Happy Birthday, Nelson Mandela!

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Am heutigen Tage, dem 18.7., ist Nelson Mandelas Geburtstag. Es wäre nun schon der 96. gewesen.

Als Mr. Mandela im Dezember letzten Jahres starb, war ich unendlich traurig. Er war einer der einflussreichsten, fähigsten und vertrauenswürdigsten Freiheitskämpfer. Sein Leben widmete er der Bekämpfung von Hass, Rassismus, Ungerechtigkeit, Unterdrückung. Nicht nur für mich war er ein Vorbild, sondern auch für viele Politiker, die sich durch einen gewissen Gerechtigkeitssinn auszeichnen.

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Im Jahr 1918 wurde er als Kind eines königlichen Hofhalters und Berater geboren. Sein Vater verlor durch einen Streit sein Amt und auch seinen Besitz, was seine Mutter dazu zwang, mit ihm in ein anderes Dorf einige Täler weiter zu ziehen. Als Sohn der Xhosa lernte Mandela schon früh „Sitte, Ritual und Tabu“, arbeitete bereits als Kind auf der Weide, lernte fischen und kämpfen. Im neuen Dorf der Qunu wurde seine Mutter Christin, erzog ihn aber weiterhin als Xhosa. Um ihm eine Schulbildung zu ermöglichen, wurde Mandela allerdings methodistisch getauft.mandela3

Sein Vater starb, als er neun Jahre alt war. Daher wurde er vom Stammesoberhaupt adoptiert (das ist so üblich) und zum Wahlbezirksführer ernannt. Schon bald lernte er dilpomatische Kniffe und geschickte Debattiertricks anzuwenden. Er schaffte es, seine „Gegner zu bezwingen, ohne sie zu entehren“. Außerdem beherrschte er die Methode der einvernehmlichen Beschlussfassung. „In den Stammesversammlungen – unter Leitung seines Adoptivvaters – konnte jeder Mann, ob arm oder reich, seine Anliegen, darunter Kritik am Regenten, freimütig vortragen. Der Anführer hörte zunächst kommentarlos zu und bemühte sich anschließend um eine Konsensfindung“ (Wikipedia)

 

Mit 19 ging Mandela in die 250km entfernte und britisch geprägte Missionsschule, wo er erstmals einen Freund hatte, der kein Xhosa war. Er erlangte ein Bewusstsein als Afrikaner, unabhängig von Stammesgrenzen.mandela4

Als er 21 Jahre alt war, ging er an das University College in Fort Hare, das er jedoch recht bald wieder verlies, um einer Zwangsheirat zu entgehen.

Mandela kam nach Johannesburg und lernte als Wachmann in einer Goldmine das Gesicht des Kapitalismus kennen. Nach seiner Entlassung kam er in eine Anwaltskanzlei und begann eine Ausbildung. Dort lernte er den jüdischen Kommunisten Nat Bregman kennen, zu dem er seine erste freundschaftliche Beziehung zu einem Weißen entwickelte. Er machte in einem Fernstudium seinen Bachelor of Arts, musste zur Graduierung nach Fort Hare zurückkehren. Hiernach begann er ein Jura-Studium an der Wits, das er jedoch erst viele Jahre später, nämlich 1989, abschließen konnte, da er aufgrund seiner politischen Karriere oftmals die Abschlussprüfung nicht bestand.

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All das machte ihn schließlich zu dem Freiheitskämpfer, den wir kennen. Er kämpfte gegen die Apartheid, führte Widerstände an, weckte die Menschen auf. Dafür musste er 27 Jahre in politischer Gefangenschaft verbringen. Erst, als die Apartheid abgeschafft wurde, konnte auch Mandela wieder als freier Mann leben. Er wirkte an einer neuen Verfassung mit, wofür er mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde.

Als späterer Präsident Südafrikas führte er eine Politik der Versöhnung und des gegenseitigen Respekts. Auch nach seiner Amtszeit engagierte er sich weiter für Frieden, schuf die Nelson-Mandela-Stiftung, organisierte eine Aidshilfe in Südafrika und schuf ein Stipendienprogramm für schwarze Studenten, er sammelte Geld für seine Kinderstiftung und bereiste die Welt, um als politischer Berater seine Ideen der Gerechtigkeit weiterzutragen.

Später gründete er The Elders, also „die Ältesten“, einer Gruppe von angesehenen Alten aus verschiedenen Kontinenten und wurde dort Ehrenmitglied.

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Als Mandela letzten Dezember starb, ging mit ihm ein wichtiger Friedensbewahrer und Berater. Ich denke, er konnte auch in seinen späten Reisen als beratende Instanz doch einiges bewegen und diejenigen, die er beriet, beeinflussen. Seine Idee ist nicht gestorben, sondern lebt weiter und somit auch Nelson Mandela selbst. Doch ich fürchte, es ist nun schwieriger geworden. Schwieriger für die Freiheit. Schwieriger für die Gerechtigkeit. Darum lasst uns nicht zusehen, wie die Welt in ihre alten Muster zurückfällt und Mandelas Politik allmählich vergisst. Lasst sie uns am Leben halten, indem wir aktiv bleiben, uns beteiligen und empören. Lasst uns Mandelas Geist am Leben erhalten.

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Die Bilder in diesem Artikel stammen aus dem heutigen Google Doodle zu Ehren Mandelas.

2 Kommentare zu „Happy Birthday, Nelson Mandela!

  1. Ach, der Gute… möge er in Frieden ruh’n.

    Ich habe seine Biographie so gerne gelesen und war danach noch mehr beeindruckt von ihm. So eine wichtige und faszinierende Persönlichkeit…wie gut, dass es ihn gab. Und wie schade, dass er nicht mehr lebt.

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    1. Seine Biographie nehme ich mir auch noch vor.
      Es ist wirklich schade, dass er nicht mehr lebt. Im Prinzip hätte er gut und gerne 200 Jahre alt werden können. Aber 95 war wohl auch ok. Ich hoffe, sein Geist bleibt noch lange erhalten.

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