Elf auf einen Streich

Stellt euch das Schlimmste vor, was euch in einem Parkhaus passieren kann: richtig, eine alte Frau am Steuer…

In Erfurt schaffte es eine 86-Jährige, gleich elf (ELF!!!) Autos auf einmal zu demolieren. Der Bericht in der Thüringer Allgemeine liest sich wie eine Szene aus Little Britain.

Die Frau wollte ausparken, gab aber zu viel Gas im Rückwärtsgang und zerstörte die beiden hinter ihr stehenden Wagen. Sie erschrak sich und legte den Vorwärtsgang ein, um die beiden Autos vor ihr zu schrotten.

Dann erschrak sie sich wieder (jaja, sehr schreckhaft die Frau) und fuhr rückwärts gegen einen Betonpfeiler und Auto Nummer fünf. Immerhin war sie dann erst einmal aus der Parklücke raus. Muss man ja auch erst einmal schaffen; ausparken ist ja nicht für jeden was, nech.

Sie musste das Gaspedal voll durchgedrückt haben, anders kann man nicht erklären, warum sie erst gegen eine Wand und dann gegen ein sechstes Auto gefahren ist – und das so schnell, dass sie mit Auto Nummer sechs vor sich auf Auto Nummer 7 dahinter auffuhr. Vielleicht gab es aber nach 2 Auto-Zusammenschieb-Aktionen eine vierte gratis oder so.

Jedenfalls gab sie noch nicht auf, sondern zerkratzte einige weitere Autos.  Elf wurden es insgesamt. Ganze 60.000€ kamen dabei zusammen.

Dazu kommt noch ihr eigener Wagen, macht 12, damit ist das Duzend voll. Ob wohl auch gilt: „Im Dutzend billiger“?


Jetzt mal Spaß beiseite: Wie wäre es mal mit einem Führerscheintauglichkeitstest ab 65 oder 70? Die Frau hätte da auch locker Menschen killen können. So jemand gehört einfach nicht hinters Steuer. Wie oft ich selbst schon beinahe von eben jenen umgefahren wurde… Und dann bedenke man ja noch Geschichten wie Scar Tissue.

Tut mir ja schon leid für die Frau, dass ihr nicht mal jemand sagt, dass sie nicht mehr fahren soll. (Manche können das ja einfach nicht einschätzen und sind theoretisch ja schon deshalb eine Gefährdung.) Aber da stehen jetzt 11 Leute vor ihren zerstörten Wagen und haben ne Menge Ärger am Arsch. Und Kosten ja auch, denn selbst wenn die Versicherung bezahlt, hat man trotzdem immer noch Restkosten zu tragen. Und für den einen oder die andere kann das wiederum ein finanzielles und persönliches Drama bedeuten.

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

10 Kommentare zu „Elf auf einen Streich“

  1. Warum denn erst mit 65? Ich bin allgemein für eine generelle Auffrischung , wenngleich ich bei älteren Personen stärkere Regeln treffen würde, denn zum Glück passierte all das nur im Parkhaus und niemand wurde dabei verletzt. So wie es sich liest, hätte die Frau bei der Aktion ja auch jemanden überfahren können…
    Sowohl die erste Hilfe, als auch die tatsächliche Fahrtauglichkeit sollte regelmäßig überprüft werden, denn eine Einschränkung durch eine schleichende Erblindung bemerkt man selbst nicht unbedingt usw.

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    1. Nagut, da hast du allerdings Recht. So wie bei LKW-Fahrern ja auch der regelmäßige Check nötig ist.
      Und ja, erste Hilfe sollte öfter aufgefrischt werden. Die, die von sich aus zur Auffrischung gehen, kommen meistens, weil sie im Ernstfall absolut keine Ahnung mehr hatten, was sie machen sollen.

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      1. Ja, wobei das ja den meisten Autofahrern so geht, also das fehlende Wissen der ersten Hilfe, sehe ich ja an mir. Ich glaube, ich suche mir gleich mal im Netz ne Möglichkeit raus, wo ich mal wieder ne Übung machen kann, auch wenn ich nur radle.

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  2. Ich habe keinen Führerschein, aber als Ersthelfer in der Firma bekomme ich alle zwei Jahre kostenlos einen Auffrischungskurs, und das während der Arbeitszeit. Zum Glück mußte ich es nie wirklich anwenden.

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    1. Ja stimmt, da hat man es dann echt gut.
      Aber ich finde, auch privat kann man ja sowas eigentlich immermal auffrischen. Kostet nicht die Welt, kann aber Leben retten. Könnte ich eigentlich auch mal wieder machen…

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  3. Ich glaube, dass nur die Jungen Menschen diesen Späten Führerscheintest fordern. Wenn das Alter Näher rückt, dann rückt dieser Ansicht weiter. Auch du wirst irgendwann ü60 sein. Willst du dann auch unter Generalversacht sein?

    Generell würde ich auch so einen Test befürworten. Aber das bleibt wohl beim Wunsch. In Deutschland gibt es noch nicht mal ein Tempolimit auf Autobahnen.

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    1. Ich finde, das ist dann aber auch eine Egosache.
      Es sollte generell immermal Tauglichkeitstests geben. Unabhängig vom Alter. Es merkt ja z.B. auch nicht jeder, dass er schleichend erblindet oder langsam schwerhörig wird. Das kann einem immer passieren. Im Alter ist es dann eben wahrscheinlicher bzw häufiger.
      Aber alle paar Jahre so ein Test würde keinen umbringen. Im Gegenteil: es vermindert das Risiko eben solcher oben beschriebenen Katastrophen.

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