Vatertag – the aftermath

Beim Streifen durch meine Blogleseliste ist mir aufgefallen, dass viele von euch ein Problem mit dem Vatertag haben. Nicht, weil er frei ist, sondern eher ein ideologisches. Ich kann es nachvollziehen.

Väter bekommen einen extra freien Tag, an dem sie sich hemmungslos besaufen können, während Mutti daheim auf die Kinder aufpasst und den Haushalt schmeißt, wahlweise auch Keramiken, wenn Vati wieder nach Hause kommt. Mütter hingegen bekommen einen lumpigen Sonntag, an dem sie nicht umherziehen und gröhlend die Nachbarschaft über ihre musikalischen Fähigkeiten informieren können, sondern bei der Familie sein und gute Miene zum bösen Spiel schieben sollen. Ich habe das schon selbst genau so in Freundes- und Bekanntenkreisen beobachtet.

Ich handhabe das anders. Schon seit meiner frühesten Jugend ziehe ich einfach mit, wenn sich die Jungs…äh pardon Männer zum Wandern, Grillen und/oder Herumlümmeln treffen. Und bisher hat das nie einen gestört. Gut, ich bin ja selbst ein halber Kerl und stehe ihnen in Gröhl- und Trinkfestigkeit in nichts nach. Jetzt tut nicht so erschrocken, einmal im Jahr kann ich mich auch mal daneben benehmen. Zu Vatertag fällt das nicht auf. Und so schlimm wie das klingt ist es auch gar nicht.

Dass es gar nicht so selbstverständlich ist, für wie selbstverständlich ich das halte, ist mir aber an zwei Dingen bewusst geworden:

  1. Ein Freund hat mich darauf hingewiesen, dass das in seinem Vatertagsfeierleben das erste Mal ist, dass von Anfang an eine Frau dabei ist. (Ich habe das Treffen aber via Facebookveranstaltung ins Leben gerufen und wollte schon deshalb von Anfang an dabei sein.)
  2. Als ein Milchreisbubi zu mir ankam um sich zu brüskieren, zu den Jungs sagte, sie machten etwas falsch und allen außer mir und den zwei, drei anderen anwesenden Mädels die Hand gab. Das fand ich bescheuert und ziemlich engstirnig. Wirklich geärgert hat es mich nicht, ich frage mich allerdings, warum man sich selbst so begrenzt.

Alles in allem war der Tag genial. Es wurde gegrillt, getrunken, gesungen, geredet, kennengelernt und gelacht. Der kurze Regenschauer war erfrischend und angenehm, hat also gar nicht gestört. Damit ich den Tag nicht so schnell vergesse, habe ich mir ein Andenken auf meine Haut gebrannt. Am Arm, an den Schultern, im Nacken… Wenigstens bin ich dann demnächst gut gebräunt 😉

Ich gebe es zu. Diese Freiheit ist mir nur möglich, weil ich keine Kinder habe. Aber ich habe auch ein paar Elternpaare gesehen, die einfach gemeinsam gefeiert haben. Das ist doch auch schön!

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

3 Kommentare zu „Vatertag – the aftermath“

  1. Gegrillt, getrunken, gegrölt? Machen die Männer das nicht JEDES Wochenende?:)

    Was ist denn dann das BESONDERE an dem Tag?

    Also , an diesem Vatertag war ich wohl das erste Mal eine zickige Nachbarin. Und zwar haben wir hier ein paar Typen nebenan, die wohl wirklich nie was besseres zu tun haben als ständig zu grillen, zu saufen und dabei unerträglich laute Musik laufen zu lassen.
    Diesmal war es wieder so und es war so dermaßen laut, sodass man sich bei uns in der Wohnung nicht vernünftig unterhalten konnte. Wir mussten ständig die Fenster geschlossen halten…und das ganze ging stuuundenlang. Bis ich irgendwann echt die Schnauze voll hatte und rausgegangen bin zu ihnen. Mista E: kam mit.
    Ich bat sie, die Musik doch ein wenig leiser zu machen, weil wir wirklich schon den ganzen Tag die Fenster geschlossen halten mussten, da es so unerträglich laut und dass es doch irgendwann mal gut sei.

    Ich muss zugeben, dass wir echt nicht wussten, dass an dem Tag Vatertag ist (ich vergesse das immer, weil unser türkischer Vatertag an einem anderen Tag ist)

    Joaa…sie machten die Musik dann auch leiser aber lallten und grummelten rum , etwas mit „….grummel..Vatertag…brummel…“ und Mista E. meinte, „ja, ich bin auch Vater“.
    Wie gesagt, wenn es nur dann wäre, hätte man es vielleicht noch aushalten können, aber bei denen ist es ja zu oft so, nur an dem Tag war der Lärmpegel einfach nicht mehr auszuhalten. Ich hatte schon Kopfschmerzen bekommen, und das muss einfach nicht sein , finde ich. Man muss schon bedenken, wenn man so dermaßen laute Musik macht, dass auch noch andere Menschen da wohnen.

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    1. Ok, das ist wirklich nicht gerade die feine englische Art. Allerdings hat das ja nicht mit Vatertag an sich was zu tun, sondern eher mit Rücksichtslosigkeit. Und ja, bei manchen ist das jedes Wochenende so. Ich kann das auch nicht ab. Wir haben hier einen kleinen Stadtteilpark in der Nähe und wenn die Halbstarken da nachts rumgröhlen kriege ich auch Mordlust…
      Ich wollte mit meinem Beitrag eigentlich nur sagen: es geht auch anders. Und wenn man eben die Jungs zu ihrem Glück zwingen muss, dann mach ich das einfach 😀

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  2. Ich habs ja schon in meinem Blog geschrieben. Bei uns finden keine normalen Feiern statt und das möchte ich mir und meiner Familie nicht zumuten. Also den Kids. Was der Gatte macht steht dann wieder auf einem anderen Blatt. 😉

    LG

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