Ich bin genervt

Ich bin genervt, dass jeder Tag der gleiche zu sein scheint. Wickeln, Füttern, Kochen, Putzen, Wäsche. Eat, sleep, rave, repeat.

Ich bin genervt, dass die Wohnung trotzdem scheiße aussieht.

Ich bin genervt, dass ich so viel Papierkram machen muss.

Ich bin genervt, dass ich mich nicht einfach einmal hinsetzen und ein Buch lesen kann und wenn ich es doch tue, das Kind garantiert anfängt zu weinen.

Ich bin genervt, dass ich weder weiß, ob diese Tristesse jemals wieder aufhört, noch wie ich neben all dem nach dem Urlaubssemester auch noch studieren soll, ohne meinen Notendurchschnitt in den Sand zu setzen.

Ich bin genervt, weil ich keine Ahnung habe, ob ich eigentlich okay bin oder das Kind zu einem depressiven, sadistischen Serienkiller erziehe, der seine Mutter später beim Therapeuten als worst case schildert.

Ich bin genervt, weil ich einfach mal einen Tag nichts tun möchte aber weiß, dass selbst wenn sich die Chance wundersamerweise auftäte, ich vor schlechtem Gewissen eh nicht entspannen könnte.

Ich bin eigentlich den ganzen Tag genervt über Banalitäten.

Doch dann lächelt mich dieses kleine, wunderschöne Mädchen mit seinem zahnlosen Lächeln an, ich schmelze dahin und plötzlich ist meine Welt, die eben noch grau war, bunt und schön und voller Liebe und ich will sie für immer im Arm halten und nie wieder ohne sie leben.

 

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5 Kommentare zu „Ich bin genervt

  1. Klingt nach einem normalen Alltag einer Mutter mit Kind. Es soll aber irgendwann besser werden, zumindest was den ersten Teil des Blogs angeht. Wenn es dich irgendwie tröstet: als Hundemutter , gerade auch der Rasse Staff, hast du solange sie leben nichts mehr für dich alleine. Sie kleben an dir. Das nervt manchmal ganz gewaltig. Doch dann grinsen sie dich mit diesem breiten typischen Staffgrinsen an… Und mir geht es dann wie dir…

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  2. Es kommt und geht in Phasen, aber die guten Phasen werden länger ( nur die Wohnung wird irgendwie immer mehr zum Chaos *hust* ) Also, die „Selbständigkeit der Mutter“ (aka me-time) kehrt schrittweise zurück und jene des Kindes rast mit Siebenmeilenstiefeln dahin, wenn man von den vielen schlaflosen Nächten, die sich ewig ziehen, absieht 😉
    Alles Gute!

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  3. Ich muss Dir ja nicht sagen, dass ich, auch ohne Mutter zu sein, aus eigener Erfahrung weiß, von was Du sprichst und ich auch genau deshalb davon absehe, die (üblichen) Ratschläge zu erteilen. Außer vielleicht meiner Einschätzung, dass es völlig okay und richtig ist, es auszunutzen, wenn sich so eine Chance auf wundersame Weise auftäte – inwiefern das tatsächlich einem Wunder gleichkäme oder tatsächlich zumindest ab und zu realisierbar wäre, kannst Du selbst sicher besser beurteilen.
    Aber ja, zumindest dahingehend kann ich Dich beruhigen, das hört irgendwann auf, dann geht’s eben auf andere Art weiter 😉

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  4. Oh jaaaaaa, ich weiß was Du meinst. Und… ist es besser geworden? Ich glaube zumindest, dass der normale Unialltag, in den Du vermutlich wieder zurückgekehrt bist, Dich davor bewahrt, völlig am Rad zu drehen, da die Kommunikation mit anderen Menschen, die nicht nur waaaah, dada und pipi sagen sehr heilsam und erfrischend ist. Danach war ich zumindest immer wieder fit für die nächste durchgemachte Nacht oder was immer da auch kommen mag. Alles Gute für Dich….

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    1. Wenn ich denn nur wieder zurück in der Uni wäre, aber das erst Mitte April. Jedoch haben wir uns bis dahin ein paar Dinge vorgenommen, die den Alltag definitiv unterbrechen werden.
      Das Lächeln ist jetzt auch gar nicht mehr so zahnlos, aber noch immer bezaubernd. ^^

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