Meine Zeit im Kindergarten

Beim Runzelfüßchen bin ich über eine Blogparade gestolpert, die ich doch ganz gerne mitnehmen möchte. Es geht darin um die eigenen Erfahrungen an die Kindergartenzeit.

Meine Kindergartenzeit war keine schöne

Leider muss ich sagen, dass ich ähnliches erlebt habe wie das Runzelfüßchen beschrieben hat. Auch wir mussten einen Mittagsschlaf halten, was ich ziemlich nervig fand – hinlegen, wenn man nicht müde war und aufstehen, wenn man es dann zwangsweise doch (noch) war.

Zwang ab dem ersten Moment

Was mich heute noch schockiert, woran ich mich jedoch nicht selbst erinnern kann, sondern was mir meine Mutter später erzählte, war die Stunde, in der die Erzieherinnen die Windelkinder morgens erst einmal auf den Topf setzten. Eine volle Stunde auf dem Topf sitzen – im kalten Badezimmer, zusammen mit zig anderen Kindern. Mir entging diese Tortour, weil ich schon vor Eintritt in den Kindergarten trocken war. Doch die anderen Kinder, die da jeden Morgen sitzen mussten, hatten sicher keine Freude an der Maßnahme.

Meine Erzieherin war nicht nett

Ich erinnere mich nicht sehr gut an die Erzieherin meiner Gruppe. Was ich jedoch noch weiß ist, dass sie wegen allem gemeckert hat – und auch schon mal geschrien. Ob wegen Lapalien oder tatsächlich Wichtigem war dabei egal. Sowas hinterlässt natürlich Spuren in einer kleinen Kinderseele. Mich hat es demotiviert, großartig etwas zu machen – denn stille, unauffällige Kinder werden weniger angemotzt. Zudem konnte sie Lärm nicht ertragen, was in einer Kindereinrichtung natürlich suboptimal ist. So kommt es, dass ich mich an keines der anderen Kinder in meiner Gruppe erinnern kann, weil ich einfach nie Kontakte geknüpft habe.

So wenig Zeitaufwand wie möglich

Das war die Devise der Kindererziehung in der DDR und das war entsprechend auch so die Handhabe in Kindergarten und Kinderkrippe. Das hieß unter anderem auch, dass es täglich nur winzige Mengen zu trinken gab, etwa ein Drittel eines 200ml-Glases für den ganzen Tag, denn je mehr Trinken desto mehr Pipi desto häufigere Klogänge oder -Gott bewahre!- Windelwechsel. In der Kinderkrippe war ich in der glücklichen Position, mir mehr Wasser von meiner Mutter holen zu können, die dort arbeitete. Alle anderen hatten eben Pech gehabt.

Ich lebe noch, also hat es mir nicht geschadet

So in etwa wird argumentiert, wenn man von solchen und anderen negativen Erlebnissen berichtet. Ja, ich lebe noch aber doch, es hat mir geschadet. Essenszwang und Abtauchen sind keine gesunden Umstände für Kinder in der Entwicklung. Und ich weiß, würde ich das heute beim Mäusekind beobachten, wären wir da ganz schnell weg.

Mir zeigen diese ähnlich schlechten Erlebnisse einiger Blogger und Bloggerinnen aber noch etwas anderes: In der DDR war keineswegs mehr Lametta. Leistungsdruck gab es auch damals. Frauen mussten etwa nur 6 Wochen nach der Geburt wieder arbeiten gehen. Wenn ich daran denke, wie zerbrechlich und fertig ich 6 Wochen nach Mäuschens Geburt noch war, und wie sehr sie mich brauchte – da wird mir ganz unwohl und flau im Magen.

Wie war es bei euch?

Bis zum 11. März sammelt Runzelfüßchen noch Berichte zur Kindergartenzeit. Macht mit und erzählt, wie es bei euch so war und woran ihr euch erinnert.

3 Kommentare zu „Meine Zeit im Kindergarten

  1. Oh, das klingt wirklich traumatisierend. Ich erinnere mich nur noch sehr punktuell, aber ich mochte die Kindergartenzeit. Nur dass die Bubenspielzeuge vor allem den Buben vorbehalten waren, nervte mich. Aber ich war auch viel zu schüchtern, um darum emanzipiert zu kämpfen 😉

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  2. Ich war nur einen Tag im Kindergarten, Irgendwas hat meine Eltern daran gestört. Dann bin ich einfach mit 5 eingeschult worden. Ob ich es gut fand? Keine Idee, erinnere mich nicht. Auf m Land gab es eh immer viel zu entdecken.

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