Der Geburtsvorbereitungskurs

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Was passiert in einem Geburtsvorbereitungskurs? Was kostet er? Ist er verpflichtend? Antworten zu vielen Fragen rund um den Kurs gibt es hier.

Muss ich zu einem Geburtsvorbereitungskurs gehen?

Die einfache Antwort lautet: Nein. Der Geburtsvorbereitungskurs ist freiwillig.Jedoch ist die Teilnahme empfehlenswert, denn der Kurs gibt nicht nur Informationen rund um die Geburt. Auch nimmt er die Angst, die vor diesem großen Ereignis ganz normal ist. Zudem kann der Kontakt mit anderen Schwangeren helfen oder schlicht ein soziales Netz knüpfen. Oftmals kommen während der Stunden Fragen auf, an die man sonst nicht denkt und die man direkt stellen kann.

Persönlich habe ich außerdem diese Stunden genutzt, um mir ganz bewusst Zeit für meine Tochter und mich zu nehmen, ohne Stress und Hektik, die in den letzten Wochen vor der Geburt oft herrschen. Mit manchen der Frauen habe ich auch jetzt noch Kontakt, wir gehen zusammen zu Kursen oder tauschen uns aus.

Was kostet ein Kurs?

Die Kosten werden von gesetzlichen Krankenversicherungen voll übernommen, wenn die Kurse von maximal 14 Stunden von einer Hebamme geleitet werden. Manche Hebammen verlangen vorab eine Kaution, die Sie aber nach Abschluss des Kurses abzüglich Fehlstunden zurück erstattet bekommen. Jedoch können Extrakosten entstehen, wenn Sie einen gemeinschaftlichen Kurs mit Partner belegen. Der Betrag unterscheidet sich je nach Kursanbieter. Manche Krankenkassen übernehmen jedoch auch den Teil des Partners. Ein Nachfragen lohnt sich also.

Bei privat Versichten sieht es hingegen nicht so rosig aus. Viele private Krankenkassen zahlen nichts oder nur einen kleinen Teil der Kosten dazu. Die Kosten schwanken meist zwischen 80 und 100€ für Einzelkurse; pro Stunde mit Partner können noch einmal zwischen 10 und 25€ hinzu kommen. Auch hier sollten Sie nachfragen und gegebenenfalls verhandeln.

Wo und wann melde ich mich für einen Geburtsvorbereitungskurs an?

Da die Kurse so knapp gesäht sind wie Hebammen auch, sollten Sie sich so früh wie möglich anmelden, spätestens aber bis zur 20. Schwangerschaftswoche. Danach können Sie zwar noch Glück haben, doch sollten Sie bedenken, dass die Kurse beliebt sind. Beginnen sollte der Kurs zwischen der 25. und 30. Schwangerschaftswoche.

Anbieter sind meistens niedergelassene Hebammen. Wenn Sie das Glück haben, ein Geburtshaus in der Nähe zu haben, sollten Sie auch da fündig werden. Haben Sie eine Hebamme zur Vorbereitung, kann diese Ihnen sicher weiterhelfen, ansonsten haben auch Frauenärzte oft Listen. Die Krankenkasse ist ein weiterer Ansprechpartner.

Was wird in einem Geburtsvorbereitungskurs gemacht?

Die Kurse können je nach Schwerpunkt der Kursleitung unterschiedlich aufgebaut sein, doch folgende Elemente sind in der Regel enthalten:

  • Entspannungsübungen, Massage- und Atemtechniken für die Zeit der Schwangerschaft und während der Geburt
  • Besondere Aufmerksamkeit erhält der Beckenboden, sowohl in Theorie als auch in kleinen Übungen
  • Was passiert im Wochenbett?
  • Hauptschwerpunkt bildet natürlich die Geburt: Geburtspositionen, Möglichkeiten der Schmerzlinderung, Ablauf einer Geburt von ersten Wehen bis zur Nachgeburt, besondere Geburten (Mehrlinge, Kaiserschnitt, Beckenendlage usw.), verschiedene Geburtsformen (Hausgeburt, Wassergeburt, Krankenhaus und weitere), etc.
  • Erste Informationen zu Stillen und Säuglingspflege; da es hierfür jedoch eigene Kurse und Angebote gibt (z.B. Säuglingspflegekurse und Stillberaterinnen), werden diese Themen meist nur angerissen

Welche weiteren Kurse vor der Geburt gibt es?

Es gibt unzählige weitere verschiedene Kursangebote für Schwangere. Diese müssen oft jedoch selbst getragen werden.

  • Geschwisterkurse um auch ältere Geschwister auf das neue Familienmitglied und die Zeit mit Baby vorzubereiten
  • Aktive Kurse wie Schwangerschaftsyoga und Pilates oder (Bauch-)Tanz
  • Schwimmen für Schwangere
  • Akupunktur, Osteopathie und Homöopathie
  • Säuglingspflegekurse. Diese sind vor allem hilfreich bei Eltern von Erstlingskindern, die keine oder nur wenig Erfahrung im Umgang mit Babies haben.
  • Erste Hilfe an Babies und Kleinkindern
  • und noch vieles mehr
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Der Rückbildungskurs

Für wen ist ein Rückbildungskurs sinnvoll?

Sinnvoll sind Kurse zur Rückbildung grundsätzlich für alle Frauen, die ein Kind geboren haben. Egal ob per Spontangeburt, Einleitung oder Kaiserschnitt. Auch noch nach dem zweiten, dritten oder jedem weiteren Kind, denn auch wenn Sie die Übungen vielleicht schon kennen und theoretisch zu Hause machen könnten, gibt der Kurs noch einmal eine Auffrischung, sorgt durch die festen Termine für eine diszipliniertere Durchführung und bietet soziale Kontakte und Raum für Fragen. Außerdem achten die Kurleiterinnen auf die richtige Durchführung der Übungen, was wichtig ist, um Fehlhaltungen und daraus entstehende Schmerzen zu vermeiden.

Die meisten Kurse werden mit dem Baby angeboten. Es gibt aber auch Abendkurse, die mit den Müttern allein durchgeführt werden. Welche Variante Sie bevorzugen, können Sie selbst entscheiden.

Warum sollte ich zur Rückbildung gehen?

Während der Schwangerschaft hat sich der Körper stark verändert. Bänder, Sehnen, Muskeln und Gelenke wurden stark beansprucht. Zudem haben Schwangerschaftshormone nicht nur das Bindegewebe, sondern auch die Knorpelverbindungen des Beckens weich gemacht, um die Geburt des Kindes zu ermöglichen. Auch denn, wenn ein Kaiserschnitt erfolgt ist.

Die Rückbildungsgymnastik beugt einer Beckenbodenschwäche vor, die zu Inkontinenz führen kann. Auch werden Fehl- und Schiefhaltungen, die im Alltag mit Baby durch Tragen und Halten entstehen können, entgegengewirkt und berichtigt.

Wer bietet Rückbildungskurse an?

Die Stellen, die bereits Geburtsvorbereitungen anboten, haben oft auch ein Angebot zur Rückbildung. Das sind neben niedergelassenen Hebammen, Krankenhäusern und Geburtshäusern manchmal auch Fitnesseinrichtungen.

Wann melde ich mich an?

Auch hier gilt: je früher, desto besser. Anmelden können Sie sich in der Regel schon ab der Geburt. Der Kurs sollte zwischen der 6. Woche und dem 4. Monat nach der Geburt beginnen, bei einem Kaiserschnitt oder größeren Geburtsverletzungen mit Absprache des Arztes und der Hebamme frühestens ab der 10. Woche beziehungsweise nach Abheilung der Verletzungen. In beiden Fällen sollten Sie mindestens die Abschlussuntersuchung abwarten, die etwa in der 6. Woche nach Geburt stattfindet.

Um von der Krankenkasse übernommen zu werden, sollte der Kurs spätestens mit dem 9. Monat nach der Geburt enden. Sinnvoller ist es aber, schon nach dem 6. Monat abzuschließen, da etwa in dieser Zeit die Rückbildungsphase endet.

Was wird in einem Rückbildungskurs gemacht?

Der Kurs besteht aus sanften Übungen zur Stärkung und Festigung der Bauch- und Rückenmuskulatur, die speziell auf Mütter nach einer Geburt abgestimmt sind. Teils können Elemente aus Yoga, Pilates oder anderen Fitnessarten enthalten sein. Zudem begegnen Sie Atemübungen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Beckenboden, der unter Schwangerschaft und Geburt sehr beansprucht wurde.

Die Kursleiterin achtet auf die richtige Durchführung der Übungen, um Fehlhaltungen vorzubeugen. Auch wird darauf geachtet, dass Sie etwa nach einem Kaiserschnitt oder großen Geburtsverletzungen keine zu belastenden Übungen durchführen. Meist wird auch geschaut, ob eine Rektusdiastase vorliegt, bei der sich die Bauchmuskeln auseinander geschoben haben. Durch gezielte Übungen kann auch hier Abhilfe geleistet werden.

Wie viel kostet ein Kurs?

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen maximal 10 bis 14 Stunden, sowohl Kurse mit als auch ohne Baby.

Ähnlich wie bei der Geburtsvorbereitung ist es für privat Versicherte schwierig; viele private Krankenkassen zahlen die Kurse nicht mit der Begründung, nicht medizinisch notwendig zu sein. Darüber lässt sich aber zumindest streiten. Eventuell können Sie Ihren Arzt nach einer Notwendigkeitsbescheinigung fragen. Informieren Sie Sich in jedem Fall bei Ihrer Krankenkasse vorab, um böse Überraschungen zu vermeiden. Die Kosten belaufen sich meist auf 80 bis 100€.

Welche sonstigen Kurse nach der Geburt gibt es?

  • Baby-Yoga und Pilates
  • Babyschwimmkurse
  • Fitness für Mütter, Zurück zur Figur und ähnliches
  • Babymassage, Akupunktur und Meditation
  • und vieles mehr

Die Angebote für junge Mütter sind vielfältig, doch nicht alle werden von den Versicherungen übernommen. Fragen Sie daher vorab nach.

Wie viel kostet eine Geburt?

Die Antworten auf diese Frage reichen von „gar nichts“ bis zu vierstelligen Beträgen- doch was kostet eine Geburt wirklich?

Geburtshilfe gehört in Deutschland zu den Versicherungsleistungen der Krankenkassen, auf die keine Zuschläge erhoben werden. Weder die bei sonstigen Krankenhausaufenthalten üblichen 10€ pro Nacht noch die Pauschale für den Krankenwagentransport fallen an. Eine Geburt in einem Krankenhaus erfordert ebenso keine Zuschüsse aus privater Hand.
EDIT: Leider hat sich herausgestellt, dass die 10€ für den Krankenwagentransport auch bei einer Geburt anfallen.

Die eigentlichen Kosten entstehen um die Geburt herum:

Fährt man nicht im Krankenwagen, sondern im Taxi zum Krankenhaus, wird das i.d.R. nicht übernommen. (Man kann es aber versuchen, manche Krankenkassen zahlen die Anfahrt im Taxi.) Im eigenen Auto muss man Spritkosten sowie Parkgebühren einrechnen.

Wer seine eigene Hebamme mit im Kreissaal haben möchte, bezahlt eine Rufbereitschaftspauschale von etwa 300-400€ (dieser Betrag kann sehr schwanken, fragen Sie also unbedingt nach, falls Interesse besteht.) Manche, aber nicht alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen auch diese Kosten. Die Kosten für die Beleghebammen, die im Kreissaal anwesend sind, werden grundsätzlich übernommen.

Wer den Partner in der Zeit im Krankenhaus dabei haben möchte, bezahlt eine Pauschale für eine Begleitperson, die zwischen 20-30€ pro Nacht beträgt – Verpflegung inklusive. Unter Umständen müssen Sie aber Extraverpflegungeinrechnen, da das Essen im Krankenhaus gerade nach einer Geburt (i.d.R. 3 Mahlzeiten täglich) nicht immer ausreichend ist. Manche Krankenhäuser bieten Familienzimmer an; die Kosten hierfür sind vom jeweiligen Krankenhaus abhängig und können zwischen 30€ und 100€ liegen. Ebenso verhält es sich, wenn Sie gern ein Einzelzimmer beziehen möchten.

Theoretisch besteht die Möglichkeit, für diese Wahlleistungen eine private Krankenhaus- Zusatzversicherung abzuschließen. Jedoch besteht eine gesetzliche Frist von 8 Monaten nach Abschluss der Versicherung, bevor die Kosten der Entbindung übernommen werden. Es ist also ratsam, sie bei Bedarf schon vor der Schwangerschaft abzuschließen. Allerdings ist nicht garantiert, dass Sie die Wahlleistungen auch bekommen. Das richtet sich nach der Auslastung der Klinik. Bei zu hoher Belegung kann es unter Umständen passieren, dass Sie trotz Versicherung in einem Mehrbettzimmer untergebracht werden. Sofern wenig los ist, können Sie wiederum auch ohne Zusatzversicherung und Zuzahlungen Glück haben und ein Einzel- oder Doppelbettzimmer bekommen.

Weiterhin ist es fraglich, ob sich eine solche Versicherung lohnt, möchten Sie sie ausschließlich für die Entbindung abschließen. Die Monatsbeiträge belaufen sich auf 20€ bis 50€; das kann eventuell teurer sein als die Zuzahlungen im Krankenhaus zu leisten.

Viele Krankenhäuser bieten TV, W-Lan und Telefonanschluss zu einem geringen Aufpreis an; erfahrungsgemäß lohnt sich das jedoch kaum oder nur bei längeren Krankenhausaufenthalten.

Auch gibt es in einigen, vor allem größeren Krankenhäusern Extraservices von Wellness bis zu besonderen Kursen rund um Mutter und Kind. Diese sind selbst zu bezahlen; nur wenige Kassen erstatten die Kosten teilweise zurück, da dies nichtmedizinische Behandlungen sind. Die Kostenübernahme ist hier bloße Kulanz der Kassen, um Mitglieder zu werben oder zu halten.

Entbindet man nicht im Krankenhaus, sondern etwa in einem Geburtshausoder zu Hause, können noch andere Kosten entstehen. Zum einen ist hier die Hebammenrufbereitschaft obligatorisch. Zum anderen fallen je nach „Anbieter“ verschiedene Pauschalen an, um den Ablauf zu gewährleisten; von Versicherung bis Reinigung werden Kostenpunkte eingerechnet, die durch die Geburt entstehen.

Im Falle einer Geburt außerhalb des Krankenhauses sollten Sie sich unbedingt mit Ihrer Versicherung in Verbindung setzen. Da es keine einheitliche Regelung gibt, können die Kosten für eine Geburt sehr unterschiedlich ausfallen. Auch sollten Sie nachfragen, wie es sich in verschiedenen Situationen gestaltet. Es kann kompliziert werden, wenn Sie eine Geburtshauspauschale entrichtet haben und schließlich doch zu Hause oder im Krankenhaus entbinden. Manche Krankenkassen erstatten die Pauschale dann nicht zurück, andere übernehmen sie neben weiteren entstandenen Kosten gerne.

Sollten Sie privatversichert sein, fallen die Kosten entsprechend Ihres Selbstkostenbeitrags anders aus. Sie können sich jedoch in etwa nach den Angaben des Deutschen Hebammenverbandes e.V. richten*. Laut diesem kostet eine vaginale Geburt inklusive 3-5 Tagen Klinikaufenthalt zwischen 1300 und 2200€. Ein Kaiserschnitt kostet zwischen 2500€ und 3400€. Jeweils hinzu kommt der Preis für das Neugeborene von 811 Euro für ein gesundes Neugeborenes mit einem Gewicht über 2.500g. Jedoch werden nur etwa 65% der Neugeborenen über diesen Preis abgerechnet; für etwa 25% der Neugeborenen werden Preise zwischen 1990€ und 5500€ für Kinder über 2500g berechnet. Für Kinder zwischen 2000g und 2499g rechnet man etwa 5900€ bis 11.300€ ein.


*Diese Preise sind nicht bundeseinheitlich geregelt; die Beispiele des Deutschen Hebammenverbandes richten sich nach Rheinland-Pfalz. Auch stammt die Übersicht aus dem Jahre 2010. Es war leider nicht möglich, aktuellere Zahlen zu bekommen.

Die Kliniktasche

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Ich packe meine Kliniktasche und nehme mit…

Viele werdende Eltern möchten bestmöglich auf die Geburt vorbereitet sein. Dazu gehört auch eine vorsorglich gut gepackte Kliniktasche. Doch was gehört eigentlich hinein?

In der Regel bleiben Frauen nach der Geburt für 3 Tage im Krankenhaus, in manchen Fällen werden aber auch 5 oder mehr Tage notwendig, etwa durch Infektionen oder während bzw. nach der Geburt aufgetretene Komplikationen. Sollten Sie keinen ambulanten Aufenthalt planen, bei dem Sie das Krankenhaus nach nur wenigen Stunden wieder verlassen, sind Sie gut mit einer für 3 Tage gepackten Tasche beraten. Sollten Sie unerwartet länger im Krankenhaus bleiben, können Freunde oder Verwandte Kleidung vorbeibringen. Besteht diese Möglichkeit nicht, ist es ratsam, direkt mehr mitzunehmen.

Die Tasche selbst

Am besten ist es, wenn die Tasche unterteilbar ist, also beispielsweise Seitentaschen besitzt. So können Sie Dinge für den Kreißsaal gesondert unterbringen.

Eine andere Möglichkeit ist es, eine gesonderte kleine Tasche für den Kreißsaal zu packen. So haben Sie bzw. Ihre Begleitung direkten Zugriff auf alles Notwendige.

Möchten Sie keine extra Tasche mitnehmen, achten Sie darauf, alles für den Kreißsaal Benötigte auf den Rest drauf zu packen, um nicht wühlen zu müssen.

Für den Kreißsaal

Bedenken Sie, dass eine Geburt gerne 20 Stunden dauern kann. Etwa ein Drittel davon (oder länger) sind Sie im Kreißsaal. In dieser Zeit werden Sie und Ihre Begleitung sicher Hunger und Durst bekommen. (Ich persönlich hatte während der Entbindung keinen Hunger, doch dem werdenden Papa knurrte der Magen. Dafür schien mein Durst unstillbar.) Nehmen Sie also Snacks mit – und lassen Sie dabei die Kalorienangaben ruhig einmal außen vor. Wasser wird in der Regel von den Krankenhäusern spendiert.

Auch wenn Sie keinen Hunger bekommen sollten oder nicht essen möchten, so werden Sie Energie gebrauchen können. Gern vorgeschlagen wird hier Traubenzucker, Müsliriegel oder Schokolade. Sie geben schnelle Energie und sind schnell verzehrt. Eine kleine Flasche Limonade eignet sich dafür ebenfalls gut; Sie müssen nicht kauen und bekommen ebenfalls schnelle Energie.

Packen Sie auch etwas Unterhaltung wie etwa eine Zeitschrift, ein Buch oder ähnliches für Ihre Begleitung ein. Auch während einer Geburt gibt es hin und wieder kurze Verschnaufpausen. Kleingeld für den Kaffeeautomaten ist ebenfalls ratsam, genauso wie Kaugummis.

Haben Sie ein spezielles Outfit für die Entbindung (ein Kleid, einen Rock, ein langes Shirt), so darf natürlich auch das nicht fehlen. Bequeme Wechselkleidung sollte ebenfalls dabei sein. Und ganz wichtig: warme Socken! (Ja, auch im Sommer.)

Weitere nützliche Dinge sind ein Fotoapparat, Lippenbalsam und ein Haargummi.

Unbedingt dabei sein sollten Krankenversicherungskarte, Mutterpass, Personalausweis, evtl. Einlieferungsschein vom Gynäkologen, evtl. Allergiepass und falls vorhanden der Geburtsplan sowie bei Bedarf Entnahmeset und Erklärung zur Nabelschnurblutentnahme.

Für die Mama

Sie brauchen hauptsächlich Kleidung, Waschsachen und etwas Unterhaltung.

Kleidung:

  • bequeme Nachthemden mit Knopfleiste, die zum Stillen geöffnet werden können (es eignen sich auch weite Herrenhemden)
  • bequeme, weite (Jogging-)Hosen und Sweatjacken/Bademantel für Spaziergänge und Termine im Krankenhaus sowie für den Entlassungstag
  • kochfeste Slips oder Wegwerfslips („Omaschlüpfer“)
  • 1 bis 2 Still-BHs, 2 Größen größer als die aktuelle

Waschsachen:

  • Waschlappen und Handtücher – das wird nicht in allen Kliniken gestellt
  • Zahnpflegemittel
  • Duschgel und Shampoo – verzichten Sie auf starke Gerüche, da sie in den Tagen nach der Geburt Übelkeit auslösen können
  • Vlieswindeln – meistens werden sie in der Klinik gestellt, aber auch dann ist es ratsam, ein paar für den Heimweg dabei zu haben. Tampons sind tabu!
  • eventuell Feuchttücher oder weiches Klopapier

Sonstiges:

  • Handy mit Ladegerät
  • Zeitschriften, ein Buch, MP3-Player oder ähnliches
  • eventuell Brille
  • Kleingeld für Parkautomaten, Telefon etc.
  • eventuell ein Stillkissen

Für das Baby

In den meisten Kliniken werden Windeln sowie Kleidung für die Zeit im Krankenhaus gestellt. Somit werden nur Dinge für den Entlassungstag benötigt:

  • 1 Body in der Größe 50 oder 56
  • 1 Strampler mit Füßen bzw. zusätzlich Söckchen
  • 1 Jäckchen im Sommer, im Winter 1 Overall
  • 2 oder 3 Windeln
  • Mütze auch im Sommer, im Winter zusätzlich Handschuhe
  • Spucktücher – die im Krankenhaus sind weiß; um Missverständnissen vorzubeugen, nehmen Sie eventuell bunte Tücher mit
  • Tragetuch oder Trageschale mit Decke oder Babyautoschale oder Kinderwagen – diese Dinge können am Abholtag von jemandem mitgebracht werden

Darüber hinaus gibt es in manchen Krankenhäusern einen Fotoservice, der einen Bild von Ihrem Baby anfertigt. Für diesen Fall sollten Sie ein schönes Outfit mitnehmen. Ob es diesen Service gibt erfahren Sie in Ihrem Krankenhaus oder eventuell auf dessen Homepage.

Offizielles

Zum Teil schon für den Kreißsaal genannt, aber nochmal betont:

  • Ganz wichtig: der Mutterpass!
  • Krankenversicherungskarte
  • Personalausweis
  • eventuell Geburtsplan
  • eventuell Allergiepass
  • eventuell Einlieferungsschein vom Frauenarzt
  • Falls Sie Nabelschnurblut einlagern oder spenden möchten: Entnahmeset und Erklärung gegenüber der Klinik – beides wird bei der Aufnahme an den Arzt oder die Hebamme übergeben bzw. kann vielleicht schon eher eingereicht werden

Nicht in allen Krankenhäusern erforderlich:

  • Geburtsurkunde und ggf. Vaterschaftsanerkennung bei Ledigen
    beziehungsweise Heiratsurkunde bzw. Familienstammbuch bei Verheirateten

Joy II

→ 1. Teil: Der Beginn

Die Geburt

„Sie haben schon gut vorgearbeitet und sind bei stolzen vier Zentimetern! Wir fahren Sie jetzt direkt in den Kreißsaal.“

Kreißsaal, da war es, das Zauberwort. Es würde nun wirklich losgehen. Naja, losgegangen war es schon vor etlichen Stunden. Vom Blasensprung, den ich als solchen nicht erkannte bis zum Notruf waren bereits 10 Stunden vergangen und die Fahrt im Krankenwagen hatte ich unter ziemlich fiesen Wehen erlebt.

Was ich im Geburtsvorbereitungskurs über Wehen und den Beginn der Geburt gelernt hatte traf alles nicht auf mich zu. Ich habe entgegen der Versicherungen der Hebammen und Zweitgebährenden nicht gewusst, als es losging. Es fing nicht langsam an und steigerte sich allmählich.

Vor allem aber waren die Schmerzen für mich persönlich eben nicht aushaltbar. Ich war relativ bald an einem Zeitpunkt angekommen, an dem ich Mr. English anflehte mir zu helfen und der Hebamme entgegenheulte, dass ich jetzt entweder eine PDA oder einen Kaiserschnitt wollte, da ich nicht mehr konnte. Allerdings, das gebe ich zu, ist meine Schmerztoleranz seit jeher recht niedrig.

Zudem hatte ich zwischen den Wehen bald keine Pausen mehr, sondern ging direkt von einer Wehe in die nächste. Das machte es dem Anästhesisten schließlich schwer, mir die herebigesehnte PDA zu legen. Mir musste ein Wehenhemmer gespritzt werden, um an meine Wirbelsäule zu kommen, ohne mich hüftabwärts durch eine abgerutschte Nadel zu lähmen.

Die PDA war dann mein persönliches Paradies auf Erden, erlaubte sie mir in Verbindung mit dem Wehenhemmer sogar, eine halbe Stunde lang zu schlafen!

Als ich dann geweckt wurde und die Geburt weiter ging, war ich guter Laune und es fiel mir leicht, mich durch die Wehen zu arbeiten und auf mein Baby zu freuen. Mein Baby, in wenigen Stunden würde ich es im Arm halten!

Ich versuchte verschiedene Geburtspositionen, atmete, konzentrierte mich und ruhte mich zwischendurch immer wieder kurz aus – die Kraft würde ich noch brauchen. Um den Wehenhemmer aufzuheben und die Geburt voran zu bringen spritzte man mir ein wehenförderndes Mittel. Zwar fing man sehr niedrig dosiert an, doch empfand ich die einsetzende Wirkung als zu plötzlich und zu heftig.

Dennoch biss ich mich durch, bis sich der Saal füllte und neben zwei Hebammen auch eine Ärztin anwesend war, die wir bereits von Sonografien während der Schwangerschaft kannten. Sie sagte schließlich den Satz, auf den ich hingearbeitet hatte: Ich kann das Köpfchen sehen!

Auch wenn ich ihn bisher nur kurz erwähnte, doch Mr. English war mir eine große Hilfe und ohne ihn hätte ich es nicht so gut durchgestanden. Er hielt meine Hand, sprach mir Mut zu, atmete mit mir, wenn ich vor lauter Schmerz die Luft anhielt, reichte mir Wasser und machte in Wehenpausen den einen oder anderen Scherz, um mich zu motivieren.

Als das Ende nahte und ich endlich pressen konnte, hielt er mein Bein in die Luft und gab mir mit seiner Aufregung und Vorfreude die nötige Kraft, auch die letzten und härtesten Minuten durchzustehen.

Am Nachmittag, knapp 19 Stunden nach Blasensprung, wurde mir unser kleines Mädchen auf den Bauch gelegt.