Ein Baby beruhigen

Wer kennt es nicht? Das Baby weint und weint und nichts scheint zu helfen. Vor allem in den ersten Wochen heißt die Devise oft: ausprobieren. Eine gute Nachricht vorweg: Es wird besser! Sie werden Ihr Kind besser kennen lernen und können bald sagen, wann es was benötigt. Als kleine Hilfestellung finden Sie an dieser Stelle eine Übersicht mit möglichen Gründen und ein paar Tricks, die sich bereits bewährt haben.

Disclaimer: Diese Übersicht richtet sich an normales Weinen. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind Schmerzen hat oder fiebert, suchen Sie Ihren Kinderarzt oder Ihre Hebamme auf. Über Zahnen und Koliken wird es an anderer Stelle einen eigenen Beitrag geben.

Schütteln Sie Ihr Baby unter keinen Umständen, da es sonst zu schwerwiegenden Verletzungen im Nacken- und Kopfbereich des Kindes führen kann und im schlimmsten Fall zum Tode führt!

♦ Die erste Nacht: Viele Kinder haben Eingewöhnungsschwierigkeiten in der Nacht nach dem Umzug vom Krankenhaus ins Familienheim. Das kann die frisch gebackenen Eltern schnell überfordern und verunsichern. Das ist völlig normal, auch diese schwierige Nacht geht vorüber. Versuchen Sie ruhig zu bleiben, sprechen Sie mit Ihrem Kind. Sagen Sie ihm, dass Sie zuhören und da sind. Hebammen haben in der ersten Nacht Bereitschaftsdienst für Sie – scheuen Sie sich nicht anzurufen, wenn Sie nicht mehr weiter wissen!

♦ Ruhe bewahren: Leichter gesagt als getan, doch manchmal kann schon das der entscheidende Punkt sein. Ihr Kind merkt, wenn Sie aufgeregt sind, selbst wenn Sie versuchen, sich „zusammen zu reißen“ – Ihr Puls und angespannte Muskeln verraten Sie! Versuchen Sie nicht, Ihr Kind zu übertönen, sondern sprechen, summen oder singen Sie dennoch in einer sanften Stimmlage. Es ist okay, kurz aus dem Raum zu gehen, tief durchzuatmen und dabei langsam bis 10 zu zählen, um sich herunter zu fahren. Oder Sie stellen sich vor einen Spiegel, lächeln sich an oder schneiden Grimassen. Glauben Sie nicht? Probieren Sie es aus!

 Hat Ihr Kind Hunger oder Durst? Bieten Sie ihm die gewohnte Nahrung an. Manchmal muss sich ein Kind erst beruhigen, bevor es die Brust oder Flasche annimmt. An heißen Sommertagen oder bei trockener Raumluft kann es passieren, dass die Wassermenge in der Nahrung nicht ausreicht. Das trifft am ehesten zu, wenn Sie Milchnahrung füttern, kann aber auch beim Stillen auftreten, wenn der Körper die Milchzusammensetzung noch nicht angepasst hat. Bieten Sie abgekochtes Wasser oder dünn zubereiteten, ungesüßten Tee an.

 Braucht Ihr Kind eine frische Windel? Auch wenn Sie gerade erst gewickelt haben, kann vielleicht das Timing ungünstig gewesen sein. Auch ein wunder Windelbereich kann dafür sorgen, dass sich das Baby vermehrt beschwert. Hier helfen eine milde Creme und Babypuder. Sollten die Beschwerden nicht nach wenigen Tagen besser werden oder kleine Pusteln auftreten, konsultieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Hebamme.

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♦ Ist Ihr Kind müde? Häufig erkennt man es daran, dass das Kind gähnt, sich die Augen reibt und die Augenlider schwer werden. Legen Sie es in sein Bett, verdunkeln Sie den Raum und schließen Sie die Tür, sorgen Sie für Ruhe. Beruhigt sich Ihr Kind nicht von alleine, helfen Sie ihm beim Einschlafen. Singen Sie ein Gute-Nacht-Lied, erzählen eine kurze Geschichte oder wiegen Sie es im Arm. Einschlafhilfen sollten den geringstmöglichen Aufwand haben, da sich Kinder schnell daran gewöhnen und es passieren kann, dass sie die Hilfe immer öfter brauchen. Dann ist es besser und einfacher, wenn es nicht zu mühevoll ist.

 Ist Ihrem Kind zu warm oder zu kalt? Am besten checken Sie die Temperatur im Genick. Ist es kühl, ziehen Sie Ihrem Schatz etwas über. Verwenden Sie in Innenräumen keine Mützen, da das Kind sonst schnell überhitzen kann. Lassen Sie sich nicht von kalten Händen oder Füßen irritieren, diese Extremitäten können noch nicht so gut temperaturstabil gehalten werden. Kalte Füße sollten jedoch mithilfe von Socken vermieden werden. Fühlt es sich heiß und schwitzig an, sollten Sie Ihrem Kind etwas von seiner Kleidung ausziehen und vielleicht die Decke wechseln. Hat Ihr Kind seine Kleidung durchgeschwitzt, sollten Sie diese unbedingt wechseln. Gibt es keinen äußeren Grund wie etwa zu warme Decken und Kleidung oder warme Temperaturen, sollten Sie Fieber messen.

 Ist Ihrem Kind langweilig, fühlt es sich allein oder sucht es Nähe? Nehmen Sie es auf den Arm, reden Sie mit ihm, beschäftigen Sie es, spielen Sie mit ihm. Auch ein Spaziergang kann helfen.

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 Tricks: Vermutlich entwickelt jede Familie im Laufe der Zeit ihre eigenen Tricks und Kniffe.

Ein Haartrockner kann Wunder wirken! Achten Sie darauf, dass es Ihrem Liebling dabei nicht zu warm wird, halten Sie den Fön weit genug weg. Toll sind Haartrockner mit Kaltstufe. Nach einer Weile kann schon der Anblick des Haartrockners ausreichen, oder auch das Geräusch alleine. Youtube erweist sich hier als Fundgrube.

Auch Schaukeln sind sehr beliebt. Babyschaukeln gibt es oft günstig gebraucht – achten Sie auf das Gewichtslimit. Es muss nicht immer eine Schaukel sein; meine Tochter liebt es beispielsweise, wenn wir sie in der Tragetasche des Kinderwagens schwingen.

Werfen“ sorgt für bessere Laune. Sie werfen dabei das Kind in die Höhe, jedoch ohne es loszulassen.

Fast jedes Baby steht auf Musik. Egal ob aus dem Radio, der Spieluhr oder selbst musiziert. Studien haben gezeigt, dass Kinder die Rhythmen beruhigend finden, die sie schon im Mutterleib kennengelernt haben. Achten Sie auf die richtige Lautstärke: am Abend nur leise Musik, in der Nacht am besten keine und sonst nicht lauter als normale Gesprächslautstärke.

Die meisten Kinder mögen es, getragen zu werden. Manchmal hilft schon ein einfacher Raumwechsel. Einige Mütter erledigen den Haushalt mit dem Baby im Tragetuch. Oder Sie versuchen es mit einem Spaziergang im Kinderwagen, im Tragetuch oder auf dem Arm.

 Zum Zahnen und zu Koliken werde ich gesondert schreiben.

 Schreienlassen halte ich nicht für eine geeignete Maßnahme. In Ratgebern, auf Erziehungsseiten oder in diversen Internetforen trifft man immer wieder auf den „Tipp“, das Kind schreien zu lassen. Es würde sich schon von alleine beruhigen. Neue Forschungen haben aber gezeigt, dass der Stresshormonspiegel des Babys steigt und es unter Dauerstress steht, auch wenn es äußerlich ruhig erscheint, da es diesen Hormonspiegel nicht wieder abbauen kann.

Sie haben weitere Tipps und Tricks, wie sich ein Baby beruhigen lässt? Dann teilen Sie doch in den Kommentaren mit, welche Kniffe Ihnen helfen oder geholfen haben! Ich freue mich auf Ihre Meinungen.

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Ein Kommentar zu „Ein Baby beruhigen

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