Kassensturz 2014

Was für ein Jahr! Wenn ich darauf zurückblicke, bin ich erstaunt, wie rasant und chaotisch es war. Es gab schlimme Momente, aber auch viele schöne.

Von der Wanna-Do-Liste habe ich doch ein paar Punkte abarbeiten können, Besuche, Konzerte und so. Die wichtigsten Dinge eben.

Ich habe auch vieles nicht geschafft, aber das ist okay und keinesfalls tragisch. Schließlich war das eine WANNA do und keine TO do Liste. Alles war freiwillig, ich stellte keine Erwartungen.

Gerade in Anbetracht des Chaoseseses, das dieses Jahr über mich brachte, bin ich doch froh, heil aus der Sache raus gekommen zu sein. Bisher. 😉

Wenn ich zurück denke an den Moment, in dem ich realisierte, dass ich mein Studium verkackt habe, möchte ich mir doch gern noch ein Glas Vodka eingießen. Oder zwei. Der ganze Stress, die lähmende Ungewissheit, was ein talentfreies Mädchen wie ich außer klug reden und beliebige Hausarbeiten zusammenschreiben bloß mit sich anfangen soll. Und die Reaktionen der Anderen erst! Mitleid und Beileidsbekundungen waren mir schon immer genauso zuwider wie „Ich hab’s dir ja gleich gesagt!“ oder Lästereien hinter meinem Rücken, die früher oder wenig später doch ihren Weg zu mir finden.

Naja. Was soll’s. Aufstehen, Krönchen richten, Mittelfinger trainieren.


Neben diesem Chaos gab es auch wundervolle, schöne, spannende, lustige, fröhliche, großartige Momente, die mir Kraft gaben und die ich nie hätte planen können. Da man solche Momente viel zu schnell vergisst (man behält ja oft nur das Schlechte im Kopf), habe ich auf einen kleinen Trick zurück gegriffen: das Positiv-Glas. Wobei selbst der Name schon viel zu dramatisch ist. Es ist einfach nur ein Einweckglas, in das ich kleine Zettelchen mit schönen Erinnerungen aus dem Jahr werfe.

Auf den Zettelchen stehen dieses Jahr etwa

Daneben gab es viele kleine Momente, die ich nicht beschreiben kann, weil ich sie ausschließlich gefühlt habe. 2014 war für mich vor allem das Jahr, das durch viele Menschen bereichert wurde. Ich habe tolle Menschen kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen, die mir Halt geben und mir geholfen haben, das Positive zu sehen, das sich ja doch auch in negativen Ereignissen und Erlebnissen verbirgt. Ich habe mit so vielen Menschen gearbeitet und zu tun gehabt, die so unglaublich unterschiedlich waren, dass es mir auch viel über mich selbst gelehrt hat. In Abgrenzung, Vergleich, aber auch in den Gemeinsamkeiten, die man immer wieder finden kann, selbst wenn man sie gar nicht vermutet.

An dieser Stelle auch ein besonderes Dankeschön an alle Arschlöcher, die mich runterziehen, mir ans Bein pinkeln oder mich verunsichern wollten, die mich hängen ließen oder mir in Momenten der Entscheidung das Messer in den Rücken rammten. Ohne euch wäre es langweilig und je mehr scheiße ihr seid, desto mehr glänze ich.

Einige neue Bekanntschaften (und Freundschaften!) fanden und finden (bisher) ausschließlich virtuell statt. Und dennoch tragen sie dazu bei, dass ich mich gut fühle, über mich selbst lachen kann, mich nicht allein fühle. Dazu gehören übrigens auch die vielen Kommentare und Likes, die ihr mir hier auf dem Blog lasst. Sie bereichern ein schönes Hobby noch und geben mir den nötigen Anreiz am Ball zu bleiben, der mir bei manch anderen Hobbies leider fehlt. Daher geht ein ganz großes Dankeschön auch an euch!

Alles in allem war 2014 stürmisch aber lehrreich, gesellig und Neugier weckend. Neugier auf mehr, auf mich, auf Andere.

2015 kann kommen.

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Ich hab’s geschafft!

Es ist Montag. Das heißt, während ihr das hier lest, befinde ich mich

*Trommelwirbel*

an meiner neuen Arbeitsstelle!

*Tadaaaa*

Ihr lest richtig. Aber wie kommt es?

Nun, ab Semptember werde ich an eben jener Stelle meine Lehre antreten. Und da ich was zu tun und Geld brauche und das Team Unterstützung, fange ich bereits heute an dort zu arbeiten.

Und die Lehre wird gut, davon bin ich überzeugt. Ich lerne Kauffrau für Büromanagement, was ein neuer, flexibel einsetzbarer Beruf ist. Neben der eigentlichen Lehre kann ich bereits Zusatzqualifikationen erwerben, die in der Stadt des Hauptsitzes stattfinden. Und da es sich dabei um eine große Stadt handelt, sehe ich ganz nebenbei auch noch ein bisschen was von der Welt. 😉

Zudem wurden bisher alle Lehrlinge übernommen, weswegen es pro Jahr auch nur einen neuen Azubi gibt. Dieses Jahr bin ich das. 😉 Auch die Aufstiegschancen sind danach sehr gut.

Heute, meine Lieben, beginnt für mich ein neuer Lebensabschnitt mit neuen Erfahrungen und neuen Themen. Ich bin gespannt.

Lasst uns virtuell darauf anstoßen!

m_bartosch / freedigitalphotos.net
m_bartosch / freedigitalphotos.net

Vorstellungsrunde (2)

Am Freitag in der Frühe machte ich mich zu meinem zweiten Vorstellungsgespräch auf. Herr C. hatte mir schon gesagt, dass ich zwei Stunden einplanen solle, da es erst eine Firmenpräsentation und dann die Bewerbungsrunde gäbe. So ließ ich mich von meinem Freund R. hinfahren, wobei wir knapp eine Stunde unterwegs waren und hoffte, nach dem Gespräch gut wieder zurück zu kommen.

Ich sollte vielleicht vorweg nehmen: in meiner Recherche stellte sich irgendwann heraus, dass es sich hier um ein Call Center handeln musste, was weder in der Bewerbungsanzeige noch auf der Internetpräsenz klar gesagt wurde. Ich hatte mich also schon von vorn herein gegen diese Ausbildung entschieden, wollte das Bewerbungsgespräch aber als eine Art Training mitnehmen.

Als ich dort eintraf, war ich erstmal ernüchtert. Plattenbau, uncharmant, hässlich. Die moderne Inneneinrichtung konnte diesen faden Beigeschmack nicht wettmachen, zumal selbst diese ihre besten Zeiten schon hinter sich hatte.

Neben mir waren noch 3 weitere Bewerberinnen da; zwei von ihnen gehen noch zur Schule, die dritte war auch ein wenig jünger als ich, hatte aber schon mehr Erfahrung als die anderen beiden. Wir wurden in einen kleinen Besprechungsraum geleitet, der wie alle anderen Räume wahnsinnig gesichert war: Chips, Pin-Zahlen… Kann ich nachvollziehen, macht bei dünnen Pappwänden aber wenig Sinn. Naja.

Die „Firmenpräsentation“ war einfach nur der Interviewer, der uns ein wenig von der Firma und von den Ausbildungen erzählte. Interessant war, wie er schon hier die typischen Floskeln herunterrasselte, die gut klingen, aber was anderes heißen.

– „Die Bezahlung ist angemessen“ – zumindest für uns, schließlich seid ihr ja nur Azubis und Azubis wohnen bei Mama und brauchen kein Geld. (Die Bezahlung war tatsächlich unterirdisch! Als er das Gehalt nannte, hätte ich am liebsten schallend gelacht.)

– „Die Arbeitszeiten sind Montag bis Sonntag von 07.00 bis 23.00 Uhr, wobei wir bemüht sind, unsere Azubis nicht so lange dazubehalten“ – ernsthaft bemühen wir uns nicht wirklich. Wer lernen will, muss leiden.

– „Es kann auch mal vorkommen, dass Sie am Wochenende arbeiten müssen, aber das geschieht nur alle zwei Monate mal an einem Wochenende“ – zumindest anfangs. Wir werden öfter versuchen, euch am Wochenende ranzuholen und wenn ihr einmal zugesagt habt, kommt ihr da nicht mehr raus und seid alle zwei Wochenenden hier. Euer Privatleben gehört UNS!

– „Überstunden werden vorausgesetzt…“ Ihr seht dafür keinen müden Cent.

– „…aber in einem guten Team ist das kein Problem.“ Wir sind uns nicht zu schade, solche ollen Personalerkamellen anzuwenden und den Einzelnen mit dem Kollektiv zu bedrängen.

 


 

Er zählte ein paar Aufgaben der Ausbildung auf. Wohl gemerkt hatte ich mich als Kauffrau für Büromanagement beworben, was ein neuer Beruf ist, bei dem es viel um Organisation von Arbeitsabläufen geht, aber auch buchhalterische Tätigkeiten, Einkauf und Logistik, Haushaltsplanung, Arbeitsverträge vorbereiten (also Rechtskram) etc pp.

Die Aufgaben dort waren unter anderem: Motivationsplakate für die Mitarbeiter gestalten und aufhängen, die Mitarbeiter kontrollieren und motivieren… Mädchen für alles. Aber irgendwie nicht so richtig für das, was zum Beruf gehört, fand ich.

Die Übernahmechancen sind zwar recht gut, aber da übernommen werden würde ich auch nicht wollen.

Wir bekamen einen schriftlichen Test und Herr C. ließ uns damit für 30 Minuten allein. Die Fragen waren so larifari, dass ich sie schon als beleidigend empfand. (Wie heißt das gesuchte Wort? PFTO; Welches Rechenzeichen ist richtig? 10 [ ] 14=24; Was sind 30% von 1000?)

Danach wurden wir alle einzeln zu einem kurzen Gespräch mitgenommen und konnten danach gehen. Ich war als letzte dran und konnte mich somit noch mit den anderen unterhalten. Ich war mit meinem Eindruck nicht alleine, dass das kein erstrebenswerter Ausbildungsplatz sei.

Schließlich holte Herr C. auch mich ab. Seine Frage nach meinem Empfinden fand ich ja noch nett. Aber der Rest war entweder wenig aussagend (Wo haben Sie sich noch beworben?) oder einfach völlig daneben. „Warum sollten wir Sie NICHT einstellen?“ Ernsthaft? Was ist das für eine scheiß Frage? Warum sollte ich danach noch bei euch eingestellt werden wollen? Dämliche Psychospielchen, die wie ich finde nicht dazu beitragen, dass man sich kennenlernt, was ja aber eigentlich der Grund ist, warum man ein Vorstellungsgespräch hält. Oder liege ich da falsch?

Ich versuchte, wenigstens theoretisch positive Eindrücke wiederzugeben, auch wenn mir das echt schwer fiel. Dementsprechend redete ich nicht aus dem Herzen, sondern aus dem Kopf. Herr C. sagte dazu: „Sie sind so analytisch!“ Wenn er meint.

Naja. Alles in allem: Fail. Ich will dort auf keinen Fall hin. Die Bezahlung ist grottig, die Rahmenbedingungen schlecht, die Aufgaben bescheuert. Selbst überhaupt dorthin zu kommen ist grauenvoll. Vom Standort bis zum Hauptbahnhof brauchte ich sage und schreibe anderthalb Stunden, weil die Verbindungen dort hin so bescheiden sind. Und dann brauche ich ja noch etwas über anderthalb Stunden, um vom Bahnhof bis nach Hause zu gelangen. Macht sage und schreibe 3 Stunden…

Ich sehe es als Erfahrung. Ich habe gelernt, was ich NICHT möchte. Und auch, dass man teuflisch aufpassen muss, wenn etwas (wie diese Stelle) mit vielen Fremdwörtern umschrieben wird. Denn dann ist meistens etwas faul an der Sache.

Auf dem Arbeitsamt (2)

Donnerstag war mein zweiter Auftritt im Jenaer Arbeitsamt. Genauer gesagt hatte ich einen Termin beim Berufsberater. Und zwar bei einem, der extra für Studienabbrecher da ist.

Ich gebe zu: ich war mehr als skeptisch vor diesem Termin. Begründet ist das darin, dass mein letzter Berufsberater, bei dem ich vor 8 Jahren nach dem Abi war, -mit Verlaub- ein Vollhonk war. Ich weiß nicht, ob er einfach nur überfordert oder bocklos war. Aber er legte jedem, aber auch JEDEM nahe, doch Lehrer zu werden. Selbst denen, die ganz offensichtlich nicht dazu gemacht waren. Er hat damals bei mir alles angeleiert und mehr oder weniger seinen Anteil an meinen Umwegen. Nicht, dass das jetzt alles doof gewesen wäre. Ohne diesen Strutz hätte ich nie meinen besten Freund kennen gelernt, hätte diesen Blog nicht und würde euch jetzt nicht hiervon berichten. 😉

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So ging ich also zum Berufsberater in dem Gedanken, dass sicher nicht viel dabei rumkommen würde, es aber auch nicht schaden könne, mal vorbeizuschauen.

Zunächst musste ich ein wenig warten, bis ich aufgerufen wurde. Ich wartete nicht alleine. Bei mir saßen zwei Typen, etwa in meinem Alter. Ich muss ja mal sagen: das ist vielleicht kein Vorstellungsgespräch und entscheidet auch nicht über Leben und Tod. Aber so halbwegs was Vernünftiges kann man da doch schon anziehen, oder? Es war nicht so krass wie letztes Mal, als ein Junge in Baggypants, XXXXXL-Shirt und Blingbling um den Hals neben seiner Mutter saß, der das ärmellose grellpinke Oberteil mindestens 2 Nummern zu klein war und das auch kaum von ihren Kalkstampfern in kurzer Jogginghose ablenkte. Aber trotzdem… Der Typ in Achselshirt, Hüfthose und Karoboxershort wirkte irgendwie sehr stoned. Ist nicht mein Problem. Fand ich nur etwas merkwürdig. Schließlich ist auch ein Termin bei der Berufsberatung wenigstens halboffiziell.

Schließlich rief mich Herr B. auf und geleitete mich in sein Büro. Er war mir auf Anhieb sympathisch. So ein warmes Lächeln und leuchtende Augen! Fühlt man sich wenigstens für eine Weile nicht mehr so verloren im Kampf um den Ausbildungsplatz.

Ich erzählte ihm von meinem Studium und wo ich mich schon beworben habe; auch, dass ich mir ein Duales Studium in Richtung BWL und Co. absolut nicht vorstellen kann (war ein Vorschlag) und was ich gut kann. Er hat begriffen, dass ich einen Input brauche und mir diesen prompt geliefert. Seine Vorschläge, was zu mir passen könnte, waren wirklich gut. Fast, als hätte er mich gekannt und schon eingeschätzt.

Was ich mir von diesem Termin erhofft habe, bekam ich auch. Ich habe jetzt weitere Ideen für Berufsrichtungen und obendrein bekomme ich noch ein paar Adressen, die so nicht im Jobportal stehen. Warum mir das nicht direkt ausgedruckt und in die Hand gedrückt wird, sondern per Post geschickt, verstehe ich nicht so ganz. Würde ja kostbare Zeit und auch Geld sparen. Aber naja, damit muss ich mich wohl abfinden.

Dieser Termin war also ein voller Erfolg. 🙂

Und er sagte etwas zu mir, das mich sehr beruhigt hat:

Um Sie mache ich mir keine Sorgen! Sie finden bald etwas!

(Sollte ich dennoch bis Mai nichts haben, sollte ich noch einmal vorbei schauen. Auch wenn er mir sympathisch war: hoffentlich muss ich das nicht!)

Auf dem Arbeitsamt (1)

Der Gang zum Arbeitsamt gehört zu denen, die man ungern antreten mag. Und weil es mir da nicht anders geht, habe ich ihn immer weiter hinaus geschoben. Bis vergangenen Donnerstag.

Da packte ich all meinen Mut und meine Unterlagen zusammen, um tapfer dem großen roten A entgegen zu reiten. Ich war voll motiviert, diesen Schritt endlich hinter mich zu bringen. So motiviert, wie ein Schwein auf dem Weg zum Schlachter sein muss.

Dort angekommen ließ ich mich im Angesicht dieses wundervoll hässlichen Gebäudes zu einem verwackelten Photo hinreißen. Man beachte die rote Ampel, die im Nachhinein auf komisch-tragische Weise ein gutes Sinnbild abgibt.

Arbeitsagentur Jena

Ich ging hinein und bahnte meinen Weg zur Anmeldung. Dort wurde ich freundlich empfangen. Ich krächzte meinen Wunsch -meine Stimme war nach der Erkältung doch noch nicht ganz wiederhergestellt- und man nahm meine Daten auf.

„Ach, Sie haben zu Weihnachten Geburtstag? Ist das nicht doof?!“

Ich dachte: Fängt das schon wieder an? Ich hatte so lange Ruhe davor!

Ich sagte: „War die ersten Jahre etwas komisch, aber dann hab ich mich dran gewöhnt…“

Kurzes Lachen. Ich kläre sie darüber auf, dass ich durchgefallen bin mein Studium vorzeitig beenden werde, jedoch noch nicht exmatrikuliert bin. Und dann sagt sie den einen Satz, der mich für die nächsten Stunden ankotzen wird:

„Tut mir leid, aber Sie können sich nicht arbeitslos melden!“

Hintergrund: Man braucht unbedingt die Exmatrikulation dafür. Diese wird mir irgendwann in den nächsten Wochen zugeschickt, doch die Exmatrikulation findet rückwirkend zum 31.3. statt. Nun ist es aber so, dass man spätestens zum ersten Tag der Arbeitslosigkeit dort vorstellig werden muss (also am 1.4.) – mitsamt sämtlicher Unterlagen. Tut man das nicht, kriegt man Ärger.

Deutschland, deine Bürokratie.

Da ich weder Bock auf Ärger habe, noch darauf, monatelang ohne Geld dazustehen, weil die Bürokratie wieder voll zuschlägt, werde ich mich quasi eigenständig exmatrikulieren müssen und dafür wieder bei 4 verschiedenen Stellen vorstellig werden.

Ich hab so Lust. Nicht.

Aber was soll’s, da muss ich jetzt durch. Wenn schon Scheiße, dann Scheiße mit Schwung. Ein bisschen Leiden wegen des verkackten Studiums, das meinen Lebensmittelpunkt darstellte, reicht schließlich nicht aus. Da muss noch mehr kommen.

Etwas demotiviert ging ich dann noch zur Abteilung für Berufsberatung. Kann ja nicht schaden.

Die Frau dort war auch nett, aber etwas… wie soll ich sagen? Ich habe mich nicht ganz ernst genommen gefühlt.

Es fing schon damit an, wie sie meinen Nachnamen aussprach. Leicht belustigt. Und mein Nachname ist nicht wirklich lustig. Höchstens niedlich. Aber nix zum Lachen…

Und dann ging es wieder los:

„Ach, Sie haben zu Weihnachten Geburtstag?!“

Ich dachte: Herrgott nochmal, hört das denn nie auf?!

Ich sagte: „Jaaaaaaaa…..“

„Oh, dann sind Sie ja ein kleiner Weihnachtsmann.“

Ich dachte: Ich spring dir ins Gesicht!!!

Ich sagte: „Weihnachtsfrau, wenn ich bitten darf!“

„Hahahahaha, ja, das wohl. Ist das nicht blöd?!“

Ich dachte: OMFG HALT DEN RAND!!!!

Ich sagte: nix. Nee, irgendwann reichts.

Ernsthaft Leute. Jeder Spruch, jeder Witz, jede noch so gescheit erscheinende Bemerkung: ich habe sie alle gehört. Verkneifts euch! Der 24.12. ist ein Tag wie jeder andere auch. Es ist nichts besonderes dabei. Zufall, verdammt.

Nachdem ich ihr meinen gesamten Werdegang seit dem Abitur erzählt habe, für den ich selbst nochmal in meinen Lebenslauf schauen musste (ups!), ein entsetztes „NOCH EIN STUDIUM?!“ herunterschlucken musste, nachdem ich sagte, dass ich mir auch ein Duales Studium vorstellen könnte, entließ sie mich mit einem kleinen Zettelchen in der Hand, auf dem mein Termin mit dem extra auf Studienabbrecher spezialisierten Berufsberater steht. Schön, dass es so etwas gibt. Ich bin gespannt auf den Termin.

Er ist Donnerstag. Montag und Freitag habe ich jeweils ein Vorstellungsgespräch. Mal sehen, wie mein Wochenrückblick nächste Woche aussehen wird.