Wenn die AfD bei Dir klingelt

Unbedingt lesen!

Schlecky Silberstein: Ein Hauch von ’33 – Und plötzlich stehen sie vor deiner Tür

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Puh, was für eine Wärme. Ihr habt mir tatsächlich noch etwas Sommer übrig gelassen, danke! 🙂

Die Zeit in England ist vorbei, aber wir sind noch nicht wirklich wieder im Normalzustand. Freitag war die Rückreise, heute am Sonntag sind wir noch immer geschafft. 14 Stunden Reise ohne Pause und mit einem nicht schlafen könnendem Mäuschen sind wirklich hart.

Püppis Grandma hat uns, lieb wie sie ist, nach Salisbury gefahren, von wo aus wir Zugfahrkarten nach Bristol hatten. Auf dem Weg haben wir gelernt, dass wir Püppi im Auto nicht mehr füttern sollten, da sonst alles wieder raus kommt. Das war eine sehr eindrückliche Lektion…

Die Züge in England, ganz besonders der Western Railway Service, sind nicht für Menschen mit mehr als einem Rucksack geeignet. Es ist furchtbar eng und es gibt keine Abstellmöglichkeiten für Buggies oder Kinderwagen. Selbst der Fahrradabstellplatz bietet gerade einmal Platz für 2 Fahrräder! Pro Wagon! Falls ihr also zufällig gerade eine Fahrradtour durch Großbritannien plant, überlegt euch jede Zugfahrt gründlich.

Zudem sind Busse und Züge dort wahnsinnig teuer. £8 pro Person haben wir in Bristol allein für den Transfer vom Busbahnhof zum Flughafen bezahlt. Ich halte ab jetzt wohl besser den Mund über 2€ in der Straßenbahn, in der man einmal quer durch Jena fahren kann…

Bei der Hinreise hatte Mr. English sein Handy im Bus in Bristol liegen lassen, das er am Freitag dann wieder abholen wollte. Allein für das Aushändigen dessen verlangten die Leutchen dort £2.40. Andernfalls händigen sie das Eigentum nicht aus. Rechtswissenschaftler, anyone? Nach einer hitzigen Debatte haben wir den Betrag zähneknirschend bezahlt. Unfassbar. Das hat unserem Bild über Bristol, das ohnehin schon eher negativ war, noch mehr geschadet. Gut, vielleicht ist es auch der Dreck überall und die vielen Methsüchtigen in den Straßen…

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Der Flug war in Ordnung, ich musste diesmal allerdings im Gang sitzen, sonst hatte ich mit Püppi auf dem Schoß immer den Fensterplatz. Die Maus war müde und daher etwas unleidlich, konnte aber nicht schlafen. Wann schläft das Mädchen ein? Genau, während der Landung. So durfte ich mit schlafendem Kind auf dem Arm, das ungefähr dreimal so viel wiegt wie im Wachzustand, aus dem Flugzeug aussteigen, versuchen nicht die Treppen hinunter zu fallen und durch die langen Gänge am Flughafen hasten und den Temperaturwechsel von 10°C Unterschied verarbeiten. Aber schwitzen ist ja entgiftend, nicht wahr. Ich Glückliche.

Der Flughafen Schönefeld ist übrigens ein echtes Trauerspiel. Keine Klimaanlage, keine Sitzgelegenheiten. Buggies und dergleichen kommen nicht bei den Koffern an, sondern werden irgendwo abgeladen, was man auch nur zufällig erfährt, weil da kein Personal ist, das man fragen kann. Einen Lift gibt es auch nicht, was ganz toll ist mit Kinderwagen. Oder Gehbeeinträchtigung. Oder einfach nur Gepäck.

Da wir alles Wasser vor Besteigen des Flugzeuges entsorgen mussten, saßen wir auf dem Trockenen, was mit Baby sowieso ungünstig ist, in über 30°C Hitze aber einfach nur kacke. So wollte ich wenigstens etwas Wasser kaufen, damit wir zumindest unsere Zungen befeuchten konnten, vor allem aber, damit Püppi ihre Milch bekommen kann, für die man nun einmal Wasser benötigt.

So ging ich im Irrglauben, schnell Wasser kaufen zu können, bevor der nächste Zug kommt, den zu verpassen bedeutet hätte, dass wir noch ein oder zwei Stunden an die ohnehin schon 14 Stunden Reisezeit dranhängen müssten, an einen Stand in Berlin Ostkreuz oder Südkreuz, keine Ahnung mehr. Die Menschen in der Schlange hatten kein Problem damit, dass ich mich nicht einreihte, aber die Tante an der Kasse hat das bewegt, uns kein Wasser zu verkaufen. Selbst ein Mann nach uns sagte, sie solle der Frau mit Kind doch bitte einfach Wasser verkaufen, aber keine Chance. Ich hoffe für sie, dass sie in die gleiche Situation kommt, damit sie persönlich wachsen kann.

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Immerhin, im ICE hatten wir zwei Sitzplätze am 4er-Tisch. Die anderen beiden Mitfahrenden waren ein junges Pärchen, das sehr nett war. Püppi fing an, ihnen Sachen in die Hand zu drücken (ihr neuestes Lieblingsspiel) und freute sich über die Beteiligung. Ich war ganz froh, einerseits dass Püppi etwas beschäftigt war, andererseits, dass die beiden es mit Humor nahmen. Selbst dann, als unsere kleine Terrornudel anfing, Dinge zu schmeißen statt zu geben.

Auf dem letzten Stück fing es schließlich an zu gewittern und zu regnen, worüber ich tatsächlich froh war. Endlich wieder etwas Abkühlung. Von 20°C zu über 30°C zu wechseln ist hart. Püppi schlief erst ein, als wir an der Straßenbahnhaltestelle in Jena standen – sehr unglückliches Timing. Somit war sie nahezu 14 Stunden wach. Wir sind davon ausgegangen, dass sie zu Hause direkt ins Bett fallen würde, aber leider war die Umstellung doch etwas zu krass, sodass sie in ihrem Bett anfing zu schreien. Sie war ängstlich und fing nach jedem Beruhigungsversuch wieder an zu schreien, sobald einer von uns sich auch nur minimal entfernte.

Sie tat mir so leid, das muss schon ganz schön krass sein, wenn man nicht versteht, was eigentlich los ist. Wir taten mir aber auch leid, da wir nicht wie erhofft endlich zur Ruhe kommen konnten.

Immerhin, die Nacht war dann gut. Wir sind aber noch immer gerädert.

Morgen fängt Püppi früher als erwartet mit dem Kindergarten an. Und danach habe ich noch Termine. Ich will doch einfach nur schlafen!

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Bilder

Bristol

Salisbury

Poole

Zwischenbericht

  • Der Fahrstuhl fiel am Abend vor dem Abflug aus und wurde nicht mehr rechtzeitig repariert, sodass wir mitsamt Buggy plus Baby und schwerem Koffer mehr als 6 Stockwerke laufen mussten.
  • Der Flughafen Berlin Schönefeld ist eine Zumutung. Kaum Sitzgelegenheiten, keine Aufzüge und Klimaregulierung gab es auch nicht, sodass wir nahezu gegrillt wurden.
  • Tagsüber zu fliegen ist sehr schön. Über den Wolken IST die Freiheit grenzenlos.
  • Die Beinfreiheit nicht so sehr, aber dafür müsste man auch ca. 400€ pro Person bezahlen.
  • Bristol kann man sich auf seiner Tour durch die UK auch sparen. Sie hat Potenzial, die Architektur ist schön. Aber der Müll überall, selbst in den Vorgärten, ist so extrem, dass wir kurzerhand unsere Pläne änderten und nach unserer Übernachtung in einem allerdings sehr schönen Haus direkt weiter fuhren, statt weiter durch die kinderwagen- und rollstuhlfeindliche Stadt zu spazieren.
  • Salisbury dafür ist atemberaubend schön. Die Kathedrale ist wundervoll. Die Stadt ist wahnsinnig einladend. Unbedingt empfehlenswert!
  • Züge in England sind oft nicht klimatisiert und an heißen Sommertagen kaum zumutbar. Püppi weinte auf einem Teil der Strecke ununterbrochen, wir mussten sie bis auf die Windel ausziehen, da sie nass geschwitzt war (wie wir auch) und ich bekam von der Hitze höllische Kopfschmerzen. Und das zu Preisen, über die sich die DB freuen würde. Unfassbar.
  • Es ist warm hier, aber die kühle Brise zwischendurch sehr angenehm.

Der Strand ruft!low-tide-973586_1920.jpg

Woah, Nelly!

Dreimal Kräftemessen, dreimal gewonnen. Wenn ich einmal in Fahrt bin, sollte man mich nicht weiter auf die Palme bringen. Bitches get stitches.

Was war passiert?

Über die Sache mit der AOK hatte ich ja gesondert berichtet. Falls ihr die Updates nicht gesehen habt: ich habe die benötigte Bescheinigung von der Uni bekommen und damit auch die günstigere studentische Versicherung. Mein persönlicher Berater hat sich auch gemeldet (und eine Abfuhr von mir bekommen. Too little, too late.) Entweder hat ihm die Pressestelle auf die Finger geklopft oder der Filialleiter, dem ich eine Beschwerdemail geschrieben habe und darum bat, einen anderen persönlichen Berater für mich zu finden. Vielleicht auch beide, wer weiß.

Ähnliches Foto

EasyComplicatedjet konnte mir zwar nicht den benötigten Boardingpass ausdrucken. Dafür haben wir aber kostenfrei Sitzplätze nebeneinander bekommen. Dafür muss man sonst extra zahlen. Ein kleiner Gewinn also.

Und dann ist da noch die Sache mit…nennen wir sie Nelly. Auf Mamikreisel habe ich bei Nelly einige Dinge für Püppi gekauft. Das war schon kompliziert genug, aber da zu erklären führte jetzt zu weit. Jedenfalls bezahlte ich am Montag, den 2. Juli (wenn ihr jetzt auf das Datum schaut und euch fragt, ob das noch aktuell ist: ja, ist es noch. Ja, so habe ich auch geguckt. Okay, vielleicht dezent genervter. Vielleicht auch ein bisschen mehr als dezent. Nagut, zugegeben, mir ist die Hutschnur geplatzt. Aber von vorn.) Ich bezahlte und ging davon aus, dass sie das Paket bald losschicken würde; in ihrem Profil stand, dass das schon einmal 2 Tage dauern könne. Damit konnte ich leben. Ich wusste nicht, dass sie eine Tageszählschwäche hat.

Jedenfalls sollte DHL das Paket bei Nelly am Samstag  danach (7.7.) abholen (was ich schon reichlich spät fand, aber naja. War jetzt auch nicht dramatisch. Dachte ich.) Angeblich tat DHL das nicht, keine Ahnung ob ich ihr glauben soll oder nicht, in dem Moment tat ich es. Sie wollte es dann am nächsten Samstag (14.7.) persönlich hinbringen (echt? so spät?), dann ging das auch nicht und es sollte Montag (16.7.) geschehen und sie wollte mich benachrichtigen. Nelly benachrichtigte mich nicht und ein Päckchen kam auch nicht. So schrieb ich sie sowohl an dem Montag als auch am Mittwoch (18.7.) an, erhielt aber beide Male keine Nachricht zurück, sodass ich mich gezwungen war, ihr am Donnerstag (19.7.) mit weiteren Schritten zu drohen, sollte das Päckchen nicht spätestens Samstag ankommen. Am Freitag (20.7.) funktionierte magischerweise die App, die ihr sonst angeblich keine Nachrichten anzeigte und sie konnte das Paket auch tatsächlich zur Post schaffen (ich habe die Sendungsverfolgungsnummer.) Vielleicht kommt es also noch vor unserem Abflug an, von dem ich ihr zeitnah bescheid sagte.

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Wisst ihr, was diese drei Stories gemein haben und was mich so richtig daran ankotzt? Ich habe bei allen drei Dingen erst bekommen, was ich wollte (und das waren keine überirdischen Anforderungen), nachdem ich sehr deutlich und etwas unfreundlich wurde.

Bei Nelly war es die Androhung weiterer Schritte, bei easyjet die (nicht mehr ganz so höflich formulierte) Bitte, meine Nachrichten auch zu lesen, statt mir zusammenhangslose Sätze aus der Homepage zu kopieren, die mir schon dort nicht geholfen haben und weswegen ich mich erst an ihren Facebookaccount wendete, an den ich mich gezwungenermaßen wendete, weil sie kein verf*** Kontaktformular haben. Und bei der AOK musste ich mich mit VIER Instanzen rumschlagen und mich an die Pressestelle wenden und öffentlich twittern, ehe ich gehört wurde.

Ich bin prinzipiell IMMER freundlich und höflich, auch wenn ich ein ärgerliches Problem habe, weil ich weiß, dass die Leute, die Mails beantworten dafür auch nichts können. Wenn ich aber erst dann ernst genommen werde, wenn ich auf den Tisch klopfe, dann braucht sich niemand mehr über unfreundliche Kunden beschweren und Leute, die am Telefon laut werden oder in Emails Ausraster haben. Beschissener Kundenservice erntet unfreundliche Kunden.

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