Aufwärts

Diese Woche war ich zu Hause. Hausarbeiten schreiben. Ich dachte, das dürfte ja in dieser einen Woche zu erledigen sein, wenn ich da ganz ungestört für ein paar Stunden am Tag arbeiten kann. Pustekuchen. Püppi hat sich und mir eine kleine Fiesigkeit aus dem Kindergarten mitgebracht, und so hingen wir beide viel über der Schüssel, schliefen uns aus und kuschelten ganz viel. Tja, die 1. Hausarbeit ist immerhin bei 1/3 und die zweite steht im Konzept. Für nächste Woche konnte ich mir auch noch einmal eine freie Woche schaffen. Zwar mit zwei Exkursionen. Auch wenn das jetzt alles nicht so lief wie geplant. Aber endlich wieder intensive Püppizeit, nachdem das aufgrund meiner Arbeitszeiten im Praktikum kaum geht, tat sehr sehr gut. Beiden. Es zeigte mir außerdem, dass Vollzeit zu arbeiten zumindest bis zum Schuleintritt für mich so nicht in Ordnung geht. Was ich nie gedacht hätte. Ich bin immerhin so aufgewachsen, dass meine Mutter jede Woche ihre 40h runter riss und danach genauso geschafft war wie ich heute, wenn ich nach Hause komme. Das will ich nicht. Obwohl das für mich selbstverständlich war, schließlich muss ich ja Geld verdienen und selbständig sein. Wie das mal wird muss ich sehen. Muss aber auch nicht heute entschieden werden. Wer weiß, in was ich noch hinein stolpern werde.

Auch diese Woche hatte ich ein Vorstellungsgespräch, auf das ich mich wahnsinnig freute. Ohne lange drum herum zu reden: Es war erfolgreich! Bald kann ich als Hiwi (Hilfswissenschaftlerin, offiziell studentische Hilfskraft) anfangen. 40 Stunden im Monat. Ich könnte bis zu 80 erhöhen oder auch weniger arbeiten, wie ich das möchte oder brauche. Nach meinem Bachelor kann ich dort weiter bleiben und als wissenschaftliche Hilfskraft ein bisschen mehr Geld verdienen. Was es nun dingfest gemacht hat für mich: ich werde auch meinen Master hier machen. Das war in der Schwebe. Und von Geld abhängig. Wie viel ich darüber erzählen werde, muss ich mir noch überlegen, fest steht aber, dass es unheimlich spannend ist und für mich und überhaupt eine einmalige Chance. Eventuell bekomme ich sogar einen Fuß in eine Tür, die zu einer späteren Karriere führt. Kann noch immer kaum glauben, dass ich an diese Stelle gekommen bin, geschweige denn sie auch tatsächlich bekommen habe.

Privat läuft es auch besser. Der Püppipapa hat eine Wohnung gefunden, überlegt aber noch, ob er nach Ende meines Praktikums schon oder erst nach meiner Bachelorarbeit auszieht. Auch ist er nicht mehr so gegen einen erneuten Versuch wie er zuvor war. Ich habe ihn also genau da, wo ich ihn haben wollte, was aber ganz und gar nicht manipulativ verstanden werden sollte. Dass er auszieht, ist unabdingbar, das muss ich schon sagen. Auch ich brauche diesen Abstand und auch ein bisschen Zeit, um Dinge zu verarbeiten und wieder zu mir selbst zu finden. Dass es aber nicht heißt, dass alles für immer und ewig vorbei ist, beruhigt mich.

Was mich auch über alles freut ist die Tochter meiner Herzfreundin, die vor 2 Wochen gesund und wunderschön zur Welt kam. Zwar kann ich sie wegen unserer aktuellen Seuche hier nicht wie geplant besuchen. Doch das heißt ja nur, dass ich mich noch ein bisschen länger drauf freuen kann, sie kennen zu lernen. 😉

So, auch wenn es aufwärts geht, habe ich doch trotzdem noch unheimlich Zeitdruck. Ihr möget mich bitte entschuldigen.

Werbeanzeigen

Erschöpft

Ich bin erschöpft.

Praktikum, Hausarbeiten, Ausstellungseröffnung, Kinderbespaßung, Abschlussarbeit, Trennung, Püppi bei Laune halten, Geldsorgen. Es ist alles zu viel. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.

Schlaf ist selten, da ich zu gestresst bin. Brauche ich aber dringend, da ich erschöpft bin.

Gebrochenes Herz und schwere Gedanken.

Keine Ahnung, wie ich mir selber helfen soll, geschweige denn jemand anderes.

Status Quo

Da ich gerade ein paar Minuten Zeit habe, will ich euch mal auf den neuesten Stand bringen, was bei der Brüllmaus eigentlich los ist und warum es hier so wenige Beiträge gibt. Spoiler: Es ist schwierig.

Weiterlesen „Status Quo“

Mein Praktikum im Museum

Jetzt ist mein letzter Beitrag schon wieder eine Weile her und auch die Freitagsfragen sind mehrmals ausgefallen. Sorry an alle, die darauf warten. Es ist etwas vorgefallen, das mir sehr weh getan hat und ich bin noch nicht bereit, darüber zu schreiben. Doch was ich eigentlich gerade mache, davon möchte ich ein wenig berichten, denn das ist mal wieder etwas anderes.

Ich habe ein Praktikum angefangen. In einem kleinen Stadtmuseum verbringe ich die nächsten Wochen und lerne bereits jetzt zum Start der zweiten Woche einige Dinge, die ich noch nicht konnte. Meine erste Aufgabe war es, einen Gedichtband eines regionalen Dichters, der hauptberuflich Zimmermann war, zu transkribieren. Transkribieren heißt hier, dass ich seine Gedichte, die in Sütterlin geschrieben sind, in heutige Schrift übertrage.

Weiterlesen „Mein Praktikum im Museum“

Update

Da denkt man, es geht bergauf – und der Virus lacht sich ins Fäustchen. Halsschmerzen der Hölle. Also bei mir. Püppi geht es zum Glück wieder gut, sie hat nur noch selten Beschwerden. Da das Zink ihre Haut, die ohnehin eine Problemhaut ist, nun vollends ausgetrocknet hat, müssen wir nun erst einmal dafür sorgen, dass die vielen kleinen Wunden vom Kratzen zuheilen und dann mit ordentlich Cremen, Cremen, Cremen wieder ein Gleichgewicht schaffen.

Währenddessen hüpft sie strahlend durch die Wohnung und möchte beschäftigt werden. Was mit einerseits freut. Andererseits treibt es mich an meine Grenzen, da es mir wie erwähnt selbst noch nicht wieder gut geht. Sie braucht die Aufregung und Beschäftigung, die sie sonst im Kindergarten hat, was ich ihr einfach gerade nicht bieten kann. Andere Kinder zu treffen (was möglich wäre) ist aber nicht drin, da noch ansteckend. Brr.

Unterdessen ist aber nicht alles schlecht.

Mein Praktikum wird bald (Mitte März etwa) beginnen und ich freue mich drauf, auch wenn das anstrengend wird. Überlege noch, die Stunden zu kürzen und dafür die Zeit hintenan zu hängen. Ist auch doof. Naja.

Aber: im Praktikum bekomme ich Gelegenheit, an Originalquellen zu arbeiten, die noch gänzlich unbearbeitet und unbekannt sind. Wie geil ist das denn? Zudem bietet dieses Feld, das ich beschreiben werde, eine riesen Lücke in der Forschung. Dafür sollte man mir nicht bloß den Bachelor geben, sondern kann mir eigentlich gleich den Master in die Hand drücken. Wie wäre es außerdem mit einem Doktortitel? Danke, see you.

Für eine andere Hausarbeit habe ich eine ganz tolle Idee gehabt, die mir zwar wieder viel Zeit kosten wird, was gute Ideen so an sich haben. Aber ich denke, dass es nicht nur meiner Dozentin gefallen werden wird, sondern generell ein interessanter Beitrag werden kann. So sehr, dass ich darüber auch Vorträge halten könnte. Die erste positive Rückmeldung habe ich dazu bereits bekommen.

Die Recherche zu diesem Thema – es wird aus zwei Seiten betrachtet werden und ich suchte Material zur anderen Seite – hat mich gestern allerdings leider völlig aufgelöst, sodass ich heulend am Laptop saß. In einer solch stressigen Zeit und dann auch noch hormongeplagt war das wohl keine so gute Idee. Ich werde das erst einmal ein paar Tage ruhen lassen und mich anderen Unterpunkten widmen.

Leise krächzende Grüße,

nickel

 

P.S.: Mir war heute mal nach lila.

Status Quo

Chaos!

Püppi hatte sich vor 2 Wochen erst mit dem Adenovirus angesteckt, was uns ins Krankenhaus brachte, weil es ihr einfach so mies ging. Der Bereitschaftsdienst hätte auch gereicht, jedoch machen Kinderärzte keine Hausbesuche und die Fahrt zur Praxis wäre mit krankem Kind so weit unzumutbar gewesen. Ich wäre wohl doch hin gefahren, hätte die Dame vom Krankenhaus am Telefon nicht gesagt, dass es okay ist zu kommen, auch wenn es kein Notfall ist.

Anyway, das war gerade überstanden (von uns Dreien! In einer Zeit, in der ich lange Tage an der Uni und in einer Exkursion hatte.)

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war extrem lang. Man sagt ja kurze Nacht, wenn man nicht geschlafen hat, aber eigentlich ist das Blödsinn, weil die Nacht einfach nicht enden will, wenn man nicht endlich schlafen kann.

Freitag der Anruf, nachdem ich nicht einmal meinen Kaffee austrinken konnte. Verdacht auf Hand Mund Fuß Krankheit. Das ist das mit den fiesen Pusteln überall, auch im Mund und Fieber und Schmerzen am ganzen Körper. Kind also abgeholt und sofort zum Arzt gegangen. Verdacht bestätigt. Hoch ansteckend. Auf meine Frage, was wir gegen den Juckreiz schmieren könnten, von dem ich gelesen hatte (und auf den ich eigentlich vorbereitet war), die Antwort des Arztes: das juckt eigentlich nie, wir brauchen nix kaufen.

Papa mit Püppi heim, ich weiter zur Uni, wo ich eigentlich schon seit einer Stunde sein und einen Vortrag halten sollte. Aber waren ja noch 6 weitere Stunden. Die übermüdet eine Qual waren, auch wenn das alles interessant war. Ich wollte aber einfach nur nach Hause.

Den Vortrag sollte ich am nächsten Tag halten, wozu es nie kam.

Die Nacht war noch viel schlimmer als die zuvor. Püppi weinte und schrie, kratzte sich wund. Wir versuchten sie immer wieder ins Bett zu bringen, mit dem immer gleichen Ergebnis, dass sie nach 5 oder 10 Minuten wieder weinte. Bis es mir gegen 3 Uhr reichte und ich in der diensthabenden Bereitschaftsapotheke anrief und mich auf den Weg machte.

Gegen 4.30 Uhr war ich wieder daheim. Einen Teil der Strecke musste ich trotz desolatem Zustand laufen, weil die Bahn nicht ganz in meine Richtung fuhr. Die längsten 3km meines Lebens! Die Apothekerin war so nett mir auch noch etwas rauszusuchen, falls Püppi noch Bläschen im Mund bekommen sollte. Gegen den Juckreiz gab es eine Schütteltinktur mit Zink. Das Zeug half sehr schnell und so konnten wir um 5 Uhr endlich schlafen.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich wie vom Lastwagen überrollt: nicht nur war ich natürlich müde, auch hatte ich Rücken- und Gliederschmerzen und mir war kotzübel. Ich hatte mich bereits angesteckt und Symptome entwickelt. Trotz der Angst, welche Auswirkungen das haben würde, sagte ich der Dozentin bescheid, dass ich leider nicht kommen könne, da nicht nur das Kind den größten Teil der Nacht geschrien hatte, sondern es mir einfach zu schlecht ging und der Käse ja wirklich hochgradig ansteckend ist. Sie hat mir noch immer nicht geantwortet und das macht mir Angst.

Immerhin kann ich die Klausur morgen unbeschadet ausfallen lassen, denn bei krankem Kind muss man nicht extra zum Amtsarzt rennen. Das hilft mir zwar aktuell sehr, wird mich zum Zweittermin allerdings wieder in Zeitbedrängnis bringen, da ich dann schon im Praktikum sein werde. Aber lieber so als meinen Schnitt komplett versauen, denn lernen konnte ich ja auch nicht und das bisschen, das bisher in meinem Kopf war, findet seinen Weg nicht mehr in konkrete Gedanken.

An dieser Stelle möchte ich übrigens mal eins ausrufen:

Kämpft für eure Apotheken!

In Notsituationen wird euch kein DocMorris und keine Rosenapotheke helfen. Die machen keine Notdienste und liefern schon gar nicht innerhalb weniger Stunden. Wäre ich auf Versandapotheken angewiesen, hätten wir das Mittel vielleicht heute bekommen, vielleicht auch erst, wenn die Symptome schon wieder abgeklungen sind und wir bereits gelitten haben.

Status Quo

Ich bin fertig.

Den gestrigen Tag habe ich viel mit Weinen verbracht. Püppi ist schlimm erkältet. Nicht viel setzt mir so zu wie mein leidendes Kind. Es bricht mir das Herz, sie so zu sehen.

Und diese Schuld.

Am Tag zuvor hatte sie noch gespielt und ihr nachträgliches Weihnachtsgeschenk ausgepackt und gründlich getestet. Gestern dann Lethargie und Erschöpfung. Wir versuchten es mit Hustensaft und ganz viel Kuscheln.

Essen blieb keines drin, im Gegenteil kam es in großem Schwall wieder heraus. Laut Thermometer hätte sie kein Fieber gehabt – das Scheißding schmeiße ich weg.

Am Abend war es so schlimm, dass wir sie eingepackt und ins Krankenhaus gebracht haben. 38,6°C, arme Maus. Entzündete Ohren, vorgewölbtes Trommelfell. Tränende, rote Augen. Das und ihr Erbrechen deuten auf einen Adenovirus hin. Inkubationszeit 5-12 Tage, danach mindestens 2 Wochen Ansteckungsgefahr. Also erst einmal kein Kindergarten.

Wäre ich doch nur gleich mit ihr zum Arzt gegangen!

Was mich ebenso schuldig fühlen lässt ist, dass ich ein Blockseminar habe und morgen eine Exkursion, also 2 Tage lang aus dem Haus bin. Ja, ihr Papa ist großartig mit ihr und kümmert sich gut. Sie ist gut aufgehoben. Sie braucht mich nicht dringend, da sie ohnehin hauptsächlich schlafen wird. Mein Kopf weiß das. Trotzdem fühlt es sich kacke an, das Kind „zurücklassen“ zu müssen. Ich will da sein und sie bemuttern, im ganzen Wortsinne bemuttern.

Diese doofen Gefühle.

Ich brauche einen Pause-Knopf.

Antworten

Auch wenn die letzten Freitagsfragen ein wenig her sind, werde ich sie noch beantworten. Tatsächlich, beantwortet habe ich sie gar nicht so lange nachdem ich sie gestellt habe, nur veröffentlicht werden meine Antworten eben erst heute.

1| Fandest Du Deinen Urlaub in diesem Jahr ausreichend? Wie hast Du ihn verbracht?

Ich hatte keinen Urlaub. Im April bin ich wieder in die Uni eingestiegen, schon davor hatte ich angefangen, entweder Dinge für mich selbst zu lernen oder mich auf die Seminare vorzubereiten. Das hat mir im Endeffekt auch tatsächlich geholfen. Leider hatte ich diese Gelegenheit zum Wintersemester nicht, da ich zwischen den Semestern meine Hausarbeiten geschrieben habe. Die letzte wurde Ende November fertig.

Die Zeit, die ich nicht am Schreibtisch verbracht habe, nutzte ich entweder für Püppi, für Hausarbeit oder Admin-Kram. Selbst als wir im Sommer in England waren, wo ich zwar einige Zeit frei hatte, war ich doch noch täglich damit beschäftigt, meine Hausarbeit über Nightingale voranzubringen. Das wurde letztlich eine 2,0 – die investierte Zeit hätte ich mir sparen können. Und genau dieses Ergebnis hatte einen Einfluss darin, dass ich mir sagte: nächstes Mal in England mache ich das bestimmt nicht wieder. Erschöpft bin ich ja auch, daher mein selbst auferlegtes Arbeitsverbot über die Feiertage.

2| Was war in diesem Jahr das größte Ereignis und wie hat es Dich bereichert/ beeinflusst?

Eines der größten Ereignisse war Püppis Eingewöhnung im Kindergarten. Ich fand das ziemlich stressig, aber Püppi natürlich umso mehr. Da ging es um Loslassen, um Vertrauen und auch um Sehnsucht. Das klingt vielleicht komisch, denn sie war anfangs ja nur 2 oder 3 Stunden dort. Aber wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, ist jede Stunde ohne das Mäuschen merkwürdig. Beeinflusst hat die Tatsache, dass sie nun 6h am Tag nicht zu Hause ist, sehr. Ich habe Zeit gefunden für mich (Fitti!), zum ununterbrochenen Arbeiten und ein bisschen auch für die Beziehung, auch wenn der Engländer dafür nicht viel Zeit hergeben wollte.

Beeinflusst hat mich auch meine Gewichtsabnahme von nun 16kg, ich fühle mich einfach wohler. Und traue mich ins Fitnessstudio, wo ich nebenbei auch meine Kondition ordentlich trainiere und mein Asthma sich verbessert hat.

Naja und dann war da noch das Schlussmachen im Oktober, das mich weiterhin sehr beschäftigt und traurig macht. Beeinflusst hat es mich vor allem negativ, denn es hat mein Vertrauen in Mitmenschen generell verringert und meine Bereitschaft, mich noch einmal jemandem zu öffnen. Positiv war aber, dass ich gesehen habe, welchen Rückhalt ich habe in Freunden und in meiner Mutter. Und die Kommentare hier im Blog haben mich ebenfalls sehr berührt. Danke! ♥

3| Was lief in diesem Jahr nicht wie geplant und wie kann es im nächsten Jahr besser werden?

Wie gesagt das Schlussmachen. Wir versuchen weiterhin, uns anzunähern und daran zu arbeiten.

Ansonsten muss ich ganz klar etwas an meinem Zeitmanagement machen. Ich will nicht mehr die meiste Zeit von Montag bis Sonntag arbeiten. Ich will mehr Zeit mit dem Mäuschen verbringen. Und ich will mehr Zeit in Freunde investieren – denn das kam ganz klar zu kurz in 2018.

4| Was war in diesem Jahr neu? Was hast Du gelernt oder ausprobiert?

Da war Investopedia. Ein bisschen mit Aktien spielen. Das war interessant.

Ich habe ein ganz kleines bisschen Programmieren gelernt. Und ein wenig in Blender zu zeichnen.

In der Uni habe ich wahnsinnig viel gelernt. Davor habe ich noch mein Soziologiewissen wieder aufgefrischt.

5| Was war die beste Nachricht?

Dass die Herzfreundin schwanger ist. 😀 ♥♥♥

6| Hast Du bereits Pläne für 2019?

Da ist die Wanna Do Liste!

Mir ist gerade eingefallen, dass ich eigentlich einmal einen Erste Hilfe Kurs machen möchte. Der Kurs für den Führerschein ist schon ewig her. Auch der Erste Hilfe Unterricht an der Berufsschule. (Als Sozialassistent lernt man das noch einmal und ein wenig ausführlicher. Sollte grundsätzlich in Schulen gezeigt werden!)

Außerdem habe ich mir zwei Bilder bei Dein Kunstwerk gekauft. Darauf sie zu bemalen freue ich mich schon sehr.

7| Worauf freust Du Dich im neuen Jahr?

Malen, lernen, die Uni abzuschließen (zumindest den Bachelor!) und vor allem: Püppis weitere Schritte. Es ist so unfassbar spannend, ihr bei der Entwicklung zuzusehen. Vor allem wird sie im nächsten Jahr lernen zu sprechen. 😀

Eintopf

Meine Herren und Herrinnen, geehrte Damen und Dämonen,

Das Ihnen präsentierte Gericht ist eine Empfehlung des Hauses und Sie werden schnell merken, weshalb: der Eintopf bietet etwas für eine jede Genießerin und für jeden Schlemmer.

Bevor ich Sie weiter von Ihrem Genuss abhalte, wünsche ich Ihnen einen guten Appetit und sage Voilá, das Buffet ist eröffnet!female-1778654_1280


Fittnessstudio. Früher Nachmittag. Ich quäle mich durch ein paar Übungen, die mich körperlich herausfordern, da ich mir selbst beweisen muss, dass ich auch locker noch 5kg mehr stemmen kann, als eine Frau etwa in meinem Alter, zierlich in der Physique aber mit massiven Oberarmen bestückt locker das Doppelte stemmt und dabei keine Miene verzieht.

Ich weiß nicht, ob ich mich motiviert oder demotiviert fühlen soll, drehe meine Musik ein bisschen lauter und unterdrücke ein Tränchen der Eitelkeit wegen. Wenn schon Schwächling, dann wenigstens nicht heulen.


Heimweg vom Kindergarten mit Püppi im Buggy. Ist euch einmal aufgefallen, wie Ältere und ganz besonders ältere Frauen ums Verrecken auf der rechten Seite laufen müssen? Es gibt auf unserem Heimweg einen Abschnitt mit zwar breitem Gehweg, der aber mit Ausnahme eines Streifens frischeren und glatten Teers gerade für Kinder im Buggy eine Holperfahrt bietet, was ich dem armen Kinde nicht antun will. Uns kommt eine ältere Person entgegen, ich schätze etwa 65, gut zu Fuß und wundere mich, warum jener Mensch schnurstracks auf uns zusteuert. Selbstverständlich muss dieser Jemand gleich ausweichen, da wir zahlenmäßig überlegen sind und das Rangieren mit dem Buggy doch etwas mehr Aufwand erfordert als kurz zur Seite auszuweichen und wieder auf die Spur zurück zu kehren.

Denkste! Das Spaziermonster hätte uns vermutlich vom Weg gebodyslamt, hätte ich nicht in letzter Sekunde ein Ausweichmanöver eingeleitet. Nix zu verlieren.


Uni. Ich betrete den Seminarraum, als ich unsere brillante aber technisch wenig bewandte Dozentin erblicke, wie sie versucht, sich ins Intranet einzuwählen. Als mir auffällt, dass sie einen Teil der Kennung weggelassen hat und ausschließlich ihren Nutzernamen eingegeben hat, wo eigentlich noch die Zuordnung stehen soll, weise ich sie darauf hin. Nee, das müsse nicht, das sei wohl bei Dozenten anders. Auch aus der Reihe der Seminarteilnehmerinnen ertönt eine ähnliche Angabe.

Macht halt, ich habe Zeit, denke ich mir und kümmere mich um wichtige Dinge wie das Checken meiner Whatsapp-Nachrichten. Nach ewigem Probieren ruft jemand das, was ich zuvor gesagt habe und sie versucht es. Es klappt. Magisch!

Meinen Stolz und mein „Ich hab’s doch gesagt!“ musste ich mit einem sehr großen Schluck Wasser hinunterspülen, sonst wäre es mir doch glatt entwichen.


Büro des Präsidenten der Uni. Wir sitzen mit 25+ Studierenden, dem Präsidenten und einer Vertretenden im Konferenzzimmer und diskutieren über die Zukunft unseres Studienfaches, die stark bedroht ist.

Hochschulpolitik ist beschissen. Deutschland sollte sich schämen. Blablabla, Land der Dichter und Denker, blablabla unsere Bildung ist unser höchstes Exportgut, blablabla Zukunft yadda yadda. Vor einigen Jahren wurde beschlossen, dass Unis massiv Geld einsparen müssen. 2014 wurde den Unis mitgeteilt, sie haben X Stellen anzugeben, die sie bis 2020 abbauen. Für die Uni Jena waren das 125 Stellen. Einhundertfüfnundzwanzig Lehrende, die ihre Schreibtische räumen sollten! Ohne Wenn und Aber. Ohne weitere Möglichkeiten. Einfach 125 Stellen streichen.

Gleichzeitig soll jede Uni aber eine Mindestzahl an Studenten haben, Jena zwischen 19 und 20 Tausend. Wir liegen bei 18 Tausend und damit darunter, was ganz normal ist, da die starken Jahrgänge langsam gehen und auch der Doppel-Abi-Jahrgang abschließt. Es fallen aber etliche Lehrstühle weg. Aus Geldgründen.

Frage mich an dieser Stelle, wie viele Lehrstühle etwa das Geld aus den CumEx Files finanzieren könnte. Bin massiv angepisst über diese hirnlose Bundespolitik. Man sieht mal wieder, dass da Leute am Werk sind, die von nix eine Ahnung haben.


Wohnzimmer. Ich lasse mir Qigong zeigen, wir machen hauptsächlich Dehnübungen für den Nacken. Es fühlt sich nicht gut an. Eine Woche später habe ich noch immer Schmerzen. Mir fällt der Unfall vor 13 Jahren ein, bei dem ich umgefallen bin wie ein nasser Sack, gelandet auf dem Asphalt, mit dem Hinterkopf voran. Im Krankenhaus tut mir eine ganz spezifische Stelle im Genick weh. Es wird geröntgt und nichts gefunden. Seitdem habe ich jedoch an genau dieser Stelle wiederkehrende Schmerzen. Kein Arzt glaubt mir. Und nun soll mir mal einer sagen, dass eine Verletzung durch Dehnungsübungen völlig normal ist.


 

Im Viertel. Püppi sitzt auf Papas Schultern und freut sich wie ein Honigpferd über ihre Laterne. Ich habe mich lange auf den Martinsumzug gefreut, doch jetzt in der sich bewegenden Masse muss ich alle Atemübungen anwenden, die ich kenne. Scheiß Agoraphobie, warum jetzt? Versuche mir nichts anmerken zu lassen, bin aber gereizt und aggressiv. Als alles vorbei ist, freue ich mich an der süßen Laterne und den schönen Fotos, die wir geschossen haben. Püppi schläft selig ein und die Nacht durch. Müssen das wiederholen.