Nachgehakt: Panama Papers

Wie ich gestern bereits erwähnte, wurden 2,6 Terabyte an sensiblem Datenmaterial geleakt, das die Sueddeutsche und andere große Zeitungen unter dem Namen Panama Papers nun stückweise veröffentlichen. Mittlerweile gibt es unzählige Artikel zu dem Thema, die ich hier in einer ersten Liste teile.

Die Mobilegeeks fassen zusammen: Panama Papers – Alles, was ihr wissen müsst

Im Bayrischen Rundfunk wird gefragt: Welchen Zweck könnte das haben? Was ist juristisch heikel? Was zumindest moralisch fragwürdig? (offenes Tagesgespräch)

Erste Reaktionen machen die Entrüstung der Menschen deutlich. Der Guardian hat zu dem Thema einen Livestream.

Thomas Eigenthaler vermutet, dass sich die Ermittlungen um Panama Papers in den nächsten Monaten aufgrund mangelhafter Zusammenarbeit der Staatengemeinschaft im Sande verlaufen wird. Auch sei Panama nur ein kleiner Mosaik-Stein, das Problem um Briefkastenfirmen dagegen global.

Im März gab es ein Interview mit dem Isländischen Premier, das nun -im Hinblick auf Panama Papers- mindestens ein Geschmäckle hat. Er leugnet das Vorhandensein von Offshore-Konten von Politikern, redet von der Wiederherstellung des Vertrauens der Bürger in die Regierung und bricht schließlich das Interview ab, als er nach eigenen Verbindungen zu einer Offshore-Firma befragt wird.

Doch es gibt auch Kritik an der Vorgehensweise zu den Panama Papers: Craig Murray kritisiert die Konzentration der westlichen Medien auf Russland, die Finanzierung des Programms und einiges anderes. Auf den Nachdenkseiten findet sich eine Übersetzung des Artikels.

Und es gibt ein Interview mit den beiden Journalisten hinter den Panama Papers.

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Panama Papers: Ein 2,6 Terabyte großes Leak

Der Süddeutschen Zeitung wurden vor einem Jahr geheime Datensätze zugespielt, die von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca stammen. Das ist eine Firma, die Offshore-Dienste anbietet, was heißt, dass sie Briefkastenfirmen verkauft, die sich nicht nachverfolgen lassen. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass diese für mindestens unseriöse, meistens illegale Geschäfte und solche, die geheim bleiben sollen, genutzt werden.

Zu den Kunden gehören internationale Mafias, Drogenschmuggler, korrupte Staats- und Regierungschefs, Fifa-Funktionäre, aber auch Sportstars, Promis und Banken, wie etwa die Commerzbank und Hypovereinsbank.

Der irrsinnig große Datensatz wurde durchsuchbar gemacht (ähnlich wie bei einer Suchmaschine) und in Listen gegliedert. „Partei-Spendenaffären“ ist etwa eine 130 Namen starke Liste, die UN-Sanktionsliste enthält über 600 Namen.

Der spektakulärste Teil der Unterlagen ist der über die mutmaßlichen Offshore-Firmen von zwölf aktuellen und früheren Staatschefs – sowie Spuren zu Dutzenden weiteren Spitzenpolitikern, ihren Familien, engsten Beratern und Freunden. Daneben finden sich fast 130 weitere Politiker aus der ganzen Welt unter den Kunden der panamaischen Kanzlei, darunter viele Minister.

Unter dem Namen „Panama Papers“ hat die SZ nun die aufgearbeiteten Daten veröffentlicht und verschiedene Informationen in Artikeln zugänglich gemacht.

Sicher keine leichte Abendlektüre.