Eintopf

Beziehungen sind eine komische Sache. Man genießt sie eine verhältnismäßig kurze Zeit so richtig. Dann kommt der Alltag und man trottet vor sich hin. Plötzlich quietscht und knarzt es, der Haussegen hängt auf halb Acht und man begreift, wie wichtig der andere einem ist, wenn man dabei ist, ihn zu verlieren. Dabei hätte man schon viel eher daran arbeiten können, die Beziehung zu pflegen und für beide Seiten ansehnlich zu halten. Gemütlich, aber nicht zu gemütlich. Vielleicht machen das normale Menschen auch und nur ich habe nie gelernt, wie das geht. Wie auch mit stets streitenden Eltern, die sich ja doch nie trennen. Irgendwie hatte ich nie im Kopf, dass man sich trotzdem trennen könnte. Und da haben wir doch die Misere: man fühlt sich sicher, bis man sich nicht mehr sicher fühlt. Ich für meinen Teil bin mir gar nichts mehr sicher und schlafe entsprechend seit einigen Nächten nur noch mit medizinischer Hilfe. Ich habe in den letzten vier Tagen 2kg verloren, weil auch Essen einfach nichts ist, das mir jetzt irgendwie läge. Essen kann ich wieder, wenn ich glücklich bin. Falls ich es je wieder werde. Ich zweifle noch. Was jetzt negativer klingt, als ich es gemeint habe. Ich resigniere bloß. Was vielleicht doch negativer ist, als ich es gerade fühle. Wie gesagt, ich bin mir in nichts mehr sicher. Besonders nicht, was ich nach dem Bachelor mache. Und das macht Druck. Und dann kommt noch Druck von außen. Bis ich irgendwann zu einer kleinen Murmel zusammengedrückt werde. Klein und fest, aber innen hohl. Weil da auch schon Druck war.

***

Meine Haut sieht nach wie vor scheiße aus, nur ein bisschen weniger scheiße als vor wenigen Tagen noch. Die Hände schälen sich in dicken Flocken. Bisher habe ich mich versteckt, wollte nicht gesehen werden. Heute traute ich mich doch hinaus. Mit ganz viel Makeup zwar, aber immerhin. Jetzt kann ich den Rest der Woche wieder zuhause bleiben.

***

Wenn ihr mal eine wirklich schöne Sendung schauen wollt, eine, die euch glücklich macht und das Herz ganz leicht, schaut „The Good Place“ mit Kirsten Bell. Eleanor stirbt und landet im Himmel, oder was auch immer man den Ort nennen möchte. Schnell erkennt sie aber, dass ein Fehler passiert sein muss. Von da an wird es chaotisch, ohne aber zu nerven. Was für eine schöne Sendung! Zugegeben, den Piloten fand ich so lala, ganz okay aber nicht weiter der Rede wert. Aber dann machte es BOOM und ich verliebte mich. Jeder einzelne Charakter ist auf seine Weise liebenswürdig. Das ist selten. Vor allem war die Überraschung gut, sie überraschte mich. Trotz einer Ahnung.

Eine andere tolle Serie ist The Marvelous Mrs. Maisel. Mitch unterstützt ihren Mann in seinem Hobby, der Stand Up Comedy. Er ist ganz okay, aber kein wirkliches Talent und hat entsprechend nur mäßig Erfolg. Er verlässt sie, um seinem Traum, professioneller Comedian zu werden, folgen zu können. Sie ist zerstört, betrinkt sich und ergreift das Mikrofon. Den Rest müsst ihr selber gucken.

***

Püppi wird immer größer und selbständiger. Im Kindergarten geht sie jetzt selbständig aufs Klo – und davon hatte ich bis heute Morgen gar keine Ahnung. Sie zieht sich die Windel selber aus und setzt sich auf’s Klo. Ich bin so stolz. Und ein bisschen fühle ich mich schuldig, denn als sie während ihrer Krankheit zu Hause war, zog sie auch ihre Windel aus und ich hielt sie auf, weil ich dachte, sie habe Flausen im Kopf. Das war ein Fehler von dem ich hoffe, dass er keine ernsten Konsequenzen haben wird.

(Ich solle Unterhemden und Slips kaufen. Habt ihr eine Ahnung,
wie schwierig es ist, in den normalen Kleiderläden Hemdchen
und Slips in den kleinen Größen zu finden? What the heck?)

Ich liebe dieses Mäuschen so sehr. Jeden Morgen kommt sie erst einmal eine Runde kuscheln. Ohne dass ich sie fragen muss gibt sie mir auch mal ein Küsschen. Manchmal ziemlich nasse Küsschen, aber die Geste ist so niedlich. Sie hat einen tollen Humor und versucht immer, mich zum Lachen zu bringen. Besonders wenn sie sieht, dass ich gerade nicht so gut drauf bin. Sie spielt gern mit mir, aber auch eigenständig. Und sie hilft mir, wenn ich aufräume. Manchmal dauert dadurch alles länger, aber das ist mir egal. So klein ist sie schließlich nur einmal und ziemlich kurz. Sie scheint schon ein bisschen in die Autonomiephase gerutscht zu sein, was sich vor allem bemerkbar macht, wenn sie müde ist und etwas nicht haben oder tun kann. Bisher verläuft es aber sehr mild. Toi toi toi!

***

McDonalds hat eine irische Fast Food Kette, Supermacs, vor Gericht gezerrt, weil sie Burger mit dem Namenszusatz Mac im Angebot haben. McDonalds hat nicht nur diesen Streit verloren, sondern auch die Namensrechte in der gesamten EU, wodurch Supermacs nun auch außerhalb Irlands Läden eröffnen darf. Die Welt fühlt sich heute ein bisschen gerechter an, finde ich.

Werbeanzeigen

Über den Tod sprechen: Teil 3

Teil 1

Teil 2

 

21. Wie fühlst du dich, wenn in Büchern oder Filmen jemand stirbt?

Das kommt ganz darauf an, wie ich selber gerade drauf bin, wie es im Film/ in der Geschichte verarbeitet ist und wie wichtig die Person für die Handlung war.

Es gab Zeiten, da hat mich das zu sehr mitgenommen, sodass ich solche Szenen nicht geschaut/ gelesen habe oder gleich gestoppt -oder gar nicht erst angefangen- habe. Das waren Zeiten, in denen ich selbst noch trauerte.

Kinder und Hunde nehmen mich immer mit. Bei allen anderen ist es mal so, mal so.

22. Hast du das Gefühl, noch viel Zeit vor dir zu haben, um dein Leben zu gestalten?

Ja und nein.

Ein einziger Tag kann viel verändern.

Aber das Leben ist kurz und so viele Tage haben wir gar nicht.

23. Gibt es Dinge, die du rückblickend in deinem Leben anders machen würdest?

Ja.

Andererseits bin ich durch jede einzige meiner Entscheidungen da angelangt, wo ich jetzt bin. Ob es besser gewesen wäre, das oder jenes anders zu machen? Das weiß niemand.

24. Wie oft sagst du den wichtigen Menschen in deinem Leben (Partnerschaft, Familie, Freunde) anlasslos, was sie dir bedeuten?

Meiner Tochter sage ich jeden Tag, dass ich sie liebe.

Dem Engländer ein paar Mal die Woche.

Der Herzfreundin hin und wieder.

Anderen versuche ich es zu zeigen.

25. Findest du, du könntest das öfter machen? Wenn ja, was hat dich bisher davon abgehalten?

Ja, Freunden und Freundinnen könnte ich das öfter sagen. Mich hält ab, dass ich es nicht so gelernt habe und es (auf deutsch) doch manchmal schwer über die Lippen kommt. Dafür sage ich, wie viel mir ein Tag oder eine Geste bedeutet hat, wie sehr ich mich freue, sie wiederzusehen oder ein paar schöne Stunden miteinander verbracht zu haben.

26. Was denkst du über Sterbehilfe?

Ich denke, das sollte jede/r selbst entscheiden dürfen. Wenn nichts mehr geht und nichts mehr hilft und jemand nur noch leidet, soll er/sie gehen dürfen. In freiem Willen. Haustieren sprechen wir diesen würdevolleren Abschied auch zu.

27. Gäbe es Szenarien, bei denen du dir so etwas für dich vorstellen könntest?

Ja, wenn ich nur noch künstlich am Leben erhalten werden könnte und nicht mehr bei Bewusstsein wäre.

28. Wenn sich ein dir nahestehender Mensch für Sterbehilfe entscheiden würde, könntest du das verstehen? Und verzeihen?

Ich könnte das verstehen und ich könnte es verzeihen. Je nachdem wie nah die Person ist, wäre ich wohl auch gerne dabei, falls das für denjenigen/ diejenige okay ist.

Über den Verlust selber hinweg zu kommen ist eine andere Sache.

29. Gab es schon einmal eine Situation in deinem Leben, in der du dachtest “jetzt sterbe ich”? Hat dich das verändert?

Als ich 14 Jahre alt war und eine allergische Reaktion auf Penicillin hatte, mein Hals immer dicker zuschwoll und das zuerst angefahrene Krankenhaus uns wieder wegschickte. Das zweite Krankenhaus hat die Lage auch nicht erkannt. Eine Bereitschaftsärztin hat mich dann gerettet.

Komischerweise mit einem Präparat mit einer Minidosis Penicillin.

Ob mich das verändert hat? Ich bin jedenfalls vorsichtiger mit Medikamenten.

30. Was für eine Art Sterben wünschst du dir?

Schmerzlos. Zu Hause. Wenn ich mit allem abgeschlossen habe und Abschied nehmen konnte. Das wäre ideal. Ist aber wohl eher selten.

Antworten

pasqueflower-3066824_1920

1.) In welchem Beruf wärst Du völlig falsch aufgehoben?

In einem, in dem ich irgendwas mit Physik oder Chemie zu tun hätte. Ich habe es so lange versucht zu verstehen, wie das alles funktioniert. Die chemischen Vorgänge im Körper waren dann ganz okay und auch interessant, da habe ich immer gut abgeschnitten. Alles andere lässt in meinem Hirn drei Fragezeichen aufploppen. Oder den Affen aus Homer Simpsons Kopf.

monkey.gif

2.) Worauf bist Du stolz, worauf Du vermutlich nicht stolz sein solltest?

Ich kann, nachdem ich Dinge unendlich aufgeschoben habe, richtig gut schnell abarbeiten. Auch wenn ich dabei meckere.

3.) Ein Gottwesen hat Dich ernannt, die europäische Kultur von Grund auf zu sanieren. Welche Traditionen behältst Du bei oder fügst Du hinzu?

Solche Feste wie Erntedankfest mag ich ja eigentlich, obwohl wir das nie feiern. Die ganzen Feste im Winter würde ich wohl auch lassen. Im Sommer würde ich etwas Langsames, Gediegenes zufügen. Vielleicht fällt mir da ja noch etwas Nettes ein. Grillfest, Erdbeerfest oder so ähnlich. Gibt es vielerorts ja schon. Außerdem würde ich versuchen, mehr Traditionen um den Tod einzuführen. Ja, das hat jetzt sicher auch etwas mit den 40 Fragen zu tun. Fehlt uns aber, finde ich. Deshalb fällt es vielen ja so schwer. Genauso die Alten zu integrieren. Alte und Kinder. Das fände ich schön.

4.) Die Wahl der Qual: Eine Person, die Du nicht magst, bestimmt über ein Tattoo, das Du bekommst oder über all Deine zukünftigen Haarschnitte?

Theoretisch würde ich ja das Tattoo nehmen, weil man das unter Umständen verstecken kann. Allerdings könnte das auch im Gesicht landen und da wäre bei mir absolut Esse. (Schluss, Finito, meine Grenze) Meine Haare finde ich aber zu schade, um sie mir den Rest meines Lebens versauen zu lassen. Auch wenn sie nachwachsen. Hach Käse, ich denke ich nehme trotzdem die Haare.

Über den Tod sprechen: Teil 2

Teil 1

11. Welche drei Dinge möchtest du erreicht oder erlebt haben, bevor du stirbst?

Meinen Uniabschluss machen, ein Buch schreiben und ganz oben auf meiner Liste ist alles, was mit Püppi zu tun hat. Ich möchte sie aufwachsen sehen und den Menschen, der sie sein wird, kennen lernen. Ich will für sie da sein, sie auf ihren Wegen begleiten. Sehen, ob sie auch studieren wird oder etwas ganz anderes macht, ob sie Kinder bekommt, die Liebe ihres Lebens findet (ich wünsche es ihr) und all das. Zählt doch als eins, oder?

12. Wen wünschst du dir in den letzten Minuten deines Lebens bei dir?

Püppi und den Engländer.

13. Stellst du dir den Tod eher männlich oder eher weiblich vor?

Der Tod hat kein Geschlecht. Er ist keine Person, kein geist oder ähnliches, sondern ein Prozess.

14. Glaubst du an eine Art Leben nach dem Sterben?

Ich stelle mir gerne vor, dass, wenn man denn wiedergeboren wird, das raum- und zeitunabhängig geschieht. Daran glauben kann ich allerdings nicht.

15. Findest du Friedhöfe gruselig?

Nein, wieso?

16. Wie möchtest du mal bestattet werden?

Eingeäschert und unter einem Baum in einem Waldfriedhof.

17. Welche Musik möchtest du auf deiner Beerdigung gespielt haben?

Keine typischen Beerdigungslieder, aber auch nichts Albernes. Für Elise wäre schön.

18. Auf wie vielen Beerdigungen warst du schon?

Einer. Der meines Opas.

19. Machen dir Beerdigungen Angst oder ein seltsames Gefühl, und wenn ja, wieso?

Keine Angst, aber es ist fürchterlich traurig. Ich war damals zur Beerdigung meines Opas um seinetwillen. Heute finde ich, war es gut für mich. Ich versuche nur den Vorwurf zu vergessen, dass ich zu laut geheult und geschluchzt habe.

20. Hast du schon Vorkehrungen getroffen für den “Fall der Fälle”? Also eine Vorsorgevollmacht abgeschlossen, eine Patientenverfügung vorbereitet, Bestattungsanweisungen festgehalten?

Nein. Ich habe es schon öfter vorgehabt. Es aber nie getan. Ich weiß auch gar nicht wie das geht. Vielleicht mache ich das mal und berichte hier darüber, damit andere ähnlich Ahnungslose sehen, was man tun muss.

Freitagsfragen

Freitagsfragen

1.) In welchem Beruf wärst Du völlig falsch aufgehoben?

2.) Worauf bist Du stolz, worauf Du vermutlich nicht stolz sein solltest?

3.) Ein Gottwesen hat Dich ernannt, die europäische Kultur von Grund auf zu sanieren. Welche Traditionen behältst Du bei oder fügst Du hinzu?

4.) Die Wahl der Qual: Eine Person, die Du nicht magst, bestimmt über ein Tattoo, das Du bekommst oder über all Deine zukünftigen Haarschnitte?

Habt ein exzellentes Wochenende!

pasqueflower-3066824_1920.jpg

Über den Tod sprechen: Teil 1

Im Blog Sterben Üben schrieb Jasmin Schreiber 40 Fragen über den Tod. Weil man viel zu selten darüber spricht und sich wohl auch eher nicht damit auseinander setzt, wenn es gerade keinen konkreten Anlass gibt.

Diese Fragen finde ich wirklich sehr gelungen und deshalb möchte ich sie hier einmal beantworten. Da 40 Fragen mit deren Antworten auf einmal zu viel wären, splitte ich sie auf in 4 x 10 Fragen. Kleine Häppchen also. Los geht’s.

  1. Hast du Angst vorm Tod?
    Nein, ich habe keine Angst vor dem Tod, denn da ist ja alles aus. Vor dem Sterben aber. Davor, dass es weh tut. Oder ewig dauert, während ich leide. Am meisten Angst macht mir der Gedanke, was es mit meinen Hinterbliebenen macht, wenn ich einmal sterbe.
  2. Hattest du Todesfälle in deinem Umfeld und wenn ja, welche haben dich besonders betroffen?
    Ja, recht viele für mein kurzes Leben. Haustiere waren immer schwer, auch wenn das jetzt doof klingt. Sie sind ja auch Familienmitglieder und man verbringt viele Jahre mit ihnen.
    Die beiden schlimmsten Tode waren meine Großeltern. Meine Oma starb, als ich 8 Jahre alt war und im Nachhinein glaube ich, das hat mich stark verändert. Mein Opa starb 2009, da war ich 21. Es hat mich in eine tiefe Depression gestürzt, mit der ich heute noch gelegentlich zu kämpfen habe.
    Auch Freundinnen waren schlimm; Saskia ist mir bis heute nicht vergessen. Wie sie wohl heute wäre? Das frage ich mich manchmal. Jetzt als Mutter hat sich noch ein ganz anderer Schmerz dazu gemischt; zu denken, wie hart es mich träfe, würde Püppi etwas geschehen. Danach würde ich sicher nicht mehr aufstehen.
  3. Haben deine Eltern mit dir als Kind über den Tod gesprochen?
    Wenig. Als meine Oma starb, musste meine Mutter mit mir darüber sprechen, aber wirklich viel kam da nicht. Das hat es mir denke ich noch schwerer gemacht. Ich konnte es nicht begreifen und ich war auch nicht vorbereitet. Sie hatte Krebs und es ging deutlich mit ihr bergab. Man hätte mich vorbereiten können. Hat man aber nicht.
  4. Hattest du als Kind Haustiere, die du beerdigt hast? Wenn ja, wie?
    Ich habe sie nie selber beerdigt, das geschah immer ohne mich. Selbst als vorletzten November mein Böckchen starb, war ich nicht dabei, weil ich es einfach nicht konnte.
  5. Haben deine Eltern Angst vorm Tod?
    Ich denke meine Mutter schon. Nur wohl nicht genug, um mit dem Rauchen aufzuhören und sich endlich gesund zu ernähren. Auch nicht genug, um auf Arbeit eine Atemschutzmaske aufzusetzen, weil das sieht ja doof aus.
    Mein Stief verdrängt das Thema. Ich glaube er ist der Meinung, dass er für immer lebt.
  6. Was macht die Antwort aus Frage 5 mit dir?
    Sie macht mich traurig aber auch wütend. Ich will, dass Püppi ihre Oma länger hat als ich meine. Und ich will meine Mutter länger haben als sie ihre!
  7. Hast du Kinder? Wenn ja, hast du mit ihnen über den Tod gesprochen? 
    Naja, Püppi ist erst anderthalb Jahre, da macht es keinen Sinn, wenn nicht gerade ein Haustier stirbt oder ähnliches. Aber ich habe mir fest vorgenommen, den Fehler meiner Eltern bei ihr nicht zu wiederholen.
    Wenn da jemand gute Bücher kennt für Kinder, wre ich über Tipps sehr dankbar.
  8. Wenn du mit deinen Kindern noch nicht über den Tod gesprochen hast: Was hält dich davon ab?
    Das Alter.
  9. Wovor fürchtest du dich mehr: Dem Sterben oder dem Tod selbst?
    Dem Sterben, siehe 1.
  10. Was gehört für dich zu einem guten Leben?
    Liebe. Lachen. Aktiv sein. Sich austesten. Lernen. Genießen. Arbeiten. Ein starkes soziales Netz, das Halt gibt, wenn das Leben es gerade nicht so gut meint. Reisen und die Welt erkunden. Meine Tochter.

Antworten

dawn-190055_1280

Tjaja, vielleicht ist ja der Mittwoch tatsächlich der beste Tag, die Freitagsfragen zu beantworten. 😉

Hier sind noch die Antworten von letztem Freitag:

1.) Was ist die beste Süßigkeit, die Du Dir ausdenken kannst?

Im Kern eine Sauerkirsche, ungezuckert. Die ist gefüllt mit weißer Schokolade. Außen rum kommt dann Nougat, aber weniger süßes und mehr nussiges. Und dann eine Schale aus Zartbitterschokolade. Geil, kann das mal bitte jemand zaubern?

2.) Wie verbringt man einen Regentag am schönsten?

Kuschelnd im Bett mit der Lieblingssendung. Ansonsten arbeite ich an Regentagen gerne, dann habe ich vielleicht mehr Zeit an sonnigen Tagen, um die Sonne auch zu genießen.

3.) Was ist eine schöne Kindheitserinnerung von Dir?

Der Ententeich. Da wollte ich als kleines Kind am liebsten ständig hin. Dazu habe ich meine Mutter auch bei Regen und Wind genötigt. Es war immer wieder schön. Und manchmal waren da auch Schwäne.

4.) Die Wahl der Qual: Sollte lieber Dein Nachbar oder Dein/e Ex eine arrangierte Ehe für Dich aussuchen sollen?

Lieber der Nachbar. Zur Not wandere ich aus. Nach Sagichnicht in Wüsstestdugern.

Update

Da denkt man, es geht bergauf – und der Virus lacht sich ins Fäustchen. Halsschmerzen der Hölle. Also bei mir. Püppi geht es zum Glück wieder gut, sie hat nur noch selten Beschwerden. Da das Zink ihre Haut, die ohnehin eine Problemhaut ist, nun vollends ausgetrocknet hat, müssen wir nun erst einmal dafür sorgen, dass die vielen kleinen Wunden vom Kratzen zuheilen und dann mit ordentlich Cremen, Cremen, Cremen wieder ein Gleichgewicht schaffen.

Währenddessen hüpft sie strahlend durch die Wohnung und möchte beschäftigt werden. Was mit einerseits freut. Andererseits treibt es mich an meine Grenzen, da es mir wie erwähnt selbst noch nicht wieder gut geht. Sie braucht die Aufregung und Beschäftigung, die sie sonst im Kindergarten hat, was ich ihr einfach gerade nicht bieten kann. Andere Kinder zu treffen (was möglich wäre) ist aber nicht drin, da noch ansteckend. Brr.

Unterdessen ist aber nicht alles schlecht.

Mein Praktikum wird bald (Mitte März etwa) beginnen und ich freue mich drauf, auch wenn das anstrengend wird. Überlege noch, die Stunden zu kürzen und dafür die Zeit hintenan zu hängen. Ist auch doof. Naja.

Aber: im Praktikum bekomme ich Gelegenheit, an Originalquellen zu arbeiten, die noch gänzlich unbearbeitet und unbekannt sind. Wie geil ist das denn? Zudem bietet dieses Feld, das ich beschreiben werde, eine riesen Lücke in der Forschung. Dafür sollte man mir nicht bloß den Bachelor geben, sondern kann mir eigentlich gleich den Master in die Hand drücken. Wie wäre es außerdem mit einem Doktortitel? Danke, see you.

Für eine andere Hausarbeit habe ich eine ganz tolle Idee gehabt, die mir zwar wieder viel Zeit kosten wird, was gute Ideen so an sich haben. Aber ich denke, dass es nicht nur meiner Dozentin gefallen werden wird, sondern generell ein interessanter Beitrag werden kann. So sehr, dass ich darüber auch Vorträge halten könnte. Die erste positive Rückmeldung habe ich dazu bereits bekommen.

Die Recherche zu diesem Thema – es wird aus zwei Seiten betrachtet werden und ich suchte Material zur anderen Seite – hat mich gestern allerdings leider völlig aufgelöst, sodass ich heulend am Laptop saß. In einer solch stressigen Zeit und dann auch noch hormongeplagt war das wohl keine so gute Idee. Ich werde das erst einmal ein paar Tage ruhen lassen und mich anderen Unterpunkten widmen.

Leise krächzende Grüße,

nickel

 

P.S.: Mir war heute mal nach lila.

Status Quo

Chaos!

Püppi hatte sich vor 2 Wochen erst mit dem Adenovirus angesteckt, was uns ins Krankenhaus brachte, weil es ihr einfach so mies ging. Der Bereitschaftsdienst hätte auch gereicht, jedoch machen Kinderärzte keine Hausbesuche und die Fahrt zur Praxis wäre mit krankem Kind so weit unzumutbar gewesen. Ich wäre wohl doch hin gefahren, hätte die Dame vom Krankenhaus am Telefon nicht gesagt, dass es okay ist zu kommen, auch wenn es kein Notfall ist.

Anyway, das war gerade überstanden (von uns Dreien! In einer Zeit, in der ich lange Tage an der Uni und in einer Exkursion hatte.)

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war extrem lang. Man sagt ja kurze Nacht, wenn man nicht geschlafen hat, aber eigentlich ist das Blödsinn, weil die Nacht einfach nicht enden will, wenn man nicht endlich schlafen kann.

Freitag der Anruf, nachdem ich nicht einmal meinen Kaffee austrinken konnte. Verdacht auf Hand Mund Fuß Krankheit. Das ist das mit den fiesen Pusteln überall, auch im Mund und Fieber und Schmerzen am ganzen Körper. Kind also abgeholt und sofort zum Arzt gegangen. Verdacht bestätigt. Hoch ansteckend. Auf meine Frage, was wir gegen den Juckreiz schmieren könnten, von dem ich gelesen hatte (und auf den ich eigentlich vorbereitet war), die Antwort des Arztes: das juckt eigentlich nie, wir brauchen nix kaufen.

Papa mit Püppi heim, ich weiter zur Uni, wo ich eigentlich schon seit einer Stunde sein und einen Vortrag halten sollte. Aber waren ja noch 6 weitere Stunden. Die übermüdet eine Qual waren, auch wenn das alles interessant war. Ich wollte aber einfach nur nach Hause.

Den Vortrag sollte ich am nächsten Tag halten, wozu es nie kam.

Die Nacht war noch viel schlimmer als die zuvor. Püppi weinte und schrie, kratzte sich wund. Wir versuchten sie immer wieder ins Bett zu bringen, mit dem immer gleichen Ergebnis, dass sie nach 5 oder 10 Minuten wieder weinte. Bis es mir gegen 3 Uhr reichte und ich in der diensthabenden Bereitschaftsapotheke anrief und mich auf den Weg machte.

Gegen 4.30 Uhr war ich wieder daheim. Einen Teil der Strecke musste ich trotz desolatem Zustand laufen, weil die Bahn nicht ganz in meine Richtung fuhr. Die längsten 3km meines Lebens! Die Apothekerin war so nett mir auch noch etwas rauszusuchen, falls Püppi noch Bläschen im Mund bekommen sollte. Gegen den Juckreiz gab es eine Schütteltinktur mit Zink. Das Zeug half sehr schnell und so konnten wir um 5 Uhr endlich schlafen.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich wie vom Lastwagen überrollt: nicht nur war ich natürlich müde, auch hatte ich Rücken- und Gliederschmerzen und mir war kotzübel. Ich hatte mich bereits angesteckt und Symptome entwickelt. Trotz der Angst, welche Auswirkungen das haben würde, sagte ich der Dozentin bescheid, dass ich leider nicht kommen könne, da nicht nur das Kind den größten Teil der Nacht geschrien hatte, sondern es mir einfach zu schlecht ging und der Käse ja wirklich hochgradig ansteckend ist. Sie hat mir noch immer nicht geantwortet und das macht mir Angst.

Immerhin kann ich die Klausur morgen unbeschadet ausfallen lassen, denn bei krankem Kind muss man nicht extra zum Amtsarzt rennen. Das hilft mir zwar aktuell sehr, wird mich zum Zweittermin allerdings wieder in Zeitbedrängnis bringen, da ich dann schon im Praktikum sein werde. Aber lieber so als meinen Schnitt komplett versauen, denn lernen konnte ich ja auch nicht und das bisschen, das bisher in meinem Kopf war, findet seinen Weg nicht mehr in konkrete Gedanken.

An dieser Stelle möchte ich übrigens mal eins ausrufen:

Kämpft für eure Apotheken!

In Notsituationen wird euch kein DocMorris und keine Rosenapotheke helfen. Die machen keine Notdienste und liefern schon gar nicht innerhalb weniger Stunden. Wäre ich auf Versandapotheken angewiesen, hätten wir das Mittel vielleicht heute bekommen, vielleicht auch erst, wenn die Symptome schon wieder abgeklungen sind und wir bereits gelitten haben.