Wie ich abgenommen habe

…trotz Schokolade und wenig Sport.

Nachdem Püppi geboren war, habe ich mich ziemlich gehen lassen. Ich habe schlecht gegessen und mich zuwenig bewegt. In der ersten Zeit war das okay, als Neueltern darf man sich eine Weile von Fertigfraß ernähren. Allerdings blieb es bei uns nicht nur bei dieser Weile, sondern wurde zur Gewohnheit. Hunger? Zack, Packung auf, Zeug erwärmen, essen. Heißhunger? Kein Problem, Chips, Schokolade und Gummibärchen  waren immer verfügbar.

Ich bekam immermal wieder ein schlechtes Gewissen mir selbst gegenüber und kaufte das „gute“ Fertigzeug, aber seien wir mal ehrlich, damit belügt man sich nur selbst. Keine Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker heißt noch lange nicht gesund.

Irgendwann hatten wir davon genug und beschlossen rigoros, etwas zu ändern. Und damit meine ich tatsächlich uns beide, Mr. English und mich. Darüber bin ich sehr froh, dass er nicht nur mitgezogen ist, sondern auch motiviert und hin und wieder ermahnt hat. Im Alleinkampf, vor allem dann, wenn der andere eben doch noch „böse“ Sachen isst, nimmt es sich sehr viel schwerer ab. Wobei der Ernährungswechsel anfangs gar nicht mal vordergründig zum Abnehmen, sondern zur gesunden Lebensführung gedacht war. Aber ich schweife ab. So haben wir’s gemacht:

  • Portionsgrößen überdenken: oft schaufelt man sich zu viel auf den Teller und isst alles auf, weil es eben da ist.
  • Das geht über in den nächsten Punkt: warten. Und zwar wenn man den Teller leer hat und denkt, man könnte eigentlich Nachschlag holen. Stimmt meistens nicht.
  • Frisch kochen. Fertigfraß ist Fertigfraß ist Fertigfraß. (Besonders motivierend ist, wenn man ein Kleinkind hat, das anfängt vom Tisch zu essen und man dem kein Junkfood geben will.)
  • Kohlehydrate näher betrachten: kurzkettige Kohlehydrate wie Weißmehl und Zucker eintauschen gegen langkettige Kohlehydrate wie Vollkornmehl, Kartoffeln und Naturreis.
  • Kohlehydrate reduzieren: zum einen spielt das in den Punkt der Portionsgrößen hinein, oder vielmehr in die Relation. Weniger Nudeln, mehr Gemüse. Zum anderen kann man oftmals Reis und Co super eintauschen gegen Hülsenfrüchte.
  • Zucker hinauswerfen. Mr. English hat das wirklich rigoros komplett durchgezogen und Annika hat davon gestern berichtet, wie es ihr damit ergeht. Ich habe das vor Jahren mal versucht und hatte zu heftige Reaktionen, um mir das noch einmal anzutun. Jedoch: Ich esse sehr viel weniger Zucker, habe den Zucker im Kaffee gegen Süßli eingetauscht, mache keinen Zucker sondern süße Früchte ins Porridge (Himbeeren!!!) und esse weniger Süßkram. Wenn man selber kocht hat man mit einem Schlag ganz automatisch eine ganze Menge Zucker aus dem Speiseplan entfernt.
  • Ich hungere nicht. Wer hungert, läuft Gefahr, Blödsinn zu essen. Das heißt: genug zu den Mahlzeiten essen, aber die Mahlzeiten schlau zusammenstellen. Niemals niemals niemals sollte man beim gesunden Abnehmen weniger als den täglichen Mindestbedarf essen. Crashdiäten mit 500kcal/Tag sind Schrott. Es geht beim Abnehmen nicht um so schnell so viel wie möglich, sondern darum, seinen Lebenswandel umzustellen und Gewohnheiten aufzubrechen, zu erneuern und zu festigen.

So habe ich in 5 Monaten 12kg abgenommen und habe nichts weiter gemacht, als gesund zu essen. Okay, die Umstellung am Anfang war etwas hart, aber nach zwei Wochen hat man sich daran gewöhnt. Gut ist es, wenn man immer ein fertiges vorgekochtes Essen zuhause hat, dann kommt man nicht in Versuchung, doch wieder Schrott zu essen.

Brot war für mich eine große Umstellung, denn als Deutsche bin ich nun mal gewohnt, Brot zum Frühstück und auch zum Abendessen zu essen. So habe ich aufgehört, Brot zu kaufen und esse stattdessen Porridge zum Frühstück (Haferflocken und Milch in eine Schüssel, 1 Minute in die Mikrowelle, Früchte rein, fertig) und Eier mit Gemüse zum Abendbrot. Brot ist etwas ganz fieses, wenn man es nicht selber backt. Denn es ist IMMER Zucker drin und gerade dann, wenn man denkt, man kauft sich ein „gesundes“ Dunkles, schlägt einem die Zutatenliste mit voller Wucht in die Kauleiste. Nicht geil. Mittlerweile habe ich zugegeben wieder Brot im Haus, esse aber weniger und noch nicht einmal täglich welches und kaufe vor allem Eiweißbrot ohne Zucker. Hart zu finden, lohnt sich aber und schmeckt mir besser als die Pampe, die so im Regal NICHT  vor sich hingammelt, weil sie tütenweise Chemie dagegen intus hat…

Übrigens, ich war nicht ganz ohne Bewegung, denn ein Spaziergang mit Püppi von mindestens einer Stunde täglich ist hier Gesetz. 😉

Noch ein Wort zu den Kohlehydraten. Durch Blogs, Diätgurus und dergleichen bin ich auf Low Carb aufmerksam geworden. Ich habe gründlich darüber nachgedacht und recherchiert, es aber für mich abgelehnt, weil ich denke, dass es auf Dauer eine ungesunde, unausgeglichene Ernährungsweise mit möglichen Langzeitfolgen ist, die ich nicht riskieren möchte. Ich wollte zudem keine temporäre Änderung, sondern eine permanente – Low Carb hätte ich nicht lange beibehalten wollen.

Viel wichtiger als Lebensmittel nach gut und ganz ganz böse einzuteilen finde ich ein Mittelmaß zu finden, ein Gefühl dafür, wie viel man von etwas haben kann, das nicht gesund ist, aber in Maßen auch nicht schädlich.

Außerdem will ich nicht auf Obst verzichten. So ein Ernährungsmythos. Obst hat Zucker und gilt daher als ganz böse, jedoch kommen damit auch Ballaststoffe, Vitamine und dergleichen. Es sättigt. Es ist kein Teufelszeug, das manch einer verbannt, weil er dies oder jenes Konzept gelesen und mitunter falsch verstanden hat.

Mittlerweile gehe ich wie in früheren Posts erwähnt ins Fitti oder versuche es zumindest (bin aber SCHON WIEDER zu krank dafür), wo ich viel Krafttraining mache. Mehr Muskeln, mehr Verbrauch, mehr Abnahme.

Übrigens: Gesunde Abnahme sagt man findet durchschnittlich zwischen 400 und 800 Gramm pro Woche statt.

Schmeißt also die Diätratgeber und Crashdiätanleitungen weg und geht kleine Schritte.

 

UPDATE: Update: Diät. Wie ich vom Plateau herunter kam

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4 Kommentare zu „Wie ich abgenommen habe

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