Wie wir Regeln finden

Beim Nuf gab es ein interessantes Interview mit Berlinmittemom über Konsumverhalten im Internet und dessen Grenzen in deren Familie. Berlinmittemom stellte zum Schluss des Interviews eine Frage in die Runde:

An was orientiert ihr euch, wenn ihr Regeln zur Mediennutzung mit euren Kindern formuliert?

tldr: Wie bei allem orientieren wir uns auch in Erziehungsfragen am Wohlfühlfaktor, dem Tagesgeschehen, eigenen Erfahrungen und nur selten an Ratgebern.

Meine Tochter ist erst 11 Monate jung, daher kann ich nur theoretisch antworten. Ich treffe aber alle meine Entscheidungen (auch außerhalb des Elternseins) so, deshalb kann ich es sicher adaptieren.

Für mich bzw. uns ist es wichtig, dass es mit Entscheidungen und Regeln allen gut geht. Beispiel: Erlaubt man dem Kind uneingeschränkten und unkontrollierten Zugriff auf Internet und TV, so gefällt das dem Kind sicher sehr, aber a) würde es mir selbst damit nicht gut gehen und b) wie schon im Interview gesagt wurde hat das eben auch Einfluss – ganz direkt auf die Stimmung und längerfristig auf die Charakterbildung. Ich sage damit nicht, dass Internet per se schlechte Menschen macht, ich bin ja selbst sehr internetaffin und wohl ganz okay geraten. Jedoch merke ich an mir selbst, dass es gewisse Abhängigkeiten gibt, steckt man einmal drin – und das ist sicher nicht immer so gesund und auch nicht immer so toll wie man glauben möchte. Ein ganz simples Beispiel, das sicher viele kennen: morgens Emails checken. Eine Studie fand heraus, dass das morgendliche Emailchecken die Tagesproduktivität um 27% (sicher auch mehr) senken kann. Man möchte up to date sein. Bei Kindern und Jugendlichen sind das vermutlich weniger die Emails, dafür aber Abos verschiedener Youtube-Kanäle, bei Instagram, Facebook und Co. Und ganz schnell hat man da ein, zwei Stunden verplempert ohne es zu merken. Und es schafft Abhängigkeiten, die in der Nutzungsweise jugendlicher Cliquen begründet liegen. Wer den neuesten Beitrag nicht gesehen hat, kann nicht mitreden.

Natürlich hat eine einzelne Familie nicht viel Macht gegen den Druck der Peergroup, doch man kann Grundsteine setzen. Diese Grundsteine sollte man so früh wie möglich setzen, denn ist das Kind erst einmal in der Pubertät, in der Freunde ungleich wichtiger und einflussreicher werden als die Eltern, kommt man kaum gegen unerwünschtes Verhalten mehr an. Da Internet inklusive Social Media und diversen Spielen Teil unserer Gesellschaft sind, auch wenn es manch einer nicht wahrhaben will und alles Digitale verteufelt, müssen wir als Eltern unsere Kinder auch dafür sensibilisieren und ihnen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Medien beibringen. Das geht weder durch Laissez-Faire noch durch strikte Verbote. Irgendwo in der Mitte, zwischen diesen beiden Extremen, sind gute und wirkungsvolle Methoden dafür zu finden.

social-media-1733107_1920

Wobei ich wieder zurück komme: jede Familie muss es selbst entscheiden, was für sie richtig ist.

Woran wir uns orientieren ist neben dem „Wohlfühlen“ mit Regelungen auch die tagesaktuelle Stimmung. Was heute passt, kann morgen unpassend sein. Man könnte das Finetuning nennen. Wer niedergeschlagen und traurig ist, kann diese negative Stimmung im Internet ganz schnell multiplizieren und gehört stattdessen an die frische Luft, zu Freunden oder in den Kreis der Familie, wo aktiv etwas unternommen wird. Wer sich körperlich nicht gut fühlt, eine Erkältung hat oder dergleichen, kann sich dagegen gerne mit der Lieblingssendung ablenken. Das machen wir hin und wieder schon jetzt so (jaha, ich Rabenmutter!) – wenn die Zähnchen besonders schmerzen oder der Wachstumsschub stresst und schmerzt, stehen Sunny Bunnies und Gazoon hoch im Kurs.

Hin und wieder finde ich (Papa liest keine Elternthemen) auch gute Ideen oder Ansätze in Blogs oder Zeitschriften, die wir dann individuell angepasst austesten und beibehalten oder auch nicht.

Das meiste haben wir bisher jedoch selber überlegt und ausgetüftelt, was wir sicher auch später so beibehalten werden.

Was mir jedoch noch sehr wichtig ist, sind Gruppenspiele. Diese tauchten auch im Interview auf und haben etwas in mir angepiekst. Diese Spiele machen süchtig. Langsam und schleichend. Die gefährlichste, hinterhältigste Form also. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. WoW war für mich irgendwann nicht mehr nur ein netter Zeitvertreib, ein lustiges Spiel. Es ging über in eine Art sozialer Verpflichtung – es gab Gildenziele, die es zu erreichen gab, Freundschaften, die gepflegt werden wollten und eben auch Menschen, mit denen man sich über intimste Gedanken austauschte -in der scheinbaren Anonymität. Davon ausgehend wurde WoW zum Suchtfaktor und dort auszubrechen hat mich viel Zeit und viel Schmerz gekostet. Das will ich unbedingt vermeiden, ist Püppi einmal in dem Alter.

Das muss nicht zwangsläufig ein komplexes Spiel sein wie WoW, dazu reichen schon diverse Facebookspiele und Browsergames, bei denen man ohne die Beteiligung von Freunden nicht weiter kommt. Eigene Erfahrungen, die unsere Eltern noch nicht hatten, sind für uns damit ebenso wichtige Orientierungspunkte wie die oben genannten.

WMF: Werbung im Blog

wmf-250x250

Beim dieswöchigen Webmasterfriday geht es um im Blog eingebundene Werbebanner. Das Thema erweitere ich hier auf Werbung im Blog allgemein. Ich betrachte das Thema als Blogger, aber auch als Leser.

Aus Bloggersicht

Wer nicht mit entsprechender Software gegensteuert weiß, dass in diesem Blog Werbung erscheint. Aber -und das betone ich gerne auch noch einmal- darauf habe ich keinen Einfluss. WordPress finanziert dadurch die kostenlose Version. Das finde ich in Ordnung, ist die Werbung meiner Erfahrung nach im erträglichen Rahmen. Ich könnte upgraden und die werbefreie Version freischalten, doch einerseits habe ich als Studentin dafür einfach kein Geld über, andererseits würde sich das gar nicht lohnen.

Es würde sich aber auch nicht lohnen, Werbung einzubinden. Ich denke, das wird erst ab 1000+ Lesern rentabel, weil dann die Wahrscheinlichkeit, dass auch jemand auf ein solches Banner klickt, einfach höher ist. Dazu muss man bedenken, dass der Gewinn aus einem solchen Klick im einstelligen Centbereich liegt. Und dafür Leser mit Werbung nerven? Nö!

Auf keinen Fall sollte man vergessen, dass ein Blog mit Werbebannern, für deren Einbettung der jeweilige Blogger Geld bekommt, nicht mehr privat ist. Man bräuchte spätestens dann ein Impressum (Anonymität adé) und unter Umständen müsste man das auch dem Finanzamt melden, schließlich stellt das eine Einkunft dar. Damit verbunden ist auch, dass man einfacher abgemahnt werden kann und wenn man die eine oder andere Sünde bei der Quellenangabe gemacht hat, ist man schnell dabei, sich mit Anwälten herumzuschlagen. Auch muss man jede Werbeanzeige kenntlich machen. Weiterlesen „WMF: Werbung im Blog“

Weihnachten im Blog

Webmasterfriday fragte: Wie sieht Weihnachten im Blog aus?

Zuerst ist da natürlich der Blogadventskalender (zu dem noch Türchen vergeben werden 🙂 )

Der dient zum einen natürlich dazu, den Blog mit Leben zu füllen. Ganz konkret mit Weihnachtlichem: Geschichten, Gedichte, Bilder, Musik, Rezepte, Erinnerungen…
Zum anderen habe ich da auch ein Bild der Vernetzung untereinander im Kopf. Ich finde es schön, sich mit anderen auszutauschen und zu sehen, welche unterschiedlichen Gedanken es zu Weihnachten und Advent gibt. Zugleich gibt man seinen Lesern quasi Empfehlungen für weitere Blogs.
Ja, dass ich vielleicht gefunden werde ist auch ein Aspekt, den ich nicht verheimliche. Es ist ja bei diesem riesigen Angebot an Blogs nicht leicht, für sich passende Blogs zu finden, so als Leser. Wenn also der eine oder die andere hier festhängen bliebe, würde mich das natürlich sehr freuen. Wenn nicht, dann eben nicht: der Adventskalender macht mir auch einfach Spaß.

Das Design wechselt natürlich auch. Zum ersten Advent wechsle ich den Hintergrund in etwas Weihnachtlich-Winterliches, mein RSS-Symbol (in der Leiste unter dem Archiv) wird wieder angeglichen. Außerdem hat WordPress ja das nette Gimmick mit den fallenden Schneeflocken, das ich auch wieder auspacken werde.

Allgemein richtet sich all das aber einfach nach meiner Lust auf Weihnachten und danach, wie weihnachtlich ich mich fühle. Das ist von Jahr zu Jahr verschieden und richtet sich nach allgemeinen Geschehnissen unmittelbar vorher und über das Jahr verteilt.

Und danach, ob ich schon auf dem Weihnachtsmarkt war. 😀

When the Lady calls

Lady Crooks hat ein Stöckchen geworfen und da ich ganz animalisch meinen Jagd- und Spieltrieb verspürte, schnappte ich es und apportiere hiermit.

Da mir das Drumherum zu viel ist (eigene Fragen stellen – hab ich schon so oft; nominieren – hab ich schon so oft; Regeln befolgen – bin ich heute zu rebellisch für) beantworte ich nur die Fragen. Ihr als Leser könnt aber sehr gerne das Stöckchen aufgreifen und in einem eigenen Blogpost oder in den Kommentaren beantworten.

Hier also las preguntas:

1.) Wo würdest du am liebsten Leben?

Eine Frage, die mich letzter Zeit tatsächlich oft beschäftigte. Ich mag Jena, ich habe hier den Liebsten und Freunde, kenne mich aus, fühle mich zu Hause . Jena bietet mir einige Möglichkeiten, mich zu entfalten und Wege, die ich nur beschreiten muss. Die perfekte Mischung aus Natur und Stadt. Und gute Anbindungen, um mal raus zu kommen. Andererseits ist es in den Jahren sehr spießig geworden. Keine Popkultur mehr, kaum Straßenkünstler, wenig Kunst, dafür viel Engstirnigkeit und Kleinstadtregelpocherei. Und für seine Offenheit und Leichtigkeit liebe liebe liebe ich Leipzig. Geilste Stadt ever, geiler als Berlin imho.
ABER ich fühle mich auch noch meiner Heimatstadt verbunden, in der ich aufwuchs und die eben einfach meine Wurzel ist. Sehr gern würde ich auch dort wieder wohnen. Doch die Heimat, die ich kannte, die gibt es nicht mehr.

2.) Auf was könntest du in deinem Leben auf keinen Fall verzichten?

Mein erster Impuls waren jetzt Personen, doch da wäre das Fragewort „was“ ja unangebracht, nech? Ein Ding also, ohne das ich nicht leben könnte. Ganz materiell vielleicht mein Rechner. Oder gute Bücher.

Noch viel wichtiger ist mir aber die Fähigkeit, den Moment schätzen zu können. Das Schöne zu sehen, das Licht, wenn alles dunkel scheint. Das ist eine Fähigkeit, die ich in unzähligen, schmerzvollen, düsteren Lektionen mühsam lernen musste. Und eben jene will ich nie wieder verlieren.

3.) Was würdest Du mir wünschen?

Das Allerbeste. All das, was Dich glücklich macht. Du weißt selbst am besten, was das ist, deswegen will ich hier gar nicht konkreter werden.

4.) Was wolltest du als Kind immer werden?

Tierärztin. Da dachte ich noch, man könne alle Krankheiten bei Tieren damit heilen, dass man sie mal ordentlich knuddelt, ihnen etwas Gutes zu fressen gibt und dann ist alles wieder gut. Damals hatte ich auch noch nicht meine unzähligen Tierhaar- und Federallergien. Tja.

5.) Hat sich ein Kinder-/Jugendtraum erfüllt? Wenn ja, welcher?

Ich habe einen tollen Mann. Fehlen noch die 2 Kinder, dann ist es so, ja. Denn als Kind wünschte ich mir vor allem eine heile Familie, ganz klassisch mit Vater, Mutter, Kind/ern.

6.) Kannst du mir einen guten Blog empfehlen und warum glaubst du dass er mir gefällt?

Da gibt’s doch ein paar. Viele davon kennst Du aber schon und den einen oder anderen kenne ich durch Dich. Wie wäre es denn mit „Heute war wieder einer da…„, einem Apothekenalltagsblog mit allerhand lustigen und denkbaren Momenten.

Oder vielleicht „apothekentheater„? Ja, auch ein Apothekenalltagsblog, aber doch gänzlich anders.

Von der Uni an den Herd“ ist bestimmt was für Dich. Die Thematik des Spagats zwischen Beruf und Muttersein ist ja auch Gegenstand Deines Blogs (und nicht zu vergessen Deines Lebens.)

Ansonsten schau mal auf TwistedSifter vorbei. Kreativ, vielfältig, manchmal zum Staunen, manchmal zum Schmunzeln und oft zum Entdecken. Ist immer wieder etwas Neues dabei.

7.) Wie oft liest du meinen Blog?

Immer wenn du einen neuen Beitrag verfasst. RSS-Abo.

8.) Warum liest du meinen Blog?

Warum nicht? Ich mag Deine Art und Deine Themen. Vor allem bist Du in der verrückten Bloggerwelt so herrlich normal. I like that!

9.) Warum liest du generell Blogs?

a) Ich lese sowieso gerne und das nun seit 21 Jahren. Blogs sind eine logische Konsequenz.
b) Man erfährt zeitnah und oft autentisch (kommt natürlich auf den Blog an), was im Leben anderer so passiert. Das interessiert mich wahnsinnig.
c) Ich kann nicht aus meiner Haut als Soziologin. Die verschiedenen Perspektiven unterschiedlicher Menschen auf das selbe Thema sind irrsinnig interessant. Wenn wir alle ein Bild beschreiben sollten, kämen völlig unterschiedliche Beobachtungen heraus. Und so ist das auch mit dem Alltag.
d) Manchmal, ganz selten aber, findet man einen Blog, dessen Schreiber so begabt ist, dass man seine Sätze, ach was jedes einzelne Wort förmlich aufsaugt. Das ist mir in meiner aktiven Bloglesezeit von nunmehr 8 Jahren bisher aber nur zwei mal passiert.

10.) Welche Art von Blogs liest du am liebsten?

Zum einen Alltagsblogs, zum anderen Wissenschaftsblogs. Mode-, Bastel- oder Kochblogs sind dafür gar nichts für mich. Da hole ich mir aber Inspiration in „Akutfällen.“

11.) Welches Schimpfwort wolltest du mir schon immer mal an den Kopf werfen?

Interessante Frage. Viel interessanter als meine Antwort (die wenn wir ehrlich sind doch eher langweilig ist mit „Ich möchte Dir kein Schimpfwort an den Kopf werfen. Weder kennen wir uns noch haben wir jemals gestritten.“) ist für mich die Frage, warum Du das wissen möchtest. War das einfach eine Platzfüllerfrage (was Dir verziehen sei) oder ist die Frage ernst gemeint? Falls zweiteres: Warum sollte Dir irgend jemand etwas an den Kopf werfen wollen? Hast Du was verbrochen? 😉

Das war’s auch schon wieder.

Vielen Dank liebe Lady für die Fragen.

Wie gesagt kann dieses Stöckchen mitnehmen, wer gerne mag. Viel Spaß dabei!

[Rezension]: Einmal täglich – Pharmama

Pharmama ist vielen Bloglesenden ein Begriff und tägliche Anlaufstelle für über 4200 Email-Abonnenten. Seit mittlerweile 7 einhalb Jahren schreibt sie auf ihrem Blog (mit wenigen Ausnahmen) täglich über den Alltagswahnsinn und die Alltagsfreuden in der Apotheke, gibt Einblicke hinter die Kulissen, hält hin und wieder aber auch den Kunden vor dem Schalter den Spiegel vor – manchmal ernst, meistens jedoch mit Humor.

Humor beweist auch ihr zweites Buch „Einmal täglich.“ Durch ein gewonnenes Gewinnspiel auf Pharmamas Seite kam ich in den Genuss der Lektüre und möchte euch nun gern daran teilhaben lassen.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck ist entscheidend, sagt man. Und es ist wahr: wir entscheiden uns innerhalb weniger Sekunden, ob wir jemanden oder etwas gut finden oder nicht. „Einmal täglich“ machte bei mir einen guten ersten Eindruck. Das erste, was mir positiv auffiel, war das Format. Mit 23,5cm ist es so hoch wie die meisten Taschenbücher, doch mit 19cm ein Stück breiter als im „normalen“ Verhältnis, was für ein Buch mit diesem Inhalt einfach ideal ist! Denn wie schon in der Beschreibung zu lesen gibt es im Buch viele Zeichnungen, die dank der leichten „Überbreite“ ausreichend Platz bekommen und nicht zwischen die Seitenränder gequetscht werden.
Die Farbgebung des Covers finde ich gut gelungen. Schwarz, Weiß, Grün, Rot und Grau sind harmonisch angeordnet und sogar nach Auffälligkeitsregel angewandt (das auffällige/einnehmende Rot ist sehr sparsam eingesetzt, während das dezente Grau die Hauptfarbe bildet), was mir als Ästhet sehr angenehm ist.
Den Umschlag in Hochglanz zu halten empfinde ich als passend und stimmig – Hochglanz hat etwas von „sauber“ und „ordentlich“, was doch in die Assoziation mit der Apotheke passt.

Erstes Lesen

Beim ersten Lesen ist für mich wichtig, ob man sich gut ins Buch einfinden kann, wie es sich liest, ob sich das Lesen gut anfühlt oder ob man jedes dritte Wort nachschlagen muss, weil der Autor sich mit Fremdwörtern profilieren wollte.
Pharmama beweist, dass man etwas gut erklären kann, ohne auf die Fachwortpauke zu hauen. Ich kam sehr gut rein, befand mich gedanklich an Pharmamas Seite und schaute ihr über die Schulter, als sie im ersten Kapitel auf die Kunden einging.
Zugegeben – ich musste mich erst an den Aufbau gewöhnen, was schlicht daran liegt, dass ich kein Comicleser bin. Doch das „was zuerst?“ ist nach spätestens vier Seiten keine Frage mehr. Denn wie sie schon auf Seite 2 schreibt, macht Pharmama sich zunutze, dass der Leser erfahrungsgemäß erst den Comic ansieht und dann den Text liest. Und ja, das stimmt tatsächlich. Man wandert automatisch erst zum Bild und dann zum dazugehörigen Text. Probiert es aus. 😉

Der Inhalt

Wie gesagt gibt es im Buch viele Zeichnungen. Sehr viele sogar, denn fast auf jeder Seite ist eine zu finden und darunter beziehungsweise auf der Seite daneben der dazugehörige Text. Dadurch hat man so gesehen schon ein Beispiel, noch bevor etwas erklärt wird, was das Verständnis sehr steigert. Tatsächlich braucht man für die Lektüre keine Vorkenntnisse und wird auch als absoluter Neuling an die Hand genommen und durch allerhand Wissen begleitet. Fremdwörter, die später im Text auftauchen, werden vorher stets kurz und knapp aber einleuchtend erklärt, sodass niemand befürchten muss etwas nicht zu verstehen.
Und ja, es stimmt, was im Text auf dem Buchrücken steht: „So ganz nebenbei lernt man noch etwas über die richtige Anwendung der Medikamente.“ Übrigens auch z.B. über Selbstdispensation, Generika oder pflanzliche Heilmittel.

Die Kapitel sind grob gehalten. Das erste Kapitel widmet sich dem Apothekenalltag – und da es darüber viel zu berichten gibt, ist es mit 91 Seiten eben auch das umfangreichste. Die anderen Kapitel sind spezifischer: im zweiten Kapitel wird der Leser nach Afrika entführt und findet sich in einer Phantasieapotheke auf Safari wieder. Sechs weitere Kapitel amüsieren mit phantasievollen Themen wie Superhelden oder Märchen – und es gibt sogar ein Kapitel über Star Wars! Oder meint „Komm auf die dunklen Seiten“ vielleicht doch etwas anderes? 😉

Zum Schluss gibt es noch ein Bullshit-Bingo für die Apotheke und wer gut aufgepasst hat, kann das Rätsel auf der letzten Seite sicher gut lösen.

Fazit

Ich finde das Buch toll und kann jedem, der auch Pharmamas Blog gerne liest oder einfach an der Apothekenarbeit interessiert ist die Lektüre empfehlen. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass es für solche, die gerade in einer Apotheke zu arbeiten anfangen gleichermaßen erheiternd ist wie für jene, die schon jahrelange Erfahrung mitbringen und sicher öfter ein „Das kenne ich!“ – Erlebnis haben werden. Das Augenzwinkern, das auch an kritischen Stellen zu finden ist, mag ich persönlich auch im Blog sehr gerne.

Ein bisschen unsicher bin ich mir bei der Aufteilung. Einerseits hätte ich mir schon gewünscht, dass das Alltagskapitel noch einmal grob untergliedert wird, um auch später noch einmal zu einem Thema nachlesen zu können, ohne lange zu suchen. Andererseits ist das Buch aber auch kein Lehrbuch, auch wenn es sehr informativ ist und Wissen vermittelt – das allerdings wie beschrieben „nebenbei“ und nicht als Hauptziel. Das ist immernoch die Unterhaltung des Lesers – und diese ist meiner Meinung nach super gelungen.

Also: Kauft euch das Buch oder lasst es euch schenken. Der Preis von aktuell rund 10€ ist mehr als angemessen.

Und für alle, die täglich auf ihrem Blog sind: ja, die eine oder andere Zeichnung gab es bei Pharmama schon zu sehen, doch der bekannte Anteil ist verschwindend gering und daher zu vernachlässigen. Also nur zu – ich versichere euch, dass der Anteil an unbekanntem Inhalt groß genug ist, um den Buchkauf zu rechtfertigen.

Kassensturz 2014

Was für ein Jahr! Wenn ich darauf zurückblicke, bin ich erstaunt, wie rasant und chaotisch es war. Es gab schlimme Momente, aber auch viele schöne.

Von der Wanna-Do-Liste habe ich doch ein paar Punkte abarbeiten können, Besuche, Konzerte und so. Die wichtigsten Dinge eben.

Ich habe auch vieles nicht geschafft, aber das ist okay und keinesfalls tragisch. Schließlich war das eine WANNA do und keine TO do Liste. Alles war freiwillig, ich stellte keine Erwartungen.

Gerade in Anbetracht des Chaoseseses, das dieses Jahr über mich brachte, bin ich doch froh, heil aus der Sache raus gekommen zu sein. Bisher. 😉

Wenn ich zurück denke an den Moment, in dem ich realisierte, dass ich mein Studium verkackt habe, möchte ich mir doch gern noch ein Glas Vodka eingießen. Oder zwei. Der ganze Stress, die lähmende Ungewissheit, was ein talentfreies Mädchen wie ich außer klug reden und beliebige Hausarbeiten zusammenschreiben bloß mit sich anfangen soll. Und die Reaktionen der Anderen erst! Mitleid und Beileidsbekundungen waren mir schon immer genauso zuwider wie „Ich hab’s dir ja gleich gesagt!“ oder Lästereien hinter meinem Rücken, die früher oder wenig später doch ihren Weg zu mir finden.

Naja. Was soll’s. Aufstehen, Krönchen richten, Mittelfinger trainieren.


Neben diesem Chaos gab es auch wundervolle, schöne, spannende, lustige, fröhliche, großartige Momente, die mir Kraft gaben und die ich nie hätte planen können. Da man solche Momente viel zu schnell vergisst (man behält ja oft nur das Schlechte im Kopf), habe ich auf einen kleinen Trick zurück gegriffen: das Positiv-Glas. Wobei selbst der Name schon viel zu dramatisch ist. Es ist einfach nur ein Einweckglas, in das ich kleine Zettelchen mit schönen Erinnerungen aus dem Jahr werfe.

Auf den Zettelchen stehen dieses Jahr etwa

Daneben gab es viele kleine Momente, die ich nicht beschreiben kann, weil ich sie ausschließlich gefühlt habe. 2014 war für mich vor allem das Jahr, das durch viele Menschen bereichert wurde. Ich habe tolle Menschen kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen, die mir Halt geben und mir geholfen haben, das Positive zu sehen, das sich ja doch auch in negativen Ereignissen und Erlebnissen verbirgt. Ich habe mit so vielen Menschen gearbeitet und zu tun gehabt, die so unglaublich unterschiedlich waren, dass es mir auch viel über mich selbst gelehrt hat. In Abgrenzung, Vergleich, aber auch in den Gemeinsamkeiten, die man immer wieder finden kann, selbst wenn man sie gar nicht vermutet.

An dieser Stelle auch ein besonderes Dankeschön an alle Arschlöcher, die mich runterziehen, mir ans Bein pinkeln oder mich verunsichern wollten, die mich hängen ließen oder mir in Momenten der Entscheidung das Messer in den Rücken rammten. Ohne euch wäre es langweilig und je mehr scheiße ihr seid, desto mehr glänze ich.

Einige neue Bekanntschaften (und Freundschaften!) fanden und finden (bisher) ausschließlich virtuell statt. Und dennoch tragen sie dazu bei, dass ich mich gut fühle, über mich selbst lachen kann, mich nicht allein fühle. Dazu gehören übrigens auch die vielen Kommentare und Likes, die ihr mir hier auf dem Blog lasst. Sie bereichern ein schönes Hobby noch und geben mir den nötigen Anreiz am Ball zu bleiben, der mir bei manch anderen Hobbies leider fehlt. Daher geht ein ganz großes Dankeschön auch an euch!

Alles in allem war 2014 stürmisch aber lehrreich, gesellig und Neugier weckend. Neugier auf mehr, auf mich, auf Andere.

2015 kann kommen.

Werbung bei der Brüllmaus?

Neulich spähte ich unbescholten in meinen brüllmäus’schen Posteingang und entdeckte etwas, das ich erst für einen blöden Scherz oder Spam oder beides hielt: eine Anfrage einer Werbefirma. Ob ich nicht Lust hätte, Produkte zu testen, einen kurzen Bericht dazu zu schreiben und dafür eine Vergütung zu erhalten?

Nun muss ich ja ehrlich zugeben, dass es derzeit ziemlich wüst auf meinem Konto aussieht und man quasi eine eigene kleine Trauerfeier dafür abhalten könnte. Ich hab‘ sogar ganz kurz überlegt, wie einfach das eigentlich ist, aber….

Ganz ehrlich? Ich will euch nicht auf die Eier gehen mir drölfzig Werbetexten in der Woche; mit Produkten, die vermutlich keiner braucht; mit meinem Gemecker über Inhaltsstoffe und Herstellungsverfahren, die meine Übermoral kitzeln. Und schon gar nicht will ich euer Vertrauen und eure Treue missbrauchen, indem ich mit euren Klicks hier Geld scheffele.

Die Brüllmaus bleibt werbefrei!*


 

*Wobei ich -wie schon einmal erwähnt- für die von WordPress geschalteten Werbeanzeigen unter den Artikeln nix kann. Und außerdem werde ich hin und wieder trotzdem für Dinge, die mich von Grund auf überzeugen, meine Stimme geben. Aber normalerweise haben die nix mit Kosmetika, Handys oder sonstigem Luxusgedöns zu tun, sondern handeln von Internetspielereien oder diversen Aktionen. Und Bands. Au ja, von Bands! Und von anderen Blog. Wo wir schon dabei sind: guckt doch mal bei Kathi rein!

Brüllmaus goes Award

Juhu, ich wurde nominiert für den

bildschirmfoto-2014-03-27-um-13-50-38

Ganz herzlichen Dank dafür an Greenhorn1804, die mich dafür nominiert hat.

REGELWERK:

1. VERLINKE DIE PERSON DIE DICH NOMINIERT HAT

2. BEANTWORTE 11 FRAGEN DIE DIR VOM BLOGGER, DER DICH NOMINIERT HAT, GESTELLT WURDEN

3. NOMINIERE 11 WEITERE BLOGGER MIT WENIGER ALS 200 FOLLOWERN

4. STELLE 11 FRAGEN AN DEINE NOMINIERTEN

5. INFORMIERE DEINE NOMINIERTEN ÜBER DIESEN POST

1.: check. 😉

2.: Kommt sofort:

1. Was war für dich der Grund einen Blog zu eröffnen?

Wie schonmal erwähnt entsprang die Idee einer Menge Hopfenkaltschorle und zwei verrückter Köpfe. Mein bester Freund und ich, Partywalking, Brüllmäuse… Das musste man einfach verbloggen. Interessanter ist vielleicht die Frage, warum ich seitdem nicht aufgehört habe? Schließlich ist der Blog heute kein bisschen vergleichbar mit seinen Anfangstagen. Der Grund hierfür sind meine Leser, die mich in guten wie in schlechten Zeiten begleiten sowie diejenigen, die ich lese, denen ich ebenfalls bis zum letzten Wort folge. Amen.

2. Bist du Morgen- oder Abendmensch?

Mittagsmensch! ^^ Früh aufstehen ist nicht so mein Ding, aber bis zum nächsten Sonnenaufgang aufbleiben auch nicht mehr. Mit dem besten Freund wäre das vielleicht anders; der Mann weiß, wie man die Nacht zum Tag macht.

3. Was machst du um dich zu entspannen?

Darf man das schreiben? Ist das jugendfrei? Ähm.

Malen, Musik hören und mitsingen, eine heiße Dusche, ein gutes Buch.

4. Welcher war der schönste Tag in deinem Leben?

Ich gebe jedem Tag die Chance dazu.

5. Tee oder Kaffee?

 

 

 

 

 

 

 

 

6. Der erste Satz des Buches, das dir am nächsten liegt.

„Die vorliegende fünfzehnte Auflage ist das Ergebnis einer fundamentalen Überarbeitung.“

Manchmal muss man (sich) eben fundamental überarbeiten. Wie ironisch, dass das Buch ausgerechnet Statistik ist. -.-‚

7. Was siehst du wenn du aus dem Fenster schaust?

Wohnblocks, einen kleinen Park, eine Musikschule, einen Spielplatz und Sonne, die sich gerade durch den Nebel kämpft.

8. Sommer oder Winter?

Frühling!

9. Auf welche deiner Eigenschaften bist du besonders stolz?

Meine Empathie. Ich kann fast immer einschätzen, wann was zu sagen gut oder schlecht ist, wie es jemandem geht… Verantwortungsvolle Gabe, denn man kann sie auch gegen Menschen einsetzen, sie verunsichern etc.

10. Wann hast du zuletzt geweint?

Gestern. Ich bin wohl einfach nah am Wasser gebaut. Ich weine oft. Das heißt aber nicht, dass ich eine Flennsuse bin. Es nimmt einfach Druck, macht einen klaren Kopf. Nach dem Regen kommt Klarheit.

11. Lieblingsszene deines Lieblingsfilms.

Der Vorspann zum Leben des Brian.

 

Der dritte Teil der Aufgabe fällt mir ein bisschen schwer. Ich will niemanden zu etwas zwingen. Andererseits gibt es da draußen viele Blogs, die eindeutig zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Machen wir also einen Deal: ich nenne ein paar, stelle auch Fragen und denjenigen steht es frei, mitzumachen. Klingt doch fair, oder?

Alex bloggt’s

Alice in Astonishland

Altenheimblogger

Farbenfröhlich

Felinas Crossroads

Im Nest des Königstyranns

iTanni

Robins Urban Bar Stories

Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram

Unter der Käseglocke

Ziegenhodensuppe

Zwischen Vernunft und Emotion

 

Huch, das waren ja zwölf. Aber auch nicht schlimm. Ich werde niemanden löschen. 12 ist ja auch eine tolle Zahl. Für jeden Monat einen. Oder alle zwei Stunden. Oder…ja ihr kapiert schon.

Meine Fragen:

1. Wie geht es dir derzeit? (Fragt man einfach zu selten – und bitte keine Standardfloskeln.)

2. Kannst du deine Zunge rollen?

3. Wen würdest du -tot oder lebendig- gern einmal treffen und warum diese Person?

4. Wem möchtest du auf keinen Fall begegnen?

5. Alles Schicksal und vorherbestimmt? Alles Zufall? Oder ganz was anderes?

6. Frühstückst du regelmäßig? Und was trinkst du dazu?

7. Was kommt nach dem Nichts?

8. Um Erlaubnis fragen oder um Verzeihung bitten?

9. Was ist für dich der ultimative Traumjob?

10. Ist die Welt in hundert Jahren besser oder schlechter?

11. Bist du geduldig?

Wie Sie sehen können

…sehen Sie Halloween!*

Ja, in freudiger Vorbereitung auf mein liebstes Fest des Jahres (ja, lieber als Weihnachten…ja ich weiß, dass ich Weihnachten Geburtstag habe…ja nee find ich auch blöd *grml*) habe ich das Theme geändert, einen Halooween-Hintergrund eingefügt und gleich noch ein paar Sachen an den Widgets in der Sidebar und in der Fußleiste geändert. Mitbrüllende, die Schlagwortwolke und der Notausgang befinden sich nun aus ästhetischen Gründen in der Fußleiste, alles andere in der Seitenleiste ist eigentlich so geblieben.

Mir gefällt das Theme, weil ich hier endlich auch dunkle oder farbenfrohe Hintergründe einfügen kann, ohne dass der Lesekomfort gestört wird. Gerade diejenigen, die via Smartphone, Tablet oder Laptop mitlesen, werden wissen, was ich meine. Da schob sich der ein oder andere falsch gewählte Hintergrund doch schon einmal so ungünstig hinter den Text, dass dieser gar nicht mehr zu lesen war. Damit ist Schluss!

Vielleicht kehre ich irgendwann wieder zurück zum Chateau-Theme, aber jetzt ist erstmal alles:

Bueno!

______________________________________________________

Ja, ich weiß, ist kein Halloweenhintergrund mehr. Den gibts wieder zu Halloween. Vorerst: Herbst. 🙂