Freitagsfragen

Willkommen zu den Freitagsfragen und zum Ende der Woche!

1.) Bist Du im Social Media täglich aktiv?

2.) Hast Du schon einmal eine Internetpause eingelegt?

3.) Benutzt Du Spieleapps auf Deinem Handy?

4.) Die Wahl der Qual: Lieber Handy oder Schlüssel oder Portemonnaie verlieren?

Habt ein wundervolles Wochenende und lasst es euch gut gehen.

Photo by Suzy Hazelwood on Pexels.com

Warum es eure liebsten Youtube Kanäle ab 2020 vielleicht nicht mehr geben wird

Nach einer ganzen Weile melde ich mich mal wieder – und habe leider schlechte Nachrichten.

Es sieht schlecht aus um sehr viele Youtube Kanäle. Schuld daran hat COPPA, der

Childrens Online Privacy Protection Act,

also Kinder-Online-Privatsphären-Schutz-Plan. Dabei sollen Kinder unter 13 Jahren vor der Manipulation durch Werbung in Kinderprogrammen geschützt werden.

Jetzt denkt ihr, „Hö, Schutz von Kindern gerade online ist doch etwas Gutes?“ Ja, ist es auch, aber COPPA ist leider ganz furchtbar schief gegangen.

Ein Problem dabei ist, dass der Act von 1998 ist, ja, neunzehnhundertachtundneunzig, also gerade einmal 11 Jahre jünger ist als ich. Und in diesen bald 22 Jahren hat sich online so viel getan, doch das sollte selbsterklärend sein, außer man ist Politikerin und hält das alles für Neuland.

Ein anderes Problem ist, dass sehr grob beschrieben wird, was Kinderprogramme überhaupt sind. Hier die 4 (nur vier!) starren Kriterien; ein Programm gilt als Kinderprogramm, wenn

  • es bewusst an Kinder gerichtet ist
  • es Charaktere, Celebrities oder Spielzeuge enthält, die Kinder ansprechen, inklusive animierter Figuren
  • vorwiegend Kinder zu den ZuschauerInnen gehören
  • Aktivitäten gezeigt werden, die Kinder ansprechen

Dabei müssen nicht alle 4 Kategorien in einem Video getroffen werden, um entsprechend als Kinderprogramm kategorisiert zu werden. Was bedeutet, dass sehr viele Videos auf Youtube in eine Grauzone fallen, beispielsweise Videos, die nicht an Kinder gerichtet sind, aber etwa animierte Figuren enthalten.

Man denke da an Gaming Channels, Bildungskanäle, Nachrichtenvideos und unzählige Unterhaltungsanbieter. Auch Kanäle, die unterschiedliche Altersgruppen ansprechen, werden in diese Kategorie fallen. Solche, die ihr Programm hauptsächlich an Erwachsene richten, aber beispielsweise in einem Video über Pokémon sprechen, was (auch) von Kindern gespielt wird. Dabei ist egal, WIE darüber gesprochen wird, ob etwa komplexe Wissenschaftstheorien daran abgearbeitet werden, oder es sich um ein Let’s Play handelt, wo eine Person die eigene Spielerfahrung kommentiert. Der komplette Kanal wird unter das Gesetz fallen und überprüft werden.

Was ist das Problem?

Zum einen hat das Gesetz rückwirkende Konsequenzen. Für jedes Video, das als Kinderprogramm gewertet wird, muss die Kanalinhaberin $42.000 Strafe zahlen, das entspricht ca. 38.000€. Wohl gemerkt, PRO Video. Eine Familie, die seit 4 Jahren über ihren Alltag vloggt und fast täglich ein Video hoch lädt (ich rechne also 300 Videos pro Jahr), kommt sehr schnell auf 1200 Videos. Wird selbst nur die Hälfte als unter COPPA fallend gezählt, fallen also über 25 Millionen Dollar Strafe an. Dabei ist der Inhalt nicht einmal unbedingt an Kinder gerichtet, aber es sind oft Kinder und Spielzeuge zu sehen, womit die Zuordnung in die betroffene Sparte erfolgte.

Zum anderen wirft das Gesetz zukünftige Probleme auf. Ein Youtube-Kanal generiert durchschnittlich 80-90% seiner Einnahmen aus eingeblendeter Werbung. Für eigentlich alle großen Kanäle gilt: das ist deren Haupterwerb, oft der einzige, da Videos zu erstellen sehr aufwändig werden kann, besonders wenn z.B. animierte Figuren einfließen. Niemand kann auf 80-90% seiner Einnahmen verzichten. Zudem hängen an solchen Kanälen oft mehrere Jobs, um etwa Editorinnen und Autorinnen zu bezahlen.

Eigentlich gibt es eine bestehende Lösung, nämlich Youtube Kids, das den Anforderungen bereits entspricht, keine Werbung während eines Videos einzublenden, sondern vom Video getrennt und mit Ankündigung. Die Benutzung der Youtube Hauptplattform ist laut eigenen AGB erst ab 13 Jahren zugelassen; wer also einen Account erstellt muss mindestens 13 Jahre alt sein. Dass Kinder über ihr Alter lügen oder sich Zugang zum Account der Eltern verschaffen kommt ganz sicher vor, doch ist dies zu regeln Aufgabe der Eltern, nicht der Plattformbetreiber. Jedoch hat Youtube selbst lange damit hausiert, dass die Hauptplattform große Anlaufstelle von Kindern zwischen 2 und 12 Jahren ist und sich somit in das Schussfeld von COPPA bzw. der ausführenden Behörde FTC begeben.

Wie geht es weiter?

Youtuber haben bis zum 1.1.2020 Zeit, ein Formular auszufüllen und Angaben über ihre Kanäle und das Publikum zu machen. Videos ab 2020 müssen, sofern sie auch nur ansatzweise unter COPPA fallen könnten den Bestimmungen entsprechen, also sie dürfen keine Werbung mehr während ihrer Videos einblenden.

Es ist gut möglich, dass viele Kanäle offline gehen, um einer Strafe zu entgehen. Vielleicht ziehen sie auf andere Plattformen mit strengeren Altersbeschränkungen um. Sicher ist, dass das Gesicht von Youtube sich verändern wird. Ich befürchte nicht zum Guten.

Kidsnet

Zum Thema Schutz von Kindern und Jugendlichen habe ich einen Erlebnisbericht aus einer der unzähligen Elterngruppen. Zum Nachdenken und Diskutieren.

Hey Eltern,

lasst mich euch eine Geschichte erzählen.

Von Regeln, Freunden und Helfern, Vertrauen und der Staatsanwaltschaft.
Von einem eingestellten Verfahren und einem Anruf nach zwei Jahren.

Es war einmal vor ungefähr zwei Jahren, als meine Tochter zu mir kam und mir beichtete, dass sie sich nicht so ganz an meine Regeln gehalten hatte.
Klang zuerst nicht all zu wild, da sie heimlich Nachts noch zu lange am Handy gewesen war. In dem Gespräch kam dann heraus, dass sie über eine große WhatsApp-Gruppe Kontakt zu einem Mann Mitte zwanzig bekommen hatte.
Nachdem die beiden sich einige Tage geschrieben hatten, fragte er ob er ein Foto von ihr haben könnte. Von ihrem Bauch… Das Kind wusste allerdings: „Keine Fotos ins Internet!“ Also weigerte sie sich. Auch ihr kam es nach mehreren Aufforderungen irgendwann komisch vor. Weil sie aber nicht mit Papa drüber reden wollte, fragte Sie bei der Polizei nach, was sie machen soll. Dort sagte man ihr: „Sprich mit deinen Eltern.“ Zähneknirschend kam sie zu mir. Als ich dann mit dem jungen Mann schrieb, meinte dieser massiv ausfallend zu werden, was mich schlussendlich überzeugte ihn wegen Beleidigung anzuzeigen. So weit, so „harmlos“.

Nach einigen Monaten bekam ich Post von der Staatsanwaltschaft. Mit der Benachrichtigung, dass zwar die Person ermittelt werden konnte, ihr aber die Beleidigungen nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten.

Heute dann ein neuer Anruf mit dem Hinweis, dass ich erneut Post bekommen würde. Die Polizei hat sich im Zuge der Ermittlungen das Handy mal genauer angesehen und pornografische Inhalte gefunden. Unter anderem masturbierende Kinder. Das Vorgehen war immer das Gleiche. Insgesamt war der Typ in 37 unterschiedlichen WhatsApp-Gruppen und hat immer wieder andere aufgefordert, ihm Bilder und/oder Videos zu schicken. So wie er es bei meiner Tochter versucht hat….

Ich selbst werde auf meine Anzeige nur ein Einstellungsschreiben bekommen.Da es in meiner Anzeige nur um Beleidigungen ging. Ich kann nur hoffen, andere haben ihn für den Rest angezeigt. Oder das die Polizei in den Fällen von sich aus ermitteln kann. Nichts desto trotz ist es immens wichtig mit seinen Kindern reden zu können. Das die Kinder zu den Eltern kommen können. Das man misstrauisch bleibt und hinterfragt.

Doch nicht nur misstrauisch. Sondern auch interessiert daran, was die eigenen Kinder in „diesem Internet“ da eigentlich machen.Meine Tochter kam in diese Gruppen, indem sie von anderen Kindern dorthin eingeladen wurde. Von anderen Kindern die wahrscheinlich selbst nicht wussten wozu das diente. Es war zu dem Zeitpunkt total cool bei riesigen Chats teilzunehmen. Viele WA-Freunde zu haben. Genau genommen waren es riesige Telefonnummern-Tauschbörsen.

Und es bleibt die Frage:
Wie viele Menschen hinter den Telefonnummern kennt dein Kind tatsächlich?

Diese Geschichte zeigt deutlich: interessiert euch, bildet euch, schaut nach. Es ist viel wert, wenn das Kind einem so weit vertraut, dass es in solchen Situationen zu einem kommt. Das klappt aber nicht mit Zwang und Druck, sondern mit gegenseitigem Respekt und Vertrauen. Nachfragen, zuhören. In dem Sinne: unterhaltet euch doch mal wieder.

Internetkultur ist tot

Ich hasse Internetler.

Egal ob das auf Social Media ist, in Foren, auf Verkaufsplattformen, Youtube oder weiß der Geier wo. Die Internetmenschheit geht den Bach runter.

Es gibt noch „die Guten“, die argumentieren, freundlich und höflich sind, es mit Grammatik und Rechtschreibung mindestens versuchen. Die nette Kommentare lassen, loben, ihrer Bewunderung Ausdruck verleihen oder einfach weiterscrollen, wenn sie mit der neuen Haarfarbe von Sandy Popperdingens nicht zufrieden sind. Die scheinen aber zunehmend zu verschwinden oder zu verstummen.

Stattdessen findet sich eine scheinbar wachsende Masse von Brüllaffen, Idioten, Arschlöchern, Gestörten, Menschenhassern, Besserwissern, Alleskönnern, Taugenichtsen, Illiteraten, Verschwörungstheoretikern, Vollpfosten, Schleimscheißern*, Lakritzeessern und Pissnelken.

*lol die Rechtschreibprüfung kennt Schleimscheißer, aber keine Verschwörungstheoretiker

Ich meine dabei nicht einmal Trolle, die Grütze labern, die sie in den meisten Fällen nicht selber glauben, nur um andere Leute auf die Palme zu bringen oder zu schocken. Nein, schlimmer: diese Nussfritten meinen das völlig ernst! Und fühlen sich dabei auch völlig im Recht und in Ordnung!

Elternforen, in denen sich Eltern austauschen und Tipps geben sollten und vor allem verdammt nochmal gegenseitig unterstützen, weil Elternsein oft verdammt hart ist, sind voll von Übermuttis und Supervätern, die die Erziehungsweisheit mit dem Löffel gefressen und Engelchen erzogen haben, die die nächsten Heiligen werden, glaubt man deren Ausführungen.

Verkaufsplattformen sind voll von „Noch da?????“ und „Was ist letzter Preis“ oder „ich bezahl 10 Cent und du die Versandkosten“ – Fotzen, die am liebsten ihren Arsch hinterher getragen haben und dafür bezahlt werden möchten.

Youtube und Facebook und Twitter sind voll von Spinnern, Rassisten, Misogynisten und ähnlichem Abschaum menschlicher Kreation. Man möchte sie alle in einen Sack stecken, in den Rhein werfen und dafür genauso keine Konsequenzen erfahren wie sie.

Was ist nur mit denen los? Glauben die allen Ernstes noch immer, dass sie anonym sind? NIEMAND ist anonym. Wenn mir oder meiner Familie jemand ernsthaft im Internet schaden würde, wüsste ich genau, an wen ich mich wenden muss, um persönliche Informationen über diese Person herauszufinden und weitere Schritte einzuleiten. Es gibt Mittel und Wege, das müssen die doch im Hinterkopf haben, sofern da überhaupt noch etwas verdrahtet ist?

Fühlen die sich stark im Internet, weil sie in ihrem sonstigen Leben Niemande sind? Haben sie zu kleine krumme Pimmel? Sind sie einsam? Gelangweilt? Einfach nur dumm?

Es ergibt sich mir wirklich nicht, wie jemand mit nur einem Fünkchen elterlicher Erziehung -gut oder schlecht- fertig bringen kann, sich so scheiße aufzuführen, wie es viele heute tun.

Oder ist es bloß eine laute, auffällige Minderheit, die das Erlebnis Internet für so viele wie möglich versauen möchten?

Es kann jedenfalls nicht so weiter gehen. Daher bitte ich alle, die sich genauso genervt fühlen:

  • meldet diese Kackbratzen
  • schreibt ihnen entgegen
  • zieht Konsequenzen
  • schaut nicht weg

Es reicht nun wirklich mit dem laissez-faire, es wird Zeit, dass dem wieder Einhalt geboten wird. Es ging doch schließlich schon mal anders.

Wie wir Regeln finden

Beim Nuf gab es ein interessantes Interview mit Berlinmittemom über Konsumverhalten im Internet und dessen Grenzen in deren Familie. Berlinmittemom stellte zum Schluss des Interviews eine Frage in die Runde:

An was orientiert ihr euch, wenn ihr Regeln zur Mediennutzung mit euren Kindern formuliert?

tldr: Wie bei allem orientieren wir uns auch in Erziehungsfragen am Wohlfühlfaktor, dem Tagesgeschehen, eigenen Erfahrungen und nur selten an Ratgebern.

Meine Tochter ist erst 11 Monate jung, daher kann ich nur theoretisch antworten. Ich treffe aber alle meine Entscheidungen (auch außerhalb des Elternseins) so, deshalb kann ich es sicher adaptieren.

Für mich bzw. uns ist es wichtig, dass es mit Entscheidungen und Regeln allen gut geht. Beispiel: Erlaubt man dem Kind uneingeschränkten und unkontrollierten Zugriff auf Internet und TV, so gefällt das dem Kind sicher sehr, aber a) würde es mir selbst damit nicht gut gehen und b) wie schon im Interview gesagt wurde hat das eben auch Einfluss – ganz direkt auf die Stimmung und längerfristig auf die Charakterbildung. Ich sage damit nicht, dass Internet per se schlechte Menschen macht, ich bin ja selbst sehr internetaffin und wohl ganz okay geraten. Jedoch merke ich an mir selbst, dass es gewisse Abhängigkeiten gibt, steckt man einmal drin – und das ist sicher nicht immer so gesund und auch nicht immer so toll wie man glauben möchte. Ein ganz simples Beispiel, das sicher viele kennen: morgens Emails checken. Eine Studie fand heraus, dass das morgendliche Emailchecken die Tagesproduktivität um 27% (sicher auch mehr) senken kann. Man möchte up to date sein. Bei Kindern und Jugendlichen sind das vermutlich weniger die Emails, dafür aber Abos verschiedener Youtube-Kanäle, bei Instagram, Facebook und Co. Und ganz schnell hat man da ein, zwei Stunden verplempert ohne es zu merken. Und es schafft Abhängigkeiten, die in der Nutzungsweise jugendlicher Cliquen begründet liegen. Wer den neuesten Beitrag nicht gesehen hat, kann nicht mitreden.

Natürlich hat eine einzelne Familie nicht viel Macht gegen den Druck der Peergroup, doch man kann Grundsteine setzen. Diese Grundsteine sollte man so früh wie möglich setzen, denn ist das Kind erst einmal in der Pubertät, in der Freunde ungleich wichtiger und einflussreicher werden als die Eltern, kommt man kaum gegen unerwünschtes Verhalten mehr an. Da Internet inklusive Social Media und diversen Spielen Teil unserer Gesellschaft sind, auch wenn es manch einer nicht wahrhaben will und alles Digitale verteufelt, müssen wir als Eltern unsere Kinder auch dafür sensibilisieren und ihnen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Medien beibringen. Das geht weder durch Laissez-Faire noch durch strikte Verbote. Irgendwo in der Mitte, zwischen diesen beiden Extremen, sind gute und wirkungsvolle Methoden dafür zu finden.

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Wobei ich wieder zurück komme: jede Familie muss es selbst entscheiden, was für sie richtig ist.

Woran wir uns orientieren ist neben dem „Wohlfühlen“ mit Regelungen auch die tagesaktuelle Stimmung. Was heute passt, kann morgen unpassend sein. Man könnte das Finetuning nennen. Wer niedergeschlagen und traurig ist, kann diese negative Stimmung im Internet ganz schnell multiplizieren und gehört stattdessen an die frische Luft, zu Freunden oder in den Kreis der Familie, wo aktiv etwas unternommen wird. Wer sich körperlich nicht gut fühlt, eine Erkältung hat oder dergleichen, kann sich dagegen gerne mit der Lieblingssendung ablenken. Das machen wir hin und wieder schon jetzt so (jaha, ich Rabenmutter!) – wenn die Zähnchen besonders schmerzen oder der Wachstumsschub stresst und schmerzt, stehen Sunny Bunnies und Gazoon hoch im Kurs.

Hin und wieder finde ich (Papa liest keine Elternthemen) auch gute Ideen oder Ansätze in Blogs oder Zeitschriften, die wir dann individuell angepasst austesten und beibehalten oder auch nicht.

Das meiste haben wir bisher jedoch selber überlegt und ausgetüftelt, was wir sicher auch später so beibehalten werden.

Was mir jedoch noch sehr wichtig ist, sind Gruppenspiele. Diese tauchten auch im Interview auf und haben etwas in mir angepiekst. Diese Spiele machen süchtig. Langsam und schleichend. Die gefährlichste, hinterhältigste Form also. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. WoW war für mich irgendwann nicht mehr nur ein netter Zeitvertreib, ein lustiges Spiel. Es ging über in eine Art sozialer Verpflichtung – es gab Gildenziele, die es zu erreichen gab, Freundschaften, die gepflegt werden wollten und eben auch Menschen, mit denen man sich über intimste Gedanken austauschte -in der scheinbaren Anonymität. Davon ausgehend wurde WoW zum Suchtfaktor und dort auszubrechen hat mich viel Zeit und viel Schmerz gekostet. Das will ich unbedingt vermeiden, ist Püppi einmal in dem Alter.

Das muss nicht zwangsläufig ein komplexes Spiel sein wie WoW, dazu reichen schon diverse Facebookspiele und Browsergames, bei denen man ohne die Beteiligung von Freunden nicht weiter kommt. Eigene Erfahrungen, die unsere Eltern noch nicht hatten, sind für uns damit ebenso wichtige Orientierungspunkte wie die oben genannten.

Woanders: Linksammlung

 

Beim Zaubermann gibt es heute den ersten Eintrag zur neuen Reihe über Versicherungen. Heute geht es um Altersvorsorge.

Im Law Blog geht es darum, dass der PayPal-Käuferschutz kein Gerichtsurteil ersetzt. Für alle PayPal-Nutzer, Käufer wie Verkäufer, gleichermaßen wichtig.

Interessant wie erschreckend ist die Identitäre Bewegung, eine rechtsextreme Jugendbewegung, die sich intellektuell gibt, aber gewaltbereit ist, nun auch in Halle Polizisten angegriffen hat. Dass AfD-Landtagsvize Weber diese Gruppe „willkommen“ heißt, verwundert zwar nicht, sollte aber zu denken geben.

Die USA sind dabei, ihre Netzneutralität aufzugeben.

Währenddessen wird in Deutschland eine Gynäkologin angeklagt, weil sie auf ihrer Webseite angegeben hat, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführt – was viele Gynäkologen tun. Nur es anzugeben ist illegal. Oder Informationen zu Aborten auszuhändigen. Da sind wir wohl in den 50ern stecken geblieben. Ein Gutes hat es: es macht darauf aufmerksam, wie es um Abtreibungen in Deutschland wirklich steht und zeigt, dass die theoretische Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft praktisch mancherorts nicht gegeben ist.

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WMF: Beschleunigung, Überforderung und Umgangsmöglichkeiten

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Beim Webmasterfriday wird diese Woche gefragt:

Das Internet – und vor allem Social Media – beschleunigt das Leben enorm. Jede Neuigkeit flimmert in Minuten über irgendwelche Streams. Laufend werden kurzfristige Verabredungen getroffen, auch das Arbeitsleben wird durch immer neue, aber sehr kurzlebige News durcheinander gewirbelt. Langfristige Planung wird immer schwieriger. Kommt ihr das auch mental ins Schwitzen? Wie geht ihr damit um? Habt ihr Probleme damit, Euer eigenes Tempo zu finden? Habt ihr Tricks zum Entschleunigen? Riskiert man, den Anschluss zu verlieren?

Natürlich sind das viele Einzelfragen, die insgesamt ein sehr großes Thema bilden, das ich darum peu à peu abtragen möchte.

Kurzfristige Verabredungen

Ich sehe für mich keine Beschleunigung in Sachen Verabredungen durch soziale Medien; treffe nicht laufend kurzfristige Verabredungen. Wie vor WhatsApp auch verabrede ich mich für eine Zeit und einen Ort und gehe dann dort hin. Jedoch ist es einfacher geworden etwas auszumachen, da man schnell einmal eine Nachricht schreiben kann, statt sich vorab treffen zu müssen, zu telefonieren, eine Brieftaube zu bemühen oder ähnliches. Und auch ist das Risiko größer geworden, kurz vorher eine Absage aufs Display zu bekommen. Jedoch wurden auch vorher schon Menschen versetzt, die dann bloß nichts ahnten, bis sie sich eine halbe Stunde die Beine in den Bauch gestanden hatten. Auch kann man fix eine Nachricht schreiben, wenn man etwas später kommt, da man noch im Stau steht. Vor 20 Jahren hat man dann eben länger gewartet und nicht gewusst, ob die Verabredung noch auftaucht. (Ist es nicht komisch, dass Verabredung sowohl eine Sache als auch einen Menschen bezeichnet? Solche Details fallen mir durch mein Studium letzter Zeit enorm gehäuft auf.)
Allerdings stimmt es, dass die Verabredungen kurzfristiger, also über weniger Zeit vorausgeplant, getroffen werden; kurzfristig sind sie deshalb meiner Meinung nach nicht. Beispielsweise mache ich am Dienstag mit einer Kommilitonin aus, dass wir uns am Freitag zur Referatsvorbereitung treffen. Ohne Handy hätten wir dann wohl schon eine Uhrzeit vereinbart; so sehen wir erst einmal, was die Woche noch für Verpflichtungen bringt und entscheiden Donnerstag oder Freitagmorgen, wann genau wir uns treffen. Man ist schlicht flexibler geworden. Kurzfristig wäre gewesen, eine Stunde vorher überhaupt erst auszumachen, dass wir uns treffen. Spontan war man entweder schon vorher oder ist es jetzt auch nicht.

Eine Veränderung sehe ich allerdings darin -und dabei schließe ich mich nicht aus- dass (auch) Social Media ungeduldig gemacht hat. Es kam schon vor, dass ich auf die Uhr schaute und mich ärgerte, dass ich schon ganze VIER Minuten länger gewartet habe! Und ja, darin sehe ich eine Beschleunigung der Gesellschaft, wie Hartmut Rosa sie postuliert. Andererseits ist das keine neue Entwicklung und wohl auch an unsere Kultur geknüpft, in der Präzision, Pünktlichkeit und optimale Zeitnutzung ein hoher Wert beigemessen werden. An vielen Arbeitsplätzen, in Schule und Uni wird minutengenau getaktet und der geahndet, der sich auch nur Sekunden verspätet; eine Perversion dieser Taktung sind Stechuhren. Wir werden von klein auf darauf getrimmt, pünktlich zu sein. Wer kennt nicht dieses ungute Gefühl, nach dem Unterrichtsklingeln erst den Raum zu betreten und von 20 Augenpaaren angestarrt zu werden? Da ist es klar, dass sich solche Dinge auch auf das Privatleben, auf die Freizeit übertragen. Man kann nunmal nicht aus seiner Haut.

Nachrichten

Stimmt, die Übertragung von Nachrichten ist schneller und vor allem massiger geworden. Das halte ich jedoch nicht per se für schlecht. Ich bin gerne zeitnah und umfassend informiert. Die Herausforderung besteht darin, die Flut an Informationen zu filtern, denn sonst geht man einfach in ihr unter. Für mich finde ich schwierig, auf der einen Seite mehrere Quellen zu benutzen, um der Gefahr einseitiger Berichterstattung (und Meinungsmache) zu entgehen, aber andererseits, nicht zu viele Quellen auszuwählen, da mich das schlichtweg überfordert. Ich hege Medien gegenüber grundsätzlich eine gewisse Skepsis, da ich weiß, wie leicht man mit den richtigen Worten manipulieren und verzerren kann. Außerdem kann ein Artikel niemals rein objektiv sein, da sie von Menschen geschrieben werden, die bewusst oder unbewusst den Leser immer in eine Richtung leiten. Gerade soziale Medien birgen immer die Gefahr auf etwas zu stoßen, das vielleicht seriös erscheint, aber nicht ist. Mir drängen sich da gerade Gedanken an spezielle Impfgegner-, Weltverschwörungs- und Naziseiten auf Facebook auf. Die Zahl solcher Seiten ist enorm, die Zahl ihrer Anhänger und Gläubigen erschreckend. Und ich kann das nachvollziehen, denn gerade dort finden sich Texte, die viel behaupten, viel verdrehen und Scheinbeweise vortragen, die auf den einen oder die andere überzeugend wirken. Es gibt viele Menschen, die unzufrieden mit oder überfordert von dem Konsens sind, der außerhalb dieses Dunstkreises vorherrscht und die dann dafür empfänglich werden. Das hat auch etwas mit der Beschleunigung zu tun, denn in dieser Theorie gibt es eben auch Menschen, die hintenunter fallen, ausgegrenzt werden, nicht schritthalten können. Oder um beim Beispiel mit den Nachrichten zu bleiben: sie fühlen sich vielleicht überwältigt von der Flut, hegen Zweifel, haben ihr Vertrauen nach diversen Skandalen verloren, wurden von Propaganda („Lügenpresse“) irritiert und suchen sich dann Alternativen.

Eigener Umgang

Ich gebe zu, selbst einmal mit einer „gemäßigten“ Skeptikergruppe geliebäugelt zu haben, was im direkten Zusammenhang mit meiner damaligen Gemütsverfassung und dem Gefühl stand, mit diesen vielen Nachrichten einfach nicht mehr klarzukommen. Und da muss man eben aufpassen. Lange Zeit habe ich schließlich gar keine Nachrichten mehr in mein Bewusstsein vordringen lassen (was übrigens wirklich schwierig ist, da man überall damit konfrontiert wird, ob nun beim Emailanbieter, auf sozialen Plattformen oder ähnlichem), womit ich natürlich auch irgendwann unzufrieden war, da man dann nicht mehr mitreden kann und auch persönlich Relevantes verpasst. An dieser Stelle musste ich überlegen, wie ich zwar wieder Zugang gewinne, mich jedoch vor einer erneuten Überforderung schützen kann. Also begann ich zu sortieren, was vor allem bedeutete auszusortieren, wegzulassen. Aber auch mich zu entscheiden, welche Nachrichtenanbieter ich für mich seriös finde und welchen ich am ehesten zutraue, möglichst viele Seiten zu beleuchten wo nötig. Auf Facebook etwa habe ich die lokalen Nachrichten aus meiner Liste gelöscht. Zwar weiß ich gerne, was in meiner Stadt passiert. Doch wurde dort im Stundentakt veröffentlicht, was meine Pinnwand sprengte. Und ja, eigentlich konnte ich mit den dortigen Meldungen eher meine Neugier nach Verfehlungen von Mitmenschen stillen, als über wirklich relevante Themen zu erfahren. Zwar hat es einen gewissen Unterhaltungsfaktor zu sehen, wie bekloppt manche Mitbürger sind, doch hat das keinen Einfluss auf meinen Alltag und ist somit vernachlässigbar. Außerdem -das war das größere Problem- gab es in den Kommentarspalten stets hitzige Diskussionen, die mir zeigten, wie kleingeistig, dumm, egoman und abstoßend manche Menschen sind, was mich teils so erschüttert hat, dass es mich vom Wesentlichen ablenkte. Man kann das zwar machen, sich solche Idiotie hin und wieder anzuschauen, doch wenn das zum täglichen Ritual wird, kommt man schnell in einen sehr negativen Gedankenkreis – zumindest ging es mir so. Auch viele Blogs habe ich aus meiner Internet-Spazier-Liste entfernt. Das traf zum einen die, die einen hohen Output haben, wo sich Artikel aufeinander beziehen und man alle lesen muss, um überhaupt noch durchzublicken. Nicht alles lesen zu müssen war schließlich eine Erkenntnis, die mir viel unnötigen Druck nahm. Zum anderen waren es solche, bei denen ich mit den Meinungen einfach nicht klar kam. Zwar habe ich für mich den Anspruch, tolerant und offen für andere Ansichten zu sein (wo es selbstredend nicht gegen persönliche Grundsätze verstößt), wenn ich jedoch merke, dass ich mich über einen Blog eigentlich nur noch ärgere und dass das nicht nur einmalig war, muss er weg. Da konsequent zu sein erschien mir anfangs rabiat, gefällt mir jedoch zunehmend.

Zusammengefasst bedeutet Entschleunigung im Internet für mich also:

  1. aussortieren,
  2. entscheiden (statt hin und her zu springen) und
  3. weglassen (statt mich gezwungen zu fühlen, Verpasstes nachzuholen.)

Entschleunigung im Alltag

Ein großes Thema, über das ganze Regale voll Ratgebern in den Buchläden stehen. Das Studium verlangt mir gerade sehr viel ab und ich muss meine Zeit relativ streng einteilen, da ich wöchentlich in kurzer Zeit viel erledigen muss. Um unter der Belastung nicht zusammenzubrechen, muss ich mich immer wieder entschleunigen, entspannen. Diese Wörter kann man mitlerweile fast synonym benutzen, da der meiste Druck, aus meiner Sicht, von der allgemeinen Hektik und dem damit verbundenen Leistungsdruck -also nicht nur Leistung zu bringen, sondern viel Leistung in kurzer Zeit– ausgeht. Dass ich mit Depressionen zu kämpfen habe oder hatte ist davon sicher nicht unberührt. Einige Stunden meiner Therapie habe ich damit verbracht, mir solche Techniken bewusst zu machen und sie umzusetzen. Denn das ist ja das Problem: eigentlich kennt man so viele Entspannungstechniken, aber setzt sie kaum um, wobei manche aber auch einfach unpraktikabel sind. Geht es euch auch so?

Nahezu alle dieser Entspannungsratgeber haben gemein, dass sie fordern, sich Freizeit einzuplanen. Klar klingt das plausibel und für viele mag das funktionieren. Aber ich bin absolut nicht der Typ dafür. Wenn ich merke, dass der Akku leer ist, kann ich nicht noch einen Tag warten bis mein „Erholungstermin“ eingeplant ist, sondern muss einfach gleich Pause machen. Und das ist ok. Lange hat mich dann immer das schlechte Gewissen gequält und ich war ziemlich streng mit mir, habe mir selbst Vorwürfe gemacht, dass ich faul war und nicht geschafft habe was ich schaffen wollte. Zugegeben, versöhnlicher mit mir selbst umzugehen ist eines meiner Therapieziele. Aber ich glaube, ich bin nicht die Einzige, der es so geht. Wenn ich nun also einfach mal einen Tag lang Serien schauen, spazierengehen und etwas völlig anderes tun will, das nix mit der Uni zu tun hat, dann ist das okay und es ist mir „erlaubt“ und allemale besser als schlechte Arbeit unter Zwang zu erledigen und den Akku weiter zu leeren. Oft geht eine Aufgabe, die im erschöpften Zustand unbezwingbar scheint nach einem solchen Tag gar leicht von der Hand. Mir ist aber bewusst, dass ich das eben machen kann, weil ich Studentin bin und es mir möglich ist, meine Zeit selber einzuteilen. Aber das meine ich gerade: ich halte die vielen Artikel über Entspannung ganz nett und wohl auch für berechtigt, aber man muss seinen eigenen Ansatz finden und sehen was zu Persönlichkeit und Lebensumstand passt.

Meine Blogroll

Ich gebe zu, meine Blogroll habe ich sträflich vernachlässigt. Doch nun sind stillgelegte Blogs heraus geflogen und dafür ein paar neue Blogs dazu gekommen. Diese möchte ich euch kurz und knapp vorstellen.

Abteilung 14 ist der Blog von Madse aus der tollen Hansestadt, deren Bilder ich euch häppchenweise zeige. Hier gibt es von Metallischer Musik über Militärisches ein dunkelbunt gemischtes Programm.

Alex bloggt’s steht schon länger in meiner Blogliste, wurde aber selten erwähnt. Also schaut vorbei bei der freundlichen Kassiererin mit dem Klotürenfotofetisch. 😉

Altenheimblogger ist der Blog von Sven, einem Altenpfleger mit lustigen, wundersamen und manchmal auch traurigen Geschichten aus dem Alltag in der Altenpflege.

Bei Ayşenputtel gibt es Einblicke in das Leben einer liebenswerten Deutschtürkin, die dem Leser ihren Alltag zwischen zwei Kulturen näher bringt.

Das Nuf ist der Blog von Patricia, einer IT-Projektleiterin, Buchautorin, Mutter, Radiotalkerin, Gameplayerin und sonstigen Alleskönnerin aus Berlin. Und das alles verpackt sie in einer frischen, leichten Art.

Ein Blog von Vielen „ist ein Blog von einer, die Viele ist“, wie sie in ihrer About-Seite selbst schreibt. Hannah ist eine junge Frau mit einer dissoziativen Identitätsstrukur, die uns Einblick in das Leben, Leiden und Lieben von Vielen gewährt.

Engelchenve ist eine Pharmazeutin am Ende ihres Studiums, die neben ihrem Praktikum in Berlin, dortigem Socialising und Lernen auch noch ihre Hochzeit plant. Auf dem Blog verarbeitet sie auch einige Themen aus ihrer Vergangenheit wie Liebe, Krankheit und Träume.

Felina’s Crossroads handelt vom Leben einer Hetäre und den Begebenheiten und Schwierigkeiten in der Erotikbranche.

Fuerhilde schreibt über Leben und Tod, Depression und Liebe und manchmal auch über das Erwachsenwerden.

Ist Weibsvolk anwesend?! ist der Blog der lieben Manu, die über Arbeit, Kinder und Alltag erzählt und uns mit lustigen Videos, Buch- und Serientips sowie leckersten Rezepten erheitert.

Bei Journelle gibt es Online-Essays über „Internet, Politik, Kinder, Feminismus, Körper, Linkempfehlungen, Twitter-Favs, Sex.“

Jule Stinkesocke erzählt von Alltag und Studium einer Querschnittsgelämten, die abgesehen von ihrer Behinderung mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat wie alle anderen: Prüfungen, Freundschaft, Liebe, Sehnsucht, Freizeit und Zukunftspläne.

Lady Crooks sollte euch ohnehin ein Begriff sein und wenn nicht, wird es aber Zeit, mal vorbei zu schneien. 😉

Lesbomat’s Blog ist der einzige Lesbenblog im Netz, heißt es, und sollte daher unbedingt einmal besucht werden.

Bei Lunarbaboon gibt es Comics, mal lustig, mal zum nachdenken, aber immer schön. Die Seite ist auf Englisch.

Paul Fehm schreibt über Literatur, das Menschsein, Ästhetik und Empfindung.

Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram ist Privatkram, mehr oder minder täglich, von Ulf. Über Metal etwa. Oder seinen Hund Bruno. Auch über Ulfs Arbeit, Psyche und Politik.

Zwischen Vernunft und Emotion ist der Blog der zauberhaften Frau Poesie, die uns (fast) täglich Sinnlichkeit, das pralle Leben und puren Genuss bietet.

Gogo Google Gadget!

Google hat weltweit unvorstellbar viele Nutzer. Und doch bleiben einigen Usern ein paar sehr hilfreiche Kniffe und Tricks verborgen.

Daher möchte ich euch gern ein paar praktische Funktionen vorstellen.

Eine bestimmte Seite durchsuchen

Man kann nicht nur nach Seiten im Netz suchen, sondern einzelne Seiten auch durchsuchen. Das ist zum Beispiel hilfreich, wenn man noch weiß, auf welcher Seite man ein bestimmtes Thema gefunden hat, aber den Direktlink nicht gespeichert hat. Nehmen wir etwa an, dass jemand den Post zu den praktischen Helfern für Schule, Uni und Büro sucht, den ich 2012 einmal gepostet habe. In dem Fall gibt man den Suchbegriff, hier „Praktische Helfer“ und dazu den Befehl „site:(URL)“ ein. Das sieht dann folgendermaßen aus:

siteSchon das erste Ergebnis ist der gesuchte Post. Die URL kann man auch ohne Schrägstriche und https eingeben und kommt zum gleichen Ergebnis.

Mit fehlenden Wörtern und Buchstaben suchen

Manchmal weiß man, wonach man sucht, kann sich aber nicht an eine bestimmte Phrase oder ein bestimmtes Wort erinnern. Google hilft hier aus, indem es mit einem Platzhalter arbeitet: dem Sternchen. Wenn man also ein Wort in einer Redewendung oder einen Buchstaben in einem Wort nicht mehr weiß, setzt man einfach das Sternchen.

sternchen

Ähnliche Seiten finden

Ich hatte das ja schon öfter in meinen Suchanfragen, wie jemand auf den Blog kommt: „ähnliche Seite wie 9gag“. Tja, meine Lieben, dafür gibt es einen Google-Befehl! Der lautet: „related:(URL)“

related

Definitionen finden

Einfach aber hilfreich: wer nicht erst nach einem Internetwörterbuch suchen möchte, der tippt einfach: „define:(Suchbegriff)“. Klappt auch mit Fremdwörtern:

define

Maßeinheiten und Währungen
umrechnen

Wer sich beispielsweise in englischsprachigen Foren und Internetkreisen aufhält, der kann schon einmal über Meilen, Kanadische Dollar oder Yards stoßen. Auch hier muss nicht eigens eine Seite zum Umrechnen gesucht werden, denn auch dies erledigt Google für uns. Mit dem Befehl „(Einheit) in (Zieleinheit)“ ist eine Zahl ganz schnell umgerechnet.

can dollars yards

Formeln berechnen

Man glaubt es kaum, doch wenn ihr einmal -aus welchem Grund auch immer- wissen möchtet, was herauskommt, wenn man G*Masse der Erde / Erdradius² rechnet, kann euch sogar dabei geholfen werden:

formelFlüge checken

Wer wissen möchte, wann ein bestimmter Flug landet, um den Opa vom Flughafen abzuholen oder den Schwarm zu stalken, kann auch dies via Google erfahren:

flug

Kinovorführungen checken

Bock auf Kino in Berlin? Google verrät, wann und wo man den Wunschfilm ansehen kann. Wer den Ort weglässt, bekommt die Ergebnisse für Orte in seiner Nähe. Lässt man den Filmnamen weg, wird angezeigt, welche Filme in Berlin aktuell gespielt werden. Befehl: „showtimes: (Titel) (Ort)“

kinokino 2

Zeiten rund um den Globus

Der Freund ist unterwegs und man will ihn nicht aus dem Schlaf reißen, indem man ihn zur falschen Uhrzeit anruft? Kein Problem! Befehl lautet: „time: (Ort)“

time

Wettervorhersage

Wenn ihr dann auch noch wissen möchtet, welches Wetter der Freund gerade erträgt, könnt ihr das mit dem Befehl „Wetter (Ort)“ in Erfahrung bringen. Und das sogar inklusive Wettervorhersage für eine ganze Woche.

wetter

Do a barrel roll

Ja, auch eine Rolle vorwärts kann Google!

barrel roll

Pacman spielen

Wer sich ein wenig die Zeit vertreiben will prokrastiniert, tippt einfach google.com/pacman in die Adresszeile und los gehts!

pacman

Es gibt übrigens noch viel mehr Spiele, die Google in kleinen Gimmicks anbietet. Doch die vorzustellen bedürfe eines eigenen Artikels. Vielleicht erstelle ich dazu mal ein Best Of.