Lehrforschung

Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass ich dieses wie auch nächstes Semester ein Lehrforschungsseminar habe. Das heißt nichts anderes, als dass man sich zu einem bestimmten Thema eine Studie erarbeitet, sie dann durchführt und schließlich auswertet. Es gab einige sehr interessante Themen, etwa diskontinuierliche Lebensläufe (quasi Menschen, die Umwege gehen statt des üblichen Weges Schule- Ausbildung- Arbeiten) oder Geschlechterverhältnisse und Paarbeziehungen.

Ich habe mich nun aber für eine Lehrforschung entschieden, die sich mit der Politik bei thüringer Jugendlichen befasst. Der Schwerpunkt soll dabei auf Rechtsextremismus liegen, schließlich ist das ein großes Problem der Gesellschaft und das ist ja, was Soziologen machen: Probleme aufspüren, sie er– und begründen und Lösungsansätze anbieten. Ob wir Lösungsansätze anbieten können, das weiß ich jetzt noch nicht, denn allein die Ergründung von Rechtsextremismus ist eine enorme Leistung. Es gibt da ja so viele Fragen:

  • Was ist Rechtsextremismus genau?
    Bisher gibt es keine allumfassende Definition und es wird sicher auch nie eine geben, da Rechtsextremismus viele Facetten hat. Um aber damit arbeiten zu können, werden wir uns eine eigene Definition suchen müssen.
  • Woher kommt Rechtsextremismus?
    Hierzu gibt es unglaublich viele Studien – und alle haben andere Ergebnisse. Das hängt auch mit der Definition zusammen, was man nun darunter fasst und was nicht.
  • Welche Formen von Rechtsextremismus gibt es?
  • Gibt es Merkmale, die ganz spezifisch für Thüringen gelten?
  • Wie kann man Rechtsextremismus vorbeugen?
  • Was macht man mit Rechtsextremen?
    Beziehungsweise: Wie geht man mit ihnen um? Ignoriert man sie? Lässt man sie innerhalb von festgesetzten Grenzen agieren?

Es gibt also eine Menge zu tun. Bisher sind wir bei den ersten drei Punkten. Wir tauschen uns aus, was wir unter Rechtsextremismus verstehen, was Studien und Sozialwissenschaftler besagen, welche Gründe das Problem hat. Derweil überlegen wir uns, was die Ergebnisse anderer für unsere Forschung heißt, etwa wonach wir fragen müssen und was irrelevant ist.

Später erstellen wir Fragebögen, die wir online abfragen werden. Wie und wo genau das stattfinden soll, das klären wir später. Wir könnten ihn zum Beispiel an Schulen schicken, an denen die Schüler Zugriff auf Internet haben. Wir könnten sie via Mailverteiler herumschicken etc.

Innerhalb des Seminars teilen wir uns schließlich auf, um in Kleingruppen die einzelnen Themenkomplexe ganz genau zu beleuchten und damit nicht jeder alles analysieren muss. Schließlich schreiben wir dann innerhalb der Gruppen Forschungsberichte über die jeweiligen Gebiete, die ganz am Ende benotet werden. Das Schöne ist: diese Berichte können wir dann individuell für die Bachelorarbeit benutzen, die man ja im letzten Semester schreibt. Und ich denke, genau das werde ich machen.

Irgendwie scheint sich dadurch mein weiterer Weg schon von ganz allein ergeben zu haben. Letztes Semester die Hausarbeit zu Rechtsextremismus, jetzt 2 Semester Lehrforschung und schließlich eine Hausarbeit dazu. Man könnte sich ganz gefuchst nun denken, in welche Richtung es mich trägt: in die Jugendarbeit und das ist genau das, was ich eigentlich von Anfang an wollte.

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7 Gedanken zu “Lehrforschung

    1. hmm was studierst du gleich wieder? Hört sich ja recht spannened an. Was man dagegen tun kann ware auffällige Straftäter MÜSSEN Schindlers Liste schauen und das KZ Dachau besuchen (oder ein anderes) damit se mal in der Realität landen. Ansonsten haaaaaart durchgreifen. Oder man macht es wie bei den Strengsten Eltern der Welt, und schickt sie mal für 2 Wochen irgendwo nach Afrika. Damit sie mal lernen wie es ist „Ausländer“ zu sein. *hihi* Allerdings wird viel Hass produziert – von den hier lebenden Ausländern – die sich a) nicht integrieren wollen und b) Sozialleistungen abkassieren und nix dafür erbringen. So *ooommmm* Die Gesetze müssten da auch mal grundlegend geändert werden. Viel Erfolg beim Forschen 😀

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      1. Ich studiere Soziologie. 🙂
        Wenns nur so einfach wäre. Ich meine, direkte Konfrontation bringt schon was, aber nur bei denen, die aus Unwissenheit oder Ignoranz oder Gehirnwäsche rechte Mitläufer sind.
        Das ist aber nur eine Art von Rechtsextremen. Es gibt so viele andere. Welche, die aus Existenzängsten so denken, welche die damit aufgewachsen sind, welche die schlecht sozialisiert wurden (also mal ne schlechte Erfahrung mit nem Immigranten gemacht haben und dann auf alle schließen oder so) usw usf.

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    2. Ja, unangenehm stimmt. Aber spannend eben auch. Ich befasse mich jetzt aber auch so lange schon damit, habe eigene Erfahrungen gesammelt etc… also irgendwie MUSSTE ich das einfach mal alles ein bisschen wissenschaftlicher betrachten, um das Thema für mich endlich mal zu ordnen und vielleicht ein klein wenig besser zu verstehen.
      Danke, ich bin schon total gespannt. 🙂

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  1. da gibts doch diese eine Familie die se immer bei Stern TV eingeladen haben, da konnte man ja sehen das die Kinder die „rechts“ aufgewachsen sind selbst ne steile Knast Karriere abgelegt haben. Die Gesetze müssten sich halt auch ändern, nützt ja nix wenn man wegen so was nicht hart durchgreift. Ich will jetzt auch Soziologie studieren, hab ich grad beschlossen. brauch ich dafür Abi oder geht Fachhochschulreife??? 🙂

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    1. Oh stimmt, ich kann mich ganz dunkel dran erinnern, bei sowas mal reingeschaut oder wenigstens drüber gelesen zu haben. Haben ja auch Langzeitstudien schon gezeigt, dass das weitervererbt wird und man gerade da echt schlechte Handhabe hat. Aber ja, die Gesetze müssen sich definitiv ändern.

      Für Soziologie braucht man Abi, denn das gibts nur an der Uni. Ist ja rein theoretisch.
      Ich warne vor Statistik *kotz*

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  2. Pingback: Zwischenmeldung – Bruellmausblog

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