Singing in the rain

Tausend Dank an el Capitano. Tatsächlich wurde der Beitrag -warum auch immer- als Seite veröffentlicht. Entlockt mir einerseits ein „ahhh“, weil der Beitrag nicht einfach im Nichts verschwand, andererseits ein weiteres „HÄ?!“, weil… *aufs Offensichtliche hinweis*
Jetzt also nochmal. Bin dann mal arbeiten. *grummel*


Und schwupps! ist der Urlaub vorbei.

Es waren turbulente, aber auch schöne anderthalb Wochen. Der Liebste und ich waren in Coburg und haben es uns richtig gut gehen lassen. Ein Städtetrip mit Gourmet- und Kulturfreuden. Davon später mehr.

Eigentlich hatte ich vor, in der Zeit hier mal wieder ein paar Beiträge zu schreiben. Das hat nicht so ganz geklappt. Ehrlich gesagt habe ich dazu einfach gerade keine Lust und keine Muse.

Mir geht es nicht so gut wie ich es gern hätte. Ich brauche meine Kraft an anderen Stellen. Mir geht es aber auch nicht schlecht, keine Sorge.

Genauer gesagt weiß ich gar nicht, wie es mir geht. Eine ganze Weile hat mich das beschäftigt. Wenn meine Therapeutin mich fragte, wie es mir geht, antwortete ich ihr getreu meines Wahrheitsversprechens, dass ich es nicht wisse.

Das ist auch eine Form der Depression. Leere. Nichts fühlen. Diffuse Ahnungen von Emotionen, ohne sie greifen zu können. Einerseits schöner, als heulend im Bett zu liegen und der großen bösen Welt abzuschwören. Andererseits nervt es, wenn man selbst nicht weiß, was mit einem los ist. Wie es überhaupt geht.

Aber auch nicht verwunderlich. Ich mache eine Arbeit, die keine Anteilnahme verlangt. Wenn ich an der Kasse sitze, lächle ich und freue oder ärgere mich über Kunden. Aber es geht um nichts. Die sind dann auch wieder weg. Und am nächsten Tag kommen wieder andere Kunden. Täglich grüßt das Murmeltier.

So hat es sich eingeschlichen, dass ich eine Mauer um mich gebaut habe, ohne es zu realisieren. Gleichgültigkeit war für mich ein erstrebenswerter Zustand, als ich fragil und emotional unberechenbar war. Gleichgültigkeit ist aber  gar nichts Erstrebenswertes. Wenn einen nichts mehr hebt, nichts freut, nichts interessiert, dann ist das Leben verdammt eintönig und trist. Wenn man dann an unpassenden Stellen scheinbar aus dem Nichts anfängt zu heulen, ist das umso grotesker.

Dieses Nichts aus stupider Arbeit, Desinteresse und nichtssagenden Tätigkeiten war für mich immer verachtenswert. Etwas, das ich nie nie nie haben wollte. Jetzt stecke ich mittendrin.

Naja. Nicht mehr lange. Hier muss ich euch leider um etwas Geduld bitten. Es sind Veränderungen im Gange, doch bin ich noch nicht bereit, sie mitzuteilen. Es ist durchaus möglich, dass es furchtbar schief geht. Doch: no risk, no fun. Oder: Wer sein Leben in einem Goldfischglas fristet, wird als alter Fisch sterben, der nie ein Abenteuer erlebt hat.

Ich breche aus meiner Comfort Zone aus. Zugegeben: ich habe verdammt Schiss. Aber da muss ich jetzt einfach durch.

Würde mich freuen, wenn ihr mich begleitet.

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

3 Kommentare zu „Singing in the rain“

  1. Du warst in Coburg?
    Dann hast du dich doch hoffentlich mit demlieben Holger getroffen?
    Ein Blogger den ich gerne mal persönlich kennen lernen würde und der sicherlich einige kulinarische Geheimtipps liefern kann.

    Zu Deinem Gemütszustand: Ich kenne das. Gleichgültigkeit ist die Pest, aber für mich immer noch besser als eine tiefe Traurigkeit, aber Gleichgültigkeit, gibt einem das Gefühl der Sinnlosigkeit. Deshalb hoffe ich, dass du bald da raus kommst.

    Dein Job: Ich kann mir vorstellen, dass es für dich nicht die Erfüllung ist an der Kasse zu sitzen.
    Ich glaube es gibt wenig Jobs die für mich erfüllend wären. Auch ich gehöre ncith zu den glücklichen Menschen, die ihren Job zum Hobby gemacht haben.
    Manchmal hangle ich mich von Tag zu Tag und frage mich abends: „Was habe ich eigentlich gemacht? Ein paar Dateien mehr produziert, Probleme gelöst, die die Menschheit nicht weiter bringen… Alles belangloses Zeug.“
    Ich versuche dann immer dem ganzen etwas positives abzugewinnen.
    In deinem Fall könnte ich mir vorstellen, dass es spannend sein kann Menschen zu beobachten. Wie sie in gewissen Situationen reagieren. Sozialstudien betreiben, sozusagen.
    Ich liebe es ja in einem Kaffee zu sitzen und Menschen zu beobachten. Wie sie sich unterhalten. Ihre Mimik, ihre Gestik. Man kann viel daraus lernen.
    Wenn es nur für eine gewisse Zeit ist, so kannst du doch etwass für dich aus dem Job mitnehmen.
    Hast du schon eine Idee was du machen möchtest?
    Ohne dich zu kennen könnte ich mir vorstellen, dass dir das Category Management liegen könnte.
    Das hat etwas mit Psychologie zu tun, du hast bereits Erfahrungen im Einzelhandel gesammelt, also wäre das doch vielleicht etwas für dich?
    Nur so eine Idee, die mir ganz spontan in den Sinn kam. Ich kann natürlich auch komplett daneben liegen 😉

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