Freitagsfragen

Freitagsfragen

Au weia, ich komme zur Zeit einfach zu gar nix! Freitagsfragen verpasst, noch keine Gelegenheit den Beitrag zur Blogparade fertigzustellen… Hach. Bitte entschuldigt. Aber dieses Chaos hier, von dem ich euch bei Gelegenheit mal erzählen werde, ist einfach…äh…chaotisch!

Nun aber mal eben fix die Fragen, bitteschön:

1.) Wann hast Du zum letzten Mal eine Nacht durchgemacht?

2.) Zu welchen Gruppen* gehörst Du und was schätzt Du an ihnen? (*Z.B. Eltern, Sportler, Näher, Hundehalter etc.)

3.) Was assoziierst Du mit dem Wort „klassisch“?

4.) Die Wahl der Qual: Die Fähigkeit zu Lügen verlieren oder alles glauben, was man Dir erzählt?

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Freitagsfragen

Freitagsfragen Frühling

Nach einer langen Durststrecke ohne Freitagsfragen ist es jetzt wohl mal wieder an der Zeit. Das schöne Sommerbild kann ich nun aber wirklich nicht mehr bringen, oder? Wird ja doch frisch um die Nase. Zum Aufwärmen gibt es hier die Fragen:

1.) Was war der schönste (eigene) Geburtstag, an den Du Dich erinnern kannst?

2.) Welche Haustiere hatte Deine Familie in Deiner Kindheit?

3.) Glaubst Du, dass Charaktereigenschaften „vererbt“ werden?

4.) Die Wahl der Qual: Schuhe immer eine Größe zu klein tragen müssen oder gar keine Schuhe mehr anziehen?

Habt ein schönes Wochenende! Wie immer danke für’s Mitmachen und Verlinken!

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Bild: John_Ioannidis @ Pixabay

Status Quo

Uff.

Das könnte auch ein Titel für diesen Status Quo sein.

Wie nur halbherzig angekündigt war ich für eine Weile weg. Wir, das heißt Püppi, deren Papa und ich, verweilten in England bei Püppis Großeltern. Drei Wochen lang wurde sich dort um uns gekümmert, wir wurden bespaßt, bekocht und bemuttert. Das war schön, aber es war auch anstrengend. Weil ich da kaum eine Rückzugsmöglichkeit habe. Klar, das „eigene Zimmer“, aber die Wand zum Arbeitszimmer ist dort so dünn, dass man auch ein Laken davor hängen könnte, statt die Wand dort zu haben. Ebenso privat fühlt sich das auch an. Zudem kann man als Gast eben auch nicht alles so tun und lassen, wie man möchte, sondern unterwirft sich fremden Regeln und Gegebenheiten. Das ist genauso anstrengend wie etwas tun zu wollen/ müssen, das gerade nicht geht, weil man keinen Computer zur Verfügung hat o.ä.

Die Zeit war dennoch schön und wir haben viel erlebt. Püppi war zauberhaft und ist ein Naturtalent vor der Kamera. Unfassbar, wie diese Zweijährige posen kann! Vielleicht sollte ich ihre Modebedürfnisse durch eine Kindermodelkarriere finanzieren. Denn ja, auch zu Kleidung hat sie bereits eine Meinung. Glücklicherweise ist sie zu ähnlichen Dingen wie ich zu begeistern: alles was glänzt, glitzert oder schimmert ist toll. 😀 (Nur dass ich es im Gegensatz zu ihr eher nicht anziehe.)

Ansonsten fühle ich mich derzeit ehrlich gesagt eher bedrückt. Ich möchte das Haus nicht verlassen, es sei denn, es ist notwendig. In England hatte ich wenigstens den Grund, dass ich ja nicht ewig dort sein würde und mich um nichts kümmern müsse. Wieder zurück fühle ich mich erschöpft, kann Püppi eben nicht mal eben bei Grandma oder Grandpa abgeben, muss mich wieder um alles alleine kümmern und ganz ehrlich, diese sch** Bude geht mir gehörig auf den Sack. Ich hasse jeden Quadratmeter. Weil nichts zusammen passt, weil ich nichts wegwerfen kann, weil alles überquillt und somit kaum Dinge einen Platz bekommen, was Aufräumen schwer macht. Elan und Zeit fehlen außerdem. Bock auf Arbeiten? Die Antwort kennt ihr.

Gerade als ich dann gestern dachte, okay, nimm Dir eine Auszeit, schlimmer als jetzt kommt es erst einmal nicht. Ruhe Dich aus, gönn Dir eine Pause, kommt die Hammernachricht der Herzfreundin: weißer Hautkrebs.

Ich habe Angst um sie. Klar, gegoogelt habe ich sofort, bin mir bewusst, dass der eher harmlos ist und gut zu behandeln. Sorgen mache ich mir dennoch. Als ob es nicht genug gewesen wäre, dass ihr Vater Anfang des Jahres, wenige Wochen vor der Geburt ihrer Tochter, an einem (anderen) Krebs verstorben ist.

Das Leben ist so bekloppt und ich bin traurig und wütend zugleich. Was soll die Scheiße?

In other news: ich nehme mir jetzt ein Urlaubssemester. Ich kann nicht mehr. Bis hier hin und nicht weiter. Bisher weiß es noch kaum jemand, weil ich es auch selber doof finde, den ganzen Käse mit dem Abschluss erneut nach hinten zu verschieben. Aber ich kann einfach nicht mehr.

Demnächst kommen dann Urlaubsbilder, Urlaubstexte und Freitagsfragen. Stay tuned.

[Blogparade] Nachhaltigkeit im Alltag

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Nachhaltigkeit ist ein großes Thema. Zurecht, haben moderne Gesellschaften in den letzten Jahrzehnten doch so viel Müll produziert, dass keiner mehr weiß, wohin damit. Die Ozeane sind voller Abfall, die Luft ist verpestet.

Umso besser, dass dieses Thema zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnt und auch internationale Politik erreicht hat. Es muss noch viel getan werden, um globale Veränderungen zu erreichen oder zumindest den aktuellen Verfall ökologischer Grundlagen aufzuhalten.

Wir als private VerbraucherInnen* jedoch können auch im Kleinen etwas bewirken und uns nachhaltige Verhaltensweisen aneignen. Unter diesem Motto soll diese Blogparade stehen:

Nachhaltigkeit im Alltag

Dazu möchte ich Beiträge sammeln, die am Ende der Parade in einem eigenen Post gesammelt und hier im Blog veröffentlicht werden.

Wer mitmachen möchte, kann das ganz einfach tun und drauf los schreiben, malen, filmen, dichten, tanzen, basteln oder singen. Einzige Bedingung ist, dass ihr hier her verlinkt, damit ich eure Beiträge auch finden kann. Wer keinen eigenen Blog hat, kann auch gerne per Social Media Kanälen mitmachen: Twitter, Instagram, Youtube, Tumblr, you name it. In dem Fall wird mir dann allerdings kein Pingback angezeigt, weswegen ihr bitte einen Link zu euren jeweiligen Postings in die Kommentare unter diesen Beitrag schreibt.

Eurer Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Probiert Dinge aus und berichtet darüber, schreibt zu diversen Themen wie Rechtliches, Soziales/ Soziologisches, Privates, …

Mögliche Fragen, die ihr beantworten könnt, sind beispielsweise

  • Was bedeutet Nachhaltigkeit für Dich?
  • Wie setzt Du Nachhaltigkeit in Deinem Alltag um?
  • Wo sind persönliche Grenzen?
  • Was könntest Du noch verändern?
  • Bist Du auch am Arbeitsplatz nachhaltig oder versuchst, nachhaltige Konzepte einzubringen?

Annahmeschluss ist der 31.10.2019.

Da ich vorher verhindert bin, verlängere ich die Frist bis zum 6.11.

Ich bin gespannt und freue mich auf eure Beiträge! Teilen erwünscht, denn hier gilt: je mehr, desto besser.

Freitagsfragen

Freitagsfragen Sommer

1.) Herbst ist da, der Sommer verging. Was ist das beste am Herbst?

2.) Zwei Drittel das Jahres sind bereits um. Was hast Du für das letzte Drittel geplant und was wünschst Du Dir für die Zeit?

3.) Was ist Deine letzte kleine oder größere Errungenschaft?

4.) Die Wahl der Qual: In einem fremden Land mit einer Sprache, die Du nicht sprichst auf Dich allein gestellt sein oder völlig unvorbereitet eine Rede vor großem Publikum halten müssen?

Schönes Wochenende und genießt die Sonnenstrahlen! Auch an einem Freitag den 13. 😉

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„Vintage Telephone On The Table Stock Photo“ by Witthaya Phonsawat | freedigitalphotos.net

Alles auf Halt!

Gestern ist Püppi gestürzt.

Wir waren einkaufen, nachdem ich sie vom Kindergarten abgeholt hatte. Ich hatte vergessen, ihr eine Flasche mit Milch mitzubringen, also beschloss ich, fix in den Laden nahe des Kigas zu gehen und ihr ein Milchpäckchen zu kaufen. (Ja, ökologische Sünde, ich weiß. Aber es war warm und sie wollte doch unbedingt und wir hatten noch eine halbe Stunde Rückweg vor uns. Ich gelobe Besserung!)

In den Auslagen zu den Sonderangeboten lagen ein paar hübsche Sachen, also hielt ich kurz an, drehte mich um und schaute mir ein paar niedliche Bleistifte mit Sommermotiven an, als ich plötzlich ein lautes „PENG“ vernahm.

Im ersten Moment dachte ich, Püppi habe etwas aus dem Wagen geworfen. Dabei war es sie selbst, die mitsamt Buggy umgefallen und mit der Stirn voran auf dem Fliesenboden gelandet ist. Geschrei, Tränen. Ich hockte mich hin, hob Püppi auf und versuchte sie erst einmal zu beruhigen. Da sah ich schon, wie ihr ein immer größer werdendes Horn wuchs, das direkt rot und lila wurde. Ich wollte schon fast mit anfangen zu weinen.

Der Blick der Umstehenden brannte auf meiner Haut. Vermutlich waren sie hauptsächlich besorgt, doch es fühlte sich an wie ein „schau mal die Rabenmutter, lässt ihr Kind mit Wagen umfallen!“ Ich rief den Püppipapa an und bat ihn, zu uns zu eilen.

Nachdem wir uns halbwegs gesammelt hatten, nahm ich Püppi und Milchpäckchen, bezahlte in Rekordzeit und verließ zitternd den Laden. Das Adrenalin rauschte durch meine Adern und ließ mich nicht stillstehen, also lief ich dem Püppipapa entgegen. Da Püppi sich freute ihn zu sehen und mit ihrem Milchpäckchen ziemlich zufrieden war, bemerkte er gar nicht, dass etwas nicht stimmte. Nur als er mich schluchzen und heulen sah, wurde er stutzig. Ich zeigte ihm das Horn und er erschrak. Auch er fand, dass wir sofort zu einem Arzt gehen sollten. Da der Kinderarzt schon geschlossen hatte, ging es also in die Kindernotaufnahme. Dort wurden wir sehr freundlich und sorgend empfangen. Die Schwester brachte direkt ein Kühlpäckchen, das Püppi natürlich nicht akzeptierte, leuchtete ihr in die Augen und fragte uns nach ihrer Befindlichkeit. Als die Schwester ein zweites Mal nach uns sah, baute Püppi gerade den höchsten Turm, den sie je baute, er war so groß wie sie selbst. Sie lachte und rannte herum, was mir mit noch tief sitzendem Schock ein bisschen den Puls höher steigen ließ.

Natürlich hatten wir keine Windeln dabei, also flitzte der Püppipapa zu seiner Wohnung, besorgte Windeln und kam zurück. In dieser Zeit waren wir dann allerdings schon dran. Der Arzt war unfassbar nett und gut drauf, zeigte Püppi die Tierbilder, die an den Wänden und Möbeln angebracht waren, quatschte ein bisschen mit ihr (und sie antwortete tatsächlich, obwohl sie solche Angst hatte. Kittel mag sie einfach nicht!) und fragte mich schließlich, was passiert sei. Ich war noch ein bisschen zittrig in der Stimme, doch er war so vertrauenserweckend und nett, dass ich zur Ruhe kam. Tja, manchmal leiden wir Eltern doch mehr als die Kids selbst.

Püppi bleibt nun den Rest der Woche zuhause, der Papa ist auch bei uns. Ich gehe arbeiten, denn ich brauche dringend die Stunden, das ist ein bisschen blöd, aber nun auch nicht zu ändern. Drückt die Daumen, dass keine Zeichen einer Gehirnerschütterung auftreten und Püppi samt Papa kein Chaos anrichten. 😀

Long Story short: Soll ich die Bleistifte nun kaufen oder nicht?

25 Fragen

Das Herzkind hat vor mittlerweile drei Jahren eine Liste mit 25 Fragen gepostet, die von Max Frisch stammen. Den Schriftsteller und Architekten kennen einige vielleicht aus der Schule. Jedenfalls fand ich diese Fragen sehr interessant und möchte mich ihnen hier einmal stellen. Sie sind nicht ganz einfach und fangen schon mit einem scharfen Handkantenschlag in den Nacken an, deswegen genug der Vorrede und rein ins Getümmel:

1.) Sind Sie sicher, dass Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, wenn Sie und alle Ihre Bekannten nicht mehr sind, wirklich interessiert?

Nein, ich bin mir nicht sicher.

2.) Warum? Stichworte genügen.

Natürlich will ich nicht, dass die Kindeskinder meiner Kindeskinder leiden müssen, oder überhaupt ein Mensch. Aber nachdem wir in den paar Tausend Jahren, in denen wir die Welt bevölkerten sie schließlich auch verwüstet haben, bin ich mir nicht so sicher, ob der Fortbestand einer einzigen Spezies es Wert ist, alle anderen Lebewesen zu gefährden. Schaffen wir es, diese Entwicklung umzukehren und tatsächlich einen Mehrwert für diesen Planeten zu schaffen, wäre ich anderer Meinung. Jedoch, ich bin Pessimistin.

3.) Wie viele Kinder von Ihnen sind nicht zur Welt gekommen durch Ihren Willen?

Einige durch Benutzung von Verhütungsmitteln, keine durch Abbruch.

4.) Wem wären Sie lieber nie begegnet?

Einer Handvoll Menschen, alle von ihnen sind Männer.

5.) Wissen Sie sich einer Person gegenüber, die nicht davon zu wissen braucht, Ihrerseits im Unrecht und hassen Sie eher sich selbst oder die Person dafür?

Nein. Bisher habe ich Unrecht immer zugegeben und versucht zu beseitigen oder zu lindern.

6.) Möchten Sie das absolute Gedächtnis?

Um Himmels Willen, bitte nicht! Niemals vergessen? Es hat schon seinen Grund, dass wir vergessen. Selbstschutz.

7.) Wie heißt der Politiker, dessen Tod durch Krankheit, Verkehrsunfall usw. Sie mit Hoffnung erfüllen könnte? Oder halten Sie keinen für unersetzbar?

Beantwortete ich diese Frage ehrlich, befürchtete ich moralische wie auch rechtliche Konsequenzen. Daher hülle ich mich in Schweigen. Wer mich kennt, hat jedoch vielleicht die eine oder andere Idee.

8.) Wen, der tot ist, möchten Sie wiedersehen?

Meinen Opa. Diesen Monat werden es 10 Jahre, die ich ohne seinen Zuspruch und seine Unterstützung lebe. Er fehlt mir sehr.

9.) Wen hingegen nicht?

Die Person ist bisher nicht gestorben.

10.) Hätten Sie lieber einer anderen Nation (Kultur) angehört und welcher?

Der britischen. Das Leben dort erscheint mir so viel einfacher und freier.

11.) Wie alt möchten Sie werden?

Alt genug, um etwaige Enkelkinder kennen zu lernen. Nicht so alt, dass ich nur noch existiere ohne zu sein.

12.) Wenn Sie Macht hätten, zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen, gegen den Widerspruch der Mehrheit? Ja oder nein?

Brexit war ja ein „mehrheitlicher“ Beschluss, auch wenn ich das bestreiten würde. In dem Falle ja, wohl schon. Andererseits möchte ich keine Tyrannin sein, die sich gegen eine tatsächliche Mehrheit stellen würde.

13.) Warum nicht, wenn es Ihnen richtig scheint?

Ich sehe ein, dass ich falsch liegen kann und möchte keine Schuld an Leid tragen, das ich nicht habe kommen sehen.

14.) Hassen Sie leichter ein Kollektiv oder eine bestimmte Person und hassen Sie lieber allein oder im Kollektiv?

Ich möchte am liebsten gar nicht hassen. Es ist ein hässliches Gefühl und macht unzufrieden.

15.) Wann haben Sie aufgehört zu meinen, dass sie klüger werden oder meinen Sie’s noch? Angabe des Alters.

Das kommt auf die Definition von Klugheit an. Mit meinen 31 Jahren bin ich durchaus der Meinung, noch mehr lernen zu können und zu wollen. Intelligenter werde ich aber wohl nicht.

16.) Überzeugt Sie Ihre Selbstkritik?

Ist das nicht der Fallstrick an der Selbstkritik, dass sie uns überzeugender erscheint als alle Gegenstimmen, die uns Freunde und Wohlgesonnene geben?

17.) Was, meinen Sie, nimmt man Ihnen übel und was nehmen Sie selbst übel und wenn es nicht dieselbe Sache ist: Wofür bitten Sie eher um Verzeihung?

Die Sache möchte ich hier gerne für mich behalten, aber es ist die selbe Sache. Ich bitte die andere Person um Verzeihung und wir müssen gleichzeitig lernen, mir zu verzeihen.

18.) Wenn Sie sich beiläufig vorstellen, Sie wären nicht geboren worden: beunruhigt Sie diese Vorstellung?

Es war haarscharf damals, als mein Erzeuger meine Mutter dazu bringen wollte, mich abzutreiben. Den Termin hatte sie bereits. Mein Opa hat sie heraus geredet. Tatsächlich macht mich das ein wenig nervös, denn ohne Püppi in dieser Welt wären alle, die sie kennen, ein bisschen weniger glücklich.

19.) Wenn Sie an Verstorbene denken: wünschten Sie, dass der Verstorbene zu Ihnen spricht, oder möchten Sie lieber dem Verstorbenen noch etwas sagen?

Manchmal vermisse ich den Rat meines Großvaters. Er hatte immer eine gute Sicht auf die Dinge. Das eine oder andere Mal habe ich mich schon gefragt, was er mir raten würde oder was er für mich wollen würde. Das hat mir die eine oder andere Wahl sehr erleichtert.

20.) Lieben Sie jemand?

Zwei Menschen.

21.) Und woraus schließen Sie das?

Ich denke ständig an sie, möchte sie bei mir haben und bin traurig, wenn sie es nicht sind. Ich fühle mit ihnen und für sie.

22.) Gesetzt den Fall, Sie haben nie einen Menschen umgebracht, wie erklären Sie es sich, dass es nie dazu gekommen ist?

Im Scherz würde ich jetzt sagen: pures Glück. Im Ernst gab es zwar bisher Menschen, die an dieser moralischen Grenze gerüttelt haben aber doch niemanden, der sie überschritten hat. Das würde schon extremer Umstände bedürfen und würde wohl erst dann eintreffen, wenn es um Leben und Tod meiner Tochter ging.

23.) Was fehlt Ihnen zum Glück?

Selbstliebe.

24.) Wofür sind Sie dankbar?

Meine Tochter. Ja, buhu, langweiligste Antwort ever und völlig absehbar. Doch sie war und ist das größte Geschenk meines Lebens. Nicht geplant und doch gewollt kam sie in mein Leben und hat mich gerettet und tut es bisher.

25.) Möchten Sie lieber gestorben sein oder noch eine Zeit leben als gesundes Tier? Und als welches?

Als Hund im Zuhause meiner erwachsenen Tochter, um noch ein bisschen auf sie aufzupassen, auch wenn meine Zeit schon gekommen war.

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Bild: Max Frisch in der Galerie Erker, St. Gallen 1967; Photograf: Jack Metzger; Quelle

Deutschland oder England?

Die Abschlussarbeit steht bald an. Doch was kommt danach? Dass ich einen Master machen möchte ist recht klar. Nur wo? Und was danach?

Es bietet sich an, den Master in GB zu machen, denn da dauert es nur ein Jahr statt wie in Deutschland zwei. Außerdem habe ich dort eine größere Auswahl an dem, was ich studieren „darf“. Zu guter Letzt, ganz ehrlich: ich muss mal raus. Was sehen von der Welt. Ich stehe still. Eine radikale Änderung muss her.

So werde ich mich also an einigen Unis in der UK bewerben, aber auch in Deutschland. Mal sehen, wo ich einen Platz bekommen könnte. In Jena zu bleiben wäre die sichere Alternative. Hier bekomme ich auf jeden Fall einen Studienplatz, Püppi kann in ihrem Kindergarten bleiben, den sie und wir lieben; alles bliebe beim Alten. Das ist schön und fühlt sich sicher an, wird aber auch ein bisschen langweilig. Mehr vom Leben, bitte!

Ein großer Punkt ist da allerdings meine Mutter. Ich weiß, dass es sie aus allen Wolken reißen würde, zöge ich nach England. Mit ihrer kleinen Enkeltochter, die sie ohnehin schon nicht so oft sieht wie sie möchte. Ihr würde das Geld fehlen, mal eben nach England zu fliegen. Andererseits, so teuer ist das ja auch nicht mehr. Und man könnte etwas arrangieren, damit sie wenigstens eine Woche bleiben kann. Vice versa ebenso. Außerdem geht es den Großeltern väterlicherseits ja nicht viel anders, also vom finanziellen Aspekt mal abgesehen. Aber viel Urlaub im Jahr haben die auch nicht.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist der Gedanke an Püppis Zukunft. Konkret: Schule. Je mehr ich davon höre, wie das Schulsystem heutzutage in Deutschland läuft, desto mehr bin ich geneigt zu sagen: nein, danke! Einschulung oft schon mit 5, Druck ab dem ersten Schuljahr und die starre Methodik ist so verstaubt, dass man den Boden nicht mehr erkennen kann. Dagegen ist in GB etwa Homeschooling erlaubt, man kann also sein Kind aus dem Unterricht nehmen und selber oder anderweitig unterrichten und auf Tests vorbereiten, womit das Ganze individueller an Umstände angepasst werden kann. Klar, Einschulung ist dort auch mit 5 Jahren, aber nach dem was ich bisher hörte läuft diese sanfter ab. Zudem ist die Wahl der Fächer freier und es werden Bezüge zwischen den Fächern hergestellt, was in meinen Augen nicht nur sinnvoller, sondern auch nachhaltiger ist. Kostet dafür aber auch Geld. Wobei wir in Deutschland so viele versteckte Kosten haben, dass es am Ende wohl auf’s Selbe hinauskommt. Schon mit dem Ausstellen der Schultauglichkeitsbescheinigung fängt es ja an und hört bei Unterrichtsmaterialien noch lange nicht auf.

Obendrein klingt zumindest theoretisch das Leben in GB freier. Die Mentalität ist weniger verkrampft. Es gibt weniger Zwang und Bürokratie, mehr kann online erledigt werden als im deutschen #Neuland.

Ich habe aber auch Angst. Was, wenn ich versage? Vereinsame? Keinen Anschluss finde? Wenn ich vielleicht gar nicht dort wohnen darf und ausgewiesen werde? Wenn ich zurück will, warum auch immer, und somit Püppi wieder aus ihrem dann neu eingelebten Umfeld herausreißen müsste? Es ist so schwer zu entscheiden, wenn man eigentlich auch gar nicht weiß, was man will. Wie machen das Leute, die wissen, was sie wollen? Woher wissen die das?

Das Leben ist kein Melonenessen.

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Freitagsfragen

Freitagsfragen Sommer

Ist das zu fassen? Da erstelle ich ein neues Bild für die Freitagsfragen und vergesse ein paar Wochen lang erst einmal, dass ich es habe. Dabei ist es so schön sommerlich!

1.) Was war Dein letztes Missgeschick?

2.) Kannst Du über Dich lachen?

3.) Du hast einen Tag lang Narrenfreiheit und kannst nicht bestraft werden für das, was Du an diesem Tag tust. Was machst Du an diesem Tag?

4.) Die Wahl der Qual: ein großer Systemcrash legt alle öffentlichen Computer lahm. Alle Dateien können gerettet werden – außer Deine! Willst Du lieber komplett aus dem System gelöscht und gezwungen werden, eine neue Identität anzunehmen und noch einmal von vorn anzufangen, oder dass sämtliche Deiner Daten, auch der sensiblen wie Krankenakten und polizeilich erfasste Daten (inklusive Ordnungswidrigkeiten, KFZ-Kennzeichen etc) veröffentlicht und für alle zugänglich gemacht werden?

Habt ein schönes Wochenende und fotografiert mal wieder etwas Schönes. 

kjhbuk