Weleda Produkttest

Das Runzelfüßchen hat ein Gewinnspiel ausgerufen und ich habe gewonnen! Vielen lieben Dank noch einmal!

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Das Weleda Kids Set kam heute an und besseres Timing wäre wohl kaum möglich gewesen – denn heute ist Badetag!

Also gleich ausprobiert; hier ein kurzer Bericht mit Bewertung der Inhaltsstoffe:

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Go vegan: Kosmetik

Seit ich denken kann, setze ich mich für das Wohl von Tieren ein. Als Grundschülerin etwa schrieb ich Merkzettel über gefährdete Tiere per Hand auf farbiges Papier, zeichnete besagtes Tier dazu und verteilte die Zettel dann in den nachbarschaftlichen Briefkästen oder hing sie auf. Später war ich Mitglied in der Naturfreundejugend und beteiligte mich im Zuge dessen an Projekten und Gebietsreinigungseinsätzen.

Man könnte also sagen, dass ich mich schon länger mit dem Thema Naturschutz auseinander setze. Auch gegen Tierversuche für Kosmetika war ich ab dem Zeitpunkt, als ich von ihnen erfuhr und fand sie scheiße. Doch um mich mit tierversuchsfreien Kosmetika auseinanderzusetzen fehlten mir zunächst die Mittel und schließlich auch das Geld, denn diese Produkte waren einst „teuer“ (In Anführungszeichen, da aus Sicht einer Familie, die jeden Groschen bedacht ausgibt, so ziemlich alles teuer ist, was nicht den billigen -und billig im umfassenden Wortsinne- Discounterpreisen entspricht. Mittlerweile gibt es günstige tierversuchsfreie Marken und vor allem viele Anleitungen für Kosmetika zum Selbermachen.)

tribal, Trennung, Absatz

Bis vor wenigen Jahren, als ich auf das Konzept veganer Kosmetika aufmerksam wurde, bedeutete vegan* für mich „nur“, keine tierischen Produkte zu essen. Dass dazu noch viel mehr gehört, blieb mir bis zum regen Austausch mit einer großen veganen Community auf einer Kleidertauschbörse verschlossen. Doch klar: dass man nicht nur auf Fleisch und tierische Nahrungsmittel wegen des Protests gegen Tierqual verzichtet, sondern auch auf Produkte, für deren Herstellung oder Testung Tierleid erzeugt wird, ist schlüssig.

Und so begann ich, mich mit veganen Produkten auseinanderzusetzen: Kleidung, Putzmittel und schließlich Kosmetik.

Gerade letztgenanntes Feld, das der Kosmetik, ist rechtlich wie auch firmenethisch zu großen Teilen noch immer fürchterlich rückständig, außerdem für Verbraucher unübersichtlich. Doch es gibt zunehmend Hersteller, die vegane Kosmetik entwickeln und verkaufen und sich damit gegen die großen Kosmetikimperien wie L’Oréal oder Procter&Gamble durchsetzen.

Wer jetzt denkt, dann alle Kosmetikfirmen guten Gewissens kaufen zu können, die nicht an Tieren testen, irrt leider. Hinzu kommen auch Kriterien wie die Verwendung tierversuchsfreier Inhaltsstoffe und der Verkauf in Ländern, die Tierversuche nicht fordern, wie das etwa in China der Fall ist. Das ist ebenso wichtig, da es einige Unternehmen gibt, die zwar behaupten, keine Tierversuche für ihre Kosmetika durchzuführen, aber nicht auf Tierversuche für die Inhaltsstoffe verzichten. Das klingt nicht nur nach anwaltlicher Wortklauberei, sondern ist auch ziemlich unverschämt. (Zumal das europäische Gesetz Tierversuche für fertige Produkte ohnehin verbietet, nicht aber für Inhaltsstoffe oder Bestandteile.)

tribal, Trennung, Absatz

Und dann gibt es auch noch Unternehmen, die zwar vegan produzieren, aber von Firmen aufgekauft wurden, die Tierversuche durchführen oder solche, die in ihrem Sortiment nicht-vegane Ausnahmen machen. Zu diesen gehören etwa O.P.I. (von Coty aufgekauft) oder Colourwell (haben einen nicht-veganen Mascara.)

Als „normaler“ Endverbraucher hat man wohl kaum die Möglichkeit, das alles zu erforschen, um herauszufinden, welche Marken „clean“ sind – und dann auch noch den Überblick zu behalten.

Daher bin ich ganz froh, dass es auch hierfür Übersichtslisten im Internet gibt:

terraveggia.de

PETA

Wir für Tiere e.V. (mit Negativliste)

Und dann gibt es noch Blogs, die Zusammenhänge erläutern und aufklären. Einer dieser Blogs für vegane Kosmetik ist Blanc et Noir, der viele zauberhafte, wissenswerte und augenöffnende Posts bietet (und ebenfalls eine Liste mit veganen Kosmetika sowie eine über Tierversuche.)

Darüber hinaus auch eine Initiative von Bloggern gegen Tierversuche mitsamt Logo, das seit heute meinen Blog ziert.

Ich lade mitlesende Blogger dazu ein, sich ebenfalls zu beteiligen und somit auf das Thema Tierversuche für Kosmetik aufmerksam zu machen und ein Zeichen dagegen zu setzen. Das Logo ist eine gute Möglichkeit dazu.

Außerdem hoffe ich, ein wenig Aufmerksamkeit für das Thema geschaffen zu haben, das leider oft vergessen wird.

Tribe2

Wie steht ihr zu veganer Kosmetik?
Worauf achtet ihr, wenn ihr Kosmetika kauft?

Tribe3


Anmerkung: Dieser Artikel beabsichtigt nicht, eine Pro- oder Kontra-DIskussion über Veganismus auszulösen. Auch sind meine Ausführungen nicht wertend gemeint. Ich möchte lediglich auf die Aktion „Blogger gegen Tierversuche“ aufmerksam machen und dabei meine Meinung zu veganer Kosmetik zum Ausdruck bringen.


*Begriffsabgrenzung Veganismus laut Wikipedia: „Veganismus ist eine aus dem Vegetarismus hervorgegangene Einstellung sowie Lebens- und Ernährungsweise. Vegan lebende Menschen meiden entweder zumindest alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder aber jegliche Nutzung von Tieren und tierische Produkte insgesamt. Ethisch motivierte Veganer achten zumeist auch bei Kleidung und anderen Gegenständen des Alltags darauf, dass diese frei von Tierprodukten und Tierversuchen sind.“


Der rote Umschlag

Als ich heute morgen in den Briefkasten schaute, fand ich diesen Umschlag:

[Edit: Das Bild wurde leider mal ausgemistet. Darauf war ein schimmernd roter Umschlag zu sehen, daher auch die Überschrift.]

„Was da wohl drin ist?“ dachte ich mir. Er sah auf jeden Fall toll aus, so rot und glänzend (ich stehe auf glänzende Sachen) und so mysteriös- den Absender „P&G Versandservice“ aus Mainz kannte ich nicht. Also öffnete ich ihn voller Neugier und TATATATAAAAAA, das war drin:

[Edit 2: Auch dieses Bild ist leider im Nirvana des Internets verschollen. Es zeigt eine Produktprobe für unten benannte Hautcreme.]

Mensch, das hatte ich ja ganz vergessen! Zu meinem neuesten Tick gehört es, mir Produktpröbchen zukommen zu lassen (und an Gewinnspielen teilzunehmen, aber das ist ne andere Story.) Diese Probe ist von Olaz und das Produkt nennt sich „3 Zone Treatment Cream.“

Sie soll feuchtigkeitsspendend und straffend sein und erste Anzeichen der Alterung bekämpfen. Außerdem ist sie parfumfrei.

Allerdings ist das wohl auch das Einzige, was nicht drin sein wird. Ich habe mir mal die Inhaltsstoffe angeschaut und bin fast aus den Latschen gekippt! Ganze 51 Stoffe sind dort aufgezählt und dabei gab es verdammt viele Treffer auf meiner persönlichen NOT!- Liste.

Carnosin etwa: es ist nicht ausreichend erforscht und ist eigentlich ein Nahrungsergänzungsmittel für Autisten. Dann zählte ich mindestens 6 Alkohole. Weiterhin sind einige Silikone drin, die sich wie ein Schmierfilm auf die Haut legen, wodurch sie zwar voller aussieht, aber nicht atmen kann und damit verstopft und Hautunreinheiten begünstigt und die Haut auf Dauer austrocknet, was quasi eine Abhängigkeit zur Creme herstellt. Pfui!

5 Parabene konnte ich zählen. Sie sind allergieauslösend vor allem bei empfindlicher und trockener Haut- weswegen es gerade in einer als „feuchtigkeitsspendend“ deklarierter Creme, die vorwiegend Menschen mit trockener Haut nutzen dürften, gar nichts zu suchen hat (in anderen Cremes aber bitte auch nicht…)

Weiterhin ist in dem Kleister Paraffin drin, also ein Erdöl, das zwar als ungefährlich gelten soll, mir aber trotzdem Unbehagen verschafft.

Aber der absolute K.O.Stoff, mein absolutes NoGo für Cremes war Disodium EDTA. Es schwächt Zellmembranen und ist umweltschädigend (sogar als umweltrelevant eingestuft). Das EDTA, also Ethylendiamintetraessigsäure, ist zudem toxisch und lässt Schadstoffe leichter in die Haut dringen, was das Zeug also doppelt schädlich macht. Es ist kosmetisch irrelevant und dient lediglich dazu, Verfärbungen oder das Absetzen von Stoffen am Boden zu verhindern. Bei wirklich guten Cremes ist sowas nicht nötig. Wenn man minderwertige Stoffe verwendet, dann schon. Übrigens ist es als Konservierungsstoff verboten. Man kann es aber unter anderen Vorwänden mit reinwerfen.

Nee danke, also diese Creme könnt ihr schön selber testen! Diese Pampe schmier ich mir ganz bestimmt nicht ins Gesicht! Da wären mir die zerriebenen Küttel meiner Meerschweine ja lieber!

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EDIT: Ich habe gerade gesehen, wie andere Testerinnen das Zeug bewertet haben: ganze 4,5 von 5 Sternen. Und die Meinungen klangen in etwa gleich, tolle Creme, super Pflege etc pp. Schlimm! Und traurig, wie wenig sich informiert wird über das, was man sich ins Gesicht schmiert. Meine Güte, ihr habt bloß eine Haut! Macht die nicht mit so nem Dreck kaputt!

Zeigt mir auch wieder, dass man sich auf Kosmetiktests nicht verlassen kann.

Noch ein EDIT: Der Spaß kostet auf Amazon ganze 35€ pro 100ml. Das nenne ich teure Hautzerstörung. Sich in eine offene Flamme werfen ist da kostengünstiger.