Status Quo

Mir geht es schlecht. Sogar zunehmend schlechter.

War es vor zwei Wochen noch eine fiese, aber halbwegs normale Erkältung, die mich nieder riss, kann ich mein Leiden, das mir aktuell Schlaf und Nerven raubt, kaum benennen. Ich vermute aber, es ist recht nah an einer Lungenentzündung. Es schmerzt. Aber anders als bei herkömmlichen Bronchien- oder Lungenentzündungen (mit Beteiligung des Asthmas) fühlt es sich fürchterlich trocken an. Immerhin, vom letzten Besuch bei der Hausärztin kam ich mit einem erweiterten Asthmaspray heim, das sowohl Cortison enthält als auch etwas Bronchienerweiterndes. Das Zeug wirkt, im Gegensatz zum sonst üblichen Salbutamol, echt Wunder.

Die Schmerzen in der Brust und dem Rücken aber bleiben und das macht mich fertig, lenken aber immerhin von den seit Wochen entzündeten Mandeln ab, yay. Heute konnte ich mich nicht einmal um Püppi kümmern.

Hinzu kommt, dass ich gestern Abend nicht nur meinen Laptopbildschirm zerstört habe, den ich glücklicherweise mit meinem alten und riesigen PC-Bildschirm ersetzen kann.

Meine letzte Katze ist am Abend gestorben. Ich kann gar nicht genau sagen, wie alt sie eigentlich wurde. 15 oder 17 Jahre alt war sie bestimmt. Ich bin traurig, kann es aber noch gar nicht wirklich begreifen.

Nächste Woche fängt die Uni wieder an und gleich am ersten Wochenende habe ich ein Blockseminar. Hoffentlich bin ich bis dahin wieder fit.

So lange verkrieche ich mich im Bett und lese mein Buch über den Ersten Weltkrieg und die Geschichte der Familie im 19. und 20. Jahrhundert. Die Hausarbeiten warten nicht.

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Wie ich abgenommen habe

…trotz Schokolade und wenig Sport.

Nachdem Püppi geboren war, habe ich mich ziemlich gehen lassen. Ich habe schlecht gegessen und mich zuwenig bewegt. In der ersten Zeit war das okay, als Neueltern darf man sich eine Weile von Fertigfraß ernähren. Allerdings blieb es bei uns nicht nur bei dieser Weile, sondern wurde zur Gewohnheit. Hunger? Zack, Packung auf, Zeug erwärmen, essen. Heißhunger? Kein Problem, Chips, Schokolade und Gummibärchen  waren immer verfügbar.

Ich bekam immermal wieder ein schlechtes Gewissen mir selbst gegenüber und kaufte das „gute“ Fertigzeug, aber seien wir mal ehrlich, damit belügt man sich nur selbst. Keine Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker heißt noch lange nicht gesund.

Irgendwann hatten wir davon genug und beschlossen rigoros, etwas zu ändern. Und damit meine ich tatsächlich uns beide, Mr. English und mich. Darüber bin ich sehr froh, dass er nicht nur mitgezogen ist, sondern auch motiviert und hin und wieder ermahnt hat. Im Alleinkampf, vor allem dann, wenn der andere eben doch noch „böse“ Sachen isst, nimmt es sich sehr viel schwerer ab. Wobei der Ernährungswechsel anfangs gar nicht mal vordergründig zum Abnehmen, sondern zur gesunden Lebensführung gedacht war. Aber ich schweife ab. So haben wir’s gemacht:

  • Portionsgrößen überdenken: oft schaufelt man sich zu viel auf den Teller und isst alles auf, weil es eben da ist.
  • Das geht über in den nächsten Punkt: warten. Und zwar wenn man den Teller leer hat und denkt, man könnte eigentlich Nachschlag holen. Stimmt meistens nicht.
  • Frisch kochen. Fertigfraß ist Fertigfraß ist Fertigfraß. (Besonders motivierend ist, wenn man ein Kleinkind hat, das anfängt vom Tisch zu essen und man dem kein Junkfood geben will.)
  • Kohlehydrate näher betrachten: kurzkettige Kohlehydrate wie Weißmehl und Zucker eintauschen gegen langkettige Kohlehydrate wie Vollkornmehl, Kartoffeln und Naturreis.
  • Kohlehydrate reduzieren: zum einen spielt das in den Punkt der Portionsgrößen hinein, oder vielmehr in die Relation. Weniger Nudeln, mehr Gemüse. Zum anderen kann man oftmals Reis und Co super eintauschen gegen Hülsenfrüchte.
  • Zucker hinauswerfen. Mr. English hat das wirklich rigoros komplett durchgezogen und Annika hat davon gestern berichtet, wie es ihr damit ergeht. Ich habe das vor Jahren mal versucht und hatte zu heftige Reaktionen, um mir das noch einmal anzutun. Jedoch: Ich esse sehr viel weniger Zucker, habe den Zucker im Kaffee gegen Süßli eingetauscht, mache keinen Zucker sondern süße Früchte ins Porridge (Himbeeren!!!) und esse weniger Süßkram. Wenn man selber kocht hat man mit einem Schlag ganz automatisch eine ganze Menge Zucker aus dem Speiseplan entfernt.
  • Ich hungere nicht. Wer hungert, läuft Gefahr, Blödsinn zu essen. Das heißt: genug zu den Mahlzeiten essen, aber die Mahlzeiten schlau zusammenstellen. Niemals niemals niemals sollte man beim gesunden Abnehmen weniger als den täglichen Mindestbedarf essen. Crashdiäten mit 500kcal/Tag sind Schrott. Es geht beim Abnehmen nicht um so schnell so viel wie möglich, sondern darum, seinen Lebenswandel umzustellen und Gewohnheiten aufzubrechen, zu erneuern und zu festigen.

So habe ich in 5 Monaten 12kg abgenommen und habe nichts weiter gemacht, als gesund zu essen. Okay, die Umstellung am Anfang war etwas hart, aber nach zwei Wochen hat man sich daran gewöhnt. Gut ist es, wenn man immer ein fertiges vorgekochtes Essen zuhause hat, dann kommt man nicht in Versuchung, doch wieder Schrott zu essen.

Brot war für mich eine große Umstellung, denn als Deutsche bin ich nun mal gewohnt, Brot zum Frühstück und auch zum Abendessen zu essen. So habe ich aufgehört, Brot zu kaufen und esse stattdessen Porridge zum Frühstück (Haferflocken und Milch in eine Schüssel, 1 Minute in die Mikrowelle, Früchte rein, fertig) und Eier mit Gemüse zum Abendbrot. Brot ist etwas ganz fieses, wenn man es nicht selber backt. Denn es ist IMMER Zucker drin und gerade dann, wenn man denkt, man kauft sich ein „gesundes“ Dunkles, schlägt einem die Zutatenliste mit voller Wucht in die Kauleiste. Nicht geil. Mittlerweile habe ich zugegeben wieder Brot im Haus, esse aber weniger und noch nicht einmal täglich welches und kaufe vor allem Eiweißbrot ohne Zucker. Hart zu finden, lohnt sich aber und schmeckt mir besser als die Pampe, die so im Regal NICHT  vor sich hingammelt, weil sie tütenweise Chemie dagegen intus hat…

Übrigens, ich war nicht ganz ohne Bewegung, denn ein Spaziergang mit Püppi von mindestens einer Stunde täglich ist hier Gesetz. 😉

Noch ein Wort zu den Kohlehydraten. Durch Blogs, Diätgurus und dergleichen bin ich auf Low Carb aufmerksam geworden. Ich habe gründlich darüber nachgedacht und recherchiert, es aber für mich abgelehnt, weil ich denke, dass es auf Dauer eine ungesunde, unausgeglichene Ernährungsweise mit möglichen Langzeitfolgen ist, die ich nicht riskieren möchte. Ich wollte zudem keine temporäre Änderung, sondern eine permanente – Low Carb hätte ich nicht lange beibehalten wollen.

Viel wichtiger als Lebensmittel nach gut und ganz ganz böse einzuteilen finde ich ein Mittelmaß zu finden, ein Gefühl dafür, wie viel man von etwas haben kann, das nicht gesund ist, aber in Maßen auch nicht schädlich.

Außerdem will ich nicht auf Obst verzichten. So ein Ernährungsmythos. Obst hat Zucker und gilt daher als ganz böse, jedoch kommen damit auch Ballaststoffe, Vitamine und dergleichen. Es sättigt. Es ist kein Teufelszeug, das manch einer verbannt, weil er dies oder jenes Konzept gelesen und mitunter falsch verstanden hat.

Mittlerweile gehe ich wie in früheren Posts erwähnt ins Fitti oder versuche es zumindest (bin aber SCHON WIEDER zu krank dafür), wo ich viel Krafttraining mache. Mehr Muskeln, mehr Verbrauch, mehr Abnahme.

Übrigens: Gesunde Abnahme sagt man findet durchschnittlich zwischen 400 und 800 Gramm pro Woche statt.

Schmeißt also die Diätratgeber und Crashdiätanleitungen weg und geht kleine Schritte.

Status Quo

Die Woche war eine schöne, wenn auch ziemlich verschnieft.

Püppis Großeltern aus England waren zu Besuch, was doch recht kurzfristig beschlossen wurde und deshalb ein bisschen chaotisch war, aber gut ging. Damit sie auch etwas vom Mäuschen haben, haben wir das für die ganze Woche vom Kindergarten abgemeldet. Gleichzeitig perfektes und katastrophales Timing, da sie sich eine dicke Erkältung eingefangen hat, inklusive Augentränen und verstopfter Nase und ein wenig Fieberei.

Die Nächte waren kurz und oft unterbrochen, weil die Maus sich einfach so unwohl fühlte, dass selbst schlafen anstrengend war – geht mir aber auch so mit Rotznase. Blöd eben, dass man den Zwergen die ganzen Erkältungswundermittelchen nicht geben kann. Püppi wurde viel bekuschelt und die langen Spaziergänge mit Grandma und Grandpa waren sehr gut für sie – und für uns, weil wir in der Zeit ein wenig Schlaf nachholen konnten.

Das Auto meiner Mutter ging kaputt und ließ sich auch nicht reparieren, ihr Mann kriegt es sonst immer wieder zum Laufen. Ihre Vorgesetzte nahm sie freundlicherweise mit auf Arbeit. Zum Dank durfte sie dann aber 10 Stunden schrubben – in einem körperlich sehr anstrengenden Job.  Bei solchen Dingen fühle ich mich immer so hilflos. Ich will sie da raus holen und ihr helfen, aber ich kann nicht, mir sind die Hände gebunden. Weder kann ich ihr ein Auto kaufen oder leihen, noch ihr eine bessere Arbeit besorgen. Vermutlich will sie aber auch nur, dass ich zuhöre und ihr beistehe. Der Wille zu helfen aber bleibt.

An anderer Stelle habe ich aber dafür eine wundervolle Nachricht bekommen, über die ich mich sehr gefreut und sogar ein Tränchen vergossen habe. Das Leben in Balance ist im Durchschnitt doch ganz nett.

Morgen geht Püppi wieder in den Kindergarten, sie ist soweit wieder fit. Außerdem ist die Zahnfee da und das soll sie nicht verpassen.

Mal nebenbei: ich bei euch die Post auch gerade so langsam? Was ist da bloß los?

Eingewöhnung abgeschlossen

Ich hatte neulich von Püppis Eingewöhnung im Kindergarten geschrieben und darüber, welche Probleme wir hatten.

Zum Zeitpunkt des Beitrags fing gerade die dritte Woche an, die letztlich ziemlich problematisch verlief. Püppi fühlte sich unwohl, weinte viel und wollte einfach nicht dort bleiben. Beim Hinbringen als auch beim Abholen weinte sie. Zuhause war sie dann einfach fix und fertig und verbrachte die meiste Zeit des Tages mit Schlafen. Die Nächte waren schlimm, denn sie schlief sehr unruhig und wachte ein paar Mal weinend auf.

Von anderen Eltern habe ich erfahren, dass es ihren Zwergen genauso ging. Die Kinder verarbeiten den Tag im Schlaf. Je anstrengender, aufregender oder beängstigender der Tag war, desto unruhiger wird auch die Nacht.

Ich selber habe auch sehr gelitten. In der dritten Woche habe ich sie sowohl gebracht als auch abgeholt. Am Freitag der dritten Woche hatte ich einen ganz miesen Tag und stand weinend im Zwischenzimmer, nachdem ich Püppi bei der Erzieherin abgegeben hatte. Mir ging das so nahe, dass ich auch auf dem Heimweg weinen musste und mich kaum beruhigen konnte. Püppi beruhigte sich dagegen nach spätestens 5 Minuten wieder. Jedenfalls haben wir beschlossen, dass der Papa sie bringt, denn wenn sie merkt, wie schwer es mir fällt, wird es für sie nicht einfacher.

Die vierte Woche lief von Anfang an sehr viel besser, das Wochenende tat wohl echt gut. An dem Wochenende war meine Muter da und auch ihrer Oma gegenüber war das Mäuschen offener als bisher. Zudem gab sie damit an, was sie schon alles kann, von dem wir auch noch nichts wussten. 😀

Jedenfalls, in der vierten Woche starteten wir das Experiment mit dem Mittagessen. Leider verweigerte sie sich zunächst und schob den Teller von sich. Das verwunderte mich sehr, vor allem an dem Tag, als es Nudeln gab, bei denen wir sie zuhause doch eher bremsen müssen. Mitte der Woche aber, tadaaaa, ging auch das Mittagessen super und ganz problemlos. Sie verputzte gleich anderthalb Portionen und noch den Nachtisch!

Diese Woche war die fünfte Woche und seit Mittwoch ist sie die volle Zeit da, die sie generell da sein wird. Inklusive Mittagessen, Mittagsschlaf und Vesper.

Es ging am Ende alles sehr schnell, als hätte man bei ihr einen Schalter umgelegt. Sie geht auf die Erzieherinnen von sich aus zu und manchmal öffnet sie morgens beim Bringen ihre Arme nach ihnen, um sich auf den Arm nehmen zu lassen. Das Ganze geht jetzt ganz ohne Weinen vonstatten.

Sogar mit den anderen Kindern spielt sie. Zuvor war ihr das eher unheimlich. Nur manchmal, wenn die etwas stürmischeren Kinder auf sie zugehen, wird ihr das zu viel. Aber das ist in Ordnung so.

Die Nächste sind ruhiger und sie ist grundsätzlich wieder fröhlicher. Außerdem lernt sie jetzt laufend neue Dinge, die sie vorher noch nicht konnte oder wollte. Ich bin sehr stolz auf sie.

Somit ist also unser Abenteuer Eingewöhnung erfolgreich abgeschlossen. 🙂

Antworten

1.) Worüber denkst Du zur Zeit oft nach?

Über den Sport, den ich mache. Ist es zu viel, was ich mache? Wie fühle ich mich danach? (Meistens gut. Aber sooooo müde! Imemrhin nicht mehr so hungrig.)

Über Püppi. Wie toll es ist, dass sie im Kindergarten jetzt mit isst. Dass wir sie bald länger dort lassen können und somit mehr Zeit haben. Dass ich so froh und glücklich bin, dass es ihr jetzt doch zu gefallen scheint.

Über meine Hausarbeit, an der ich gerade einfach nicht weiter komme, da ich mich an Püppis Erkältung angesteckt habe, die sie mit nach Hause geschleppt hat. Und vorher einfach zu müde nach dem Training war, um überhaupt irgendwie zu funktionieren.

Über die politische Situation in Deutschland und Europa und darüber, wie bekloppt eigentlich alles gerade ist.

2.) Bist Du gedanklich schon bereit für den Herbst oder hängst Du noch dem Sommer nach?

Ich bin noch ein bisschen im Sommer stecken geblieben. Das Wetter ist aktuell so lala, ein bisschen wärmer dürfte es schon noch einmal werden, aber bitte nicht mehr ganz heiß. Also ja, eigentlich ist mal Zeit jetzt für Herbst.

3.) Hast Du Dich mit Artikel 13 befasst? Was denkst Du darüber?

Ich habe mich rein gelesen und bin entsetzt. Vor gar nicht so langer Zeit wurde er abgelehnt, weil zu viele Menschen, die wahrscheinlich mehr Ahnung vom Internet haben als diejenigen, die da jetzt darüber entscheiden, sich gewehrt haben. Und jetzt wird der Käse doch durchgedrückt. Das ist empörend, das ist dämlich und das ist vor allem undemokratisch. Und dann wundern, dass die Leute der Politik immer weniger vertrauen.

Gleiches wie auch bei Maaßen gerade…

4.) Die Wahl der Qual: Völlig ideenlos sein oder vor Ideen strotzen, aber keine umsetzen können?

Ich habe ständig Ideen, die ich eh nie umsetze. Aber ich schreibe sie auf. Vielleicht freut sich jemand anderes einmal daran. Also Antwort B bitte.