Zwischenstand: 1,5 Wochen

So langsam habe ich mich in das Team eingefunden, ich arbeite weitestgehend selbständig, so weit ich eben komme. Natürlich kann ich vieles auch noch nicht, einfach weil es sehr viel zu lernen gibt. Ich war aber schon mehrere Tage allein und bin nicht untergegangen.

Die Umstellung der Arbeitszeiten ist blöd; wenn ich bis 19 Uhr im Büro sitze, brauche ich viel Glück, um meinen Zug zu erwischen, sonst muss ich eine Stunde warten. Sonst ist es aber halb so wild. Zum Arzt, Amt, sonstwohin gehen kann ich sonst auch nicht; im Prinzip ist es also egal, wann ich sowas nicht erledigen kann.

Meine persönlich größten Umstellungen sind zwei Dinge:

1. Ich bin am Telefon zu freundlich. Ich solle öfter mal durchgreifen, nicht immer versuchen, alle Probleme lösen zu wollen. Tada, da sind wir bei einem Thema, das mich auch privat sehr beschäftigt. Hmpf.

2. Ich bin Praktikantin. Ich bin in der Hierarchie ganz unten. Wegen allem muss ich erst nachfragen, um Erlaubnis bitten. Wenn ich mich auch nur eine Minute früher aus dem System auslogge (um meinen Zug noch zu erwischen), gibt es Ärger. (So gestern geschehen.) Für mich als Freigeist, Querdenker und Ego ist das echt hart. Manchmal muss ich ganz schön schlucken, um der „dienstältesten“ Auszubildenden nicht „leck mich halt am Arsch“ entgegenzuwerfen, wenn sie mich wegen Kleinscheiß anmotzt, den ich für extrem überholt halte.

Generell ist der Arbeitgeber (also das große Ganze, nicht die Menschen in meinem Büro) all das, was ich als Soziologin, Gewerkschafterin und Freiheitliebende verachte. Er überwacht seine Mitarbeiter, scheißt auf einige Arbeitnehmerrechte, pocht dabei auf seine. Er behandelt seine Untergebenen wie Dreck, ist ossifeindlich und ein arroganter Kackstecken.

Einerseits lässt mich das schon zweifeln, ob ich da wirklich bleiben will; andererseits ist es „nur“ ne Lehre. Ich muss eben drei Jahre lang den Arsch zusammen kneifen und durchhalten. Ob ich danach bleibe oder nicht kann ich immernoch später entscheiden.

Aber ich habe das Gefühl, diese drei Jahre werden nicht ohne.


 

 

Das klingt jetzt insgesamt irgendwie negativ. Ja, der anfängliche Zauber ist verflogen, so wie es ja auch normal ist irgendwann. Insgesamt ist die Arbeit aber ok. Man gewöhnt sich ja an allem, auch am …

😉

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

2 Kommentare zu „Zwischenstand: 1,5 Wochen“

  1. Also erst mal OT: Leider scheint bei WordPress die RSS-feeds nicht stolperfrei zu funktionieren.
    Ich bekomme alle paar Tage mal eine Info dass du gebloggt hat und dann aber gleich 5-6 Beiträge… Das nervt!

    Zum Thema Arbeit:
    Klingt in der Tat nicht gut. Ein AG der seine Rechten kennt, seine Pflichten aber vergisst ist grenzwertig.
    Vielleicht solltest du dich weiterhin umschauen ob sich nicht etwas besseres findet.
    Frei nach dem Motto Festhalten weiter suchen…

    Das Leben ist zu kurz um sich 3 Jahre lang zu ärgern…

    Ich drück dir die Daumen!

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    1. Oh, das mit den Feeds ist aber doof. Ich weiß leider nicht, was man da machen kann. :/

      Die Arbeit ist an sich ja ok und das Team sowie die direkten Vorgesetzten total in Ordnung. Der Inhaber allerdings ist wie geschrieben ein oller Kackstecken. Statt er sich mit seinen Ü70 mal zur Ruhe setzt, schickaniert er lieber alle…

      Ob ich nicht lieber gehen sollte, habe ich auch schon überlegt. Andererseits: die Bewerbungszeit ist so gut wie rum, die guten Stellen belegt. Gerade auch die, die ich gern gehabt hätte.
      Ich kriege ja noch Angebote vom Arbeitsamt zugeschickt. Vielleicht ist da mal was Schönes dabei. ^^

      Danke fürs Daumendrücken. 🙂

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