Veranstaltungshinweis

Vom 17. Mai bis 27. September 2015 finden in Meiningen im Thüringer Wald einige Veranstaltungen im Gedenken an Erich Mühsam statt: „Mühsam in Meiningen. Meiningen und seine Anarchisten.“

Erich Mühsam (1878-1934) war ein anarchistischer politischer Aktivist, der an der Ausrufung der Münchner Räterepublik maßgeblich beteiligt war. 1934 wurde er im KZ Oranienburg ermordet.


17.Mai bis 27. September: Sonderausstellung „Sich fügen heißt lügen!“ im Schloss Elisabethenburg.

Die Ausstellung behandelt Leben und Werk Mühsams. Sie wird realisiert in Kooperation der Erich-Mühsam-Gesellschaft, des Wandervereins Bakuninhütte und der Meininger Museen. Mehr Infos gibt es HIER.


11. Juni bis 14. Juni: Fachtagung: Ein historischer Überblick zum Anarchosyndikalismus in Thüringen: Die Bakuninhütte und ihr soziokultureller Hintergrund

Die Fachtagung wartet mit vielen interessanten Vorträgen, Führungen durch Theatermuseum, Literaturmuseum und Schloss Elisabethenburg, einem Besuch der Ausstellung sowie einem Abschlusskonzert auf. Wer sich dafür interessiert, findet HIER das Programm. Bitte beachten: Es ist eine Anmeldung erforderlich. Die Anmeldefrist ist zwar verstrichen, jedoch könnten für Einzelpersonen vielleicht Ausnahmen gemacht werden. Einfach einmal anfragen.

 


14. Juni: Meininger Museumsabend

Um 19.00 Uhr finden in der Schlosskirche Schloss Elisabethenburg die Lesung „Es knarrt der Seele morsches Gerüst“ sowie das Konzert „In memoriam Erich Mühsam“ statt. Weitere Informationen sind HIER zu finden.


13. September: Wanderung auf den Spuren Erich Mühsams zur Bakuninhütte

Die Bakuninhütte ist eine Wanderhütte der Arbeiterbewegung, benannt nach dem Gegenspieler Karl Marx‘, Michail Bakunin. Auch Erich Mühsam besuchte die Hütte. In einer Postkarte an seine Frau schrieb er: „Diese Hütte haben die Genossen gebaut, 600 Meter hoch, mitten im schönsten Wald.“ Diese Einschätzung kann ich bestätigen, deshalb empfehle ich, sie einmal anzuschauen. Am 13. September haben Interessenten Gelegenheit dazu. Auf dem Weg wird es weitere Informationen rund um Erich Mühsam, die Region und die Geschichte zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus geben. Treffpunkt 10.00 Uhr am Schlosshof Elisabethenburg. Weitere Infos HIER.

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Die Gedenktafel

Im Buchenwald – Außenlager Jonastal wurde eine Gedenktafel verbogen. ZDF Thüringen twitterte ein Bild:

Der Tweet wurde retweetet, das Bild wurde verbreitet. Auch Herr Ramelow, Thüringens Ministerpräsident, zeigte den Tweet auf seiner Facebook-Seite.
Die dortigen Kommentare verkündeten Entrüstung, Entsetzen und Mitgefühl. Mancher forderte, dass „jemand einmal etwas” unternimmt. Insgesamt war die Stimmung von Wut und Aggression geprägt.

Nun stimme ich zu, dass ebensolche symbolische Taten Zorn verursachen und in ihrer Lokalität eines ehemaligen KZ auf einer Ebene agieren, die sich klar unterhalb der Gürtellinie befindet. Sie greifen ein Feld im menschlichen Fühlen an, das mit einem Sinn für Anstand und Pietät beschrieben werden könnte und hinterlassen somit ein unangenehmes Gefühl, das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Aufgrund der Stupidität und des Mangels an Sinn ensteht Unsicherheit darüber, wie angemessen reagiert werden könnte.

In diesem Fall -und da kommen wir zum kontroversen Punkt- wurde einem Täter massive Aufmerksamkeit geschenkt.
Im Normalfall ist es richtig, bei hassmotivierten Taten -und dazu zählen Rassismus und Menschenfeindlichkeit zweifellos- zu zeigen, dass es gesehen wurde und nicht toleriert wird.

In einem solchen Fall wie diesem jedoch ist aus psychologischer Sicht anzunehmen, dass die Motivation gerade in Erzeugung von Aufmerksamkeit und öffentlicher Entrüstung lag. Somit erreichte der Täter sein Ziel; er wurde quasi mit genau der Reaktion belohnt, die er sich erhoffte. Logische Konsequenz ist nun -zumindest theoretisch- eine Wiederholung ähnlichen Vorgehens, wobei dieses sehr wahrscheinlich in seiner Intensität zunimmt.

Besser wäre es in meinen Augen gewesen, das Schild zu reparieren und solchen Aktionen keinen Raum zu bieten – vor allem keine große Beachtung, die bei solchen Taten ja überhaupt erst Handlungsmotivation ist.

Am Rande möchte ich darauf hinweisen, dass nicht klar ist, ob es sich tatsächlich um eine politisch motivierte Tat oder bloß um Idiotie eines gelangweilten Vandalisten handelt. Die Symbolik ist vermutlich jedem bewusst, doch sie muss nicht immer angenommen werden. Am Ende ist auch eine beschädigte Gedenktafel für Opfer des Faschismus vielleicht schlicht ein verbogenes Schild.

An der Saale hellem Strande

Deutschland meckert derzeit vermehrt über das Wetter und ich kann es gut nachvollziehen. Wie gerne hätte ich mal wieder ein bisschen Sonne statt dieses Wolkenbreies aus Grautönen, die deprimiert und lustlos machen. Und das jetzt, wo es bald Juni wird! Vergangene Woche hat es in manchen Teilen Thüringens sogar geschneit. Pfui Deivel!

Ob mich das davon abhält, in die Natur hinaus zu gehen und die frische, nach Regen und Blüten duftende Luft zu genießen? Nö! So zog es mich einmal wieder in einen der Volksgärten Jenas. Dieser Garten ist eine Oase der Unbekümmertheit und des Frohsinns.

Volksgarten

Und wenn der Himmel noch so trist erscheint, die Vögel singen doch und die Erpel zeigen ihr farbenfrohes, schillerndes Federkleid, das ihnen so gut steht.

ErpelchenAuch die Amseln lassen sich nicht lumpen… naja vielleicht ein bisschen, wenn sie das Saatgut von den Feldern klauen.

AmselichUm diese Jahreszeit ist die Natur so rein und frisch. Wenn man sich nur einmal ein lauschiges Plätzchen sucht und den Vögeln bei ihrem Gesang zuhört, fühlt man sich selbst wie neugeboren und all der Stress, die Routine und jedweder Ärger fallen von der Seele ab, um den Augenblick voll auszukosten.

GartenstuhlSelbst sonst ungeliebte Gesellen gewinnen einen Zauber, der sie in ihrer Perfektion zu etwas Besonderem macht.

FliegeUnd Kleinigkeiten, an denen man sonst unbeachtet vorbei läuft, gewinnen wieder an Bedeutung. Habt ihr nicht auch als Kinder Pusteblumen gepflückt und hineingepustet, um ihre Samen mit ihren kleinen weißen, weichen Schirmchen fliegen zu sehen?

PusteblumeObgleich die Schönheit der Natur begrenzt ist, so hat ihre Vergänglichkeit doch einen Sinn und mahnt uns, innezuhalten und JETZT zu sein.

AmeisenBevor ihr also das nächste Mal über dieses elende Wetter schimpft, stellt ihm euch, geht hinaus und genießt den Moment. Seht nach oben und nach unten, erfreut euch am Ganzen und betrachtet einmal das Einzelne, das Kleine und Unscheinbare. Denn auch die winzigsten Details haben ihren ganz eigenen Zauber.

PilzeUnd für alle, die nicht die Möglichkeit haben, in die Natur hinaus zu gehen, habe ich ein kleines Video. Zu sehen ist nicht viel, aber zusammen mit den Klängen hilft es vielleicht, mal kurz abzuschalten. Viel Spaß dabei!

Thüringer Bloggosphäre

Wie ihr wisst, blogge ich direkt aus dem grünen Herzen Deutschlands heraus. Doch damit bin ich nicht die Einzige. Es gibt durchaus noch weitere BloggerInnen in der Umgebung, von denen ich euch gern ein paar vorstellen möchte.

 

  • Heldenwetter ist ein ganz junger Blog von Ariane, einer ebenso ganz jungen Studentin, in dem es um die schönen Dinge geht, die sie gekonnt mit Denkanstößen und Aktionen verbindet, die die Welt schöner machen.

 

  • Schächtelchen ist ein liebevoller Blog mit unglaublich vielen Ideen, Anleitungen und Inspirationen. Egal ob Backen, Nähen, Spielzeug, Schmuck oder Deko: hier wird jeder fündig, der gerne Dinge selbst herstellt und daran Freude hat.

 

  • Auch Sophie Porcelain ist ein DIY-Blog, der jedoch eher nählastig ist und mit traumhaftem Design aufwartet.

 

  • Hinter Die schwarze Gans versteckt sich kein Geflügelshop, sondern Illustrationen, Photos und Videos einer einzigartigen Künstlerin. Obendrauf gibts individuellen Schmuck, den man so sonst nicht bekommt. Schaut rein und lasst euch bezaubern, nak nak!

Ihr kennt noch mehr erwähnenswerte Blog aus Thüringen? Dann teilt die Links in den Kommentaren!

Jena von oben

Ostern auf der Leuchtenburg

Ostermontag schon war ich auf der Leuchtenburg- zusammen mit unserem jüngsten Traumpärchen in der Runde und meinem eigenen Traumprinzen. Ich wollte schon vor ein paar Tagen darüber berichten, doch da kam mir ein Migränedownload in die Quere. 😉 Deswegen hole ich das jetzt einfach mal nach.

Die Leuchtenburg ist eine wirklich gut erhaltene Burg auf dem 400m hohen Lichtenberg zwischen Jena und Rudolstadt. Sie wurde um 1200 auf Geheiß der fränkischen Herren von Auhausen errichtet und hat wirklich viel erlebt und überstanden.

Wer mehr über ihre Geschichte erfahren möchte, kann das hier tun: >KLICK<

Wir erreichten die Burg etwa um die Mittagszeit. Es war ziemlich kalt, was den Aufstieg für mich mit meinem Asthma etwas schwierig gestaltete. Aber oben angekommen wurde ich mit einer tollen Aussicht und vielen Sehenswürdigkeiten belohnt:

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Am Fuße der Burg stand ein kleines Häuschen, das ich irgendwie niedlich fand und neben der riesigen Burg ein wenig grotesk:

P1030186Wie man sieht: es lag noch ein wenig Schnee.

Wenn man durch die Stadtmauern geschritten ist, fällt einem erstmal der uralte gepflasterte Weg auf. Hebt man seinen Kopf dann wieder, kann man den Turm des heutigen Museums bewundern:

P1030189Er ragt über alle anderen Gebäude empor und man kann ihn auch besteigen. Doch dazu weiter unten.

Zunächst einmal sollte man sich nämlich stärken, denn es gibt keinen Aufzug, sondern viele viele viele viele Treppen. Das geht zum Beispiel beim Wirtshaus zur Dicken Magd

P1030191Oder in der Burgschanke:

P1030192Wir haben zunächst eine kleine Tour zum Aufwärmen gemacht. Dabei kann man weit blicken:

P1030193Oder sich in einem der unzähligen Gebäude aufhalten. Hier ein Blick aus einem der Fenster:

P1030197Schließlich bestiegen wir den Turm, Stufe für Stufe für Stufe..

…und noch weiter… und weiter….

…noch eine Etage…

…und immer höher. Schließlich gelangten wir nach oben und konnten den Blick über das Saaletal schweifen lassen. Am nähesten dran befindet sich Seitenroda:

P1030208Und hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen… Nagut, ist nur ein Berg. Leider konnte ich mir nicht merken, wie die nächsten Örtchen heißen, aber vielleicht weiß es ja jemand von euch?

P1030212 P1030217Und dann kann man natürlich noch Jena sehen- und wenn man genau hinschaut, sogar den Phallus Jenensis:

P1030221Stellenweise kam dann sogar die Sonne raus- aber wirklich nur stellenweise:

P1030218Und der Schnee um das kleine Häuschen am Anfang war auch geschmolzen:

P1030220Man konnte auch wunderbar auf das Markttreiben innerhalb der Burggrenzen schauen:

P1030209 P1030213 P1030214Übrigens ist hoch oben auf der Turmspitze ein kleines Zimmerlein. Wer darin wohl geschrieben, getrunken und geschlafen haben mag?

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Zum Schluss wurden wir noch mit einem Konzert der Band Cultus Ferox beglückt. Die sind wirklich spitze, hört mal rein!

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Der Tag dort hat mir wirklich sehr gut gefallen! Auch wenn es kalt war und man ziemlich durchfröstelt wieder zu Hause ankam, so hat sich der Ausflug gelohnt.

Also, falls ihr mal in der Nähe seid, empfehle ich euch einen Besuch auf der Leuchtenburg. 🙂

Na, noch Fragen, warum ich Thüringen so mag?

Kurze Anmerkung zum Copyright: Ihr dürft die Bilder gerne verwenden. Aber bitte gebt mir kurz in den Kommentaren Bescheid und gebt außerdem die Quelle an. Falls ihr sie auf einem Blog oder einer sonstigen Internetseite verwendet, verlinkt bitte hier her. Dankeschön.