Fernweh

Ich habe Fernweh.

Und ich möchte gern reisen. Nette Gespräche mit fremden Menschen in fremden Städten haben. Liebe Bekannte besuchen gehen. Frau Poesie etwa oder Bohli, die dem Brüllmann und mir vergangenes Wochenende zeigten, wie schön das ist.

Dieses Jahr war reisetechnisch ja schon nicht schlecht. Ich war in Hamburg zum Bloggertreffen und ich besuchte den Captain an dessen Hafen. Beides Orte, die ich noch nicht kannte und die (relativ) weit weg sind und ganz anders als Jena eben.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren fühle ich mich wirklich frei. Zu lange lebte ich, bedingt durch Berufsschule und Studium, am untersten Limit. Nicht nur finanziell. Freizeit gab es nicht viel. Jetzt, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, habe ich wirklich Feierabend. Ich muss nicht noch lernen, Projekte vorbereiten und Essays ausarbeiten, keine 20 Seiten Fachliteratur lesen und keine Hausarbeit herunterrattern. Klar hat mir auch das Spaß gemacht. In der Situation habe ich dafür gelebt und es für gut befunden.

Doch jetzt ist alles anders. Und jetzt fühle ich mich frei. Zwei Trips nach Leipzig sind bereits geplant. Und ich freue mich riesig.

Mit dem Brüllmann möchte ich aber auch gerne auf Erkundungstour durch unbekannte Gefilde gehen und mit ihm zusammen entdecken. Alleine reisen ist schön, zusammen aber auch.

Überhaupt ist dieses Fernweh etwas völlig Neues für mich, war ich doch bisher eher der Regionalbleiber und Reisefaule. Vielleicht aber auch nur, weil ich es kaum anders kenne, denn mit meinen Eltern war ich vielleicht drei bis fünf Mal richtig im Urlaub, Tagestrips ausgenommen. Ich habe also viel nachzuholen.

Solange es noch geht, ich keine Verpflichtungen habe, die mich hindern, möchte ich das nutzen. Mir steht (fast) die ganze Welt offen und die will ich auch sehen! Denn wie heißt es?

goldfischglas

Alles hat im Leben seine Zeit. Und ich finde, jetzt ist die Zeit, in der ich mein Fernweh und meine unbändige Neugier, die Gier nach Neuem, stillen sollte.

Eins lernt man nur in der Ferne: dass es schön ist, nach Hause zu kommen.