Woah, Nelly!

Dreimal Kräftemessen, dreimal gewonnen. Wenn ich einmal in Fahrt bin, sollte man mich nicht weiter auf die Palme bringen. Bitches get stitches.

Was war passiert?

Über die Sache mit der AOK hatte ich ja gesondert berichtet. Falls ihr die Updates nicht gesehen habt: ich habe die benötigte Bescheinigung von der Uni bekommen und damit auch die günstigere studentische Versicherung. Mein persönlicher Berater hat sich auch gemeldet (und eine Abfuhr von mir bekommen. Too little, too late.) Entweder hat ihm die Pressestelle auf die Finger geklopft oder der Filialleiter, dem ich eine Beschwerdemail geschrieben habe und darum bat, einen anderen persönlichen Berater für mich zu finden. Vielleicht auch beide, wer weiß.

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EasyComplicatedjet konnte mir zwar nicht den benötigten Boardingpass ausdrucken. Dafür haben wir aber kostenfrei Sitzplätze nebeneinander bekommen. Dafür muss man sonst extra zahlen. Ein kleiner Gewinn also.

Und dann ist da noch die Sache mit…nennen wir sie Nelly. Auf Mamikreisel habe ich bei Nelly einige Dinge für Püppi gekauft. Das war schon kompliziert genug, aber da zu erklären führte jetzt zu weit. Jedenfalls bezahlte ich am Montag, den 2. Juli (wenn ihr jetzt auf das Datum schaut und euch fragt, ob das noch aktuell ist: ja, ist es noch. Ja, so habe ich auch geguckt. Okay, vielleicht dezent genervter. Vielleicht auch ein bisschen mehr als dezent. Nagut, zugegeben, mir ist die Hutschnur geplatzt. Aber von vorn.) Ich bezahlte und ging davon aus, dass sie das Paket bald losschicken würde; in ihrem Profil stand, dass das schon einmal 2 Tage dauern könne. Damit konnte ich leben. Ich wusste nicht, dass sie eine Tageszählschwäche hat.

Jedenfalls sollte DHL das Paket bei Nelly am Samstag  danach (7.7.) abholen (was ich schon reichlich spät fand, aber naja. War jetzt auch nicht dramatisch. Dachte ich.) Angeblich tat DHL das nicht, keine Ahnung ob ich ihr glauben soll oder nicht, in dem Moment tat ich es. Sie wollte es dann am nächsten Samstag (14.7.) persönlich hinbringen (echt? so spät?), dann ging das auch nicht und es sollte Montag (16.7.) geschehen und sie wollte mich benachrichtigen. Nelly benachrichtigte mich nicht und ein Päckchen kam auch nicht. So schrieb ich sie sowohl an dem Montag als auch am Mittwoch (18.7.) an, erhielt aber beide Male keine Nachricht zurück, sodass ich mich gezwungen war, ihr am Donnerstag (19.7.) mit weiteren Schritten zu drohen, sollte das Päckchen nicht spätestens Samstag ankommen. Am Freitag (20.7.) funktionierte magischerweise die App, die ihr sonst angeblich keine Nachrichten anzeigte und sie konnte das Paket auch tatsächlich zur Post schaffen (ich habe die Sendungsverfolgungsnummer.) Vielleicht kommt es also noch vor unserem Abflug an, von dem ich ihr zeitnah bescheid sagte.

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Wisst ihr, was diese drei Stories gemein haben und was mich so richtig daran ankotzt? Ich habe bei allen drei Dingen erst bekommen, was ich wollte (und das waren keine überirdischen Anforderungen), nachdem ich sehr deutlich und etwas unfreundlich wurde.

Bei Nelly war es die Androhung weiterer Schritte, bei easyjet die (nicht mehr ganz so höflich formulierte) Bitte, meine Nachrichten auch zu lesen, statt mir zusammenhangslose Sätze aus der Homepage zu kopieren, die mir schon dort nicht geholfen haben und weswegen ich mich erst an ihren Facebookaccount wendete, an den ich mich gezwungenermaßen wendete, weil sie kein verf*** Kontaktformular haben. Und bei der AOK musste ich mich mit VIER Instanzen rumschlagen und mich an die Pressestelle wenden und öffentlich twittern, ehe ich gehört wurde.

Ich bin prinzipiell IMMER freundlich und höflich, auch wenn ich ein ärgerliches Problem habe, weil ich weiß, dass die Leute, die Mails beantworten dafür auch nichts können. Wenn ich aber erst dann ernst genommen werde, wenn ich auf den Tisch klopfe, dann braucht sich niemand mehr über unfreundliche Kunden beschweren und Leute, die am Telefon laut werden oder in Emails Ausraster haben. Beschissener Kundenservice erntet unfreundliche Kunden.

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Antworten

Eigentlich komisch, dass ich mir diese vielen Fragen zum Freitag ausdenke, aber sie (fast) nie selbst beantworte. Nagut, ganz so komisch eigentlich nicht, da mir die Fragen meistens spontan zwischendurch einfallen und sie dann hier einzubringen nicht mehr viel Zeit kostet.

Da ich gerade etwas Luft habe, will ich mich auch mal wieder an die Beantwortung jener Fragen machen. Ich lese die Antworten so gerne bei euch (vielen lieben Dank an alle, die immer fleißig mitmachen, hallo an alle neu dazugekommenen und traut euch! an die, die noch zögern. Ich beiße nicht. Also selten zumindest.)

1.) Kannst Du Dich anderen gut anvertrauen?


Theoretisch schon. Ich konnte das immer gut und war ehrlich und offen. In letzter Zeit mag ich das aber nicht mehr so gerne. Ich möchte keine Meinungen hören, sondern meinen eigenen Weg gehen. Mitleid ist mir genauso zuwider. Wie die Beziehung läuft, geht auch niemanden außer die Betroffenen was an.

Fremden dagegen kann ich mich komischerweise ganz gut öffnen. Aber wann hat man schon mal gute, tiefe Gespräche mit Fremden? Die Kneipenzeit ist vorerst vorbei.

2.) Führst Du Tagebuch? Warum/ warum nicht?


Ich führe zwei Tagebücher. Eins ist für mich, das habe ich schon seit fast 20 Jahren. Da schreibe ich nur immer mal rein, wenn was im Leben los ist. Letzter Zeit öfter. Wenn man sich mit Tagebüchern beschäftigt (ich schreibe eine Hausarbeit zum Thema), bekommt man selber Lust, eins zu führen. Oder sein eingestaubtes Büchlein fortzuführen.
Das andere Tagebuch ist für Püppi. Dort schreibe ich mindestens einmal im Monat hinein, was wir erleben und was sie neu kann, Anekdoten und Erinnerungen. Auch Papa und Oma haben bereits hinein geschrieben. Das Ganze schreibe ich in Briefform, nur eben alles in ein Buch, klebe Fotos hinein oder Sticker oder zeichne etwas.

3.) Was fandest Du als Kind am Erwachsensein toll, was sich als gar nicht so toll herausstellte?


Fraggle erwähnte das lange Wach bleiben, so geht es mir auch.
xypsilonzett geht es da nicht anders. 😀
In der Antwort, die Tempest gegeben hat, fand ich mich aber auch wieder. Neben dem Heiraten und Kinder kriegen war ich auch der festen Überzeugung, dass man als Erwachsener ganz genau weiß, wie die Welt funktioniert und was man will. Beides weiß ich nicht wirklich, ich mache halt was gerade im jeweiligen Moment das beste ist. Entscheidungen selber treffen zu können, „Bestimmerin“ zu sein, das war ein ganz tolles Ding damals, in meinem kindlichen Kopf. Weil Erwachsene wissen, was zu tun ist und treffen keine falschen Entscheidungen, richtig? So ging es Melanie wohl auch.
Auf’s Arbeiten habe ich mich auch gefreut, weil ich dachte, Erwachsene machen das, weil denen sonst langweilig wird und weil sie so gerne arbeiten. Soll nicht heißen, dass ich keine Lust hätte arbeiten zu gehen. Doch diesen Druck, arbeiten gehen zu MÜSSEN, weil man sich sonst nicht finanzieren kann und vom Jobcenter schikaniert wird, finde ich ganz furchtbar.
Hinzu kommt, dass ich immer dachte, wer studiert wird reich. Das werde ich nie werden. Schon gar nicht mit der Masse an Schulden, die ich für das Studium auf mich geladen habe.
Suprarenina führt noch an, weggehen zu können, ohne zu fragen oder Bescheid zu geben. Das Bescheid geben hat mich nur dann gestört, wenn jemand hätte nein sagen können. Aber fragen zu müssen war für mich ab einem gewissen Zeitpunkt einfach unverständlich. Zu Hause musste ich das ab einem gewissen Alter nicht mehr, warum dann in der Schule? Lasst mich doch machen was ich will, ich weiß besser als ihr, was mir gut tut und ich komme auch wieder. Heute ist mir die Verantwortung natürlich bewusst.

4.) Die Wahl der Qual: Einen Shitstorm auslösen oder völlig von der Internetwelt ignoriert werden?


Einen Shitstorm auszuhalten ist gar nicht so einfach. Wenn man plötzlich von vielen Menschen angefeindet wird, die einen gar nicht kennen, macht das schon etwas mit einem. Es gibt auch nicht wenige dunkle Gestalten, die über alle Grenzen der Menschlichkeit hinaus gehen und bewusst Dinge sagen, die verletzen sollen. Und dann gibt es da noch die absoluten Creeps, die versuchen, einem aufzulauern…

Nicht gehört/ wahrgenommen/ beachtet zu werden ist allerdings etwas, das mich seit meiner Kindheit beschäftigt. Ein Zustand, den ich nicht hinnehmen kann.

Dann lieber den Shitstorm, der geht auch irgendwann wieder vorbei und wer weiß, ein paar mehr Leser bleiben ja dann doch hängen. ;D

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Mein Erlebnis mit der AOK Plus

Eine andauernde Geschichte

Fast mein ganzes Leben lang war ich in ein und derselben Krankenversicherung versichert. Ausnahme bildete nur eine kurze Episode während einer (später abgebrochenen) Ausbildung, weil diese Krankenkasse die einzige war, die auf mich zukam – als 18-jährige ohne Internet und Ahnung war ich darüber sehr dankbar.

Diese langjährige Begleiterin aka Versicherung hat mich aber in den letzten Jahren durch stetig steigende Anteile und schlechter werdenden Service sowie die Tatsache, dass ich nicht immer über Preissteigerungen informiert wurde und dann Mahnungen bekam über ausstehende Beträge, mehr und mehr enttäuscht. Sie war eine der teuersten (studentischen) Versicherungen und bot dafür im Gegenzug nicht so viele Angebote zur Prävention wie andere Krankenkassen.

Bei der AOK Plus war ich zwischenzeitlich auch einmal kurz für ein paar Monate, vielleicht auch ein ganzes Jahr, ich kann es nicht mehr genau sagen, denn das ist schon eine Weile her. Ich hätte mich früher an die Szene in einem ihrer Büros erinnern sollen, als ich mit der Frage, ob es für Asthmatiker geeignete Sportangebote in der Stadt gäbe, hinein ging und mit einer Informationsbroschüre über COPD (!) heraus kam. Dann wäre mir dieses Spektakel in einer ohnehin stressigen Zeit vielleicht erspart geblieben.

Ein hervorragender Start

Bevor ich die Versicherung bei der alten Krankenkasse kündigte, bestellte ich mir einen Berater der AOK Plus ins Haus. Das fand ich toll, dass die zu mir kommen und ich mit Baby nicht in ein Büro gehen muss. Mein Berater stellte sich vor, antwortete mir auf alle meine Fragen und sogar auf die etwas kniffligeren. Ich fand ihn sehr nett und hatte generell nach der Beratung ein gutes Gefühl. Auch gefielen mir die Konditionen, denn das muss man der AOK lassen: die vielen Gesundheitskurse sind schon toll. Außerdem haben sie ein Bonusprogramm, das mir als ich-gehe-erst-zum-Arzt-wenn-man-mich-tragen-muss-Patienten einige Vergünstigungen bringen könnte. Vorsorge nehme ich ernst und das wird dort belohnt; wenn man immer brav vorsorgen geht, bekommt man ein bisschen Geld zurück.

So unterschrieb ich den Vertrag, kündigte bei der alten Krankenkasse und war fast ein bisschen traurig, dass ich noch ein halbes Jahr warten musste. Immerhin freute ich mich schon auf Babyschwimmkurse und dergleichen, die ich sehr gerne wahrnehmen wollte. Im Juni sollte die Versicherung nun endlich beginnen.

Und dann war Juni

Nichts. Keine Information, wie das nun mit der Bezahlung sei. Keine Karten. Kein Vertrag. Nichts.

Ich fragte meinen sympathischen Berater, was ich denn nun machen sollte, immerhin hatte Püppi am nächsten Tag einen U-Untersuchungstermin. Er bringe mir einen Abrechnungsschein vorbei, den läge er in meinen Briefkasten, bevor ich los müsse. Am Morgen des Termins dann eine Nachricht: er habe es leider nicht geschafft. Wer’s glaubt. Ich solle einfach die Karte der alten Versicherung abgeben, die Versicherungen würden sich das untereinander auskaspern. Meine Frage, ob ich dann definitiv auch keine Rechnung erhalten würde, verneinte er, alles sei gut, das gibt keine Probleme. Zugegeben, die gab es bisher nicht, aber Angst habe ich noch immer, dass da noch etwas kommt.

Mittlerweile ist Mitte Juli und wir haben noch immer keine Versicherungskarten. Und keinen Vertrag. Ich kann nicht zum Arzt, obwohl ich Probleme habe, die ich gerne abklären lassen würde. Lieber früher als später.

Ebenfalls im Juni schickte ich dem Berater Unterlagen, die er für einen Antrag brauchte, damit ich weiterhin studentisch versichert sein kann und statt fast 200€ monatlich „nur“ irgendwas um 90€ bezahle.* Vorige Woche bekam ich einen Brief, in dem ich aufgefordert wurde, eine normale Versicherung zu beantragen, immerhin sei ich doch 30 und mit 30 kann man nicht studentisch versichert werden. Kein Wort vom Antrag.

Also hakte ich nach. Bei meinem Berater. Der wohl verschollen ist.

Als nach 3 Tagen noch keine Antwort kam, wendete ich mich an eine andere Stelle. Es läge kein Antrag vor, aber die Unterlagen kann ich ja gerne ihr schicken. Sie möchte gern eine Bescheinigung der Uni, dass mein Urlaubssemester wegen Erziehungszeiten war.

Eine solche Bescheinigung gibt es nicht, also schickte ich ihr meine Bescheinigung über ein Urlaubssemester (worauf der Grund nicht verzeichnet ist) sowie die Geburtsurkunde von Püppi.

Die Antwort kam 2 Tage später. Mir wurde gesagt, dass das nicht reiche, es sei schade, dass es das Formular an meiner Uni nicht gäbe und ich könne so nicht studentisch versichert werden.

Geht’s noch? Die verlangen ein Formular, das sie selbst nicht ausstellen und wenn die Uni das nicht zufällig genau so hat, bekommt man sinngemäß gesagt: „Pech gehabt“?!

Ich habe nun sowohl meiner Uni geschrieben und denen diese Dreistigkeit geschildert mit der Bitte um Hilfe, als auch der Stelle der AOK Plus, dass ich mir nicht vorstellen könne, dass nur dieses eine Formular anerkannt würde und welche Alternativen es gibt. Die können ja wohl nicht ernsthaft erwarten, dass die Uni extra für die Spaßvögel eigene Formulare ausstellt. Sind wir hier bei Wünsch Dir was? Oder auf dem Ponyhof? Habe ich etwas verpasst?

Mal schauen, ob mir geantwortet wird und vor allem was. Stay tuned.

P.S.: Der zuständigen AOK Filiale habe ich übrigens auch eine Email geschrieben mit der Bitte mir einen anderen Berater zuzuweisen. Dieser hat sich noch immer nicht zurück gemeldet. Nach 2 Wochen und 3 Mails.


*Das Gesetz sieht vor, dass eine freiwillige (haha) studentische Versicherung bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres gewährt wird, weil man dann magischerweise ganz viel Geld hat. Außer man hat triftige Gründe, warum das Studium noch andauert, etwa ein Kind, das man während des Studiums bekommen hat.
Die freiwillige Versicherung wird dann nötig, wenn man z.B. keine sozialversicherungspflichtige Arbeit hat, womit man automatisch versichert wäre und auch nicht mehr in der Familienversicherung der Eltern ist, die nur bis zum 25. Lebensjahr gilt.

 

UPDATE: Die Pressestelle der AOK hat mich auf einen Tweet hin gebeten, mich an sie zu wenden, was mittlerweile die 4. Stelle ist, mit der ich in Kontakt bin (wenn man das so nennen kann, von den anderen 3 habe ich bisher nichts wieder gehört.) In der Email habe ich meine Probleme aufgezählt und da kam eine ganze Menge zusammen.

Mit Verlaub, aber ich habe die Schnauze voll.

2. UPDATE: Meine Uni hat mir tatsächlich sowas ausgestellt, was die Dame vom Studentenservice wollte. Das habe ich ihr geschickt und sie schrieb mir heute Morgen, dass ich dann für dieses Semester studentisch versichert bin, das läuft noch bis 30.9. Immerhin. Wie es danach weiter geht? Keine Ahnung. Wie ich überhaupt irgendwas bezahlen soll? Auch keine Ahnung.

3. UPDATE: Mein persönlicher Berater ist aus der Versenkung wieder aufgetaucht. Dann kann ich das Suchteam der Polizei ja wieder zurück rufen.

Im Stress II oder: ARGH!

Im letzten Post zu meiner aktuellen Situation habe ich aufgelistet, was mich derzeit unter anderem stresst. Da ich an diesen Baustellen gearbeitet habe, hier ein kurzer Überblick, was neu ist.

1.) Püppi. Zu meiner freudigen Überraschung hat sie tatsächlich angefangen, auf Nein! zu hören. Sie weiß, dass sie etwas nicht soll, wenn ich das sage. Sie tut es zwar trotzdem oder versucht es, hört aber auf, sobald ich sie ermahne. Ich versuche außerdem, nicht immer nein zu sagen, sondern sie stattdessen abzulenken und das klappt ganz gut. Um ihrem Spielzeug-Chaos ein bisschen Einhalt zu gewähren, habe ich zudem ein System eingeführt, bei dem sie nicht mehr Zugriff auf alle Spielsachen gleichzeitig hat, sondern immer nur ein paar Spielsachen draußen sind. Ich denke, das ist auch gesünder für so ein Baby Kleinkind, das ja auch überfordert werden kann von zu viel Auswahl. Ich habe mir außerdem noch ein System ausgedacht, bei dem sie täglich zwischen 3 oder 4 Kisten wählen kann, die ich mit verschiedenen Spielzeugen bestücke, sodass sie auch etwas Abwechslung hat, aber eben auch Einschränkung. Mal sehen, ob das klappt.

2.) Wohnung. Wir haben ein paar Möbel umgestellt und es sieht gleich einladender aus, wir haben mehr Platz im Wohnzimmer. Ich habe ein paar Dinge aussortiert und verschenkt. (Diesmal übrigens nicht über eine Plattform, sondern im Karton, den ich zugänglich für unsere Nachbarn aufgestellt habe. Kein Stress, fast alles Zeug war weg.) Zudem haben wir uns einen Plan erstellt, bei dem wir nicht nur jeweils Arbeits- und Babyzeit haben, sondern auch gemeinsame Zeit, die wir unter anderem zum Putzen nutzen werden.

3.) Krankenkasse. Mein Berater meldet sich weiterhin nicht, trotz erneuter Mail. Mittlerweile konnte ich immerhin erfahren, dass er meinen Antrag nicht weitergeleitet hat, so dass ich ihn jetzt nochmals direkt selber an die entsprechende Stelle gesandt habe. Ich bin massiv genervt, da wir ja auch noch immer keinen geklärten Versicherungsstatus haben. Im schlimmsten Fall zahle ich fast 200€ monatlich statt der Hälfte, was ich einfach nicht finanzieren kann. Wie das zu bewerkstelligen ist kann mir auch keiner sagen. Zudem: ich müsste dringend zu verschiedenen Ärzten, kann aber nicht, da keine Karte. Schöne Scheiße.

4.) Kindergarten. Den Ordner gestalten wir nun zusammen in unserer gemeinsamen Zeit, was ich gut finde. Zwischenzeitlich waren wir im Büro, da ich Fragen zum Vertrag hatte – zum Glück! Irgendwie ist dort ein Fehler unterlaufen und wir wurden unter Kündigungen abgeheftet, wir haben aber definitiv nicht gekündigt und auch nichts dergleichen gehört. Jetzt ist alles gut. Das hätte eine böse Überraschung werden können, hätte man unseren irrtümlich gekündigten Platz weiter vergeben. Uff.

5.) England. Easyjet sollten sich umbenennen in Complicatedjet. Deren System erkennt die Passnummer des Kinderreisepasses nicht, sodass wir keine Boardkarte drucken können. Immerhin haben wir Sitzplätze nebeneinander bekommen. Dennoch müssen wir nun noch früher am Schalter sein, um Püppis und meinen Boardingpass noch ausdrucken zu lassen. Meh.

6.) Uni. Ich habe grobe Pläne erstellt, bibliographiert und schon einige gute Artikel gefunden. Es wird sehr knapp werden.

7.) Bauarbeiten. Tja, da kommen wir nicht drumherum. Bald ist Wohnungsbegehung, dann kann ich meine Fragen zu Internet und dergleichen stellen. Wenn der Vermieterverein so geil auf Verbesserung der Wohnungen ist, hätte ich da noch einige Punkte, die wichtiger sind als schicke Wandfarbe im Treppenhaus. Ein Fliesenspiegel in der Küche etwa. Vernünftige Türen. Den Fliesenspiegel im Bad so erweitern, dass man da im Stehen duschen kann, ohne die Tapete jedes Mal einzuweichen. Eine Rollstuhl- und Kinderwagenrampe, die man auch benutzen kann (aktuell 40° Winkel. Vergiss es. Hätte ein lieber Nachbar uns gestern nicht geholfen, wäre Püppi echt in Bedrängnis gewesen, da ich leider von den lächerlichen Rampenstreifen abkam.)

Ich würde ja auch einfach mal wieder vernünftig schlafen, entspannen, nichts tun. Ich brauche so dringend Urlaub aber habe dafür keine Zeit. Ich drehe noch durch. Kurzzeitig überlegte ich, ein weiteres Urlaubssemester einzulegen, weil ich so erschöpft bin. Bringt aber auch nichts, dann komme ich nur noch mehr in finanzielle Not. Wenn man aus dem Raster des Sozialsystems fällt, ist man so richtig am Arsch.

Und bei euch so?

Im Stress

Aktuell bin ich gerade völlig gestresst, permanent auf Hochtouren und fühle mich entsprechend erschöpft. Was ist los?

1.) Püppi. Mit Püppi ist alles in Ordnung, darüber bin ich sehr dankbar. Und ich freue mich, dass sie aufgeweckt ist und neugierig und die Welt erkunden möchte. Sie ist lustig und lacht gerne, was mich ansteckt. Sie entdeckt gerade diverse Gefühle, was anstrengend sein kann. Aber damit, dass vor ihr nichts sicher ist, treibt sie mich in den Wahnsinn. Ich weiß nicht mehr, wo ich Dinge noch verstauen soll, die nicht für sie geeignet sind. So groß ist meine Wohnung einfach nicht und so viele Schränke außerhalb ihrer Reichweite haben wir auch nicht. Leider ist das Badezimmer, der einzige Raum, in den sie nicht gehen darf, außer wir baden sie, so klein, dass man da nichts unterbringen kann. Zumindest Reinigungsmittel etc wären dort gut aufgehoben.

2.) Was mich zum zweiten Punkt bringt: Wohnung. Es herrscht Chaos. Dadurch, dass Püppi sämtliche Schränke und Schubladen ausräumt und ihre eigenen Spielsachen zusätzlich verteilt, sieht es bei uns immer aus, als hätte gerade jemand seinen Kram bei uns beseitigt. Schöner Kram, aber trotzdem. Ich komme einfach kaum dazu, so aufzuräumen, dass es wirklich vorzeigbar wäre. Und wenn ich das einmal tue, sieht es spätestens nach ihrem Schläfchen wieder aus wie vorher. UARGH!

3.) Krankenkasse. Mein Berater ist entweder faul oder unmotiviert, was aber aufs Selbe hinaus läuft: es passiert einfach nichts, es geht nicht voran. Seit 1. Juni sind wir in der neuen Versicherung, wir haben noch immer keine Versicherungskarten erhalten. Der Berater wollte einen Antrag auf Verschieben der Frist stellen, die besagt, dass man ab 30 keinen Anspruch mehr auf studentische Versicherung hat, egal ob man reich wie Dagobert ist oder haushalten muss wie eine Brüllmaus. Von einem anderen Büro der Versicherung habe ich lediglich ein Schreiben bekommen, dass ich doch 30 Jahre alt bin blabla. Ob mein Berater den Antrag nun eingereicht hat oder nicht, weiß ich nicht. Er antwortet nicht auf meine Email.

4.) Kindergarten. Für den Kindergarten habe ich einige Bastelarbeiten zu tun, was mir auch sehr Spaß macht. Wir Eltern sollen einen Ordner außen gestalten, in den die Erzieherinnen Fotos und Bögen mit Erlebnissen einsortieren. Diese Idee finde ich wunderschön. Ich habe auch schon alles besorgt, was Püppi für ihren Start in den Kindergarten braucht. Nur dieser Ordner, er starrt mich an, will dekoriert werden – aber wann?
Leider fehlt aus dem Kindergarten auch noch der Vertrag, den ich brauche, um Kostenübernahme bei der Stadt anzumelden.
Im September geht es dann los, dann bin ich 2 Wochen lang täglich mit im Kindergarten. Das heißt auch weniger Zeit für alles andere zu haben. Was mir die Vorfreude ziemlich verhagelt.

5.) England. Wir fliegen bald wieder nach England, worauf ich mich freue. Es stresst aber auch. Auch hier wollen etliche Dinge organisiert werden. Aktuell streikt das System der Fluggesellschaft; es kann den Kinderreisepass nicht erkennen, wodurch wir keinen Boardingpass ausdrucken können. Dadurch bekommen wir sehr wahrscheinlich auch keine Sitze nebeneinander. Toll. Danke für nichts.
Was ich mit meinen Schweinchen machen soll weiß ich auch noch nicht.

6.) Uni. OMG. 3 Hausarbeiten. Ich bin in allen dreien schon eingearbeitet, da ich bereits Referate zu den Themen gehalten habe. Muss aber noch mehr lesen, da meine Hausarbeiten nicht zu 100% den Referaten entsprechen können. Und das verschlingt so viel Zeit. Abgabe Ende September.

7.) Bauarbeiten. Zu allem Überfluss haben sich die Vermieter auch noch gemeldet. Sie wollen ab Ende September 3 oder 4 Wochen lang in unserem Haus Breitbandkabel verlegen, was heißt: a) Lärm, b) Dreck, c) vermutlich kein Internet, d) noch mehr Lärm. Ich raste aus. Dazu müssen nämlich Löcher durch die dicken Stahlbetonwände gebohrt werden.

Das ist nur eine AUSWAHL des ganzen Stresses. Daneben kommen noch so Dinge wie Anträge an der Uni, Verkaufen von zu klein gewordenen Babysachen (was so zeitintensiv ist, dass ich manchmal nicht weiß, ob sich das wirklich lohnt), der tägliche Haushalt, gesundheitliche Probleme etc pp. Ich schlafe zudem richtig schlecht. Naja und dann möchte man ja gerne auch noch Zeit für Familie und Freunde finden.

Ich brauche einen persönlichen Assistenten!

P.S.: Ich hatte außerdem versucht, ein paar Dinge zu verschenken, die wir nicht mehr brauchen und die unnötig Platz wegnehmen. Dafür habe ich auch Zeit investiert, die Fotos schießen sich ja nicht von alleine und die Nachrichten möchten auch beantwortet werden. Ratet mal, wie viel von den 8 Dingen noch hier stehen.