[Rezension]: Einmal täglich – Pharmama

Pharmama ist vielen Bloglesenden ein Begriff und tägliche Anlaufstelle für über 4200 Email-Abonnenten. Seit mittlerweile 7 einhalb Jahren schreibt sie auf ihrem Blog (mit wenigen Ausnahmen) täglich über den Alltagswahnsinn und die Alltagsfreuden in der Apotheke, gibt Einblicke hinter die Kulissen, hält hin und wieder aber auch den Kunden vor dem Schalter den Spiegel vor – manchmal ernst, meistens jedoch mit Humor.

Humor beweist auch ihr zweites Buch „Einmal täglich.“ Durch ein gewonnenes Gewinnspiel auf Pharmamas Seite kam ich in den Genuss der Lektüre und möchte euch nun gern daran teilhaben lassen.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck ist entscheidend, sagt man. Und es ist wahr: wir entscheiden uns innerhalb weniger Sekunden, ob wir jemanden oder etwas gut finden oder nicht. „Einmal täglich“ machte bei mir einen guten ersten Eindruck. Das erste, was mir positiv auffiel, war das Format. Mit 23,5cm ist es so hoch wie die meisten Taschenbücher, doch mit 19cm ein Stück breiter als im „normalen“ Verhältnis, was für ein Buch mit diesem Inhalt einfach ideal ist! Denn wie schon in der Beschreibung zu lesen gibt es im Buch viele Zeichnungen, die dank der leichten „Überbreite“ ausreichend Platz bekommen und nicht zwischen die Seitenränder gequetscht werden.
Die Farbgebung des Covers finde ich gut gelungen. Schwarz, Weiß, Grün, Rot und Grau sind harmonisch angeordnet und sogar nach Auffälligkeitsregel angewandt (das auffällige/einnehmende Rot ist sehr sparsam eingesetzt, während das dezente Grau die Hauptfarbe bildet), was mir als Ästhet sehr angenehm ist.
Den Umschlag in Hochglanz zu halten empfinde ich als passend und stimmig – Hochglanz hat etwas von „sauber“ und „ordentlich“, was doch in die Assoziation mit der Apotheke passt.

Erstes Lesen

Beim ersten Lesen ist für mich wichtig, ob man sich gut ins Buch einfinden kann, wie es sich liest, ob sich das Lesen gut anfühlt oder ob man jedes dritte Wort nachschlagen muss, weil der Autor sich mit Fremdwörtern profilieren wollte.
Pharmama beweist, dass man etwas gut erklären kann, ohne auf die Fachwortpauke zu hauen. Ich kam sehr gut rein, befand mich gedanklich an Pharmamas Seite und schaute ihr über die Schulter, als sie im ersten Kapitel auf die Kunden einging.
Zugegeben – ich musste mich erst an den Aufbau gewöhnen, was schlicht daran liegt, dass ich kein Comicleser bin. Doch das „was zuerst?“ ist nach spätestens vier Seiten keine Frage mehr. Denn wie sie schon auf Seite 2 schreibt, macht Pharmama sich zunutze, dass der Leser erfahrungsgemäß erst den Comic ansieht und dann den Text liest. Und ja, das stimmt tatsächlich. Man wandert automatisch erst zum Bild und dann zum dazugehörigen Text. Probiert es aus. 😉

Der Inhalt

Wie gesagt gibt es im Buch viele Zeichnungen. Sehr viele sogar, denn fast auf jeder Seite ist eine zu finden und darunter beziehungsweise auf der Seite daneben der dazugehörige Text. Dadurch hat man so gesehen schon ein Beispiel, noch bevor etwas erklärt wird, was das Verständnis sehr steigert. Tatsächlich braucht man für die Lektüre keine Vorkenntnisse und wird auch als absoluter Neuling an die Hand genommen und durch allerhand Wissen begleitet. Fremdwörter, die später im Text auftauchen, werden vorher stets kurz und knapp aber einleuchtend erklärt, sodass niemand befürchten muss etwas nicht zu verstehen.
Und ja, es stimmt, was im Text auf dem Buchrücken steht: „So ganz nebenbei lernt man noch etwas über die richtige Anwendung der Medikamente.“ Übrigens auch z.B. über Selbstdispensation, Generika oder pflanzliche Heilmittel.

Die Kapitel sind grob gehalten. Das erste Kapitel widmet sich dem Apothekenalltag – und da es darüber viel zu berichten gibt, ist es mit 91 Seiten eben auch das umfangreichste. Die anderen Kapitel sind spezifischer: im zweiten Kapitel wird der Leser nach Afrika entführt und findet sich in einer Phantasieapotheke auf Safari wieder. Sechs weitere Kapitel amüsieren mit phantasievollen Themen wie Superhelden oder Märchen – und es gibt sogar ein Kapitel über Star Wars! Oder meint „Komm auf die dunklen Seiten“ vielleicht doch etwas anderes? 😉

Zum Schluss gibt es noch ein Bullshit-Bingo für die Apotheke und wer gut aufgepasst hat, kann das Rätsel auf der letzten Seite sicher gut lösen.

Fazit

Ich finde das Buch toll und kann jedem, der auch Pharmamas Blog gerne liest oder einfach an der Apothekenarbeit interessiert ist die Lektüre empfehlen. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass es für solche, die gerade in einer Apotheke zu arbeiten anfangen gleichermaßen erheiternd ist wie für jene, die schon jahrelange Erfahrung mitbringen und sicher öfter ein „Das kenne ich!“ – Erlebnis haben werden. Das Augenzwinkern, das auch an kritischen Stellen zu finden ist, mag ich persönlich auch im Blog sehr gerne.

Ein bisschen unsicher bin ich mir bei der Aufteilung. Einerseits hätte ich mir schon gewünscht, dass das Alltagskapitel noch einmal grob untergliedert wird, um auch später noch einmal zu einem Thema nachlesen zu können, ohne lange zu suchen. Andererseits ist das Buch aber auch kein Lehrbuch, auch wenn es sehr informativ ist und Wissen vermittelt – das allerdings wie beschrieben „nebenbei“ und nicht als Hauptziel. Das ist immernoch die Unterhaltung des Lesers – und diese ist meiner Meinung nach super gelungen.

Also: Kauft euch das Buch oder lasst es euch schenken. Der Preis von aktuell rund 10€ ist mehr als angemessen.

Und für alle, die täglich auf ihrem Blog sind: ja, die eine oder andere Zeichnung gab es bei Pharmama schon zu sehen, doch der bekannte Anteil ist verschwindend gering und daher zu vernachlässigen. Also nur zu – ich versichere euch, dass der Anteil an unbekanntem Inhalt groß genug ist, um den Buchkauf zu rechtfertigen.

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

2 Kommentare zu „[Rezension]: Einmal täglich – Pharmama“

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