Nummero uno

Die erste Woche ist geschafft.

Ich hatte ja erzählt, dass ich erst einmal mit Berufsschule anfange und dafür relativ weit fahren muss, weswegen ich in einer Pension untergebracht bin. Auch, dass ich Sonntag schon abreise.

Tja, in der Pension war ich genau eine Nacht. Es lag nicht daran, dass sie mir nicht gefallen hätte. Im Gegenteil; dort war es gemütlich und schön eingerichtet. Seht selbst:

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Zuckersüß, oder?

Auch die anderen Azubis waren sehr nett. Ich konnte mich mit ihnen schon am ersten Abend gut unterhalten.

Die Schulstadt selbst ist nicht schön, auch wenn sie schöne Ecken hat. Es ist sehr viel zerfallen, weil das Geld an allen Stellen fehlt. Dementsprechend gibt es viele desorientierte Menschen, die unzufrieden sind und dann Merkmale aufweisen, die man als assig bezeichnen könnte. Und von diesen assigen Menschen gibt es in einer kaputten Stadt einfach viele.

Aber auch daran lag es nicht.

Nein, es ist einfach sehr unangenehm für mich, irgendwo in der Fremde zu schlafen, ganz allein und ohne Plan von allem. Ich habe mich schlicht und ergreifend unwohl gefühlt, wollte heim. Es ist mir schon irgendwie peinlich, denn ich bin keine 12 mehr und nicht zum ersten Mal von zu Hause fort.

Aber ich brauche einfach ein stabiles Umfeld, an dem ich mich orientieren und halten kann. Gerade in einem gänzlich neuen Lebensabschnitt. Ich will nicht sagen, dass ich depressiv wurde. Aber gut ging es mir halt nicht.

Und ja, zugegeben, der Brüllmann hat mir schrecklich gefehlt.

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Mein Morgentee ahnte es schon!

 

So, genug Gefühlsduselei. Klingt schlimmer als es alles ist.

Ich entschloss mich also zu pendeln. Keine leichte Entscheidung, denn nun musste ich mit 2 Stunden Hinfahrt und 1,5 Stunden Rückfahrt plus 1 Stunde Aufenthalt in Schulstadt wegen beschissener Zugverbindung leben. Doch da wir nur 8 Unterrichtsstunden haben und Freitag sogar nur 6, ist das durchaus machbar. Ich bin zwar 13 Stunden am Tag unterwegs, aber das war es mir wert. Vermutlich werde ich das aber spätestens im Winter anders handhaben und zurück zur Pension kehren…

Früh unterwegs zu sein hat ja auch seinen ganz eigenen Reiz, auch wenn um diese Uhrzeit selbst die räudigen Bahnhofstauben noch durchhängen.

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Der Unterricht war an sich nicht sehr spannend, aber das war ja auch erst die erste Woche. Die meiste Zeit verbrachten wir mit Vorstellungsrunden, was mir persönlich sehr half; die anderen kennen sich aber schon alle.

Wenn es allerdings in dem Tempo weitergeht wie jetzt, werde ich bis zur Zwischenprüfung (nächsten Februar!) und zur Abschlussprüfung (Mai 2016) noch viel im Selbststudium erarbeiten müssen. Sollte aber für mich kein Problem werden.

Zu meiner Freude wurden Fächer wie Deutsch, Mathe, Sport und Englisch herausgestrichen, um die verkürzte Dauer der Ausbildung auszugleichen.

Ich bin jedenfalls zuversichtlich, fühle mich in der Klasse wohl und mit meinem Arbeitgeber bisher auch. Montag habe ich meinen ersten praktischen Arbeitstag. Ich freue mich shcon drauf, bin ein wenig aufgeregt und sehr neugierig und gespannt.

 

Wie war eure Woche?

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

4 Kommentare zu „Nummero uno“

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