Bewerbertypen I: Das Bewerbungsschreiben

Durch meine Arbeit im Praktikumsbetrieb habe ich täglichen Kontakt zu Bewerbern. Dabei sind mir mal ein paar Typen besonders aufgefallen, die ich gerne präsentieren möchte. Teil 1: Bewerbungen per Post oder Email.

1. Die Ordentlichen

Wie der Name schon sagt schicken diese Kandidaten ordentliche Bewerbungen, das heißt, dass alle wichtigen Unterlagen dabei sind, alles sauber geschrieben und geheftet wurde und auch der Lebenslauf keine Lücken aufweist. Meist sind das „langweilige“ Standardbewerbungen, was aber absolut in Ordnung ist, sofern es sich nicht um einen sehr kreativen Job handelt. Sofern die Qualifikationen halbwegs stimmen und im Anschreiben kein totaler Bullshit steht, gibt es keinen Grund, solche Bewerber nicht zu einem Gespräch einzuladen.

 

2. Die Kreativen

Sie werfen die Standardbewerbung über Bord und sind sehr individuell. Manche sind zu individuell und man hat es als Personaler schwer, sich durchzuarbeiten. Aber hey, solche Bewerbungen -sofern selten- sind eine schöne Abwechslung. Blöd wird es nur, wenn man den geforderten Anlagen hinterhertelefonieren muss, aber das geht für alle anderen Typen auch. Genauso blöd sind übrigens bei Bewerbung per Mail extrem große Dateien. Das ist nicht schön, verstopft das Mailpostfach und braucht je nach System auch recht lange zu laden. Gilt auch für alle Typen, kommt aber bei den Kreativen am häufigsten vor, da sie gerne das eine oder andere Gimmick einbauen. Faustregel: nicht mehr als 5MB. Danke.

 

3. Die Schlampigen

Oh wie ich sie hasse. Die Anschreiben sind schon das erste Indiz für einen schlampigen Bewerber: da werden sich nichtssagende Vorlagen aus dem Netz gezogen und trotzdem schafft man es, da noch Rechtschreibfehler einzubauen. Was zum Henker? Übrigens: auch eine Lese-Rechtschreibschwäche ist bei aller Liebe und Akzeptanz keine Entschuldigung. Gerade wenn man weiß, dass man damit Probleme hat, sucht man sich für ein solches Anschreiben Hilfe. Schließlich verkauft man sich hier, man zeigt sich von seiner besten Seite. Und wenn schon die aus Buchstabendrehern, schlechtem Ausdruck und fehlerhafter Grammatik besteht, dann will man vom Rest eigentlich lieber erst gar nix wissen…

Auch haben die Schlampigen gern große unerklärte Lücken im Lebenslauf. Ja Mensch, wenn da zwischen 1994 und 2003 nix steht, dann ist das schon ganz schön merkwürdig! Oder wenn man öfter einmal für kurze Zeiträume arbeitslos war, dann schreibt man das wenigstens drunter. Eine kurze Notiz genügt. „Während der nicht genannten Zeiträume arbeitssuchend“ oder sowas. Ist doch nicht schlimm, geht gar vielen so. Ich hatte bisher noch keinen Lebenslauf vor mir, bei dem das nicht so war.

Ich hatte eine Bewerbung vor mir, die sich in mein Hirn einbrannte. Als ich sie öffnete, hätte ich am liebsten drauf gekotzt. Und das ist nicht übertrieben. Sie stank so dermaßen nach kaltem Zigarettenrauch, dass sich mein Magen umzudrehen drohte. Ich konnte nicht anders als sie wegzuwerfen und meine Hände sehr gründlich zu waschen und zu desinfizieren. Bäh!

 

 

Das waren ganz grob die drei wichtigsten Bewerbungstypen im Schreiben. Im zweiten Teil geht es um Bewerber im Gespräch. Den einen oder anderen Typen davon kann man auch hier anwenden, aber ich will euch ja nicht langweilen, indem ich mich wiederhole.

 

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

3 Kommentare zu „Bewerbertypen I: Das Bewerbungsschreiben“

  1. Den Punkt „Rechtschreibung“ halte ich auch für wichtig. Ich kenne allerdings Leute, die das zumindest bei manchen Berufen für zweitrangig halten. „Ein Tischler muß nicht unbedingt richtig schreiben können.“ Mag ja sein, und wer sich in einem sehr kleinen Handwerksbetrieb bewirbt, wo die Bewerbung direkt beim Chef landet, der selbst Tischler ist, kommt vielleicht auch mit einer vor Fehlern nur so strotzenden Bewerbung in die engere Auswahl. Vielleicht.

    Wer sich aber in einer größeren Firma bewirbt, in der die Bewerbung erstmal an die „Personaler“ geht, die eine Vorauswahl treffen, hat damit schlechte Karten. Die haken erstmal die Nachweise für die geforderten bzw. „erwünschten“ Qualifikationen ab und gehen ansonsten nach dem ersten Eindruck. Und da sind Rechtschreibung, Grammatik und „Sauberkeit“ durchaus wichtig.

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    1. Genau so ist es!
      Und wenn man Pech hat, sitzt an der Stelle des Chefs oder Personalers ein Rechtschreibfetischist (um nicht Grammar Nazi zu sagen. ^^) Dann hat man unter Umständen gleich verloren. Ist die Anzahl der Bewerber auf eine Stelle groß, kann einen sowas ebenfalls schon in der ersten Runde das Genick brechen.

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