Fragebogen der Todsünden

Bei Dr. Schwein gab es vor einer Weile eine Fragebogenreihe, der ich mich gerne widmen möchte, zumindest in Teilen. Ich fange mit dem letzten Fragebogen an. Weil halt.

Zorn

1. Würdest du je einen anderen Menschen schlagen?
Ja, wenn es sich um Notwehr handelt.

2. Was ist dein persönliches Lieblingsärgernis?
Unfaires Spiel.

3. Würdest du gegen jemanden einen Groll hegen? Oder kannst du es einfach loslassen?
Am einfach loslassen arbeite ich noch. Ich kann mich an meinem Ärger wunderbar festhalten. Das ärgert mich.

 


Trägheit

4. Kannst du etwas nennen, das du jeden Tag tun solltest, aber was du trotzdem nicht tust?
Sport. Den Abwasch.

5. Wann hast du zum letzten Mal eine faule Ausrede gemacht?
Gar nicht. Meine Ausreden sind stets hervorragend.

6. Wie lange hast du heute Morgen die Schlummertaste gedrückt?
Braucht man mit Kind nicht. Sonst verging gut und gerne eine halbe Stunde in 5-Minuten-Intervallen.


Völlerei

7. Isst du Fleisch?
Ja.

8. Wie viel Alkohol hast du zu einem gegebenen Zeitpunkt getrunken?
Mäßig. Es flutscht nicht mehr so gut wie B.C. (before child), soll aber A.D. (after delivery) oft so sein. Konnte ich mir nie vorstellen, wenn man aber guten Schlaf bevorzugt, sind Besäufnisse suboptimal.

9. Was isst du am liebsten: Süßigkeiten, fetthaltige oder salzige Lebensmittel?
Süßkram. Ich hätte niemals wieder anfangen dürfen, Schokolade zu essen.

 


Geiz

10. Wie viele Kreditkarten hast du?
Keine.

11. Was würdest du mit einer Million Euro tun?
Etwas anlegen (lassen), etwas verschenken, etwas verprassen.

12. Würdest du lieber reich oder berühmt sein?
Reich.


Stolz

13. Ärgerst du dich, wenn du den ersten Platz nicht erlangst?
Habe ich mal. Mittlerweile habe ich aber gelernt, dass es sich besser lebt, sich nicht mit anderen zu vergleichen, die ohnehin in einer anderen Position leben. Stattdessen gönne ich es ihnen lieber und bin nächstes Mal etwas fleißiger.

14. Würdest du mogeln, um eine bessere Note zu bekommen?
Ja. Wer macht das im Studium denn nicht?

15. Worauf bist du wirklich stolz?
Mich immer wieder aufgerappelt zu haben nach einem Sturz auf die Fresse.
Auf meine Tochter.


Wollust

16. Wie viele Menschen haben dich nackt gesehen (außer Familie, Ärzte, usw.)?
9 oder 10.

17. Was ist dein Lieblingskörperteil an anderen Menschen?
Das Gesamtpaket ist wichtig. Ich mag Details. Augen, Hände, Mund, Brust. Ein geiler Arsch ist aber auch ein geiler Arsch.

18. Hat je eine Prostituierte dich angemacht?
Ja. Ich wusste nicht, dass sie Prostituierte war, ich war aber eh zu schüchtern.

————

Neid

19. Welches Objekt hat ein Freund von dir, das du auch für dich selbst haben willst?
Da fällt mir nichts ein. Ich hätte zwar gern ein Auto, neide es aber niemandem. Freunden neide ich ohnehin nichts. Siehe Frage 13.

20. Wer würdest du am liebsten sein, wenn du jemand anders sein könntest?
Ein attraktiver junger Mann, der aber nicht berühmt ist. Muss geil sein.

21. Welches physische Attribut würdest du an dir selbst ändern?
Meinen Körperfettanteil. Auf 12%.
10% im Busen ;D

 

 

Advertisements

Vom Bloggen und Gelesenwerden

„Das ist alles erstunken und erlogen, die Sache mit dem Tagebuch, dem Loslassen vom Alltag, dem Ventilieren von Patienten in den Blogposts oder dem alleinigen Informieren von interessierten Patienten oder Eltern auf anderen Ebenen als in einem Gespräch oder einem großspurigen Ratgeberbuch. Ich will auch nicht unterhalten oder den Leser zum Schmunzeln, Lachen, Fremdschämen oder Ärgern anregen. Geld verdienen liegt nicht in meinem Interesse, nicht das Ablenken von den Prokastinationen des Alltags oder dem räudigen Haushalt. All das liegt mir fern. All das erzähle ich nur in Interviews, wenn die Frage kommt, “Warum bloggst Du?”“

Mehr beim Kinderdoc in seinem Artikel Warum ich blogge.

Frauen sind kompliziert und Männer verstehen sie nicht

Immer wieder einmal hört man diesen Satz, meistens im Scherz, manchmal halbernst gemeint. Was ist dran?

Wenn ein Mann das Erwachsensein erreicht hat, wurde er sehr wahrscheinlich schon das eine oder andere Mal damit konfrontiert, dass Frauen eine Sache sagen und eine andere meinen und dadurch unverstehbar sind. Vielleicht glaubt der eine oder andere diese Aussage, zumindest in einem gewissen Ausmaß.

Zu einem gewissen Grad entspricht es der Wahrheit. Frauen reagieren tatsächlich oft anders als sie fühlen, verwischen ihre eigentlichen Meinungen und Intentionen. Wenn man einmal versteht, warum sie das tun, ist es jedoch gar nicht mehr so unverständlich. Es ist pures Überleben.

Während einige Männer gekonnte Schauspieler werden, müssen die meisten Männer die Kunst der Täuschung niemals erlernen, wenn es nicht gerade darum geht, ruhig auszusehen, während man innerlich den Chef erwürgen möchte. Bei Frauen sieht das ganz anders aus.

Frauen sind die meiste Zeit im Leben von Menschen umgeben, die größer und stärker als sie sind, sozial privilegierter, aggressiver (Testosteron ist Höllenzeug) und gesellschaftlich eher ermutigt dazu, dies zum Ausdruck zu bringen. Und das beste?

Manche dieser Männer um sie herum sind extrem gefährlich, andere nicht und in den meisten Fällen kann man nicht wissen, zu welcher Sorte ein Mann gehört. Meistens ist die einzige Möglichkeit das herauszufinden, etwas zu sagen oder zu tun, das ihn zum Explodieren bringt – oder eben nicht.

Diese Testmethode ist in etwa eine ebenso gute Idee wie mit dem Pogostick durch ein Minenfeld zu hopsen. Verständlicherweise entscheiden sich die meisten Frauen also dazu, diesen Test nicht zu fahren.

Dazu gehört manchmal auch zu lächeln, wenn sie in einer Situation ohne potenzielle Helfer angeflirtet werden oder über einen unangenehmen Witz zu lachen, weil der Raum voller Männer ist und alle lachen.

Männer sind nicht nur nicht in der Täuschungskunst bewandert, sondern bekommen beigebracht, ihren Selbstwert in der Bestätigung einer Frau zu suchen. Und in den meisten Fällen nehmen sie diese Bestätigung sehr ernst. Das kann zu unwohlsamen oder gar gefährlichen Spiralen und Beziehungen führen.

Es ist sehr schwer bis unmöglich für Frauen, da heraus zu kommen. So wie unsere Gesellschaft funktioniert, haben Frauen oft keine bessere Wahl, als ihre Sicherheit über die Transparenz ihrer Aussagen zu stellen, vor allem gegenüber Menschen, die ihnen gefährlich werden könnten.

Obgleich es sehr frustrierend für Männer sein kann, ist es nicht an den Frauen sich anders zu verhalten, solange Männlichkeit assoziiert wird mit Aggression, Macht und Gewalt. Frauen lächeln und lachen so lange über (unerwünschte) männliche Annäherungsversuche, so lange ein nicht unerheblicher Anteil an Männern eine potenzielle Gefahr darstellt.

Für diejenigen Männer, die nicht von Wölfen erzogen wurden, die nicht mit Genervtheit sondern tatsächlichem Interesse an dieser Situation reagieren, die Frauen nicht in Panik versetzen wollen, sondern jetzt vielleicht erkennen, dass sie ein „oh Gott bitte verschwinde“ als „dieses Gespräch mit dir allein in diesem Aufzug ist großartig“ gelesen haben, gibt es ein paar Anhaltspunkte:

  • Wenn eine Frau sich bedroht fühlt, ist das meist erkennbar an bestimmten Reaktionen: Sie verlässt den Bereich, sie wechselt das Thema, sie bewegt sich selbst oder sich und den Gesprächspartner in Richtung anderer Menschen, besonders anderer Frauen, sie flirtet oder witzelt nicht zurück.
  • Auch passt die Antwort nicht zu dem, was gerade gesagt wurde: etwa beantwortet sie ein Kompliment mit „Danke“ oder einem Lachen, statt eines zurück zu geben oder beantwortet eine intime Frage mit einer unsexuellen Gegenfrage etwa nach den Eltern.

Nun würden die meisten Männer bei der Feststellung, dass eine Frau sich unwohl fühlt, wohl intuitiv fragen wollen „Habe ich etwas falsches gesagt?“ oder „Fühlst du dich unwohl mit mir?“

Das führt jedoch nur sehr selten zu einer ehrlichen Antwort, sondern startet das gleiche System des Nicht-Reizen-Wollens, weil es ja noch immer kein Indiz dafür gibt, dass der Mann im Ernstfall ruhig reagiert statt in die Luft zu gehen.

Stattdessen stellt sich dann eher die Frage, ob das Gegenüber tatsächlich besorgt ist oder aber sich angegriffen fühlt weil er vielleicht gemerkt hat, dass das Lachen nicht echt war? Stecke ich in größerer Gefahr als vorher?

In dieser Situation ist es für den potenziell bedrohlichen Mann das beste, sich zurück zu ziehen, auch körperlich einen Schritt oder zwei nach hinten zu machen und mehr Raum zu lassen. Hat sich die Situation entspannt, kann es helfen, ehrlich zu sein:

„Falls dir die Witze über Clownspimmel unangenehm sind, lass es mich wissen und ich lasse sie aus.“

Das kann helfen, muss aber nicht. Jede Frau reagiert anders und jeder Mann ist unterschiedlich in seinem Auftreten und seiner Wirkung. Menschliches Verhalten ist enorm kompliziert und es gibt keinen Trick, keine Allgemeinlösung, keinen Cheat-Code, der immer funktioniert. Es ist aber ein Schritt in eine gute Richtung.

Das Wichtigste: Wenn Sie einmal signalisiert haben, dass Sie nicht explodieren werden, dann stehen Sie auch dazu. Wenn eine Frau Ihnen ihre Offenheit schenkt, dann ist das ein Privileg, das Sie sich verdient haben müssen. Ehren Sie es.

TL;DR: Frauen haben simple Bedürfnisse (Sicherheit) und leben in einer gefährlicheren Welt als der Großteil aller Männer, was mehr Vorsichtsmaßnahmen mit sich bringt als sich der durchschnittliche Mann Gedanken machen muss. Sich darüber lustig zu machen oder wütend zu reagieren, wenn Frauen sich schlicht selbst schützen, ist Arschlochverhalten. Versuchen Sie die Welt um sich herum wahrzunehmen und zu verstehen, üben Sie Empathie dafür, dass manche Menschen andere Wahrnehmungen haben und verhalten Sie sich nicht wie ein Arschloch, von denen hat die Welt bereits zu viele.

Woanders: Linksammlung

 

Beim Zaubermann gibt es heute den ersten Eintrag zur neuen Reihe über Versicherungen. Heute geht es um Altersvorsorge.

Im Law Blog geht es darum, dass der PayPal-Käuferschutz kein Gerichtsurteil ersetzt. Für alle PayPal-Nutzer, Käufer wie Verkäufer, gleichermaßen wichtig.

Interessant wie erschreckend ist die Identitäre Bewegung, eine rechtsextreme Jugendbewegung, die sich intellektuell gibt, aber gewaltbereit ist, nun auch in Halle Polizisten angegriffen hat. Dass AfD-Landtagsvize Weber diese Gruppe „willkommen“ heißt, verwundert zwar nicht, sollte aber zu denken geben.

Die USA sind dabei, ihre Netzneutralität aufzugeben.

Währenddessen wird in Deutschland eine Gynäkologin angeklagt, weil sie auf ihrer Webseite angegeben hat, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführt – was viele Gynäkologen tun. Nur es anzugeben ist illegal. Oder Informationen zu Aborten auszuhändigen. Da sind wir wohl in den 50ern stecken geblieben. Ein Gutes hat es: es macht darauf aufmerksam, wie es um Abtreibungen in Deutschland wirklich steht und zeigt, dass die theoretische Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft praktisch mancherorts nicht gegeben ist.

giphy

Vom Bloggen

Irgendwie hat niemand Bloggen als Hobby bei den letzten Freitagsfragen gewählt, oder habe ich etwas überlesen? 😀

Zum Bloggen gekommen bin ich damals, als ich mit meinem besten Freund durch die Straßen zog, wir unserer Phantasie freien Lauf ließen und Geschichten von einer furzenden, rülpsenden, sich durch die Weltgeschichte …äh… tollenden Brüllmaus ersponnen.

Inzwischen sind die Einträge lange im Nirvana verschwunden, doch der Blog blieb. Einige Male haderte ich mit ihm, verlor die Lust, geriet in Sinn- und Schreibkrisen, doch ich kam immer wieder zurück in mein Häuschen, das klein und bescheiden, aber eben deswegen doch so gemütlich ist. Hin und wieder schauen liebe Menschen vorbei und lassen einen frisch gebackenen Kuchen a.k.a. einen Kommentar da, worüber ich mich jedes Mal wieder sehr freue. Wirklich freue!

Jene Gemeinschaft, die sich doch in Kleinbloggershausen irgendwie bildet, finde ich auch an der Bloggerei so faszinierend. Man kennt sich, obwohl man sich (mit Ausnahmen) nie begegnet ist und es gibt auf mehreren Ebenen einen Austausch. Man kann voneinander lernen, miteinander Gutes wie Schlechtes teilen, findet Rückhalt oder erfährt eben doch einmal einen Dämpfer, wenn man es zu bunt treibt. (Blogstreitereien konnte ich bisher glücklicherweise immer aus dem Weg gehen. Schlammschlachten sind jetzt nicht so meins.)

Zwischenzeitlich verzweifelte ich ein wenig, weil ich so gar kein Thema für mich finden konnte. Aber das ist dann wieder doch mein Thema, denn ich schreibe über alles, was mich bewegt. Ob es persönliche Begebenheiten sind oder (sozial)wissenschaftliche Abhandungen, Politik und Weltgeschichte oder ein ausprobiertes Rezept.

Was ich jedoch auslagern werde sind Tipps und Erfahrungen rund ums Kind, denn das ist dann doch zu spezifisch für diesen Blog. Und so werden sich hoffentlich bald Windeltests, Berichte und die besten Geschenkideen im eigens errichteten und noch vollkommen leeren Zweitblog finden. (Der jetzt schon einen Monat alt ist. Oh man.)

Was würde ich Neubloggern raten?

Fangt einfach an. Oder aber macht euch einen Plan. Das kommt ganz darauf an, welcher Typ ihr seid und welches Thema der Blog haben soll. Ist es ein Tagebuchblog? Dann fängt man vielleicht mit einer Vorstellung an. Wer schreibt da überhaupt und was macht den Schreiberling aus? Gibt es etwas besonderes, das andere vielleicht nicht haben? Oder schreibt sich jemand etwas von der Seele?

Ein festgesetztes Thema sollte dann doch geplant werden, während ein Selbstportrait hier dagegen geschrieben werden kann, aber nicht muss.

Löscht keine Beiträge, sondern schaltet sie auf privat, wenn sie nicht (mehr) gefallen.

Seid nicht zu streng mit euch. Täglich schreiben ist kein Muss und es sollte auch nicht zum Zwang werden.

Ein Blogthema kann man ändern.

Verbindet euch, lest bei anderen Bloggern, kommentiert, sagt hallo. Das ist nicht nur freundlich, sondern macht euch sichtbar.

Pics or it didn’t happen.

Wählt ein Theme, das gut lesbar ist. Und achtet auf Rechtschreibung und Grammatik.

Das Allerwichtigste ist jedoch: Habt Spaß dabei!