19. Türchen

 

Kokosmakronen:

Zutaten für 20 Portionen

4                      Eier, davon das Eiweiß

250 g              Vanillezucker

250 g              Kokosraspel

Omas Butterplätzchen:

250 g              weiche Butter

250 g              Zucker

2                      Eier

500 g              Mehl

½ Pck.           Backpulver

etwas              Puderzucker für die Glasur

etwas              Zitronensaft für die Glasur

Engelsaugen:

Zutaten für 40 Portionen:

240 g              Mehl

150 g              Butter

2                     Eier, davon das Eigelb

70 g                Puderzucker

2 TL               Vanillezucker

1                      Zitrone, abgeriebene Schale, unbehandelt (oder Citroback 1 x)

1 Prise           Salz

                       Konfitüre (Himbeer- und/oder Johannisbeerkonfitüre)

                       Puderzucker, zum Bestäuben

Weihnachtszeit. Und was ist weihnachtlicher als gemeinsames Backen mit den Kindern?
(Die richtige Antwort auf diese rhetorische Frage lautet natürlich: Nichts!)
Und weil gerade Wochenende ist und man mal den ganzen Nachmittag frei hat, kann man sich ja mal so richtig in der Küche austoben.

Fangen wir also mit Omas Butterplätzchen an, weil die dann noch in den Kühlschrank müssen.
Als erstes brauchen wir weiche Butter. Wir stellen fest, dass diese noch im Kühlschrank liegt und momentan alles andere als weich ist. Also ab in die Mikrowelle und hoffen, dass 30 Sekunden okay sind.
In der Zwischenzeit suchen wir die Waage und versuchen den Zucker abzuwiegen. Was gar nicht so einfach ist, weil Kind 2 den selber reinschütten will. Also lassen wir Kind 2 den Zucker reinschütten und löffeln dann einfach die halbe Schüssel wieder zurück in die Tupperdose.
Dann brauchen wir noch zwei Eier.

Nach fünfminütigem Geschrei wird im demokratischen Alleingang von Kind 2 entschlossen, dass es „allein“ die Eier aufschlägt. Woraufhin man dann erstmals den Fußboden mit Küchenrolle aufwischt und anschließend 10 Minuten lang alle Eierschalen aus der Schüssel fischt.
Danach wird die Butter begutachtet, die mittlerweile von innen schwimmt, und von außen noch hart ist. Also nochmal 20 Sekunden rein.
In der Zwischenzeit kann man sich schon mal auf die Suche nach Rührgerät und Knethaken begeben. Was gar nicht so einfach ist, da die Schwiegermutter beim letzten Besuch die Küche aufgeräumt hat und sich die Knethaken nun beim Korkenzieher und Flaschenöffner befinden.
Nun gut.

Die Butter hat sich in der Zwischenzeit komplett aufgelöst, weshalb uns nur zu hoffen bleibt, dass unser Endergebnis nicht allzu sehr verfälscht wird. Wir lassen die Butter also mit in die Schüssel fließen und mixen das Ganze erstmal mit dem Rührgerät. Im Selbstversuch von Kind 2 fliegen die ersten Teigreste durch die Küche, die von Kind 1 auch bald interessiert begutachtet und verkostet werden (mit Haut UND Haaren).
Als nächstes füllen wir das Mehl (aus guten Gründen) in ein separates Behältnis. Abermals dürfen wir die Hälfte des Mehles zurück in die Tupperdose löffeln, nur mit dem Unterschied, dass die ganze Küche plötzlich von einer wunderbar weißen Staubschicht überzogen ist („Schnee!!“).
Dann kommt noch das Backpulver dazu.
Langsam bis (mittel-)schnell kippen wir das Mehl zu den übrigen Zutaten, was eine weitere Mehllawine zur Folge hat (noch mehr „Schnee!!“).
Alles gut verrühren (noch mehr fliegender Teig) und am Ende braucht es gute Nerven und einen starken Oberarm.
Wenn alles einigermaßen gut aussieht, kommt die Schüssel in den Kühlschrank.
Durchatmen.

Next one: Engelsaugen.

Man verfahre mit der Butter ebenso wie in Rezept 1. Dann schmeißen wir, bis auf die Marmelade, alle Sachen zusammen, um hinterher festzustellen, dass wir vergessen haben die Eier zu trennen. Egal. Während die Mehlschicht jetzt noch zusätzlich von einer Schicht Puderzucker begleitet wird, rühren wir den Teig und stellen ihn anschließend in den Kühlschrank.
Wir heizen den Ofen vor auf 200 Grad.

Dann rollen wir Teig 1 aus, was sich als schwieriges Unterfangen herausstellt, denn: Der klebt wie Sau! Das wird auch erst nach Benutzung von ganz ganz viel Mehl besser. Dann stellen wir fest, dass die besorgte Schablone mit Weihnachtsmotiven von der Schwiegermutter absolut gar nix taugt, weil man sie nicht tief genug nach unten drücken kann und sich deshalb der Teig auch nicht anständig löst.
Also: Teig zusammenlegen und nochmal ausrollen.
Wir kramen also die althergebrachten Ausstecher raus und legen die ausgestochenen Teile auf das Backblech. Da Kind 2 nicht unbedingt platzsparend aussticht, brauchen wir ungefähr 3 Jahre und 899 Ausrollversuche, bis der Teig aufgebraucht ist. Zwischendurch schieben wir immer ein Blech in den Ofen für ca. 5-8 Minuten. Manchmal auch bis 15 Minuten. Diese Kekse müssen dann nicht mehr angepinselt werden (hat auch was für sich).

Jetzt geht’s nochmal zu Teig 2. Wir formen kleine (bis mittelgroße) Kugeln und machen mit dem Stiel eines Kochlöffels kleine Kuhlen hinein. Wir ärgern uns, dass wir keinen Spritzbeutel haben und versuchen die Marmelade irgendwie so hinein zu pampen. Wir packen unsere beiden Bleche bei 180 Grad Umluft in den Backofen und warten 10-15 Minuten. Und stellen dann fest, dass man bei Umluft wohl doch nicht zwei Bleche auf ein Mal backen kann.
Wir entsorgen Blech 1 und lassen Blech 2 noch für weitere 5 Minuten drin.
Dann bestäuben wir das Ganze mit Backpulver und wundern uns dann darüber, so etwas getan zu haben. Wir versuchen das Backpulver irgendwie wieder abzuschütteln, was uns aber nicht gelingt. Und auch beim Versuch einfach noch Puderzucker drüber zu streuen, nicht besser wird.

Anschließen ignorieren wir, dass wir eigentlich noch Kokosmakronen machen wollten.
Weil wir eigentlich schon längst keinen Bock mehr auf den ganzen Scheiß haben.
Aus eben diesen Gründen ignorieren wir auch, dass wir die Butterplätzchen noch mit einem Gemisch aus Zitronensaft und Puderzucker hätten glasieren sollen.

Dafür schnappen wir uns nun Kind 1, das mittlerweile 10 Mal freudestrahlend durch die pulverbeschichtete Küche gerobbt ist und dementsprechend aussieht, sowie Kind 2 zu einer Runde „Wir machen uns sauber und ziehen uns neue Sachen an“.
Dann reinigen wir notdürftig den Boden der Küche, schmeißen das dreckige Geschirr in eine Ecke des Raumes, parken die Kids vorm Fernseher und beschließen, dass wir doch heute bitte von niemandem mehr angesprochen werden möchten.

[Manchmal ist weniger auch einfach mehr. Also lasst es euch gut gehen und genießt die Weihnachtszeit! :-)]

mariamittwoch

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

6 Kommentare zu „19. Türchen“

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