Status Quo

Die Woche war eine schöne, wenn auch ziemlich verschnieft.

Püppis Großeltern aus England waren zu Besuch, was doch recht kurzfristig beschlossen wurde und deshalb ein bisschen chaotisch war, aber gut ging. Damit sie auch etwas vom Mäuschen haben, haben wir das für die ganze Woche vom Kindergarten abgemeldet. Gleichzeitig perfektes und katastrophales Timing, da sie sich eine dicke Erkältung eingefangen hat, inklusive Augentränen und verstopfter Nase und ein wenig Fieberei.

Die Nächte waren kurz und oft unterbrochen, weil die Maus sich einfach so unwohl fühlte, dass selbst schlafen anstrengend war – geht mir aber auch so mit Rotznase. Blöd eben, dass man den Zwergen die ganzen Erkältungswundermittelchen nicht geben kann. Püppi wurde viel bekuschelt und die langen Spaziergänge mit Grandma und Grandpa waren sehr gut für sie – und für uns, weil wir in der Zeit ein wenig Schlaf nachholen konnten.

Das Auto meiner Mutter ging kaputt und ließ sich auch nicht reparieren, ihr Mann kriegt es sonst immer wieder zum Laufen. Ihre Vorgesetzte nahm sie freundlicherweise mit auf Arbeit. Zum Dank durfte sie dann aber 10 Stunden schrubben – in einem körperlich sehr anstrengenden Job.  Bei solchen Dingen fühle ich mich immer so hilflos. Ich will sie da raus holen und ihr helfen, aber ich kann nicht, mir sind die Hände gebunden. Weder kann ich ihr ein Auto kaufen oder leihen, noch ihr eine bessere Arbeit besorgen. Vermutlich will sie aber auch nur, dass ich zuhöre und ihr beistehe. Der Wille zu helfen aber bleibt.

An anderer Stelle habe ich aber dafür eine wundervolle Nachricht bekommen, über die ich mich sehr gefreut und sogar ein Tränchen vergossen habe. Das Leben in Balance ist im Durchschnitt doch ganz nett.

Morgen geht Püppi wieder in den Kindergarten, sie ist soweit wieder fit. Außerdem ist die Zahnfee da und das soll sie nicht verpassen.

Mal nebenbei: ich bei euch die Post auch gerade so langsam? Was ist da bloß los?

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Status Quo

Seit gestern sind die Meerschweinchen wieder da, die für 6 Wochen bei meiner Mutter zum Urlaub waren. 😀 Geplant waren 3, aber ihr wisst ja wie das ist mit Plänen und dem Leben.

Über unsere Eingewöhnung hatte ich neulich berichtet. Die dritte Woche war etwas schwieriger, hatte ich zumindest den Eindruck. Püppi wollte partout nicht mitessen, obwohl sie sonst ein ausgezeichneter Esser ist. Die anderen Kinder sind ihr aber einfach zu viel. Wir Eltern fühlen uns gerade ein bisschen ratlos, wie wir sie dabei unterstützen können, sich besser an den Kindergarten, vor allem aber an die Kinder zu gewöhnen und ihre Scheu zu verlieren.

Freitag hatte ich diesbezüglich einen sehr schlechten Tag. Am Morgen habe ich mich ernsthaft gefragt, ob es einfach zu früh ist. Ob wir es später noch einmal versuchen sollen. Ich brachte sie dann zum Kindergarten, wo sie laut weinend und schreiend wieder von den Armen der Erzieherin in meine Arme wollte. Das hat mir so sehr weh getan, dass ich einfach weinen musste. Natürlich nicht vor Püppi, aber dann draußen im Vorraum.

Dort wartete gerade eine andere Mutti auf ihr Kind und sah mich. Sie sprach mich an und tröstete mich und erzählte mir, dass sie Erzieherinnen wirklich sehr liebevoll mit ihr umgehen und sie die ganze Zeit über immer bei ihnen auf dem Arm oder auf dem Schoß ist. Sie geben ihr viel Zeit und haben viel Geduld. Zwar hatte ich das im Gefühl und habe das auch gesehen, aber es war schön, es noch einmal von jemand anderem bestätigt zu bekommen. Meine Zweifel waren dann auch weg, als sie mir sagte, dass es ganz vielen Kindern so geht und gerade die dritte Woche wohl eine schlechte Woche ist.

Ich hoffe sehr, dass es langsam besser wird, denn das zerreißt mir das Herz, sie so zu sehen. Mr. English hat mir angeboten, sie zu bringen und ich hole sie ab, was ich dankbar angenommen habe. Wie gesagt, ich bin einfach sehr emotional und leide sehr mit, was es ihr vermutlich auch nicht leichter macht. Kinder fühlen sowas, selbst wenn man versucht zu lächeln.

Im Fitnessstudio lief es dafür ausgezeichnet. Mein Plan ist jetzt, 3x pro Woche hin zu gehen und mein Programm für ca. 3 Wochen zu machen und mir dann ein anderes erstellen zu lassen. An einigen Geräten konnte ich schon jetzt, nach nur einer Woche, jeweils 5kg auflegen. Unfassbar, wie schnell das geht. Ausdauertechnisch hatte ich Samstag einen schlechten Lauf, mein Asthma hat einfach gestreikt und der Muskelkater in den Beinen half auch nicht. Die Bizepsmaschine macht mich genauso fertig, weil mein Bizeps so schwach ist, dass ich selbst die lächerlichen 2,5kg nicht schaffe, 15 mal zu heben. Der Trizeps war dafür stärker als noch am Mittwoch. Wie gesagt, unfassbar wie schnell das geht.

Was ich aber sagen kann, ich habe zwar an Trainingstagen unfassbaren Hunger, habe aber schon ein halbes Kilo verloren und fühle mich bereits grundsätzlich besser. Meine Rückenschmerzen sind kaum noch vorhanden, ich bin ausgeglichener und positiver und nach dem Training gar euphorisch. Außerdem schaffe ich danach mehr Haushaltsaufgaben als die gesamte Woche über. Hat ja auch etwas gutes. 😀

Leider werde ich auch sehr müde an diesen Tagen, sodass ich kaum in der Lage war, letzte Woche an der Hausarbeit zu schreiben, die ich eigentlich gestern beenden wollte. Meh. Ich habe mir aber fest vorgenommen, an den Tagen ohne Training konsequent in die Bibliothek zu gehen und daran zu arbeiten. Tschaka! Ich will ja auch mal so richtig frei haben, gell.

Habt eine wundervolle Woche!

Neue Routinen

Gestern war ich zum ersten mal in einem Fitnesstudio. Und heute gehe ich wieder hin. Obwohl ich seit gestern fast ein ganzes Kilo zugenommen habe. Sport macht wohl fett.

Immerhin, neue Routinen sind gut. Der Tag beginnt jetzt mit Frühstück, Püppi frisch machen, Püppi bespaßen, Rucksack packen, die Waschmaschine starten und Püppi zum Kindergarten bringen.

Vom KiGa aus geht’s direkt zum Fitti, wofür ich eine Mitgliedschaft erworben habe, die mindestens 12 Monate läuft, also muss ich das jetzt ein Jahr lang durchziehen. Gibt schlimmeres.

Nach dem Fitti wird Püppi wieder abgeholt und gehofft, dass sie diesmal im KiGa Mittag gegessen hat, für das ich immerhin 3,25€ pro Mahlzeit lassen muss, was echt lächerlich viel ist, bedenkt man die winzigen Portionen, die Einjährige so zu sich nehmen. Wird die Übernahme bewilligt, brauchen wir nur noch 1€ täglich zu bezahlen. Warum gibt’s bei sowas eigentlich keinen Aufschrei?

Jedenfalls wird Püppi daheim angekommen direkt ins Bett gelegt, weil sie nach dem KiGa doch immer völlig fertig ist. So hänge ich die Wäsche auf und mache sonstigen Kram im Haushalt, bis am Nachmittag der Püppipapa die kleine Spaßflöte übernimmt und ich entweder in der Bibliothek oder daheim an meiner Hausarbeit weiter schreibe.

Die erste ist immerhin fast fertig. Dann noch zwei. Aber für die habe ich theoretisch Zeit bis Ende November, auch wenn das doof ist, weil ich ja ab Mitte Oktober auch wieder Vorlesungen habe, die ebenfalls Zeit und Arbeit abverlangen.

Und dann falle ich abends ins Bett, neuerdings mit Rückenschmerzen, die nach dem Workout gestern doch schlimmer waren als gedacht. Muss mal mit dem Trainer reden.

Wenn ich das so durchziehe bin ich nächstes Jahr um die Zeit schlank und fertig mit der Uni.

Tschaka.

Alkohol und Rauchen in der Schwangerschaft

Disclaimer: Das Thema ist sehr kontrovers und ich weiß, dass meine Ansichten dazu recht krass sind. Damit bin ich bereits angeeckt. Dennoch möchte ich sie darlegen, weil ich des öfteren gefragt wurde und meine Gedanken doch auf Interesse stießen – wenn auch nicht immer auf Verständnis. Aufgrund der Kontroversität möchte ich vorab anmerken, dass Kommentare, die einzig darauf abzielen zu beleidigen, zu diffamieren und aufzufallen, werden nicht freigeschaltet bzw. gelöscht. Trolle, versucht es gar nicht erst. Ansonsten freue ich mich über konstruktive Diskussionen.

Schwangerschaft, aufregende Zeit, aber auch Stress und Verzicht und Regeln und Kontrolle von Ärzten und Verwandten und Unbekannten. Ich weiß selbst, wie übergriffig manche Menschen meinen gegenüber Schwangeren sein zu dürfen. Und dennoch kann ich Schwangeren aber auch Angehörigen bloß sagen: Lasst es sein! Lasst die Zigaretten, den Alkohol und sonstigen unnützen Müll weg, wenn ihr Leben in euch tragt!

In meiner eigenen Schwangerschaft war ich recht streng, habe mich an Empfehlungen gehalten und Rücksprache mit Hebamme oder Arzt gehalten, wenn ich mir nicht sicher war. Mir sind ein paar Faux Pas passiert, wie etwa Salami oder ein Stück Kuchen mit Alkohol zu essen, aber das war okay. Von anderen würde ich nicht erwarten, so streng zu sein, ich weiß dass ich da teils über das Ziel hinaus geschossen bin. Aber ich wollte es so, das war es mir wert.

Wo ich nicht wegsehen kann ist, wenn eine Schwangere ihr Ungeborenes bewusst gefährdet, indem sie weiter raucht, trinkt und sonstiges tut, was erwiesenermaßen schlecht ist in einer Schwangerschaft. Besonders bei geplanten Schwangerschaften muss ich mich dann leider fragen, ob das Denken hintenan stand.

Einigen ist dabei gar nicht bewusst, was sie eigentlich machen. Welche Konsequenzen ihr Handeln haben kann. Diese reichen von Entwicklungsverzögerungen und -störungen über Entstellungen/ Behinderungen bis hin zu Früh- und Totgeburten. Dennoch scheint sowas ja immer nur den anderen zu passieren, deshalb macht man eben weiter.

Ein solches viel zu früh geborenes Baby mit gerade einmal 1,5kg (!) und so winzig kleinen Händchen und Füßchen habe ich auf der Säuglingsstation gesehen. Die Mutter konnte auch jetzt nicht aufhören zu rauchen. Wenn ihr denkt, sowas passiert mir nicht, dann schaut euch solche Würmchen doch mal an… Ist das ein Start ins Leben, den man für sein eigenes Baby möchte?

Soweit, so unneu diese Ansichten. Was oft für Verwirrungen sorgt sind meine weiteren Ansichten:

  • Ich bin pro Choice, also für die Wahl, das Kind auszutragen oder eben nicht.
  • Für mich selbst käme eine Abtreibung niemals in Frage.
  • Für andere würde ich mir wünschen, dass sie eine Abtreibung nur bei triftigen Gründen in Betracht ziehen. Diese triftigen Gründe muss die jeweilige Person selber definieren. Jedoch, „kein Bock“ ist keiner.
  • Ich bin gegen die Ansicht, dass bei Schwangeren, die ihr Ungeborenes gefährden, nicht eingegriffen werden darf, da das Recht über den eigenen Körper an vorderster Stelle steht.
  • An vorderster Stelle steht für mich zwar die Gesundheit der Mutter, gleich dahinter aber die des Kindes.
  • Die Unversehrtheit des Kindes steht weit über dem Bedürfnis/ der Lust auf Rauschmittel.

Ich finde also, wenn eine Verhältnismäßigkeit verletzt wird, also etwa das Leben des Kindes gefährdet wird um zu rauchen, zu trinken etc, sollte eingeschritten werden dürfen.

Zunächst sollte versucht werden, möglichst minimal invasiv zu helfen, dem Problem auf den Grund zu gehen. Rauchentwöhnung, Suchtberatung etc.

Als nächsten Schritt würde ich Untersuchungen engmaschiger gestalten, die werdende Mutter öfter zur Kontrolle einbestellen. Sollte sie sich weigern, würde ich das Jugendamt zur Seite nehmen. Nicht drohend, sondern unterstützend und informierend.

Als letzten Schritt – und dieser ist sehr krass, ich weiß – wenn also die Mutter nicht bereit ist zu kooperieren oder wenigstens zu versuchen, clean zu werden, würde ich sie in ein Entzugsprogramm stecken. Ja, gegen ihren Willen und ja, in psychiatrischen Einrichtungen. Das wäre dann aber auch eine Maßnahme bei krasseren Fällen, etwa stetem Alkoholmissbrauch und Kettenrauchen.

Gründe, warum ich so denke, sind sehr vielfältig. Einerseits ist es unverantwortlich, das Risiko einzugehen, Entwicklungsstörungen, Frühgeburt, eine Behinderung oder gar den Tod herbeizuführen, weil man die Finger nicht lassen kann vom täglichen Gift.

Es ist unfair dem Ungeborenen gegenüber, weil es dem schutzlos ausgeliefert ist. Schutzlos derjenigen Person gegenüber, deren oberste Aufgabe es ist, das Kind zu schützen. Auch ein Ungeborenes kann Entzugserscheinungen bekommen.

Neugeborene von Süchtigen gehen zudem erst einmal durch einen kalten Entzug. Das erste, was sie durchmachen, ist ein f*cking Entzug! Das sind auch die Kinder, die besonders intensive Betreuung brauchen und Schwestern mit starken Nerven, da sie in der Regel ununterbrochen schreien.

Last but not least, da es manchen nicht reicht, humane und empathische/ moralische Gründe aufzuführen: es kostet viel Geld, diese Kinder intensiv zu betreuen. Gerade sehr früh geborene Babies sind sehr lange sehr intensiv umsorgt auf Sonderstationen. Die Chancen stehen zudem sehr hoch, dass sie ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen sein werden.

Ja, diese Ansätze sind teilweise sehr radikal. Ich finde aber, wir sollten endlich Unversehrtheit von Ungeborenen über Bock der Mütter stellen. Wer sich aktiv für ein Kind entschieden hat, der soll auch so handeln.

So, jetzt seid ihr dran: völlig Banane, noch zu lasch oder interessant? Was meint ihr? (Seid lieb, ich bin müde!)

Was das Mäuschen in 14 Monaten gelernt hat

  • Essen schmeckt. Alles! Sogar Oliven!
  • Mama eignet sich am besten zum Kuscheln, Papa zum Blödsinn machen.
  • Stehen ist super cool und bekommt Applaus. Vor allem vom Mäuschen selbst.
  • Tanzen fetzt!
  • Baden macht am meisten Spaß, wenn alle nass werden.
  • Schränke sind wie riesige Schatztruhen. Man findet immer etwas Neues!
  • Wenn Mama nein sagt und das Mäuschen den Kopf schüttelt, muss Mama lachen.
  • Katzen jagen ist lustig.
  • Erdmännchen und Flamingos sind der absolute Renner!
  • Bücher mit Klappen sind Lieblingsbücher.
  • Wenn man fremde Leute im Zug mit Spielzeug bewirft, spielen sie mit.
  • Andere Kinder im gleichen Alter sind entweder unheimlich oder langweilig. Nichts dazwischen!
  • Spaziergänge sind schön, nach Hause kommen ist schöner.