When the Lady calls

Lady Crooks hat ein Stöckchen geworfen und da ich ganz animalisch meinen Jagd- und Spieltrieb verspürte, schnappte ich es und apportiere hiermit.

Da mir das Drumherum zu viel ist (eigene Fragen stellen – hab ich schon so oft; nominieren – hab ich schon so oft; Regeln befolgen – bin ich heute zu rebellisch für) beantworte ich nur die Fragen. Ihr als Leser könnt aber sehr gerne das Stöckchen aufgreifen und in einem eigenen Blogpost oder in den Kommentaren beantworten.

Hier also las preguntas:

1.) Wo würdest du am liebsten Leben?

Eine Frage, die mich letzter Zeit tatsächlich oft beschäftigte. Ich mag Jena, ich habe hier den Liebsten und Freunde, kenne mich aus, fühle mich zu Hause . Jena bietet mir einige Möglichkeiten, mich zu entfalten und Wege, die ich nur beschreiten muss. Die perfekte Mischung aus Natur und Stadt. Und gute Anbindungen, um mal raus zu kommen. Andererseits ist es in den Jahren sehr spießig geworden. Keine Popkultur mehr, kaum Straßenkünstler, wenig Kunst, dafür viel Engstirnigkeit und Kleinstadtregelpocherei. Und für seine Offenheit und Leichtigkeit liebe liebe liebe ich Leipzig. Geilste Stadt ever, geiler als Berlin imho.
ABER ich fühle mich auch noch meiner Heimatstadt verbunden, in der ich aufwuchs und die eben einfach meine Wurzel ist. Sehr gern würde ich auch dort wieder wohnen. Doch die Heimat, die ich kannte, die gibt es nicht mehr.

2.) Auf was könntest du in deinem Leben auf keinen Fall verzichten?

Mein erster Impuls waren jetzt Personen, doch da wäre das Fragewort „was” ja unangebracht, nech? Ein Ding also, ohne das ich nicht leben könnte. Ganz materiell vielleicht mein Rechner. Oder gute Bücher.

Noch viel wichtiger ist mir aber die Fähigkeit, den Moment schätzen zu können. Das Schöne zu sehen, das Licht, wenn alles dunkel scheint. Das ist eine Fähigkeit, die ich in unzähligen, schmerzvollen, düsteren Lektionen mühsam lernen musste. Und eben jene will ich nie wieder verlieren.

3.) Was würdest Du mir wünschen?

Das Allerbeste. All das, was Dich glücklich macht. Du weißt selbst am besten, was das ist, deswegen will ich hier gar nicht konkreter werden.

4.) Was wolltest du als Kind immer werden?

Tierärztin. Da dachte ich noch, man könne alle Krankheiten bei Tieren damit heilen, dass man sie mal ordentlich knuddelt, ihnen etwas Gutes zu fressen gibt und dann ist alles wieder gut. Damals hatte ich auch noch nicht meine unzähligen Tierhaar- und Federallergien. Tja.

5.) Hat sich ein Kinder-/Jugendtraum erfüllt? Wenn ja, welcher?

Ich habe einen tollen Mann. Fehlen noch die 2 Kinder, dann ist es so, ja. Denn als Kind wünschte ich mir vor allem eine heile Familie, ganz klassisch mit Vater, Mutter, Kind/ern.

6.) Kannst du mir einen guten Blog empfehlen und warum glaubst du dass er mir gefällt?

Da gibt’s doch ein paar. Viele davon kennst Du aber schon und den einen oder anderen kenne ich durch Dich. Wie wäre es denn mit „Heute war wieder einer da…“, einem Apothekenalltagsblog mit allerhand lustigen und denkbaren Momenten.

Oder vielleicht „apothekentheater“? Ja, auch ein Apothekenalltagsblog, aber doch gänzlich anders.

Von der Uni an den Herd” ist bestimmt was für Dich. Die Thematik des Spagats zwischen Beruf und Muttersein ist ja auch Gegenstand Deines Blogs (und nicht zu vergessen Deines Lebens.)

Ansonsten schau mal auf TwistedSifter vorbei. Kreativ, vielfältig, manchmal zum Staunen, manchmal zum Schmunzeln und oft zum Entdecken. Ist immer wieder etwas Neues dabei.

7.) Wie oft liest du meinen Blog?

Immer wenn du einen neuen Beitrag verfasst. RSS-Abo.

8.) Warum liest du meinen Blog?

Warum nicht? Ich mag Deine Art und Deine Themen. Vor allem bist Du in der verrückten Bloggerwelt so herrlich normal. I like that!

9.) Warum liest du generell Blogs?

a) Ich lese sowieso gerne und das nun seit 21 Jahren. Blogs sind eine logische Konsequenz.
b) Man erfährt zeitnah und oft autentisch (kommt natürlich auf den Blog an), was im Leben anderer so passiert. Das interessiert mich wahnsinnig.
c) Ich kann nicht aus meiner Haut als Soziologin. Die verschiedenen Perspektiven unterschiedlicher Menschen auf das selbe Thema sind irrsinnig interessant. Wenn wir alle ein Bild beschreiben sollten, kämen völlig unterschiedliche Beobachtungen heraus. Und so ist das auch mit dem Alltag.
d) Manchmal, ganz selten aber, findet man einen Blog, dessen Schreiber so begabt ist, dass man seine Sätze, ach was jedes einzelne Wort förmlich aufsaugt. Das ist mir in meiner aktiven Bloglesezeit von nunmehr 8 Jahren bisher aber nur zwei mal passiert.

10.) Welche Art von Blogs liest du am liebsten?

Zum einen Alltagsblogs, zum anderen Wissenschaftsblogs. Mode-, Bastel- oder Kochblogs sind dafür gar nichts für mich. Da hole ich mir aber Inspiration in „Akutfällen.”

11.) Welches Schimpfwort wolltest du mir schon immer mal an den Kopf werfen?

Interessante Frage. Viel interessanter als meine Antwort (die wenn wir ehrlich sind doch eher langweilig ist mit „Ich möchte Dir kein Schimpfwort an den Kopf werfen. Weder kennen wir uns noch haben wir jemals gestritten.”) ist für mich die Frage, warum Du das wissen möchtest. War das einfach eine Platzfüllerfrage (was Dir verziehen sei) oder ist die Frage ernst gemeint? Falls zweiteres: Warum sollte Dir irgend jemand etwas an den Kopf werfen wollen? Hast Du was verbrochen? ;)

Das war’s auch schon wieder.

Vielen Dank liebe Lady für die Fragen.

Wie gesagt kann dieses Stöckchen mitnehmen, wer gerne mag. Viel Spaß dabei!

[Catcontent]: Oskar

Huch, da blieb noch ein Katzenpost offen.

Oskar ist der vierte im Bunde und kam Ende letzten Jahres dazu, als klar war, dass mein Katerchen nicht mehr wiederkehren würde.

Der Name ist Programm, denn tatsächlich wurde Oskar so genannt, da er wirklich “frech wie Oskar” ist.

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Als Ossi, äh Ozzy ;) in die Familie kam, war er eigentlich noch viel zu jung um abgegeben zu werden. Die ihn abgaben haben zum einen beim Alter gelogen. Zum anderen bestand die Gefahr, dass sie ihn verwahrlosen lassen, wenn er nicht “weg” kommt. So hat sich meine Mutter dafür entschieden, ihn doch mitzunehmen, obwohl er eigentlich noch das schützende Nest gebraucht hätte.

So wich er dann meiner Mutter auch nie von der Seite.

IMG-20140913-WA0006Noch heute hat er durch die zu frühe Abgabe eine Verhaltensstörung und nuckelt sich am Schwänzchen. An dieser Stelle also auch ein Appell: gebt Kätzchen niemals vor 12 Wochen ab! Das schadet sowohl dem Kätzchen als auch der Mutter, wenn sie Milchüberschuss bekommt, weil niemand mehr da ist, der trinkt.

Zurück zu Ozzy:

Er hat einen Narren am Rüden gefressen, begrüßt und beschmust ihn, ob er will oder nicht. Da muss er eben durch.

Ansonsten, wenn er gerade nicht die Katzen stänkert oder lärmend durch die Wohnung und den Garten rennt, ist er ein verschmuster Herzkater.

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Random Facts #98

1. Onomatopoesie ist ein rhetorisches Stilmittel. (Mein Liebstes, nebenbei bemerkt.) Ein anderer Name dafür ist Lautmalerei oder Lautspielerei. Der Klang eines Wortes unterstreicht die Bedeutung des Wortes selbst oder des Satzes. Beispiel: „Es fließet im Flusse das Wasser so frisch.“ Die vielen S-Laute versinnbildlichen das rauschende Wasser.

2. Insekten machen ¾ aller Lebewesen der Erde aus.

3. Stubenfliegen sind Wiederkäuer.

4. Ringo Starr erschien in einer japanischen Werbung für Apfelmus. Sein Name bedeutete auf Japanisch ironischerweise Apfelmus.

5. Oculolinctus meint einen Trend-Fetisch aus Japan, bei dem sexuelle Erregung durch Lecken des Augapfels hervorgerufen werden soll. Allerdings ist diese Praxis gefährlich, da durch Keime auf der Zunge Entzündungen im Auge oder schlimmstenfalls gar Erblindung entstehen können.

6. Im Stadtbuch von Riverside in Kalifornien gibt es ein altes Gesetz, das Küssen verbietet, bis sich die Kusswilligen die Lippen mit Rosenwasser abgewischt haben.

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7. Ein Rückschaufehler ist ein psychologisches Phänomen, nach dem ein Mensch, nachdem er ein Ergebnis erfährt, seine früheren Vorhersagen (vor der Lösung gemacht) rückschauend falsch einschätzt. Die Vorhersagen werden in Richtung des tatsächlichen Ergebnisses verzerrt. Ein Beispiel: Vor der Landtagswahl schätzt eine Person den Wahlerfolg einer Partei auf 30%. Tatsächlich erreicht die Partei 50%. Im Nachhinein erinnert die Person ihre Schätzung mit 40%. Sie unterliegt einem Rückschaufehler.

Kundenkunde Kapitel 3: Motzer

Als Motzer werden Individuen bezeichnet, die sich stets und unentwegt über verschiedenste Dinge negativ äußern. Im Laden haben Motzer eine große Auswahl bemotzenswerter Dinge, weswegen sich diese Gruppe auch so gern in Läden aufhält. Motzer schimpfen grundsätzlich in absoluten Adverbien¹.

Der Preismotzer

Preismotzer haben ein Problem mit Preisen. Egal ob diese gerechtfertigt sind, ein Ei in stundenlanger Arbeit aus einer mit feinstem Futter versorgten und bemutterten Henne herausgestreichelt wurde und daher preisintensiver als eines aus Qualhaltung ist – es kann dem Preismotzer nie billig genug sein. Selbst Sonderangebote mit 90% Ersparnis sind dem Preismotzer ein Ärgernis. Oft beschwert er sich, dass er „nur ein Ei und nicht den ganzen Laden kaufen” wollte und dass man ein Brötchen „früher für 5 Pfennige bekommen” hat. Ein handgeklöppeltes und knuspriggestreicheltes Brötchen, versteht sich.

Der Eilmotzer

Eilmotzer tun ihren Unmut vor allem an der Kasse kund. Egal, ob sie einen wichtigen Termin haben oder massig Zeit: sie drängeln, meckern über die Länge der Wartezeit und stöhnen bei der kleinsten Verzögerung auf, etwa wenn der Kunde vor ihnen das Kleingeld aus dem Portemonnaie fischt. Eilmotzer sind grundsätzlich Deutsche, denn wenn Deutsche etwas nicht können, dann ist es warten. Warten ist für den Eilmotzer nicht produktiv genutzte Zeit und daher strikt zu vermeiden.

Der hilflose Motzer

Hilflose Motzer sind eine besonders interessante Spezies. Im sonstigen Leben fest auf den Beinen stehend verlieren sie bei Betreten des Ladens Orientierungssinn und Erinnerungsvermögen, gerade so als lösche ein Supermagnet an der Eingangstüre ihre Festplattenspeicher. Sie beschweren sich noch bevor sie richtig angekommen sind darüber, dass man „hier nie etwas findet” und „ständig umgeräumt” wird, selbst wenn sich die Aufteilung der Waren schon seit Jahren nicht geändert hat. Schon die kleinste Änderung im Sortiment – und ist es nur eine neue Geschmacksrichtung beim Joghurt – überfordert den hilflosen Motzer maßlos. Er ist generell eigentlich nicht imstande selbst einzukaufen und versucht diese Unfähigkeit damit zu überspielen, dass er anwesende VerkäuferInnen und gelegentlich auch KundInnen in seinen Einkauf einspannt. Außerdem wälzt er jede Eigenverantwortung von sich und schiebt die Schuld am Einkaufsscheitern auf die hohen Regale, die unsinnige Aufteilung oder eine ungünstige Planetenkonstellation. Eigentlich ist der hilflose Motzer jedoch ein sensibler Mitmensch, der besonderer Hilfe und Schutz bedarf. Eine Petition zur Unterstützung des hilflosen Motzers durch speziell ausgebildete soziale Hilfskräfte ist in Arbeit.


Sollten Sie einem Motzer in freier Wildbahn begegnen ist es dringend angeraten sich ruhig zu verhalten, keine hektischen Bewegungen zu machen und um Himmels Willen: geben Sie dem Motzer niemals Kontra! Es steigert seinen Aggressionslevel in Höhen mit unberechenbaren Konsequenzen. In einem solchen Extremfalle werfen Sie sich auf den Boden und warten Sie auf Hilfe. Und hoffen Sie das beste.


¹ Absolute Adverbien: z.B. immer, nie. Powered by Capitano.

Random Facts #97

1. Das Super Bowl Spiel vom 31.12.1967 wird auch Ice Bowl genannt, da es bei -25°C ausgetragen wurde. Etliche Spieler zogen sich Erfrierungen zu oder wurden nach dem Spiel krank. Den Musikern klebten die Instrumente an den Lippen fest, den Schiedsrichtern die Pfeifen. Einigen mussten die Mundstücke gar im Krankenhaus von den Lippen entfernt werden.
2. Saurer Boden kann Nährstoffe schlechter aufnehmen. Stickstoff etwa kann nur in einem pH-Wert-Bereich zwischen 6,5 und 8,5 von den Pflanzen verwertet werden, Kalium nur zwischen 6,5 und 7,5.

3. Die Zahnpasta Doramad, die bis 1945 hergestellt wurde, versprach in ihrer Werbung strahlend weiße Zähne. Und tatsächlich war ein Inhaltsstoff das radioaktive Thorium-X. Die Langzeitfolgen radioaktiver Strahlung waren zu der Zeit noch unbekannt. Erst nach Hiroshima und Nagasaki erkannte man die möglichen Auswirkungen. Die Zahnpasta wurde nicht mehr gekauft und man stellte die Produktion ein.

4. Heute vor 25 Jahren wurde der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der BRD durch die Volkskammer beschlossen.

5. Sir William Wallace war ein schottischer Freiheitskämpfer, der das schottische Volk gegen Edward I von England auf, der die Oberherrschaft über Schottland beanspruchte und den schottischen König zum Abdanken gezwungen hatte. Wallace fügte den englischen Truppen in einer Schlacht im September 1297 eine vernichtende Niederlage zu, verjagte sie aus Schottland und verfolgte sie schließlich bis nach Nordengland. Während dieser Zeit stellte er eine noch heute erhaltene Urkunde aus, die Hamburg und Lübeck freien Verkehr mit allen schottischen Häfen zusicherte. Die Urkunde wird im Archiv der Hansestadt Lübeck verwahrt. Wallace, für dessen Ergreifung eine hohe Belohnung ausgesprochen wurde, wurde am 5. August 1305 gefangen genommen und am 23.08.1305 hingerichtet. Sein Leben war Vorlage für den Film Braveheart.

6. Kurt Sitte war ein Kernphysiker sudetendeutscher Herkunft. Er überlebte die Haft im KZ Buchenwald und war nach der Befreiung vom Nationalsozialismus als Hochschullehrer tätig. Außerdem war er „erster Weltraum-Spion der Weltgeschichte und Angeklagter des ersten Spionageprozesses in der Geschichte Israels“ (Der Spiegel, Sitte-Prozess – Spion im Weltraum, Januar 1961, S.44.) Für seine Tätigkeit als Spion wurde Sitte zu 5 Jahren Haft verurteilt; 1963 wurde er nach etwa 3 Jahren vorzeitig entlassen. Sitte starb im Juni 1993.

7. Es gibt einen australischen Prachtkäfer, Julodimorpha bakewelli, der dadurch auffällt, dass die Männchen der Art sich mit weggeworfenen Bierflaschen paaren wollen. Grund sind Form und Farbe der Flaschen, die die Männchen mit einem überdimensionierten paarungswilligen Weibchen verwechseln. Für die Forschungsarbeit über diesen Sachverhalt erhielten David Rentz und Darryl Gwynne den Ig-Nobelpreis in Biologie.

Logisch!

Das macht dann bitte 1,73€.

Ich muss Ihnen das mal alles in Kleingeld geben.

Kein Problem.

Ja, ich muss das ja jetzt so irgendwie loswerden.

Aha, wieso das denn?

Na ich bin doch bei der Sp*rk*sse.

Und was hat das damit zu tun?

Na da haben welche den Münzautomaten geknackt, wo man seine Münzen einfach reinwirft und das dann aufs Konto bekommt. Und da wird auch kein neuer aufgestellt.

Oha! Wie blöd!

Ja. Aber wie blöd die Diebe erst sind. Da ist doch gar kein Geld drin. Das geht doch gleich auf’s Konto!

[Rezension]: Einmal täglich – Pharmama

Pharmama ist vielen Bloglesenden ein Begriff und tägliche Anlaufstelle für über 4200 Email-Abonnenten. Seit mittlerweile 7 einhalb Jahren schreibt sie auf ihrem Blog (mit wenigen Ausnahmen) täglich über den Alltagswahnsinn und die Alltagsfreuden in der Apotheke, gibt Einblicke hinter die Kulissen, hält hin und wieder aber auch den Kunden vor dem Schalter den Spiegel vor – manchmal ernst, meistens jedoch mit Humor.

Humor beweist auch ihr zweites Buch „Einmal täglich.” Durch ein gewonnenes Gewinnspiel auf Pharmamas Seite kam ich in den Genuss der Lektüre und möchte euch nun gern daran teilhaben lassen.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck ist entscheidend, sagt man. Und es ist wahr: wir entscheiden uns innerhalb weniger Sekunden, ob wir jemanden oder etwas gut finden oder nicht. „Einmal täglich” machte bei mir einen guten ersten Eindruck. Das erste, was mir positiv auffiel, war das Format. Mit 23,5cm ist es so hoch wie die meisten Taschenbücher, doch mit 19cm ein Stück breiter als im „normalen” Verhältnis, was für ein Buch mit diesem Inhalt einfach ideal ist! Denn wie schon in der Beschreibung zu lesen gibt es im Buch viele Zeichnungen, die dank der leichten „Überbreite” ausreichend Platz bekommen und nicht zwischen die Seitenränder gequetscht werden.
Die Farbgebung des Covers finde ich gut gelungen. Schwarz, Weiß, Grün, Rot und Grau sind harmonisch angeordnet und sogar nach Auffälligkeitsregel angewandt (das auffällige/einnehmende Rot ist sehr sparsam eingesetzt, während das dezente Grau die Hauptfarbe bildet), was mir als Ästhet sehr angenehm ist.
Den Umschlag in Hochglanz zu halten empfinde ich als passend und stimmig – Hochglanz hat etwas von „sauber” und „ordentlich”, was doch in die Assoziation mit der Apotheke passt.

Erstes Lesen

Beim ersten Lesen ist für mich wichtig, ob man sich gut ins Buch einfinden kann, wie es sich liest, ob sich das Lesen gut anfühlt oder ob man jedes dritte Wort nachschlagen muss, weil der Autor sich mit Fremdwörtern profilieren wollte.
Pharmama beweist, dass man etwas gut erklären kann, ohne auf die Fachwortpauke zu hauen. Ich kam sehr gut rein, befand mich gedanklich an Pharmamas Seite und schaute ihr über die Schulter, als sie im ersten Kapitel auf die Kunden einging.
Zugegeben – ich musste mich erst an den Aufbau gewöhnen, was schlicht daran liegt, dass ich kein Comicleser bin. Doch das „was zuerst?” ist nach spätestens vier Seiten keine Frage mehr. Denn wie sie schon auf Seite 2 schreibt, macht Pharmama sich zunutze, dass der Leser erfahrungsgemäß erst den Comic ansieht und dann den Text liest. Und ja, das stimmt tatsächlich. Man wandert automatisch erst zum Bild und dann zum dazugehörigen Text. Probiert es aus. ;)

Der Inhalt

Wie gesagt gibt es im Buch viele Zeichnungen. Sehr viele sogar, denn fast auf jeder Seite ist eine zu finden und darunter beziehungsweise auf der Seite daneben der dazugehörige Text. Dadurch hat man so gesehen schon ein Beispiel, noch bevor etwas erklärt wird, was das Verständnis sehr steigert. Tatsächlich braucht man für die Lektüre keine Vorkenntnisse und wird auch als absoluter Neuling an die Hand genommen und durch allerhand Wissen begleitet. Fremdwörter, die später im Text auftauchen, werden vorher stets kurz und knapp aber einleuchtend erklärt, sodass niemand befürchten muss etwas nicht zu verstehen.
Und ja, es stimmt, was im Text auf dem Buchrücken steht: „So ganz nebenbei lernt man noch etwas über die richtige Anwendung der Medikamente.” Übrigens auch z.B. über Selbstdispensation, Generika oder pflanzliche Heilmittel.

Die Kapitel sind grob gehalten. Das erste Kapitel widmet sich dem Apothekenalltag – und da es darüber viel zu berichten gibt, ist es mit 91 Seiten eben auch das umfangreichste. Die anderen Kapitel sind spezifischer: im zweiten Kapitel wird der Leser nach Afrika entführt und findet sich in einer Phantasieapotheke auf Safari wieder. Sechs weitere Kapitel amüsieren mit phantasievollen Themen wie Superhelden oder Märchen – und es gibt sogar ein Kapitel über Star Wars! Oder meint „Komm auf die dunklen Seiten” vielleicht doch etwas anderes? ;)

Zum Schluss gibt es noch ein Bullshit-Bingo für die Apotheke und wer gut aufgepasst hat, kann das Rätsel auf der letzten Seite sicher gut lösen.

Fazit

Ich finde das Buch toll und kann jedem, der auch Pharmamas Blog gerne liest oder einfach an der Apothekenarbeit interessiert ist die Lektüre empfehlen. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass es für solche, die gerade in einer Apotheke zu arbeiten anfangen gleichermaßen erheiternd ist wie für jene, die schon jahrelange Erfahrung mitbringen und sicher öfter ein „Das kenne ich!” – Erlebnis haben werden. Das Augenzwinkern, das auch an kritischen Stellen zu finden ist, mag ich persönlich auch im Blog sehr gerne.

Ein bisschen unsicher bin ich mir bei der Aufteilung. Einerseits hätte ich mir schon gewünscht, dass das Alltagskapitel noch einmal grob untergliedert wird, um auch später noch einmal zu einem Thema nachlesen zu können, ohne lange zu suchen. Andererseits ist das Buch aber auch kein Lehrbuch, auch wenn es sehr informativ ist und Wissen vermittelt – das allerdings wie beschrieben “nebenbei” und nicht als Hauptziel. Das ist immernoch die Unterhaltung des Lesers – und diese ist meiner Meinung nach super gelungen.

Also: Kauft euch das Buch oder lasst es euch schenken. Der Preis von aktuell rund 10€ ist mehr als angemessen.

Und für alle, die täglich auf ihrem Blog sind: ja, die eine oder andere Zeichnung gab es bei Pharmama schon zu sehen, doch der bekannte Anteil ist verschwindend gering und daher zu vernachlässigen. Also nur zu – ich versichere euch, dass der Anteil an unbekanntem Inhalt groß genug ist, um den Buchkauf zu rechtfertigen.