Von Selbstzerstörung und Selbstfindung

Bedeutungsschwere Überschrift, was?

Mindestens so bedeutend war das letzte Wochenende, das mir mehr bot, als ich jemals erwartet hätte.

In erster Linie wollte ich natürlich meinen besten Freund wiedersehen, den ich viel zu lang vermisste. Es war so toll, ihn endlich wieder um mich zu haben, mich ihm ganz nah zu fühlen und alte Zeiten wieder aufleben zu lassen, in denen wir uns fast täglich sahen und uns die Welt erschlossen.

Wir waren zusammen unterwegs und haben das dicke L an der Elster unsicher gemacht. Wir tanzten die ganze Nacht durch, als gäbe es nichts anderes und kamen erst nach Hause, als es schon wieder hell wurde. Es tat so gut! Tanzen, schwitzen, alles raus lassen. Aber das war nur die Spitze vom Eisberg.

Nun sind beste Freunde ja nicht nur zum Feiern gut, sondern auch, um einem eine andere Sicht auf seine Probleme zu bieten und offen vor Augen zu führen, was schief läuft. Genau das habe ich bekommen. Er gab mir eine Lektion, die so weh tat, dass sie mich noch eine Weile beschäftigen wird. Doch gerade daher hat sie mir unglaublich viel gebracht.

Ich hatte nicht nur eine gute Zeit. Ich habe mich selbst wiedergefunden. Mir wurden die Augen geöffnet. Es ist, als wäre ich eine lange Zeit gar nicht ich gewesen. Ich war mal hardcore, und jetzt? Ich habe mir so lange so viel gefallen lassen. Ich bin richtig blass geworden, grau und leise, während andere um mich herum neue Farben entdeckten und lautstark durch das Leben zogen.

Ich will nicht mehr allen gefallen. Ich werde mich nicht mehr verbiegen. Jetzt bin ICH dran. Das ist MEIN Leben, meine Zeit, mein Wille. Ich stelle meine eigenen Bedürfnisse nicht mehr hinter die der anderen. Ich will mich nicht mehr klein machen. Ich stelle niemanden mehr auf irgend welche Podeste. Niemand darf mehr auf mich herab schauen. Niemand darf mich mehr herumscheuchen, mir sagen was ich zu tun habe, wie ich auszusehen, zu reden, zu denken, was ich zu wollen habe.

Natürlich sind das große Worte und es wird viel Arbeit. Aber ich bin wieder da, ich bin wieder laut, bunt, wieder ich.

Den ersten Erfolg im Umdenken hatte ich heute direkt, als ich in meiner Post eine Absage fand. Statt wie sonst zu denken, dass die Welt furchtbar ungerecht sei und ich einfach nicht gut genug, sagte ich, wie dumm die sind, mich nicht einzuladen. Euer Pech! Euer Verlust!

Denn wisst ihr was? Ich bin gut! Ich bin genau richtig, so wie ich bin! Und ich habe es nicht nötig, mich krumm zu machen, um in euer scheiß Schema zu passen. Für mich gibt es kein Schema und keine Schablone! Beschränkt euch nur weiter selbst, ich bin raus aus dieser Tristesse, der stumpfen Selbstbeschränkung der Fremderwartungserfüllung wegen.

Ich werde da hinkommen, wo ich sein will.

Auch ohne euch.*


 

*Wobei ich nicht EUCH meine, meine lieben Mitbrüller, sondern die, die mich nicht wollen oder nur so, wie es ihnen passt.

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

6 Kommentare zu „Von Selbstzerstörung und Selbstfindung“

      1. Das ist genau der Punkt um den es immer und bei jedem geht:
        Selbstachtung.
        Wieso nur geht genau diese wichtigste Lektion im Leben so oft schief? Was ist bei unserer Erziehung der Haken?

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      2. Vielleicht ist das etwas, das einem keiner so richtig beibringen kann, sondern was man selber lernen muss.
        Bedenke doch mal alles, was so im Leben passiert. Wie schnell kann man sich selbst vergessen? Wie schnell kann einem jemand anderes einreden, man sei nichts besonderes? Du hast Soulstrip gelesen und weißt noch ein paar weitere Dinge. Wie leicht war es auf diesem Weg, meine Selbstachtung zu verlieren?

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  1. DAS ist die richtige Einstellung, find ich klasse, dass du „umparkst“ im Kopf.
    Freunde können einen echt mal gut wachrütteln.
    Ich hoffe für Dich, dass Du so stark bleibst.

    Ganz liebe Grrüße
    Ayse

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    1. Vielen Dank!
      Ich glaube, DAS kann nur mein bester Freund so hinkriegen. Alle anderen sind zu vermeidend. Er ist knallhart und direkt. Dafür lieb ich ihn eben auch.

      Liebe Grüße von einer umdenkenden Nickel
      :-*

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