Die Kraft der Namen

Die Inspiration zu diesem Post gab mir The Daily Post mit seinen Weekly Writing Challenges.

Was sind Namen für uns? Zuerst einmal -ganz simpel- werden wir eben so angesprochen, damit wir wissen, dass wir gemeint sind. Es kann in einem Raum noch so laut sein, fällt unser Name, kriegen wir das mit.

Und dann -gar nicht mehr so simpel- definieren wir uns über unseren Namen, bilden eine Identität darum. Und weil andere das eben auch tun, verbinden wir mit bestimmten Namen bestimme Menschen – und sehr oft auch unsere Beziehung zu diesen Menschen. Man macht das nicht immer bewusst, doch wenn man einen Kevin kennt, den man nicht leiden kann, weil er so ein Rüpel ist, dann begegnen wir dem nächsten Kevin, den wir kennenlernen, eben mit Distanz und Vorsicht. Wir sind voreingenommen. Wegen eines Namens!

Ich finde den Wandel der Namen sehr spannend. Jede Generation hat so ihre favorisierten Vornamen. So halten wir Elfriede für einen „Omanamen“, Brigitte für jemanden um die 40 oder 50 und Chantalle muss ein kleines Mädchen sein.

Bei Chantalle fällt uns jedoch auch sofort ein, wie die Familie sein muss: wahrscheinlich im unteren Gesellschaftsmilieu, vielleicht mit 3 Kindern, Raucher, Trinker… Soll heißen: bestimmte Namen kitzeln bestimmte Vorurteile wach. Man muss ja nur mal auf die Chantalismus-Seite schauen… (Mit dem falschen Namen kann man es seinem Kind richtig schwer machen: mal abgesehen von Hänseleien wegen eines „blöden“ Namens oder möglichen Vorurteilen potentieller Arbeitgeber vergeben auch Banken noch immer Kredite zum Teil nach einem Scoring, bei dem der Name mit hineinzählt.)

Spannend sind auch gewisse Trends bei der Namensvergabe. So war es eine Zeit lang chick (zumindest in Promi-Reihen), sein Kind nach Städten zu benennen. Stellt euch mal vor, das hätten wir in Deutschland gemacht und man würde einem kleinen Jungen namens Brunsbüttel begegnen!

Der derzeitige Trend der Vielfach-Namen ist ja eigentlich auch schon ein alter Hut; lediglich die Namenszusammensetzungen haben sich geändert.
Mit Doppel- und Dreifachnamen verband man bis vor ein paar Jahren ja eher noch die Bildungselite; Arbeiterkinder hatten einen einzigen Namen, möglichst kurz und prägnant, damit man ihn besser rufen konnte. Heute hat sich das verschoben. Die sogenannte Bildungselite geht nun eher zu einfachen Namen über und die anderen geben teils exotischste Namen.

Aber was wäre ein Post über Namen, wenn ich nicht über meinen eigenen schreiben würde?

In der Kindheit schimpften viele der anderen über ihre Namen; sie wollten lieber einen cooleren haben. Ich hatte dieses Gefühl nie. Ich mag meinen Namen. Nicole. Das klingt so schön. Er kann auf deutsch, englisch und französisch ganz einfach ausgesprochen werden. Er ist zeitlos. Seine Bedeutung „Siegerin des Volkes“ ist ja wohl auch nicht schlecht!

Da ich zu Weihnachten geboren wurde, versuchten viele der Schwestern damals, meine Mutter dazu zu überreden mich doch Christin oder Christiane oder so ähnlich zu nennen; Hauptsache irgendwas mit „Christ“ drin. Zum Glück hat meine Mutter das nicht gemacht! Ich habe nichts gegen den Namen Christin – im Gegenteil, ich finde ihn schön. Aber ein Weihnachtskind auch noch Christin zu nennen wäre doch irgendwie übertrieben gewesen, nicht?

Meinen Namen, Nicole, hat mein Opa ausgesucht. Das mag eigentlich relativ egal sein, aber mir bedeutet es viel, da unser Verhältnis metaphorisch in dieser Geste festgehalten werden kann. Wir waren uns immer so nahe und eng miteinander verknüpft, dass das einfach so gut passt.

Mein Namenstag, der nie besonders beachtet wurde, ist der 6.12., also Nikolaus. Was ein bisschen witzig ist, dass das Weihnachtskind zu Nikolaus Namenstag hat, wo doch Weihnachtsmann und Nikolaus so gern verwechselt werden. 😉

Zudem ist 24 ein Vielfaches von 6, genauso wie 12. Da kommt einfach der Zahlenästhet in mir durch.

Die Namen anderer kann ich mir übrigens nicht so gut merken. Was nichts Persönliches ist, sondern einfach eine kleine Schwäche meinerseits. Zum Glück steht bei Blogs der Name immer da. 😉

So, genug zum Thema. Wie sieht’s bei euch aus? Wie wichtig sind euch Namen? Wie gern mögt ihr eure/n eigenen? Stimmt das Sprichwort „Nomen est Omen“ oder ist das Blödsinn?

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

20 Kommentare zu „Die Kraft der Namen“

  1. Also jetzt muss ich aber mal intervenieren.

    Der Name Brigitte ist KEIN Name der Generation zwischen 40 und 50. Ich weiß das ganz genau, weil ich der Generation angehöre und nicht auch nur eine Person dieses Alters kenne die diesen Namen trägt.
    Hingegen kenne ich ettliche Personen im Alter meiner Mutter, die Brigitte heißen und die sind eine Generation älter.
    Elfriede ist übrignes wieder im Kommen.

    Und mir gefällt mein Name übrigens gar nicht. Passt nciht zum Nachnamen, hat noch nie zum Nachnamen gepasst und ist sperrig auszusprechen.
    Darf ich meiner Mutter aber nicht sagen, die wäre total geknickt…:-)

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    1. Herrje, das war ja nur ein Beispiel! Für mich ist Brigitte aber ein Name der Altersspanne…weiß auch nicht warum.

      Schonmal darüber nachgedacht, dich mit einem anderen Namen vorzustellen und alle glauben zu machen, dass du so heißt? ^^

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      1. Nein, nein…

        in der Altersklasse kommt der Name nun wirklich nicht vor;-)

        Aber du hast recht. Namen sind belegt, mit Eigenschaften, weshalb sich Eltern IMMER ausreichend Gedanken machen sollten wie sie ihren Sproß nennen. Leider tun das nicht alle.

        Ich lebe nun schon so lange mit diesem Namen, ich käme mir ziemlich dämlich vor mich jetzt mit einem anderen Namen vorzustellen, Was mit den Leuten die mich unter meinem Namen kennen?
        Ich würde auf einen anderen Namen gar nicht reagieren. Wenn dann sollte es ja einen Bezug zu mir haben und da käme dann wohl nur der Zweitname in betracht und der ist noch schlimmer als der erste…
        Der ist nämlich?

        Na welcher wohl?

        Brigitte!

        Zu ehren einer älteren Verwandten.

        Hätte aber auch noch schlimmer kommen können.

        Man stelle sich vor ich hätte Brunhilde geheißen…

        Fürchterlich!

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      2. Oha, da ist sie wieder, die Brigitte. ^^
        Ja, ausreichend Gedanken machen sich leider nicht alle. Und was mich ja gerne mal nervt: viele überlegen auch nicht, ob der Name zum Nachnamen passt. Sowas wie Rainer Zufall ist genauso mies wie Detroit Paxton Müller. Find ich.

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  2. Also bei mir isses……. so….. das ich früher meinen Namen doof fand weil es noch 3 andre in der Klasse mit dem Namen gab. *grummel* Jetzt finde ich ihn immer noch doof, weil er ursprünglich von meiner Geburtsmutter stammt, ich hätte es besser gefunden wenn mich meine Adoptiveltern umbenannt hätten. Auch der 2te Vorname geht gar net, das hörts ich an ..wie Mittelalter! 😦 Ich bin jetzt halt DAS HÄSCHEN so! und mein Schatz sagt eh Honey or Bunny ….. 😉 Nicole find ich sehr schön … Ich kenne eine Birgit die ist 58 heißt aber eigentlich Birgitta. Alte Deutsche Namen sind im Trend, wenn ich in Djörmeni einen Sohn taufen müsste, dann Philip. Ein Mädchen Klara. In Hawaii wird es Nohea und Keolani. So BUNGT! 🙂

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    1. No subber, da isses ja geklärt! ^^
      Viele Nicoles habe ich nicht kennen gelernt. In der Klasse war ich immer die Einzige. Mein Onkel hatte allerdings eine Zeit lang eine Freundin namens Nicole. War auf Familienfeiern etwas verwirrend, wenn jemand Nicole gerufen hat… 😀
      Ich nenne dich aber auch Häschen. Und manchmal iTanni, weil wegen so heißt du ja blogmäßig und so.

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      1. ja genau, gut das mer drübba gesprochen ham. Schrecklich finde ich eher wenn englische oder „ausländische“ Namen so deutsch ausgesprochen werden. Schantall ist korrekt ausgesprochen gar nicht sooo schlimm. Und ich richte mich nicht nach Trends. Meine Puppen habe ich damals Maria und Michael genannt. Und nicht Jim Bob und Mareah 🙂 hassu neue Smilies die sind ja schick! iTanni is okeeeeee nur Tannilein mag ich auch wieder net. Verniedlichungen sind mir Zuwider *kotz* …. So. *liebhab-drücker-dalass* DAT HÄSCHEN WAR DA! *hihi* oh bald ist das Hasenfest, ik freu mir!

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      2. Neue Smileys? Neeee, eigentlich nicht?! Vielleicht hat ja WordPress was umgestellt. O.o
        Und bei Chantalle stimme ich dir zu, eigentlich schade um diesen Namen. Da klingelt mir gleich ein herzhaftes „Schackeliiiiinääää!“ in den Ohren. 😀

        Yay, Häschenfest! Ich freu mich auch!

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  3. Na ja, die meisten Menschen identifizieren sich mit ihrem Namen und deren Klang, und fühlen sich mit ihm emotional verbunden. Namen sind aber auch immer mit kulturellen Einflüssen verbunden. Warum du wieder das verallgemeinernde Wort „Wir“ benutzt, verstehe ich nicht ganz. Vielleicht willst du damit zum Nachdenken anregen, bei mir stösst du da eher auf Abwehr, und ich habe dann keine Lust mehr weiter zu lesen. Die Wahl der Vornamen erfährt in den letzten Jahren wieder einen Zugriff auf alte deutsche Namen, wie z.B. Max oder Klara. Das ist aber auch immer eine Frage des Alters und Herkunft der Eltern. Früher, vor vierzig Jahren galt Horst als schöner Namen. Heute wird dieser leider als Spott betrachtet. Otto war füher einmal weit verbreitet, bin gespannt wann dieser wieder kommt.

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    1. Ich benutze das „wir“, weil wir alle Namen haben. Nicht nur ich und schon gar nicht das hässliche, unpersönliche „man“ oder sogar „die Leute“. Natürlich spiele ich auch mit Vorurteilen und Co, aber ich gebe ja dem Leser die Chance, sich zu positionieren. Bei anderen Themen schreibe ich auch wieder anders. 😉

      Stimmt, die alten deutschen Namen kommen zurück. Das bestätigte mir auch eine Freundin mit Kind im Schulalter. In der Klasse ihrer Tochter gibt es wohl die eine oder den anderen mit altdeutschem Namen. Ich hoffe ja noch immer, dass diese „chantalisierten“ Namen bald wieder verschwinden. Und dass Nicole nicht einmal auch zum Spott wird.

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  4. Chantalle und Marlene klingt nach Puff. Aber jeder verbindet mit Namen etwas anderes, abhängig von Alter, Herkunft und Kultur. Deshalb habe ich halt gegen dieses pauschal „Wir“ etwas. Aber das ist halt bei mir so, bei dir scheint das anders zu sein. Solange ich mich auch aus diesem Würgegriff befreien darf, kann ich das so stehen lassen.

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  5. Als Kind habe ich meinen Namen gehasst. Er kam in einem Otto-Song nicht gut weg und ich wurde permanent damit aufgezogen, und jeder hielt sich dann fuer sehr witzig.
    Ausserdem haette ich lieber einen Namen gehabt, der maedchenmaessiger klingt… irgendwas mit a hinten.

    Heute ist es so, dass ich den Namen immer noch nicht schoen finde. Allerdings finde ich inzwischen, er passt zu mir. Ich bin nicht besonders weiblich und auch keine von den naturhuebschen Frauchen. Ich sehe einfach nicht aus wie eine Sophia oder Jana ^^
    Insofern passt das.

    Was aber wirklich nervt, vor allem wenn man, wie ich, sowohl privat als auch beruflich mit vielen nicht-deutsch-Muttersprachlern zu tun hat: Es ist ein Umlaut drin und ich habe bisher noch keine Nationalitaet kennengelernt, die den Namen unfallfrei aussprechen kann. Kann zwar manchmal lustig sein, aber insgesamt finde ich es doof. Deswegen habe ich beim Kind darauf geachtet, dass es etwas international aussprechbares ist 🙂

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    1. Auch gut, dass du sozusagen aus diesem „Fehler“ gelernt hast. ^^ Wahrscheinlich hat man da damals einfach nicht dran gedacht.
      Ich bin aber sehr froh, dass ich damit Glück hatte.

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      1. Naja, da muss ich meine Eltern mal kurz in Schutz nehmen – das war wohl weniger ein Fehler oder nicht bedacht, als vielmehr die Tatsache, dass 1976 inner DDR so viel Internationalitaet beim besten Willen noch nicht vorauszusehen war 🙂

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  6. Namen sind Dramen. 🙂 ich kann mir auch keine merken. Besonders ist schlimm Sites aber bei Namen, die ganz ähnlich klingen, sich aber nur Under Schreibweise unterscheiden. Wie Kristine und Kerstin. Oder so. Oder Lynn und Line
    Ich kenne viele, die nach einem Auslandssemester dann die Kinder in der jeweiligen Sprache genannt haben.

    Am schönsten finde ich lange mehrsilbige Namen, wie Katharina, Carina oder so.
    Dein Name gefällt mir auch. Meine Cousin heißt auch so, aber die Trulla beim Standesamt hat das E am Ende vergessen ._. Uncool!

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    1. Ohje, dann heißt sie Nicol? Ganz übel.
      Habe aber schon schlimmere Schreibweisen gesehen. Mich schrieb einst ein Junge an, da waren wir noch ganz jung. Er schrieb meinen Namen „Nickoll“ – ich konnte seinen Brief nicht weiter lesen. Das regte mich zu sehr auf. 😀 Wie grausam Kinder sein können.

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  7. Als Kind mochte ich meinen Namen nicht sonderlich. „Die Männliche“, na toll. Später lernte ich, daß es auch „die Tapfere“ heißt, schon besser. Mein Name ist meiner Mutter spontan im Kreißsaal eingefallen, erzählte sie mal. Kein Wunder, daß sie da auf einen Namen kam, der damals eher als Sammelbegriff hätte gelten können. Im Mathe-Leistungskurs saßen wir zu viert mit gleichem Namen – kann aber auch ganz praktisch sein. Kurze Zeit nach meiner Geburt kam der Name aus der Mode, so daß er mich jetzt auch noch ziemlich gut als „mittelalt“ kennzeichnet. Klasse!

    Als Kind hatte ich Freunde, die den Namen nicht aussprechen konnten und mich quer über den Spielplatz „Drea“ riefen. Fand ich dann auch nicht gut, genausowenig, wie ich mich später an Abkürzungen wie „Andi“ gewöhnen konnte. Und als dann meine Tante einen Italiener heiratete und meine italienischen Verwandten nicht glauben wollten, daß ich als Mädchen „Andrea“ heiße, hatte ich die Nase endgültig voll von dem Namen.

    Aber man wird erwachsen und gewöhnt sich halt dran. Ich schätze, die Jaquelines und Kevins dieser Welt sind heutzutage schlimmer dran, und immerhin habe ich nur einen Vornamen bekommen, worüber ich durchaus glücklich bin (meine Mutter hat ihren zweiten Namen gehaßt, vermutlich hat sie mir das deshalb erspart).

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    1. Oho, Andrea’s kenne ich auch ein, zwei. In meinem Alter.
      Hätte nicht gedacht, dass man da Probleme haben könnte. Aber ich fürchte, das hat jeder irgendwann mal. Ich jedenfalls finde deinen Namen schön. 🙂
      Und ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Namen manche Menschen haben. ^^ Auch ich habe „nur“ einen – und finde das völlig ausreichend.

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