Im Stress

Aktuell bin ich gerade völlig gestresst, permanent auf Hochtouren und fühle mich entsprechend erschöpft. Was ist los?

1.) Püppi. Mit Püppi ist alles in Ordnung, darüber bin ich sehr dankbar. Und ich freue mich, dass sie aufgeweckt ist und neugierig und die Welt erkunden möchte. Sie ist lustig und lacht gerne, was mich ansteckt. Sie entdeckt gerade diverse Gefühle, was anstrengend sein kann. Aber damit, dass vor ihr nichts sicher ist, treibt sie mich in den Wahnsinn. Ich weiß nicht mehr, wo ich Dinge noch verstauen soll, die nicht für sie geeignet sind. So groß ist meine Wohnung einfach nicht und so viele Schränke außerhalb ihrer Reichweite haben wir auch nicht. Leider ist das Badezimmer, der einzige Raum, in den sie nicht gehen darf, außer wir baden sie, so klein, dass man da nichts unterbringen kann. Zumindest Reinigungsmittel etc wären dort gut aufgehoben.

2.) Was mich zum zweiten Punkt bringt: Wohnung. Es herrscht Chaos. Dadurch, dass Püppi sämtliche Schränke und Schubladen ausräumt und ihre eigenen Spielsachen zusätzlich verteilt, sieht es bei uns immer aus, als hätte gerade jemand seinen Kram bei uns beseitigt. Schöner Kram, aber trotzdem. Ich komme einfach kaum dazu, so aufzuräumen, dass es wirklich vorzeigbar wäre. Und wenn ich das einmal tue, sieht es spätestens nach ihrem Schläfchen wieder aus wie vorher. UARGH!

3.) Krankenkasse. Mein Berater ist entweder faul oder unmotiviert, was aber aufs Selbe hinaus läuft: es passiert einfach nichts, es geht nicht voran. Seit 1. Juni sind wir in der neuen Versicherung, wir haben noch immer keine Versicherungskarten erhalten. Der Berater wollte einen Antrag auf Verschieben der Frist stellen, die besagt, dass man ab 30 keinen Anspruch mehr auf studentische Versicherung hat, egal ob man reich wie Dagobert ist oder haushalten muss wie eine Brüllmaus. Von einem anderen Büro der Versicherung habe ich lediglich ein Schreiben bekommen, dass ich doch 30 Jahre alt bin blabla. Ob mein Berater den Antrag nun eingereicht hat oder nicht, weiß ich nicht. Er antwortet nicht auf meine Email.

4.) Kindergarten. Für den Kindergarten habe ich einige Bastelarbeiten zu tun, was mir auch sehr Spaß macht. Wir Eltern sollen einen Ordner außen gestalten, in den die Erzieherinnen Fotos und Bögen mit Erlebnissen einsortieren. Diese Idee finde ich wunderschön. Ich habe auch schon alles besorgt, was Püppi für ihren Start in den Kindergarten braucht. Nur dieser Ordner, er starrt mich an, will dekoriert werden – aber wann?
Leider fehlt aus dem Kindergarten auch noch der Vertrag, den ich brauche, um Kostenübernahme bei der Stadt anzumelden.
Im September geht es dann los, dann bin ich 2 Wochen lang täglich mit im Kindergarten. Das heißt auch weniger Zeit für alles andere zu haben. Was mir die Vorfreude ziemlich verhagelt.

5.) England. Wir fliegen bald wieder nach England, worauf ich mich freue. Es stresst aber auch. Auch hier wollen etliche Dinge organisiert werden. Aktuell streikt das System der Fluggesellschaft; es kann den Kinderreisepass nicht erkennen, wodurch wir keinen Boardingpass ausdrucken können. Dadurch bekommen wir sehr wahrscheinlich auch keine Sitze nebeneinander. Toll. Danke für nichts.
Was ich mit meinen Schweinchen machen soll weiß ich auch noch nicht.

6.) Uni. OMG. 3 Hausarbeiten. Ich bin in allen dreien schon eingearbeitet, da ich bereits Referate zu den Themen gehalten habe. Muss aber noch mehr lesen, da meine Hausarbeiten nicht zu 100% den Referaten entsprechen können. Und das verschlingt so viel Zeit. Abgabe Ende September.

7.) Bauarbeiten. Zu allem Überfluss haben sich die Vermieter auch noch gemeldet. Sie wollen ab Ende September 3 oder 4 Wochen lang in unserem Haus Breitbandkabel verlegen, was heißt: a) Lärm, b) Dreck, c) vermutlich kein Internet, d) noch mehr Lärm. Ich raste aus. Dazu müssen nämlich Löcher durch die dicken Stahlbetonwände gebohrt werden.

Das ist nur eine AUSWAHL des ganzen Stresses. Daneben kommen noch so Dinge wie Anträge an der Uni, Verkaufen von zu klein gewordenen Babysachen (was so zeitintensiv ist, dass ich manchmal nicht weiß, ob sich das wirklich lohnt), der tägliche Haushalt, gesundheitliche Probleme etc pp. Ich schlafe zudem richtig schlecht. Naja und dann möchte man ja gerne auch noch Zeit für Familie und Freunde finden.

Ich brauche einen persönlichen Assistenten!

P.S.: Ich hatte außerdem versucht, ein paar Dinge zu verschenken, die wir nicht mehr brauchen und die unnötig Platz wegnehmen. Dafür habe ich auch Zeit investiert, die Fotos schießen sich ja nicht von alleine und die Nachrichten möchten auch beantwortet werden. Ratet mal, wie viel von den 8 Dingen noch hier stehen.

Augenringe und Kopfchaos

Ja, ich weiß, eigentlich bin ich euch noch einen Post über Halloren schuldig. Der kommt noch, versprochen. Nur eben etwas später.

Ich bin zur Zeit total im Stress. So sehr, dass jemand, der die Auswirkungen von Stress kennt, wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde. Aber der Stress rückt an ein greifbares Ende zu und bald ist es überstanden.

Besonders stresst mich gerade meine Hausarbeit, also die, die man schreibt, nicht die Sache mit dem Putzen und so. Zu letzterem komme ich gar nicht mehr, dementsprechend siehts hier aus. x.x

Morgen muss ich abgeben, aber ich habe sie zur Hälfte fertig. Die erste Hälfte habe ich gestern in einem 13-Stunden-Rechner-Marathon hingebastelt.  Leider hat das meinen Kopf ganz schön beeinflusst und ich weiß gar nicht mehr, wie man richtig schreibt und redet. O.o‘ Geschlafen hab ich auch schlecht, weil mir ständig die Angst im Nacken sitzt, es doch nicht mehr ganz zu schaffen. Argh.

Aber: heute schaff ich das, das weiß ich! Das muss einfach!

Bin ja im Prinzip selbst dran schuld, hätte schon viel eher anfangen können und wäre jetzt längst fertig. Aber vorher, da gab es so viel, das mich abgehalten hat. Ängste, Ereignisse, völliges Chaos. Da war einfach kein Platz im Kopf für Unikram.

Naja, jetzt werde ich mich aber wieder hinter meine Hausarbeit klemmen, Endspurt! Morgen gebe ich sie druckfrisch ab und danach widme ich mich einem Konzert, auf das ich mich freue und das ich mir dann auch wirklich verdient habe: The Agonist. Etwas härtere Musik, nix für jeden. 😉 (Nur damit ihr nicht sagt, ich hätte euch nicht gewarnt.)

Die letzte Hausarbeit nehme ich erst nach dem Wochenende in Angriff und dafür habe ich dann auch bis November Zeit. Puh.

Zwangspause

Manchmal muss es einfach sein. Manchmal muss man einfach mal abschalten, die Arbeit ruhen lassen und den Kopf frei bekommen. Das habe ich in den letzten Tagen sehr gemerkt.

Der Knoten im Kopf wurde immer größer, ich wurde immer unkonzentrierter und die Texte aus meiner Feder hatten keinen Reiz und keinen Charme mehr. Und nachdem ich 2 Nächte so gut wie gar nicht und auch noch sehr schlecht geschlafen habe, wurde mir klar, dass ich einen Gang runter schalten muss.

Ich wollte meine Hausarbeit und mein Essay bis Donnerstag fertig haben und abgeben. Ich wollte es perfekt machen, mit dem Esprit, den meine Hausarbeiten haben und den Eigenheiten, die ich ihnen gebe, wie man mir einst sagte. Ein Dozent sagte einmal, ich würde die Dinge anders angehen und gut, dachte ich mir, dann ist das halt so. Anders fetzt.

Und weil ich verdammt nochmal Perfektionistin bin, ist der Druck, den ich mir selbst mache und den ich auch brauche, ohnehin hoch. Aber dass er so durch die Decke schießen würde, hätte ich nicht gedacht. Die Zeit ist einfach zu kurz.

Also habe ich mir heute einen Tag Zwangspause auferlegt, während der ich nicht über mein Thema nachdenke (das ist echt schwer) und ohne schlechtes Gewissen einfach mal rumhänge, schöne Bücher lese und tolle Serien schaue. Und es wirkt. Mein Kopf ist wieder leichter, mein Blick offener und die Konzentration kehrt zurück.

Also schreibe ich morgen frisch und mit neuer Energie weiter, kümmere mich nicht um meine persönliche Deadline und gebe die Texte eben nach Ostern ab. Was solls. Schließlich habe ich ja auch noch ein Leben.

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Schule? So nicht!

schule heute

Die freundliche Misanthropin hat heute in ihrem Blog über die aktuelle Schulbildung geschrieben. Und da meine Antwort als Kommentar darunter viel zu lang geworden wäre, gebe ich meinen Senf dazu nun hier ab.

Ich habe nach meinem Abitur als Praktikantin in einer privaten Grundschule gearbeitet. Dort ging die Schule für alle von früh um 8 bis nachmittags um 3, schon ab der ersten Klasse. Das allein ist meiner Meinung nach schon ziemlich heftig. Freistunden zum Spielen, Lesen, Malen usw. gabs nur für die erste und zweite Klasse. Die beiden dritten Klassen mussten „durchackern“.

Und damit die Karriereeltern von heute nicht auf ihre Karrieren verzichten müssen, gabs schon ab der dritten Klasse (!!!) die Möglichkeit, das Kind ins Internat zu geben. Die Kinder haben ihre Elten dann alle zwei Wochenenden mal gesehen… Schrecklich! Mir taten diese „verlassenen“ Kinder so leid. Zumal die Internatsmutti in dem Haus, in dem ich Nachmittags noch bespaßen sollte, ein echter Hausdrache war – auch zu mir! Sie schrie gern und war überstreng; die Kinder hatten kaum Freiheiten bei ihr. Kindheit? Dort nicht.
(Ich sagte immer, „wenn die sich weiter so über jeden Pups aufregt, bekommt sie bald nen Herzkasper!“ Etwa ein Jahr, nachdem ich dort weg war, hatte sie tatsächlich einen Herzinfarkt. So viel zum Thema „Beschreien“ 😉 )

Für die Internatskinder sah der Tag so aus:
6 Uhr aufstehen, frühstücken und was halt dazugehört. 8 Uhr fing der Unterricht an, halb 4 hörte er wieder auf. Zwischendurch ein paar Pausen, hier mal ein paar Minuten, dort mal ein paar Minuten. Die Stunden waren keine normalen Stunden von 45 Minuten, sondern generell Blöcke von 90 Minuten. Täglich waren das 7 solcher Blöcke und dazwischen eben Pausen; 30 Minuten Frühstückspause, 1Stunde Mittagspause und zwischen den sonstigen Stunden etwa 10 Minuten.

Das allein ist ja schon stressig. Aber dann sollte ich die Internatskinder ab um 4 noch etwa eine Stunde oder anderthalb bespaßen, wobei ich nicht einfach mal mit ihnen ein Video schauen durfte, nein nein, das musste alles Sinn und Struktur haben und pädagogisch hoch wertvoll sein! Selbst als wir eine Woche lang an einen Pappmaché-Sparschwein bastelten, wurde ich angeschnauzt, warum wir denn so lange dafür bräuchten und dass ich was anderes machen soll. Die Sparschweine habe ich dann für die Kinder fertiggestellt, sie selbst hätten dafür ja gar keine Zeit gehabt…
Nach der pädagogisch ausgefeilten Spielstunde gab es noch eine Stunde Hausaufgaben- und Lernzeit (ja echt, die haben noch Hausaufgaben bekommen) und schließlich Abendbrot, danach war der Tag so ziemlich gelaufen. Und der ganze Mist fing am nächsten Tag wieder an.

Die Kinder taten mir so leid, dass ich mich weigerte, sie nachmittags noch zu irgendwas Großartigem zu zwingen. Im Sommer spielten wir Fußball oder gingen in den angrenzenden Wald, im Winter bauten wir Schneemänner oder spielten drinnen Brettspiele. Es war mir egal, dass der Hausdrache mich ab und an dafür rügte; Kinder so von früh bis spät in die Mangel zu nehmen ging einfach gegen meine Moral.

Was das Internatsleben, das ständige Ausgeplantsein und das von den Eltern verlassen-Fühlen anstellen kann, sah man an einem der Drittklässler ganz deutlich. Robin (Name geändert) war einer der Internatskinder aus der dritten Klasse; außer ihm gab es noch einen, die anderen Internatskinder waren älter. Er erinnerte mich immer ein bisschen an meinen Cousin, er sah genauso aus und in manchen seiner Eigenheiten war er auch wie mein Cousin in dem Alter, einmal nannte ich ihn deswegen auch wie meinen Cousin. Robin jedenfalls galt als schwierig, als lernfaul, anstrengend. Er hatte zwar Freunde in der Klasse, doch er zog sich auch gerne mal zurück und unterhielt sich mit mir. Er klaute den anderen ständig irgendwelche Sachen, die er nach einer gewissen Zeit aber immer wieder heimlich zurück lag- er war da sehr geschickt drin. Nur manchmal, wenn er zu lange wartete, es zurück zu geben, wurde er erwischt. Dann zeigte er sich immer reumütig und war für die nächste Zeit ganz still und in sich gekehrt. Außer mir vertraute er sich niemandem an, er erzählte mir, dass er oft wütend ist und viele der Kinder nicht leiden kann. Sein aufständisches Verhalten war einfach nur ein Ausdruck seiner Verzweiflung, seiner Einsamkeit, seiner Wut auf Lehrer und Eltern, weil sie nicht für ihn da waren.

Versteht mich nicht falsh, die Schule an sich fand ich nicht schlecht, die Art zu lehren gefiel mir gut, es gab Wochenpläne und viele Projekttage, die Kinder konnten neben dem üblichen Grundschulstoff auch noch ein Wahlfach belegen, das von Handarbeit über Tanzen oder Reiten bis hin zu Waldkunde oder Schauspiel reichte und allen Spaß machte. Es gab klassenübergreifenden Unterricht und ab und an auch Klassenfahrten und Wandertage.
Aber ich finde es einfach nicht gut, ein Kind ab der Grundschule schon so zu verplanen, mit Wissen vollstopfen zu wollen und es wohlmöglich noch ins Internat zu stecken, obwohl es die Eltern noch so dringend braucht. Dabei wäre es so wichtig, das Kind einfach mal Kind sein zu lassen, ihm Freiheiten zu geben und auch mal Langeweile zu erlauben. Stress bekommt man früh genug im Leben, da muss man ihn für Kinder nicht noch künstlich erzeugen. Und statt Unsummen für die allertollste Schuldbildung und Freizeitkurse auszugeben, sollte man mal einen Gang zurück schalten und lockerer werden. Schließlich ist das ein Kind, das man da erzieht und kein Roboter, den man programmiert!

Queen of Procrastination

Es ist wieder einmal soweit. Die Prüfungen stehen kurz bevor und ich bin mal wieder krank. Naja oder so ähnlich.

Das Vorbereiten der Vorlesungen und Seminare fällt mir gerade total schwer. Irgendwie habe ich da so eine Art Blockade oder sowas. Lerneritis. Oder meine Prüfungsallergie schlägt zu. Wer weiß…

Aber immerhin ist ein Stressfaktor weg: die Gruppenarbeit für Methodik. Wir sollten uns ein Thema überlegen, zu dem wir eine Befragung durchführen und dann eine Arbeit schreiben. Dazu hatten wir gerade einmal 6 Wochen Zeit. Das klingt erstmal gar nicht so kurz, aber jeder, der schonmal Hypothesen formulieren, einen Fragebogen erstellen und wissenschaftlich korrekte Auswertungen der erhobenen Daten machen musste, weiß, wie viel Zeit da vergeht. 6 Wochen sind also verdammt knapp. Zudem gibt es nicht unbedingt viele gemeinsame Freistunden, in denen man sich treffen könnte, wenn jeder etwas anderes studiert. Und überhaupt muss ja erstmal ein Thema gefunden werden, das alle Gruppenmitglieder gut finden.

Aber puh, das ist endlich geschafft. Der nächste Halt ist nun die Englisch- Klausur am 12.7. Englisch ist ja eigentlich nicht so das Problem, aber wenn man soziologische Theorien auf Englisch wiedergeben, anwenden und erläutern soll, ist das dann doch nicht mehr so easy.

Danach folgen die Klausuren in Makrosoziologie und Methodik am 18. und 19.7. Für beides ist total viel zu lernen- und bei Makro ist noch das „Zuckerstückchen“, dass ich keinen Plan habe, was man da lernen soll Oo

Und das schlimmste kommt zum Schluss: Statistik am 25.7. Ich blicke absolut nicht durch und mein Prof ist da nicht gerade hilfreich, weil er didaktisch- naa sagen wir… nicht so begabt ist wie mit Statistik.

Alles in allem dürfte jetzt wohl klar sein, warum ich mich so winde. Es ist zum Mäusemelken. Brüllmaus, verdammte!

Achja, meine Hausarbeit steht ja auch noch an. Ich habe noch nicht einmal ein Thema. Und zu diesem nicht vorhandenen Thema muss ich noch 15 Seiten bis Ende September schreiben. Das Seminar heißt „Soziologie des Zufalls.“ Habt ihr Ideen? Zufall im Alltag? Oder sowas?

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