unterhalten uns noch ein wenig. Er sieht mir an, dass ich etwas beklemmt bin. “Es ist am Anfang nicht leicht, dort zu sitzen und zu warten. Die Zeit vergeht nicht, weil man sich unwohl fühlt. Aber da dort immer die gleichen Leute sitzen, kennt man nach einer Weile doch jemanden und hat einen Gesprächspartner. Ab da ist der ganze Gang zur Tafel etwas normales, wie ein Einkaufsbummel, nur eben einer nach dem anderen und man weiß nie so recht, was man bekommt, erahnt es aber irgendwann. Im Winter gibt es mehr Kohl, im Sommer auch mal Erdbeeren und Melonen und zu Weihnachten manchmal sogar Schokolade.”

Ob er denn viel bekommt bei der Tafel und ihm das für eine Woche reicht, will ich wissen.

“Man weiß es nie vorher. Mal gibt es viel und in einer anderen Woche reicht es kaum für 2 oder 3 Tage. Zukaufen muss man immer, aber bei der Tafel spart man schon sehr viel Geld. Und oft gibt es sogar Bio!”

Manchmal gäbe es gar exotisches Obst, das er noch nie gesehen hat. Er reicht mir eine avocadoähnliche Frucht, die ich tatsächlich nicht kenne. Ich darf sie behalten.

Er erzählt mir auch ein paar unangenehme Dinge. Die Mitarbeiterinnen der Tafel arbeiten größtenteils ehrenamtlich und der Großteil bekommt selbst Essen von der Tafel. Um Ärger und Gerüchten von Vorzug vorzubeugen, bekommen sie weniger als die “normalen” Tafelnutzer. Wer verzapft so einen Mist?

Das Essen, das nach den Ausgaben übrig bleibt, wird weggeschmissen. Die Container sind abgeschlossen. Ich kann zwar verstehen, dass man nicht unendlich viele Lebensmittel lagern kann. Aber es so zu entsorgen sprach für mich bisher eigentlich gegen die Philosophie der Tafel.

Einmal, da gab es einen regelrechten Gemüsenotstand. Ein Gemüsemarkt stellte seine Spenden ein, da er seinen Überschuss lieber an eine Schweinemästerei verkaufte. Nur durch gute Vereinsarbeit konnte ein neuer Gemüselieferant geworben werden.

Fällt übrigens ein Feiertag auf den Wochentag, dem man zugeordnet ist, hat man leider Pech gehabt und bekommt nichts.
Die Regeln sind da streng und eindeutig. Wenn man zum Beispiel 2 mal gefehlt hat, ohne sich abzumelden, hat man Pech gehabt und bekommt die Tafelkarte vielleicht sogar entzogen. Dann muss man die Anträge neu stellen und muss in der Zeit selbst über die Runden kommen.

Mein eigenes Erlebnis bei der Tafel war nach diesem Tag beendet. Ich ging nach Hause, aß die exotische Frucht, die wohl eine Artverwandte der Avocado sein musste und zog mein Résumé. Es ist beklemmend und beschämend, eine Nummer zu ziehen um festzustellen, wer in dieser Woche mehr bekommt und wer weniger, wer sich schöne Dinge herauspicken kann und wer Pech gehabt hat. Es ist unangenehm, durch einen Raum geschoben zu werden und nicht zu wissen, was man bekommen wird und wie viel man später nachkaufen muss.  Andererseits ist man dankbar, diese Unterstützung zu bekommen, viel Geld zu sparen (immerhin annähernd ein Wocheneinkauf) und Hilfe zu haben. Das ist aber nur die Sicht des Einzelnen.

Gesellschaftlich betrachtet ist es unfassbar, dass es so etwas gibt und geben muss. Zumal es nüchtern betrachtet nutzlos ist. Eine Zwischenlösung, bestenfalls. Es schafft kurzfristig Linderung. Aber ein Symptom zu behandeln heilt die Ursache nicht.

Eintopf

Die Posts der vergangenen Wochen waren -zugegeben- alle nicht sehr gehaltvoll. Das liegt daran, dass ich aktuell irgendwie keine richtige Lust zu bloggen habe. Wenn ich mich umsehe, scheint es aber einigen so zu gehen. Vielleicht liegt es ja am Wetter?

Dabei fiele mir ja doch einiges ein, über das ich schreiben könnte. Daher hier ein kleiner Eintopf aus allem möglichen.

Die Pille danach rezeptfrei in deutschen Apotheken.
Ein schwieriges Thema. Und kontrovers. Aber wenn wir ehrlich sind doch ein alter Hut. Die Diskussionen laufen schon seit Jahren und immer waren genug Leute dagegen, als dass man die Rezeptpflicht abgeschafft hätte. Ging ja jetzt doch. Und irgendwie plötzlich. Und überhaupt muss das jeder selber wissen. Warum also noch diskutieren?

Monat der Frauengeschichte
Ein ganzer Monat von 12 für die Frau, woohoo! *räusper*
Ich mache es einfach, kurz und schmerzlos: Menschen haben manchmal revolutionäre Ideen und dabei ist es bums, ob sie XX oder XY in ihrer Genetik herumspazieren.

Feminismus
Es scheint gerade wieder en vogue über Feminismus zu schreiben und zu reden. Dabei finde ich persönlich einiges davon Unfug, anderes wieder ganz in Ordnung. Wie das halt so ist. Eigentlich kann ich mich mit dem Begriff „Feminismus” an sich nicht ganz anfreunden, aber hey, das ist Ringelpietz mit Anfassen und hilft niemandem weiter, nicht wahr? Zähes Thema, keine Motivation. Sorry.

Minecraftverbot in der Türkei
Yoah, nech. Minecraft ist schon unfassbar brutal und blutrünstig. Da kann man Bäume mit dem Holz aus anderen toten Bäumen auf brutalste Weise fällen, Schafe für Nahrung und Wolle erlegen (was ja mal ultra unnatürlich ist!) und in hochauflösender Grafik (!) gegen Zombies und Creeper kämpfen, die sich dann einfach in Luft auflösen! Außerdem kann man Häuser, Paläste, Städte bauen, Minen schürfen und Blümchen pflanzen. Die Leute sollen doch nicht auf schlechte Gedanken kommen, wenn sie Minecraft spielen!
Wenn wir schon dabei sind: Vor Jahren haben mal ein paar Kids Steine von der Autobahnbrücke geworfen. Verbieten wir Tetris gleich mit!
Keine halben Sachen!

Freeletics
Durch meinen persönlichen Coach und Master („Wenn du einfach immer das tust, was ich dir sage, wird immer alles gut sein.”) bin ich auf Freeletics aufmerksam geworden. Ich habe jetzt meine erste Woche tapfer durchgehalten und nur an einem Tag mal gar nix gemacht. Echt hart, so als unsportlicher, fauler Mensch, aber man fühlt sich doch irgendwie besser. Und das, obwohl einem verdammt nochmal alles weh tut. („Schmerz ist Schwäche, die den Körper verlässt.”) Probiert es ruhig auch mal aus und sagt mir, was ihr davon haltet.

Trollololol
Meinen Troll habt ihr sicher schon mitbekommen? Finde es ja immer wieder erstaunlich, wie sich manche Leute völlig daneben benehmen (nicht nur hier, sondern auch auf anderen Blogs und das schon seit geraumer Zeit), einen Niveautiefpunkt nach dem anderen erreichen und dann gar nicht verstehen, warum man ihnen kein Gehör und keine Bühne verschafft. Ich böse, garstige Frau aber auch!

Serien
Leftovers: Weltweit verschwinden Menschen einfach so, niemand weiß wohin. Die Angehörigen müssen damit jetzt irgendwie klarkommen. Teilweise ein bisschen zäh, aber wenn man auf psychologische Phänomene und Verarbeitungsmuster steht, bleibt es dennoch spannend.
The 100: 97 Jahre, nachdem die Menschen ins All flohen, da eine Atombombe die Erde verseuchte, werden 100 Teenager in einer Kapsel zur Erde zurück geschickt, um mal zu sehen, ob man denn dort wieder überleben könnte. Ein bisschen wie Mad Max vs. Lost vs. Hunger Games vs. Herr der Fliegen. Bisher nur auf Englisch, aber ich habe die beiden bisher erschienenen Staffeln in kürzester Zeit durch gesuchtet.

Und sonst so?
Beruflich ist Ebbe. Als Nichtstudent ist es gar nicht so einfach, selbst an einen Halbtagsjob zu kommen. Für Aushilfen werden lieber Studenten genommen, weil man sich dann Steuer und Versicherung sparen kann. Andere haben selbst für Pipijobs überhöhte Anforderungen und unterirdische Bezahlungen. Oder sind ohne Auto nicht erreichbar. Es kommt zwar hier und da immermal ein wenig Geld rein, aber es nervt.

Privat habe ich einiges, auf das ich mich freuen kann. Eine Freundin, die in den nächsten Tagen Mama wird. Eine andere Freundin, die ich nach langer Zeit mal wieder sehe. Der 50. Geburtstag meines Onkels und die damit verbundene Familienfeier. Schön, wenn wir mal wieder zusammenkommen und ausgelassen feiern.

Und dann natürlich noch Hamburg, auf das ich mich freue wie ein Schnitzel. Wenn ich schlechte Laune habe, denke ich an das Treffen mit lauter spannenden Menschen und alles ist wieder gut. Ach ich bin ja so aufgeregt!

Ihr seht, theoretisch hätte ich ja schon Themen. Dennoch fehlt mir der Antrieb. Und statt weiter sinnfrei Youtubevideos zu posten, bleibt es demnächst einfach mal etwas ruhiger hier. Nehmt es nicht zu schwer. Der nächste Beitrag kommt bestimmt! ;)