Emilé

rip

Ich möchte euch heute von Emilé erzählen.

Emilé war immer fröhlich, immer freundlich und brachte jeden Morgen ein Lächeln in viele Gesichter. Aber Emilé ist nicht mehr.

Doch wer war Emilé überhaupt?
Emilé war eine kleine, niedliche Ratte, die alle Studenten mit einem freundlichen „Schönen Tag noch!“ auf dem Weg zur Uni begleitete. Sie hielt sich stets am Straßenbahndurchgang vor dem Campus auf, wo man aufgrund der beengten Raumverhältnisse eigentlich eher ein mürrisches Gesicht aufgelegt hätte, wäre da nicht Emilé gewesen. Doch vor 3 Jahren wurde Emilé ein Opfer doppelmoralischer Sauberkeit. Nun ist an der weißgrauen Wand, die Emilé einst verzierte, nur noch Straßendreck zu bewundern. Wäre Emilé noch da, wäre das nicht weiter tragisch, aber so fällt dieses hässliche Zeichen moderner Treibstoffverschwendung wie ein Mahnmal ins Auge des Betrachters.
Für mich war Emilé auch etwas Besonderes, weil sie mir meine ersten Semester an der Uni versüßte, wo doch alles noch so neu und unübersichtlich und verwirrend war. Und überhaupt hatte man als Brüllmaus ganz automatisch ein besonderes Verhältnis zu Emilé. Doch sie ist fort.

Nun gedenken bereits seit 3 Jahren jedes Mal am 09.02. viele Studenten ihrer geliebten Ratte Emilé mit Kränzen und Kerzen. Und auch die OTZ erinnerte letztes Jahr an die freundliche Fellnase.

OTZ vom 10.02.2012
OTZ vom 10.02.2012

RIP Emilé!

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

9 Kommentare zu „Emilé“

    1. Warte mal, du hast in Jena gelebt? Und das erfahre ich erst jetzt? 😀 Ist schon schade um Emilé.
      Aber um die systematisch getöteten Bäume in der Stadt und im Park trauere ich auch jedes Mal, wenn ich dran vorbei laufe oder fahre 😦
      Hach Jena, was machst du nur?

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      1. Nee nee, nicht gefällt. „Gestutzt“ würde man eigentlich sagen, aber das ist ja schon kein Stutzen mehr, denn das macht man ja eigentlich nur bei den dünnen Zweigen <5cm. Aber hier werden schon seit einiger Zeit die Bäume geradezu fachmännisch getötet, nicht auf einmal, sondern ganz langsam und quälend: sie schneiden ihnen die Baumkrone komplett ab, bis nur noch ein blanker Baumstamm mit bizarr nach oben gereckten, amputierten Ästen übrig bleibt. Der Baum wird dann langsam krank und kränker und geht schließlich jämmerlich ein, weil er keine Chance hat, Blätter zu bilden, um Photosynthese zu betreiben und weil er Infektionen bkommt, Pilze usw. Wirklich qualvoll und es war auch schon die eine oder andere Meldung wert:
        http://www.jenapolis.de/2012/11/jena-kein-paradies-fuer-baeume-seit-jahren-nicht-fachgerechter-baumschnitt-in-jena-es-reicht/

        ;-(

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