Update

Da denkt man, es geht bergauf – und der Virus lacht sich ins Fäustchen. Halsschmerzen der Hölle. Also bei mir. Püppi geht es zum Glück wieder gut, sie hat nur noch selten Beschwerden. Da das Zink ihre Haut, die ohnehin eine Problemhaut ist, nun vollends ausgetrocknet hat, müssen wir nun erst einmal dafür sorgen, dass die vielen kleinen Wunden vom Kratzen zuheilen und dann mit ordentlich Cremen, Cremen, Cremen wieder ein Gleichgewicht schaffen.

Währenddessen hüpft sie strahlend durch die Wohnung und möchte beschäftigt werden. Was mit einerseits freut. Andererseits treibt es mich an meine Grenzen, da es mir wie erwähnt selbst noch nicht wieder gut geht. Sie braucht die Aufregung und Beschäftigung, die sie sonst im Kindergarten hat, was ich ihr einfach gerade nicht bieten kann. Andere Kinder zu treffen (was möglich wäre) ist aber nicht drin, da noch ansteckend. Brr.

Unterdessen ist aber nicht alles schlecht.

Mein Praktikum wird bald (Mitte März etwa) beginnen und ich freue mich drauf, auch wenn das anstrengend wird. Überlege noch, die Stunden zu kürzen und dafür die Zeit hintenan zu hängen. Ist auch doof. Naja.

Aber: im Praktikum bekomme ich Gelegenheit, an Originalquellen zu arbeiten, die noch gänzlich unbearbeitet und unbekannt sind. Wie geil ist das denn? Zudem bietet dieses Feld, das ich beschreiben werde, eine riesen Lücke in der Forschung. Dafür sollte man mir nicht bloß den Bachelor geben, sondern kann mir eigentlich gleich den Master in die Hand drücken. Wie wäre es außerdem mit einem Doktortitel? Danke, see you.

Für eine andere Hausarbeit habe ich eine ganz tolle Idee gehabt, die mir zwar wieder viel Zeit kosten wird, was gute Ideen so an sich haben. Aber ich denke, dass es nicht nur meiner Dozentin gefallen werden wird, sondern generell ein interessanter Beitrag werden kann. So sehr, dass ich darüber auch Vorträge halten könnte. Die erste positive Rückmeldung habe ich dazu bereits bekommen.

Die Recherche zu diesem Thema – es wird aus zwei Seiten betrachtet werden und ich suchte Material zur anderen Seite – hat mich gestern allerdings leider völlig aufgelöst, sodass ich heulend am Laptop saß. In einer solch stressigen Zeit und dann auch noch hormongeplagt war das wohl keine so gute Idee. Ich werde das erst einmal ein paar Tage ruhen lassen und mich anderen Unterpunkten widmen.

Leise krächzende Grüße,

nickel

 

P.S.: Mir war heute mal nach lila.

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Status Quo

Chaos!

Püppi hatte sich vor 2 Wochen erst mit dem Adenovirus angesteckt, was uns ins Krankenhaus brachte, weil es ihr einfach so mies ging. Der Bereitschaftsdienst hätte auch gereicht, jedoch machen Kinderärzte keine Hausbesuche und die Fahrt zur Praxis wäre mit krankem Kind so weit unzumutbar gewesen. Ich wäre wohl doch hin gefahren, hätte die Dame vom Krankenhaus am Telefon nicht gesagt, dass es okay ist zu kommen, auch wenn es kein Notfall ist.

Anyway, das war gerade überstanden (von uns Dreien! In einer Zeit, in der ich lange Tage an der Uni und in einer Exkursion hatte.)

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war extrem lang. Man sagt ja kurze Nacht, wenn man nicht geschlafen hat, aber eigentlich ist das Blödsinn, weil die Nacht einfach nicht enden will, wenn man nicht endlich schlafen kann.

Freitag der Anruf, nachdem ich nicht einmal meinen Kaffee austrinken konnte. Verdacht auf Hand Mund Fuß Krankheit. Das ist das mit den fiesen Pusteln überall, auch im Mund und Fieber und Schmerzen am ganzen Körper. Kind also abgeholt und sofort zum Arzt gegangen. Verdacht bestätigt. Hoch ansteckend. Auf meine Frage, was wir gegen den Juckreiz schmieren könnten, von dem ich gelesen hatte (und auf den ich eigentlich vorbereitet war), die Antwort des Arztes: das juckt eigentlich nie, wir brauchen nix kaufen.

Papa mit Püppi heim, ich weiter zur Uni, wo ich eigentlich schon seit einer Stunde sein und einen Vortrag halten sollte. Aber waren ja noch 6 weitere Stunden. Die übermüdet eine Qual waren, auch wenn das alles interessant war. Ich wollte aber einfach nur nach Hause.

Den Vortrag sollte ich am nächsten Tag halten, wozu es nie kam.

Die Nacht war noch viel schlimmer als die zuvor. Püppi weinte und schrie, kratzte sich wund. Wir versuchten sie immer wieder ins Bett zu bringen, mit dem immer gleichen Ergebnis, dass sie nach 5 oder 10 Minuten wieder weinte. Bis es mir gegen 3 Uhr reichte und ich in der diensthabenden Bereitschaftsapotheke anrief und mich auf den Weg machte.

Gegen 4.30 Uhr war ich wieder daheim. Einen Teil der Strecke musste ich trotz desolatem Zustand laufen, weil die Bahn nicht ganz in meine Richtung fuhr. Die längsten 3km meines Lebens! Die Apothekerin war so nett mir auch noch etwas rauszusuchen, falls Püppi noch Bläschen im Mund bekommen sollte. Gegen den Juckreiz gab es eine Schütteltinktur mit Zink. Das Zeug half sehr schnell und so konnten wir um 5 Uhr endlich schlafen.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich wie vom Lastwagen überrollt: nicht nur war ich natürlich müde, auch hatte ich Rücken- und Gliederschmerzen und mir war kotzübel. Ich hatte mich bereits angesteckt und Symptome entwickelt. Trotz der Angst, welche Auswirkungen das haben würde, sagte ich der Dozentin bescheid, dass ich leider nicht kommen könne, da nicht nur das Kind den größten Teil der Nacht geschrien hatte, sondern es mir einfach zu schlecht ging und der Käse ja wirklich hochgradig ansteckend ist. Sie hat mir noch immer nicht geantwortet und das macht mir Angst.

Immerhin kann ich die Klausur morgen unbeschadet ausfallen lassen, denn bei krankem Kind muss man nicht extra zum Amtsarzt rennen. Das hilft mir zwar aktuell sehr, wird mich zum Zweittermin allerdings wieder in Zeitbedrängnis bringen, da ich dann schon im Praktikum sein werde. Aber lieber so als meinen Schnitt komplett versauen, denn lernen konnte ich ja auch nicht und das bisschen, das bisher in meinem Kopf war, findet seinen Weg nicht mehr in konkrete Gedanken.

An dieser Stelle möchte ich übrigens mal eins ausrufen:

Kämpft für eure Apotheken!

In Notsituationen wird euch kein DocMorris und keine Rosenapotheke helfen. Die machen keine Notdienste und liefern schon gar nicht innerhalb weniger Stunden. Wäre ich auf Versandapotheken angewiesen, hätten wir das Mittel vielleicht heute bekommen, vielleicht auch erst, wenn die Symptome schon wieder abgeklungen sind und wir bereits gelitten haben.

Status Quo

Ich bin fertig.

Den gestrigen Tag habe ich viel mit Weinen verbracht. Püppi ist schlimm erkältet. Nicht viel setzt mir so zu wie mein leidendes Kind. Es bricht mir das Herz, sie so zu sehen.

Und diese Schuld.

Am Tag zuvor hatte sie noch gespielt und ihr nachträgliches Weihnachtsgeschenk ausgepackt und gründlich getestet. Gestern dann Lethargie und Erschöpfung. Wir versuchten es mit Hustensaft und ganz viel Kuscheln.

Essen blieb keines drin, im Gegenteil kam es in großem Schwall wieder heraus. Laut Thermometer hätte sie kein Fieber gehabt – das Scheißding schmeiße ich weg.

Am Abend war es so schlimm, dass wir sie eingepackt und ins Krankenhaus gebracht haben. 38,6°C, arme Maus. Entzündete Ohren, vorgewölbtes Trommelfell. Tränende, rote Augen. Das und ihr Erbrechen deuten auf einen Adenovirus hin. Inkubationszeit 5-12 Tage, danach mindestens 2 Wochen Ansteckungsgefahr. Also erst einmal kein Kindergarten.

Wäre ich doch nur gleich mit ihr zum Arzt gegangen!

Was mich ebenso schuldig fühlen lässt ist, dass ich ein Blockseminar habe und morgen eine Exkursion, also 2 Tage lang aus dem Haus bin. Ja, ihr Papa ist großartig mit ihr und kümmert sich gut. Sie ist gut aufgehoben. Sie braucht mich nicht dringend, da sie ohnehin hauptsächlich schlafen wird. Mein Kopf weiß das. Trotzdem fühlt es sich kacke an, das Kind „zurücklassen“ zu müssen. Ich will da sein und sie bemuttern, im ganzen Wortsinne bemuttern.

Diese doofen Gefühle.

Ich brauche einen Pause-Knopf.

Antworten

Auch wenn die letzten Freitagsfragen ein wenig her sind, werde ich sie noch beantworten. Tatsächlich, beantwortet habe ich sie gar nicht so lange nachdem ich sie gestellt habe, nur veröffentlicht werden meine Antworten eben erst heute.

1| Fandest Du Deinen Urlaub in diesem Jahr ausreichend? Wie hast Du ihn verbracht?

Ich hatte keinen Urlaub. Im April bin ich wieder in die Uni eingestiegen, schon davor hatte ich angefangen, entweder Dinge für mich selbst zu lernen oder mich auf die Seminare vorzubereiten. Das hat mir im Endeffekt auch tatsächlich geholfen. Leider hatte ich diese Gelegenheit zum Wintersemester nicht, da ich zwischen den Semestern meine Hausarbeiten geschrieben habe. Die letzte wurde Ende November fertig.

Die Zeit, die ich nicht am Schreibtisch verbracht habe, nutzte ich entweder für Püppi, für Hausarbeit oder Admin-Kram. Selbst als wir im Sommer in England waren, wo ich zwar einige Zeit frei hatte, war ich doch noch täglich damit beschäftigt, meine Hausarbeit über Nightingale voranzubringen. Das wurde letztlich eine 2,0 – die investierte Zeit hätte ich mir sparen können. Und genau dieses Ergebnis hatte einen Einfluss darin, dass ich mir sagte: nächstes Mal in England mache ich das bestimmt nicht wieder. Erschöpft bin ich ja auch, daher mein selbst auferlegtes Arbeitsverbot über die Feiertage.

2| Was war in diesem Jahr das größte Ereignis und wie hat es Dich bereichert/ beeinflusst?

Eines der größten Ereignisse war Püppis Eingewöhnung im Kindergarten. Ich fand das ziemlich stressig, aber Püppi natürlich umso mehr. Da ging es um Loslassen, um Vertrauen und auch um Sehnsucht. Das klingt vielleicht komisch, denn sie war anfangs ja nur 2 oder 3 Stunden dort. Aber wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, ist jede Stunde ohne das Mäuschen merkwürdig. Beeinflusst hat die Tatsache, dass sie nun 6h am Tag nicht zu Hause ist, sehr. Ich habe Zeit gefunden für mich (Fitti!), zum ununterbrochenen Arbeiten und ein bisschen auch für die Beziehung, auch wenn der Engländer dafür nicht viel Zeit hergeben wollte.

Beeinflusst hat mich auch meine Gewichtsabnahme von nun 16kg, ich fühle mich einfach wohler. Und traue mich ins Fitnessstudio, wo ich nebenbei auch meine Kondition ordentlich trainiere und mein Asthma sich verbessert hat.

Naja und dann war da noch das Schlussmachen im Oktober, das mich weiterhin sehr beschäftigt und traurig macht. Beeinflusst hat es mich vor allem negativ, denn es hat mein Vertrauen in Mitmenschen generell verringert und meine Bereitschaft, mich noch einmal jemandem zu öffnen. Positiv war aber, dass ich gesehen habe, welchen Rückhalt ich habe in Freunden und in meiner Mutter. Und die Kommentare hier im Blog haben mich ebenfalls sehr berührt. Danke! ♥

3| Was lief in diesem Jahr nicht wie geplant und wie kann es im nächsten Jahr besser werden?

Wie gesagt das Schlussmachen. Wir versuchen weiterhin, uns anzunähern und daran zu arbeiten.

Ansonsten muss ich ganz klar etwas an meinem Zeitmanagement machen. Ich will nicht mehr die meiste Zeit von Montag bis Sonntag arbeiten. Ich will mehr Zeit mit dem Mäuschen verbringen. Und ich will mehr Zeit in Freunde investieren – denn das kam ganz klar zu kurz in 2018.

4| Was war in diesem Jahr neu? Was hast Du gelernt oder ausprobiert?

Da war Investopedia. Ein bisschen mit Aktien spielen. Das war interessant.

Ich habe ein ganz kleines bisschen Programmieren gelernt. Und ein wenig in Blender zu zeichnen.

In der Uni habe ich wahnsinnig viel gelernt. Davor habe ich noch mein Soziologiewissen wieder aufgefrischt.

5| Was war die beste Nachricht?

Dass die Herzfreundin schwanger ist. 😀 ♥♥♥

6| Hast Du bereits Pläne für 2019?

Da ist die Wanna Do Liste!

Mir ist gerade eingefallen, dass ich eigentlich einmal einen Erste Hilfe Kurs machen möchte. Der Kurs für den Führerschein ist schon ewig her. Auch der Erste Hilfe Unterricht an der Berufsschule. (Als Sozialassistent lernt man das noch einmal und ein wenig ausführlicher. Sollte grundsätzlich in Schulen gezeigt werden!)

Außerdem habe ich mir zwei Bilder bei Dein Kunstwerk gekauft. Darauf sie zu bemalen freue ich mich schon sehr.

7| Worauf freust Du Dich im neuen Jahr?

Malen, lernen, die Uni abzuschließen (zumindest den Bachelor!) und vor allem: Püppis weitere Schritte. Es ist so unfassbar spannend, ihr bei der Entwicklung zuzusehen. Vor allem wird sie im nächsten Jahr lernen zu sprechen. 😀

Eintopf

Meine Herren und Herrinnen, geehrte Damen und Dämonen,

Das Ihnen präsentierte Gericht ist eine Empfehlung des Hauses und Sie werden schnell merken, weshalb: der Eintopf bietet etwas für eine jede Genießerin und für jeden Schlemmer.

Bevor ich Sie weiter von Ihrem Genuss abhalte, wünsche ich Ihnen einen guten Appetit und sage Voilá, das Buffet ist eröffnet!female-1778654_1280


Fittnessstudio. Früher Nachmittag. Ich quäle mich durch ein paar Übungen, die mich körperlich herausfordern, da ich mir selbst beweisen muss, dass ich auch locker noch 5kg mehr stemmen kann, als eine Frau etwa in meinem Alter, zierlich in der Physique aber mit massiven Oberarmen bestückt locker das Doppelte stemmt und dabei keine Miene verzieht.

Ich weiß nicht, ob ich mich motiviert oder demotiviert fühlen soll, drehe meine Musik ein bisschen lauter und unterdrücke ein Tränchen der Eitelkeit wegen. Wenn schon Schwächling, dann wenigstens nicht heulen.


Heimweg vom Kindergarten mit Püppi im Buggy. Ist euch einmal aufgefallen, wie Ältere und ganz besonders ältere Frauen ums Verrecken auf der rechten Seite laufen müssen? Es gibt auf unserem Heimweg einen Abschnitt mit zwar breitem Gehweg, der aber mit Ausnahme eines Streifens frischeren und glatten Teers gerade für Kinder im Buggy eine Holperfahrt bietet, was ich dem armen Kinde nicht antun will. Uns kommt eine ältere Person entgegen, ich schätze etwa 65, gut zu Fuß und wundere mich, warum jener Mensch schnurstracks auf uns zusteuert. Selbstverständlich muss dieser Jemand gleich ausweichen, da wir zahlenmäßig überlegen sind und das Rangieren mit dem Buggy doch etwas mehr Aufwand erfordert als kurz zur Seite auszuweichen und wieder auf die Spur zurück zu kehren.

Denkste! Das Spaziermonster hätte uns vermutlich vom Weg gebodyslamt, hätte ich nicht in letzter Sekunde ein Ausweichmanöver eingeleitet. Nix zu verlieren.


Uni. Ich betrete den Seminarraum, als ich unsere brillante aber technisch wenig bewandte Dozentin erblicke, wie sie versucht, sich ins Intranet einzuwählen. Als mir auffällt, dass sie einen Teil der Kennung weggelassen hat und ausschließlich ihren Nutzernamen eingegeben hat, wo eigentlich noch die Zuordnung stehen soll, weise ich sie darauf hin. Nee, das müsse nicht, das sei wohl bei Dozenten anders. Auch aus der Reihe der Seminarteilnehmerinnen ertönt eine ähnliche Angabe.

Macht halt, ich habe Zeit, denke ich mir und kümmere mich um wichtige Dinge wie das Checken meiner Whatsapp-Nachrichten. Nach ewigem Probieren ruft jemand das, was ich zuvor gesagt habe und sie versucht es. Es klappt. Magisch!

Meinen Stolz und mein „Ich hab’s doch gesagt!“ musste ich mit einem sehr großen Schluck Wasser hinunterspülen, sonst wäre es mir doch glatt entwichen.


Büro des Präsidenten der Uni. Wir sitzen mit 25+ Studierenden, dem Präsidenten und einer Vertretenden im Konferenzzimmer und diskutieren über die Zukunft unseres Studienfaches, die stark bedroht ist.

Hochschulpolitik ist beschissen. Deutschland sollte sich schämen. Blablabla, Land der Dichter und Denker, blablabla unsere Bildung ist unser höchstes Exportgut, blablabla Zukunft yadda yadda. Vor einigen Jahren wurde beschlossen, dass Unis massiv Geld einsparen müssen. 2014 wurde den Unis mitgeteilt, sie haben X Stellen anzugeben, die sie bis 2020 abbauen. Für die Uni Jena waren das 125 Stellen. Einhundertfüfnundzwanzig Lehrende, die ihre Schreibtische räumen sollten! Ohne Wenn und Aber. Ohne weitere Möglichkeiten. Einfach 125 Stellen streichen.

Gleichzeitig soll jede Uni aber eine Mindestzahl an Studenten haben, Jena zwischen 19 und 20 Tausend. Wir liegen bei 18 Tausend und damit darunter, was ganz normal ist, da die starken Jahrgänge langsam gehen und auch der Doppel-Abi-Jahrgang abschließt. Es fallen aber etliche Lehrstühle weg. Aus Geldgründen.

Frage mich an dieser Stelle, wie viele Lehrstühle etwa das Geld aus den CumEx Files finanzieren könnte. Bin massiv angepisst über diese hirnlose Bundespolitik. Man sieht mal wieder, dass da Leute am Werk sind, die von nix eine Ahnung haben.


Wohnzimmer. Ich lasse mir Qigong zeigen, wir machen hauptsächlich Dehnübungen für den Nacken. Es fühlt sich nicht gut an. Eine Woche später habe ich noch immer Schmerzen. Mir fällt der Unfall vor 13 Jahren ein, bei dem ich umgefallen bin wie ein nasser Sack, gelandet auf dem Asphalt, mit dem Hinterkopf voran. Im Krankenhaus tut mir eine ganz spezifische Stelle im Genick weh. Es wird geröntgt und nichts gefunden. Seitdem habe ich jedoch an genau dieser Stelle wiederkehrende Schmerzen. Kein Arzt glaubt mir. Und nun soll mir mal einer sagen, dass eine Verletzung durch Dehnungsübungen völlig normal ist.


 

Im Viertel. Püppi sitzt auf Papas Schultern und freut sich wie ein Honigpferd über ihre Laterne. Ich habe mich lange auf den Martinsumzug gefreut, doch jetzt in der sich bewegenden Masse muss ich alle Atemübungen anwenden, die ich kenne. Scheiß Agoraphobie, warum jetzt? Versuche mir nichts anmerken zu lassen, bin aber gereizt und aggressiv. Als alles vorbei ist, freue ich mich an der süßen Laterne und den schönen Fotos, die wir geschossen haben. Püppi schläft selig ein und die Nacht durch. Müssen das wiederholen.

Status Quo

Seit gestern sind die Meerschweinchen wieder da, die für 6 Wochen bei meiner Mutter zum Urlaub waren. 😀 Geplant waren 3, aber ihr wisst ja wie das ist mit Plänen und dem Leben.

Über unsere Eingewöhnung hatte ich neulich berichtet. Die dritte Woche war etwas schwieriger, hatte ich zumindest den Eindruck. Püppi wollte partout nicht mitessen, obwohl sie sonst ein ausgezeichneter Esser ist. Die anderen Kinder sind ihr aber einfach zu viel. Wir Eltern fühlen uns gerade ein bisschen ratlos, wie wir sie dabei unterstützen können, sich besser an den Kindergarten, vor allem aber an die Kinder zu gewöhnen und ihre Scheu zu verlieren.

Freitag hatte ich diesbezüglich einen sehr schlechten Tag. Am Morgen habe ich mich ernsthaft gefragt, ob es einfach zu früh ist. Ob wir es später noch einmal versuchen sollen. Ich brachte sie dann zum Kindergarten, wo sie laut weinend und schreiend wieder von den Armen der Erzieherin in meine Arme wollte. Das hat mir so sehr weh getan, dass ich einfach weinen musste. Natürlich nicht vor Püppi, aber dann draußen im Vorraum.

Dort wartete gerade eine andere Mutti auf ihr Kind und sah mich. Sie sprach mich an und tröstete mich und erzählte mir, dass sie Erzieherinnen wirklich sehr liebevoll mit ihr umgehen und sie die ganze Zeit über immer bei ihnen auf dem Arm oder auf dem Schoß ist. Sie geben ihr viel Zeit und haben viel Geduld. Zwar hatte ich das im Gefühl und habe das auch gesehen, aber es war schön, es noch einmal von jemand anderem bestätigt zu bekommen. Meine Zweifel waren dann auch weg, als sie mir sagte, dass es ganz vielen Kindern so geht und gerade die dritte Woche wohl eine schlechte Woche ist.

Ich hoffe sehr, dass es langsam besser wird, denn das zerreißt mir das Herz, sie so zu sehen. Mr. English hat mir angeboten, sie zu bringen und ich hole sie ab, was ich dankbar angenommen habe. Wie gesagt, ich bin einfach sehr emotional und leide sehr mit, was es ihr vermutlich auch nicht leichter macht. Kinder fühlen sowas, selbst wenn man versucht zu lächeln.

Im Fitnessstudio lief es dafür ausgezeichnet. Mein Plan ist jetzt, 3x pro Woche hin zu gehen und mein Programm für ca. 3 Wochen zu machen und mir dann ein anderes erstellen zu lassen. An einigen Geräten konnte ich schon jetzt, nach nur einer Woche, jeweils 5kg auflegen. Unfassbar, wie schnell das geht. Ausdauertechnisch hatte ich Samstag einen schlechten Lauf, mein Asthma hat einfach gestreikt und der Muskelkater in den Beinen half auch nicht. Die Bizepsmaschine macht mich genauso fertig, weil mein Bizeps so schwach ist, dass ich selbst die lächerlichen 2,5kg nicht schaffe, 15 mal zu heben. Der Trizeps war dafür stärker als noch am Mittwoch. Wie gesagt, unfassbar wie schnell das geht.

Was ich aber sagen kann, ich habe zwar an Trainingstagen unfassbaren Hunger, habe aber schon ein halbes Kilo verloren und fühle mich bereits grundsätzlich besser. Meine Rückenschmerzen sind kaum noch vorhanden, ich bin ausgeglichener und positiver und nach dem Training gar euphorisch. Außerdem schaffe ich danach mehr Haushaltsaufgaben als die gesamte Woche über. Hat ja auch etwas gutes. 😀

Leider werde ich auch sehr müde an diesen Tagen, sodass ich kaum in der Lage war, letzte Woche an der Hausarbeit zu schreiben, die ich eigentlich gestern beenden wollte. Meh. Ich habe mir aber fest vorgenommen, an den Tagen ohne Training konsequent in die Bibliothek zu gehen und daran zu arbeiten. Tschaka! Ich will ja auch mal so richtig frei haben, gell.

Habt eine wundervolle Woche!

Mein Erlebnis mit der AOK Plus

Eine andauernde Geschichte

Fast mein ganzes Leben lang war ich in ein und derselben Krankenversicherung versichert. Ausnahme bildete nur eine kurze Episode während einer (später abgebrochenen) Ausbildung, weil diese Krankenkasse die einzige war, die auf mich zukam – als 18-jährige ohne Internet und Ahnung war ich darüber sehr dankbar.

Diese langjährige Begleiterin aka Versicherung hat mich aber in den letzten Jahren durch stetig steigende Anteile und schlechter werdenden Service sowie die Tatsache, dass ich nicht immer über Preissteigerungen informiert wurde und dann Mahnungen bekam über ausstehende Beträge, mehr und mehr enttäuscht. Sie war eine der teuersten (studentischen) Versicherungen und bot dafür im Gegenzug nicht so viele Angebote zur Prävention wie andere Krankenkassen.

Bei der AOK Plus war ich zwischenzeitlich auch einmal kurz für ein paar Monate, vielleicht auch ein ganzes Jahr, ich kann es nicht mehr genau sagen, denn das ist schon eine Weile her. Ich hätte mich früher an die Szene in einem ihrer Büros erinnern sollen, als ich mit der Frage, ob es für Asthmatiker geeignete Sportangebote in der Stadt gäbe, hinein ging und mit einer Informationsbroschüre über COPD (!) heraus kam. Dann wäre mir dieses Spektakel in einer ohnehin stressigen Zeit vielleicht erspart geblieben.

Ein hervorragender Start

Bevor ich die Versicherung bei der alten Krankenkasse kündigte, bestellte ich mir einen Berater der AOK Plus ins Haus. Das fand ich toll, dass die zu mir kommen und ich mit Baby nicht in ein Büro gehen muss. Mein Berater stellte sich vor, antwortete mir auf alle meine Fragen und sogar auf die etwas kniffligeren. Ich fand ihn sehr nett und hatte generell nach der Beratung ein gutes Gefühl. Auch gefielen mir die Konditionen, denn das muss man der AOK lassen: die vielen Gesundheitskurse sind schon toll. Außerdem haben sie ein Bonusprogramm, das mir als ich-gehe-erst-zum-Arzt-wenn-man-mich-tragen-muss-Patienten einige Vergünstigungen bringen könnte. Vorsorge nehme ich ernst und das wird dort belohnt; wenn man immer brav vorsorgen geht, bekommt man ein bisschen Geld zurück.

So unterschrieb ich den Vertrag, kündigte bei der alten Krankenkasse und war fast ein bisschen traurig, dass ich noch ein halbes Jahr warten musste. Immerhin freute ich mich schon auf Babyschwimmkurse und dergleichen, die ich sehr gerne wahrnehmen wollte. Im Juni sollte die Versicherung nun endlich beginnen.

Und dann war Juni

Nichts. Keine Information, wie das nun mit der Bezahlung sei. Keine Karten. Kein Vertrag. Nichts.

Ich fragte meinen sympathischen Berater, was ich denn nun machen sollte, immerhin hatte Püppi am nächsten Tag einen U-Untersuchungstermin. Er bringe mir einen Abrechnungsschein vorbei, den läge er in meinen Briefkasten, bevor ich los müsse. Am Morgen des Termins dann eine Nachricht: er habe es leider nicht geschafft. Wer’s glaubt. Ich solle einfach die Karte der alten Versicherung abgeben, die Versicherungen würden sich das untereinander auskaspern. Meine Frage, ob ich dann definitiv auch keine Rechnung erhalten würde, verneinte er, alles sei gut, das gibt keine Probleme. Zugegeben, die gab es bisher nicht, aber Angst habe ich noch immer, dass da noch etwas kommt.

Mittlerweile ist Mitte Juli und wir haben noch immer keine Versicherungskarten. Und keinen Vertrag. Ich kann nicht zum Arzt, obwohl ich Probleme habe, die ich gerne abklären lassen würde. Lieber früher als später.

Ebenfalls im Juni schickte ich dem Berater Unterlagen, die er für einen Antrag brauchte, damit ich weiterhin studentisch versichert sein kann und statt fast 200€ monatlich „nur“ irgendwas um 90€ bezahle.* Vorige Woche bekam ich einen Brief, in dem ich aufgefordert wurde, eine normale Versicherung zu beantragen, immerhin sei ich doch 30 und mit 30 kann man nicht studentisch versichert werden. Kein Wort vom Antrag.

Also hakte ich nach. Bei meinem Berater. Der wohl verschollen ist.

Als nach 3 Tagen noch keine Antwort kam, wendete ich mich an eine andere Stelle. Es läge kein Antrag vor, aber die Unterlagen kann ich ja gerne ihr schicken. Sie möchte gern eine Bescheinigung der Uni, dass mein Urlaubssemester wegen Erziehungszeiten war.

Eine solche Bescheinigung gibt es nicht, also schickte ich ihr meine Bescheinigung über ein Urlaubssemester (worauf der Grund nicht verzeichnet ist) sowie die Geburtsurkunde von Püppi.

Die Antwort kam 2 Tage später. Mir wurde gesagt, dass das nicht reiche, es sei schade, dass es das Formular an meiner Uni nicht gäbe und ich könne so nicht studentisch versichert werden.

Geht’s noch? Die verlangen ein Formular, das sie selbst nicht ausstellen und wenn die Uni das nicht zufällig genau so hat, bekommt man sinngemäß gesagt: „Pech gehabt“?!

Ich habe nun sowohl meiner Uni geschrieben und denen diese Dreistigkeit geschildert mit der Bitte um Hilfe, als auch der Stelle der AOK Plus, dass ich mir nicht vorstellen könne, dass nur dieses eine Formular anerkannt würde und welche Alternativen es gibt. Die können ja wohl nicht ernsthaft erwarten, dass die Uni extra für die Spaßvögel eigene Formulare ausstellt. Sind wir hier bei Wünsch Dir was? Oder auf dem Ponyhof? Habe ich etwas verpasst?

Mal schauen, ob mir geantwortet wird und vor allem was. Stay tuned.

P.S.: Der zuständigen AOK Filiale habe ich übrigens auch eine Email geschrieben mit der Bitte mir einen anderen Berater zuzuweisen. Dieser hat sich noch immer nicht zurück gemeldet. Nach 2 Wochen und 3 Mails.


*Das Gesetz sieht vor, dass eine freiwillige (haha) studentische Versicherung bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres gewährt wird, weil man dann magischerweise ganz viel Geld hat. Außer man hat triftige Gründe, warum das Studium noch andauert, etwa ein Kind, das man während des Studiums bekommen hat.
Die freiwillige Versicherung wird dann nötig, wenn man z.B. keine sozialversicherungspflichtige Arbeit hat, womit man automatisch versichert wäre und auch nicht mehr in der Familienversicherung der Eltern ist, die nur bis zum 25. Lebensjahr gilt.

 

UPDATE: Die Pressestelle der AOK hat mich auf einen Tweet hin gebeten, mich an sie zu wenden, was mittlerweile die 4. Stelle ist, mit der ich in Kontakt bin (wenn man das so nennen kann, von den anderen 3 habe ich bisher nichts wieder gehört.) In der Email habe ich meine Probleme aufgezählt und da kam eine ganze Menge zusammen.

Mit Verlaub, aber ich habe die Schnauze voll.

2. UPDATE: Meine Uni hat mir tatsächlich sowas ausgestellt, was die Dame vom Studentenservice wollte. Das habe ich ihr geschickt und sie schrieb mir heute Morgen, dass ich dann für dieses Semester studentisch versichert bin, das läuft noch bis 30.9. Immerhin. Wie es danach weiter geht? Keine Ahnung. Wie ich überhaupt irgendwas bezahlen soll? Auch keine Ahnung.

3. UPDATE: Mein persönlicher Berater ist aus der Versenkung wieder aufgetaucht. Dann kann ich das Suchteam der Polizei ja wieder zurück rufen.

Im Stress II oder: ARGH!

Im letzten Post zu meiner aktuellen Situation habe ich aufgelistet, was mich derzeit unter anderem stresst. Da ich an diesen Baustellen gearbeitet habe, hier ein kurzer Überblick, was neu ist.

1.) Püppi. Zu meiner freudigen Überraschung hat sie tatsächlich angefangen, auf Nein! zu hören. Sie weiß, dass sie etwas nicht soll, wenn ich das sage. Sie tut es zwar trotzdem oder versucht es, hört aber auf, sobald ich sie ermahne. Ich versuche außerdem, nicht immer nein zu sagen, sondern sie stattdessen abzulenken und das klappt ganz gut. Um ihrem Spielzeug-Chaos ein bisschen Einhalt zu gewähren, habe ich zudem ein System eingeführt, bei dem sie nicht mehr Zugriff auf alle Spielsachen gleichzeitig hat, sondern immer nur ein paar Spielsachen draußen sind. Ich denke, das ist auch gesünder für so ein Baby Kleinkind, das ja auch überfordert werden kann von zu viel Auswahl. Ich habe mir außerdem noch ein System ausgedacht, bei dem sie täglich zwischen 3 oder 4 Kisten wählen kann, die ich mit verschiedenen Spielzeugen bestücke, sodass sie auch etwas Abwechslung hat, aber eben auch Einschränkung. Mal sehen, ob das klappt.

2.) Wohnung. Wir haben ein paar Möbel umgestellt und es sieht gleich einladender aus, wir haben mehr Platz im Wohnzimmer. Ich habe ein paar Dinge aussortiert und verschenkt. (Diesmal übrigens nicht über eine Plattform, sondern im Karton, den ich zugänglich für unsere Nachbarn aufgestellt habe. Kein Stress, fast alles Zeug war weg.) Zudem haben wir uns einen Plan erstellt, bei dem wir nicht nur jeweils Arbeits- und Babyzeit haben, sondern auch gemeinsame Zeit, die wir unter anderem zum Putzen nutzen werden.

3.) Krankenkasse. Mein Berater meldet sich weiterhin nicht, trotz erneuter Mail. Mittlerweile konnte ich immerhin erfahren, dass er meinen Antrag nicht weitergeleitet hat, so dass ich ihn jetzt nochmals direkt selber an die entsprechende Stelle gesandt habe. Ich bin massiv genervt, da wir ja auch noch immer keinen geklärten Versicherungsstatus haben. Im schlimmsten Fall zahle ich fast 200€ monatlich statt der Hälfte, was ich einfach nicht finanzieren kann. Wie das zu bewerkstelligen ist kann mir auch keiner sagen. Zudem: ich müsste dringend zu verschiedenen Ärzten, kann aber nicht, da keine Karte. Schöne Scheiße.

4.) Kindergarten. Den Ordner gestalten wir nun zusammen in unserer gemeinsamen Zeit, was ich gut finde. Zwischenzeitlich waren wir im Büro, da ich Fragen zum Vertrag hatte – zum Glück! Irgendwie ist dort ein Fehler unterlaufen und wir wurden unter Kündigungen abgeheftet, wir haben aber definitiv nicht gekündigt und auch nichts dergleichen gehört. Jetzt ist alles gut. Das hätte eine böse Überraschung werden können, hätte man unseren irrtümlich gekündigten Platz weiter vergeben. Uff.

5.) England. Easyjet sollten sich umbenennen in Complicatedjet. Deren System erkennt die Passnummer des Kinderreisepasses nicht, sodass wir keine Boardkarte drucken können. Immerhin haben wir Sitzplätze nebeneinander bekommen. Dennoch müssen wir nun noch früher am Schalter sein, um Püppis und meinen Boardingpass noch ausdrucken zu lassen. Meh.

6.) Uni. Ich habe grobe Pläne erstellt, bibliographiert und schon einige gute Artikel gefunden. Es wird sehr knapp werden.

7.) Bauarbeiten. Tja, da kommen wir nicht drumherum. Bald ist Wohnungsbegehung, dann kann ich meine Fragen zu Internet und dergleichen stellen. Wenn der Vermieterverein so geil auf Verbesserung der Wohnungen ist, hätte ich da noch einige Punkte, die wichtiger sind als schicke Wandfarbe im Treppenhaus. Ein Fliesenspiegel in der Küche etwa. Vernünftige Türen. Den Fliesenspiegel im Bad so erweitern, dass man da im Stehen duschen kann, ohne die Tapete jedes Mal einzuweichen. Eine Rollstuhl- und Kinderwagenrampe, die man auch benutzen kann (aktuell 40° Winkel. Vergiss es. Hätte ein lieber Nachbar uns gestern nicht geholfen, wäre Püppi echt in Bedrängnis gewesen, da ich leider von den lächerlichen Rampenstreifen abkam.)

Ich würde ja auch einfach mal wieder vernünftig schlafen, entspannen, nichts tun. Ich brauche so dringend Urlaub aber habe dafür keine Zeit. Ich drehe noch durch. Kurzzeitig überlegte ich, ein weiteres Urlaubssemester einzulegen, weil ich so erschöpft bin. Bringt aber auch nichts, dann komme ich nur noch mehr in finanzielle Not. Wenn man aus dem Raster des Sozialsystems fällt, ist man so richtig am Arsch.

Und bei euch so?

Im Stress

Aktuell bin ich gerade völlig gestresst, permanent auf Hochtouren und fühle mich entsprechend erschöpft. Was ist los?

1.) Püppi. Mit Püppi ist alles in Ordnung, darüber bin ich sehr dankbar. Und ich freue mich, dass sie aufgeweckt ist und neugierig und die Welt erkunden möchte. Sie ist lustig und lacht gerne, was mich ansteckt. Sie entdeckt gerade diverse Gefühle, was anstrengend sein kann. Aber damit, dass vor ihr nichts sicher ist, treibt sie mich in den Wahnsinn. Ich weiß nicht mehr, wo ich Dinge noch verstauen soll, die nicht für sie geeignet sind. So groß ist meine Wohnung einfach nicht und so viele Schränke außerhalb ihrer Reichweite haben wir auch nicht. Leider ist das Badezimmer, der einzige Raum, in den sie nicht gehen darf, außer wir baden sie, so klein, dass man da nichts unterbringen kann. Zumindest Reinigungsmittel etc wären dort gut aufgehoben.

2.) Was mich zum zweiten Punkt bringt: Wohnung. Es herrscht Chaos. Dadurch, dass Püppi sämtliche Schränke und Schubladen ausräumt und ihre eigenen Spielsachen zusätzlich verteilt, sieht es bei uns immer aus, als hätte gerade jemand seinen Kram bei uns beseitigt. Schöner Kram, aber trotzdem. Ich komme einfach kaum dazu, so aufzuräumen, dass es wirklich vorzeigbar wäre. Und wenn ich das einmal tue, sieht es spätestens nach ihrem Schläfchen wieder aus wie vorher. UARGH!

3.) Krankenkasse. Mein Berater ist entweder faul oder unmotiviert, was aber aufs Selbe hinaus läuft: es passiert einfach nichts, es geht nicht voran. Seit 1. Juni sind wir in der neuen Versicherung, wir haben noch immer keine Versicherungskarten erhalten. Der Berater wollte einen Antrag auf Verschieben der Frist stellen, die besagt, dass man ab 30 keinen Anspruch mehr auf studentische Versicherung hat, egal ob man reich wie Dagobert ist oder haushalten muss wie eine Brüllmaus. Von einem anderen Büro der Versicherung habe ich lediglich ein Schreiben bekommen, dass ich doch 30 Jahre alt bin blabla. Ob mein Berater den Antrag nun eingereicht hat oder nicht, weiß ich nicht. Er antwortet nicht auf meine Email.

4.) Kindergarten. Für den Kindergarten habe ich einige Bastelarbeiten zu tun, was mir auch sehr Spaß macht. Wir Eltern sollen einen Ordner außen gestalten, in den die Erzieherinnen Fotos und Bögen mit Erlebnissen einsortieren. Diese Idee finde ich wunderschön. Ich habe auch schon alles besorgt, was Püppi für ihren Start in den Kindergarten braucht. Nur dieser Ordner, er starrt mich an, will dekoriert werden – aber wann?
Leider fehlt aus dem Kindergarten auch noch der Vertrag, den ich brauche, um Kostenübernahme bei der Stadt anzumelden.
Im September geht es dann los, dann bin ich 2 Wochen lang täglich mit im Kindergarten. Das heißt auch weniger Zeit für alles andere zu haben. Was mir die Vorfreude ziemlich verhagelt.

5.) England. Wir fliegen bald wieder nach England, worauf ich mich freue. Es stresst aber auch. Auch hier wollen etliche Dinge organisiert werden. Aktuell streikt das System der Fluggesellschaft; es kann den Kinderreisepass nicht erkennen, wodurch wir keinen Boardingpass ausdrucken können. Dadurch bekommen wir sehr wahrscheinlich auch keine Sitze nebeneinander. Toll. Danke für nichts.
Was ich mit meinen Schweinchen machen soll weiß ich auch noch nicht.

6.) Uni. OMG. 3 Hausarbeiten. Ich bin in allen dreien schon eingearbeitet, da ich bereits Referate zu den Themen gehalten habe. Muss aber noch mehr lesen, da meine Hausarbeiten nicht zu 100% den Referaten entsprechen können. Und das verschlingt so viel Zeit. Abgabe Ende September.

7.) Bauarbeiten. Zu allem Überfluss haben sich die Vermieter auch noch gemeldet. Sie wollen ab Ende September 3 oder 4 Wochen lang in unserem Haus Breitbandkabel verlegen, was heißt: a) Lärm, b) Dreck, c) vermutlich kein Internet, d) noch mehr Lärm. Ich raste aus. Dazu müssen nämlich Löcher durch die dicken Stahlbetonwände gebohrt werden.

Das ist nur eine AUSWAHL des ganzen Stresses. Daneben kommen noch so Dinge wie Anträge an der Uni, Verkaufen von zu klein gewordenen Babysachen (was so zeitintensiv ist, dass ich manchmal nicht weiß, ob sich das wirklich lohnt), der tägliche Haushalt, gesundheitliche Probleme etc pp. Ich schlafe zudem richtig schlecht. Naja und dann möchte man ja gerne auch noch Zeit für Familie und Freunde finden.

Ich brauche einen persönlichen Assistenten!

P.S.: Ich hatte außerdem versucht, ein paar Dinge zu verschenken, die wir nicht mehr brauchen und die unnötig Platz wegnehmen. Dafür habe ich auch Zeit investiert, die Fotos schießen sich ja nicht von alleine und die Nachrichten möchten auch beantwortet werden. Ratet mal, wie viel von den 8 Dingen noch hier stehen.