NEIN!!!

„Wir müssen dann mal schauen, ob wir weiterhin nur Ultraschalls machen, oder ’mal reingucken“ sprach’s und verschwand.

Ich stehe mit dem Mäuschen auf dem Arm da wie angewurzelt und fühle mich vor den Kopf gestoßen. Man sollte meinen, ein Professor für Kinderradiologie habe etwas mehr Empathie, aber vielleicht ist er auch nach Jahren seiner Arbeit abgestumpft, ich weiß es nicht. Wie ich es hasse, wenn ein einfacher Kontrolltermin zu einer Stressbelastungsprobe wird. Völlig unnötig zudem.

Kurz und knapp übersetze ich, was der Prof uns da gerade an Informationsbrocken hingeworfen hat, aber wohl genauso trocken, wie ich es gesagt bekam, weil ich das Ganze noch gar nicht verarbeitet habe. Mr. English reagiert wie ich sparsam auf die Worte.

Wir gehen weiter zum nächsten Termin, auch eine Spezialistin und Professorin, aber noch spezialisierter als der Prof und ich bin erneut* so unfassbar froh, dass wir sie haben. Wir kennen sie bereits seit der Schwangerschaft, während der sie uns sehr beruhigt hat mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung. Sie nimmt auch heute meine Sorgen, indem sie mir zustimmt, wie unsinnig und unnötig eine Operation beim Mäuschen wäre, denn außer „mal gucken“ gibt’s da eben nichts zu machen. Wie an anderer Stelle gesagt ist des Mäusekinds Situation nicht lebensbedrohlich, wir können keine Einschränkungen in irgendetwas feststellen. Stattdessen ist das kleine lustige Mädchen aufgeweckt und entwickelt sich rasend schnell.

Und weil ich in der Situation nicht in der Lage war, es zu sagen, hole ich es nun nach: Nein, Herr Professor, wir werden ganz sicher keine Operation an unserem Baby durchführen lassen, nur damit man „mal gucken“ kann! Für Sie ist das vielleicht ein interessanter Fall. Für mich ist dieses kleine quietschende, aufgeweckte, neugierige kleine Wesen mein Alles.


*Erneut, da der Prof diese Unsitte schon beim letzten Kontrolltermin abgezogen hat. Grrr!

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