Neubeginn

Gestern habe ich es endlich meiner Mutter erzählt.

Ach Moment, ich muss am Anfang anfangen.

Wie hier so oft geschrieben hatte ich am 12.2. meine Statistik II Prüfung. Ich habe sehr viel gelernt und zitterte wie Espenlaub ob dieser großen Hürde, die so viel Entscheidungsmacht haben würde.

Leider haben meine Mühen nicht ausgereicht. Ich bin durchgefallen. Damit war’s das jetzt. Ende. Finito. Ich bin keine Studentin mehr. (Aber wie der Brüllmann sagte: „Für mich bist du trotzdem noch Soziologin!“ Awwww!)

Was nun? Ich habe zwei Möglichkeiten:

a) Ich schreibe mich um und studiere etwas anderes.

b) Ich suche mir eine (bezahlte) Ausbildungsstelle.

Leider fällt a), so viel Lust ich ehrlich gesagt auch darauf hätte, weg, da ich absolut kein Geld zur Verfügung stehen hätte und damit nur noch mehr Schulden anhäufen würde.

So bin ich dazu übergegangen, Bewerbungen zu schreiben für alles Mögliche. Ich schlage -wenn es nach mir geht- einen verwaltenden Weg ein; vielleicht auch den beratenden. Es gibt ja einige Ausbildungen/ Berufe, die beides vereinigen. Nur muss ich eben sehen, was ich kriegen kann, schließlich bin ich 26 und ohne einschlägige Berufserfahrung. Ich schäme mich dafür nicht oder finde es schlimm, es ist eben einfach so. Und ich bin da ja auch nicht die Einzige.

Wovor ich mich aber fürchtete war das Gespräch mit meiner Mutter. Sie neigt gerne mal dazu, in allem großes Unheil zu sehen und direkt davon auszugehen, dass alles nur immer schlimmer wird. Ich wusste auch nicht, ob sie sauer auf mich sein würde, schließlich war sie ja von Anfang an eher gegen das Studium und wollte, dass ich eine Ausbildung mache, um baldmöglich Geld zu verdienen…

Aber das Gespräch lief relativ entspannt. Sie meinte, sie konnte es sich schon denken, weil ich mich gar nicht gemeldet hatte vergangene Woche… Mütter! Die wissen einfach alles!

(Was mich störte war ihre Bemerkung, mein Studium sei umsonst gewesen. Das war es nicht! Ich habe so viel gelernt! Sowohl fachlich als auch methodisch und ganz besonders über mich selbst!)

Nun weiß sie es. Ein paar engen Freunden habe ich es ebenfalls schon erzählt. Es war mir wichtig, das persönlich zu machen, weswegen ich so lange damit gewartet habe, es hier zu schreiben.

Also dann meine Lieben. Ich bin dann mal Bewerbungsanschreiben formulieren. Das finde ich ja immer etwas knifflig. Gerade in dieser speziellen Situation….

Habt eine schöne Woche!

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

17 Kommentare zu „Neubeginn“

  1. Na dann viel Erfolg!

    Wer weiß wofür es gut war…

    Ähm was hast du studiert?
    Soziologie?
    Wieso dann Statistik?

    Braucht man das als Soziologin?

    Ach ja…
    Und immer dran denken.
    In der Bewerbung immer schon herumprotzen was man alles kann, nie sich entschuldigen, was man alles nicht kann…

    Selbstverständlich hast du das Studium beendet, weil es dir zu theoretisch war und du praxisnäher arbeiten willst, ist ja selbstredend, gelle?

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    1. Ja Soziologie. Soziologen machen viel Datenarbeit. Denke allein an die unzähligen Studien, etwa zu Armut, Rechtsextremismus etc. Da muss man Statistik können. Zumindest finden das unsere Profs. Dass diese Arbeit längstens SPSS macht, ist ja völlig wumpe… *meh*

      Ich versuche immer, einen Mittelweg zwischen Protzen und Jammern zu finden. 😀
      Am liebsten würde ich schlichtweg sagen „Nehmt mich verdammt, ich brauch irgendwas! Und überhaupt bin ich verdammt nochmal gut! Und k-l-u-k!“
      Nur würde das wohl nicht so ganz ziehen. 😉
      Schade eigentlich…

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  2. Mein herzliches Beileid. Ausgerechnet Vorlesungen wie Statistik und Mathe würde uns geraten zuerst zu wuppen, damit der Rest des Studium womöglich nicht umsonst ist. Kannst du nicht sowas ähnliches studieren mit einen größeren Schnittmenge, damit die Scheine nicht umsonst waren.
    Wie du dich aus entscheiden wirst, ich wünsche dir viel Kraft und Mut das richtige zu tun.

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    1. Hallo!
      Statistik ging nicht zuerst zu wuppen, da man zumindest für Statistik II bestimmte Module vorweisen musste. Ich kann aus finanziellen Gründen nicht weiter studieren. Und irgendwie reicht es nun ja auch mal. Ich brauche schlicht und einfach Geld, da mir das Wasser bis zum Halse steht…

      Die Scheine waren ja nicht umsonst. Das Wissen kann mir keiner wegnehmen und ich kann es vielleicht auch später einsetzen.
      Von der persönlichen Erfahrung mal ganz abgesehen.

      Vielen Dank für das Daumendrücken! Ich werde es bei den Vorstellungsgesprächen wohl wieder brauchen. 😉

      Liebe Grüße!

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  3. Tut mir leid, daß die Klausur in die Binsen gegangen ist. Aber Du weißt ja selbst, Du nimmst aus dem Studium viel mehr als nur das reine Wissen mit, das Dir vermittelt wurde. Methoden zur Problemanalyse, Wege zur Problemlösung, Selbstorganisation und sicherlich noch viel mehr, was Du im Studium gelernt hast – all diese Kenntnisse bleiben Dir ja.

    Gibt es vielleicht ein Duales Studium, das Dich interessieren könnte? Da könntest Du weiter studieren, bekämest nebenher den Praxisbezug und würdest noch Geld bekommen.

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    1. Ein Duales Studium wäre schon eine Möglichkeit, aber hier in der Umgebung gibt es nichts, was mich direkt reizen würde. Zumal die entsprechenden „Berufsschulen“ (also Unis) auch recht weit weg wären. Und man schlecht ran kommt – mit meinem Abi…

      Und ja, das Studium war definitiv nicht umsonst, auch wenn Frau Mama das jetzt so sieht. So ähnlich schreibe ich das auch in die Anschreiben wie du das formuliert hast. 😀

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  4. also ich als erfahrenes Häschen sage dir, protzen ist immer besser. Schau dir genau die Sätze an die gut sind da gibt es so Übersetzungsseiten…… nicht das du denkst du schreibst gut und dann interpretiert man es auf dem Arbeitsmarkt ganz anders. Studium der Soziologie (ohne Abschluss) die werden dann fragen warum und du kannst sagen es wurde dir zu Theoretisch und du suchst jetzt lieber eine Ausbildung in dem Bereich. Feddisch. Von nicht bestandener Prüfung erzählt man nix! Und dann noch meine Pfote streicheln, denn Hasenpfoten bringen Glück (solange sie noch am Häschen sind) hihi. Also ich drück dir die Pfötchen, du findest da schon was *ganz-sicher-bin*

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    1. Puh, ich glaube das mit „das wurde mir zu theoretisch“ zieht nicht. Ich habe immerhin schon 3 Jahre studiert und zudem will ich meine Richtungswechsel vorher ja so begründen. Da könnte man sonst denken, ich wüsste nur nicht was ich will und würde nicht dranbleiben. 😉

      Ich pack das schon irgendwie. Ansonsten kriege ich jetzt eben 3 Kinder, gebe ihnen schlimme Vornamen, gehe nicht arbeiten und trete dafür bei RTL auf. *kicher*
      Späßchen 😉

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  5. Eine bezahlte Ausbildung ist doch super! Da lernst du wenigstens was richtiges. 🙂 Außerdem kannst du dich für ein Teilzeitstudium an der Fernuni Hagen einschreiben. Studiengebühren gibt es dort nicht mehr und Sozialwissenschaften in Kombination mit Erziehungswissenschaften haben die auch mal angeboten. Seit der Bachelor-Umstellung kenne ich mich da aber nicht mehr so aus. Was willst du denn für eine Ausbildung machen?

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    1. Ich dachte an etwas Verwaltendes, Organisierendes. So Richtung Verwaltungsfachangestellte, Kauffrau für Büromanagement (auch ein neuer Beruf) und ähnliches.
      An ein Fernstudium dachte ich auch schon. Muss man dann aber auch irgendwie bezahlen können, deswegen schiebe ich das nach hinten und rette mich erstmal aus meinen angehäuften Studienschulden.

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      1. Da die Studiengebühren wegfallen, ist ein Fernstudium nicht mehr so teuer. Naturlich abhängig davon wievielt Kurse belegt werden. Verwaltungsfachangstellte hört sich gut an. Mit 26 Jahren bist du auf keinen Fall zu alt. Du hast halt einiges ausprobiert, das kommt bei manchen Arbeitgebern auch gut an.

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      2. Ja, da habe ich immer ein bisschen Angst, dass man es mir als Unentschlossenheit oder fehlendes Durchhaltevermögen auslegen könnte. Ich habe definitiv viel gelernt in dieser Zeit – und das nicht nur fachlich. Genau so werde ich das auch in meinen Vorstellungsgesprächen sagen.

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  6. Hallo Nickel,
    ich bin auch in deinem Alter, habe etwas artverwandtes studiert und bin am Abschluss gescheitert, d.h. der Ofen ist aus, mir fehlt zwar nur noch ein Schein… aber es ging nicht mehr. Die Scham und vor allem, sich das Scheitern einzugestehen und erst einmal völlige Selbstachtung zu verlieren… letzendlich geht es mir mit der Enscheidung besser und ich bin nun für einen sehr praxis orientierten Studiengang eingeschrieben – mit einer Aussicht auf einen Beruf, der mich erfüllen wird. Also, du bist nicht allein und unser Wissen kann uns niemand nehmen;). Liebe agrüße Rübe

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    1. Hallo Rübe! Willkommen auf dem Blog!

      Hach, dass es doch noch Menschen wie mich gibt. Ich fühle mich derzeit, als wäre ich die Einzige. Ich habe zwar auch einige Studienabbrecher im Freundeskreis, die dann doch eine Ausbildung gemacht haben, aber die sind alle schon fertig. Hätte nie gedacht, dass man sich mit 26 so alt fühlen könnte.

      Und ja, die Scham ist wirklich nicht ohne. Gelegentlich werde ich noch wehmütig und finde alles zum kotzen, aber das ist ja sicher normal. Ich werde meinen Weg schon noch finden (wobei ich eigentlich überzeugt war, dass die Soziologie mein Weg ist…*hust*)
      Schön zu lesen, dass du glücklich mit deiner jetzigen Situation bist!

      Liebe Grüße

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