[Challenge] New Year, New Home II: Die Outbox

Pink-and-white-flowers-in-flower-box_1920x1200

Die Wohnung, in der ein Mensch lebt, ist ein Spiegel seines Lebens und seines Alltags. Manchmal zeigt eine Wohnung sogar Erfahrungen oder die Art der Kinderstube. Die eigene Wohnung vermittelt einen Eindruck eines Selbst. Ordnung und Unordnung ziehen möglicherweise Rückschlüsse auf den Charakter einer Person. Es ist unangenehm, wenn Besuch unangekündigt in die unaufgeräumte Wohnung tritt und in Räume sieht, mit denen der Besitzer unzufrieden ist und die er sonst vor fremden Augen verbirgt. Grund dafür sind natürlich nicht die Räume an sich, sondern der Unrat darin, der aus den Regalen quillt und von dem es sich doch schwerfällt zu trennen.

Ich selbst stolpere immer wieder über den Gedanken „eigentlich brauche ich dieses Teil ja nicht mehr, aber ich könnte es später noch gebrauchen.“ Es ist der Anfang vom Übel. Mit diesem Satz kann man praktisch alles aufheben. Von Dingen, die man tatsächlich noch einmal braucht (Spoiler: das sind erstaunlich wenige) bis hin zu Margarineschachteln, die die Schränke verstopfen, da man sie -oh Wunder- doch nicht braucht.

Spätestens bei einem Umzug oder der Frage, wohin man bloß das neue Buch stellen soll, merkt man aber: die Wohnung ist voll, rien ne vas plus, nichts geht mehr!

Unordnung

Tatsächlich besitzen Menschen unserer Breitengrade unfassbar viel. Einer Studie zufolge besitzen Menschen aus den post-industriellen Wohlstandsgemeinschaften rund 10.000 Dinge. Menschen in westafrikanischen Stammesgesellschaften dagegen gerade einmal 150. Zählt einmal allein eure Kleidungsstücke und ihr werdet merken, wie wenig 150 Gegenstände sind.

Natürlich ist nicht das Ziel, wie ein westafrikanisches Stammesmitglied zu leben und die Wohnung vollständig auszuräumen. Doch ich glaube, dass viele von uns den Wunsch kennen auszumisten, an manchen Dingen aber „hängenbleiben“. Vielleicht ist man über genau solche Dinge beim letzten Teil gestoplert, wegen denen es Ecken in der Wohnung gibt, die gemieden werden.

Dagegen gibt es Abhilfe, die schnell eingerichtet ist und keiner Voraussetzungen bedarf: Die Outbox.

Bei der Outbox handelt es sich um eine Fläche, in die genau solche Dinge kommen, von denen man sich trennen möchte, aber nicht kann. Diese Fläche kann ein Regalfach sein, ein Karton, ein abgetrennter Bereich im Flur oder ähnliches. Ideal wäre es, wenn die Outbox sich in Nähe der Wohnungstür befindet – so ist symbolisch angedeutet, dass die Gegenstände der Outbox bald „raus“ kommen.

outbox clutter

Wie man die Outbox benutzt

1 Aussortiertes hineinlegen

2 Enddatum bestimmen und auf den Gegenstand kleben

3 Zum Enddatum den Gegenstand verschenken, aussetzen, wegschmeißen oder eine weitere Runde in der Outbox lassen

Was es zu beachten gilt

Das Enddatum markiert den Tag, an dem der Gegenstand entfernt wird. Es sollte nicht zu früh, aber auch nicht zu spät gesetzt sein. Ideal ist eine Woche, es können aber auch 10 Tage oder 3 Wochen sein. Wichtig ist, dass das Datum eingehalten wird. In dieser Zeit kann man in Ruhe überlegen, was mit dem Gegenstand geschieht.

Wird der Gegenstand in dieser Zeit tatsächlich benötigt, hat man die Wahl ihn zu „rehabilitieren“ oder in der Outbox zu belassen.

Wiederholungsrunden sollten möglichst nur einmal, maximal zweimal gegeben werden. Eine Wiederholungsrunde ist noch einmal so lang wie die erste Frist.

Warum eine Outbox?

Die Outbox hilft dabei, unnötige Dinge zu sammeln, um sich besser von ihnen trennen zu können. Die Fristsetzung gibt Zeit für „Abschied“ und darüber nachzudenken, ob der Gegenstand unwichtig oder notwendig ist.

Die Extrafläche sorgt zudem dafür, dass der Gegenstand nicht in Vergessenheit gerät, denn daran scheitern Ausmistaktionen häufig: etwas wird für nicht mehr benötigt erklärt, im Regal belassen und vergessen.

Die Outbox ist ein Prozess. Sie wird euch vermutlich mehrere Monate beschäftigen. Pflegt sie gut! Seht sie nicht als etwas Negatives an, sondern als hilfreiches Hilfswerkzeug, um Ordnung zu schaffen und mit den vier Wänden, in denen ihr lebt, Schritt für Schritt zufriedener zu werden. Einmal angefangen fällt es nach und nach leichter, Ungebrauchtes zu entfernen und Platz zu schaffen.

Dinge, die bei euch funktionslos von einer Ecke in die nächste wandern, können anderen vielleicht weiterhelfen und erfreuen. Die Outbox werdet ihr für die nächsten Aufgaben ziemlich wahrscheinlich gebrauchen können.

Viel Erfolg beim Ausmisten!

Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

3 Kommentare zu „[Challenge] New Year, New Home II: Die Outbox“

  1. Coole Idee! Sollte ich vielleicht doch mal probieren.
    Ich bekomme alle zwei Monate mal meinen Rappel (manchmal auch früher) und dann schmeiße ich radikal alles raus, was ich länger als ein Jahr (egal wie sehr ich dran hänge, was tatsächlich sehr wenig ist) und was ich einfach nicht mehr mag.

    Und trotzdem hab ich zu viel. Es ist zum kotzen.

    Gefällt mir

    1. Oh ja, das kenne ich sehr gut. Auchden Rappel und den Aktionismus daraus. ^^
      Trotzdem habe ich aber auch nutzlose Dinge, die ich einfach aus genanntem Grund „könnte ich nochmal brauchen“ behalte und gar nicht brauche. Die Outbox ist da super.
      Außerdem steht in meiner Wanna Do Liste sowieso, monatlich mindestens 2 Dinge loszuwerden.

      Gefällt 1 Person

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s