Warum die #10JahreChallenge auf Facebook problematisch ist

Es geht mal wieder ein Trend auf FB umher. In der aktuellen #10JahreChallenge oder #10yearchallenge oder abgekürzt #10years zeigen User Fotos von sich vor 10 Jahren und heute.

Zunächst fand ich das eine witzige Idee und überlegte, ob ich noch irgendwo Bilder von mir aus dem Jahre 2009 habe, um auch daran teilzunehmen. Doch dann schaltete sich meine Datenschutz-Aufmerksamkeit ein. Warum diese Challenge problematisch ist, möchte ich knapp erläutern.

Facebook ist eine Datenkrake – darüber brauchen wir nicht mehr zu diskutieren. Sie sammelt wütig alles ein, was sie kriegen kann: Vorlieben, Herkunft, Lebenslauf und Bilder. An Facebook werden auch Softwares getestet, ganz oft sind das Werbeprogramme, um Werbung noch besser und gezielter zu personalisieren.

Wenn euch das nun bekannt ist, fragt einmal weiter: was könnte man auf Facebook -ganz theoretisch- noch testen? Netzwerktechniken (Verknüpfungen einzelner Personen und von Personengruppen untereinander), Spracherkennung (inklusive Umgangssprache und Slang) – Gesichtserkennungssoftware!

Facebook dementiert eine Beteiligung an der Challenge zu haben:

„This is a user-generated meme that went viral on its own. Facebook did not start this trend, and the meme uses photos that already exist on Facebook. Facebook gains nothing from this meme (besides reminding us of the questionable fashion trends of 2009). As a reminder, Facebook users can choose to turn facial recognition on or off at any time.”
(Deutsch: „Das ist ein benutzergeneriertes Meme, das von selbst viral ging. Facebook hat diesen Trend nicht gestartet und das Meme nutzt Fotos, die auf Facebook bereits existieren. Facebook profitiert von diesem Meme nichts (außer eine Erinnerung an die fragwürdigen Modetrends von 2009). Als Erinnerung, Facebook User können die Gesichtserkennung jederzeit an- oder ausschalten.“ Übersetzung von mir.) 

Ja, die Bilder gibt es schon auf Facebook. Aber spinnen wir einmal weiter.

  • Um an diese Bilder zu gelangen, müsste man einen sehr großen Datensatz durchwühlen, sichten und sortieren.
  • Viele Nutzer haben keine Bilder ihrer Gesichter zum Profilbild: viele nutzen Comics, Landschaftsfotografien, verzerrte Bilder etc.
  • Die Bilder, die Gesichter zeigen, sind nicht zwangsläufig aus dem Jahr des Hochladens. Die Metadaten zu Bildern sind ebenfalls nicht immer verfügbar.

Durch das Hochladen zweier Bilder von sich in einem gesetzten Zeitfenster fügt man all diese sonst fehlerhaften, fehlenden oder unsicheren Daten wieder ein und gibt unter Umständen noch weitere Informationen dazu, etwa zum Ort des Geschehens oder einer Anekdote des Tages etc.

Was man damit machen kann ist vor allem, Gesichtserkennungssoftware in Alterserkennung zu trainieren. Die #10yearchallenge auf Facebook ist dazu ideal: sichere Daten, gesetzter Zeitrahmen, viele Teilnehmer.

Das ist nicht zwangsläufig etwas Schlimmes. In Neu Delhi fand man mithilfe von Gesichtserkennungssoftware 3000 vermisste Kinder in nur 4 Tagen. Mit Software, die das Alter als Variable mit einrechnen kann, hätten es vielleicht sogar noch mehr sein können. Diese Technologie könnte man etwa bei anderen vermissten Kindern einsetzen auch dann, wenn kein aktuelles Foto vorhanden ist.

Wir sollten uns aber dessen bewusst sein, dass auch solche Challenges, so lustig oder schön sie sein mögen, abgewägt werden sollen. Ist es sinnvoll oder vertretbar solcherart Daten preis zugeben? Weiß man, was mit diesen Daten geschieht? Die größten Gewinne machen wohl Werbefirmen aus solchen neuen Technologien. Es kann aber auch passieren, persönliche Nachteile zu erfahren. Wer schneller sichtbar altert als der Durchschnitt könnte ein Risiko für Lebens- und Krankenversicherungen sein und entsprechend mehr bezahlen.

Wer sagt, das sei Schwarzmalerei und Paranoia, der sei an die Massensammlung von Daten US-amerikanischer Facebook-User durch Cambridge Analytica erinnert.


Titelbild von LoboStudioHamburg @ Pixabay
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13 Fragen für eine glückliche Ehe

Beim Mann mit der Ziege gibt es neulich 13 Fragen aus der Neon, die sich ein Paar vor der Hochzeit stellen sollte. Mal davon abgesehen, dass einige dieser Fragen schon ein wenig absurd sind, glaube ich nicht, dass es mit diesen Fragen getan ist. Meine Meinung ist die, dass es keine per se glücklichen Beziehungen gibt, sondern man daran arbeiten muss, um miteinander glücklich zu sein und zu bleiben.

Der Soulweeper hat seinen Senf dazu gegeben, das möchte ich aus meiner Sicht nun auch tun.

Wie verhält sich deine Familie bei Streit:
Schmeißt sie mit Tellern um sich, diskutiert sie ruhig oder machen sie
einfach die Schotten dicht?

Ja, das Streiten ist eine Kunst. Zu erwarten, dass man eine ähnliche Streitkultur hat, ist allerdings unsinnig, denn das würde bedeuten, dass man ähnlich aufgewachsen sein muss. Streiten prägt sich im Elternhaus und es ist wahnsinnig schwer, seine Art zu Streiten zu ändern. Das lerne ich mit dem Engländer. Meine Familie ist leider ganz furchtbar darin, dementsprechend musste ich streiten erst lernen. Und zwar das gesittete streiten, wo man seine Wut nicht in Wurfspielen entlädt, dem Anderen nicht die Schuld an allem gibt und sich vor allem Zeit nimmt.

 

Werden wir Kinder haben, und wenn ja, wirst du auch die Windeln wechseln?

Diese Frage soll man bitteschön auch ehrlich beantworten und den anderen nicht hinhalten, wie mir das leider passierte. Das ist unfair und endet sowieso nie gut.

Das Windelwechseln muss jedes Paar für sich ausmachen. Für mich käme es nicht in Frage, dass sich einer davor drückt. So schlimm ist es im Übrigen auch gar nicht. Man up! 😉

Werden uns die Erfahrungen, die wir mit unseren Ex-Partnern gemacht haben, helfen oder behindern?

Selbst schlechte Beziehungen der Vergangenheit können meiner Meinung nach etwas beitragen. Selbst wenn es lediglich die Gewissheit ist, was man nicht möchte oder womit man nicht leben kann. Das sollte offen kommuniziert werden.

Wie wichtig ist uns Religion? Und wie werden wir religiöse Feiertage feiern?

Da sollte man freilich idealerweise auf einer Wellenlänge sein. Muss aber nicht. Solange beide respektvoll miteinander umgehen und offen für den (Nicht-)Glauben des anderen sind, ist das kein Hinderungsgrund. Es sollte nur niemals zwischen den Partnern stehen. Schwieriger ist es, wenn Kinder ins Spiel kommen. Aber auch da kann man mit ihnen offen kommunizieren, dass manche Menschen eben glauben und andere nicht oder anders.

Sind meine Schulden auch deine Schulden? Würdest du mir aus der Klemme helfen?

Gut, ja, darauf sollte man sich tatsächlich vor der Hochzeit einigen. Und entscheiden, ob man damit leben könnte, wenn der Partner einen hängen lässt bzw. ob man selbst es dem Partner aufhalsen wollen würde, die eigenen Schulden zu übernehmen.

Wie viel Geld würdest du maximal für ein Auto, ein Sofa oder Schuhe ausgeben?

Auch hier wieder bestimmt das Elternhaus die Antwort. Ist man mit wenig Geld aufgewachsen, bleibt man meist auch im Erwachsenenalter sparsamer. Wer einen Goldlöffel in die Wiege gelegt bekam, verprasst unter Umständen schon mal einen Batzen Geld. Muss aber beides nicht, es gibt für beide Seiten ausreichend Gegenbeispiele. Außerdem ändert sich das doch mit dem Einkommen und der Situation.

Kannst du damit leben, wenn ich Dinge ohne dich mache?

Bitte, bitte, bitte verschmelzt nicht zu einer Einheit. Aber verbringt eure Zeit auch nicht mit Streits darüber, dass man in der letzten Woche kaum ein Wort gewechselt hat, sondern macht euch gleich etwas aus. In der Zeit, in der man streitet, könnte man auch prima zusammen spazieren gehen.

Magst du meine Eltern?

Ist relevant, wenn man seine Eltern selber gerne mag und Zeit bei ihnen verbringen möchte. Wer über meine Mutter herzieht, fliegt raus. Das gilt aber auch schon für Fremde.

Man sollte es allerdings nicht abtun, wenn der Partner die Eltern aus welchen Gründen auch immer nicht mag. Manchmal können sich Menschen ja schlichtweg nicht riechen. Kommt vor. Nun stelle man sich einmal vor, man müsse jedes Jahr zu Weihnachten und Ostern jeweils eine Woche mit den Schwiegermonstern verbringen, während man vorrangig Zeit mit dem Partner verbringen möchte, der aber nun einmal lieber Zeit mit der Verwandtschaft haben will. Das führt zwangsläufig zu Streit.

Auch sollte man sich dessen bewusst sein, dass es durchaus vorkommen kann, dass man die Schwiegereltern (oder einen davon) einmal permanent im Haus haben könnte – zum Pflegen.

 

Wie wichtig ist uns Sex?

Darin sollten sich die Partner einig sein. Dringend. Oder sich Lösungen suchen, mit denen beide gut zurecht kommen. Betonungen: 1. Beide. 2. Gut.

 

Wie weit dürfen wir beim Flirten mit anderen Menschen gehen?
Und ist es okay, wenn ich Pornos schaue?

Auch darin muss Einigung herrschen.

Kennst du alle meine Arten, „Ich liebe dich“ zu sagen?

Das kann man auch nach der Hochzeit herausfinden…

Was magst du an mir, und weißt du was mich auf die Palme bringt?

Sollte man beides vor der Hochzeit wissen. Um zu wissen, was Konfliktpotenzial birgt und was für Freude sorgt. Wenn man mit ersterem nicht zurecht kommt, hilft letzteres leider nicht so viel. Aber daran kann man arbeiten.

Wo siehst du uns in zehn Jahren?

Siehe Kinderplanung. Man muss allerdings nicht genau wissen, wo man stehen wird. Chapeau an alle, die eine Ahnung haben. Das Leben birgt aber immer wieder Irrungen und Wirrungen, die einen ganz leicht in eine andere Ecke verschlagen können, als man sich ausgemalt hatte. Wichtig ist, dass man das gemeinsam aushält.

 

Ein paar dieser Fragen scheinen, als ob der Autor der Meinung wäre, es müsse alles perfekt sein vor der Hochzeit. Es gibt aber keine perfekten Beziehungen. Weil es sich um Menschen handelt. Und Menschen haben Konflikte mit sich und der Umwelt, haben Probleme, Macken, Schwächen. Die Frage, ob man bereit ist, auch in schweren Zeiten an der Beziehung zu arbeiten, also auch dann, wenn man sich gerade so richtig auf den Keks geht, fehlt hier leider. Und das wäre wohl die wichtigste gewesen.

Internetkultur ist tot

Ich hasse Internetler.

Egal ob das auf Social Media ist, in Foren, auf Verkaufsplattformen, Youtube oder weiß der Geier wo. Die Internetmenschheit geht den Bach runter.

Es gibt noch „die Guten“, die argumentieren, freundlich und höflich sind, es mit Grammatik und Rechtschreibung mindestens versuchen. Die nette Kommentare lassen, loben, ihrer Bewunderung Ausdruck verleihen oder einfach weiterscrollen, wenn sie mit der neuen Haarfarbe von Sandy Popperdingens nicht zufrieden sind. Die scheinen aber zunehmend zu verschwinden oder zu verstummen.

Stattdessen findet sich eine scheinbar wachsende Masse von Brüllaffen, Idioten, Arschlöchern, Gestörten, Menschenhassern, Besserwissern, Alleskönnern, Taugenichtsen, Illiteraten, Verschwörungstheoretikern, Vollpfosten, Schleimscheißern*, Lakritzeessern und Pissnelken.

*lol die Rechtschreibprüfung kennt Schleimscheißer, aber keine Verschwörungstheoretiker

Ich meine dabei nicht einmal Trolle, die Grütze labern, die sie in den meisten Fällen nicht selber glauben, nur um andere Leute auf die Palme zu bringen oder zu schocken. Nein, schlimmer: diese Nussfritten meinen das völlig ernst! Und fühlen sich dabei auch völlig im Recht und in Ordnung!

Elternforen, in denen sich Eltern austauschen und Tipps geben sollten und vor allem verdammt nochmal gegenseitig unterstützen, weil Elternsein oft verdammt hart ist, sind voll von Übermuttis und Supervätern, die die Erziehungsweisheit mit dem Löffel gefressen und Engelchen erzogen haben, die die nächsten Heiligen werden, glaubt man deren Ausführungen.

Verkaufsplattformen sind voll von „Noch da?????“ und „Was ist letzter Preis“ oder „ich bezahl 10 Cent und du die Versandkosten“ – Fotzen, die am liebsten ihren Arsch hinterher getragen haben und dafür bezahlt werden möchten.

Youtube und Facebook und Twitter sind voll von Spinnern, Rassisten, Misogynisten und ähnlichem Abschaum menschlicher Kreation. Man möchte sie alle in einen Sack stecken, in den Rhein werfen und dafür genauso keine Konsequenzen erfahren wie sie.

Was ist nur mit denen los? Glauben die allen Ernstes noch immer, dass sie anonym sind? NIEMAND ist anonym. Wenn mir oder meiner Familie jemand ernsthaft im Internet schaden würde, wüsste ich genau, an wen ich mich wenden muss, um persönliche Informationen über diese Person herauszufinden und weitere Schritte einzuleiten. Es gibt Mittel und Wege, das müssen die doch im Hinterkopf haben, sofern da überhaupt noch etwas verdrahtet ist?

Fühlen die sich stark im Internet, weil sie in ihrem sonstigen Leben Niemande sind? Haben sie zu kleine krumme Pimmel? Sind sie einsam? Gelangweilt? Einfach nur dumm?

Es ergibt sich mir wirklich nicht, wie jemand mit nur einem Fünkchen elterlicher Erziehung -gut oder schlecht- fertig bringen kann, sich so scheiße aufzuführen, wie es viele heute tun.

Oder ist es bloß eine laute, auffällige Minderheit, die das Erlebnis Internet für so viele wie möglich versauen möchten?

Es kann jedenfalls nicht so weiter gehen. Daher bitte ich alle, die sich genauso genervt fühlen:

  • meldet diese Kackbratzen
  • schreibt ihnen entgegen
  • zieht Konsequenzen
  • schaut nicht weg

Es reicht nun wirklich mit dem laissez-faire, es wird Zeit, dass dem wieder Einhalt geboten wird. Es ging doch schließlich schon mal anders.

Diese Woche gelesen

Beim PTAchen bin ich auf ein Thema gestoßen, das für mich persönlich zwar nicht zutrifft, ich aber sehr interessiert gelesen habe. Und zwar geht es da um die Gesundheitsapp Vivy, die mehr als fragwürdig agiert. Heidewitzka!

Auch Facebook hat sich in Sachen Datenschutz mal wieder ganz toll verrannt. Wer dort angemeldet ist, hat sicher schon einmal die Aufforderung bekommen, die Telefonnummer zu Sicherheitszwecken anzugeben. Habe ich nie, weil ich befürchtete, dass es nicht nur dafür verwendet wird. Ich hatte Recht.

Außerdem habe ich mich in den Blog von Annika eingelesen, die ich schon lange als Lesezeichen gesetzt habe, aber nur ganz sporadisch besucht habe. Zeitmangel und so, ihr wisst. Jedoch: Stöbern lohnt sich! Mit ihrem Charme, gekrönt mit einer kräftigen Prise Humor, weiß sie viele Geschichten und Gedanken gut auszudrücken.

Außerdem lese ich gerade für eine Hausarbeit etwas, das ich sehr spannend finde: Kinder und Krieg. Von der Antike bis zur Gegenwart. Normalerweise würde ich ein Fachbuch bzw eine Fachzeitschrift hier nicht mit hinein packen, aber das Buch ist so gut geschrieben (und leicht verständlich), dass ich es nur ans Herz legen kann.

Noch ein paar Links auf Englisch:

Blogger-Hürdenlauf

Bei Annika bin ich auf ein Projekt gestoßen, das ich sehr interessant finde: den Blogger-Hürdenlauf. Und da ich von ihr zu dem Hürdenlauf von Herrn Glumm geleitet wurde, soll dessen 5. Beitrag mein Startpunkt sein.

Was der Hürdenlauf ist und welche Regeln er hat erfahrt ihr unten.

1.) Behindertenparkplatz

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Die in Mainz geborene und in London lebende Journalistin Christiane Link berichtet über ihr Leben und Wirken in der Englischen Hauptstadt. Hey there!

Der Beitrag, den ich mir vornehme, ist „Hallo Motel One, wir müssen reden“ vom 06.09.2017.

Der Beitrag ist gut geschrieben, so als würde eine Freundin von einer unangenehmen Begebenheit erzählen und diese persönliche Schreibe mag ich bei Blogs (auch). Ich finde es gut, dass es Blogs von RollstuhlfahrerInnen gibt, die vom Alltag berichten, denn das ist eine gern vergessene Perspektive. Selbst kam ich damit erst annähernd in Berührung, als ich Mutter wurde und mit Kinderwagen unterwegs war. Allein schon ins bzw. überhaupt erst aus dem Haus zu kommen ist mir mit dem großen KiWa unmöglich. Für Gehbehinderte, die es in diesem Haus auch gibt, ist es (nahezu) unmöglich. Schöner Blog, werde dort noch mal vorbei schauen. Auch wenn mir das grelle Rot an den Rändern eher unwohl ist beim Lesen.

2.) Mein Wa(h)renhaus

Schon jetzt fällt mir auf wie schwierig es sein kann, einen Blog mit Blogroll zu finden.

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Ein schön schlicht gehaltener Blog. Die Suchleiste und das Archiv fallen mir gleich auf, 2 Dinge die sehr gut sind, wenn neue Besucher auf eine Seite kommen.

Ich nehme mir gleich den ersten Beitrag vor, denn die Überschrift macht mich direkt neugierig: „Gegen den Strom: Ich bin wieder in die SPD eingetreten“ vom 20.09.2018, ein aktiver Blog also. Sehr schön!

Sehr interessant. Ich nicke schon nach dem ersten Absatz zustimmend. Das ganze Maaßen-Debakel ist unfassbar und unfassbar peinlich. Und einer der Gründe, warum meine Generation, denke ich zumindest, kein Vertrauen mehr in die Politik hat. Weiterhin einer der Gründe, warum die Extremen einen solchen Zulauf haben.

Jedenfalls, um zum Text zurück zu kommen: Beginnend im Allgemeinen, endend im Speziellem, dem Ich, wird hier sehr gut auf die Schlussaussage hingeführt. Und regt mich zum Nachdenken an. Ich hätte anders entschieden und gerade deshalb ist dieser Text für mich so spannend. Danke für die persönlichen politischen Einblicke!

3.) Raymond Walden

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Ein Blog mit Klarnamen, kaum zu fassen, dass es das noch gibt. Ich scrolle ein bisschen im kosmonomischen Blog von Herr Walden und bleibe bei „Kritik an der Volksvertretung“ hängen. Passt ja ganz gut zur aktuellen Stimmung.

Der Beitrag beginnt mit 2 Zitaten aus JFK’s Buch und zwei kurzen Absätzen mit Kommentar dazu. Auch wenn ich JFK zustimmen möchte, obgleich ich doch differenzierter herangehen möchte, geht es um die deutsche Regierung -die Amerikanische stinkt vom Kopf her- wobei ich mir in den obersten Rängen auch gar nicht so sicher bin. Da funktioniert alles in Vetternwirtschaft und Gefallen. Dennoch verfestigt sich der Eindruck, den ich beim Lesen der Kurzinfo in der Seitenleiste hatte, nämlich dass dieser Blog konservativ ist – für mich einen Ticken zu weit. Das ist aber in Ordnung, Meinungsvielfalt macht eine Demokratie aus und macht das Leben spannend. Allerdings fehlt mir ebenso die Differenzierung und das führt für mich persönlich zu einem unbefriedigten Gefühl von „nicht zu Ende gedacht.“

Bevor ich aber anfange über die Ironie zu kichern, dass auf einem Blog Massenmedien derart negativ konnotiert werden, gehe ich zum nächsten Blog über.

4.) Brights – Die Natur des Zweifels

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Ich hatte schon Angst, dass ich jetzt in etwas Esotherisches stolpern würde und hier für den Rest des Hürdenlaufs darin gefangen bliebe sowie es eventuellen Mitmachenden aufzuhalsen. Tatsächlich sehen die Überschriften beim Durchscrollen interessant aus.

Dann allerdings fällt mir auf, dass sämtliche Beiträge kopiert sind. Aus verschiedensten Onlinezeitungen, Blogs etc. Unsicher wie ich fortfahren soll, picke ich mir eben einen dieser Beiträge heraus: „Missbrauchs-Anschuldigungen auch im Yoga-Milieu

und ärgere mich erst einmal über das Bild des Dalai Lamas unter dieser Überschrift. Ruhig bleiben. Ommmm.

Ist dann aber okay, da er im Text vorkommt. Frage mich, warum ich darauf direkt so anspringe.

Der Text selbst ist sehr trocken geschrieben, arbeitet sich an Zahlen ab. Was aber für einen solchen Bericht in Ordnung geht. Es geht um Opferzahlen von körperlichem Missbrauch in der Yoga-Szene, besonders ärgere ich mich über Gregorian Bivolaru, bei dem die rumänischen Behörden klar versagt haben. Es ist bedrückend, dass es so viele Missbrauchsfälle gibt und ich behaupte, die gibt es auch außerhalb der Religionen, überall da, wo Menschen meinen, Macht über vermeintlich Schwächere zu haben.

5.) Adopt a Microbe

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Sehr niedlich auf den ersten Blick und vor allem verfügt der Blog über eine Blogroll. Beim Beitrag „Adenoviruses“ bleibe ich hängen. Oho, ein Gedicht! Ein Gedicht! Oder nicht?

Das Adenovirus ist „very busy“, was es nicht alles kann! Informativ und schön aufgearbeitet klärt der Text auf, was das Adenovirus kann. Ja und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Da ich jetzt nicht alle ausgrenzen möchte, die kein oder nicht ausreichend Englisch können, hänge ich noch einen deutschen Blog an:

5b) Neue Fragmente eines Ungenannten

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Aphorismus #1019 ist der Beitrag, der mich lockt:

Die Arbeiter sollen sich geehrt fühlen, dass sie das iPhone produzieren dürfen. Das sie sich niemals leisten können und das sie vermutlich auch gar nicht haben wollen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unter den vorherrschenden Arbeitsbedingungen sich jemand die Arbeit auch mit nach Hause nehmen will.

So eine Aussage berührt mich, da meine Mutter und ihre Arbeitskolleginnen das einmal zu hören bekamen. Sie sollen froh sein, im Betrieb XY arbeiten zu dürfen (zur Hälfte des Standorts in Westdeutschland und zu beschissenen, rechtlich mindestens an der Grauzone rangierenden Bedingungen), jedenfalls, sie sollen froh sein dort arbeiten zu dürfen, der Betrieb könne ja auch nach Asien gehen. JA MACHT DOCH. Das will ich sehen, wie ein Betrieb, der Lebensmittel herstellt, dadurch Gewinne einfährt, dass er sich freiwillig den EU-Zöllen aussetzt. F* You!

So, wurde es zum Schluss nochmal persönlich-politisch.

Zu den Regeln, vom Ideenhaber Zeilensturm kopiert:

Dein Beitrag startet, wo dieser hier endet. Nimm dir die Blogroll/Blogliste des fünften von mir kommentierten Blogs vor. Von dieser Liste klicke eines an. Das ist nun deine Station 1. (Aber nur, falls es selbst eine Blogroll hat, sonst ein anderes Blog der aktuellen Blogroll auswählen! Diese Bedingung gilt logischerweise immer.)

Lese im Blog 1 einen Beitrag, den du auch verlinkst, und schreibe nur drei Zeilen darüber: Lob, Kritik, Erstaunen, Fassungslosigkeit, Dank, whatever.

Nun klicke auf ein Blog der Blogroll von Station 1. Hat dieses seinerseits eine Blogroll? Sehr gut, dann ist es Station 2. Lese einen Beitrag … verlinke … schreibe drei Zeilen …

Und so noch drei Mal. Bis einschließlich Station 5. Deine Arbeit ist fast getan: fünf Reisenotizen zu fünf Blogbeiträgen. Nur noch diese Regeln hier anhängen – fertig!

Nun muss jemand anderes den Staffelstab (und vielleicht sogar mehrere) bei der Blogroll des letzten in deinem Beitrag kommentierten Blogs übernehmen – und fünf weitere kommentieren.

Damit wünsche ich allen, die mitmachen möchten, viel Spaß! Lasst euch ruhig Zeit dafür, es ist eine etwas aufwändigere Arbeit, macht allerdings echt Laune.

Wenn die AfD bei Dir klingelt

Unbedingt lesen!

Schlecky Silberstein: Ein Hauch von ’33 – Und plötzlich stehen sie vor deiner Tür

Woah, Nelly!

Dreimal Kräftemessen, dreimal gewonnen. Wenn ich einmal in Fahrt bin, sollte man mich nicht weiter auf die Palme bringen. Bitches get stitches.

Was war passiert?

Über die Sache mit der AOK hatte ich ja gesondert berichtet. Falls ihr die Updates nicht gesehen habt: ich habe die benötigte Bescheinigung von der Uni bekommen und damit auch die günstigere studentische Versicherung. Mein persönlicher Berater hat sich auch gemeldet (und eine Abfuhr von mir bekommen. Too little, too late.) Entweder hat ihm die Pressestelle auf die Finger geklopft oder der Filialleiter, dem ich eine Beschwerdemail geschrieben habe und darum bat, einen anderen persönlichen Berater für mich zu finden. Vielleicht auch beide, wer weiß.

Ähnliches Foto

EasyComplicatedjet konnte mir zwar nicht den benötigten Boardingpass ausdrucken. Dafür haben wir aber kostenfrei Sitzplätze nebeneinander bekommen. Dafür muss man sonst extra zahlen. Ein kleiner Gewinn also.

Und dann ist da noch die Sache mit…nennen wir sie Nelly. Auf Mamikreisel habe ich bei Nelly einige Dinge für Püppi gekauft. Das war schon kompliziert genug, aber da zu erklären führte jetzt zu weit. Jedenfalls bezahlte ich am Montag, den 2. Juli (wenn ihr jetzt auf das Datum schaut und euch fragt, ob das noch aktuell ist: ja, ist es noch. Ja, so habe ich auch geguckt. Okay, vielleicht dezent genervter. Vielleicht auch ein bisschen mehr als dezent. Nagut, zugegeben, mir ist die Hutschnur geplatzt. Aber von vorn.) Ich bezahlte und ging davon aus, dass sie das Paket bald losschicken würde; in ihrem Profil stand, dass das schon einmal 2 Tage dauern könne. Damit konnte ich leben. Ich wusste nicht, dass sie eine Tageszählschwäche hat.

Jedenfalls sollte DHL das Paket bei Nelly am Samstag  danach (7.7.) abholen (was ich schon reichlich spät fand, aber naja. War jetzt auch nicht dramatisch. Dachte ich.) Angeblich tat DHL das nicht, keine Ahnung ob ich ihr glauben soll oder nicht, in dem Moment tat ich es. Sie wollte es dann am nächsten Samstag (14.7.) persönlich hinbringen (echt? so spät?), dann ging das auch nicht und es sollte Montag (16.7.) geschehen und sie wollte mich benachrichtigen. Nelly benachrichtigte mich nicht und ein Päckchen kam auch nicht. So schrieb ich sie sowohl an dem Montag als auch am Mittwoch (18.7.) an, erhielt aber beide Male keine Nachricht zurück, sodass ich mich gezwungen war, ihr am Donnerstag (19.7.) mit weiteren Schritten zu drohen, sollte das Päckchen nicht spätestens Samstag ankommen. Am Freitag (20.7.) funktionierte magischerweise die App, die ihr sonst angeblich keine Nachrichten anzeigte und sie konnte das Paket auch tatsächlich zur Post schaffen (ich habe die Sendungsverfolgungsnummer.) Vielleicht kommt es also noch vor unserem Abflug an, von dem ich ihr zeitnah bescheid sagte.

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Wisst ihr, was diese drei Stories gemein haben und was mich so richtig daran ankotzt? Ich habe bei allen drei Dingen erst bekommen, was ich wollte (und das waren keine überirdischen Anforderungen), nachdem ich sehr deutlich und etwas unfreundlich wurde.

Bei Nelly war es die Androhung weiterer Schritte, bei easyjet die (nicht mehr ganz so höflich formulierte) Bitte, meine Nachrichten auch zu lesen, statt mir zusammenhangslose Sätze aus der Homepage zu kopieren, die mir schon dort nicht geholfen haben und weswegen ich mich erst an ihren Facebookaccount wendete, an den ich mich gezwungenermaßen wendete, weil sie kein verf*** Kontaktformular haben. Und bei der AOK musste ich mich mit VIER Instanzen rumschlagen und mich an die Pressestelle wenden und öffentlich twittern, ehe ich gehört wurde.

Ich bin prinzipiell IMMER freundlich und höflich, auch wenn ich ein ärgerliches Problem habe, weil ich weiß, dass die Leute, die Mails beantworten dafür auch nichts können. Wenn ich aber erst dann ernst genommen werde, wenn ich auf den Tisch klopfe, dann braucht sich niemand mehr über unfreundliche Kunden beschweren und Leute, die am Telefon laut werden oder in Emails Ausraster haben. Beschissener Kundenservice erntet unfreundliche Kunden.

Ähnliches Foto

Was ist los mit Yvonne?

Wie ich es schon in den Kommentaren zum letzten Beitrag zu Yvonne erwähnt habe, war unser Gespräch nach den letzten Zeilen, die ich euch zeigte, nicht beendet.

Und das war ganz gut so. Es hat mich nämlich nachdenklich gemacht.

Im letzten Beitrag hatte ich sie gefragt, warum sie mir überhaupt erneut schreibt, was das soll, ob sie wirklich davon ausgeht, dass ich mich 4-5h pro Richtung in den Zug setze und das Geld, das sie mir für den Kinderwagen gegeben hätte, in eine für mich nutzlose Zugfahrt investiere.

Nach etwas Hin und Her sagte sie schließlich „Ich bin schwanger!“

„Das war ich auch“, entgegnete ich, „aber deswegen konnte ich trotzdem noch lesen.“

„Schön. Ich nicht.“ War ihre Antwort.

Auch wenn das natürlich Unfug war und übertrieben, so traf mich das. Wie schlecht ging es mir doch streckenweise, völlig überfordert, als der Engländer seinen Abschluss machte und ich im 8. Monat ganz allein war, nicht in der Lage meinen Alltag normal zu bewältigen.

Wie arrogant war es von mir, mich über Yvonne lustig zu machen, wenn ich doch gar nicht wusste, wer sie ist. Warum tue ich das eigentlich, wenn ich doch sonst immer sage, man müsse respektvoller miteinander umgehen?

Ich wollte mir anfangs einen Scherz mit ihr erlauben, sie auf’s Korn nehmen, doch ich bin zu weit gegangen. Es tat mir leid. So suchte ich einen noch besseren Kinderwagen in ihrer Nähe heraus.

Okay“ sagte sie auf den Link, den ich ihr schickte.

Ich hoffe wirklich, dass alles okay wird, Yvonne. Verzeih mir.

 

Seid lieb.

Yvonne war wieder Kreide holen

…und hat den Tafelschwamm vergessen.

Erinnert ihr euch? Yvonne wollte im April einen Kinderwagen von mir kaufen und hat sich dabei…ja etwas ungeschickt angestellt, sagen wir mal. (Unbedingt den Link vorher lesen!)

Jetzt hat sie mir doch tatsächlich wieder geschrieben. Ich habe auf Ebay Kleinanzeigen ja schon vieles erlebt, aber Yvonne ist eine Nummer für sich.

verkauft

Das wird angezeigt, der KiWa ist als verkauft markiert (das habe ich im Mai gemacht, es steht auch im Chatfenster) und der Standort Jena ist ebenfalls ersichtlich.

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Als sie sagte sie sei schwanger kamen mir schon ein bisschen die Skrupel, daher habe ich sie auch nicht irgendwo hin geschickt oder weiter auf die Folter gespannt. Dennoch musste ich sie mal fragen, was das Ganze eigentlich sollte. Immerhin zum zweiten Mal.

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Leider war sie dann aber bockig, dass ich nicht nach Chemnitz kommen will, 25€ für das Bahnticket bezahle und mich insgesamt 4-5 Stunden in den Zug setze.

Ich denke das war es damit auch von Yvonne. Zumindest hoffe ich das. Ganz stark.