Aufwärts

Diese Woche war ich zu Hause. Hausarbeiten schreiben. Ich dachte, das dürfte ja in dieser einen Woche zu erledigen sein, wenn ich da ganz ungestört für ein paar Stunden am Tag arbeiten kann. Pustekuchen. Püppi hat sich und mir eine kleine Fiesigkeit aus dem Kindergarten mitgebracht, und so hingen wir beide viel über der Schüssel, schliefen uns aus und kuschelten ganz viel. Tja, die 1. Hausarbeit ist immerhin bei 1/3 und die zweite steht im Konzept. Für nächste Woche konnte ich mir auch noch einmal eine freie Woche schaffen. Zwar mit zwei Exkursionen. Auch wenn das jetzt alles nicht so lief wie geplant. Aber endlich wieder intensive Püppizeit, nachdem das aufgrund meiner Arbeitszeiten im Praktikum kaum geht, tat sehr sehr gut. Beiden. Es zeigte mir außerdem, dass Vollzeit zu arbeiten zumindest bis zum Schuleintritt für mich so nicht in Ordnung geht. Was ich nie gedacht hätte. Ich bin immerhin so aufgewachsen, dass meine Mutter jede Woche ihre 40h runter riss und danach genauso geschafft war wie ich heute, wenn ich nach Hause komme. Das will ich nicht. Obwohl das für mich selbstverständlich war, schließlich muss ich ja Geld verdienen und selbständig sein. Wie das mal wird muss ich sehen. Muss aber auch nicht heute entschieden werden. Wer weiß, in was ich noch hinein stolpern werde.

Auch diese Woche hatte ich ein Vorstellungsgespräch, auf das ich mich wahnsinnig freute. Ohne lange drum herum zu reden: Es war erfolgreich! Bald kann ich als Hiwi (Hilfswissenschaftlerin, offiziell studentische Hilfskraft) anfangen. 40 Stunden im Monat. Ich könnte bis zu 80 erhöhen oder auch weniger arbeiten, wie ich das möchte oder brauche. Nach meinem Bachelor kann ich dort weiter bleiben und als wissenschaftliche Hilfskraft ein bisschen mehr Geld verdienen. Was es nun dingfest gemacht hat für mich: ich werde auch meinen Master hier machen. Das war in der Schwebe. Und von Geld abhängig. Wie viel ich darüber erzählen werde, muss ich mir noch überlegen, fest steht aber, dass es unheimlich spannend ist und für mich und überhaupt eine einmalige Chance. Eventuell bekomme ich sogar einen Fuß in eine Tür, die zu einer späteren Karriere führt. Kann noch immer kaum glauben, dass ich an diese Stelle gekommen bin, geschweige denn sie auch tatsächlich bekommen habe.

Privat läuft es auch besser. Der Püppipapa hat eine Wohnung gefunden, überlegt aber noch, ob er nach Ende meines Praktikums schon oder erst nach meiner Bachelorarbeit auszieht. Auch ist er nicht mehr so gegen einen erneuten Versuch wie er zuvor war. Ich habe ihn also genau da, wo ich ihn haben wollte, was aber ganz und gar nicht manipulativ verstanden werden sollte. Dass er auszieht, ist unabdingbar, das muss ich schon sagen. Auch ich brauche diesen Abstand und auch ein bisschen Zeit, um Dinge zu verarbeiten und wieder zu mir selbst zu finden. Dass es aber nicht heißt, dass alles für immer und ewig vorbei ist, beruhigt mich.

Was mich auch über alles freut ist die Tochter meiner Herzfreundin, die vor 2 Wochen gesund und wunderschön zur Welt kam. Zwar kann ich sie wegen unserer aktuellen Seuche hier nicht wie geplant besuchen. Doch das heißt ja nur, dass ich mich noch ein bisschen länger drauf freuen kann, sie kennen zu lernen. 😉

So, auch wenn es aufwärts geht, habe ich doch trotzdem noch unheimlich Zeitdruck. Ihr möget mich bitte entschuldigen.

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Erschöpft

Ich bin erschöpft.

Praktikum, Hausarbeiten, Ausstellungseröffnung, Kinderbespaßung, Abschlussarbeit, Trennung, Püppi bei Laune halten, Geldsorgen. Es ist alles zu viel. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.

Schlaf ist selten, da ich zu gestresst bin. Brauche ich aber dringend, da ich erschöpft bin.

Gebrochenes Herz und schwere Gedanken.

Keine Ahnung, wie ich mir selber helfen soll, geschweige denn jemand anderes.

Status Quo

Da ich gerade ein paar Minuten Zeit habe, will ich euch mal auf den neuesten Stand bringen, was bei der Brüllmaus eigentlich los ist und warum es hier so wenige Beiträge gibt. Spoiler: Es ist schwierig.

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Mein Praktikum im Museum

Jetzt ist mein letzter Beitrag schon wieder eine Weile her und auch die Freitagsfragen sind mehrmals ausgefallen. Sorry an alle, die darauf warten. Es ist etwas vorgefallen, das mir sehr weh getan hat und ich bin noch nicht bereit, darüber zu schreiben. Doch was ich eigentlich gerade mache, davon möchte ich ein wenig berichten, denn das ist mal wieder etwas anderes.

Ich habe ein Praktikum angefangen. In einem kleinen Stadtmuseum verbringe ich die nächsten Wochen und lerne bereits jetzt zum Start der zweiten Woche einige Dinge, die ich noch nicht konnte. Meine erste Aufgabe war es, einen Gedichtband eines regionalen Dichters, der hauptberuflich Zimmermann war, zu transkribieren. Transkribieren heißt hier, dass ich seine Gedichte, die in Sütterlin geschrieben sind, in heutige Schrift übertrage.

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Status Quo

Das ist ein Post, der mir sehr schwer fällt. Nicht nur emotional. Auch all das zusammen zu fassen, was in den letzten Wochen passiert ist. Es ist sehr viel.

Mitte Januar hatten wir beschlossen, es noch einmal zu versuchen, er und ich, als Paar. Wir haben uns Exklusivität ausgemacht, denn sonst hat das ja schließlich keinen Sinn, nicht wahr? Ich habe mich bemüht, aber er war sehr geheimniskrämerisch, verschlossen, hat sehr sehr offensichtlich Dinge versucht zu verstecken.

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Update: Diät. Wie ich vom Plateau herunter kam

Vor einer Weile habe ich schon einmal darüber berichtet, wie ich in 5 Monaten 12kg abgenommen habe. Mittlerweile sind es insgesamt 19kg.

Eine ganze Weile lief mein Gewicht auf einem Plateau, von dem ich es erst kürzlich herab geschafft habe, sodass es jetzt endlich wieder weiter geht mit dem Gewichtsverlust. Also falls ihr demotiviert seid, weil plötzlich alles stockt: das ist völlig normal. Der Körper hat sich an die Maßnahmen gewöhnt.

Deshalb gibt es auch keine eine Erfolgsdiät. Ich persönlich finde es am erfolgsversprechendsten, wenn man immer mal wieder etwas ändert. Das können schon Kleinigkeiten sein. Im Folgenden möchte ich also mal darauf eingehen, wie ich es vom Plateau geschafft habe.

  • Teilzeitfasten. Auch intermittierendes Fasten genannt. Kann ich nur empfehlen, solange man das Mittagessen regelmäßig und zuverlässig „pünktlich“ essen kann sowie wenn man keiner schweren körperlichen Arbeit am Morgen nachgeht. Das ist beides wichtig. Wenn ich einmal auch nur eine Stunde später essen kann, kommt es vor, dass ich crashe und SOFORT etwas essen muss. Für solche Fälle empfiehlt es sich immer, Bananen im Haus zu haben. Wichtig: Mittagessen sollte vorbereitet sein, wenn man weiß, dass man es eventuell nicht rechtzeitig schafft, zu kochen.

  • Vorkochen. Wie in den Wanna Do Listen erwähnt habe ich mir zum Ziel gesetzt, nicht öfter als 12 Mal im gesamten Jahr Fertigprodukte zu essen. Nun kommt es allerdings vor, dass Püppi sämtliche Keime aus dem Kindergarten mitbringt und wir auch schon mal gleichzeitig flach liegen und keiner die Muße und Energie hat, selber zu kochen. Deshalb kochen wir einfach mehr und frieren ein. Auch kochen wir simple Gerichte wie Chili in großen Mengen, sodass es für mehrere Tage reicht. Ist auch nicht mehr Aufwand, ist kostengünstig und spart ganz viel Zeit.

  • Meine Einstellung zum Essen ändern. Leider bin ich mit einem Vielfraß als Stiefvater aufgewachsen, was in mir das ständige Gefühl hervorgerufen hat, dass ich nichts mehr bekomme, wenn ich nicht jetzt gleich so viel wie möglich esse. Einerseits musste ich das erst einmal kommunizieren, damit der Engländer nicht doch mal etwas aufisst, das ich mir bewusst zurückgelegt habe. Andererseits lerne ich gerade, wie ich loslasse. Das klingt bescheuert, aber ich kann Essen nicht loslassen. Dabei ist es so einfach, neues zu kochen. Morgen gibt es schließlich auch wieder etwas.

  • Routine. Ich stehe jeden Morgen zur gleichen Zeit auf, habe einen festen Zeitplan für jeden Tag in der Woche. Dieser beinhaltet 3x je 1h Sport (exklusive Vorbereitung, Duschen etc. – insgesamt komme ich damit auf ca. 2h), feste Essenszeiten, Rituale wie jeden Morgen etwas Schönes für Püppi zu zaubern, Arbeits-, Püppi- und Freizeiten, jeden Tag 30-60 Minuten zum Putzen/ Betten beziehen/ Schweinchenkäfig säubern. Kurzum, für alles, was in der Woche gemacht werden muss, habe ich feste Zeiten.

  • Keine Ausnahmen. Viele Diäten haben Cheat-Tage, an denen man alles essen kann, was man möchte und was die Diät sonst nicht hergibt. Das finde ich schwachsinnig und es macht es mir selbst schwer, nach einem solchen Tag weiter zu machen. Lieber belohne ich mich ab und an mit einem Stück Schokolade oder etwas (zuckerfreiem) Sirup im Kaffee. Nach dem Fitti gibt es eine Belohnung. Alles aber im Rahmen. Keine Sahnetorten, keine Schokofressorgien. Mir fehlt es nicht einmal mehr. Ich habe schon seit einer ganzen Weile Schokolade zu Hause und rühre sie nicht an, weil ich sie mir nur zu besonderen Anlässen gönne und bevor ich das tue mich immer frage, war das jetzt gut genug oder lohnt es sich überhaupt? Will ich überhaupt Schokolade essen, wenn ich für 500kcal über eine Stunde auf dem Rad schwitzen muss?

  • Sport auf nüchternen Magen. Nachdem ich angefangen habe morgens zu fasten, habe ich erst einmal überlegen müssen, ob ich das überhaupt verkrafte. Mir sind da die vielen Ernährungs- und Fitnessgurus im Kopf, die wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden. Antwort: überhaupt gar kein Problem. Sicher, an weniger guten Tagen habe ich eine Notfallbanane dabei. Ich habe sie aber noch nie gebraucht. Tatsächlich finde ich es einfacher mit dem Fasten bis zum Mittagessen durchzuhalten, wenn ich im Fitnessstudio bin. Dort bin ich abgelenkt und habe keine Möglichkeit, mir irgend etwas „reinzuziehen“. Auch ist Training auf nüchternen Magen in Sachen Fettverbrennung wirkungsvoller. Win-Win also!

  • Sport festlegen und vereinfachen. Anfangs hatte ich einen ausgeklügelten Trainingsplan, um nicht bloß Fett zu verbrennen, sondern auch noch Muskeln aufzubauen und die Beweglichkeit zu erhöhen. Das hat mir auch zunächst Spaß gemacht. Nach einer Weile hat es mich aber schrittweise demotiviert. Es war einfach zu viel. Jetzt mache ich nur noch eine Sache: Ausdauertraining. Eine Stunde auf dem Rad. Manchmal, wenn ich Abwechslung brauche, bin ich für 15 oder 20 Minuten auf dem Crosstrainer und danach erst kommt das Rad, das sich dann übrigens anfühlt wie Urlaub. Keep it simple, keep it going.

  • Mehr laufen. Wenn ich Püppi vom Kindergarten abhole, habe ich das bisher immer so gemacht, dass ich hinwärts die Bahn genommen habe und zurück gelaufen bin. Ich versuche jetzt so oft wie möglich, auch den Hinweg zu laufen. Klappt nicht immer, etwa wenn der Zeitplan straff ist oder ich krank bin. Aber wenn es klappt, sind das gleich mal 100-150 Extrakalorien, die ich loswerde.

 

Das sind im Gröbsten die Neuerungen, die ich zu meiner bisherigen Ernährungsweise gemacht habe. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass das alles schrittweise vonstatten ging und über mehrere Monate hinweg. Wer alles auf einmal versucht, läuft wohl Gefahr, anfangs zwar top motiviert zu sein, aber schnell zu merken, dass es zu viel wird. Das ist okay. Wichtig ist dann, nicht zu streng mit sich zu sein und zu ergründen, was man realistisch schaffen kann. Dazu dann ungefähr 10% addieren, denn zu einfach soll es auch nicht werden, das demotiviert nämlich genauso. 😉

Lasst euch also Zeit. Seid gut zu euch selbst. Challenge yourself. Haltet durch!

Eintopf

Beziehungen sind eine komische Sache. Man genießt sie eine verhältnismäßig kurze Zeit so richtig. Dann kommt der Alltag und man trottet vor sich hin. Plötzlich quietscht und knarzt es, der Haussegen hängt auf halb Acht und man begreift, wie wichtig der andere einem ist, wenn man dabei ist, ihn zu verlieren. Dabei hätte man schon viel eher daran arbeiten können, die Beziehung zu pflegen und für beide Seiten ansehnlich zu halten. Gemütlich, aber nicht zu gemütlich. Vielleicht machen das normale Menschen auch und nur ich habe nie gelernt, wie das geht. Wie auch mit stets streitenden Eltern, die sich ja doch nie trennen. Irgendwie hatte ich nie im Kopf, dass man sich trotzdem trennen könnte. Und da haben wir doch die Misere: man fühlt sich sicher, bis man sich nicht mehr sicher fühlt. Ich für meinen Teil bin mir gar nichts mehr sicher und schlafe entsprechend seit einigen Nächten nur noch mit medizinischer Hilfe. Ich habe in den letzten vier Tagen 2kg verloren, weil auch Essen einfach nichts ist, das mir jetzt irgendwie läge. Essen kann ich wieder, wenn ich glücklich bin. Falls ich es je wieder werde. Ich zweifle noch. Was jetzt negativer klingt, als ich es gemeint habe. Ich resigniere bloß. Was vielleicht doch negativer ist, als ich es gerade fühle. Wie gesagt, ich bin mir in nichts mehr sicher. Besonders nicht, was ich nach dem Bachelor mache. Und das macht Druck. Und dann kommt noch Druck von außen. Bis ich irgendwann zu einer kleinen Murmel zusammengedrückt werde. Klein und fest, aber innen hohl. Weil da auch schon Druck war.

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Meine Haut sieht nach wie vor scheiße aus, nur ein bisschen weniger scheiße als vor wenigen Tagen noch. Die Hände schälen sich in dicken Flocken. Bisher habe ich mich versteckt, wollte nicht gesehen werden. Heute traute ich mich doch hinaus. Mit ganz viel Makeup zwar, aber immerhin. Jetzt kann ich den Rest der Woche wieder zuhause bleiben.

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Wenn ihr mal eine wirklich schöne Sendung schauen wollt, eine, die euch glücklich macht und das Herz ganz leicht, schaut „The Good Place“ mit Kirsten Bell. Eleanor stirbt und landet im Himmel, oder was auch immer man den Ort nennen möchte. Schnell erkennt sie aber, dass ein Fehler passiert sein muss. Von da an wird es chaotisch, ohne aber zu nerven. Was für eine schöne Sendung! Zugegeben, den Piloten fand ich so lala, ganz okay aber nicht weiter der Rede wert. Aber dann machte es BOOM und ich verliebte mich. Jeder einzelne Charakter ist auf seine Weise liebenswürdig. Das ist selten. Vor allem war die Überraschung gut, sie überraschte mich. Trotz einer Ahnung.

Eine andere tolle Serie ist The Marvelous Mrs. Maisel. Mitch unterstützt ihren Mann in seinem Hobby, der Stand Up Comedy. Er ist ganz okay, aber kein wirkliches Talent und hat entsprechend nur mäßig Erfolg. Er verlässt sie, um seinem Traum, professioneller Comedian zu werden, folgen zu können. Sie ist zerstört, betrinkt sich und ergreift das Mikrofon. Den Rest müsst ihr selber gucken.

***

Püppi wird immer größer und selbständiger. Im Kindergarten geht sie jetzt selbständig aufs Klo – und davon hatte ich bis heute Morgen gar keine Ahnung. Sie zieht sich die Windel selber aus und setzt sich auf’s Klo. Ich bin so stolz. Und ein bisschen fühle ich mich schuldig, denn als sie während ihrer Krankheit zu Hause war, zog sie auch ihre Windel aus und ich hielt sie auf, weil ich dachte, sie habe Flausen im Kopf. Das war ein Fehler von dem ich hoffe, dass er keine ernsten Konsequenzen haben wird.

(Ich solle Unterhemden und Slips kaufen. Habt ihr eine Ahnung,
wie schwierig es ist, in den normalen Kleiderläden Hemdchen
und Slips in den kleinen Größen zu finden? What the heck?)

Ich liebe dieses Mäuschen so sehr. Jeden Morgen kommt sie erst einmal eine Runde kuscheln. Ohne dass ich sie fragen muss gibt sie mir auch mal ein Küsschen. Manchmal ziemlich nasse Küsschen, aber die Geste ist so niedlich. Sie hat einen tollen Humor und versucht immer, mich zum Lachen zu bringen. Besonders wenn sie sieht, dass ich gerade nicht so gut drauf bin. Sie spielt gern mit mir, aber auch eigenständig. Und sie hilft mir, wenn ich aufräume. Manchmal dauert dadurch alles länger, aber das ist mir egal. So klein ist sie schließlich nur einmal und ziemlich kurz. Sie scheint schon ein bisschen in die Autonomiephase gerutscht zu sein, was sich vor allem bemerkbar macht, wenn sie müde ist und etwas nicht haben oder tun kann. Bisher verläuft es aber sehr mild. Toi toi toi!

***

McDonalds hat eine irische Fast Food Kette, Supermacs, vor Gericht gezerrt, weil sie Burger mit dem Namenszusatz Mac im Angebot haben. McDonalds hat nicht nur diesen Streit verloren, sondern auch die Namensrechte in der gesamten EU, wodurch Supermacs nun auch außerhalb Irlands Läden eröffnen darf. Die Welt fühlt sich heute ein bisschen gerechter an, finde ich.

Über den Tod sprechen: Teil 3

Teil 1

Teil 2

 

21. Wie fühlst du dich, wenn in Büchern oder Filmen jemand stirbt?

Das kommt ganz darauf an, wie ich selber gerade drauf bin, wie es im Film/ in der Geschichte verarbeitet ist und wie wichtig die Person für die Handlung war.

Es gab Zeiten, da hat mich das zu sehr mitgenommen, sodass ich solche Szenen nicht geschaut/ gelesen habe oder gleich gestoppt -oder gar nicht erst angefangen- habe. Das waren Zeiten, in denen ich selbst noch trauerte.

Kinder und Hunde nehmen mich immer mit. Bei allen anderen ist es mal so, mal so.

22. Hast du das Gefühl, noch viel Zeit vor dir zu haben, um dein Leben zu gestalten?

Ja und nein.

Ein einziger Tag kann viel verändern.

Aber das Leben ist kurz und so viele Tage haben wir gar nicht.

23. Gibt es Dinge, die du rückblickend in deinem Leben anders machen würdest?

Ja.

Andererseits bin ich durch jede einzige meiner Entscheidungen da angelangt, wo ich jetzt bin. Ob es besser gewesen wäre, das oder jenes anders zu machen? Das weiß niemand.

24. Wie oft sagst du den wichtigen Menschen in deinem Leben (Partnerschaft, Familie, Freunde) anlasslos, was sie dir bedeuten?

Meiner Tochter sage ich jeden Tag, dass ich sie liebe.

Dem Engländer ein paar Mal die Woche.

Der Herzfreundin hin und wieder.

Anderen versuche ich es zu zeigen.

25. Findest du, du könntest das öfter machen? Wenn ja, was hat dich bisher davon abgehalten?

Ja, Freunden und Freundinnen könnte ich das öfter sagen. Mich hält ab, dass ich es nicht so gelernt habe und es (auf deutsch) doch manchmal schwer über die Lippen kommt. Dafür sage ich, wie viel mir ein Tag oder eine Geste bedeutet hat, wie sehr ich mich freue, sie wiederzusehen oder ein paar schöne Stunden miteinander verbracht zu haben.

26. Was denkst du über Sterbehilfe?

Ich denke, das sollte jede/r selbst entscheiden dürfen. Wenn nichts mehr geht und nichts mehr hilft und jemand nur noch leidet, soll er/sie gehen dürfen. In freiem Willen. Haustieren sprechen wir diesen würdevolleren Abschied auch zu.

27. Gäbe es Szenarien, bei denen du dir so etwas für dich vorstellen könntest?

Ja, wenn ich nur noch künstlich am Leben erhalten werden könnte und nicht mehr bei Bewusstsein wäre.

28. Wenn sich ein dir nahestehender Mensch für Sterbehilfe entscheiden würde, könntest du das verstehen? Und verzeihen?

Ich könnte das verstehen und ich könnte es verzeihen. Je nachdem wie nah die Person ist, wäre ich wohl auch gerne dabei, falls das für denjenigen/ diejenige okay ist.

Über den Verlust selber hinweg zu kommen ist eine andere Sache.

29. Gab es schon einmal eine Situation in deinem Leben, in der du dachtest “jetzt sterbe ich”? Hat dich das verändert?

Als ich 14 Jahre alt war und eine allergische Reaktion auf Penicillin hatte, mein Hals immer dicker zuschwoll und das zuerst angefahrene Krankenhaus uns wieder wegschickte. Das zweite Krankenhaus hat die Lage auch nicht erkannt. Eine Bereitschaftsärztin hat mich dann gerettet.

Komischerweise mit einem Präparat mit einer Minidosis Penicillin.

Ob mich das verändert hat? Ich bin jedenfalls vorsichtiger mit Medikamenten.

30. Was für eine Art Sterben wünschst du dir?

Schmerzlos. Zu Hause. Wenn ich mit allem abgeschlossen habe und Abschied nehmen konnte. Das wäre ideal. Ist aber wohl eher selten.

Update

Da denkt man, es geht bergauf – und der Virus lacht sich ins Fäustchen. Halsschmerzen der Hölle. Also bei mir. Püppi geht es zum Glück wieder gut, sie hat nur noch selten Beschwerden. Da das Zink ihre Haut, die ohnehin eine Problemhaut ist, nun vollends ausgetrocknet hat, müssen wir nun erst einmal dafür sorgen, dass die vielen kleinen Wunden vom Kratzen zuheilen und dann mit ordentlich Cremen, Cremen, Cremen wieder ein Gleichgewicht schaffen.

Währenddessen hüpft sie strahlend durch die Wohnung und möchte beschäftigt werden. Was mit einerseits freut. Andererseits treibt es mich an meine Grenzen, da es mir wie erwähnt selbst noch nicht wieder gut geht. Sie braucht die Aufregung und Beschäftigung, die sie sonst im Kindergarten hat, was ich ihr einfach gerade nicht bieten kann. Andere Kinder zu treffen (was möglich wäre) ist aber nicht drin, da noch ansteckend. Brr.

Unterdessen ist aber nicht alles schlecht.

Mein Praktikum wird bald (Mitte März etwa) beginnen und ich freue mich drauf, auch wenn das anstrengend wird. Überlege noch, die Stunden zu kürzen und dafür die Zeit hintenan zu hängen. Ist auch doof. Naja.

Aber: im Praktikum bekomme ich Gelegenheit, an Originalquellen zu arbeiten, die noch gänzlich unbearbeitet und unbekannt sind. Wie geil ist das denn? Zudem bietet dieses Feld, das ich beschreiben werde, eine riesen Lücke in der Forschung. Dafür sollte man mir nicht bloß den Bachelor geben, sondern kann mir eigentlich gleich den Master in die Hand drücken. Wie wäre es außerdem mit einem Doktortitel? Danke, see you.

Für eine andere Hausarbeit habe ich eine ganz tolle Idee gehabt, die mir zwar wieder viel Zeit kosten wird, was gute Ideen so an sich haben. Aber ich denke, dass es nicht nur meiner Dozentin gefallen werden wird, sondern generell ein interessanter Beitrag werden kann. So sehr, dass ich darüber auch Vorträge halten könnte. Die erste positive Rückmeldung habe ich dazu bereits bekommen.

Die Recherche zu diesem Thema – es wird aus zwei Seiten betrachtet werden und ich suchte Material zur anderen Seite – hat mich gestern allerdings leider völlig aufgelöst, sodass ich heulend am Laptop saß. In einer solch stressigen Zeit und dann auch noch hormongeplagt war das wohl keine so gute Idee. Ich werde das erst einmal ein paar Tage ruhen lassen und mich anderen Unterpunkten widmen.

Leise krächzende Grüße,

nickel

 

P.S.: Mir war heute mal nach lila.