Nackig machen für Amazon

Ich erwähnte bereits, dass ich hin und wieder verschiedene Dinge online weiterverkaufe, wenn ich sie nicht mehr brauche. Vor allem Bücher biete ich oft an, aber auch Kleidung oder sonstigen Kleinkram.

Dass man bei den großen Onlineportalen Gebühren bezahlen muss, ist ein notwendiges Übel, das ich eben eingehe, um möglichst viele Leute zu erreichen und meinen Kram auch loszuwerden.

Manchmal ist es ja gar nicht so einfach, etwas Gebrauchtes loszubekommen, da der Markt gerade für Bücher einfach riesig ist und es viele Großhändler gibt, die die Preise bis zum Erbrechen nach unten drücken. Trotzdem hatte ich mit Amazon und ebay häufig Erfolg, auch wenn ich manchmal sehr wenig Geld rausbekam. Geiz ist halt doch ungeil.

Seit ein paar Wochen nun nervt Amazon mit Emails, die mich dazu auffordern, mein Verkäuferkonto zu verifizieren. Das wollte ich jetzt machen, damit Amazon nicht weiter nervt und ich das eine oder andere Buch doch einmal online stellen kann. (Ich benutze zu 99% ebay, doch manchmal -in ganz seltenen Fällen- ist Amazon einfach gewinnbringender.)

Was Amazon da nun aber wissen will ist echt der Hammer.

Nicht nur, dass man neben der herkömmlichen Angaben (die mit Name, Adresse, Kontonummer, Geburtsdatum, Geburtsland, Staatsangehörigkeit schon umfangreich sind) jetzt auch die Personalausweisnummer (=Seriennummer) angeben soll, was an sich ja rechtlich schon eher brenzlich ist. Immerhin: wer die Perso-Nummer wissen will, der verlangt meist auch eine Kopie des Persos, was aber ausschließlich ausstellenden Ämtern und Polizeibehörden gestattet ist. Selbst die Seriennummer darf nur ein ausstellendes Amt oder eine Polizeibehörde verwenden und in §16 PAuswG heißt es:

„Zur Identitätsfeststellung berechtigte Behörden dürfen Seriennummern, Sperrkennwörter und Sperrmerkmale nicht so verwenden, dass mit ihrer Hilfe ein automatisierter Abruf personenbezogener Daten oder eine Verknüpfung von Dateien möglich ist.“

Was Amazon ja aber macht, wenn sie die Ausweisnummer fordern.

Auch räumen sie sich das Recht ein, zum Nachweis der Adresse auch Nebenkostenabrechnungen und Telefonrechnungen anzufordern.

Genau schreiben sie:

„Falls erforderlich, kann ich als Adressnachweis Kopien der aktuellen Belege zu den Kosten meiner Haushaltsführung (nicht älter als 3 Monate), wie zum Beispiel die Strom-, Wasser- oder Gasrechnung und die Rechnung für den Telefon- und Internetanschluss in einer von Amazon unterstützten Sprache bereitstellen: Chinesisch, Niederländisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Japanisch, Polnisch, Portugiesisch und Spanisch.“

 

Amazon ist jetzt also noch dreister in Sachen Datenforderung geworden und somit für mich als gelegentlich verkaufende Privatperson völlig ausgeschieden.

So nicht!

 

 

 

Amazon-Anti-Logo

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Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

9 Kommentare zu „Nackig machen für Amazon“

  1. Für Kleidubg empfehle ich Kleiderkreisel. Im Forum dort kann man auch Bücher anbieten. Teilweise sogar tauschen. Man spart sich die Gebühren, aber nicht unbedingt die Nerven. :/
    Viel Erfolg.

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    1. Bei Kleiderkreisel bin ich ewig schon nicht mehr aktiv, weil mir der Umgang dort überhaupt nicht mehr gefällt. Die meisten wollen das Zeug geschenkt haben und bitte noch nen Fünfer obendrauf, andere fragen nach und melden sich nie wieder, wollen dann doch nicht bezahlen etc pp. Zudem gibts da so viele Mitglieder, dass ein Verkauf von Kleidung, Büchern und Co echt ein Glücksfall ist.
      Und schnell loswerden muss ich meinen Kram jetzr auch. 😦

      Ja ich weiß, mecker mecker, aber ich bin echt enttäuscht von KK. Das war mal super, jetgt ist es blöd. 😦

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  2. Eigentlich wollte ich jetzt wieder „Ach nur der übliche Wahnsinn“ schreiben, aber ehrlich gesagt, schockt mich das doch ein bisschen. Wozu muss ein Mittelsmann für privaten Handel sowas wissen?
    Ähnlich gings mir letztens bei einer Strassenwerbekampagne: die wollten eine Schufa-Auskunft über mich einholen, angeblich um die Identität zu überprüfen, die ich angegeben hatte. Damit fiel die ganze Aktion aus.
    Schau doch mal, ob du sowas wie den Kleiderkreisel für Bücher bei Facebook findest. Da dürfte es diverse Tauschbörsen u.ä. geben.

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    1. Ja nech. Ich bin von solchen Firmen ja auch allerhand gewohnt. Aber DAS sollte irgendwie selbst den coolsten Datenwerfer zumindest zum Wundern bringen.

      Facebook hab ich schin versucht, da gibts nen Bücherflohmarkt. Die zwei Interessenten, die ich da hatte, haben sich aber nie wieder zurück gemeldet. 😦
      Ich muss es nochmal versuchen. Aber es nervt halt so.

      Bei einer Schufa Auskunft für Dritte, der sigenannten B-Auskunft, steht dann wirklich nur da „keine Negativauskunft bekannt“ oder falls doch was da steht, nicht wie viel und an wen.
      Trotzdem affig, sowas bei einer Straßenwerbekampagne zu verlangen. Das hat doch damit gar nix zu tun, oder?

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  3. Ich beneide dich um deine Konsequenz! Ich habe „nur“ geflucht, hin und her überlegt, ob ich die Angaben mache oder nicht und habe es dann getan. Weil ich einfach sehr viele meiner gelesenen Bücher über ama*zon verkaufe und sich das bisher auch immer gut gelohnt hat. Ich werde jetzt alle Bücher, von denen ich weiß, dass sie hier keine Zukunft haben, raushauen. Und sobald da noch was kommt von wegen „Kopien o.ä. einreichen“, ist für mich auch Schluss. Das wäre wirklich schade, weil du da gerade für „Sonderstücke“ noch gute Preise verlangen kannst, aber das ist mir too much.

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  4. Nachtrag: Abfrage der Staatsangehörigkeit und Perso-Nr. sind wirklich unverschämt, vom Rest (Belege einfordern) will ich gar nicht reden. Aber Geb.Datum und Kontonummer haben sie eh und dass man die Adresse eines Marketplace-Verkäufers hat, finde ich nicht dramatisch. Als Shopbetreiber (*hüstel* als Blogger ja eigentlich auch) musst du eh ein Impressum haben. Dennoch bleibt da ein ungutes Gefühl.

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    1. Mich hat es auch geärgert, denn wie du sagst, bekommt man für besondere Bücher doch mal was mehr raus als woanders. Und man bekommt sie recht gut los.
      Wobei sich Amazon grundsätzlich nur für Bücher ab 5€ etwa gelohnt hat, denn drunter hat man teilweise noch draufbezahlt (siehe Gebühren. Ist mir echt mal passiert.)

      Die Angaben, die man überall anders auch macht, finde ich auch nixht dramatisch. Aber die Persoabfrage und die Belege. Nee….das geht zu weit. Bei sowas mach ich kurzen Prozess. Lieber verschenke ich meinen Mist als Amazon solche sensiblen Daten zu schenken.
      Verarschen lass ich mich nicht.
      Oder um meine Mutter zu zitieren: Da macht halt euren Scheiß alleine! ^^

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  5. Ich hätte dir jetzt auch den Kleiderkreisel ans Herz gelegt. Nach deiner Antwort scheint das aber durch zu sein. Alternativ würde ich dir ebay Kleinanzeigen empfehlen. Kostet keine Gebühren und läuft auch nicht schlecht. Habe ich schon so einiges wegbekommen und vor allem wird fast alles abgeholt. Also gerade für große Sachen optimal.

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    1. Das stimmt. Aber selbst bei ebay Kleinanzeigen hab ich schon derbe in die Scheiße gegriffen. Schuld sind da aber die User, nicht die Plattform, ist ja klar. Auch KK ist an sich ne feine Sache.

      Was gut geht ist der örtliche Facebook-Flohmarkt. Aber dafür muss ich auch Zeit finden, so zur Abholung etc.

      Ich teste und probiere einfach noch ein wenig rum. Außer bei Amazon eben. ^^

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