Status Quo

Puh, Wochenende. Fast rum. Viel zu tun.

Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Semesterstart und damit zum Start meiner BA. Ich mag nicht. Ich hänge so weit hinterher mit der Transkription, dass einfach alles in mir sich dagegen wehrt, in das Semester zu gehen. Und dann noch ein Seminar, eine Vorlesung und damit eine Prüfung und eine Hausarbeit on top. Scheiße.

Aktuell ist die Maus anstrengend. Sie ist vor 4 Wochen innerhalb des Kindergartens umgezogen, ihre Gruppe wurde entzwei geteilt, was eigentlich so nicht sein sollte. Im jetzigen Bereich, in dem die Kinder der Altersstufen 3 bis 6 gemischt sind, ist es laut. Lautstärke kann das Kind, obwohl es selbst ein prima Lautstärkeverursacher ist, oft schlecht aushalten. Aber schon besser als zu Beginn ihrer Kindergartenzeit. Dass sie mal so klein war wie die jetzt neu ankommenden Süßis kann ich mir kaum mehr vorstellen. Aber das ist ein anderes Thema.

Jedenfalls hatte nach nur einer Woche im neuen Bereich mit 2 neuen ErzieherInnen (ja, es ist ein Mann dabei!) und neuen Kindern ausgerechnet ihre Hauptbezugsperson Urlaub, die zweite Erzieherin fing erst einen Monat vorher in der Gruppe an und fehlte in der Woche darauf auch, sodass nur noch neue ErzieherInnen da waren. In der ersten Woche war das Kind noch etwas traurig aber zuhause gut drauf. In der zweiten Woche änderte sich das dramatisch. Sie fing an über alles zu schimpfen, nichts war gut genug, ständig war sie voller Wut. Es war wirklich schlimm und nichts half.

Jetzt ist ihre Erzieherin endlich wieder da und scherzte, dass die Maus nun ihr Schatten sei. Ich erzählte, wie schwer es ihr fiel, dass ihre Lieblingserzieherin nicht da war und betonte, dass ich ihr den Urlaub gönne, es aber einfach doofes Timing war. Die Reaktion? Sie habe ja extra mit dem Urlaub gewartet, damit sie beim Umzug dabei sein konnte. Eine ganze Woche!

Unter anderen Umständen hätte ich das abgehakt. Wer mir aber in einem Gespräch vorwirft das Kindeswohl zu gefährden, weil ich einmal die Jacke vergessen habe und sie doch im Winter mit lauter Schniefnasen um sich herum nur krank geworden sei, weil sie kein Unterhemd getragen habe, an den stelle ich doch etwas andere Ansprüche. Mit dem Urlaub hätte sie *für das Kindeswohl* auch noch zwei Wochen warten können oder ihn -verrückte Vorstellung- vorher genommen. (Sie hat keine kleinen Kinder, ist nicht auf Ferienzeiten angewiesen etc.) Ich weiß, das steht mir nicht zu zu verlangen und das tue ich auch nicht. Aber wer A sagt, muss auch B sagen. Und wer mir mit dem Jugendamt droht, weil das Kind keine Unterhemden trug (nachdem uns gesagt wurde, es sei für Strumpfhosen im Gebäude einfach zu warm), der muss sich selbst ins Zeug werfen, damit ich mich nicht über diese Frechheit beschwere.

Anyway, die Erzieherin ist wieder da, das Kind ist etwas besser drauf, doch nun scheint ein Schub dazwischen zu grätschen. Das habe ich am Kleiderschrank, aber auch am Kühlschrank gemerkt. Wie viel so ein Kleinkind essen kann – es ist erstaunlich. Bei der U7a wurde sie auf 89cm gemessen, das sind 2cm mehr als ich vor einem Monat gemessen habe. Was durchaus falsch gewesen sein kann. Es deckt sich aber in ungefähr mit meiner Kleider-Herumräumerei.

Nächstes Jahr feiert die Herzfreundin Hochzeit. Ich freue mich schon sehr darauf. Allerdings mache ich mir um den Junggesellinnenabschied etwas Sorgen, da die Trauzeuginnen, die ihn planen, kinderlose Akademikerinnen in Arbeit sind, die „was mit Wellness“ planen. Hm. Ich kann nichts zurück legen, also muss ich wohl mal schauen, ob ich überhaupt teilnehmen kann.

In der Zwischenzeit versuche ich, so gut es geht abzunehmen, um in ein bestimmtes Kleid zu passen, das einfach großartig ist und meine Figur -wenn ich wieder abnehme und überhaupt rein passe- wirklich schön umschmeichelt. Darauf Püppis Kleid zu kaufen freue ich mich auch schon. Festliche Kinderkleider sind einfach so süß!

Sorry übrigens, dass ich die Freitagsfragen diese Woche vergessen habe. Es war einfach so viel los, ich habe schlecht geschlafen und naja, meine gewisse Grundverpeiltheit kommt dann ja noch dazu. Nächsten Freitag gibt es wieder Fragen. Ehrenwort!

WMDEDGT

Unter #WMDEDGT trifft sich am fünften eines jeden Monats die Bloggemeinschaft bei Frau Bruellen und schreibt darüber, was wir eigentlich den ganzen Tag machen. (So heißt auch der Hashtag)

Moment, am fünften? Oahr, jetzt wollte ich endlich auch einsteigen und verpasse doch glatt den eigentlichen Tag. Also hoffe ich schlicht und ergreifend auf Nachsicht, die Hitze und so… Sorry!

Der Tag beginnt zwischen 6.30 Uhr und 7.00 Uhr, dann wird Püppi aufgeweckt, sofern sie nicht von selbst aufsteht, gewaschen, befrühstückt und bekuschelt. Ich bleibe dabei meistens noch im Bett liegen, denn da kuschelt es sich einfach am schönsten. Manchmal, aber selten, schauen wir dabei eine Folge einer Sendung, aber eigentlich verzichte ich lieber darauf, weil es ihr sonst schwer fällt, tatsächlich zu gehen.

Der Papa bringt die Maus dann in den Kindergarten, währenddessen mache ich mich gesellschaftsfähig, koche Kaffee, schaue auf Twitter und in mein Emailfach – Freitags gibt es immer eine Wochenzusammenfassung vom Kindergarten. Heute habe ich bei Blinkist das Blink des Tages gelesen: „Passt doch!“ von Roedinger u.a. Super Ding, kann ich nur empfehlen für alle, die in Streit- und Stresssituationen anders reagieren als sie gerne möchten. Vom inneren Kind habe ich in meiner Therapie schon einmal gehört, wir haben das aber nie tiefgehend besprochen. Da war es schön, diese Auffrischung bei Blinkist zu lesen, zumal ich gerade ohnehin gerne etwas mehr an meiner Impulskontrolle arbeiten möchte. Blinkist selbst kann ich auch nur empfehlen.

Nach dem Frühstück und einem Gespräch mit einer Freundin habe ich mich ans Werk gemacht, weiter das Protokollbuch zu transkribieren, über das ich meine Abschlussarbeit schreibe. Dabei bin ich auf eine Stiftung gestoßen, die es so nicht mehr gibt, die aber in eine andere Stiftung eingegliedert wurde, die eigens einen Blog zur Stiftungsgeschichte erstellt hat. Diese Stiftung habe ich direkt angeschrieben, mich und meine Arbeit kurz vorgestellt, um schließlich nach mehr Informationen zu fragen. Wenn das klappen würde, wäre das ziemlich cool! Wenn nicht, dann ist das eben ein Detail, das ich nur kurz in meiner Arbeit beschreiben kann.

Schließlich gab es Mittagessen, danach habe ich aufgeräumt. Nachher hole ich die Maus wieder vom Kindergarten ab und wir schauen mal, was wir heute noch machen. Vermutlich schauen wir bei ihrem Lieblingsspielplatz vorbei und essen zu Hause Eis. Einkaufen müssen wir auch noch. Außerdem will ich einmal schauen, was wir am Wochenende so machen. Die Hitze beschert mir leider gerne einmal Kopfschmerzen, deshalb sind die Aktionen immer etwas begrenzt, wenn es zu heiß draußen wird.

Was heute sonst noch so ansteht ist der gute alte Alltag: Wäsche waschen, Abendessen kochen, aufräumen, Kind baden, aber auch tolle Sachen wie zusammen singen und spielen, vielleicht schauen wir einen Film zusammen und wenn die Sonne vom Balkon verschwunden ist, gießen wir die Blumen. Püppi hat diese Woche ein Lichtlein im Kindergarten gebastelt, das ich gerne heute Abend mit ihr anzünden möchte. Abends geht der Papa mit der Maus spazieren, meistens zwei oder gar drei Mal, bis sie zur Ruhe kommt und schläft. Ich verbringe den Abend dann oft damit zu lesen oder Videos auf Youtube zu schauen; aktuell habe ich meine Liebe zu Ted Talks wiederentdeckt, schaue aber auch Standup Shows und den guten alten WheezyWaiter.

Das ist also der herkömmliche Tag im Hause Brüllmaus.

Photo by Pixabay on Pexels.com

Falls euch mein Text gefallen hat, würde ich mich über einen kleinen Beitrag in meine Kaffeekasse sehr freuen.

Sorry!

Ihr Lieben,

die Freitagsfragen müssen heute ausfallen. Grund dafür ist ein ganz zauberhaftes kleines Mädchen, das heute den dritten Geburtstag feiert.

Drei Jahre! Unfassbar. So lange soll das schon her sein, als ich um 14:40 Uhr endlich fertig war mit gebären und mir das kleine faltige Dingchen erst einmal genüsslich auf den Bauch kackte?

Jedenfalls, heute wird zelebriert. Nicht so wie gehofft (danke Corona du Arschkrampe), aber trotzdem schön. Mit Papageienkuchen und Apfelsaft. Und Muffins, eigens von der Geburtstagspüppi gewünscht.

Lasst es euch gut gehen!

Image by Alessandra Bertolotto Recco Ale from Pixabay

(So ungefähr sieht es bei uns natürlich auch aus. Hust.)

Status Quo

Uff.

Das könnte auch ein Titel für diesen Status Quo sein.

Wie nur halbherzig angekündigt war ich für eine Weile weg. Wir, das heißt Püppi, deren Papa und ich, verweilten in England bei Püppis Großeltern. Drei Wochen lang wurde sich dort um uns gekümmert, wir wurden bespaßt, bekocht und bemuttert. Das war schön, aber es war auch anstrengend. Weil ich da kaum eine Rückzugsmöglichkeit habe. Klar, das „eigene Zimmer“, aber die Wand zum Arbeitszimmer ist dort so dünn, dass man auch ein Laken davor hängen könnte, statt die Wand dort zu haben. Ebenso privat fühlt sich das auch an. Zudem kann man als Gast eben auch nicht alles so tun und lassen, wie man möchte, sondern unterwirft sich fremden Regeln und Gegebenheiten. Das ist genauso anstrengend wie etwas tun zu wollen/ müssen, das gerade nicht geht, weil man keinen Computer zur Verfügung hat o.ä.

Die Zeit war dennoch schön und wir haben viel erlebt. Püppi war zauberhaft und ist ein Naturtalent vor der Kamera. Unfassbar, wie diese Zweijährige posen kann! Vielleicht sollte ich ihre Modebedürfnisse durch eine Kindermodelkarriere finanzieren. Denn ja, auch zu Kleidung hat sie bereits eine Meinung. Glücklicherweise ist sie zu ähnlichen Dingen wie ich zu begeistern: alles was glänzt, glitzert oder schimmert ist toll. 😀 (Nur dass ich es im Gegensatz zu ihr eher nicht anziehe.)

Ansonsten fühle ich mich derzeit ehrlich gesagt eher bedrückt. Ich möchte das Haus nicht verlassen, es sei denn, es ist notwendig. In England hatte ich wenigstens den Grund, dass ich ja nicht ewig dort sein würde und mich um nichts kümmern müsse. Wieder zurück fühle ich mich erschöpft, kann Püppi eben nicht mal eben bei Grandma oder Grandpa abgeben, muss mich wieder um alles alleine kümmern und ganz ehrlich, diese sch** Bude geht mir gehörig auf den Sack. Ich hasse jeden Quadratmeter. Weil nichts zusammen passt, weil ich nichts wegwerfen kann, weil alles überquillt und somit kaum Dinge einen Platz bekommen, was Aufräumen schwer macht. Elan und Zeit fehlen außerdem. Bock auf Arbeiten? Die Antwort kennt ihr.

Gerade als ich dann gestern dachte, okay, nimm Dir eine Auszeit, schlimmer als jetzt kommt es erst einmal nicht. Ruhe Dich aus, gönn Dir eine Pause, kommt die Hammernachricht der Herzfreundin: weißer Hautkrebs.

Ich habe Angst um sie. Klar, gegoogelt habe ich sofort, bin mir bewusst, dass der eher harmlos ist und gut zu behandeln. Sorgen mache ich mir dennoch. Als ob es nicht genug gewesen wäre, dass ihr Vater Anfang des Jahres, wenige Wochen vor der Geburt ihrer Tochter, an einem (anderen) Krebs verstorben ist.

Das Leben ist so bekloppt und ich bin traurig und wütend zugleich. Was soll die Scheiße?

In other news: ich nehme mir jetzt ein Urlaubssemester. Ich kann nicht mehr. Bis hier hin und nicht weiter. Bisher weiß es noch kaum jemand, weil ich es auch selber doof finde, den ganzen Käse mit dem Abschluss erneut nach hinten zu verschieben. Aber ich kann einfach nicht mehr.

Demnächst kommen dann Urlaubsbilder, Urlaubstexte und Freitagsfragen. Stay tuned.

Status Quo

Was habe ich mich lange um diesen Post gedrückt. Aber nun möchte ich doch einmal „Meldung machen“. Der letzte Status Quo Post ist schon etwas um 2 Monate her, doch es hat sich so unfassbar viel getan in dieser Zeit.

Anfang Juli ist der Engländer ausgezogen. Ich kämpfe sehr damit, fühle mich allein und bin viel traurig. Jedoch gelernt habe ich viel. Über mich, über uns. Dass mir Zeit gefehlt hat, Zeit für mich ganz allein, die ich in den 2 Jahren seit Püppis Geburt fast nie hatte. Gleichzeitig mag ich diese Zeit aber auch nicht, denn ich habe sie nur, weil ich versagt habe. Nein, wirklich versagt habe ich nicht, aber es fühlt sich so an. Es tut weh. Jeden Tag, jede Nacht. Die Depression ist jedenfalls stärker geworden, auch wenn ich hier und da phantastische Tage habe, an denen ich denke, dass es doch endlich bergauf geht. Und dann kommt wieder BAM ein Gefühlsumbruch und alles ist scheiße.

Püppi hatte zwischenzeitlich eine kleine, aber merkbare Rückentwicklung. Nicht verwunderlich, aber eine Sache mehr, die zu meinem Schmerz beiträgt. Sie weint viel im Kindergarten und ist auch zu Hause mehr traurig, vermisst ihren Papa, nach dem sie fragt. Sie schläft schlecht und manchmal erst sehr spät. Ist extrem anhänglich geworden (ich auch) und möchte nicht mehr in ihrem Bett schlafen, sondern in meinem. Das ist anstrengend, aber tut uns wohl beiden auch gut. Weiterentwickelt hat sie sich aber auch, neue Wörter gelernt, geht auf’s Klo und sagt nicht mehr erst nachher Bescheid, dass sie mal muss, sondern vorher. Gute Maus. Unheimlich lieb ist sie geworden mit ihrem Teddy, den sie liebt. Sie ist eine ganz tolle Teddymama, die ihn überall hin mitnimmt und im Puppenwagen umher schiebt, zu Bett bringt, füttert und wiegt. Beebi sagt sie dann und ich schmelze dahin.

Ebenfalls Anfang Juli habe ich eine Hiwi-Stelle (Hilfswissenschaftler) in einem größeren Museum begonnen. 40 Stunden im Monat, mehr ist auch gar nicht machbar mit Muttersein, Studium und der anstehenden Bachelorarbeit. Ich kann meine Zeit halbwegs frei einteilen und die Arbeit ist eher so meh, aber macht mich nicht fertig. Aktuell mache ich Überstunden, die ich in den nächsten Monat mitnehme, um nach GB fahren zu können, ohne Lohneinbuße zu haben.

Zukunftspläne mache ich fleißig, aber das wird mal ein eigener Beitrag.

Die letzten zwei Wochen hat der Engländer hier verbracht, weil Püppi und ich fürchterlich erkältet waren und gar nix mehr ging. Es funktionierte erstaunlich gut, wir sind auf einer ganz anderen Ebene als vor seinem Auszug. Die Distanz tat uns in dieser Hinsicht sehr gut. Offen für die Zukunft ist er.

Ich hatte einst gesagt, dass ich gar nicht weiß, ob ich ihn überhaupt zurückhaben will, nach allem was war… Aber wenn ich absolut ehrlich bin, dann ja, ja bitte, mit allem drum und dran. Ich will meine Familie. Ich will sie mit ihm. Ich will diesen ganzen Scheiß, den ich als Teenie immer völlig öde fand. Ich will Sicherheit und Rückhalt und Unterstützung, will glücklich machen und glücklich sein. Mit ihm. Püppi will das auch, das konnte ich ihr ganz deutlich anmerken.

Ich habe das Kinderzimmer umgeräumt, das Wohnzimmer ebenso, viel aussortiert, Neues ausprobiert und gelernt, versuche neue Routinen zu schaffen, was ich hauptsächlich muss, aber auch will. Meine Woche und besonders meine Wochenenden sehen komplett anders aus als vor dem Auszug und mein Leben ist nicht mehr mit dem zu vergleichen, das ich zuvor hatte. Das hat nicht nur Gutes; das hat nicht nur Schlechtes.

Meine Stimmungen und Meinungen zur neuen Lebenssituation sind so wechselhaft wie…naja wie nur Stimmungen es sein können zu etwas, das man eigentlich nie wollte, aber dann doch nicht der Weltuntergang ist, den man vorhersah. Zurück zu dem, was wir hatten, möchte ich nicht, hat es uns beide aufgefressen. So weiterleben wie jetzt allerdings auch nicht.

Es ist kompliziert.

Aufräumaktion: Kinderzimmer

Jetzt, da Püppi am Wochenende bei ihrem Vater ist, habe ich Zeit. Diese nutze ich, um die Wohnung zu entrümpeln und wohlgefälliger zu machen. Der größte Dorn im Auge war mir Püppis Kinderzimmer. Ihr vermutlich auch, denn sie hat fast nie darin gespielt. Ich kann es nachvollziehen. Es war einfach nicht einladend und fühlte sich beengt an. Das war also mein erster Punkt, den ich angehen wollte.

So sah es vorher aus und das war einfach nicht schön. Keine wirkliche Spielecke, sondern alle Bereiche vermischt. Eines der Regale war gar nicht zu erreichen, da die Spielküche davor stand, die ich neulich gefunden und mitgenommen habe und in einem nächsten Schritt einmal aufpeppen muss.

Zunächst habe ich alle Spielsachen ins Wohnzimmer auf einen Haufen geworfen. Das ist die KonMari-Methode nach Marie Kondo, von der ihr vielleicht schon einmal gehört habt. Ziel dabei ist, sich zu vergegenwärtigen, was man eigentlich von einer Kategorie hat, denn wenn die Sachen in Schränken verteilt sind, sehen sie gar nicht so viel aus und es ist schwieriger, sich zu trennen. Das war der Haufen:

Viel zu viel Spielzeug!

All das sammelte sich im Laufe der zwei Jahre an, die Püppi mein Leben bereichert. Zwischendurch hatte ich schon einmal Spielzeug aussortiert; ein weiterer Teil ihrer Spielsachen sind bei Papa. Die blauen Milchkartons sowie die grüne Wäschewanne rechts in den Bildern sind bereits vorsortiert nach behalten, weggeben und der Herzfreundin vermachen.

Nachdem der Haufen im Wohnzimmer entstanden war, ging es daran, alle Möbel aus Püppis Zimmer heraus zu räumen, sie zu säubern, den Boden zu wischen und das Mobiliar neu zu platzieren.

Das sah dann so aus:

Nun ging es ans Aussortieren der Spielsachen. Die Überlegung war: womit spielt sie und womit gar nicht? Was sind sentimentale Stücke? Was wird nicht mehr ihrem Alter gerecht?

Entscheidend war auch ein Video, das ich mir vorher anschaute. Darin ging es um den Zusammenhang von kognitiver Kindesentwicklung und Spielzeug. Forscher fanden heraus, dass je weniger ein Kind zu spielen hat, desto mehr Ressourcen nutzt es. Je spezieller ein Spielzeug ist, desto weniger regt es die Phantasie an und desto weniger wird damit gespielt, weil es dann eben nur noch in bestimmte Spielsituationen passt. Damit im Kopf fällt es noch leichter, sich von Dingen zu trennen.

Babyspielzeug war das erste, das ich aussortiert habe. Zwar schmerzt es ein bisschen, denn wer denkt nicht gern an die Zeit zurück, in der das Kind noch so klein war? Die Babyzeit ist nun aber wirklich vorbei und es gilt, sich weiterzuentwickeln. Ihr erstes Spielzeug, eine Rassel, habe ich behalten, der Rest wird das Herzfreundintöchterchen erfreuen. Manche Dinge kann ich vielleicht an Püppis nun ehemalige Kindergartengruppe geben, in die jetzt die ganz Kleinen kommen werden. Was dann noch übrig ist, kommt in den DRK-Laden.

Bücher hat sie auch so viele, dass ich da tatsächlich sortieren konnte: welche mag sie sehr und welche nicht? Letztere kommen weg, erstere kommen für sie immer greifbar in ihr Regal im Wohnzimmer. Soll ich euch einmal unsere Bücher vorstellen? Schreibt in die Kommentare, ob euch ein solcher Beitrag interessieren würde.

Im Wohnzimmer habe ich auch ein paar Spielsachen, schließlich ist das unser Raum und dort darf und soll sie auch gerne spielen. Den Raum werde ich in einer der kommenden Wochen einmal angehen, das wird ein größeres Projekt und eventuell brauche ich dafür Unterstützung.

Nachdem alles sortiert, geräumt und gereinigt war, ging es daran, es einzusortieren. Spielzeug für später wurde im Schrank verstaut, Spielsachen mit denen sie jetzt spielt greifbar und sortiert in die Spielecke. Zu beachten ist dabei vielleicht noch, dass nicht mehr alles wie vorher in undurchsichtigen Boxen verstaut war, sondern offen und einsehbar. Ich denke, dass das vorher ein Problem war, denn die Boxen hat sie sich nie herausgenommen.

So sieht das Zimmer jetzt aus. Es wirkt freundlicher und heller. Die linke Zimmerseite ist Spielbereich und durch das kleine Ik*a-Regal aufgeteilt: hinten Spielküche, vorne Spielecke mit Kuschelkissen und Decke. Eine große Pappbox ist noch da, worin sich ihre großen Bausteine aus Kunststoff befinden. Diese Box nimmt sie eigenständig heraus, weshalb das kein Problem sein sollte. Der Rest sind Holzbausteine, Dinosaurier, mit denen ich schon gespielt habe und für die sie eine Liebe (wohl auch durch Peppa Pig/ Peppa Wutz) dazu gewann, Autos und Diverses.

Die rechte Zimmerseite ist Schlaf- und Wickelbereich. Damit bin ich noch unzufrieden und muss mir eine neue Lösung überlegen. Ich mag offene Regale nicht. Vielleicht muss also dieser Schrank weichen – nur habe ich dann das Problem, alles unterzubringen. Denn auch Kleidung hat sie leider zu viel. Den Wickelbereich finde ich nun aber schöner. Er ist sehr kompakt und ich habe alles griffbereit, was ich dort brauche. Ganz lange wird sie das nicht mehr brauchen, denn das Trockenwerden fing bereits an. Das Gitter am Bett werde ich wohl auch in den nächsten Monaten entfernen, dann sieht die Seite wieder etwas weniger voll aus.

All das hat etwa drei Stunden gebraucht, was doch wirklich schneller als gedacht ging. Vielleicht werde ich also noch einmal herum räumen.

Wie findet ihr es?

Wenn ihr auch über das Ausmisten im Kinderzimmer gebloggt oder ein Video erstellt habt, lasst gerne einen Link in den Kommentaren.

Liebe Grüße,

nickel

Hört auf, Müttern Angst zu machen!

Liebe Ärzte, liebe Großeltern, liebe Hebammen,

wir müssen reden.

Immer wieder erfahre ich aus meinem Freundeskreis von jungen Müttern, wie gestresst sie sind, weil bestimmte Dinge noch nicht klappen, die doch eigentlich klappen müssten, weil bei allen anderen es doch (gefühlt) auch funktioniert.

Das ist fürchterlich.

Ich habe es selbst ebenso erlebt. Das fängt schon in der Schwangerschaft an: Mama nimmt zu viel oder zu wenig zu, Mama isst nicht ausreichend oder zu viel, das Kind ist zu klein oder zu groß, wenn man nach der Tabelle geht…

Ist das Kind geboren, wird es weiterhin in alle möglichen Tabellen gepresst: Größe, Gewicht, Trinkmenge, Schlafgewohnheiten…

Und immer wieder wird mit Angst gearbeitet: Wenn Du Dein Kind im Bett schlafen lässt, könntest Du es im Schlaf ersticken; wenn es nicht bei Dir schläft, könntest Du Anomalien nicht mitbekommen und dann stirbt es am plötzlichen Kindstod. Wenn es einen Tag zu früh Brei bekommt, wird es krank, wenn es einen Tag zu spät Brei bekommt, bekommt es Ernährungsstörungen. Und WEHE das Kind geht nicht ab einem ganz bestimmten Zeitpunkt selbständig aufs Klo, ABER DANN!

Zum Teufel mit diesen Tabellen, mit diesen ewig aufgedrückten Zwängen! Das Kind trinkt weniger, als es nach Tabelle sollte? So what? Ist es gesund, macht es einen guten Eindruck und ist fröhlich, dann ist es egal, ob es nun ein paar Milliliter mehr oder weniger getrunken hat: dann braucht es einfach nicht mehr oder weniger! Wir Erwachsenen sind so individuell, wie wir es sein wollen. Warum spricht man das den Kindern ab? Eine Freundin sagte mir einmal traurig, dass ihre Zwillinge gar nicht so viel Milch trinken wie sie laut Arzt sollten. Zum einen waren die beiden da noch so winzig, dass ich mich fragte, wie auch noch mehr in sie hinein passen sollte – die Tabellen sind auf Durchschnittswerte ausgelegt, aber wer hat denn schon Durchschnittswerte? Zum anderen waren die beiden so sichtlich gesund, dass ich ein bisschen wütend wurde, dass meiner Freundin, die wirklich hinreißend für ihre Zwerge sorgte, solcher Druck gemacht wurde. Wem soll das helfen?

Meine Mutter hat mich noch zu DDR-Zeiten geboren und aufgezogen. Damals gab es ganz harte Vorschriften: wenn das Kind mit einem Jahr noch nicht trocken war, dann hatte die Mutter versagt! Ich kann mich erinnern, dass die Windel-Kinder in der Krippe/ im Kindergarten morgens erst einmal eine Stunde lang auf den Topf gesetzt wurden. Gott sei Dank ist das heute verboten – zu Recht! Püppi fängt gerade erst an, trocken zu werden. Vor einem Monat feierte sie ihren zweiten Geburtstag. Schon als sie noch nicht einmal richtig sitzen konnte, entwickelte meine Mutter eine ungesunde Obsession für Püppis Töpfchentätigkeiten. Ich kann es verstehen, meine Mutter kennt es so – es ist aber wahnsinnig anstrengend, bei jedem Gespräch gefragt zu werden „Und? Geht sie schon aufs Töpfchen?“ Mit fortlaufender Zeit wandelte sich die Intensität der Fragen: „Und? Geht sie jetzt endlich aufs Töpfchen?“

Auch beim Essen, der Beikost, gab es Druck von mehreren Seiten. Man solle bloß um Himmels Willen mit 5 Monaten, spätestens mit 6, anfangen, Beikost zu geben. Was soll ich sagen, da hat Püppi mich noch angeschaut als sei ich nicht ganz bei Trost mit meinem Löffel voll Möhrchenpampe. Also habe ich ignoriert, dass Ärzte und andere Eltern immer wieder fragten: „wie viel isst sie denn schon? WAS? Noch gar nichts?!“ Dann habe ich es eben mit 8 oder 9 Monaten noch einmal versucht, nach einer Woche festgestellt: Brei ist einfach nicht ihres, aber gekochtes Gemüse geht und siehe da, Püppi isst gerne und ausreichend. Wobei selbst „ausreichend“ schon wieder so subjektiv ist, dass mancher wohl die Augenbraue heben würde, ob der großen und winzigen Portionen, die sie manchmal isst. So wie der Tag eben ist. Aber geht es uns nicht allen so?

Ich selbst muss mich ja auch manchmal zusammenreißen, meine Erfahrungen nicht 1:1 auf die Kinder anderer übertragen zu wollen. Denn auch wenn ich ein paar Dinge gelernt habe im Laufe der Zeit als Mama: diese Erfahrungswerte sind sehr speziell und passen in der Regel auch nur auf ein Kind, nämlich auf meines. Was bei Püppi geklappt hat, kann bei anderen schief gehen und vice versa. Die Herzfreundin fragt mich ab und an um Rat, das freut mich auch sehr, ich komme mir dann vor wie eine Expertin. Dann mache ich ihr aber Vorschläge und sage immer dazu, dass es bei Püppi zwar so klappte, es aber keine Allgemeingültigkeit besitzt. Ich mache Vorschläge und keine Vorschriften.

Liebe Mamas,

hört auf eure Intuition! Lasst euch nicht verunsichern!

Ich weiß selber sehr genau, dass das leichter gesagt ist als getan. Gerade in den ersten Lebensmonaten des Kindes ist man doch sehr verunsichert. Wenn ihr aber das Gefühl habt, dass alles in Ordnung ist und es so klappt, wie ihr es macht, dann ignoriert die Tabellen, ignoriert die strengen Regeln, die an euch heran getragen werden. Ihr macht das schon!

Es ist unendlich anstrengend, immer wieder diskutieren zu müssen, weil etwa eure eigenen Mütter ganz andere Vorstellungen haben als ihr. Ich sag euch eins: spart euch die Energie. Diskutiert nicht. Das ist gar nicht schlimm und ihr seid keine schlechten Mütter oder Töchter. Ihr habt eben einfach eure eigenen Ideen. Das was ihr sagt, ist Gesetz. Niemand anderes kann euch da reinreden. Selbst eure eigenen Mütter nicht. Ja, sie haben ihren Job damals auch gut gemacht. Aber Zeiten ändern sich, Erziehungsstile ändern sich. Aber eure Mütter hatten schon ihre eigene Zeit. Jetzt seid ihr dran.

Und wenn es mal wieder heißt „Das musst Du aber anders machen!“, dann bedankt euch für den Ratschlag, sagt, dass ihr das erst einmal selber versuchen möchtet und dass ihr aber gerne darauf zurück kommt, wenn es nicht funktionieren sollte. So gab es mit meiner Mutter nach monatelangen Dauerdiskussionen auch endlich einmal Frieden.*


*Bisher hat aber fast alles so geklappt, wie ich es versucht habe. Wer kennt schließlich mein Kind besser als ich?

Aufwärts

Diese Woche war ich zu Hause. Hausarbeiten schreiben. Ich dachte, das dürfte ja in dieser einen Woche zu erledigen sein, wenn ich da ganz ungestört für ein paar Stunden am Tag arbeiten kann. Pustekuchen. Püppi hat sich und mir eine kleine Fiesigkeit aus dem Kindergarten mitgebracht, und so hingen wir beide viel über der Schüssel, schliefen uns aus und kuschelten ganz viel. Tja, die 1. Hausarbeit ist immerhin bei 1/3 und die zweite steht im Konzept. Für nächste Woche konnte ich mir auch noch einmal eine freie Woche schaffen. Zwar mit zwei Exkursionen. Auch wenn das jetzt alles nicht so lief wie geplant. Aber endlich wieder intensive Püppizeit, nachdem das aufgrund meiner Arbeitszeiten im Praktikum kaum geht, tat sehr sehr gut. Beiden. Es zeigte mir außerdem, dass Vollzeit zu arbeiten zumindest bis zum Schuleintritt für mich so nicht in Ordnung geht. Was ich nie gedacht hätte. Ich bin immerhin so aufgewachsen, dass meine Mutter jede Woche ihre 40h runter riss und danach genauso geschafft war wie ich heute, wenn ich nach Hause komme. Das will ich nicht. Obwohl das für mich selbstverständlich war, schließlich muss ich ja Geld verdienen und selbständig sein. Wie das mal wird muss ich sehen. Muss aber auch nicht heute entschieden werden. Wer weiß, in was ich noch hinein stolpern werde.

Auch diese Woche hatte ich ein Vorstellungsgespräch, auf das ich mich wahnsinnig freute. Ohne lange drum herum zu reden: Es war erfolgreich! Bald kann ich als Hiwi (Hilfswissenschaftlerin, offiziell studentische Hilfskraft) anfangen. 40 Stunden im Monat. Ich könnte bis zu 80 erhöhen oder auch weniger arbeiten, wie ich das möchte oder brauche. Nach meinem Bachelor kann ich dort weiter bleiben und als wissenschaftliche Hilfskraft ein bisschen mehr Geld verdienen. Was es nun dingfest gemacht hat für mich: ich werde auch meinen Master hier machen. Das war in der Schwebe. Und von Geld abhängig. Wie viel ich darüber erzählen werde, muss ich mir noch überlegen, fest steht aber, dass es unheimlich spannend ist und für mich und überhaupt eine einmalige Chance. Eventuell bekomme ich sogar einen Fuß in eine Tür, die zu einer späteren Karriere führt. Kann noch immer kaum glauben, dass ich an diese Stelle gekommen bin, geschweige denn sie auch tatsächlich bekommen habe.

Privat läuft es auch besser. Der Püppipapa hat eine Wohnung gefunden, überlegt aber noch, ob er nach Ende meines Praktikums schon oder erst nach meiner Bachelorarbeit auszieht. Auch ist er nicht mehr so gegen einen erneuten Versuch wie er zuvor war. Ich habe ihn also genau da, wo ich ihn haben wollte, was aber ganz und gar nicht manipulativ verstanden werden sollte. Dass er auszieht, ist unabdingbar, das muss ich schon sagen. Auch ich brauche diesen Abstand und auch ein bisschen Zeit, um Dinge zu verarbeiten und wieder zu mir selbst zu finden. Dass es aber nicht heißt, dass alles für immer und ewig vorbei ist, beruhigt mich.

Was mich auch über alles freut ist die Tochter meiner Herzfreundin, die vor 2 Wochen gesund und wunderschön zur Welt kam. Zwar kann ich sie wegen unserer aktuellen Seuche hier nicht wie geplant besuchen. Doch das heißt ja nur, dass ich mich noch ein bisschen länger drauf freuen kann, sie kennen zu lernen. 😉

So, auch wenn es aufwärts geht, habe ich doch trotzdem noch unheimlich Zeitdruck. Ihr möget mich bitte entschuldigen.

Erschöpft

Ich bin erschöpft.

Praktikum, Hausarbeiten, Ausstellungseröffnung, Kinderbespaßung, Abschlussarbeit, Trennung, Püppi bei Laune halten, Geldsorgen. Es ist alles zu viel. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.

Schlaf ist selten, da ich zu gestresst bin. Brauche ich aber dringend, da ich erschöpft bin.

Gebrochenes Herz und schwere Gedanken.

Keine Ahnung, wie ich mir selber helfen soll, geschweige denn jemand anderes.