Über den Tod sprechen: Teil 3

Teil 1

Teil 2

 

21. Wie fühlst du dich, wenn in Büchern oder Filmen jemand stirbt?

Das kommt ganz darauf an, wie ich selber gerade drauf bin, wie es im Film/ in der Geschichte verarbeitet ist und wie wichtig die Person für die Handlung war.

Es gab Zeiten, da hat mich das zu sehr mitgenommen, sodass ich solche Szenen nicht geschaut/ gelesen habe oder gleich gestoppt -oder gar nicht erst angefangen- habe. Das waren Zeiten, in denen ich selbst noch trauerte.

Kinder und Hunde nehmen mich immer mit. Bei allen anderen ist es mal so, mal so.

22. Hast du das Gefühl, noch viel Zeit vor dir zu haben, um dein Leben zu gestalten?

Ja und nein.

Ein einziger Tag kann viel verändern.

Aber das Leben ist kurz und so viele Tage haben wir gar nicht.

23. Gibt es Dinge, die du rückblickend in deinem Leben anders machen würdest?

Ja.

Andererseits bin ich durch jede einzige meiner Entscheidungen da angelangt, wo ich jetzt bin. Ob es besser gewesen wäre, das oder jenes anders zu machen? Das weiß niemand.

24. Wie oft sagst du den wichtigen Menschen in deinem Leben (Partnerschaft, Familie, Freunde) anlasslos, was sie dir bedeuten?

Meiner Tochter sage ich jeden Tag, dass ich sie liebe.

Dem Engländer ein paar Mal die Woche.

Der Herzfreundin hin und wieder.

Anderen versuche ich es zu zeigen.

25. Findest du, du könntest das öfter machen? Wenn ja, was hat dich bisher davon abgehalten?

Ja, Freunden und Freundinnen könnte ich das öfter sagen. Mich hält ab, dass ich es nicht so gelernt habe und es (auf deutsch) doch manchmal schwer über die Lippen kommt. Dafür sage ich, wie viel mir ein Tag oder eine Geste bedeutet hat, wie sehr ich mich freue, sie wiederzusehen oder ein paar schöne Stunden miteinander verbracht zu haben.

26. Was denkst du über Sterbehilfe?

Ich denke, das sollte jede/r selbst entscheiden dürfen. Wenn nichts mehr geht und nichts mehr hilft und jemand nur noch leidet, soll er/sie gehen dürfen. In freiem Willen. Haustieren sprechen wir diesen würdevolleren Abschied auch zu.

27. Gäbe es Szenarien, bei denen du dir so etwas für dich vorstellen könntest?

Ja, wenn ich nur noch künstlich am Leben erhalten werden könnte und nicht mehr bei Bewusstsein wäre.

28. Wenn sich ein dir nahestehender Mensch für Sterbehilfe entscheiden würde, könntest du das verstehen? Und verzeihen?

Ich könnte das verstehen und ich könnte es verzeihen. Je nachdem wie nah die Person ist, wäre ich wohl auch gerne dabei, falls das für denjenigen/ diejenige okay ist.

Über den Verlust selber hinweg zu kommen ist eine andere Sache.

29. Gab es schon einmal eine Situation in deinem Leben, in der du dachtest “jetzt sterbe ich”? Hat dich das verändert?

Als ich 14 Jahre alt war und eine allergische Reaktion auf Penicillin hatte, mein Hals immer dicker zuschwoll und das zuerst angefahrene Krankenhaus uns wieder wegschickte. Das zweite Krankenhaus hat die Lage auch nicht erkannt. Eine Bereitschaftsärztin hat mich dann gerettet.

Komischerweise mit einem Präparat mit einer Minidosis Penicillin.

Ob mich das verändert hat? Ich bin jedenfalls vorsichtiger mit Medikamenten.

30. Was für eine Art Sterben wünschst du dir?

Schmerzlos. Zu Hause. Wenn ich mit allem abgeschlossen habe und Abschied nehmen konnte. Das wäre ideal. Ist aber wohl eher selten.

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