Was ich wählen würde

Es ist nicht mehr gar so lange hin zu den nächsten größeren Wahlen. Da es aktuell keine Partei gibt, hinter der ich voller Überzeugung stehen könnte, und da außerdem scheinbar die existenten Parteien die Berührung zu ihren Wählern und Wählerinnen verloren haben, möchte ich einmal ein paar Stickpunkte aufführen, was wichtig wäre, um meine Stimme zu bekommen. Das kann man sich gerne an den Kühlschrank hängen, ins Parteiprogramm aufnehmen oder einfach ignorieren. Aber sagt dann nicht, ich habe ja nichts gesagt. Weiterlesen „Was ich wählen würde“

Tag der deutschen Einheit

Heute, am 3. Oktober, haben wir wieder alle frei. Naja fast alle.*

Heute vor 23 Jahren wurde die Wiedervereinigung Deutschlands vertraglich besiegelt. Die DDR und die BRD sollten eins werden.

Davon merke ich bis heute nicht besonders viel. Klar, ich war damals noch viel zu jung, um sagen zu können, wie es vorher war. Aber gerade das macht mich stutzig, wenn ich mit hässlichem Unterton als „dummer Ossi“ bezeichnet werde. Ja, ich bin Ossi. Ja, ich bin in der DDR geboren. Ja, ich wohne im ehemaligen Gebiet der DDR. NA UND?!

Ernsthaft, ihr glaubt gar nicht, wie dumm manche Menschen sein können. Dieses noch immer anhaltende Ost-West-Denken ist einfach nur total bekloppt; diskriminierende Moppelkotze! Ich musste so viele Menschen miterleben, die andere aus dem jeweils anderen Gebiet für dumm, arrogant, hinterfotzig, verbrecherisch und weiteres halten. Und solche Aussagen kamen sogar von Leuten, die  zur Wiedervereinigung noch in die Windeln geschissen haben.

Klar kann man die Erziehung in der Kinderstube nicht so leicht überwinden. Aber meine Fresse, es ist 23 Jahre her! Kann man nicht langsam mal umdenken? Und kann man nicht endlich dieses dumme Geseiere gut sein lassen, dass Ossis dumm und faul und Wessis arrogant und ausbeuterisch seien? Muss das sein?

Natürlich geht das Problem weit über die Köpfe der Menschen hinaus. Man diskriminiert sich nicht nur gegenseitig. Man wird auch von ganz anderen Stellen diskriminiert. Es ist ja nicht nur so, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer bekommen, nein. Auch Ostdeutsche bekommen mitunter viel weniger Geld als Westdeutsche. Stellt euch mal vor, wie das erst als ostdeutsche Frau ist. Für die gleiche Arbeit! Bei gleicher Qualifikation! Also quasi grundlos!

Ich habe sogar schon von Fällen gehört, bei denen Ostdeutsche extra „rüber“ gingen, um zu arbeiten und dann allein aufgrund ihrer Herkunft zum Osttarif bezahlt wurden. Ja, es gibt einen Osttarif. Diskriminierende Moppelkotze!

Gleichzeitig sind Mieten, Nebenkosten und die meisten anderen Ausgaben des Alltags längst auf Westniveau. D.h. ein Ostdeutscher bekommt nicht nur einfach so weniger Geld, er hat auch weniger davon. Was meint ihr, warum die Armut in Deutschland so dermaßen steigt? Warum so viele einen Zweitjob haben und das eben nicht der Konsumlust geschuldet ist? Warum so viele zusätzlich zu ihrem Billigstlohn Hartz4 beantragen müssen?

Klar, das Problem gibts auch im Westen, aber im Osten ist es doch eklatant häufiger anzutreffen. Das soll das Leid im Westen nicht runterspielen, auf keinen Fall. Aber es ist Fakt.

Sogar bei der Beantragung eines Kredits ist es heute für die Banken noch immer von Bedeutung, ob man Ost- oder Westkind ist. Als ob mein Geburtsort aussagen würde, welches Leben ich mit 30, 40, 50 führe.

Ich kann ehrlich nicht verstehen, wie man heute noch immer die andere Seite hassen kann, ohne jemals Menschen von dort kennengelernt zu haben, ohne jemals drüben gewesen zu sein. Denn wenn man mal ganz genau drauf schaut, dann ist das, was die Menschen voneinander trennt nichts weiter, als der Hass der Besatzer gegeneinander, der den Deutschen aufgedrückt wurde. Im Prinzip sind nicht Ossi und Wessi gegeneinander, sondern Ami und Russe. Daher rührt der Hass. Er wurde in die Menschen der besatzten Zonen indoktriniert und so oft wiederholt und eingeknüppelt, bis sie es übernahmen. Der Ami hasste den russischen Kommunismus, der Russe den amerikanischen Kapitalismus. Wenn man das weiß, versteht man vielleicht, warum Ossi und Wessi sich „Kapitalistenschwein“ und „rote Socke“ an den Kopf werfen.

Also Leute: hört endlich auf mit dieser diskriminierenden Moppelkotze. DIe Besatzer sind lange weg. Ihr müsst nicht mehr IHRE Losungen nachsagen. Ihr müsst nicht mehr IHRE Meinungen übernehmen. Am Ende des Tages sind wir alle Deutsche in einem Land mit komplizierter Geschichte. Aber -das hat Geschichte an sich- sie ist Vergangenheit. In diesem Fall schon 23 Jahre alte Vergangenheit. Es wird Zeit, sich endlich auf die Gegenwart zu besinnen und den Blick gen Zukunft zu richten, statt sich weiter mit gestrigen Parolen anzupöbeln wie infantile, bockige Wesen, die den anderen nur hassen, weil sie glauben es zu müssen.

Und liebe Frau Merkel: Wer, wenn nicht Sie könnte endlich diese Ungerechtigkeiten in Lohnfragen ändern? Wer, wenn nicht Sie weiß um ebendiese Ungerechtigkeiten von allen in der Regierung am besten Bescheid? Handeln Sie! Lassen Sie die Menschen nicht hängen! Es ist so lange überfällig.

Vor 23 Jahren haben unzählige Menschen aufbegehrt, sind auf die Straßen gegangen, haben Kopf und Kragen riskiert. Ich glaube nicht, dass sie die heute existierende Ungerechtigkeit wollten.

So lange all das weiterhin existiert, ohne dass es groß jemanden kümmert, so lange wird es nicht MEIN Tag der deutschen EInheit sein. So lange ist es nicht MEIN Nationalfeiertag sein. So lange kann auch nicht die Nationalhymne gesungen werden, ohne zu lügen. Ich habe es satt!

Quelle: Wikipedia

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* Viele Beschäftigte im Einzelhandel sind nicht so glücklich. Sie müssen heute allen Ernstes ran. Hier in Jena gibt es heute z.B. den verkaufsoffenen Feiertag. Ich finde das scheiße! Ernsthaft, trotz allem ist das noch immer unser Nationalfeiertag. Kann man den VerkäuferInnen denn keinen freien Tag gönnen? Muss das sein? Und jetzt kommt mir nicht mit „Ja die Berufstätigen, die sonst keine Zeit zum Einkaufen haben.“ Nein, das zieht nicht. Wir haben viele, viele, viele Wochen im Jahr, an denen es keinen verkaufsoffenen Feiertag gibt und da schaffen es dennoch alle, sich mit genügend Lebensmitteln einzudecken, um nicht ob dieser schier enormen Anzahl an Feiertagen zu verhungern. Ein ganzer Tag! OMFG!

PRISM, PRISM on the wall

…no one can protect us all.

Alle Welt heult auf, weil eine Großspionage des Internets aufgedeckt wurde. Ich habe mich sehr lange mit einem Kommentar dazu zurückgehalten, aber animiert vom Captain und anderen Bloggern möchte ich dazu heute auch einmal etwas sagen schreiben.

Es ist scheiße, dass es so ist, ganz klar. Dass jeder Schritt im Internet überwacht wird, jede Email mitgelesen. Aber mal ehrlich: hat das denn ernsthaft jemand anders erwartet?
Dass das Internet dauerüberwacht wird von den Regierungen hat mich in keinster Weise erstaunt. Eher der Aufschrei all der scheinbar Ahnungslosen, die dachten, dass ihr Geschriebenes wirklich nur auserwählte Kreise mitbekommen würden. Vor allem von denen, die bei Facebook Bikinibilder hochladen oder von der Konsistenz ihres morgendlichen Stuhlganges berichten, ist so ein Entrüsten doch eher Ironie pur, wenn ihr mich fragt. Die veräußern sich doch eh schon, sehr viel mehr gibts da doch auch nicht mehr?

Warum ich mir schon denken konnte, dass die Regierungen mitlesen, ist unter anderem, weil ebendiese Regierungen aus alten und älteren Menschen besteht, die mit dem Internet erst sehr spät in ihrem Lebenslauf konfrontiert wurden. Ja, für DIE ist es wirklich Neuland und alles was so groß und unbekannt ist, macht nunmal Angst. Die eine Regierung vermeidet dieses große komische Monster eben, so lang es geht (siehe spärliche Gesetzgebungen), die andere geht zum Angriff über. Wenn Hacker ganze Betriebe lahmlegen können, wer weiß, was die damit noch anstellen. Und weil man eben nie weiß, wer so ein Hacker sein könnte, überwacht man eben alle.

Oder wer ein Terrorist sein könnte. Wer sieht das einem schon an? Und überhaupt- da sind ja noch diese Bombenbauanleitungen im Internet, das könnte ja einer nachbasteln und dann geht die ganze Welt unter. Oder eben die Regierung, Banken, das Militär. Gefährdung der Macht- wer will das schon? Kann man doch nicht vorhersehen. Im Internet, da steckt doch das ganze Gesindel, jeder darf da rein. Hinz und Kunz und Ali der Islamist und Chen der Kommunist und Stefanowitsch der Sozialist. Da verliert man so schnell den Überblick. Warum also nicht jeden Überwachen, der sich jemals einloggt? Vorsorge ist doch besser als Nachsorge, nicht?

Neben diesen ganzen Extremisten, die die Welt zum Einsturz bringen wollen, ist da ja noch das normale Fußvolk, das eine Revolution planen könnte, einen Umbruch, einen Aufstand. Man muss doch mitkriegen, wann die Leute zu unzufrieden werden durch irgendwelche Bestimmungen, damit man mit Königbabys und Fußball ablenken kann. Die Sache mit der Bankenrettung ist ja gerade noch glimpflich ausgegangen, aber wenn die erst den ganzen anderen Kram mitkriegen….

Nee nee, dann lieber kontrollieren und generalverdächtigen und abhören und mitlesen.

Verstehste?

Und Übrigens: Ein kleiner Skandal neben dem großen Skandal: Das PRISM-Logo verstößt gegen das Copyright von Adam Hart-Davis. Böse NSA!

Hochwasserhilfe

Bülent Ceylan hat auf seiner Facebook-Pinnwand ein paar wundervolle Worte an seine Fans gerichtet, die ich unbedingt mit euch teilen möchte, weil man es besser kaum sagen kann.

Hallo liebe Freunde.

Ihr alle habt diese Bilder in den letzten Tagen gesehen: Flüsse, die über die Ufer treten und Straßen fluten. Häuser, von denen nur noch die Dächer aus den Wassermassen schauen. Menschen, die mit Sandsäcken einen Wall errichten, um ihren Lebensraum und den ihrer Nachbarn zu schützen.

Als Außenstehender, als jemand, der nicht direkt betroffen ist, muss man einen Moment innehalten, um zu begreifen, welche Konsequenzen sich für die Menschen in den Flutgebieten ergeben haben und werden. Denn wir sind an schlechte Nachrichten gewöhnt, schon fast abgehärtet und blättern in der Regel nur allzu schnell die Zeitung um, klicken uns zur nächsten Webseite oder wechseln den Kanal zum Spielfilm. Wir fühlen uns zwar betroffen, sind uns aber gleichzeitig auch sicher, dass sich irgendjemand schon darum kümmern wird.

Dabei ist es oft einfach, selbst ein Teil der Lösung zu sein. Deshalb bitte ich euch, helft im Rahmen eurer Möglichkeiten mit!

Es gibt verschiedene Wege; ich habe mich beispielsweise für eine Spende an die RTL Stiftung entschieden. Deren Kontodaten, sowie die von weiteren, seriösen Hilfsprogrammen, findet ihr unter anderem hier:
http://www.hochwasserhilfe2013.de/spenden.php

Rechnet selbst aus, wie viel Geld zusammen kommen könnte, wenn jeder von euch, der auf meiner Seite auf „Gefällt-mir“ geklickt hat, nur einen Euro spenden würde!

Und falls ihr gerade nichts abgeben könnt, dann tut mir den Gefallen und helft mit, indem ihr diese Nachricht mit euren Freunden teilt.

Mit den besten Wünschen für die Betroffenen und Dank an die unermüdlichen Helfer im Einsatz für ihre Mitmenschen,

Euer Bülent

Schaut auch auf die von ihm vorgeschlagene Seite. Vielleicht habt ihr ja den einen oder anderen Euro über.

P.S.: Bisher finden sich nur einzelne Spendenkonten. Das wird in den nächsten Tagen sicher noch erweitert.

Spenden für Jena

Nach kurzer Recherche habe ich nicht in der Liste aufgeführte Spendenkonten in Jena gefunden:

Zum einen das Spendenaufruf des Universitätssportvereins.

Spendenkonto der Stiftung Jenaer Universitätssport:
Kontonummer: 2720
Bankleitzahl: 830 530 30
Kennwort: Hochwasserschäden

Weiterhin das Spendenkonto der Behindertenwerkstatt. Hier gibt es enorme Schäden, die sich auf etwa 700.000€ belaufen:

Spendenkonto des Saale-Betreuungswerks:
Konto-Nummer: 180 271 64
BLZ: 830 530 30 (Sparkasse Jena)
Verwendungszweck: Hochwasserhilfe.