Zyklisch

Ich glaube fest daran, dass das ganze Leben in Zyklen verläuft. In kleinen, in großen. Tage, Monate, Jahre, Leben.

Man könnte auch sagen „Alles kommt irgendwann wieder.“ Aber ganz richtig ist das auch nicht. Ähnlichkeiten gibt es schon, aber doch ist es jedes Mal anders; andere Zeiten, andere Umstände, andere Gefühle.

Diese Annahme findet sich in so vielem bestätigt. In gesellschaftlichen Phänomenen, im Zellaufbau, im weiblichen Monatszyklus. (Random Fact: Männer haben solche Hormonzyklen auch, nur nicht so ausgeprägt.)

Aktuell befinde ich mich in einer Phase des Wartens. Abwartens. Hoffens. Nichtwissens. Was kommt? Wohin gehe ich?

Ich hasse warten. Nichtwissen. Hässlich.

Gefühlsmäßig befinde ich mich in einem ganz grauenvollen Zyklus. Irgendwo zwischen „Hey, geht schon alles gut!“ und „Alles scheiße, hoffentlich geht die Welt bald unter!“ Ich glaube auch daran, dass sich Positives und Negatives ebenso abwechselt wie alles andere. Mal geht’s dir gut und mal eben nicht. Die Kunst besteht darin, das Gute nicht zu übersehen und dem Schlechten keine zu große Bedeutung beizumessen.

Leider versteckt sich das Gute ganz gern und das Schlechte ist überpräsent. Ich versuche aber immer, etwas Gutes zu sehen, wenn alles schwarz erscheint. Nur manchmal ist das schwerer als sonst.

Die äußeren Einflüsse sind nicht hilfreich. Eigentlich habe ich gelernt, aufrecht zu bleiben, nach vorn zu sehen, nicht aufzugeben, mich festzubeißen, zu kämpfen. Aber was da gerade abgeht…

Das erste ist eigentlich nur ärgerlich. Ich bin krank, musste mein Vorstellungsgespräch verschieben. Ich habe zum Glück einen neuen Termin bekommen, das ist positiv und freut mich. Aber es ist eben auch ärgerlich, wegen sowas wie Krankheit ein Risiko eingehen zu MÜSSEN. Naja. Was solls. Ging ja nochmal gut.

Das andere ist die Resonanz auf meine Situation. Im Prinzip ist sie gut; ich kriege viel Hilfe von außen, habe Stützen. Ein paar Sprüche waren mies und haben mich verletzt, aber damit muss man wohl rechnen, das kann ich ignorieren.

Was ich nicht ignorieren kann ist, wenn eine überaus wichtige Person unendlich verletzende Dinge sagt. Nun kann man ja vieles ausblenden und wegstecken. Aber ich glaube, nur die eigene Mutter hat die Macht, einen ganz tief und unausweichlich zu treffen. So, dass es alles erschüttert. Und gerade in ohnehin wackeligen Zeiten kann das jedes rettende Netz, jede noch so haltgebende Stütze zerschmettern.

Ich verstehe nicht, warum es so ist. Ich verstehe nicht, warum sie das tut. Eigentlich falsch. Ich weiß, warum sie das tut. Ich kann nur nicht fassen, DASS sie es tut.

So oder so ziehe ich die Reißleine und ziehe mich zurück. Ich kann so nicht weiter. Ich krieche in meinen Kokon und schütze mich selbst. Nicht die beste Methode. Aber die einzige, die mir jetzt gut tut.

Zyklen. Wiederholungen. Zu anderen Zeiten und anderen Gefühlen. Diesmal werde ich nicht lange in meinem Kokon bleiben und bewegungsunfähig werden.

Andere Zeiten, andere Umstände. Anderes Ende.

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

8 Kommentare zu „Zyklisch“

  1. oh je komm her *knuffel-drück* 🙂 so Zeiten hab ich auch gehabt, und komplett meine ganzen Freunde verloren, wobei…..das waren dann eben keine Freunde. Und wenn du da gerade von einer „Freundin“ so derbe Sprüche abkriegst, dann überdenke lieber, ob es nicht besser wäre dich von ihr zu distanzieren. Rückzug ist nicht gut, damit gibst du ihr dann Recht. Sie soll das doch mal alles erst besser machen. Kein Mensch ist wie der andere. Zyklen gibt es, aber man hat viel Einfluss drauf *anti-rückzugs-zyklus-pille-geb* sooo 🙂 und nun. Hasenöhrchen hoch und wegen Kranheit was verschieben ist nicht so schlimm, wie was übles *hatschi-hust* weiterreichen.

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    1. Danke.
      Ich habe aber wirklich über meine Mutter geschrieben. Sowas trifft mich hart. Von ihr.
      Die Phase mit Freunde verlieren etc hab ich ja schon durch. Es sind eigentlich wirklich nur noch die besten da. Aber die sind wirklich klasse!

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  2. Da meint man doch eigentlich, dass Mütter einen doch eher aufbauen müssten , statt „runterzumachen“… wirklich unverständlich und unfassbar, dass es so sein kann.

    Bitte versinke nicht in Deinem Kokon, nickel. Du hast schon so vieles durchgestanden in Deinem Leben und so vieles geschafft. Du bist stark, verdammt! Rede Dir nichts anderes ein und LASS Dir nicht anderes einreden. Ok, ruh Dich meinetwegen zwischendurch aus, halte Dich an irgendwas fest…aber steh bitte wieder auf und geh weiter! Nur so wirst Du an Deinen Zielen ankommen. Du schaffst es!

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    1. Danke liebe Ayse.
      Ich halte durch, keine Frage. Aber ein bisschen Rückzug muss gerade sein. Vor allem von negativen Einflüssen. Die kann ich einfach gerade nicht schultern, also verbanne ich sie. Ich bin doich gerade so empfindlich.
      Und von meiner Mutter hätte ich mir wirklich Rückhalt gewünscht. :/

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  3. Muetter sollten so was echt nicht tun. Ich hatte echt Glueck mit meinen Eltern, staune aber immer wieder, wie die Eltern anderer so drauf sind.

    Aber immerhin hast Du vor Augen, dass es wieder besser wird, das ist schonmal die halbe Miete. Alles Gute, und dass es schon bald aufwaerts geht!

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    1. Dankesehr!
      Naja, sonst ist sie nicht so. Sie hat derzeit selber viele Probleme und ist frustriert. Ich finde aber trotzdem, dass sie das nicht an mir auslassen kann…

      Danke für die Wünsche, ich bleibe dran! 😉

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  4. ALDA! wenn sie grad ne schlechte Phase hast, kannst du doch nix dafür. Da würd ich mich trotzdem zurückziehen, vielleicht kommt sie ja selbst drauf, wenn du dich mal für länger nicht meldest! Derweil…… *knuffel-ankuschel* is grad so kalt hier *bibber* und der Bettwärmer zu weit weg *soifz*

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