Identität

Krieg raubt Identitäten.

Das wird mir gerade bewusst, als ich über Briefen aus dem Ersten Weltkrieg sitze und sie analysiere. Ich meine damit nicht nur, was der Krieg mit denen macht, die involviert sind und direkt betroffen.

Mir fehlt heute ein Stück meiner Identität, meiner Herkunft, weil meine Familiengeschichte für mich Mitte der 1930er Jahre aufhört. Das ist die Zeit, in der meine Großeltern geboren wurden, mütterlicherseits. Die Seite meines Vaters, inklusive ihm selbst, kenne ich nicht.

Woher wir kommen, welche Berufe meine Großeltern hatten, das ist mir bekannt. Auch woher unser Name kommt, das hat mir jemand erzählt, mit dem ich eine Handvoll Emails ausgetauscht habe und der zu diesem Namen geforscht hat. Aber da hört es fast auf. Dass mein Opa eine Schwester hatte wurde mir erst bekannt, als diese zufällig in das gleiche Gebäude (eine Mischung aus betreutem Wohnen und herkömmliche Wohnungen ohne Betreuung) zog, in dem er wohnte. Vor Kurzem erzählte meine Mutter, dass er wohl auch einen Bruder gehabt haben muss, aber mehr wisse sie auch nicht. Von meiner Oma weiß ich bloß, dass sie vor meinem Opa schon einmal verheiratet war, meinen ältesten Onkel bekam und später in die Ehe mit meinem Opa trat, aus der noch 4 weitere Kinder entstanden. Warum die erste Ehe nicht mehr bestand, Tod, Scheidung, was auch immer, weiß ich schon wieder nicht.

Meine Oma war ein Waisenkind und arbeite später als Köchin in einem Waisenhaus (demselben vielleicht?) Mit meinem Opa versuchte ich ein paar Mal, über die Vergangenheit zu reden. Bei jedem erneuten Versuch füllten sich seine Augen mit Tränen, was mir wiederum einen Stich ins Herz versetzte. Über den Tod meiner Oma kam er nie hinweg, bis zum Schluss nicht, als er 13 Jahre nach ihr ging. Über die Zeit davor, auch lange vor seiner Zeit mit ihr, konnte er nicht sprechen. So beschützten wir uns gegenseitig vor dem Schmerz vergangener Tage und wechselten immer wieder das Thema.

Vielleicht hätte ein Fremder ihn fragen müssen, vielleicht hätte er sich besser öffnen können. Ich lese immer wieder von phantastischen Interviews, die Kulturforscher mit Zeitzeugen führen, denen sie selbst intimste Details entlocken können. Vermutlich braucht es eine gewisse Distanz, um diese Nähe zuzulassen.

Ob ich jemals mehr erfahren werde als das, was ich jetzt weiß, ist ungewiss. Was ich aber tun kann ist meine Mutter nach und nach zu befragen, damit zumindest dieser Teil unserer Familiengeschichte erhalten bleibt und meine Tochter mehr erfahren kann, als es mir selbst möglich ist. Wie genau ich das handhaben werde, ist mir noch nicht klar. Vielleicht wäre ein extra Buch dafür gut, denn in das Tagebuch, das ich ihr schreibe, kommen eher Geschehnisse aus unserem Alltag.

Habt ihr vielleicht Ideen? Habt ihr selbst Familienbücher, Fotoalben, gemeinsame Tagebücher und dergleichen? Oder habt einmal davon gelesen? Schreibt gerne in die Kommentare, was ihr wisst oder schreibt auch gerne eigene Posts dazu. 

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Schocktober-Suche 2018

Seit Kurzem ist der Beitrag „Suchen im Schocktober“ unter den Beliebtesten Beiträgen zu finden. Was mich etwas erstaunt, schließlich ist der Beitrag schon 4 Jahre alt und die Suchanfragen nicht mehr aktuell. Es war aber spannend, da mal selber reinzuschauen. Ich erkenne mich gar nicht wieder, vor 4 Jahren war ich ein anderer Mensch. Was die Zeit ausrichten kann.

Erfreulich ist -und das wird mir wirklich jetzt erst bewusst- ist die Entwicklung meiner Migräne, die sich wirklich sehr verbessert hat. Weder habe ich sie noch derart häufig, noch mit der starken Aura, mit der ich sie damals noch hatte. Ich kann mich tatsächlich kaum daran erinnern, wann ich das letzte Mal neben den Schmerzen hinter dem Auge noch mehr Probleme hatte als leichte Sprach- und Motorikstörungen oder Sehausfälle. Okay, hin und wieder lasse ich Püppi bei Migräne dann doch lieber vom Papa hochheben, das ist wohl aber eher die Angst und das Misstrauen, dass etwas passieren könnte als dass es wirklich so schlimm ist mit meinen motorischen Ausfällen.

Auch als korpulent würde ich mich nicht mehr bezeichnen. Zwar bin ich noch übergewichtig und muss daran unbedingt weiter etwas ändern. Doch habe ich einiges an Muskelmasse zugelegt und an Umfang verloren. Sorry, falls ich das derzeit häufiger erwähne, ich bin aber einfach wahnsinnig stolz darauf.

Mein Amazon Verkäuferkonto habe ich nach wie vor nicht wieder aktiviert, es fehlt mir aber auch nicht. Mittlerweile verkaufe ich auf Mamikreisel, Kleiderkreisel, Ebay und in Facebook-Gruppen und das geht auch nicht schlechter oder besser als bei Amazon. Billiger ist es aber definitiv und ich mache mich nicht nackig. Frage mich ja, ob Amazon das nach der DSGVO noch so handhabt bzw. das überhaupt darf…

Solche Posts mit Suchanfragen sind -zumindest auf WordPress und ohne weitere Programme- übrigens kaum mehr möglich. Die Suchanfragen für Oktober lauten beispielsweise aktuell:

random fragen/ 100 random fragen – Ich denke die Freitagsfragen sind hauptsächlich random. Nicht immer, diese Woche waren sie zum Beispiel aus meinem Unialltag und gelesenen Beiträgen begründet.

eklige fragen – Waren bisher eklige Fragen dabei? ich weiß es gar nicht.

 

 

migräne fressanfall – Auch das bleibt mir erspart. Vpr ein paar Wochen waren die Schmerzen allerdings so schlimm, dass ich mir vor lauter Verzweiflung eine fette Bolognesepizza bestellt habe. Hat geholfen. Das Bedürfnis mich vollzufressen ist aber nicht mehr so stark und gut aushaltbar.

 

yolocaust – Zum Artikel geht es HIER.

wenn die afd klingelt – Findet man HIER. Bin noch immer entsetzt.

 

brüllmausblog/ bruellmausblog – Hallo, herzlich willkommen. Wie geht’s? Magst einen Keks haben? Bitte iss ihn, dann muss ich nicht.

darf amazon ausweis verlangen – Als Laie vermute ich sowohl ja, denn das Ablichtungsverbot wurde leider aufgehoben, somit kann jeder (mit Einstimmung des Passinhabers) eine Kopie verlangen. Aber mal Butter bei die Fische: man hat nicht wirklich die Wahl, wenn etwa ein Arbeitgeber verlangt, eine Ausweiskopie zu haben, da man ansonsten gehen kann. Ich vermute aber auch nein aufgrund der DSGVO, wobei das aufgehobene Verbot dem widerspricht, allerdings gilt EU-Recht vor nationalem Recht. Kennt sich vielleicht von euch jemand aus? Würde mich sehr interessieren. Vielleicht frage ich mal auf dem law blog nach.

random fakten – Hachja, die Random Facts. Ich habe sie geliebt. Was ist passiert? Ehrlich gesagt waren sie sehr zeitintensiv und je mehr ich gesammelt hatte, desto schwieriger wurde es, noch mehr zu finden. Vielleicht schaffe ich es mal wieder, aber es wird definitiv kein regelmäßiges Ding mehr werden.

freundlichkeitenketteIch kann nur immer wieder betonen, schaut das Video von Frau Birkenbiehl. Und dann schaut alle anderen Videos von ihr, die ihr finden könnt. Die Frau war klasse.

Falls wir uns vor dem 31. Oktober am Mittwoch nicht wieder lesen: Happy Halloween und schöne Feiertage!

 

Antworten

1.) Was war diese Woche richtig gut?

Die Session im Fitti am Donnerstag war phänomenal. Ich habe durchschnittlich an sämtlichen Maschinen in nur anderthalb Monaten und trotz 2x 2 Wochen Krankheit 10kg aufgelegt, teils sogar mehr (am meisten stolz bin ich auf den Fortschritt an der Adduktionsmaschine von 25 auf 55kg). Die Waage zeigt noch das selbe Gewicht an wie zum Start Anfang September, aber ich habe an Umfang verloren, passe in Sachen, die ich mir gekauft habe, als sie noch etwas zu eng waren und ich bin stärker.

2.) Hast Du ein Testament oder planst, eines zu verfassen?

Ich habe schon einige Male darüber nachgedacht. Allerdings glaube ich, dass mein Nachlass (hahahahaha, 2,50€ im Sparschwein!) sicher geregelt ist, da alles an mein Kind gehen würde und solange das minderjährig ist, an dessen Vater geht. Eigentlich müsste ich mich da aber einmal einlesen, wie es wirklich ist, ob das so stimmt.

Andererseits kann ich mir nicht einmal die notarielle Beglaubigung leisten, also ist da nicht wirklich was zu erben.

3.) Wie erklärst Du Dir Verschwörungstheorien?

Im Zuge meines diessemestrigen Seminars über ebenjene habe ich mir darüber schon Gedanken gemacht. Da gibt es einmal die positiven Verschwörungen, etwa dass Elvis noch lebt oder wiedergeboren wird. Da spielt der Heldengedanke eine große Rolle; Elvis kommt zurück und alles wird gut. Dementsprechend kann man solche Verschwörungsgedanken als Sehnsucht nach einem besseren Leben, Erwarten eines Messias etc. einordnen.

Dann gibt es aber auch die negativen, apokalyptischen Ideen, etwa die Reptiloiden, die uns alle energetisch aussaugen und wahlweise versklaven oder töten wollen. Da kann Paranoia mit hineinspielen, oder es ist eine Plausibilisierungsstrategie für etwas, das man nicht versteht oder hinnehmen will, siehe Mondlandung.

Man muss aber auch aufpassen, dass man sie nicht alle über einen Kamm schert. Es gibt durchaus plausible Theorien. Watergate fing auch als eine Verschwörungstheorie an und derjenige, der sie vermutete, wurde als Irrer abgetan. Dann stellte sich heraus, dass er Recht hatte…

4.) Die Wahl der Qual: Einen Monat ohne Internet oder umziehen müssen?

Dann lieber umziehen, denn einen Monat ohne Internet würde mich wirklich an den Rand der Verzweiflung bringen, Stichwort Uni. Studieren ohne Internet ist nicht mehr möglich.

Umziehen würde ich sogar liebend gerne; ich mag unsere Wohnung nicht, an jeder Ecke muss was gemacht werden, aber der Vermieterverein investiert lieber in Schnulli.

Freitagsfragen

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Da sind sie wieder, die Freitagsfragen. Nachdem sie leider 2 mal ausfallen mussten, sind sie jetzt endlich wieder da. Los geht es!

1.) Was war diese Woche richtig gut?

2.) Hast Du ein Testament oder planst, eines zu verfassen?

3.) Wie erklärst Du Dir Verschwörungstheorien?

4.) Die Wahl der Qual: Einen Monat ohne Internet oder umziehen müssen?

Habt ein schönes Wochenende!

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Update

Tja nun. Die letzte Woche war hart.

Wir sind getrennt, aber nach einem ruhigeren Gespräch haben wir uns darauf geeinigt, es trotzdem noch einmal zu versuchen, uns anzunähern. Ganz langsam. So wie man das machen würde, hätte man gerade erst angefangen zu daten. Inklusive der Dates.

Das hatten wir alles nicht, da wir nach 2 Monaten feststellten, dass unser kleines Mäuschen existiert. Direkt zusammen gezogen, mit voller Geschwindigkeit in die Beziehung gerast und irgendwann die Kontrolle verloren.

Hinzu kommt, dass wir beide fast immer zuhause sind. Zar machen wir jeder unser Ding, er programmiert, ich studiere, aber trotzdem sieht man sich ständig. Und wie meine Mutter sagte: Hätte er einen Job außer Haus, würde er sich darauf freuen, nach Hause zu kommen, euch zu sehen und würde sich gar nicht die Gedanken machen, die er sich machte, bevor er Schluss machte. Volle Zustimmung meinerseits.

Die nächsten Tage waren wunderschön und sehr intensiv. Jetzt hat sich der Alltag wieder eingeschlichen und wir überlegen, wie wir etwas Pepp rein bringen, damit wir uns nicht gegenseitig ankotzen.

Ich muss immer mal weinen, weil ich trotzdem sehr traurig bin. Allerdings habe ich mich über eure vielen Kommentare und auch über die Hilfe meiner Freundinnen sehr gefreut. ♥ Danke!

Gestern mussten wir das Mäuschen eher aus dem Kindergarten abholen und den Rest der Woche bleibt sie zu Hause, was unserem heutigen Date natürlich einen Strich durch die Rechnung macht. Normalerweise wäre ich jetzt ein wenig durchgedreht, aber ich versuche mich einfach zu Gedulden bis nächste Woche. Versuche weniger zu klammern. Auch wenn ich jetzt eine scheiß Angst habe. Naja.

Ansonsten habe ich unimäßig auch viel zu tun, schreibe noch immer 2 Hausarbeiten und mache einen sehr arbeitsintensiven Kurs zum Academic Writing auf Englisch, was mich für die Arbeit in englischsprachigen Ländern qualifizieren soll. Sehr praktisch also.

Morgen kommen dann endlich wieder Freitagsfragen, ich hoffe ihr versteht, dass die einfach nicht gingen.

Bis morgen also!

Status Quo

Wenn du denkst es geht nicht schlimmer…

Ich bin seit 5 Wochen krank.

Ich habe Geldsorgen.

Ich habe Deadlines im Nacken sitzen.

Ich habe durch das neue Semester Stress an der Uni.

Ich weiß nicht, wie ich alles schaffen soll.

Und jetzt bin ich auch noch single. Allein. Verlassen.

Ich fühle mich wie eine Versagerin. Nichts im Leben erreicht. Niemanden der mich liebt.

Klar, ich habe meine Tochter. Und ich bin dem Universum unendlich dankbar für sie. Ohne sie…aber das sagt man nicht.

Ich will nicht mehr. Ich hab die Schnauze voll. Ich gebe nur nicht auf, weil ich meiner Maus eine gute und vor allem existente Mutter sein will.

Status Quo

Mir geht es schlecht. Sogar zunehmend schlechter.

War es vor zwei Wochen noch eine fiese, aber halbwegs normale Erkältung, die mich nieder riss, kann ich mein Leiden, das mir aktuell Schlaf und Nerven raubt, kaum benennen. Ich vermute aber, es ist recht nah an einer Lungenentzündung. Es schmerzt. Aber anders als bei herkömmlichen Bronchien- oder Lungenentzündungen (mit Beteiligung des Asthmas) fühlt es sich fürchterlich trocken an. Immerhin, vom letzten Besuch bei der Hausärztin kam ich mit einem erweiterten Asthmaspray heim, das sowohl Cortison enthält als auch etwas Bronchienerweiterndes. Das Zeug wirkt, im Gegensatz zum sonst üblichen Salbutamol, echt Wunder.

Die Schmerzen in der Brust und dem Rücken aber bleiben und das macht mich fertig, lenken aber immerhin von den seit Wochen entzündeten Mandeln ab, yay. Heute konnte ich mich nicht einmal um Püppi kümmern.

Hinzu kommt, dass ich gestern Abend nicht nur meinen Laptopbildschirm zerstört habe, den ich glücklicherweise mit meinem alten und riesigen PC-Bildschirm ersetzen kann.

Meine letzte Katze ist am Abend gestorben. Ich kann gar nicht genau sagen, wie alt sie eigentlich wurde. 15 oder 17 Jahre alt war sie bestimmt. Ich bin traurig, kann es aber noch gar nicht wirklich begreifen.

Nächste Woche fängt die Uni wieder an und gleich am ersten Wochenende habe ich ein Blockseminar. Hoffentlich bin ich bis dahin wieder fit.

So lange verkrieche ich mich im Bett und lese mein Buch über den Ersten Weltkrieg und die Geschichte der Familie im 19. und 20. Jahrhundert. Die Hausarbeiten warten nicht.

Wie ich abgenommen habe

…trotz Schokolade und wenig Sport.

Nachdem Püppi geboren war, habe ich mich ziemlich gehen lassen. Ich habe schlecht gegessen und mich zuwenig bewegt. In der ersten Zeit war das okay, als Neueltern darf man sich eine Weile von Fertigfraß ernähren. Allerdings blieb es bei uns nicht nur bei dieser Weile, sondern wurde zur Gewohnheit. Hunger? Zack, Packung auf, Zeug erwärmen, essen. Heißhunger? Kein Problem, Chips, Schokolade und Gummibärchen  waren immer verfügbar.

Ich bekam immermal wieder ein schlechtes Gewissen mir selbst gegenüber und kaufte das „gute“ Fertigzeug, aber seien wir mal ehrlich, damit belügt man sich nur selbst. Keine Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker heißt noch lange nicht gesund.

Irgendwann hatten wir davon genug und beschlossen rigoros, etwas zu ändern. Und damit meine ich tatsächlich uns beide, Mr. English und mich. Darüber bin ich sehr froh, dass er nicht nur mitgezogen ist, sondern auch motiviert und hin und wieder ermahnt hat. Im Alleinkampf, vor allem dann, wenn der andere eben doch noch „böse“ Sachen isst, nimmt es sich sehr viel schwerer ab. Wobei der Ernährungswechsel anfangs gar nicht mal vordergründig zum Abnehmen, sondern zur gesunden Lebensführung gedacht war. Aber ich schweife ab. So haben wir’s gemacht:

  • Portionsgrößen überdenken: oft schaufelt man sich zu viel auf den Teller und isst alles auf, weil es eben da ist.
  • Das geht über in den nächsten Punkt: warten. Und zwar wenn man den Teller leer hat und denkt, man könnte eigentlich Nachschlag holen. Stimmt meistens nicht.
  • Frisch kochen. Fertigfraß ist Fertigfraß ist Fertigfraß. (Besonders motivierend ist, wenn man ein Kleinkind hat, das anfängt vom Tisch zu essen und man dem kein Junkfood geben will.)
  • Kohlehydrate näher betrachten: kurzkettige Kohlehydrate wie Weißmehl und Zucker eintauschen gegen langkettige Kohlehydrate wie Vollkornmehl, Kartoffeln und Naturreis.
  • Kohlehydrate reduzieren: zum einen spielt das in den Punkt der Portionsgrößen hinein, oder vielmehr in die Relation. Weniger Nudeln, mehr Gemüse. Zum anderen kann man oftmals Reis und Co super eintauschen gegen Hülsenfrüchte.
  • Zucker hinauswerfen. Mr. English hat das wirklich rigoros komplett durchgezogen und Annika hat davon gestern berichtet, wie es ihr damit ergeht. Ich habe das vor Jahren mal versucht und hatte zu heftige Reaktionen, um mir das noch einmal anzutun. Jedoch: Ich esse sehr viel weniger Zucker, habe den Zucker im Kaffee gegen Süßli eingetauscht, mache keinen Zucker sondern süße Früchte ins Porridge (Himbeeren!!!) und esse weniger Süßkram. Wenn man selber kocht hat man mit einem Schlag ganz automatisch eine ganze Menge Zucker aus dem Speiseplan entfernt.
  • Ich hungere nicht. Wer hungert, läuft Gefahr, Blödsinn zu essen. Das heißt: genug zu den Mahlzeiten essen, aber die Mahlzeiten schlau zusammenstellen. Niemals niemals niemals sollte man beim gesunden Abnehmen weniger als den täglichen Mindestbedarf essen. Crashdiäten mit 500kcal/Tag sind Schrott. Es geht beim Abnehmen nicht um so schnell so viel wie möglich, sondern darum, seinen Lebenswandel umzustellen und Gewohnheiten aufzubrechen, zu erneuern und zu festigen.

So habe ich in 5 Monaten 12kg abgenommen und habe nichts weiter gemacht, als gesund zu essen. Okay, die Umstellung am Anfang war etwas hart, aber nach zwei Wochen hat man sich daran gewöhnt. Gut ist es, wenn man immer ein fertiges vorgekochtes Essen zuhause hat, dann kommt man nicht in Versuchung, doch wieder Schrott zu essen.

Brot war für mich eine große Umstellung, denn als Deutsche bin ich nun mal gewohnt, Brot zum Frühstück und auch zum Abendessen zu essen. So habe ich aufgehört, Brot zu kaufen und esse stattdessen Porridge zum Frühstück (Haferflocken und Milch in eine Schüssel, 1 Minute in die Mikrowelle, Früchte rein, fertig) und Eier mit Gemüse zum Abendbrot. Brot ist etwas ganz fieses, wenn man es nicht selber backt. Denn es ist IMMER Zucker drin und gerade dann, wenn man denkt, man kauft sich ein „gesundes“ Dunkles, schlägt einem die Zutatenliste mit voller Wucht in die Kauleiste. Nicht geil. Mittlerweile habe ich zugegeben wieder Brot im Haus, esse aber weniger und noch nicht einmal täglich welches und kaufe vor allem Eiweißbrot ohne Zucker. Hart zu finden, lohnt sich aber und schmeckt mir besser als die Pampe, die so im Regal NICHT  vor sich hingammelt, weil sie tütenweise Chemie dagegen intus hat…

Übrigens, ich war nicht ganz ohne Bewegung, denn ein Spaziergang mit Püppi von mindestens einer Stunde täglich ist hier Gesetz. 😉

Noch ein Wort zu den Kohlehydraten. Durch Blogs, Diätgurus und dergleichen bin ich auf Low Carb aufmerksam geworden. Ich habe gründlich darüber nachgedacht und recherchiert, es aber für mich abgelehnt, weil ich denke, dass es auf Dauer eine ungesunde, unausgeglichene Ernährungsweise mit möglichen Langzeitfolgen ist, die ich nicht riskieren möchte. Ich wollte zudem keine temporäre Änderung, sondern eine permanente – Low Carb hätte ich nicht lange beibehalten wollen.

Viel wichtiger als Lebensmittel nach gut und ganz ganz böse einzuteilen finde ich ein Mittelmaß zu finden, ein Gefühl dafür, wie viel man von etwas haben kann, das nicht gesund ist, aber in Maßen auch nicht schädlich.

Außerdem will ich nicht auf Obst verzichten. So ein Ernährungsmythos. Obst hat Zucker und gilt daher als ganz böse, jedoch kommen damit auch Ballaststoffe, Vitamine und dergleichen. Es sättigt. Es ist kein Teufelszeug, das manch einer verbannt, weil er dies oder jenes Konzept gelesen und mitunter falsch verstanden hat.

Mittlerweile gehe ich wie in früheren Posts erwähnt ins Fitti oder versuche es zumindest (bin aber SCHON WIEDER zu krank dafür), wo ich viel Krafttraining mache. Mehr Muskeln, mehr Verbrauch, mehr Abnahme.

Übrigens: Gesunde Abnahme sagt man findet durchschnittlich zwischen 400 und 800 Gramm pro Woche statt.

Schmeißt also die Diätratgeber und Crashdiätanleitungen weg und geht kleine Schritte.

Internetkultur ist tot

Ich hasse Internetler.

Egal ob das auf Social Media ist, in Foren, auf Verkaufsplattformen, Youtube oder weiß der Geier wo. Die Internetmenschheit geht den Bach runter.

Es gibt noch „die Guten“, die argumentieren, freundlich und höflich sind, es mit Grammatik und Rechtschreibung mindestens versuchen. Die nette Kommentare lassen, loben, ihrer Bewunderung Ausdruck verleihen oder einfach weiterscrollen, wenn sie mit der neuen Haarfarbe von Sandy Popperdingens nicht zufrieden sind. Die scheinen aber zunehmend zu verschwinden oder zu verstummen.

Stattdessen findet sich eine scheinbar wachsende Masse von Brüllaffen, Idioten, Arschlöchern, Gestörten, Menschenhassern, Besserwissern, Alleskönnern, Taugenichtsen, Illiteraten, Verschwörungstheoretikern, Vollpfosten, Schleimscheißern*, Lakritzeessern und Pissnelken.

*lol die Rechtschreibprüfung kennt Schleimscheißer, aber keine Verschwörungstheoretiker

Ich meine dabei nicht einmal Trolle, die Grütze labern, die sie in den meisten Fällen nicht selber glauben, nur um andere Leute auf die Palme zu bringen oder zu schocken. Nein, schlimmer: diese Nussfritten meinen das völlig ernst! Und fühlen sich dabei auch völlig im Recht und in Ordnung!

Elternforen, in denen sich Eltern austauschen und Tipps geben sollten und vor allem verdammt nochmal gegenseitig unterstützen, weil Elternsein oft verdammt hart ist, sind voll von Übermuttis und Supervätern, die die Erziehungsweisheit mit dem Löffel gefressen und Engelchen erzogen haben, die die nächsten Heiligen werden, glaubt man deren Ausführungen.

Verkaufsplattformen sind voll von „Noch da?????“ und „Was ist letzter Preis“ oder „ich bezahl 10 Cent und du die Versandkosten“ – Fotzen, die am liebsten ihren Arsch hinterher getragen haben und dafür bezahlt werden möchten.

Youtube und Facebook und Twitter sind voll von Spinnern, Rassisten, Misogynisten und ähnlichem Abschaum menschlicher Kreation. Man möchte sie alle in einen Sack stecken, in den Rhein werfen und dafür genauso keine Konsequenzen erfahren wie sie.

Was ist nur mit denen los? Glauben die allen Ernstes noch immer, dass sie anonym sind? NIEMAND ist anonym. Wenn mir oder meiner Familie jemand ernsthaft im Internet schaden würde, wüsste ich genau, an wen ich mich wenden muss, um persönliche Informationen über diese Person herauszufinden und weitere Schritte einzuleiten. Es gibt Mittel und Wege, das müssen die doch im Hinterkopf haben, sofern da überhaupt noch etwas verdrahtet ist?

Fühlen die sich stark im Internet, weil sie in ihrem sonstigen Leben Niemande sind? Haben sie zu kleine krumme Pimmel? Sind sie einsam? Gelangweilt? Einfach nur dumm?

Es ergibt sich mir wirklich nicht, wie jemand mit nur einem Fünkchen elterlicher Erziehung -gut oder schlecht- fertig bringen kann, sich so scheiße aufzuführen, wie es viele heute tun.

Oder ist es bloß eine laute, auffällige Minderheit, die das Erlebnis Internet für so viele wie möglich versauen möchten?

Es kann jedenfalls nicht so weiter gehen. Daher bitte ich alle, die sich genauso genervt fühlen:

  • meldet diese Kackbratzen
  • schreibt ihnen entgegen
  • zieht Konsequenzen
  • schaut nicht weg

Es reicht nun wirklich mit dem laissez-faire, es wird Zeit, dass dem wieder Einhalt geboten wird. Es ging doch schließlich schon mal anders.