Antworten

…zu den gestrigen Freitagsfragen.

 

1.) Magst Du Regen?

Regen in kaltem Wetter ist pfuibäh, außer man kann entspannt drinnen sitzen bei einer Tasse Heißgetränk, vielleicht bei einem Buch oder im Schaumbad. Was ich sehr gerne mag ist Sommerregen, erfrischender, klärender Sommerregen. Ganz besonders toll ist er, wenn er mit einem richtig fetten Gewitter und ein bisschen Sturm daher kommt.  Dann verkrieche ich mich ins Bett, kuschle mich unter die Decke und schaue den Regentropfen am Fester und den Blitzen am Himmel zu. Ich LIEBE das!

2.) Was war das Skurrilste, das Dir in einem Vorstellungsgespräch passiert ist?*

Mir wurde gesagt, dass ich für die Aushilfsstelle viel zu überqualifiziert sei (ich hatte lediglich Abi und einen Abschluss als Sozialassistentin sowie ein gescheitertes Studium vorzuweisen), sollte etwas zu meinem Abi erzählen, das allerdings auch ziemlich schlecht sei, wie könne man denn damit überhaupt studieren (ähm, wtf mate?) und übrigens, ich solle dringend mehr lügen im Lebenslauf. Bin ganz froh, dass ich da dann doch nicht gearbeitet habe.

3.) Was war Deine erste Begegnung mit dem Tod?

Als meine Großmutter starb. Ich war 8 Jahre alt und völlig unvorbereitet. Sie hatte Krebs, der irgendwann nicht mehr gut behandelt werden konnte. Im nachhinein hätte ich mir gewünscht, dass man mit mir vorher darüber gesprochen hätte, dass die Oma wohl bald stirbt und was das heißt. So habe ich bis heute ein sehr gestörtes Verhältnis zum Tod und drehe völlig durch. Sprecht mit euren Kindern! Dazu muss es nicht unbedingt einen Anlass geben. Wartet nicht, bis es zu spät ist.

4.) Die Wahl der Qual: Jeden Tag einer neuen anstrengenden Person begegnen oder täglich die selbe anstrengende Person um Dich haben?

An die selbe Person gewöhnt man sich irgendwann vielleicht, andererseits geht das oft nur in eine von zwei Richtungen: man arrangiert sich damit und findet gute Seiten an der Person, ODER man fängt an die Person so richtig zu verabscheuen.

Unterschiedliche Personen sind nie auf die selbe Art und Weise anstrengend, daher wäre so ein bisschen Abwechslung vielleicht ganz interessant und böte wohl ein gutes Feld für Personenstudien. Allerdings bringt das auch so viel Unruhe ins Leben und da ich mit Veränderungen in den letzten Jahren nicht gut klar gekommen bin, entscheide ich mich wohl doch für jeden Tag die selbe Person.

 

Freitagsfragen

Freitagsfragen

1.) Magst Du Regen?

2.) Was war das Skurrilste, das Dir in einem Vorstellungsgespräch passiert ist?*

3.) Was war Deine erste Begegnung mit dem Tod?

4.) Die Wahl der Qual: Jeden Tag einer neuen anstrengenden Person begegnen oder täglich die selbe anstrengende Person um Dich haben?

Habt ein schönes Wochenende!

*Inspiriert vom Tweet von @AndreasWeck

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Freitagsfragen

Freitagsfragen

Es gab ja schon lange keine Freitagsfragen mehr, aber auch 2020 will ich nicht ganz darauf verzichten. Heute ist es also mal wieder soweit. Viel Spaß beim Beantworten!

1.) Hast Du Dir für dieses Jahr Vorsätze gemacht? Wie lauten sie?

2.) Du hast die Wahl zwischen einem schnellen, ungesunden und einem gesunden aber tristen Essen. Welches wählst Du?

3.) Woran denkst Du zuerst, wenn Du das Wort „auffällig“ hörst?

4.) Die Wahl der Qual: Du musst sterben, doch wirst wiedergeboren. Leider warst Du nicht so wohlverhalten wie Du hättest sein können und wirst vor eine schwierige Wahl gestellt: Wann sollst Du wiedergeboren werden: In der schwierigen Zeit während der Inquisition oder der ungewissen und eher dystopischen Zukunft?

Viel Spaß am Wochenende!

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Nachhaltigkeit mit Kindern

Nachdem es zehn tolle Beiträge zur Blogparade „Nachhaltigkeit im Alltag“ gab, möchte auch ich nun endlich meinen Senf dazugeben. In diesem Beitrag geht es darum, inwiefern Nachhaltigkeit mit Kindern möglich ist. Dabei gehe ich ausschließlich von unseren Erfahrungen aus. Ich erhebe keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Im übrigen können gerne alle, die interessiert sind, jederzeit noch Beiträge nachschieben. Meine Deadline, die ich im Ankündigungspost gesetzt habe, galt lediglich für den Übersichtsbeitrag zu teilnehmenden Beiträgen.

Stoffwindeln vs. Wegwerfwindeln

Schon während der Schwangerschaft machte ich die Entdeckung, dass Nachhaltigkeit mit Babies ein regelrechter Glaubenskrieg sein kann. Im Mittelpunkt steht dabei oft die Frage nach den richtigen Windeln. Recht schnell wird klar, dass abgesehen vom Abhalten (Windelfrei) nur Stoffwindeln die eine richtige Lösung sind, will man nachhaltig wickeln. Darüber habe ich nachgedacht, Pro und Contra abgewogen und gestehe: wir sündigen und benutzen Einmalwindeln.

Wenn man sich das schönreden will, könnte man sagen, dass Stoffwindeln auch viel Energie und Wasser verbrauchen. Schlicht war es aber diese teure (mehrmalige) Anschaffung, die uns davon abhielt, damit anzufangen. Für ein Starterpaket mit (nur!) 10 Windeln legt man schon einmal 150€ hin und muss dann noch Einlagen und Waschmittel kaufen. Klar sind Einmalwindeln auf Dauer teurer, doch wie erwähnt sind große Einzelbeträge ein Problem.

Ein größerer Faktor bei der Entscheidung spielte tatsächlich ein persönlicher, menschlicher Aspekt: Ekel. Wegwerfwindeln macht man ab und wirft sie weg, während man sich um Stoffwindeln noch näher kümmern muss. Da ich während eines großen Teils der Schwangerschaft mit Hyperemesis zu kämpfen hatte, konnte ich mir einfach nicht vorstellen, Stoffwindeln zu benutzen. Einmal in einer Entscheidung drin war es dann schwer, sich komplett umzustellen. Was den zweiten Aspekt der Faulheit anspricht. Wir hätten es besser machen können. Da wir nahe am Ende der Windelzeit angelangt sind, hat es nun aber auch keinen Sinn mehr zu wechseln.

Für unterwegs und die berühmten schlimmsten Windeln verwendeten wir Feuchttücher, für alles andere einen feuchten Waschlappen. Auf Einmalwaschlappen hat der Kindergarten leider bestanden, mein Versuch die Gruppe von täglich neuen Frottee-Waschlappen zu überzeugen schlug leider fehl.

Kleidung

Einen Teil von Püppis Kleidung habe ich selber genäht. Vorteil davon ist, dass ich Motiv und Stoff selber aussuchen kann. Jedoch, auch Stoffe sind nicht automatisch fairtrade und umweltfreundlich. Häufig kommen auch diese wie die Kleidung in den Läden aus Fernost. Eine gute Alternative zu neuen Stoffen ist die Wiederverwendung nicht mehr genutzter Erwachsenenkleidung. Toll ist auch, dass es Nähmuster für Stücke gibt, die über mehrere Größen gehen, sprich eine Hose ist durch längere Beinbündchen und einen klugen Schnitt nicht nur in Größe 80 tragbar, sondern auch in 86, 92 und vielleicht sogar noch 98.

Wesentlich günstiger als selber zu nähen ist Kleidung aus zweiter Hand. Auch unsere Kinderkleidung besteht zum Großteil aus Second-Hand Stücken. Ein Vorteil dabei: gebrauchte Kleidung ist weicher und hat bereits ihre endgültige Form; man sieht was man hat.

Praktisch ist, dass man Kleidung wieder weiterverkaufen kann um ein bisschen Geld für die nächste Größe zu bekommen. Die schönsten Teile verschenke ich gelegentlich weiter. Wir haben das Glück und das Privileg, bei Besuchen in England in den Charity Shops tolle Markenkleidung für wenig Geld erhaschen zu können.

Spielzeug

Überraschend viel von Püppis Spielzeug ist aus meiner eigenen Kindheit. Ob das Kuscheltiere sind oder Holzbausteine, Autos und Dinos. Glücklicherweise hat sie den gleichen Geschmack wie ich. Ein weiterer Teil bildet sich aus Second-Hand-Käufen. Nur wenige Teile sind selber neu gekauft, einiges wurde neu geschenkt. Auch hier haben gebrauchte Teile einen Vorteil: es riecht nicht mehr nach neuem Plastik und eventuelle Rückstände sind schon rausgelutscht. 😉

Bei den Materialien achten wir auf die CE-Kennzeichnung. Gerne hätte ich persönlich mehr Holzspielzeug für Püppi, aber sie steht auf alles Bunte und Musikalische, was dann meist eben doch wieder Plastik ist. Jedoch machen wir da den Kompromiss, keine Kunststoffteile zu kaufen, die von kurzer Lebensdauer sind. Zudem ist gutes Holzspielzeug leider oft teuer und für uns nicht drin. Dennoch haben wir eine gute Mischung aus Holz- und Plastikspielzeug. Kuscheltiere sind bis auf drei Ausnahmen Second Hand oder aus unseren eigenen Kindertagen.

Essen

Da ich leider nicht stillen konnte, mussten wir zu Babyzeiten Milchpulver geben, was enorm viel Müll verursacht hat. Es gab keine Alternativen. Zwar gibt es zumindest umweltfreundliche Produkte, doch die schnitten in den vergangenen Jahren in Tests zu Lebensmittelsicherheit unterdurchschnittlich bis schlecht ab. Die einzige Verbesserung, die wir vornehmen konnten, war ein Pulver zu kaufen, das nicht in zwei einzelnen sondern einer großen Packung verpackt war, womit weniger Folienabfall anfiel.

Gläschen haben wir insgesamt weniger als 10 gekauft – zum einen sind die ohnehin recht teuer verglichen mit selber kochen. Zum anderen ist es einfach genug, vom eigenen Essen vor dem Würzen etwas abzuzweigen und zu pürieren. Das geht entweder täglich, dann ist es frisch gekocht. Ich habe aber auch schon eine größere Menge gekocht und mehrere Portionen eingefroren.

Jetzt beim festen Essen isst die Tochter alles mit, was wir essen. Womit sich die selben Grenzen auftun, die wir für uns selber auch haben. Unverpackte Nahrungsmittel sind oftmals zu teuer, um sie als Alternative zu Sparpacks zu wählen. Immerhin, Fleisch essen wir selten und achten dann darauf, dass es aus der Region stammt. Essen schmeißen wir sehr selten weg und dann ist es meistens deshalb, weil es schon faul gekauft wurde.

Abschluss

Das Leben mit Kindern stellt den ökologisch bewussten Menschen vor neue Herausforderungen. Manche Fragen stellen sich in kinderfreien Haushalten gar nicht. Für uns sind Grenzen einer nachhaltigen Lebensweise vorrangig finanziell gesetzte Grenzen. Wir könnten vieles verbessern, doch bedarf es dafür oftmals Investitionen, die wir zumindest in näherer Zukunft nicht stemmen könnten. So tun wir eben, was uns möglich ist und verbessern Schritt für Schritt weitere Elemente, die uns auffallen. Etwa mussten wir durch Püppis empfindliche Haut das Waschmittel wechseln. So suchten wir eben nicht nur ein milderes Waschmittel, sondern auch gleich ein ökologisch verträgliches.

Zu dem Thema Nachhaltigkeit im Alltag mit Kindern gibt es ein paar Blogs und Youtube Channels, auf denen wir uns weitere Anregungen holen. Eine Liste mit Blogempfehlungen gab es schon einmal auf dem Blog „Ich lebe jetzt!“ von Suse. Auf Youtube empfehle ich Shelbizlee, die Minimalismus und Nachhaltigkeit sehr gut vereinbart, ohne teure Kaufempfehlungen zu geben. (Der Kanal ist auf Englisch.)

Für weitere Empfehlungen, Tipps und Anregungen bin ich auch hier gerne offen.

Hans Fallada: Ein Mann will nach oben

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Hans Fallada ist einer der Autoren, die mich mit ihrer Schreibweise in ihren Bann ziehen können. Neben ihm können das vielleicht noch Walter Moers -zumindest mit seinen älteren Zamonienromanen- und Edgar Allan Poe.

So war es also klar, dass als erstes Buch zu meiner 30-Tage-Lesechallenge ein Fallada-Roman her musste. Außerdem qualifiziert er sich noch für die Histo-Roman-Challenge von Kat auf Zeitfäden, sehr interessant, schaut da mal rein! Und zwar gehört es da zur ersten Aufgabe, ein Buch in meiner Lieblingszeit zu lesen.

Der Roman spielt um die Zeit des ersten Weltkrieges, beginnt 1909 und endet ca. 1935. Nachdem sein Vater stirbt, entschließt sich der nun Vollwaise Karl Siebrecht nach Berlin zu gehen, statt den väterlichen Betrieb zu übernehmen. Karl ist 16 Jahre alt, als er auf der Bahnfahrt Rieke kennen lernt, eine waschechte Berlinerin, die ihm einen Start im neuen Leben verschafft. Zwei Monate später kommt Kalli dazu, ein 18-jähriger Seemann, der vom Schiff geflohen ist. Zu dritt erlebt das Gespann einige Höhen und Tiefen. Karl bleibt immer der Kopf der Bande, er will nach oben, hoch hinaus. Zusammen mit Kalli gründet er einen Gepäckbeförderungsbetrieb an den Berliner Bahnhöfen und arbeitet sich von ganz unten empor.

Neben dem Geschäftlichen sind es immer wieder die zwischenmenschlichen Begebenheiten, die sein Leben zum Guten oder zum Schlechten ändern. Auf seinem Weg findet er ein paar wenige gute Freunde und ein paar mehr Feinde, landet in Schwierigkeiten, doch hat immer wieder noch eine rettende Idee. Einfach ist es aber nicht, die Ideen bewahren ihn nicht vor großen Verlusten, privat wie geschäftlich muss er einige Male von vorne anfangen.

Das Buch ist von Anfang an spannend, was es leicht gemacht hat, weit über 10 Seiten täglich zu lesen. Die Spannung zieht sich durch das gesamte Buch, immer wieder gibt es Überraschungen. Was es anfangs jedoch erschwerte, einfach alles nacheinander weg zu lesen, war die Tatsache, dass Rieke als waschechte Berlinerin natürlich berlinert. Zwar verstehe ich den Dialekt, doch ist es mühsam, seitenlang dialektische Sprache zu lesen. Dem Lesevergnügen an der Handlung, meiner Neugier zu erfahren, wie es weiter geht und was als nächstes kommt, tat dies jedoch keinen Abbruch.

Besonders gefällt mir an Falladas Romanen, dass die Handlungen immer an der Geschichte angelehnt sind. Die Zustände um den ersten Weltkrieg, den Einzug Karls ins Kriegsgeschehen, Wirtschaftskrisen und wirtschaftlichen Aufschwung, sind wunderbar in die Handlung eingearbeitet und bieten einen Erwartungsrahmen, der gut bedient wird. So liegt der Erfolg niemals allein in Karl Siebrechts Handlungen, er ist nicht seines Glückes alleiniger Schmied, sondern er ist auch den irdischen Gegebenheiten unterworfen, wirtschaftliche wie menschliche Stimmung in der Bevölkerung während und zwischen Krisenzeiten haben einen Einfluss auf sein Tun, was das Buch glaubwürdig macht. Es könnte genau so geschehen sein, nie hält er allein die Zügel der Welt in der Hand. Charakterentwicklungen sind nicht nur bei Karl, sondern auch bei seinen Wegbegleitern gut dargestellt und wirken natürlich.

Es ist ein würdiges erstes Buch in diesem Jahrzehnt, ich bin froh, es gelesen zu haben und ich empfehle es heiß weiter.

Neujahrsgruß

Ein frohes neues Jahr und viel Gesundheit wünsche ich euch allen!

Wie es mit dem Blog weiter gehen soll, weiß ich noch nicht. So wie es jetzt ist, ist es doch nichts Halbes und nichts Ganzes. Ich mag halbe Sachen nicht, aber Ganzes bekomme ich aktuell einfach nicht hin. Zu viel ist los und zu wenig Zeit steht mir zur Verfügung.

Auf Twitter bin ich recht aktiv, da kann man schnell mal zwischendurch reinschauen, seinen Senf abgeben und wieder gehen. So ein Blogpost braucht aber seine Zeit und vor allem Struktur und Planung. Nagut, durchgeplant habe ich bisher nur die wenigsten meiner Beiträge. Jedoch, werde ich unterbrochen, was öfter vorkommt, fällt es mir sehr schwer, einen Beitrag weiterzuführen und ihn endlich zu vollenden, um ihn in den Äther zu schicken. So liegen nun schon einige Beiträge in Ordnern herum, die ich doch schon längst geschrieben haben wollte. Die ich versprochen hatte oder die mir zwischendurch in den Sinn kamen.

Und ach, ich hadere insgesamt. Das „Schonsemester“ ist fast rum, den Antrag auf Urlaub habe ich noch immer nicht gestellt (shame!) und so wirklich will ich gar nicht zurückkehren. Dabei wäre es blöd, wenn ich das jetzt in den Sand setze, so kurz vor dem Ziel. Die Luft ist aber einfach raus, ich fühle mich ausgebrannt. Kaputt, verzehrt, einsam und einfach ausgebrannt.

Geld verdienen will und muss ich, Ideen habe ich dazu, doch der Elan lässt auf sich warten. Immer wieder trifft ein neuer Schlag, empfindlich bin ich geworden, wanke bei Dingen, die mir eigentlich egal sein könnten und es einmal waren.

Vielleicht, ja vielleicht wird dieses 2020 ja besser, wie es mir viele wünschen, aber Hoffnung habe ich nicht. Was soll schon eine andere Zahl am Kalender verändern?

Jammern will ich aber nicht, ich habe meine Püppi und ich habe meine Herzfreundin. Auch wenn es „nur“ Onlinebekanntschaften sind, so habe ich auch die und weiß, ich kriege da ein bisschen moralische Unterstützung, das hilft auch schon einmal durch da Dunkel. Sonst aber besinne ich auf mich, zu lange habe ich mich von anderen treiben lassen.

Nur was ich will, das muss ich noch herausfinden.

Einen lieben Gruß also, bitte nehmt es nicht übel, wenn ich mich mal eine Weile nicht melde. Ich denke trotzdem an euch.

Und zwischendurch arbeite ich an meiner 10 Seiten pro Tag Lesechallenge, die mir derzeit viel Spaß macht und leicht von der Hand geht.

Warum es eure liebsten Youtube Kanäle ab 2020 vielleicht nicht mehr geben wird

Nach einer ganzen Weile melde ich mich mal wieder – und habe leider schlechte Nachrichten.

Es sieht schlecht aus um sehr viele Youtube Kanäle. Schuld daran hat COPPA, der

Childrens Online Privacy Protection Act,

also Kinder-Online-Privatsphären-Schutz-Plan. Dabei sollen Kinder unter 13 Jahren vor der Manipulation durch Werbung in Kinderprogrammen geschützt werden.

Jetzt denkt ihr, „Hö, Schutz von Kindern gerade online ist doch etwas Gutes?“ Ja, ist es auch, aber COPPA ist leider ganz furchtbar schief gegangen.

Ein Problem dabei ist, dass der Act von 1998 ist, ja, neunzehnhundertachtundneunzig, also gerade einmal 11 Jahre jünger ist als ich. Und in diesen bald 22 Jahren hat sich online so viel getan, doch das sollte selbsterklärend sein, außer man ist Politikerin und hält das alles für Neuland.

Ein anderes Problem ist, dass sehr grob beschrieben wird, was Kinderprogramme überhaupt sind. Hier die 4 (nur vier!) starren Kriterien; ein Programm gilt als Kinderprogramm, wenn

  • es bewusst an Kinder gerichtet ist
  • es Charaktere, Celebrities oder Spielzeuge enthält, die Kinder ansprechen, inklusive animierter Figuren
  • vorwiegend Kinder zu den ZuschauerInnen gehören
  • Aktivitäten gezeigt werden, die Kinder ansprechen

Dabei müssen nicht alle 4 Kategorien in einem Video getroffen werden, um entsprechend als Kinderprogramm kategorisiert zu werden. Was bedeutet, dass sehr viele Videos auf Youtube in eine Grauzone fallen, beispielsweise Videos, die nicht an Kinder gerichtet sind, aber etwa animierte Figuren enthalten.

Man denke da an Gaming Channels, Bildungskanäle, Nachrichtenvideos und unzählige Unterhaltungsanbieter. Auch Kanäle, die unterschiedliche Altersgruppen ansprechen, werden in diese Kategorie fallen. Solche, die ihr Programm hauptsächlich an Erwachsene richten, aber beispielsweise in einem Video über Pokémon sprechen, was (auch) von Kindern gespielt wird. Dabei ist egal, WIE darüber gesprochen wird, ob etwa komplexe Wissenschaftstheorien daran abgearbeitet werden, oder es sich um ein Let’s Play handelt, wo eine Person die eigene Spielerfahrung kommentiert. Der komplette Kanal wird unter das Gesetz fallen und überprüft werden.

Was ist das Problem?

Zum einen hat das Gesetz rückwirkende Konsequenzen. Für jedes Video, das als Kinderprogramm gewertet wird, muss die Kanalinhaberin $42.000 Strafe zahlen, das entspricht ca. 38.000€. Wohl gemerkt, PRO Video. Eine Familie, die seit 4 Jahren über ihren Alltag vloggt und fast täglich ein Video hoch lädt (ich rechne also 300 Videos pro Jahr), kommt sehr schnell auf 1200 Videos. Wird selbst nur die Hälfte als unter COPPA fallend gezählt, fallen also über 25 Millionen Dollar Strafe an. Dabei ist der Inhalt nicht einmal unbedingt an Kinder gerichtet, aber es sind oft Kinder und Spielzeuge zu sehen, womit die Zuordnung in die betroffene Sparte erfolgte.

Zum anderen wirft das Gesetz zukünftige Probleme auf. Ein Youtube-Kanal generiert durchschnittlich 80-90% seiner Einnahmen aus eingeblendeter Werbung. Für eigentlich alle großen Kanäle gilt: das ist deren Haupterwerb, oft der einzige, da Videos zu erstellen sehr aufwändig werden kann, besonders wenn z.B. animierte Figuren einfließen. Niemand kann auf 80-90% seiner Einnahmen verzichten. Zudem hängen an solchen Kanälen oft mehrere Jobs, um etwa Editorinnen und Autorinnen zu bezahlen.

Eigentlich gibt es eine bestehende Lösung, nämlich Youtube Kids, das den Anforderungen bereits entspricht, keine Werbung während eines Videos einzublenden, sondern vom Video getrennt und mit Ankündigung. Die Benutzung der Youtube Hauptplattform ist laut eigenen AGB erst ab 13 Jahren zugelassen; wer also einen Account erstellt muss mindestens 13 Jahre alt sein. Dass Kinder über ihr Alter lügen oder sich Zugang zum Account der Eltern verschaffen kommt ganz sicher vor, doch ist dies zu regeln Aufgabe der Eltern, nicht der Plattformbetreiber. Jedoch hat Youtube selbst lange damit hausiert, dass die Hauptplattform große Anlaufstelle von Kindern zwischen 2 und 12 Jahren ist und sich somit in das Schussfeld von COPPA bzw. der ausführenden Behörde FTC begeben.

Wie geht es weiter?

Youtuber haben bis zum 1.1.2020 Zeit, ein Formular auszufüllen und Angaben über ihre Kanäle und das Publikum zu machen. Videos ab 2020 müssen, sofern sie auch nur ansatzweise unter COPPA fallen könnten den Bestimmungen entsprechen, also sie dürfen keine Werbung mehr während ihrer Videos einblenden.

Es ist gut möglich, dass viele Kanäle offline gehen, um einer Strafe zu entgehen. Vielleicht ziehen sie auf andere Plattformen mit strengeren Altersbeschränkungen um. Sicher ist, dass das Gesicht von Youtube sich verändern wird. Ich befürchte nicht zum Guten.

Buchenwaldlied

Das Buchenwaldlied entstand im Konzentrationslager Buchenwald, als der Lagerkommandant aus einer betrunkenen Laune heraus sagte, er wolle ein Lied hören. Der Musiker Hermann Leopoldi und der Jurist und Librettist Dr. Fritz Löhner-Beda komponierten in kurzer Zeit das Lied, dessen revolutionäre Einschübe den Nazis offenbar verborgen blieben. Leopoldi überlebte den Holocaust und starb 1959, Löhner-Beda wurde 1942 nach Auschwitz gebracht und dort erschlagen.

Wenn der Tag erwacht, eh´ die Sonne lacht,
Die Kolonnen ziehn zu des Tages Mühn
Hinein in den grauenden Morgen.
Und der Wald ist schwarz und der Himmel rot,
Und wir tragen im Brotsack ein Stückchen Brot
Und im Herzen, im Herzen die Sorgen.

O Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen,
Weil du mein Schicksal bist.
Wer dich verließ, der kann es erst ermessen
Wie wundervoll die Freiheit ist!
O Buchenwald, wir jammern nicht und klagen,
Und was auch unsere Zukunft sei –
Wir wollen trotzdem „ja“ zum Leben sagen,
Denn einmal kommt der Tag – Dann sind wir frei!

Unser Blut ist heiß und das Mädel fern,
Und der Wind singt leis, und ich hab sie so gern,
Wenn treu, wenn treu sie mir bliebe!
Die Steine sind hart, aber fest unser Schritt,
Und wir tragen die Pickeln und Spaten mit
/Und im Herzen, im Herzen die Liebe!

O Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen,
Weil du mein Schicksal bist.
Wer dich verließ, der kann es erst ermessen
Wie wundervoll die Freiheit ist!
O Buchenwald, wir jammern nicht und klagen,
Und was auch unsere Zukunft sei –
Wir wollen trotzdem „ja“ zum Leben sagen,
Denn einmal kommt der Tag – Dann sind wir frei!

Die Nacht ist so kurz und der Tag so lang,
Doch ein Lied erklingt, das die Heimat sang,
Wir lassen den Mut uns nicht rauben!
Halte Schritt, Kamerad, und verlier nicht den Mut,
Denn wir tragen den Willen zum Leben im Blut
Und im Herzen, im Herzen den Glauben!

O Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen,
Weil du mein Schicksal bist.
Wer dich verließ, der kann es erst ermessen
Wie wundervoll die Freiheit ist!
O Buchenwald, wir jammern nicht und klagen,
Und was auch unsere Zukunft sei –
Wir wollen trotzdem „ja“ zum Leben sagen,
Denn einmal kommt der Tag – Dann sind wir frei!

Status Quo

Schwuppdiwupp, hat sich der November davon geschlichen. Und mit ihm mein Arbeitsverhältnis im Museum. Was mich traf wie einen Schlag, hatte man mir doch gesagt, es gäbe immer etwas zu tun und man sei froh mich zu haben. Tja, leider ist die Zeit Deutschlands als Land der Dichter und Denker lange vorbei und Geld entscheidet über Kultur und Bildung. Soll heißen: meine Stelle wurde zu teuer. Indes, der Chef ist daran, mir eine Anstellung in der hiesigen Landesbibliothek zu besorgen. Jedoch bleibt der Dezember ohne Einkommen. Es müsse erst über Fördermittel entschieden werden.

Natürlich muss mein Laptop ausgerechnet in einem solchen Monat kaputt gehen. Von heute auf morgen, einfach tot, nada, niente, rien ne va plus, gar nichts ging mehr. Nun hoffe ich inständig, dass die Daten irgendwie gerettet werden können, denn mit einer Stange Geld für einen Ersatz gingen auch Hausarbeiten, Ideen, mein Notiz- und Kalenderbuch sowie –und das ist bei weitem das Schlimmste– Püppis Babybilder flöten.

Währenddessen lernt Püppi jeden Tag neue Wörter, gewöhnt sich langsam die Windeln ab und kann gut kommunizieren, was sie möchte. Außer in Wutanfällen, wo es doch eigentlich von Nutzen wäre. Eine tolle Anekdote erlebte ich am Freitag, als ich fast eine halbe Stunde zu früh am Kindergarten war um sie abzuholen und Erzieherinnen wie Kinder bei einer kleinen Party mit lauter Musik und viel Tanz erwischte. Das war großartig und erfreut mich nachhaltig. Es ist toll zu sehen, wie sie mit Herzblut dabei sind und sich liebevoll um die Kinder kümmern, dabei nie den Spaß verlieren. Das ist einer der Gründe, warum ich noch eine Kleinigkeit überlege, die ich ihnen zu Weihnachten schenken kann. Auf Twitter kam der Vorschlag einen Brief zu schreiben und das gefällt mir sehr.

Eine Überraschung für euch und mich gleichermaßen zum Schluss: Püppis Papa zieht wieder ein. Es geht einfach so nicht. Das Kind leidet, ich bin überfordert, er ist unzufrieden weil er viel Geld dafür bezahlt sowieso viel Zeit hier zu verbringen. Am meisten überrascht mich nicht nur, dass er auf die Idee kam oder dass ich zugestimmt habe, sondern tatsächlich dass es doch ganz gut klappt. Dennoch: das Vertrauen ist natürlich weg und ich habe hintergründig immer die Frage im Kopf: was kommt als nächstes? Wie tut er mir diesmal weh? Ja, es war eine scheiß Idee und ich hasse mich für meine Schwäche, aber Püppi tut es gut und sie ist wieder das fröhliche Mädchen wie vor seinem Auszug.

Ansonsten wünsche ich euch allen einen schönen ersten Advent.christmas-2984210_1280