Wie funktioniert eine Briefanalyse?

Auf Twitter wurde Interesse gezeigt, an dem was ich so in meinem Studium (und hoffentlich! später im Beruf) mache. Theoretisch kann man in meinem Feld (Ethnologie und Kulturgeschichte) sehr viele verschiedene Dinge machen, doch etwas, das mir sehr am Herzen liegt ist Quellenarbeit. Originale Texte, manchmal handschriftlich, manchmal mit Schreibmaschine gedruckt, auseinander nehmen und analysieren. Mehr über die Menschen erfahren, die hinter den Briefen, Tagebüchern, Protokollen und Co stehen.

Hier werde ich nun einmal exemplarisch zeigen, wie man eine Briefanalyse angeht. Dafür habe ich einen Brief ausgewählt, der Teil eines Konvoluts ist, das ich im Zuge einer Hausarbeit bearbeitet habe. Den Brief selbst kann ich hier nicht posten, daher bitte ich euch, ihn einmal hier zu lesen:

„Julius Lauth an seine Ehefrau am 13.01.1915“

Die erste langwierige und knifflige Arbeit wurde uns abgenommen: zu transkribieren, also die Handschrift zu übertragen. Handschrift kann sehr knifflig sein und furchtbar schwer zu lesen, je nach Person, Zeit, Gemütslage etc. Für meine Abschlussarbeit transkribiere ich ein Buch in Sütterlinschrift (wie im Headerbild), was unsagbar aufwändig und zeitraubend ist. Man wird aber mit der Schrift vertraut (sofern man das Glück hat, dass immer die selben Personen schreiben), muss aber auch damit rechnen, dass einzelne Wörter vielleicht nicht entschlüsselt werden können. Vor allem muss man damit klar kommen, dass das Einlesen mitunter mehrere Arbeitstage dauern kann.

Ein guter Start in die Textarbeit sind zunächst einmal die 5 W-Fragen: Wer (an wen), wann, wo, was, warum?
Wer: Julius Lauth (an wen: seine Frau Hedwig Lauth)
Wann: Am 13. Januar 1915
Wo: In Tuchel
Was: Kind/ Standesamt, Taufe, Vornamen, seine Arbeiten, etc…
Warum: Privater Brief

Nun muss man natürlich in diese Punkte jeweils tiefer eintauchen. Dass Herr Lauth an seine Ehefrau Hedwig schreibt steht jetzt schon da. Wüsste man das nicht, könnte man dies jedoch herausfinden, indem man beispielsweise die Anreden und den Schluss analysiert. In diesem Fall „Liebe Hedwig“ und „Herzlichst grüßt und küßt Dich | Dein Julius“, was beides sehr vertraute, sehr intime Ansprachen sind. (Hier spielt nun schon ein bisschen kulturgeschichtliches Wissen ein, dass diese Anreden bis „vor kurzem“ wirklich denen vorbehalten waren, mit denen man eine innige Beziehung führte und Briefe an Freunde u.A. etwas distanzierter gehalten waren.) Auch dann sollte man jedoch vorsichtig sein, denn es könnte sich beispielsweise um eine Geliebte handeln. Die Bestätigungen dafür, dass es sich um ein Ehepaar handelt, finden sich jedoch in den anderen Briefen.

Das Datum des Briefes liegt in der Zeit des Ersten Weltkrieges. Hier ist Hintergrundwissen gefragt. Analysen müssen immer im Kontext der Zeit geschehen. Wichtig zu wissen ist also etwa wie lange der Erste Weltkrieg ging, wann gegen wen gekämpft wurde, auf welcher Seite der/die Schreiber:in stand, auch dass man davon ausging, dass der Krieg zu Weihnachten 1914 schon vorbei sein würde, etc.

Tuchel ist interessant, da es sich um einen Ort in Preußen handelte, der zur Zeit des Briefwechsels noch zum Deutschen Reich gehörte, nach dem Versailler Vertrag aber an Polen fiel. Der Ort hatte 1910 knapp 34.000 Einwohner; die Bevölkerung war überwiegend katholisch und sprach zu 2/3 Polnisch und zu 1/3 Deutsch. Weniger als 500 Menschen sprachen beide Sprachen.

Das Was ist der größte Punkt und was genau man aus dem Brief heraus zieht kommt ganz auf die Forschungsfrage an. Diese könnte zum Beispiel in die militärische Richtung gehen, also etwa Wie erlebten die Männer den Krieg, Wie war die Stimmung an der Front, Was geschah während des Krieges an spezifischen Orten etc. Was oben über Tuchel steht könnte zum Aufhänger für die letzte Frage genommen werden und als Grundlage dafür dienen herauszufinden, wie Julius Lauth seine Zeit in Tuchel erlebt haben mag. Die Frage meiner Arbeit an den Briefen jedoch ging in die familiäre Richtung, also welche Bedeutung die Familie im Weltkrieg hatte, welche Probleme unter dieser Ausnahmezeit auftauchten und wie damit umgegangen wurde, wie die Frauen (und Kinder) das Geschehen erlebten und was eigentlich aus denen wurde, die an der „Heimatfront“ blieben. (Ich hasse diesen Begriff. Leider taucht er in der Literatur aber immer wieder auf. Bitte verwendet ihn nicht. Danke.)

Und was steht in dem Brief nun?

Nun, um ein wenig in die Tiefe gehen zu können, hier aber keinen zu langen Text zu schreiben, greife ich mir eine Sache heraus: Die Frage um die Anmeldung beim Standesamt. (Vorsicht! Im transkribierten Text steht „abzumelden“, dies ist allerdings ein Transkriptionsfehler. Im handschriftlichen Brief ist zu sehen, dass dort „anzumelden“ stehen müsste. Es ist daher immer empfehlenswert, die Originalquelle selbst zu lesen, mindestens im Zweifelsfall.)

Julius Lauth war in der Zeit des Ersten Weltkrieges (teilweise) in Tuchel stationiert. Dort leitete er eine Kompagnie und arbeitete außerdem als Gerichtsoffizier. Er wurde später tatsächlich zum Hauptmann befördert.

Seine Frau Hedwig, die in Essen wohnte, hatte Anfang 1915 eine Tochter geboren. Zur Zeit des Briefes wurde noch über einen Namen diskutiert. Die Familie hatte bereits zwei Töchter. Frl. Wisdorf war das Kindermädchen der Familie, das ab Mitte des Krieges entlassen werden musste, zunächst aber auf Drängen von Hedwig behalten wurde. In den Briefen Hedwigs wird klar deutlich, wie sehr ihr die Situation zusetzt, dass ihr Mann nicht bei ihr ist. Sie ist schwanger im Krieg, hat außerdem zwei weitere Kinder zu versorgen und nun auch noch sämtliche Aufgaben, die sonst ihr Mann erledigt hat. Er gibt ihr immer wieder Anweisungen und Anleitungen, von der Besorgung von Heizkohle bis zu finanziellen Aufgaben und Erledigungen mit Geschäftspartnern. Noch dazu kommt, dass sie ihrem Mann immer wieder Pakete schickt – dies ist auch im letzten Satz „Sind die Gummischuhe abgeschickt?“ zu erkennen. Aus dieser Frage und auch der (vorwurfsvollen – Achtung mit Interpretationen!) Frage nach der späten Anmeldung des Kindes beim Standesamt kann die Hypothese aufgestellt werden, dass Julius Lauth wenig Empathie für die stressige Lage seiner Frau aufbringt.

Dass diese Hypothese aus einer einzigen Frage abgeleitet wurde mag so erscheinen. Jedoch gehören dazu viele Informationen, die nicht aus diesem Brief hervor gehen und die ich oben aufgeführt habe. Es ist also -nochmal- zu betonen:

Eine Analyse lebt vom Kontext!

Ein Brief aus einem Konvolut kann niemals alleine analysiert werden. Er muss genauso eingebettet werden in die Familiengeschichte, wie auch in Kultur- und Politikgeschichte. Doch was wäre, hätten wir nur diesen einen Brief?

Nun, dann müssten wir stärker interpretieren. Wenn wir zum Beispiel nicht wüssten, dass es sich bei Frl. Wisdorf um das Kindermädchen handelte, müssten wir näher hinsehen: Fräulein waren unverheiratete Frauen. Eine unverheiratete Frau, die nicht zur Familie gehört, aber „hoffentlich […] das Familienstammbuch vorgelegt [hat]“, also intime Erledigungen für die Familie machte, stand höchstwahrscheinlich in einem Beschäftigtenverhältnis. Sie könnte aber auch eine Nachbarin sein (bspw. eine junge Frau, die noch bei ihren Eltern wohnt) oder eine Freundin von Hedwig; solange diese Zweifel nicht ausgeräumt würden, müsste man in der Analyse deutlich machen, dass die Funktion der Person nicht vollständig geklärt ist. So verhält es sich mit allem: was nicht ausdrücklich im Brief steht sondern vermutet/ interpretiert wird, muss als Vermutung/ Interpretation gekennzeichnet werden.

Gelegentlich hat man als Geschichtsmensch das Glück, eine Quelle einer bekannteren Person/ Organisation/etc vorliegen zu haben. In dem Falle kann man dann noch andere Quellen hinzuziehen: Personenregister, über die/den Verfasser:in geschriebene Texte, historische Zeitungen, ja Fotos, Gemälde, Tonbandaufnahmen, Videos und anderes. All das kann helfen, einen spezifischen Text in einen größeren Kontext einzuordnen. Wenn also in 100 Jahren einmal jemand mein Tagebuch analysiert, wäre es ratsam, auch noch meinen Blog, meine Social Media Accounts, Videos und so weiter anzuschauen. 😉

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Hans Fallada: Ein Mann will nach oben

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Hans Fallada ist einer der Autoren, die mich mit ihrer Schreibweise in ihren Bann ziehen können. Neben ihm können das vielleicht noch Walter Moers -zumindest mit seinen älteren Zamonienromanen- und Edgar Allan Poe.

So war es also klar, dass als erstes Buch zu meiner 30-Tage-Lesechallenge ein Fallada-Roman her musste. Außerdem qualifiziert er sich noch für die Histo-Roman-Challenge von Kat auf Zeitfäden, sehr interessant, schaut da mal rein! Und zwar gehört es da zur ersten Aufgabe, ein Buch in meiner Lieblingszeit zu lesen.

Der Roman spielt um die Zeit des ersten Weltkrieges, beginnt 1909 und endet ca. 1935. Nachdem sein Vater stirbt, entschließt sich der nun Vollwaise Karl Siebrecht nach Berlin zu gehen, statt den väterlichen Betrieb zu übernehmen. Karl ist 16 Jahre alt, als er auf der Bahnfahrt Rieke kennen lernt, eine waschechte Berlinerin, die ihm einen Start im neuen Leben verschafft. Zwei Monate später kommt Kalli dazu, ein 18-jähriger Seemann, der vom Schiff geflohen ist. Zu dritt erlebt das Gespann einige Höhen und Tiefen. Karl bleibt immer der Kopf der Bande, er will nach oben, hoch hinaus. Zusammen mit Kalli gründet er einen Gepäckbeförderungsbetrieb an den Berliner Bahnhöfen und arbeitet sich von ganz unten empor.

Neben dem Geschäftlichen sind es immer wieder die zwischenmenschlichen Begebenheiten, die sein Leben zum Guten oder zum Schlechten ändern. Auf seinem Weg findet er ein paar wenige gute Freunde und ein paar mehr Feinde, landet in Schwierigkeiten, doch hat immer wieder noch eine rettende Idee. Einfach ist es aber nicht, die Ideen bewahren ihn nicht vor großen Verlusten, privat wie geschäftlich muss er einige Male von vorne anfangen.

Das Buch ist von Anfang an spannend, was es leicht gemacht hat, weit über 10 Seiten täglich zu lesen. Die Spannung zieht sich durch das gesamte Buch, immer wieder gibt es Überraschungen. Was es anfangs jedoch erschwerte, einfach alles nacheinander weg zu lesen, war die Tatsache, dass Rieke als waschechte Berlinerin natürlich berlinert. Zwar verstehe ich den Dialekt, doch ist es mühsam, seitenlang dialektische Sprache zu lesen. Dem Lesevergnügen an der Handlung, meiner Neugier zu erfahren, wie es weiter geht und was als nächstes kommt, tat dies jedoch keinen Abbruch.

Besonders gefällt mir an Falladas Romanen, dass die Handlungen immer an der Geschichte angelehnt sind. Die Zustände um den ersten Weltkrieg, den Einzug Karls ins Kriegsgeschehen, Wirtschaftskrisen und wirtschaftlichen Aufschwung, sind wunderbar in die Handlung eingearbeitet und bieten einen Erwartungsrahmen, der gut bedient wird. So liegt der Erfolg niemals allein in Karl Siebrechts Handlungen, er ist nicht seines Glückes alleiniger Schmied, sondern er ist auch den irdischen Gegebenheiten unterworfen, wirtschaftliche wie menschliche Stimmung in der Bevölkerung während und zwischen Krisenzeiten haben einen Einfluss auf sein Tun, was das Buch glaubwürdig macht. Es könnte genau so geschehen sein, nie hält er allein die Zügel der Welt in der Hand. Charakterentwicklungen sind nicht nur bei Karl, sondern auch bei seinen Wegbegleitern gut dargestellt und wirken natürlich.

Es ist ein würdiges erstes Buch in diesem Jahrzehnt, ich bin froh, es gelesen zu haben und ich empfehle es heiß weiter.

Mein Praktikum im Museum

Jetzt ist mein letzter Beitrag schon wieder eine Weile her und auch die Freitagsfragen sind mehrmals ausgefallen. Sorry an alle, die darauf warten. Es ist etwas vorgefallen, das mir sehr weh getan hat und ich bin noch nicht bereit, darüber zu schreiben. Doch was ich eigentlich gerade mache, davon möchte ich ein wenig berichten, denn das ist mal wieder etwas anderes.

Ich habe ein Praktikum angefangen. In einem kleinen Stadtmuseum verbringe ich die nächsten Wochen und lerne bereits jetzt zum Start der zweiten Woche einige Dinge, die ich noch nicht konnte. Meine erste Aufgabe war es, einen Gedichtband eines regionalen Dichters, der hauptberuflich Zimmermann war, zu transkribieren. Transkribieren heißt hier, dass ich seine Gedichte, die in Sütterlin geschrieben sind, in heutige Schrift übertrage.

Weiterlesen „Mein Praktikum im Museum“

Köter im Straßenlicht

Er hatte sich schon lange nichts mehr gegönnt. Nichts Gutes, nichts Selbstverständliches. Der Antrieb fehlte.

Seitdem sie gegangen war, musste er sich immerhin nicht mehr ihr dummes, inhaltsloses Geschwafel antun. Immer dieses Geschwafel, „wusstest Du schon, die Meiers haben jetzt ein neues Auto! Das können die sich doch gar nicht leisten“ oder „Hast Du schon den hässlichen Haarschnitt von Frau Bielemann gesehen?“

Ihr letztes dummes Geseier war „Ich habe jemanden kennen gelernt.“
„Endlich,“ sagte er, „endlich habe ich Dich los. Geh und nimm mit, was Du brauchst.“ Doch sie nahm nicht nur das mit, was sie brauchte.

Die Freunde, die sie zweiwöchentlich einlud, waren IHRE. Die Verwandten, die sie unregelmäßig besuchten, waren IHRE. Selbst seine Hobbies waren ihre und so blieb ihm nichts weiter übrig, als stur seiner Arbeit nachzugehen, nach Hause kommen, essen, schlafen und das gleiche Spiel am nächsten Tag fortzuführen. Eat, sleep, work, repeat.

Die Abwechslung in seinen Tagen, Wochen und Monaten war durch das Fernsehprogramm bestimmt, das ihn mit Fake News und Hysterie zunehmend zu verblöden schien. Dieser Trump musste entweder ein Genie oder ein fataler Idiot sein. Bei #metoo konnte er nicht anders als daran denken, dass er seine Chance mit der blonden Mitarbeiterin hätte nutzen sollen. Die, die ihm schöne Augen machte und ihren geilen Arsch hinstreckte. Er hätte ihn einfach packen und reiben sollen, du geiles Stück, dachte er. Doch nicht einmal diese Gedanken brachten ihn genug in Wallungen, als dass er sich lebendig gefühlt hätte.

Doch jetzt stand er hier, vor dieser winzigen Kneipe abseits des mit Weihnachtsdeko vollgekotzten Stadtzentrums, erleuchtet nur von einer einsamen, dunklen Straßenlaterne in flackerndem Gelborange. Eine Werbung, ausgerechnet eine bescheuerte Werbung hatte ihn dazu veranlasst, das Haus zu verlassen und das Abenteuer zu suchen. Unrasiert und ungekämmt zog er sein drittbestes Hemd an und machte sich auf die Suche. Wonach, das verriete ihm vielleicht der Boden des dritten geleerten Bierglases.

Obszöne Beichte

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Diese Geschichte entstand mithilfe des Musterbogens von Molly. Zum besseren Verständnis bitte vorher dort lesen.

Obszöne Beichte

Es war Samstagabend und sie war allein der Kirche.

Sie trug eine hochgeschlossene Bluse, welches weder ihre Brüste, noch ihre Cornichons zu verdecken vermochte. Ihre 7 Kilometer grünen quietschigen Haare verliehen ihr ein anzügliches Aussehen und er wusste sofort, dass er sie knutschen würde.
Sein Schwengel klopfte freundlich gegen den Stoff seiner Jeans.
Als sich ihre Blicke kreuzten, ging er zu ihr hin und sagte „Bist Du öfter hier?“ und sofort drehten sich die Kirschen ihrer Hügel zu ihm wie eine Streuobstwiese.
Sie gingen hinter den Altar und sie riß ihm Hosenträger und Jeans, sowie seine Strümpfe vom Körper, so unmoralisch war sie.
Er knuddelte sie warm, aber voller Humor an ihren Dolomiten* und an ihrem Wellensittichlein.
Sofort wurde sie feucht wie die Saale.
Sie griff seinen Bambusstab und kitzelte seine Aubergine und rief „Selbstkritik ist auch nur eine Meinung!“
Dann nahm er seinen Hoden und streichelte damit ihre Knie.
Sie schmatzte und nahm ihr Ohrläppchen und rieb damit seine Fußsohle.
Dann tauchte er seinen Major in ihre Schlucht und hämmerte sie heftig und kräftig gar nicht, ich esse keine Eier.
Sie flehte, er solle sie proseccoös und bieresk verhütet bumsen.
Sie schrie: „Verfickter Scheißtisch!” und bockte wiehernd und hechelte einer russischen Trägerrakete entgegen, kurz bevor er und sein General de Ejército Grande mit einem Pfeifen über ihr zusammenbrachen.


* Habe zugegebenermaßen googlen müssen…und ziemlich lachen beim ersten Ergebnis – in diesem Zusammenhang. Ohweh!3000er ohne Gletscherkontakt

Ist schon ziemlich erotisch, findet ihr nicht? Macht mit und zeigt euer erotisches Geschichtenschreibkönnen!

P.S.: Alles nach dem Sternchen wurde merkwürdigerweise in der ersten Version nicht angezeigt, jetzt funktioniert es aber. Ist jedoch ohnehin niemandem aufgefallen, dass eine Erläuterung zum Sternchen im Text fehlt. Hust.

Der Kaiser von China

Heute schlief ich aufgrund des Findens meiner Knock-Out-Dosis Ibuprofen einen sehr ungewöhnlichen Schlaf. Daher war wohl auch mein Traum so ungewöhnlich. Aber dennoch fand ich ihn so toll, dass ich ihn gerne mit euch teilen möchte.

 

Es war zu einer Zeit in China, als die Kaiser noch regierten. Die Felder waren breit, der Himmel weit und das Gras grün. Doch nur für die Obrigen, die Herren, die wenigen Wohlhabenden, deren Reichtum sich von Generation zu Generation auf dem Rücken der Anderen mehrte.

Diese Anderen, die waren arm, hatten Hunger, mussten hart arbeiten, um ihr Überleben zu sichern. In vielen Teilen Chinas war das Land karg und unfruchtbar, sodass das Essen nicht für alle reichte. Viele Kinder starben, noch bevor sie ihre ersten Worte sprechen konnten.

Auch fehlte es an Werkzeugen und trotz des Fortschritts in anderen Ländern lag China mit seiner technischen Weiterentwicklung 100 Jahre zurück.  Doch es gab einen Hoffnungsschimmer; einen blassen, aber doch existierenden kleinen Silberstreif am Horizont.

Der alte Kaiser, der sich nicht für die Belange der Armen interessierte, sondern lediglich für diplomatische Feinheiten, Verstrickungen und Intrigen mit anderen Reichen, starb unerwartet – ohne einen Nachfolger.

Und nur aus reinem Zufall, glücklichen Wendungen und weil er zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, wurde ein ganz einfacher Mann aus der unteren Schicht der Gesellschaft zum neuen Kaiser ernannt. Dieser Mann war intelligent und gewitzt und so spielte er sein Spiel des rechtmäßigen Kaisers so überzeugend, dass nie jemand Verdacht schöpfte.

Natürlich hatte er eine ganz andere Sicht auf alle Dinge als sein Vorgänger, der in einem glänzenden Sarg zu Grabe getragen wurde, doch dessen Schein bereits in der Nichtigkeit seines Amtes verblasst war. Der neue Kaiser entließ die in der Intrige geschulten Berater und stellte einen Schmiedesohn als Kriegsmeister, einen Metzgerssohn als Versorgungsmeister und einen Händlerssohn als Meister der Diplomatie ein.

Dies sorgte für Aufsehen in der Bevölkerung, denen der neue Kaiser gleich sehr sympathisch erschien, während es die Reichen erboste, die sich selbst einen Posten nahe beim Kaiser erhofften. Doch noch hatte dieser keinen Fehler, der eine Stürzung rechtfertigen würde, gemacht.

Der neue Kaiser verachtete alle Machtspiele und Hörigkeitsrituale. Er fand, dass die Reichen zu reich und fett und die Armen zu arm und ausgehungert waren. So erließ er eine Steuer auf alle Gelder, die ein Mensch in einem Leben ohnehin nie ausgeben konnte und verteilte diese als Leistungen zur Versorgung der Menschen. Dieser Schritt erzürnte die Obrigen noch weiter, obwohl ihnen genau betrachtet so wenig abgenommen wurde, dass es ihnen nicht wehtun könne. Noch immer hatten sie keine Handhabe, während der Kaiser ein ganzes Heer hatte.

Auch die Hörigkeit seines Heeres war etwas, das dem neuen Kaiser nicht in den Sinn eingehen wollte. Er hielt diese Rituale, Bräuche für unverdient. Ein Anführer müsse sich seine Loyalität erst verdienen, meinte er und so betrachtete er die Soldaten als Gleichgestellte – im moralischen Sinne.

An einem Morgen besuchte er sein Heer, welches sich selbstverständlich in Reih und Glied aufstellte und nicht mehr rührte. Er erkannte einen der Männer und fragte: „Du, dich kenne ich. War dein Vater, der leider nicht mehr unter uns weilt, nicht gebildet darin, wie man Windmühlen baut?“

Da es sich nicht geziemte für einen Soldaten, sich in einer anderen Sache als der Kriegskunst zu bilden -sein Vater war ebenfalls Soldat- streitete der Soldat dies ab. Der Kaiser ließ nicht locker, denn er wusste, der Vater musste seinem Sohn sein Wissen weitergereicht haben.

„Wenn ich dich losschickte, hinaus in die nächste Stadt und dir 100.000 Taler dafür gäbe, dass du eine Windmühle für mich errichten lässt, könntest du dafür Sorge tragen?“

100.000 Taler waren mehr, als ein ganzes Heer sich auch nur erträumen konnte und so ließ sich der Soldat nun doch erweichen, sein Wissen zu nutzen, um den Auftrag für seinen Kaiser auszuführen. Danach war er ein gemachter Mann und ein loyaler Freund des Kaisers, der es genoss, einfachen Menschen Macht zu geben um zu sehen, was sie damit leisteten.

Er ersann noch einige andere Projekte, die helfen sollten, das Leben der Menschen zu verbessern und ihnen Sicherheit zu geben. Sein Volk liebte ihn, die Obrigen hassten ihn, denn sie sahen ihre gehobenen Stellungen in Gefahr.

So forschten sie nach Gründen, den neuen Kaiser loszuwerden und durch einen Zufall, einen unglücklichen diesmal, wurde das Versehen bei der Ernennung des unrechtmäßigen Kaisers aufgedeckt.

Der neue Kaiser wurde hingerichtet und ein anderer, einer derer, die nur ihre Schätze im Sinne hatten, wurde wieder ernannt. Doch der Kaiser blieb den Menschen im Gedächtnis und im Herzen. Heimlich sangen sie auch Jahrhunderte später noch Lieder zu seinen Ehren und beteten für seine Rückkehr.

Tag der deutschen Einheit

Heute, am 3. Oktober, haben wir wieder alle frei. Naja fast alle.*

Heute vor 23 Jahren wurde die Wiedervereinigung Deutschlands vertraglich besiegelt. Die DDR und die BRD sollten eins werden.

Davon merke ich bis heute nicht besonders viel. Klar, ich war damals noch viel zu jung, um sagen zu können, wie es vorher war. Aber gerade das macht mich stutzig, wenn ich mit hässlichem Unterton als „dummer Ossi“ bezeichnet werde. Ja, ich bin Ossi. Ja, ich bin in der DDR geboren. Ja, ich wohne im ehemaligen Gebiet der DDR. NA UND?!

Ernsthaft, ihr glaubt gar nicht, wie dumm manche Menschen sein können. Dieses noch immer anhaltende Ost-West-Denken ist einfach nur total bekloppt; diskriminierende Moppelkotze! Ich musste so viele Menschen miterleben, die andere aus dem jeweils anderen Gebiet für dumm, arrogant, hinterfotzig, verbrecherisch und weiteres halten. Und solche Aussagen kamen sogar von Leuten, die  zur Wiedervereinigung noch in die Windeln geschissen haben.

Klar kann man die Erziehung in der Kinderstube nicht so leicht überwinden. Aber meine Fresse, es ist 23 Jahre her! Kann man nicht langsam mal umdenken? Und kann man nicht endlich dieses dumme Geseiere gut sein lassen, dass Ossis dumm und faul und Wessis arrogant und ausbeuterisch seien? Muss das sein?

Natürlich geht das Problem weit über die Köpfe der Menschen hinaus. Man diskriminiert sich nicht nur gegenseitig. Man wird auch von ganz anderen Stellen diskriminiert. Es ist ja nicht nur so, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer bekommen, nein. Auch Ostdeutsche bekommen mitunter viel weniger Geld als Westdeutsche. Stellt euch mal vor, wie das erst als ostdeutsche Frau ist. Für die gleiche Arbeit! Bei gleicher Qualifikation! Also quasi grundlos!

Ich habe sogar schon von Fällen gehört, bei denen Ostdeutsche extra „rüber“ gingen, um zu arbeiten und dann allein aufgrund ihrer Herkunft zum Osttarif bezahlt wurden. Ja, es gibt einen Osttarif. Diskriminierende Moppelkotze!

Gleichzeitig sind Mieten, Nebenkosten und die meisten anderen Ausgaben des Alltags längst auf Westniveau. D.h. ein Ostdeutscher bekommt nicht nur einfach so weniger Geld, er hat auch weniger davon. Was meint ihr, warum die Armut in Deutschland so dermaßen steigt? Warum so viele einen Zweitjob haben und das eben nicht der Konsumlust geschuldet ist? Warum so viele zusätzlich zu ihrem Billigstlohn Hartz4 beantragen müssen?

Klar, das Problem gibts auch im Westen, aber im Osten ist es doch eklatant häufiger anzutreffen. Das soll das Leid im Westen nicht runterspielen, auf keinen Fall. Aber es ist Fakt.

Sogar bei der Beantragung eines Kredits ist es heute für die Banken noch immer von Bedeutung, ob man Ost- oder Westkind ist. Als ob mein Geburtsort aussagen würde, welches Leben ich mit 30, 40, 50 führe.

Ich kann ehrlich nicht verstehen, wie man heute noch immer die andere Seite hassen kann, ohne jemals Menschen von dort kennengelernt zu haben, ohne jemals drüben gewesen zu sein. Denn wenn man mal ganz genau drauf schaut, dann ist das, was die Menschen voneinander trennt nichts weiter, als der Hass der Besatzer gegeneinander, der den Deutschen aufgedrückt wurde. Im Prinzip sind nicht Ossi und Wessi gegeneinander, sondern Ami und Russe. Daher rührt der Hass. Er wurde in die Menschen der besatzten Zonen indoktriniert und so oft wiederholt und eingeknüppelt, bis sie es übernahmen. Der Ami hasste den russischen Kommunismus, der Russe den amerikanischen Kapitalismus. Wenn man das weiß, versteht man vielleicht, warum Ossi und Wessi sich „Kapitalistenschwein“ und „rote Socke“ an den Kopf werfen.

Also Leute: hört endlich auf mit dieser diskriminierenden Moppelkotze. DIe Besatzer sind lange weg. Ihr müsst nicht mehr IHRE Losungen nachsagen. Ihr müsst nicht mehr IHRE Meinungen übernehmen. Am Ende des Tages sind wir alle Deutsche in einem Land mit komplizierter Geschichte. Aber -das hat Geschichte an sich- sie ist Vergangenheit. In diesem Fall schon 23 Jahre alte Vergangenheit. Es wird Zeit, sich endlich auf die Gegenwart zu besinnen und den Blick gen Zukunft zu richten, statt sich weiter mit gestrigen Parolen anzupöbeln wie infantile, bockige Wesen, die den anderen nur hassen, weil sie glauben es zu müssen.

Und liebe Frau Merkel: Wer, wenn nicht Sie könnte endlich diese Ungerechtigkeiten in Lohnfragen ändern? Wer, wenn nicht Sie weiß um ebendiese Ungerechtigkeiten von allen in der Regierung am besten Bescheid? Handeln Sie! Lassen Sie die Menschen nicht hängen! Es ist so lange überfällig.

Vor 23 Jahren haben unzählige Menschen aufbegehrt, sind auf die Straßen gegangen, haben Kopf und Kragen riskiert. Ich glaube nicht, dass sie die heute existierende Ungerechtigkeit wollten.

So lange all das weiterhin existiert, ohne dass es groß jemanden kümmert, so lange wird es nicht MEIN Tag der deutschen EInheit sein. So lange ist es nicht MEIN Nationalfeiertag sein. So lange kann auch nicht die Nationalhymne gesungen werden, ohne zu lügen. Ich habe es satt!

Quelle: Wikipedia

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* Viele Beschäftigte im Einzelhandel sind nicht so glücklich. Sie müssen heute allen Ernstes ran. Hier in Jena gibt es heute z.B. den verkaufsoffenen Feiertag. Ich finde das scheiße! Ernsthaft, trotz allem ist das noch immer unser Nationalfeiertag. Kann man den VerkäuferInnen denn keinen freien Tag gönnen? Muss das sein? Und jetzt kommt mir nicht mit „Ja die Berufstätigen, die sonst keine Zeit zum Einkaufen haben.“ Nein, das zieht nicht. Wir haben viele, viele, viele Wochen im Jahr, an denen es keinen verkaufsoffenen Feiertag gibt und da schaffen es dennoch alle, sich mit genügend Lebensmitteln einzudecken, um nicht ob dieser schier enormen Anzahl an Feiertagen zu verhungern. Ein ganzer Tag! OMFG!

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