Internetkultur ist tot

Ich hasse Internetler.

Egal ob das auf Social Media ist, in Foren, auf Verkaufsplattformen, Youtube oder weiß der Geier wo. Die Internetmenschheit geht den Bach runter.

Es gibt noch „die Guten“, die argumentieren, freundlich und höflich sind, es mit Grammatik und Rechtschreibung mindestens versuchen. Die nette Kommentare lassen, loben, ihrer Bewunderung Ausdruck verleihen oder einfach weiterscrollen, wenn sie mit der neuen Haarfarbe von Sandy Popperdingens nicht zufrieden sind. Die scheinen aber zunehmend zu verschwinden oder zu verstummen.

Stattdessen findet sich eine scheinbar wachsende Masse von Brüllaffen, Idioten, Arschlöchern, Gestörten, Menschenhassern, Besserwissern, Alleskönnern, Taugenichtsen, Illiteraten, Verschwörungstheoretikern, Vollpfosten, Schleimscheißern*, Lakritzeessern und Pissnelken.

*lol die Rechtschreibprüfung kennt Schleimscheißer, aber keine Verschwörungstheoretiker

Ich meine dabei nicht einmal Trolle, die Grütze labern, die sie in den meisten Fällen nicht selber glauben, nur um andere Leute auf die Palme zu bringen oder zu schocken. Nein, schlimmer: diese Nussfritten meinen das völlig ernst! Und fühlen sich dabei auch völlig im Recht und in Ordnung!

Elternforen, in denen sich Eltern austauschen und Tipps geben sollten und vor allem verdammt nochmal gegenseitig unterstützen, weil Elternsein oft verdammt hart ist, sind voll von Übermuttis und Supervätern, die die Erziehungsweisheit mit dem Löffel gefressen und Engelchen erzogen haben, die die nächsten Heiligen werden, glaubt man deren Ausführungen.

Verkaufsplattformen sind voll von „Noch da?????“ und „Was ist letzter Preis“ oder „ich bezahl 10 Cent und du die Versandkosten“ – Fotzen, die am liebsten ihren Arsch hinterher getragen haben und dafür bezahlt werden möchten.

Youtube und Facebook und Twitter sind voll von Spinnern, Rassisten, Misogynisten und ähnlichem Abschaum menschlicher Kreation. Man möchte sie alle in einen Sack stecken, in den Rhein werfen und dafür genauso keine Konsequenzen erfahren wie sie.

Was ist nur mit denen los? Glauben die allen Ernstes noch immer, dass sie anonym sind? NIEMAND ist anonym. Wenn mir oder meiner Familie jemand ernsthaft im Internet schaden würde, wüsste ich genau, an wen ich mich wenden muss, um persönliche Informationen über diese Person herauszufinden und weitere Schritte einzuleiten. Es gibt Mittel und Wege, das müssen die doch im Hinterkopf haben, sofern da überhaupt noch etwas verdrahtet ist?

Fühlen die sich stark im Internet, weil sie in ihrem sonstigen Leben Niemande sind? Haben sie zu kleine krumme Pimmel? Sind sie einsam? Gelangweilt? Einfach nur dumm?

Es ergibt sich mir wirklich nicht, wie jemand mit nur einem Fünkchen elterlicher Erziehung -gut oder schlecht- fertig bringen kann, sich so scheiße aufzuführen, wie es viele heute tun.

Oder ist es bloß eine laute, auffällige Minderheit, die das Erlebnis Internet für so viele wie möglich versauen möchten?

Es kann jedenfalls nicht so weiter gehen. Daher bitte ich alle, die sich genauso genervt fühlen:

  • meldet diese Kackbratzen
  • schreibt ihnen entgegen
  • zieht Konsequenzen
  • schaut nicht weg

Es reicht nun wirklich mit dem laissez-faire, es wird Zeit, dass dem wieder Einhalt geboten wird. Es ging doch schließlich schon mal anders.

Was ist los mit Yvonne?

Wie ich es schon in den Kommentaren zum letzten Beitrag zu Yvonne erwähnt habe, war unser Gespräch nach den letzten Zeilen, die ich euch zeigte, nicht beendet.

Und das war ganz gut so. Es hat mich nämlich nachdenklich gemacht.

Im letzten Beitrag hatte ich sie gefragt, warum sie mir überhaupt erneut schreibt, was das soll, ob sie wirklich davon ausgeht, dass ich mich 4-5h pro Richtung in den Zug setze und das Geld, das sie mir für den Kinderwagen gegeben hätte, in eine für mich nutzlose Zugfahrt investiere.

Nach etwas Hin und Her sagte sie schließlich „Ich bin schwanger!“

„Das war ich auch“, entgegnete ich, „aber deswegen konnte ich trotzdem noch lesen.“

„Schön. Ich nicht.“ War ihre Antwort.

Auch wenn das natürlich Unfug war und übertrieben, so traf mich das. Wie schlecht ging es mir doch streckenweise, völlig überfordert, als der Engländer seinen Abschluss machte und ich im 8. Monat ganz allein war, nicht in der Lage meinen Alltag normal zu bewältigen.

Wie arrogant war es von mir, mich über Yvonne lustig zu machen, wenn ich doch gar nicht wusste, wer sie ist. Warum tue ich das eigentlich, wenn ich doch sonst immer sage, man müsse respektvoller miteinander umgehen?

Ich wollte mir anfangs einen Scherz mit ihr erlauben, sie auf’s Korn nehmen, doch ich bin zu weit gegangen. Es tat mir leid. So suchte ich einen noch besseren Kinderwagen in ihrer Nähe heraus.

Okay“ sagte sie auf den Link, den ich ihr schickte.

Ich hoffe wirklich, dass alles okay wird, Yvonne. Verzeih mir.

 

Seid lieb.

Supersonderangebot

Achtung! Achtung!

Schnäppchenjäger aufgepasst!

Sehet her, oh Applejünger!

Dies ist ein Angebot, das ihr sicher nicht ablehnen könnt! Darum: bietet noch heute!

Nur noch bis 17.11. um 19 Uhr!

*Das Angebot wurde vorzeitig beendet.

Was mag sich wohl in dieser Box verstecken? Finde es heraus und klicke auf das Bild!
Was mag sich wohl in dieser Box verstecken? Finde es heraus und klicke auf das Bild!

Was sagt man bloß dazu?

Ich weiß nicht, was mich mehr entsetzt: das Angebot selbst oder der Gebotspreis?

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Nachtrag: Es handelte sich um ein kaputtes weil gegen die Wand geschleudertes weil betrügenden Ex nicht getroffenes iPhone 5, das zuletzt Gebote für knapp 300€ erreichte.

Frühjahrputz I: Kleidung und Bücher, DVDs, CDs, Spiele

Das große Ausmisten hat für einige schon begonnen, andere stehen kurz davor. Ich versuche auch jedes Jahr wieder, mich mal von ein paar Sachen zu befreien, denn es ist tatsächlich ein befreiendes Gefühl, nicht mehr so viel Unrat zu haben, den man gar nicht braucht/benutzt/will/anschaut/trägt/liest/wasauchimmer.

Ich kenne aber wohl das Bedürfnis, die Sachen nicht einfach wegzuwerfen, sondern zu verkaufen, zu verschenken oder einzutauschen. Daher möchte ich euch gerne ein paar Möglichkeiten aufzeigen.

Kleidung

Wer kennt es nicht? Da hat man gerade den 100. Pullover gekauft und nichts passt mehr in den Schrank, oder in einer geistigen Nacht-und-Nebel-Aktion konnte man sich für ein Oberteil begeistern, das entweder gar nicht richtig passt oder aber eigentlich total banane aussieht. Man muss was loswerden – und zwar fix.

Was sortiere ich überhaupt aus?

Die Frage ist manchmal das Hindernis der Aktion. Es gibt verschiedene Herangehensweisen dafür:

  1. Alles raus, was nicht passt. Und nichts vormachen „wenn ich nur 5 Kilo abnehmen würde, dann…“ NEIN! Es kann manchmal ewig dauern, bis es wirklich so richtig gut passt. Das ist nicht fies gemeint, aber wenn man mal darüber nachdenkt, haben wir alle solche Schrankleichen. Und was ist eine bessere Belohnung, wenn man tatsächlich abgenommen hat und sich ein schönes neues Oberteil kaufen kann?
  2. Alles raus, was länger als ein halbes Jahr nicht mehr angezogen wurde. Der Zeitraum ist dabei natürlich austauschbar. Aber im Grunde gilt: was doch immer wieder zurückgelegt statt angezogen wird, kann eigentlich auch gleich raus.
  3. Alles raus, wofür man keine passenden weiteren Kleidungsstücke hat. Denn auch der schönste Rock sieht mit einem falschen Top einfach merkwürdig aus. Und ehe man sich extra dafür was kauft, ist man besser beraten, beim nächsten Shoppingbummel einfach einen passenden zu den bereits vorhandenen Kleidungsstücken zu besorgen.
  4. Alles raus, was kratzt, zwickt und ungemütlich ist. Wenn die Kleidung sich auf der Haut unangenehm anfühlt, dann fühlt man sich generell unwohl. Und stellt euch mal vor, ihr müsstet einen ganzen Tag damit rumlaufen, ohne die Möglichkeit euch umzuziehen. Fürchterbar!
  5. Alles raus, was Löcher hat. Klar, könnte man stopfen. Aber Hand aufs Herz: wie lange liegt das Teil denn schon im Schrank, weil man sich eben dies vorgenommen hat? Ausnahme ist, wenn man das jetzt sofort auf der Stelle macht. Aufschieben zählt nicht.

Das waren nur ein paar Herangehensweisen, euch fallen vielleicht noch andere ein. Aber das sind doch schonmal Denkanstöße.

Wohin damit?

Wenn ihr nun aussortiert habt, gilt es, die Sachen loszuwerden.
Altbewährt aber gut: Flohmärkte. Dort kann man seine Sachen feilbieten
, tauschen oder wenigstens mal lüften. Lasst euch nicht entmutigen, wenn es nicht so toll geklappt hat, während der Nachbarstand alles losbekommen hat. Überlegt, woran es lag (Preis? Präsentation? Ist die Kleidung zu speziell?) und wenn ihr dann noch Lust habt, versucht es noch einmal.

Wenn nicht, gibt es da zum Glück ja noch das Internet. Portale wie Kleiderkreisel sind extra für Leute wie euch da, die ihre Sachen loshaben möchten. Dort kann man übrigens auch Accessoires, Kosmetika und Co. losbekommen. Es gibt außerdem extra Foren für Bücher, DVDs usw., aber erfahrungsgemäß geht es da sehr schwierig voran. So gehts: nachdem ihr euch angemeldet habt, ladet ihr Fotos eurer Kleidung hoch, verseht sie mit einer Beschreibung und einem Preis und wartet, bis sich jemand dafür interessiert. Das kann je nach Nachfrage sehr schnell gehen, oder aber ihr werdet die Sachen trotz niedriger Preise nicht los. Leider hat Kleiderkreisel im letzten Jahr sehr viel Werbung gemacht, was unzählige Mitglieder gebracht hat (und damit ein Überangebot, während die Nachfrage aber nicht proportional mitwuchs), weswegen es zunehmend schwerer wurde, etwas loszuwerden. Zudem gibt es immermal wieder Betrugsfälle, daher schaut euch die Bewertungen der Kreisler unbedingt an!

Wer bei Facebook angemeldet ist, könnte auch in Gruppen wie Flohmarkt oder Online-Flohmarkt Glück haben. Wer seine Sachen verschenken möchte, kann es ja mal auf einer Verschenk-Seite versuchen, wie z.B. Verschenk’s Jena.

Man kann aber auch bei Freunden und Familie fragen, vielleicht interessiert sich da ja jemand. 😉

Alternativen wären die Kleiderkammer der Tafel, Kleidercontainer, diverse soziale Einrichtungen oder Second Hand Läden.

Kleidung versenden

Kleidung kann man in der Regel ganz einfach versenden. Wiegt das Kleidungsstück/die Kleidungsstücke bis 500g, so empfiehlt sich ein Versand als Warensendung für 1,90€, die allerdings im offenen Umschlag verschickt werden muss und dem Hinweis Warensendung bedarf. Über 500g bis 1kg und inklusive Verpackung bis zu 5cm dick, kann man es als Maxibrief für 2,40€ versenden. Über 1kg bis 2kg empfiehlt sich ein Päckchen für 3,90€ (online-Preis) bzw. 4,10€, ansonsten als Paket bis 10kg für 5,90€ (online) bzw. 6,90€.
Das sind die Post-Preise, ihr könnt natürlich auch mit anderen Anbietern versenden. Wichtig ist, dass immer der Käufer den Versand übernimmt.

Bücher, DVDs, CDs

Bist du Leseratte, Film- oder Musikjunkie und brauchst dringend wieder Platz im Regal? Dann wird es Zeit, etwas auszusortieren! Hier kann man es ähnlich halten wie bei der Kleidung: alles was nicht mehr „passt“, ewig nicht gehört/gesehen/gelesen wurde oder was man mal von jemandem geschenkt bekam, der es gut meinte, aber euch nicht gut kannte…

Auch hier gibt es unzählige Möglichkeiten, es loszuwerden:

  • Flohmärkte (siehe oben)
  • Online-Portale
  • Freunde/Bekannte/Verwandte
  • der gute alte Aushang.

Es gibt ein tolles neueres Online-Portal namens Tauschothek. Hier kann man seine Sachen, wie der Name schon sagt, tauschen. Man kann sie aber auch verkaufen oder verschenken. Zugelassen sind Bücher, CDs, DVDs, Kassetten, Spiele. Es läuft ab wie bei Kleiderkreisel: man stellt ein Foto (oder mehrere) samt Beschreibung und Preis hoch und wartet ab, ob es jemand haben möchte. Es sind noch nicht viele Leute dort, aber ich konnte schon ein paar Sachen loswerden, obwohl ich erst seit 3 oder 4 Wochen dort angemeldet bin.
Es gibt dann noch booklooker; auch dort sind neben Büchern andere Datenträger erlaubt. Es geht eigentlich ganz gut dort, ich habe innerhalb der letzten 3 Monate ganze 21 Bücher loswerden können. Allerdings muss man sich unter Umständen gegen Händler durchsetzen, die die Preise natürlich manchmal weit runter treiben. Andererseits muss man leider Provision zahlen, diese ist mit 6,9% des Verkaufspreises aber immerhin niedriger als Ebay mit 9% oder Amazon, der mit 0,99€ plus 15% Provision plus einer weiteren Festgebühr ganz schön zuschlägt und sich kaum noch lohnt für Privatverkäufer.

Auch um Bücher und Co. loszuwerden, kann man hier Facebook anstrengen: neben den oben genannten Gruppen gibt es z.B. Bücherflohmarkt, DVD und Medien Flohmarkt und viele weitere.

Man kann Bücher aber auch prima einfach irgendwo liegen lassen und sie somit anonym verschenken. Da findet sich eigentlich immer jemand. Achtet aber darauf, dass sie nicht nass werden können oder im Sommer der direkten Sonne ausgesetzt sind. Was ich persönlich richtig cool finde ist das Bookcrossing: ihr lasst ein Buch „frei“, also legt es in der Bahn, im Bus, in der Schule oder Uni aus und jemand anderes findet und liest es und erzählt vielleicht darüber und lässt es im besten Fall wieder frei, sodass das Buch weiter wandert. Wenn ihr selber so ein Buch findet, könnt ihr den Code, der auf dem Stempel im Buch ist (und den ihr da rein bringen solltet, wenn ihr selbst eins auf die Reise schickt) auf der Bookcrosser-Seite eingeben; das Buch wird als „gefangen“ registriert, der ehemalige „Halter“ wird informiert und freut sich.

Alternativen wären auch hier die Tafel, soziale Einrichtungen oder die Bibliothek.

Wie versende ich Bücher?

Bücher lassen sich prima als Büchersendung verschicken. Bis 500g kostet das 1€, bis 1kg kostet das 1,90€. Auch hier ist wie bei der Warensendung darauf zu achten, dass der Umschlag offen bleibt und Büchersendung drauf steht. Alles über 1kg muss man via Päckchen oder Paket versenden, Hinweise dazu findet ihr oben.

Wie versende ich CDs und Co?

Die könnt ihr genau so verschicken wie Kleidung. Achtet darauf, dass ihr einen Luftpolsterumschlag verwendet.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Ausmisten.

P1030128