Puh…

Ganz schön viel los derzeit. Und das scheinbar überall, wenn ich so durch die Bloggerwelt stromere oder mich mit Freunden unterhalte.

Auch ich bleibe nicht verschont. Doch um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen:

Normalerweise schreibe ich hier auf, wenn es etwas Neues in meinem Leben gibt. Das war und ist für mich der Sinn hinter diesem Blog. Nun ist es jedoch so, dass ich meine Posts immer auch auf Facebook poste, somit alle in meiner Freundesliste meinen Blog (theoretisch) kennen. Deshalb gibt es hier auch selten Posts über Freunde, Bekannte und Familie, auch keine positiven, da es in der Vergangenheit dadurch viel Frust durch Missverständnisse und sinnlose Streitereien gab.

Dann gibt es aber noch den Aspekt, dass ich hier gelegentlich über Dinge schreibe, die nicht jeder wissen soll. Oder zumindest NOCH nicht.

Wenn ich mir etwa vorstelle, wie meine Cousine auf Facebook einen Post von hier sieht, ihn liest, es zu ihrer Mutter trägt, die ihrerseits keine Gelegenheit auslässt, um meiner Mutter unter die Nase zu reiben, dass ich es zu nix bringe mit meiner Mutter über meinen Werdegang zu diskutieren, was wiederum dazu führt, dass meine Mutter mir das erzählt, woraufhin ich enttäuscht und verletzt bin, dann habe ich ü-ber-haupt keine Lust, erst zu schreiben, was mich beschäftigt. Verständlich?

Nun ist es aber so, dass ich platze, wenn ich das nicht erzählen kann und gleichzeitig sauer bin, dass ich wegen sowas mein Hobby, das Bloggen, nicht mehr betreibe, weil sich jemand anderes auf meine Finger setzt.

Und zwar habe ich im Supermarkt vor fast einem Monat gekündigt und bin wieder an der Uni. Ich studiere wieder etwas Sozialwissenschaftliches und habe meine Entscheidung bisher kein bisschen bereut. Ja, ich bin glücklich mit diesem Risiko, das ich einging, auch wenn es mich verdammt viel Mut gekostet hat.

Meine Mutter weiß davon -richtig- nichts. Ich will es ihr gerne sagen, dann aber persönlich. Davor drücke ich mich aber schon eine ganze Weile, da ich ihre Reaktion kenne. Sie hält mir vor, dass ich jetzt wieder kein Geld verdiene und meine Cousine ist doch jetzt auch fertig und arbeitet…

Über Sinn und Unsinn dessen müssen wir hier nicht diskutieren und auch nicht über ihre Fixiertheit aufs Geld. Mir geht es darum, dass die Entscheidung für mich auch nicht leicht war und ich sie schon gar nicht leichtfertig getroffen habe. Ich bringe schließlich auch Opfer dafür, über die ich mir im Klaren bin. Wenn dann meine Mutter daran rummäkelt und sagt, wie schlimm gerade alles ist und dass es besser wäre, würde ich arbeiten und Geld verdienen, zieht mich das völlig unnötig runter.

Wobei wir beim zweiten Thema wären: Meine Therapie. Sie läuft. Und zwar so, dass ich nun endlich in der Lage war, zuzugeben, worum es mir geht, nachdem meine Therapeutin mir bewusst machte, dass ich schon wieder volle Kanne im nickelschen „Ich-verdräng-alles-mir-geht’s-supi-Modus“ bin. Mir geht’s nämlich gar nicht so supi. Jetzt auch nicht fürchterbar schlecht und die Welt hasse ich auch nicht. Naja oder nicht viel mehr als sonst. 😉

Aber es gibt einfach Themen, die mich auch nach vielen Jahren noch beschäftigen und die ich nicht alleine verarbeiten kann. Habe ich im letzten halben Jahr so ziemlich alle Gefühle verdrängt (auch positive!), so fühle ich jetzt alles durch die Lupe verstärkt. Das verbraucht viel Kraft, Konzentration und Motivation, was manchmal mit einem „normalen“ Tagesablauf kollidiert. Negative Einflüsse von außen kann ich daher nicht gebrauchen.

Hoppla. Das war ein ziemlich langer Post um euch mitzuteilen, dass ich wieder studiere. Ich hoffe, meine Gedankengänge sind halbwegs nachvollziehbar.

Tut mir leid, dass ich so lange nichts von mir hören ließ.

Lass‘ das, denn ich hass‘ das: Im Laden

Robin zeigte uns in ihrer Montagsliste, was sie beim Kellnern nervtötend findet. Am Ende die Frage, was in anderen Jobs unnötig die Arbeit erschwert. Und da mir das schon länger unter den Nägeln brennt, ist nun die Zeit da für meine Liste: (mit dunkler, dröhnender Stimme lesen)

Was Verkäufer zur Weißglut bringt

Ein Supermarkt ist ein öffentlicher Raum und da gelten ein, zwei Regeln, um miteinander auszukommen. Da viele dieser Regeln ungeschrieben sind, will ich sie einmal festhalten.

1. Ungewolltes ins nächstgelegene Regal schmeißen

Es ist kein Weltuntergang, wenn man etwas doch nicht kaufen möchte. Kommt am Tag mindestens fünf Mal vor, dass sich jemand spontan an oder nahe der Kasse umentscheidet oder sieht, das er sich vergriffen hat. Kein Ding, ehrlich. Aber dann gebt das doch bitte an der Kasse ab, wenn ihr keine Zeit oder Muse habt, das selbst wieder weg zu bringen. (Außer Tiefgekühltes. Das bitte gleich wieder wegschaffen, denn ehe man dran ist und die Kassenkraft jemanden gerufen hat, der es wegschafft, ist das Ding schon angetaut.) Auch die Regale rund um die Kasse als Ablage zu missbrauchen, ist nicht in Ordnung! Es ist wirklich unendlich nervig, wenn etwas in einem fremden Regal gefunden wird. Dinge, die aus der Kühlung kommen, müssen gar weggeschmissen werden, da man ja nicht weiß, wie lange das schon ungekühlt dort lag. Das ist ökologisch, ökonomisch und arbeitstechnisch ziemlich blöd. Teilweise wird das den Verkäufern angelastet, denn man hätte es ja sehen können und der Verlust hätte vermieden werden können. Macht es den Verkäufern und Verkäuferinnen also nicht so schwer und gebt es einfach ab.

2. Kinder einfach machen lassen

Kinder sind (meistens) super, keine Frage. Ich bin ein kinderlieber Mensch und habe grundsätzlich viel Geduld mit ihnen. Wenn ich aber arbeite, mich konzentrieren muss, dann geht mir ein quäkendes Kind schnell auf den Nerv. Wenn es weint oder sehr aufgeregt ist etc, kein Problem. Da kann man oft in der Situation nicht viel machen. Aber bitte schaut, dass die lieben Kleinen nicht alles aus dem Regal zerren, durch die Gegend brüllen oder Unsinn machen. Wenn das Kind auf der Kasse rumtatscht oder die Tür zur Kasse öffnet und einfach hinein schlüpft (wirklich so geschehen), dann kann man auch ein Machtwort sprechen. Der Kassierer eher nicht. Übrigens: die Stäbe, die sich so lustig drehen, sind unterhaltsam. Aber es nervt mit seiner Lautstärke. Außerdem beschleunigt es eure Waren (Physik!) und kann dazu führen, dass etwas zu Bruch geht.

3. Sich aufregen, wenn man nach dem Ausweis gefragt wird

Jaja, ich weiß. Manchmal kann das nerven. Aber schaut: Als Kassierer muss man sich sicher sein. Und meistens merkt sich ein Kassierer ja auch das Gesicht und fragt in Zukunft nicht mehr. Wird man dabei erwischt, einem Minderjährigen Alkohol oder Tabak zu verkaufen, wird das teuer und gibt Ärger: Das Vergehen wird ins Zentralregister des Einzelhandels eingetragen und brandmarkt, der Verkäufer bekommt eine Abmahnung und eine Strafe von mindestens 250€, die er selber bezahlen muss. 250€ sind im Enzelhandel verdammt viel Geld, da die meisten Verkäufer nur halbtags angestellt werden. (Kleiner Random Fact für zwischendurch.)  Seid also ruhig genervt, aber macht bitte die Person nicht blöd an, die damit bloß ihren Arsch absichert.

4. Flaschen stellen oder horizontal zur Laufrichtung des Bandes ablegen

Mein persönlicher Hasspunkt und absolut unnötiger Stressfaktor. Hintergrund ist der, dass der Sensor, der das Band anhält, mit runden Sachen nicht gut klarkommt. Das Band wird also weiter gefahren, was dazu führt, dass die Flasche über die Kasse rollt. Bei einer Flasche kein Problem, die ist schnell aufgehalten. Ab 3 Flaschen wird das aber schon anstrengend, da man nunmal nur zwei Hände hat. Ab 5 Flaschen kann es sogar kritisch werden, weil das Band sich immer weiter dreht und immer mehr über die Kasse rollt. Man kann leider den Trennstab oft nicht schnell genug hinlegen, damit der Käse aufhört zu rollen. Genauso nervig und teilweise gefährlich sind stehende Flaschen. Bei Handgranatenbier nicht der Rede wert, aber normal große Flaschen fallen am Ende des Laufbandes um und mit etwas Pech auf die Hände der Kassierkraft. Das tut weh! Das ist gefährlich! Wenn ich mir die Hand verletze, kann ich nicht arbeiten und falle aus! Flaschen, Gläser und andere runde Sachen zukünftig bitte vertikal zur Laufrichtung des Bandes ablegen. Und hohe Dinge nicht stellen. Danke.
Übrigens: ganz furchtbar ist es, die Flaschen horizontal zu legen und den gesamten restlichen Einkauf darauf zu stapeln. Pain in the ass!

5. Kleingeld auf die Kasse werfen

Damit meine ich sowohl das tatsächliche Werfen, was schnell darin endet, dass ich meine gesamte Kasse auseinandernehmen muss, weil mir das Geldstück in eine der tausend Ritzen gefallen ist. Auch meine ich das dazuwerfen von Geldstücken, wenn ich gerade das Kleingeld zähle. Am besten noch mitten auf meine Hand oder das schon gezählte Geldhäufchen. Da bekomme ich nicht wenig Lust, es einfach zurück zu schmeißen. Ich habe absolut kein Problem mit Kleinged. Mir ist das sogar ganz recht. Aber das muss halbwegs zügig vonstatten gehen, was nur gelingt, wenn man mich in Ruhe zählen lässt, ohne mich durcheinander zu bringen oder meine bisherigen Bemühungen in die Tonne zu treten. Also: haltet mal kurz die Klappe und wartet ab, bitte. Werft nicht die Fuffies in‘ Club und schreit „Bo! Bo!“

6. Die Finger anlecken

ÖRKS!!! Ernsthaft, lasst das! Das ist wi-der-lich! Wenn die Geldscheine, Pfandbons, Gutscheine etc. sich nicht voneinander trennen lassen, gibt es auch noch andere Möglichkeiten als sich die Finger anzulecken. Würdet ihr der Verkäuferin denn auch die Finger ablecken? Nein? Warum dann über Umwege? Denn im Prinzip ist es doch genau das: den Verkäufer anlecken über Umwege. Eure Sabber verteilt sich ja schließlich auf das, was ihr anfasst. Und damit auch eure Bakterien, die ihr vielleicht gerade in der Erkältungszeit mit euch herum schleppt. Als Verkäufer ist man dem ohnehin schon ausreichend ausgesetzt. Da muss sowas nicht auch noch sein. Mal ganz abgesehen vom ÖRKS-Faktor.

7. Den Pfandbon in der Hand behalten

Meistens ist es ja so, dass man erst einmal die Pfandflaschen abgibt und dann einkauft. So hat man Platz in den Taschen und kann den Pfandbon direkt mit dem Einkauf verrechnen. Gut so. Nicht so gut ist es dagegen, den Pfandbon in der Hand zu behalten. Dadurch knickt er, kann dreckig werden und eventuell führen schwitzige Hände zum Aufweichen des Bons. Im Sommer, als es brühend heiß war, hielt sich ein Kunde an seinem Zettelchen fest und übergab mir einen komplett mit Schweiß getränkten, stinkenden Pfandbon. Ich hätte fast auf die Kasse gereihert.
Was viele nicht wissen oder realisieren: Die Pfandbons muss jeder Kassierer am Ende noch einmal zählen und die Gesamtsumme errechnen. Das heißt, mit den Dingern muss man nochmal arbeiten.

8. In der Haupteinkaufszeit an der Kasse diskutieren

Ja ich weiß, wenn etwas nicht in Ordnung war, muss und will man das kommunizieren. Aber schaut: wenn gerade Full House ist, ist das denkbar ungünstig. Anstehende Kunden sind extrem ungeduldig. Denen kommt eine Minute vor wie eine Ewigkeit. Ihr kennt das vielleicht selbst? Ein Kassierer kann nicht immer etwas machen, das hilft. Akzeptiert das. Das gilt auch, wenn ihr etwas nicht finden könnt. Wenn die Schlange wartender Menschen durch den halben Laden reicht und alle Kassen besetzt sind, solltet ihr nicht an der Kasse fragen, sondern jemanden im Laden. Und wenn partout kein Mitarbeiter zu finden ist, kann man auch mal andere Kunden fragen.
Ich als Kassiererin helfe zwar gerne und stehe auch gerne auf, um etwas zu holen, auszutauschen oder nachzuschauen, aber bei vielen Wartenden unter großem Druck. Und im Bewusstsein, dass der eine oder andere gleich mächtig genervt sein mag.

Das war eine relativ spontane Liste, die sicher noch fortgeführt werden könnte. Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Eindruck davon geben, was im Laden nervt.

Was macht euch bei der Arbeit rasend?

The Science of Happiness

Glück und Glücklichsein sind komplexe Themen, die sehr persönlich und subjektiv empfunden werden, aber unser aller Leben beeinflussen. Ich kenne niemanden, der nicht glücklich sein möchte, obgleich Glück nicht immer als Lebensziel genannt wird.

Für mich wurde das Thema relevant, als ich kein Glück mehr empfinden konnte: Der Tod meines Opas 2009 nahm mir meine Lebensfreude.

In dieser Zeit lernte ich, dass Glücklichsein kein Selbstläufer ist. Glück passiert. Am Glücklichsein jedoch muss man arbeiten. Was konkret heißt, dass man an seinen eigenen Ansichten, an seiner Denkweise arbeiten muss. Das ist schwer: nichts lässt sich schwieriger nachhaltig ändern als Überzeugungen und Ansichten, von Kleinauf Gelerntes und Anerzogenes. Glücklichsein ist eine Kunst, die gepflegt werden will. Glück zu empfinden ist ein Privileg, das keine Grenzen kennt – außer der des eigenen Denkens.

Sicher kann jeder eine Anekdote erzählen, wann er glücklich war oder was Glück für ihn bedeutet. Was Glück allgemein ist, fällt schwer zu erklären. Hier kommt die Wissenschaft des Glücklichseins ins Spiel.

Diese ist Gegenstand des Onlinekurses, den ich euch ans Herz legen möchte: The Science of Happiness auf edX.com.

Der englischsprachige Kurs gibt nicht nur allgemeine Infos und wissenschaftliche Ansichten zum Glücklichsein, sondern bietet auch Tipps und Tricks, die jeder für sich selbst nutzen kann. Auch werden Experimente und praktische Beispiele durchgeführt, die zeigen sollen, wie man nachhaltig zum eigenen Glücklichsein und Wohlbefinden beitragen kann. Man lernt also nicht nur Theorie, sondern kann sie direkt anwenden und verbessert dadurch vielleicht sein Leben. Wie geil ist das denn?

Ich lade also alle Interessierten ein, mit mir am Kurs teilzunehmen. Er ist kostenlos (außer man möchte ein Teilnahmezertifikat – das kostet 50 USD) und man benötigt lediglich einen Internetzugang und 4-5 Stunden pro Woche. Der Kurs dauert 10 Wochen. Am 08. September geht es los. Daher nichts wie einschreiben! (Geht nachträglich auch noch.)

Kundenkunde Kapitel 2: Kinder

Bei der Gruppe der Kinder handelt es sich um Menschen bis zu einem Alter von 13 Jahren. Körperliche Merkmale sind nicht beendetes Größenwachstum, hohe Stimmen mit großem, teils unkontrolliertem Stimmvolumen und proportional großen Augen, mit denen sie Erwachsene in ihrer Umgebung zu Impulskäufen animieren können.

Häufig treten Kinder zusammen mit ihren Eltern oder Großeltern auf, gelegentlich in Gruppen von zwei oder mehr Vertretern ihrer Kategorie und selten allein. Das Maximum ihres Erscheinens ist bis 16 Uhr erreicht, danach nimmt die Anzahl von Kindern im Untersuchungsgebiet stetig ab.

Kunden, die mit Kindern einkaufen, geben statistisch gesehen einen signifikant höheren Betrag aus als vergleichbare Kundengruppen ohne Kinder, weshalb der Satz „Eigentlich wollte ich nur Brot/Milch/Klopapier/etc. kaufen“ hier am häufigsten Verwendung findet. Großeltern mit Enkelkindern kaufen außerdem auffällig häufiger für den Alltag unnötige Produkte ein; besonders betroffen sind hier Märchenomis. Bei Nichterhalt eines gewünschten Gegenstandes wird der Unmut des Kindes durch lautes Schreien oder Weinen geäußert. Dieses Verhalten zeigen Kinder nur in Begleitung von Erwachsenen.

Kinder in Gruppen zeichnen sich vorrangig durch einen erhöhten Geräuschpegel aus. Zudem sind ihre gekauften Waren oft bunt, extrem süß oder fettig und manchmal teurer als berechnet. Ein besonderes Problem ergibt sich an dieser Stelle bei Getränken in Pfandbehältern.

Einzeln einkaufende Kinder sind überwiegend still und schüchtern, jedoch gibt es mitunter aufgeweckte Kinder, die den Kassierer zu ausgedehnten Gesprächen zu ermutigen versuchen, was von nachfolgenden Kunden entweder durch Lachen oder aber durch Laute der Ungeduld bemerkt wird; die Reaktion hängt dabei von der Kundengruppe der jeweiligen Person ab.

Zusammenfassend sind Kinder in der Regel angenehme Kunden, können jedoch aufgrund ihrer Lautstärke in bestimmten Situationen sehr die Konzentrationsfähigkeit des Kassierers sowie die Reißfestigkeit dessen Geduldsfaden beeinträchtigen.

Warnung: Kinder sind Hauptüberträger ansteckender Krankheiten. Not kidding.

Kundenkunde Kapitel 1: Die Omis

An der Kasse begegnet man so allerlei Kunden, die man grob in Gruppen einteilen kann. Diese möchte ich euch gerne vorstellen.

Teil 1 also: Die Omis. Warum Omis und keine Opis? Ganz einfach: ältere Herren sind noch einmal ganz anders und verdienen daher eine eigene Kategorie.

Omis sind für mich Frauen ab etwa 60. Sie bilden eigentlich die Hauptgruppe der Kunden, so kommt es mir zumindest vor. Vielleicht liegt das aber auch nur an dem Viertel, in dem ich arbeite, who knows?

Man könnte sie noch einmal einteilen in die, die als „rüstige Rentnerinnen“ durchgehen könnten, dann solche, die wie liebevolle Omis aus den Märchen wirken (♥!) und wieder andere, die eher zur Sorte der Hausdrachen gehören.

Die „rüstigen Rentnerinnen„, die ich nur wegen dieser bescheuerten Alliteration so nenne, sind immer gut gekleidet -und zwar nicht aus den Klamottendiscountern, sondern schon aus höherpreisigen Läden. Ja, das sieht man. Auch schminken sie sich eher auffällig und gerne bunt und tragen Parfum, riechen außerdem nach Cremes. Ich weiß, das sind alles Äußerlichkeiten, aber damit sind die Damen tatsächlich auffallend genug, um sie so einzuordnen.
Und klar, diese Unterschiede gibt es in jeder Altersgruppe, doch offen gesagt sind die Unterschiede bei Älteren doch gravierender. Die Kluft zwischen gut situiert und arm wie ein Kirchenmäuschen scheint sich bei den Rentnern wesentlich krasser bemerkbar zu machen als bei Jüngeren. Es gibt auch -leider nicht wenige- Alte, denen man ansieht, dass ihre Rente gerade so zum Überleben reicht. Ihre Kleider sind abgetragen und für Schnickschnack wie Makeup ist kein Platz im Budget. Diese -meine- Vermutung stützt sich darin, dass die einen Markenprodukte kaufen und die anderen ausschließlich Angebote und Hausmarken. Außerdem zahlen die einen überwiegend mit großen Scheinen, während die anderen ihr Kleingeld zusammenkratzen. Neulich musste eine Omi aus der zweiten Gruppe sogar ihre Milch da lassen, weil das Geld doch nicht mehr reichte. Das hat mir fast das Herz gebrochen und am liebsten hätte ich sie ihr geschenkt, aber das darf ich natürlich nicht. Genauso wenig wie andere Kunden zu fragen, ob sie nicht… Hach. In diesem Beruf muss man manchmal wirklich eisern bleiben und eigene Empfindungen abstellen.

Genug von den Äußerlichkeiten und von Altersarmut.

Märchenomis, so nenne ich sie jetzt einfach, sind wahnsinnig liebreizend, immer freundlich, lächeln und sagen mir als Kassiererin auch einmal etwas Nettes. Eine Märchenomi freut sich immer, dass ich so nett lächle und dadurch lächle ich natürlich noch mehr. 😀 Andere halten ein kurzes Schwätzchen, ohne über irgendwen oder irgendetwas zu meckern. Sie lachen auch mal, wenn ich etwas witziges sage -das mache ich bei den Märchenomis manchmal- und scheinen dann vollkommen zufrieden zu sein. Manchmal haben sie ihre Enkel dabei und kaufen ihnen allerhand Dinge: Zeitschriften, Süßkram, Spielzeug, Süßkram… ach ja: und Süßkram. Märchenomis sind meine Lieblingskundinnen, das sage ich ganz offen, denn durch sie fühle ich mich gut und bestätigt und habe wieder mehr Reserven für die dritte Gruppe.

Die Hausdrachen. Oh ja, die Hausdrachen. Sie speien Feuer und zertrümmern die Stadt. Im übertragenen Sinne, natürlich. Hoffe ich. Zugegeben, Hausdrachen sind selten. Aber wenn die an deiner Kasse waren, bleiben sie dir für den Rest der Woche in Erinnerung. ‚Schwör, ey!
Sie haben immer irgend etwas auszusetzen. Und zwar immer etwas, das ich an der Kasse nicht beeinflussen kann, aber volle Breitseite abbekomme. Statt die Kollegen im Laden ganz einfach zu fragen (und es wuseln immer Kollegen im Laden!), stellen sie sich nämlich lieber an die Kasse und schimpfen. Laut. Anhaltend. So, dass es jeder Mensch im Umkreis von 20 Metern mitbekommt. Es gibt sogar einige spezielle, die andere Kunden mit anstacheln wollen: „Stimmt’s? Habe ich Recht? Sie sehen das doch auch so?!“ Egal was ich sage, egal wie gut der Grund ist, weshalb ich ihr leider in diesem Augenblick nicht weiter helfen kann, zum Beispiel weil es das gesuchte Produkt nicht gibt, etwas eben am Samstagabend einfach ausverkauft ist oder die Rabattaktion o.ä. nunmal zeitlich begrenzt war: ich habe Schuld. Überhaupt sind Kassierer, so scheint es, für einen Hausdrachen die Wurzel allen Übels und müssen daher den Frust, der sich in den letzten Tagen, Wochen, JAHREN angestaut hat, aushalten und gefälligst ausbaden. Nun bin ich grundsätzlich immer höflich, bleibe trotz allem freundlich, entschuldige mich auch stellvertretend für alle Übeltäter ihres bisherigen Lebens. Doch als es neulich schwül und drückend war und ich ohnehin Probleme hatte, mich zu konzentrieren und ehrlich gesagt auch die Schnauze voll hatte, schaffte es ein Hausdrache doch, meinen Geduldsfaden reißen zu lassen. Nein, ich habe nicht zurück geschnauzt. Meinen Arbeitsplatz will ich ja noch behalten. Ich zog mich entschuldigend kurz zurück, ich wolle im Büro nachsehen und atmete dort -nach einem kurzen Frustgrummeln- erst einmal tief durch. Leute gibt’s, die gibt’s gar nicht!
Ja, es gehört zu meinem Beruf, mir Sorgen und Probleme von Kunden anzuhören und entsprechende Konsequenzen daraus zu ziehen. Aber ehrlich: man kann es auch übertreiben. Und ich bin auch nur ein Mensch, habe auch einen manchmal sehr anstrengenden Job und verfüge über begrenzte Energien und Handlungsspielräume. Und ganz ehrlich liebe Hausdrachen: manchmal sollte man auf der Suche nach Missständen lieber bei sich anfangen.

P.S.: Liebe Märchenomis: Bleibt ganz genau so, wie ihr seid. Ihr seid Zucker! ♥

Scheißtag mit Happy End

Ich hatte heute einen richtigen Scheißtag.

Es ging alles schief was schief gehen konnte, ich wurde unfassbar unhöflich und lautstark heruntergeputzt (von einer Kundin) und eine Vorgesetzte war heute auch wieder -wie so oft- unfreundlich und herablassend zu mir. Meine Laune war schon nach der ersten Stunde im Keller und das auslaufende Reinigungsmittel, das sich über die gesamte Kasse ergoss, als ich mich von der Hasstirade der alten Trockenpflaume (ja, fiese Kundin, ich meine DICH!) gerade so erholt hatte, machte es nicht besser. Ich war irgendwann sogar so weit, dass ich am liebsten wutgeheult hätte. Und kündigen wollte ich eigentlich direkt auch.

Als ich daheim von meinem Scheißtag erzähle, nimmt mich der Brüllmann an der Hand, führt mich zum Balkon, zeigt mir unsere blühende Bienchenwiese und knuddelt mich einmal fest.

Es kann so schnell alles wieder gut sein.

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Endlich Ordnung! Nähanleitung für einen Stoffkorb

Kennt ihr das nicht auch? Ihr wollt etwas schreiben, lesen, euch einfach breit machen, doch es liegt zu viel Kram auf dem Schreibtisch? Ihr habt aber nicht jedes Mal Lust, erst ne Putzkolonne zu ordern, um auch mal wieder die Oberfläche eurer Möbel zu sehen? Genau so gehts mir auch- aber ich habe eine einfache und kostengünstige Lösung gefunden: das Aufbewahrungskörbchen.

Die Idee habe ich von einem ziemlich schicken DIY-Blog, doch da dort die Anleitung            auf Englisch ist, dachte ich, ich schreibe es für die weniger des Englischen Mächtigen unter euch nochmal auf Deutsch.

Alles was ihr dafür braucht sind:

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Stoff für außen, Stoff für innen, Lineal, Stift zum Anzeichnen, Stoffschere, Faden und Unterfaden, Nadel und genügend Stecknadeln sowie eine Nähmaschine. Solltet ihr keine Nähmaschine besitzen, könnt ihr es auch per Hand nähen. Dann dauert es eben länger. Der Außenstoff, den ich benutzt habe, ist einfacher Baumwollstoff mit einem Karomuster. Der Innenstoff ist Futterstoff für Taschen- wenn ihr Nähanfänger seid, kann ich den nicht empfehlen, weil er leicht verrutscht und etwas Geduld fordert.

Der erste Schritt: schneidet je ein Quadrat aus beiden Stoffen. Achtet darauf, dass die Kantenlänge durch Drei teilbar ist- das macht den nächsten Schritt leichter.

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Ich habe die Kantenlänge 45cm genommen.

Als nächstes zeichnet ihr an jeder Ecke Quadrate in der Größe von 1/3 der Gesamtlänge, also bei 45cm wären das 15cm. Ich hab das hier schon ausgeschnitten, aber wieder angelegt, damit ihr seht, was ich meine:

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Nachdem ihr das ausschneidet, sieht das etwa so aus wie ein großes Plus-Zeichen:

04Nun faltet ihr dieses Plus quer, sodass rechts auf rechts liegt und steckt die Außenkanten mit Stecknadeln fest. Diese Seiten werden dann mit einem Zickzackstich vernäht- ich habe sie hier mit gelb markiert:

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Wenn ihr das gemacht habt, legt ihr den Stoff wieder auseinander und näht die anderen Seiten zusammen (hier wieder gelb markiert):

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Das Gleiche macht ihr nun auch mit dem anderen Stoffteil. Als nächstes stellt ihr ein Stoffteil in das andere, wieder rechts auf rechts und fixiert die Ränder mit Nadeln. Arbeitet mit einer Seite nach der anderen.

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Wenn ihr nun alle Seiten fixiert habt, näht ihr die Oberkanten -wieder mit Zickzackstich- zusammen. Lasst an der letzten Seite ein Loch.

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Durch das freigelassene Loch:

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steckt ihr nun den gesamten Stoff, dreht ihn also nach außen.

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Wenn ihr das gemacht habt, sieht das erstmal nach nix aus:

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Deswegen steckt ihr nun den Innenstoff in den Außenstoff. Jetzt erkennt man schon, was es wird. Doch halt! Da war ja noch ein Loch! Das näht ihr nun mit einem verdeckten Stich zu.13

Und so sieht das Körbchen dann fertig aus:

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Ich habe es schon mehrfach ausprobiert und bin wirklich glücklich, denn es bietet ne Menge Platz, sieht gut aus und ist so praktisch! Viel Spaß beim Nachmachen und ordnen oder verschenken 😉

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