Queen of Procrastination

Es ist wieder einmal soweit. Die Prüfungen stehen kurz bevor und ich bin mal wieder krank. Naja oder so ähnlich.

Das Vorbereiten der Vorlesungen und Seminare fällt mir gerade total schwer. Irgendwie habe ich da so eine Art Blockade oder sowas. Lerneritis. Oder meine Prüfungsallergie schlägt zu. Wer weiß…

Aber immerhin ist ein Stressfaktor weg: die Gruppenarbeit für Methodik. Wir sollten uns ein Thema überlegen, zu dem wir eine Befragung durchführen und dann eine Arbeit schreiben. Dazu hatten wir gerade einmal 6 Wochen Zeit. Das klingt erstmal gar nicht so kurz, aber jeder, der schonmal Hypothesen formulieren, einen Fragebogen erstellen und wissenschaftlich korrekte Auswertungen der erhobenen Daten machen musste, weiß, wie viel Zeit da vergeht. 6 Wochen sind also verdammt knapp. Zudem gibt es nicht unbedingt viele gemeinsame Freistunden, in denen man sich treffen könnte, wenn jeder etwas anderes studiert. Und überhaupt muss ja erstmal ein Thema gefunden werden, das alle Gruppenmitglieder gut finden.

Aber puh, das ist endlich geschafft. Der nächste Halt ist nun die Englisch- Klausur am 12.7. Englisch ist ja eigentlich nicht so das Problem, aber wenn man soziologische Theorien auf Englisch wiedergeben, anwenden und erläutern soll, ist das dann doch nicht mehr so easy.

Danach folgen die Klausuren in Makrosoziologie und Methodik am 18. und 19.7. Für beides ist total viel zu lernen- und bei Makro ist noch das „Zuckerstückchen“, dass ich keinen Plan habe, was man da lernen soll Oo

Und das schlimmste kommt zum Schluss: Statistik am 25.7. Ich blicke absolut nicht durch und mein Prof ist da nicht gerade hilfreich, weil er didaktisch- naa sagen wir… nicht so begabt ist wie mit Statistik.

Alles in allem dürfte jetzt wohl klar sein, warum ich mich so winde. Es ist zum Mäusemelken. Brüllmaus, verdammte!

Achja, meine Hausarbeit steht ja auch noch an. Ich habe noch nicht einmal ein Thema. Und zu diesem nicht vorhandenen Thema muss ich noch 15 Seiten bis Ende September schreiben. Das Seminar heißt „Soziologie des Zufalls.“ Habt ihr Ideen? Zufall im Alltag? Oder sowas?

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Hasse Problem oder was, Alda?

Ja. Ich habe ein Problem. Mit euch. Mit euch, die man leider zu meiner Generation zählt. Mit euch, die schlichtweg peinlich sind und negative Meinungen wie „Die sind doch alle assi“ schüren. Mit euch, für die ich mich fremdschäme.

Nein, ich meine nicht meine Generation als Ganzes. Ich meine das breite Spektrum und die viel zu große Masse von Vollpfosten. Ja ganz genau, EUCH meine ich. Ihr, die ihr euch weder artikulieren könnt, noch Manieren und Anstand habt oder auch nur mal geradeaus denkt.

Das fängt doch schon beim höflichen Umgang miteinander an. Ich weiß, ich selbst bin vielleicht auch nicht immer so höflich, wie ich es sein könnte. Aber ich habe Prinzipien. Wenn da eine alte Oma in die Straßenbahn einsteigt, die kaum noch krauchen kann, dann bleibe ich nicht selbstgefällig auf meinem fetten Arsch sitzen, sondern ich stehe selbstverständlich auf. Es ist wirklich traurig, wie wenige das noch tun. Und das, wo so viele von denen, die ich da in der Bahn beobachte, zum studierenden Volke gehören, von denen man meinen sollte, dass sie gutes Benehmen hätten. Fehlanzeige. Das sind genau die, die auch nicht „bitte“ und „danke“ sagen können, obwohl diese kleinen Wörtchen mit der großen Wirkung jeweils in gerade einmal einer halben Sekunde ausgesprochen sind. Auch ein „guten Tag“ oder „auf Wiedersehen“ ist sehr rar geworden. Stattdessen huscht man Blicke heischend aneinander vorbei, grummelt höchstens vor sich hin und verschwindet in den Weiten seiner Doppelmoral. Denn gerade die, die von anderen Höflichkeit und Toleranz erwarten sind solche, die das selbst nicht einzuhalten vermögen.

Und dann diese Sprache, meine Fresse. „Ey, kann isch mal Messer?“ Was? Dir selbst in den Brustkorb rammen, damit du mich nicht weiter mit deiner Sprachunmündigkeit belästigst? Gerne! Ernsthaft, ich habe kein Problem damit, umgangssprachlich zu reden, vulgäre Ausdrücke zu benutzen (sofern das die Umgebung nicht verbietet) oder ein bisschen mit der Sprache zu spielen. Aber ganze Wortarten einfach weglassen und so tun, als wäre man gerade erst eingewandert, obwohl man Müller, Meier oder Schulze mit Nachnamen heißt, das hat nix, aber auch gar nix mit cool sein oder innovativer Sprechweise zu tun.

Damit einhergehend ist mir auch der Mangel an Respekt aufgefallen, sowohl am Eigentum anderer als auch am Gegenüber. Da wird alles zerstört, beschmiert oder umfunktioniert, was nur geht. Was, das hat sich die Familie hart erarbeitet und vom Ersparten gekauft? Is mir doch egal, mir is meine Zerstörungswut wichtiger. Aber öy, du Penner hast mein Handy angefasst? „Isch mach disch Messa Aldaa!“ Hier wirds ein bisschen asozial und irrational, findest du nicht?

Lieber Ghetto- Kevin,

solltest du mich auch nur ein einziges Mal Fotze, Bitch oder ähnliches nennen, zieh ich dir die Unterhose bis zur Brust, auf dass du wie ein Mädchen kreischst. „Schwöre!“

Lang, lang ist’s her

…dass ich hier geschrieben habe. Und dabei war ich keineswegs untätig. Nebst Universität und ihren Ärgernissen widmete ich mich vor allem der Zeit (die Zeitung), die ich mittlerweile auch abonniert habe. So stöbere ich in der Printausgabe oder kommentiere Beiträge bei zeit online. Solltet ihr dort also einmal auf ‚kunstfehler‘ treffen- das bin dann ich.

Dabei gibt es so viel, über das man schreiben könnte. Die peinlichen Miseren (das Wort sieht falsch aus, aber google sagt, das ist richtig so) der Politik zum Beispiel. Ach Röttgen, Rösler oder Wulff, wie lächerlich habt ihr euch doch gemacht in euren grandios schlechten Reden und Ausreden, euren Taten (haha, Politiker die was tun. Der war gut!) und „Es war schlichtweg Liebe“- Heulereien vor laufenden Kameras (nein, von Boetticher, wir vergessen nicht.) Da möcht man sie doch alle einfach nehmen und rauswerfen, wenn sie selbst oder „Mutti“ das nicht schon tun.

Oder wie wäre es mit schmutzigen Geheimnissen? Etwa um den Atomausstieg. Die Bundesregierung hatte wohl Mitleid mit einem armen, verwaisten Atomkraftwerk an der Küste Brasiliens, das nicht nur erdbeben- und tsunamigefährdet ist, sondern auch noch in der Nähe einer militärischen Raketenbasis steht UND zudem noch nahe eines Schutzgebietes einer gefährdeten Vogelart. Klasse gemacht! Einfach mal Geld reinpulvern. Passiert schon nix, die in Fukushima beachtet ja auch schon keiner mehr. Jaja Atomausstieg. Statt wohlüberlegt und geplant lieber schnell schnell. Die paar uralten Kohle- und Erdölkraftwerke, die statt der ökologisch sauberen Atomkraftwerke angeschlossen werden, machen den Kohl schon nicht fett (der is‘ es ja schon *hust*).

Ich hatte auch überlegt, euch etwas über das zu erzählen, was mich in der Uni so bewegt. Vom Seminar über den Zufall, über die makrosoziologische Vorlesung über Europa bis hin zu dem Gekotze über Statistik und wie sehr ich es hasse. Aber ich dachte nä, die haben ja ihre eigenen Probleme.

Da ich meine Zeit nunmehr nicht nur mit Universität und Lektüre verbringe, sondern mich auch am Sommer erfreue, hoffe ich, ihr habt ein Einsehen mit mir und verzeiht es, dass ich so selten schreibe. Es kommt schon wieder besser.

Und damit ihr nicht traurig seid, hier noch ein Trost, wie man ihn auf 9gag vor allem unter langen Posts sieht:

 

 

Kony 2012

Bevor ihr meine Meinung zum Thema lest, solltet ihr das Video zur Aktion kennen. Es ist nicht zwingend erforderlich, aber von Vorteil. Darum hier, jetzt, für euch:

Ich habe mich ein bisschen mit der Thematik befasst und muss sagen: ich war verwirrt. So viele Unterstützer und mindestens genausoviele Kritiker. „Woher die Kritiken?“ habe ich mich gewundert, wollte das Video doch die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehen- was es geschafft hat. Weltweit. In epidemischem Ausmaß, ja geradezu in einer Sintflut des politischen Interesses.

Eine Pro und Kontra- Liste sollte mir helfen, wollte ich doch von Anfang an einen Artikel hierüber schreiben. Es überwog das Pro. Sogar Ausreden, warum es legitim ist, dass 2/3 der Gelder für Lobbyarbeit und Werbung (Plakate, Filme, Buttons, Publikationen etc) draufgehen, habe ich mir zusammengereimt.

Wie das Video aufgemacht ist finde ich tatsächlich gut (bis auf die Tatsache, dass der Sohn des Regisseurs eindeutig zu oft herangezogen wird. Niedlich ist er ja, aber eben kein betroffener schwarzer Junge aus den Armutsvierteln Ugandas, sondern ein blonder, weißer Junge aus wohlbehütetem und offensichtlich wohlhabenden Elternhaus in den USA). Kritiker sagen, es sei zu emotional. Doch Emotion ist das Mittel schlechthin, um Menschen zu bewegen, aktiv zu werden. Ein solcher Beitrag ist wirksamer als ein neutraler Bericht – von den Grausamkeiten in den Nachrichten werden die meisten ja auch nicht mehr schockiert. Den Erfolg des Videos sieht man an seiner viralen Verbreitung ganz deutlich. Leider fehlen mir aber trotzdem neutrale Informationen.

Weiterhin positiv zu bewerten ist, dass die Organisation hinter dem Kurzbericht, Invisible Children, Schulen und Frühwarnsysteme baute und somit direkt vor Ort half.

Doch leider endet meine neue, überarbeitete Positiv-Listenseite hier bereits. Das Negativ ist so massiv und brüllt so laut, dass es selbst solche positiven Dinge übertönt.

Das Video ist in der Tat keineswegs zeitgemäß. Es wird spekuliert, dass Kony bereits tot ist. De facto ist er jedenfalls nicht mehr in Uganda, denn er floh schon vor 6 Jahren. Die LRA ist im Kongo, dem Südensudan und Zentralafrika aktiv, nicht mehr in Uganda. Mittlerweile haben die Menschen in Uganda ganz andere Probleme. Sie sind unterversorgt. Sie haben keine Arbeit. Krankheiten, wie etwa die Nodding Disease, eine relativ neue und unheilbare Krankheit, die Kinder zwischen 5 und 15 Jahren betrifft und für physische und psychische Behinderungen sorgt, raffen die Menschen dahin.

Auch die ugandische Armee ist äußerst zweifelhaft. Diese noch mit Waffen zu unterstützen ist ein Frevel. Und nach amerikanischem Vorbild alle Zivilisten zu bewaffnen geht früher oder später definitiv nach hinten los, wie wir das ja beim „großen Bruder“ hinterm Meer beobachten können.

Was mich aber am stärksten an der Echtheit des Videos zweifeln lies, ist die Tatsache, dass im Jahr 2010 Öl in Uganda gefunden wurde. Das erklärt für mich einzig und allein, warum die USA aktiv werden. Denn sind wir mal ehrlich: die Regierung der USA interessiert sich für afrikanische Probleme und kinderstehlende Warlords? Also bitte! Wer glaubt denn das noch?

Vielmehr denke ich, dass unzählige Menschen (mich eingeschlossen) auf eine ausgeklügelte PR-Strategie hereingefallen sind, die schon benutzt wurde, um die Invasion von Afghanistan und dem Irak legitim wirken zu lassen. Denn da saßen ja auch böse Menschen, die die Personifizierung des Satans darstellten. (Ganz zufällig saßen sie dabei auf Öl…)

Was lernen wir daraus?

Hilfsaktionen sind eine heikle Sache. Man sollte sie IMMER hinterfragen, denn es befinden sich auch hier oft schwarze Schafe unter den eigentlich guten Zwecken- was äußerst traurig stimmt, denn es zeigt, wozu wir in unserer westlichen, kapitalorientierten Welt verkommen sind.

Nach ACTA nun INDECT: Der Albtraum geht weiter

George Orwell hat in seinem Buch „1984“ eindrucksvoll gezeigt, wie erschreckend eine totale Überwachung sein kann. Die Menschen wurden ständig überwacht, jede „verdächtige Bewegung“ strikt überprüft und die Verliebtheit des Protagonisten am Ende hart bestraft, da sein Verhalten schließlich nicht gewünscht war. (Solltet ihr das Buch noch nicht gelesen haben, empfehle ich es euch dringend.)

Nun könnte der Überwachungshorror bald Realität werden. Die EU hat nämlich ein Projekt: INDECT. Oder ausgeschrieben Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment, zu Deutsch Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung von Überwachung, Suche und Erfassung für die Sicherheit von Bürgern in städtischer Umgebung.

Natürlich werden wieder höhere Ziele wie die Sicherheit der Bürger vorgeschoben, aber im Endeffekt ist es nichts weiter, als ein erneuter Versuch, die totale Kontrolle über die Leute zu bekommen.

Wie soll INDECT aussehen?

An öffentlichen Plätzen sollen spezielle Kameras angebracht werden, die die Menschen nach auffälligem Verhalten überprüfen. Das kann eine schnelle Bewegungsabfolge sein, Rennen oder was man eben sonst so als „verdächtig“ einstufen könnte.

Wird ein solches Verhalten aufgespürt, wird das Gesicht der Person gescannt und in verschiedenen Datenbanken analysiert. Hat man dann den Namen herausgefunden, werden auch das Internet sowie vorhandene Vorratsdaten nach Einträgen zur Person durchforstet und das Handy des Betroffenen angezapft und überwacht. Zudem werden Verbindungen zu anderen Personen offengelegt. Das heißt im Klartext: baust du Mist, sind deine Freunde und Familie ebenfalls in der Zielscheibe.

Schlimm genug eigentlich, doch der Spaß geht noch weiter: Dronen sollen diese Person nun verfolgen. Diese Dronen interagieren miteinander, um effektiver zu arbeiten. Sie sollen intelligent und autonom arbeiten und gewährleisten so eine uneingeschränkte Überwachung.

Wer arbeitet mit?

Neben einigen Universitäten (unter anderem auch der Bergischen Universität Wuppertal) sind auch privatwirtschaftliche Unternehmen beteiligt.Das BKA hat eine Kooperation abgelehnt, „aufgrund des umfassenden Überwachungsgedankens des Projektes“ (Statement einer Pressemitteilung des BKA.)

Gibt es sonst noch Gegenstimmen?

In der Tat! Neben Studenten der beteiligten Universitäten gehen die Gegenrufe durch internationale Medien, auch Bürgerrechtler und sogar Abgeordnete des Europäischen Parlaments sprechen sich dagegen aus. Auch die Piratenpartei hat bereits Initiativen gestartet.

Die internationale Ethikkommission hat aber keine Bedenken ausgesprochen; ethische Grundsätze würden nicht verletzt. Das hat mich erst selbst verwundert, doch die Kommission setzte sich zu großen Teilen aus Vertretern der Polizei und Industrie zusammen, was eine solche Aussage leicht erklärt. Es wäre schön gewesen, unabhängige Stimmen zu haben, aber das scheint in Anbetracht der vielen geplanten menschen- und bürgerrechtsverletzenden Maßnahmen der letzten Zeit wohl Wunschdenken zu sein.

Die Piraten schreiben dazu: „Der – veröffentlichte Teil – der Besetzung des Ethikrats besteht aus 4 Polizisten, 2 Forschern im Bereich der Sicherheitstechnologien, 1 Professor für Mensch-Computer Interaktion, 1 Vertreter der Multimedia-Industrie, 1 Professor für Rechtskunde, 1 Rechtsanwalt für Menschenrechte und 1 Professor für Ethik (http://www.indect-project.eu/ethics-board-members). Ein Ethikrat der zum Großteil aus Polizeibeamten und Profiteuren besteht kann nicht wirklich ernstzunehmen sein.“ (Quelle: http://www.stopp-indect.info/?page_id=2&lang=de)

Wie wird es finanziert?

Die EU steckt ihr Geld da rein, sprich dein und mein Geld. Gesprochen wird von 10,91 Mio. Euro. Das Projekt soll noch bis 2014 laufen.

Was kann ich persönlich tun?

Mach es publik! Rede darüber! Je mehr Menschen davon wissen, desto besser. Die EU hat eine Geheimhaltungsstufe beschlossen. Also muss jeder von uns davon sorgen, dass trotzdem genug Leute davon erfahren.

Du kannst auch Flyer verteilen, zu finden bei http://wiki.piratenpartei.de/Taskforce_INDECT/Grafiken .

Eine Petition konnte ich leider nicht finden, aber es wird hoffentlich bald eine geben. Wenn nicht, kannst du das ändern!

Und hier noch ein kurzes Video zum Thema:

Interessante Links

http://www.stopp-indect.info/ (Hauptseite gegen INDECT)

http://kompass.im/2011.1 (Seite 10)

http://de.wikipedia.org/wiki/INDECT (Weitere Informationen)

http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/7/2129265/bka-das-bundeskrimialamt-teilt-mit-keine-beteiligung-am-eu-forschungsprojekt-indect-intelligent (Statement des BKA)

http://flaschenpost.piratenpartei.de/2011/12/16/panopticon/

http://www.indect-project.eu/ (Die offizielle INDECT- Seite)