Ich bin genervt

Ich bin genervt, dass jeder Tag der gleiche zu sein scheint. Wickeln, Füttern, Kochen, Putzen, Wäsche. Eat, sleep, rave, repeat.

Ich bin genervt, dass die Wohnung trotzdem scheiße aussieht.

Ich bin genervt, dass ich so viel Papierkram machen muss.

Ich bin genervt, dass ich mich nicht einfach einmal hinsetzen und ein Buch lesen kann und wenn ich es doch tue, das Kind garantiert anfängt zu weinen.

Ich bin genervt, dass ich weder weiß, ob diese Tristesse jemals wieder aufhört, noch wie ich neben all dem nach dem Urlaubssemester auch noch studieren soll, ohne meinen Notendurchschnitt in den Sand zu setzen.

Ich bin genervt, weil ich keine Ahnung habe, ob ich eigentlich okay bin oder das Kind zu einem depressiven, sadistischen Serienkiller erziehe, der seine Mutter später beim Therapeuten als worst case schildert.

Ich bin genervt, weil ich einfach mal einen Tag nichts tun möchte aber weiß, dass selbst wenn sich die Chance wundersamerweise auftäte, ich vor schlechtem Gewissen eh nicht entspannen könnte.

Ich bin eigentlich den ganzen Tag genervt über Banalitäten.

Doch dann lächelt mich dieses kleine, wunderschöne Mädchen mit seinem zahnlosen Lächeln an, ich schmelze dahin und plötzlich ist meine Welt, die eben noch grau war, bunt und schön und voller Liebe und ich will sie für immer im Arm halten und nie wieder ohne sie leben.

 

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