Eintopf

Beziehungen sind eine komische Sache. Man genießt sie eine verhältnismäßig kurze Zeit so richtig. Dann kommt der Alltag und man trottet vor sich hin. Plötzlich quietscht und knarzt es, der Haussegen hängt auf halb Acht und man begreift, wie wichtig der andere einem ist, wenn man dabei ist, ihn zu verlieren. Dabei hätte man schon viel eher daran arbeiten können, die Beziehung zu pflegen und für beide Seiten ansehnlich zu halten. Gemütlich, aber nicht zu gemütlich. Vielleicht machen das normale Menschen auch und nur ich habe nie gelernt, wie das geht. Wie auch mit stets streitenden Eltern, die sich ja doch nie trennen. Irgendwie hatte ich nie im Kopf, dass man sich trotzdem trennen könnte. Und da haben wir doch die Misere: man fühlt sich sicher, bis man sich nicht mehr sicher fühlt. Ich für meinen Teil bin mir gar nichts mehr sicher und schlafe entsprechend seit einigen Nächten nur noch mit medizinischer Hilfe. Ich habe in den letzten vier Tagen 2kg verloren, weil auch Essen einfach nichts ist, das mir jetzt irgendwie läge. Essen kann ich wieder, wenn ich glücklich bin. Falls ich es je wieder werde. Ich zweifle noch. Was jetzt negativer klingt, als ich es gemeint habe. Ich resigniere bloß. Was vielleicht doch negativer ist, als ich es gerade fühle. Wie gesagt, ich bin mir in nichts mehr sicher. Besonders nicht, was ich nach dem Bachelor mache. Und das macht Druck. Und dann kommt noch Druck von außen. Bis ich irgendwann zu einer kleinen Murmel zusammengedrückt werde. Klein und fest, aber innen hohl. Weil da auch schon Druck war.

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Meine Haut sieht nach wie vor scheiße aus, nur ein bisschen weniger scheiße als vor wenigen Tagen noch. Die Hände schälen sich in dicken Flocken. Bisher habe ich mich versteckt, wollte nicht gesehen werden. Heute traute ich mich doch hinaus. Mit ganz viel Makeup zwar, aber immerhin. Jetzt kann ich den Rest der Woche wieder zuhause bleiben.

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Wenn ihr mal eine wirklich schöne Sendung schauen wollt, eine, die euch glücklich macht und das Herz ganz leicht, schaut „The Good Place“ mit Kirsten Bell. Eleanor stirbt und landet im Himmel, oder was auch immer man den Ort nennen möchte. Schnell erkennt sie aber, dass ein Fehler passiert sein muss. Von da an wird es chaotisch, ohne aber zu nerven. Was für eine schöne Sendung! Zugegeben, den Piloten fand ich so lala, ganz okay aber nicht weiter der Rede wert. Aber dann machte es BOOM und ich verliebte mich. Jeder einzelne Charakter ist auf seine Weise liebenswürdig. Das ist selten. Vor allem war die Überraschung gut, sie überraschte mich. Trotz einer Ahnung.

Eine andere tolle Serie ist The Marvelous Mrs. Maisel. Mitch unterstützt ihren Mann in seinem Hobby, der Stand Up Comedy. Er ist ganz okay, aber kein wirkliches Talent und hat entsprechend nur mäßig Erfolg. Er verlässt sie, um seinem Traum, professioneller Comedian zu werden, folgen zu können. Sie ist zerstört, betrinkt sich und ergreift das Mikrofon. Den Rest müsst ihr selber gucken.

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Püppi wird immer größer und selbständiger. Im Kindergarten geht sie jetzt selbständig aufs Klo – und davon hatte ich bis heute Morgen gar keine Ahnung. Sie zieht sich die Windel selber aus und setzt sich auf’s Klo. Ich bin so stolz. Und ein bisschen fühle ich mich schuldig, denn als sie während ihrer Krankheit zu Hause war, zog sie auch ihre Windel aus und ich hielt sie auf, weil ich dachte, sie habe Flausen im Kopf. Das war ein Fehler von dem ich hoffe, dass er keine ernsten Konsequenzen haben wird.

(Ich solle Unterhemden und Slips kaufen. Habt ihr eine Ahnung,
wie schwierig es ist, in den normalen Kleiderläden Hemdchen
und Slips in den kleinen Größen zu finden? What the heck?)

Ich liebe dieses Mäuschen so sehr. Jeden Morgen kommt sie erst einmal eine Runde kuscheln. Ohne dass ich sie fragen muss gibt sie mir auch mal ein Küsschen. Manchmal ziemlich nasse Küsschen, aber die Geste ist so niedlich. Sie hat einen tollen Humor und versucht immer, mich zum Lachen zu bringen. Besonders wenn sie sieht, dass ich gerade nicht so gut drauf bin. Sie spielt gern mit mir, aber auch eigenständig. Und sie hilft mir, wenn ich aufräume. Manchmal dauert dadurch alles länger, aber das ist mir egal. So klein ist sie schließlich nur einmal und ziemlich kurz. Sie scheint schon ein bisschen in die Autonomiephase gerutscht zu sein, was sich vor allem bemerkbar macht, wenn sie müde ist und etwas nicht haben oder tun kann. Bisher verläuft es aber sehr mild. Toi toi toi!

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McDonalds hat eine irische Fast Food Kette, Supermacs, vor Gericht gezerrt, weil sie Burger mit dem Namenszusatz Mac im Angebot haben. McDonalds hat nicht nur diesen Streit verloren, sondern auch die Namensrechte in der gesamten EU, wodurch Supermacs nun auch außerhalb Irlands Läden eröffnen darf. Die Welt fühlt sich heute ein bisschen gerechter an, finde ich.

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