Puh…

Ganz schön viel los derzeit. Und das scheinbar überall, wenn ich so durch die Bloggerwelt stromere oder mich mit Freunden unterhalte.

Auch ich bleibe nicht verschont. Doch um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen:

Normalerweise schreibe ich hier auf, wenn es etwas Neues in meinem Leben gibt. Das war und ist für mich der Sinn hinter diesem Blog. Nun ist es jedoch so, dass ich meine Posts immer auch auf Facebook poste, somit alle in meiner Freundesliste meinen Blog (theoretisch) kennen. Deshalb gibt es hier auch selten Posts über Freunde, Bekannte und Familie, auch keine positiven, da es in der Vergangenheit dadurch viel Frust durch Missverständnisse und sinnlose Streitereien gab.

Dann gibt es aber noch den Aspekt, dass ich hier gelegentlich über Dinge schreibe, die nicht jeder wissen soll. Oder zumindest NOCH nicht.

Wenn ich mir etwa vorstelle, wie meine Cousine auf Facebook einen Post von hier sieht, ihn liest, es zu ihrer Mutter trägt, die ihrerseits keine Gelegenheit auslässt, um meiner Mutter unter die Nase zu reiben, dass ich es zu nix bringe mit meiner Mutter über meinen Werdegang zu diskutieren, was wiederum dazu führt, dass meine Mutter mir das erzählt, woraufhin ich enttäuscht und verletzt bin, dann habe ich ü-ber-haupt keine Lust, erst zu schreiben, was mich beschäftigt. Verständlich?

Nun ist es aber so, dass ich platze, wenn ich das nicht erzählen kann und gleichzeitig sauer bin, dass ich wegen sowas mein Hobby, das Bloggen, nicht mehr betreibe, weil sich jemand anderes auf meine Finger setzt.

Und zwar habe ich im Supermarkt vor fast einem Monat gekündigt und bin wieder an der Uni. Ich studiere wieder etwas Sozialwissenschaftliches und habe meine Entscheidung bisher kein bisschen bereut. Ja, ich bin glücklich mit diesem Risiko, das ich einging, auch wenn es mich verdammt viel Mut gekostet hat.

Meine Mutter weiß davon -richtig- nichts. Ich will es ihr gerne sagen, dann aber persönlich. Davor drücke ich mich aber schon eine ganze Weile, da ich ihre Reaktion kenne. Sie hält mir vor, dass ich jetzt wieder kein Geld verdiene und meine Cousine ist doch jetzt auch fertig und arbeitet…

Über Sinn und Unsinn dessen müssen wir hier nicht diskutieren und auch nicht über ihre Fixiertheit aufs Geld. Mir geht es darum, dass die Entscheidung für mich auch nicht leicht war und ich sie schon gar nicht leichtfertig getroffen habe. Ich bringe schließlich auch Opfer dafür, über die ich mir im Klaren bin. Wenn dann meine Mutter daran rummäkelt und sagt, wie schlimm gerade alles ist und dass es besser wäre, würde ich arbeiten und Geld verdienen, zieht mich das völlig unnötig runter.

Wobei wir beim zweiten Thema wären: Meine Therapie. Sie läuft. Und zwar so, dass ich nun endlich in der Lage war, zuzugeben, worum es mir geht, nachdem meine Therapeutin mir bewusst machte, dass ich schon wieder volle Kanne im nickelschen „Ich-verdräng-alles-mir-geht’s-supi-Modus“ bin. Mir geht’s nämlich gar nicht so supi. Jetzt auch nicht fürchterbar schlecht und die Welt hasse ich auch nicht. Naja oder nicht viel mehr als sonst. 😉

Aber es gibt einfach Themen, die mich auch nach vielen Jahren noch beschäftigen und die ich nicht alleine verarbeiten kann. Habe ich im letzten halben Jahr so ziemlich alle Gefühle verdrängt (auch positive!), so fühle ich jetzt alles durch die Lupe verstärkt. Das verbraucht viel Kraft, Konzentration und Motivation, was manchmal mit einem „normalen“ Tagesablauf kollidiert. Negative Einflüsse von außen kann ich daher nicht gebrauchen.

Hoppla. Das war ein ziemlich langer Post um euch mitzuteilen, dass ich wieder studiere. Ich hoffe, meine Gedankengänge sind halbwegs nachvollziehbar.

Tut mir leid, dass ich so lange nichts von mir hören ließ.

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

15 Kommentare zu „Puh…“

  1. Ja, nachvollziehbar.
    Und ja, kenn ich. Nicht mütterlicherseits, das geht ja nun seit kurzem nicht mehr, und war es auch früher eigentlich nicht. Eher aus einer Ecke, die es eigentlich weniger persönlich betrifft.
    Es gibt menschen, denen es schwerfällt, zu aktzepieren, dass es andere Menschen gibt, die einen anderen Lebensentwurf haben als sie selsbt, die ihren Lebensentwurf vielleicht trotzdem manchmal aus verschiedenen Gründen nicht leben (können), deren Leistungsfähigkeit zeitweise oder dauerhaft anders ist.

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    1. Da frage ich mich, ob diese Menschen einfach nicht verstehen, wie verletzend ihr Verhalten ist, oder ob sie echt glauben, sie wüssten besser, was für einen gut ist als man selbst, oder ob sie tatsächlich beabsichtigen, dass man sich schlecht fühlt, damit sie sich besser fühlen und „helfen“ können.

      Ich weiß es nicht.

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      1. Ich weiß es auch nicht. Vermutlich jeweils verschieden und alles im Bereich des Möglichen.
        Wobei ich soviel Vertrauen in das Gute im Menschen hab, dass ich glaube, ernsthaft schaden oder willentlich verletzen wollen die Allerwenigsten. Sich selbst besser fühlen und sich über andere erheben allerdings schon.

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  2. Ich kann nachvollziehen, daß Du lieber positive Resonanz von Deiner Familie hättest. Aber es ist eben so, wie es ist. Wichtig ist doch vor allem, daß Du gut mit Deinen Entscheidungen leben kannst. Ich wünsche Dir vor allem Freude in Deinem Studium und in zweiter Linie natürlich auch viel Erfolg.

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  3. Du machst dein Ding! Da ziehe ich meinen Hut. Echt! Alles Gute dafür ❤

    Wir machen uns alle immer viel zu viele Gedanken, was andere denken. Ich habe heute noch, mit 49 Jahren, manchmal das Gefühl, ich müsste meinen Eltern meine Entscheidungen erklären. Das ist doch verrückt! Vor einigen Jahren gab es einen ziemlichen Aufstand, als ich mit einem Mann übers Wochenende weg fuhr, der nicht ihr Schwiegersohn war. Tja, man kann es nicht allen recht machen 😉
    Deine Ma wird es respektieren müssen. Und gut!

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  4. ich glaube das ist eine der Hauptaufgaben die es im Leben zu lernen gibt. Es ist NUR Dein Leben, nicht das der anderen. Du bist niemandem Rechenschaft schuldig, und solltest auch nur das tun was DU willst. Schau mal den Bohlen an, der hat so an sich und seine Musik geglaubt, ..der hat’s einfach durchgezogen und gibt heute noch’n Scheiß auf anderer Leute Meinung. Man darf durchaus probieren und merken, wenn’s nicht gefällt und aufhören. Das hat meine Mutter auch nie verstanden. Was deine Mutter will, zählt nicht. Geld verdienen ist ja gut und schön, aber hauptberuflich unglücklichsein, das kann’s auch nicht sein. Und diese Verlgeiche kann se sich gerollt in den Allerwertesten schieben. 😀

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  5. Dran bleiben, Nickel!
    Nicht vergleichen … Und weniger lähmende Bewertung wünsche ich Dir. Du hast einen Weg und der tut gut. Weiter so – Meerescruisengruß 🙂

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    1. Dankeschön, das ist lieb von dir.
      Die Vergleiche habe ich mittlerweile für mich sein lassen, weil sie einfach irreführend sind und der Weg eines Menschen ohnehin einmalig ist. Wenn mir dann solche Vergleiche von außen aufgedrückt werden, obwohl sie gegen mein Verständnis von Mitmenschlichkeit und Diversität gehen, regt mich das gleich doppelt auf: zum einen, weil ich nicht verglichen werden WILL, zum anderen, weil der Vergleich dann immer so hingebastelt wird, dass ich als Verlierer dastehe. Dabei sehe ich mich nicht als Verlierer. (Man könnte mich jetzt auch mit einem, der sich aufgab und eine Drogenkarriere anfing vergleichen, aber das wäre ebenso absurd. Man vergleicht Menschen nicht. Punkt.)
      Ich gehe nur einfach nicht den geradlinigen Weg, den man so als Ideal ansieht. That’s it.

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  6. Grad mal wieder gelöscht was ich eigentlich schreiben wollte, weil es zu pesönlich war und daher einfach nicht in einen öffentlichen Blog gehört. Das muss ich mal andernorts schreiben. Aber so viel hier: lass dich nicht irritieren. Mach es für dich.

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    1. Dankesehr, das tue ich tatsächlich. Das ist für mich und niemanden sonst. So wie das schon mit der Soziologie war, nur dass ich da eben scheiterte. Aber darüber will ich mich ja nicht definieren (lassen).

      Wenn du zu persönliche Dinge schreiben magst, kannst du das gerne auch jederzeit per Mail machen: bruellmaus(at)hotmail.de

      Liebe Grüße!

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