Der Geburtsvorbereitungskurs

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Was passiert in einem Geburtsvorbereitungskurs? Was kostet er? Ist er verpflichtend? Antworten zu vielen Fragen rund um den Kurs gibt es hier.

Muss ich zu einem Geburtsvorbereitungskurs gehen?

Die einfache Antwort lautet: Nein. Der Geburtsvorbereitungskurs ist freiwillig.Jedoch ist die Teilnahme empfehlenswert, denn der Kurs gibt nicht nur Informationen rund um die Geburt. Auch nimmt er die Angst, die vor diesem großen Ereignis ganz normal ist. Zudem kann der Kontakt mit anderen Schwangeren helfen oder schlicht ein soziales Netz knüpfen. Oftmals kommen während der Stunden Fragen auf, an die man sonst nicht denkt und die man direkt stellen kann.

Persönlich habe ich außerdem diese Stunden genutzt, um mir ganz bewusst Zeit für meine Tochter und mich zu nehmen, ohne Stress und Hektik, die in den letzten Wochen vor der Geburt oft herrschen. Mit manchen der Frauen habe ich auch jetzt noch Kontakt, wir gehen zusammen zu Kursen oder tauschen uns aus.

Was kostet ein Kurs?

Die Kosten werden von gesetzlichen Krankenversicherungen voll übernommen, wenn die Kurse von maximal 14 Stunden von einer Hebamme geleitet werden. Manche Hebammen verlangen vorab eine Kaution, die Sie aber nach Abschluss des Kurses abzüglich Fehlstunden zurück erstattet bekommen. Jedoch können Extrakosten entstehen, wenn Sie einen gemeinschaftlichen Kurs mit Partner belegen. Der Betrag unterscheidet sich je nach Kursanbieter. Manche Krankenkassen übernehmen jedoch auch den Teil des Partners. Ein Nachfragen lohnt sich also.

Bei privat Versichten sieht es hingegen nicht so rosig aus. Viele private Krankenkassen zahlen nichts oder nur einen kleinen Teil der Kosten dazu. Die Kosten schwanken meist zwischen 80 und 100€ für Einzelkurse; pro Stunde mit Partner können noch einmal zwischen 10 und 25€ hinzu kommen. Auch hier sollten Sie nachfragen und gegebenenfalls verhandeln.

Wo und wann melde ich mich für einen Geburtsvorbereitungskurs an?

Da die Kurse so knapp gesäht sind wie Hebammen auch, sollten Sie sich so früh wie möglich anmelden, spätestens aber bis zur 20. Schwangerschaftswoche. Danach können Sie zwar noch Glück haben, doch sollten Sie bedenken, dass die Kurse beliebt sind. Beginnen sollte der Kurs zwischen der 25. und 30. Schwangerschaftswoche.

Anbieter sind meistens niedergelassene Hebammen. Wenn Sie das Glück haben, ein Geburtshaus in der Nähe zu haben, sollten Sie auch da fündig werden. Haben Sie eine Hebamme zur Vorbereitung, kann diese Ihnen sicher weiterhelfen, ansonsten haben auch Frauenärzte oft Listen. Die Krankenkasse ist ein weiterer Ansprechpartner.

Was wird in einem Geburtsvorbereitungskurs gemacht?

Die Kurse können je nach Schwerpunkt der Kursleitung unterschiedlich aufgebaut sein, doch folgende Elemente sind in der Regel enthalten:

  • Entspannungsübungen, Massage- und Atemtechniken für die Zeit der Schwangerschaft und während der Geburt
  • Besondere Aufmerksamkeit erhält der Beckenboden, sowohl in Theorie als auch in kleinen Übungen
  • Was passiert im Wochenbett?
  • Hauptschwerpunkt bildet natürlich die Geburt: Geburtspositionen, Möglichkeiten der Schmerzlinderung, Ablauf einer Geburt von ersten Wehen bis zur Nachgeburt, besondere Geburten (Mehrlinge, Kaiserschnitt, Beckenendlage usw.), verschiedene Geburtsformen (Hausgeburt, Wassergeburt, Krankenhaus und weitere), etc.
  • Erste Informationen zu Stillen und Säuglingspflege; da es hierfür jedoch eigene Kurse und Angebote gibt (z.B. Säuglingspflegekurse und Stillberaterinnen), werden diese Themen meist nur angerissen

Welche weiteren Kurse vor der Geburt gibt es?

Es gibt unzählige weitere verschiedene Kursangebote für Schwangere. Diese müssen oft jedoch selbst getragen werden.

  • Geschwisterkurse um auch ältere Geschwister auf das neue Familienmitglied und die Zeit mit Baby vorzubereiten
  • Aktive Kurse wie Schwangerschaftsyoga und Pilates oder (Bauch-)Tanz
  • Schwimmen für Schwangere
  • Akupunktur, Osteopathie und Homöopathie
  • Säuglingspflegekurse. Diese sind vor allem hilfreich bei Eltern von Erstlingskindern, die keine oder nur wenig Erfahrung im Umgang mit Babies haben.
  • Erste Hilfe an Babies und Kleinkindern
  • und noch vieles mehr
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Der Zytomegalievirustest

Zytomegalie ist eine Erkrankung, die durch einen Herpesvirus, den Zytomegalievirus (kurz CMV, vom lateinischen cyto~), ausgelöst wird. Für immunschwache Menschen kann diese Krankheit schwer verlaufen. Bei Gesunden jedoch verläuft sie oft symptomlos oder erkältungsähnlich. So bemerken viele eine Ansteckung mit CMV gar nicht.

Die Ansteckung erfolgt durch Speichel, Schweiß, Blut, Urin, Tränen, Samen- und Vaginalflüssigkeit sowie Muttermilch. Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und sechs Wochen, der Virus ist auch Wochen nach Ende der Erkrankung übertragbar.

Wer diese Krankheit einmal durchgemacht hat, behält Reste des Virus lebenslang im Gewebe. Diese sind als Antikörper mithilfe eines einfachen Tests nachweisbar. Es ist möglich, dass das Virus später wieder aktiv wird, ist dann aber deutlich schwächer.

Eine Erstansteckung  ist während der Schwangerschaft gefährlicher. Der Virus überträgt sich auf das Kind und kann vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel Organfehlbildungen oder Fehlgeburten auslösen. Auch später kann es noch zu Hörschädigungen, stark verminderter Intelligenz und anderen Symptomen kommen.

Ein Test ist daher anzuraten. Er wird von den meisten Krankenkassen bezuschusst oder komplett übernommen. Sonst kostet er etwa 20€.

Negativ getestete Schwangere sollten Hygieneschutzmaßnahmen ergreifen. So gehört gründliches Händewaschen mit Seife dazu, besonders wenn Sie Kontakt mit Urin, Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten hatten. Haben Sie bereits ein Kind, sollten Sie mit diesem keine Gegenstände wie Geschirr oder Handtücher teilen; Schnullerablecken ist grundsätzlich tabu. Falls möglich sollten Sie das Wickeln einer anderen Person überlassen oder sich danach gründlich die Hände waschen. Benutzte Gegenstände müssen gründlich gereinigt werden.

Schwangere in Kinderbetreuungseinrichtungen dürfen nur Kinder über 3 Jahren betreuen und sind vom Wickeln freizustellen; bei Kleinkindern wird der Virus besonders stark ausgeschieden. Meistens bekommen sie jedoch schon vorher ein Berufsverbot.

Bei positiv getesteten Frauen wird oft vom Stillen abgeraten, vor allem bei Frühgeburten. Es gibt jedoch ein an der Uni Tübingen entwickeltes Verfahren, das den Virus deaktiviert, ohne die wichtigen Bestandteile der Muttermilch zu zerstören. Auch besteht die Möglichkeit, Frühgeborene mit Spendermilch zu ernähren.

Ist der Test sinnvoll?

Etwa 0,5 bis 1% aller Schwangeren steckt sich zum ersten mal mit dem CMV an. In etwa 40% dieser Fälle überträgt sich der Virus auf das Ungeborene. Von den infizierten Kindern erleiden etwa 10 bis 20% Schäden, wobei diese erst später auftreten können und dann eventuell nicht mehr mit einer CMV-Infektion während der Schwangerschaft in Verbindung gebracht werden. Die Wahrscheinlichkeit ist also gering.

Auf der anderen Seite jedoch sind die möglichen Folgen gravierend. Während der Schwangerschaft sterben etwa 12 bis 30% der infizierten Föten, Spätfolgen sind bei 9 von 10 überlebenden Kindern nachweisbar. Auch nach der Geburt kann der Säugling sich noch anstecken, etwa 3 von 10 Kindern überleben dies nicht.

Der Test zählt noch nicht zu den Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen. Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie ihn durchführen wollen.
Dieser Beitrag kann als Entscheidungshilfe dienen, ersetzt jedoch keinesfalls ein Aufklärungsgespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Woanders: Linksammlung

 

Beim Zaubermann gibt es heute den ersten Eintrag zur neuen Reihe über Versicherungen. Heute geht es um Altersvorsorge.

Im Law Blog geht es darum, dass der PayPal-Käuferschutz kein Gerichtsurteil ersetzt. Für alle PayPal-Nutzer, Käufer wie Verkäufer, gleichermaßen wichtig.

Interessant wie erschreckend ist die Identitäre Bewegung, eine rechtsextreme Jugendbewegung, die sich intellektuell gibt, aber gewaltbereit ist, nun auch in Halle Polizisten angegriffen hat. Dass AfD-Landtagsvize Weber diese Gruppe „willkommen“ heißt, verwundert zwar nicht, sollte aber zu denken geben.

Die USA sind dabei, ihre Netzneutralität aufzugeben.

Währenddessen wird in Deutschland eine Gynäkologin angeklagt, weil sie auf ihrer Webseite angegeben hat, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführt – was viele Gynäkologen tun. Nur es anzugeben ist illegal. Oder Informationen zu Aborten auszuhändigen. Da sind wir wohl in den 50ern stecken geblieben. Ein Gutes hat es: es macht darauf aufmerksam, wie es um Abtreibungen in Deutschland wirklich steht und zeigt, dass die theoretische Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft praktisch mancherorts nicht gegeben ist.

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Fluch und Segen moderner Technik

Schon wieder ein Monat rum seit dem letzten Beitrag. Time flies!

Was gibt es Neues im Mäuseheim?
Nun, zum einen ist Mr. English seit letztem Wochenende wieder in England, um seinen Abschluss zu machen. Er ist etwa anderthalb Monate lang weg und wenn er wieder kommt, dann bleibt er für immer. Das ist eine tolle Aussicht. Und doch leide ich sehr unter der Trennung auf Zeit. Er fehlt mir sehr, ich bin bis auf wenige Stunden in der Woche alleine und der Alltag mit großer Kugel ist alleine auch echt schwer zu wuppen. Nach einem langen tränenreichen Gespräch mit der Therapeutin geht es mir allerdings sehr viel besser und ich kann mich endlich wieder aufraffen, statt im Bett zu sitzen und zu heulen. Ist gar nicht so lange, eigentlich. Und ich bin mächtig stolz auf Mr. English, denn was er jetzt in kurzer Zeit geschafft hat ist wirklich bewundernswert. Zudem hat er bald einen Uniabschluss und das ist wirklich toll!

Ich hoffe allerdings inständig, dass das Kind sich geduldet, bis Daddy wieder hier ist. Weiterlesen „Fluch und Segen moderner Technik“

Schönen Dank auch

Neulich auf einem Amt. Als das Offizielle erledigt ist, stelle ich noch eine Frage zu Behördengängen nach der Geburt, die mir auch einfach und freundlich beantwortet wird. Ich bin zufrieden, wir verabschieden uns höflich voneinander und ich bin gerade dabei, meine langsam aber sicher enger werdende Jacke anzuziehen, als die Bearbeiterin fragt:

„Wann ist es denn soweit?“

„Ach, dauert noch dreieinhalb Monate“ sage ich und ziehe den Reißverschluss zu.

WOW!“ entfährt es ihr, während sie auf meinen Bauch starrt.

Ich bin völlig perplex ob dieser Reaktion. Es passiert nicht oft, doch mir fällt absolut nichts ein, was ich sagen könnte, also glotze ich wie ein Reh ins Scheinwerferlicht.

Es ist nur”, setzt sie an, „heute war schon eine Schwangere da, die im gleichen Monat Termin hat und da sah man NIX!

„So ein Stuss!“ sage ich nicht, denke ich aber und schweige weiter mit einem skeptischen Lächeln und hochgezogener Augenbraue. Wie sie sich da jetzt herauszuwinden versucht bin ich gespannt.

„Naja…“ sagt sie weiter, ich lausche gespannt, „Hauptsache es ist gesund, nicht wahr?“

Wäre ich an dieser Stelle nicht sofort gegangen, hätte sie mein zur Faust geballtes Gesicht wohl noch gesehen.

Bis dahin habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, wie „normal“ die Kugel eigentlich für den entsprechenden Zeitabschnitt aussieht. Ist ja auch Unsinn. Eigentlich.

tribal, Trennung, Absatz

Zwei Wochen später, in der Straßenbahn. Ich habe einige Wege in der Stadt erledigt und möchte nur noch nach Hause. Mir tut der Rücken weh und noch einiges mehr, was nach längerem Umherlaufen vorkommt.

Ich will mich auf einen gekennzeichneten Sitzplatz setzen, die für solche Fälle in den Bahnen angebracht sind.https://i1.wp.com/www.bekaverlag.de/media/catalog/product/cache/1/image/9df78eab33525d08d6e5fb8d27136e95/2/0/20380_g.jpg_1.jpg

Ich sitze schon fast, als sich eine Frau vor mich schiebt, mich anblickt und kackdreist grinst. Ich starre sie an mit meinem „Echt jetzt?!?“-Blick und kann nicht fassen, dass die gerade wirklich tun will, was ich glaube dass sie tun wird.

Wir starren uns ein wenig gegenseitig an, es scheint wie einer dieser Staring Contests. Mir liegt ein Spruch auf den Lippen, doch ich bin müde und habe auch gar keine Lust, eigens zu diesem Zweck eingeatmete Luft durch meine Luftröhre zu pressen, meine Stimmbänder zur Vibration zu bringen, mit meinem Mund verschiedene Laute zu formen und das alles nur, um sie darauf hinzuweisen, dass sie gerade dabei ist, sich wie eine blöde Kuh zu verhalten. Hätte ich so nicht gesagt, sondern einen Spruch gebracht wie etwa „Ich bin schwanger, ich gewinne!“ Aber wie gesagt, all die Mühe?

Mein Bauch ist ja offensichtlich genug, denke ich an die Begegnung im Amt zurück und bewege mich Richtung Sitz, als sie ihre Taschen dorthin wirft und sich hinsetzt.

Im Vorbeigehen schüttele ich den Kopf bis mir schwindelig wird und lasse mich auf einen engen Sitz fallen, der glücklicherweise noch frei war (zu ihrem Glück jedoch, nicht zu meinem!) und muss über die mir gegenüber sitzende Frau schmunzeln, die das alles mitbekommen hat und mich nun ungläubig mit geöffnetem Mund anschaut.

Ja, das habe ich mir auch gedacht.