[Challenge]: New Year, New Home III: Meditation und Listen

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Die Zufriedenheit mit dem eigenen Wohnraum ist meist ein diffuses Gefühl. Es lässt sich beim ersten Nachdenken manchmal gar nicht sagen, weshalb der Gedanke an die Wohnung unzufrieden macht. Das macht es schwer, Ansatzpunkte zu finden und Mängel zu beseitigen oder auszubessern. In diesem Teil geht es daher darum, Methoden aufzuzeigen, um einen Anfang vom Anfang zu finden.

Listen sind für mich das A und O, um einen unüberschaubaren Berg an Aufgaben zu sortieren und ordnen. Dadurch bekomme ich nicht nur das Gefühl, die Kontrolle über ein Projekt zu behalten. Auch hilft es mir, überhaupt anzufangen – aber auch am Ball zu bleiben. Es ist ein tolles Gefühl, nach getaner Arbeit das Ergebnis zu betrachten und den Punkt von der Liste zu streichen. Erledigung und das gute Gefühl verknüpfen sich und geben Motivation, auch den nächsten Punkt anzugehen.

Wie aber eine Liste schreiben, wenn unklar ist, was getan werden soll? Wenn die diffuse Unzufriedenheit sich nicht in Worte fassen und erklären lässt? Ich möchte im Folgenden zwei Möglichkeiten aufzeigen, wie man eine Liste anlegen kann und abschließend noch allgemeine Hinweise geben.

Ziel dieses Challenge-Teils ist es schließlich, einen Überblick über Problemzonen zu bekommen und einen Schlachtplan zu erstellen. Geplanter Zeitaufwand ist etwa eine Stunde. Danach werdet ihr in der Lage sein, eure Ziele zu formulieren und habt zudem mit Erledigung dieses Teils die Hälfte der Gesamtherausforderung gemeistert.

Von Raum zu Raum gehen

Klingt banal und nahegreifend, aber macht man eher selten: Jeden Raum einzeln durchgehen und aufschreiben, was stört. Beim bloßen Nachdenken fallen zwar wichtige Dinge ein, die wahrscheinlich schon länger stören. Doch man vergisst immer etwas dabei. Daher sind Visualisierung und Konzentration hilfreich, um auch Kleinigkeiten zu entdecken, die manchmal ungeahnten Einfluss auf einen Raum haben.

Einige Dinge sind mit großer Wahrscheinlichkeit schon im ersten Teil des Bodenputzens aufgefallen. Die Ecken, die gemieden werden. Dinge, die im Weg stehen und das Saubermachen unnötig erschweren. Tatsächlich sollte mit dieser Übung genau dafür ein Auge geschaffen werden. Es ging nicht nur darum, die Böden zu reinigen. Es ging auch darum, die Gewohnheit der Wohnung aufzubrechen und ein Bewusstsein für Potenzial wie Schwachstellen zu öffnen.

Meditation

Eine andere und intensivere Variante ist diese: sucht einen Punkt im Zimmer, den ihr selten oder nie nutzt, nicht betretet, kaum beachtet. Und dann: setzt euch dort hin. Auf einen Stuhl, auf den Boden: ganz gleich. Bleibt für 5 bis 10 Minuten einfach nur dort sitzen und betrachtet den Raum, ohne euch ablenken zu lassen: kein Radio, kein Handy. Sitzen und schauen. Überlegt dabei, warum diese Stelle so selten benutzt wird. Vor allem aber, wie der Raum von dort aus überhaupt aussieht und wie er auch aussehen könnte.

Hintergrund dieser Übung ist es, die Perspektive zu wechseln. Wenn nicht einfällt, warum man unzufrieden ist, dann weil man etwas gewohnt ist. Wenn man die Kommode im Wohnzimmer jeden Tag sieht, dann ist man ihren Anblick gewohnt, hat sie angenommen und kann sich nicht vorstellen, wie es anders sein soll – versteht aber auch nicht, dass sie der Schlüssel ist, da sie einfach ungünstig steht und im Schlafzimmer besser aufgehoben wäre.

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Ein Perspektivwechsel ermöglicht, einen Raum bewusster wahrzunehmen und ihn zu ergründen. Nach dem Einzug verwischt diese Wahrnehmung zunehmend mit jedem Tag. Deswegen fällt es schwer, eine Wohnung oder bloß einen Raum ohne Hilfe neu zu gestalten.

Hinweise zur Aufgabe

Konzentriert euch bei dieser Aufgabe ausschließlich darauf, eine Liste zu machen. Widersteht dem Drang, direkt in die Arbeit zu springen und Möbel zu verrücken. Es geht nur darum, eine Liste zu machen. Abgehakt wird später.

Notiert auch Kleinigkeiten, so winzig sie erscheinen mögen. Gerade die geraten schließlich immer in Vergessenheit. Dabei sind einfache Aufgaben klasse Füller für Zwischendurch, Entspannung nach großen, unangenehmen Punkten und Motivationsretter für den Durchhänger, der sicher kommen wird.

Es kann euch passieren -und so erging es mir auch- dass ihr vom Umfang der Liste nach den obigen Übungen erschrocken seid. Das ist nicht schlimm, denn einerseits wart ihr dann gründlich. Andererseits zeigt das, dass ihr viel dafür tun könnt, um eure Wohnung zu verbessern. Bedenkt dabei immer, dass nicht zwingend alles erledigt werden muss. Je mehr auf dem Zettel steht, desto mehr Auswahl und desto wahrscheinlicher der Erfolg.

Macht euch zunächst keine Gedanken über Schwierigkeiten bei der Erledigung einzelner Etappen. Es muss weder alles auf einmal geschafft werden, noch innerhalb eines Monats. Sammelt erst einmal, alles weitere ergibt sich. Gelegentlich erledigen sich Punkte von selbst oder es tun sich neue Möglichkeiten auf. Lasst keine Aufgaben aus, weil sie zu groß erscheinen. Es bleibt genug Zeit; diese Challenge-Aufgabe soll einen Masterplan für kurzfristige UND langfristige Ziele setzen, der durch das Jahr führt.

Sortiert euch die Liste, um sie übersichtich zu machen. Zum Beispiel nach

  • Umfang der Aufgabe/ benötigter Aufwand
  • Raum/ Etage
  • Erledigungszeitpunkt
  • Dringlichkeit
  • Kosten etc.

Nehmt einen Marker und markiert euch pro Raum die wichtigsten Punkte, die die größte Veränderung machen werden; maximal 3-5 pro Zimmer.

Statt Aufgaben zu Monstern zusammenzufassen, splittet sie. Kleine Aufgaben brauchen weniger Überwindung, Aufwand und Zeit. Gleichzeitig motiviert die Erledigung und das Abhaken auf der Liste zum Weitermachen. Das offene Geheimnis hinter der Liste: Sie ist eine List über sein Selbst.

Die Aufgabe, Böden zu putzen, hätte ich etwa aufgeteilt nach den Räumen bzw. Raumgruppen: Küche + Wohnzimmer; Flur + Badezimmer; Arbeitszimmer; Schlafzimmer. Aus einem riesigen Punkt auf der Liste, auf den ich keine Lust hätte, wären vier kleinere Punkte geworden, bei denen ich kein Problem hätte, sie an einem anderen Tag fortzuführen. Hätte ich also nur Arbeitszimmer, Flur und Badezimmer geschafft, wäre ich nicht an der Erledigung der einen großen Aufgabe gescheitert, sondern hätte gleich 2 Punkte erledigt.

Widerum ist es ratsam, kleine Aufgaben zusammenzufassen, um den Überblick zu behalten. So könnte ein Punkt lauten: Bücher aussortieren und spenden, verkaufen oder in die Outbox packen, Regal reinigen und die übrigen Bücher wieder einsortieren.

Schreibt, markiert, sortiert. Mit diesem Schlachtplan wird es euch leichter fallen, anzufangen und weiterzumachen. Viel Erfolg!

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Da es außerdem einfacher ist, wenn man etwas zusammen macht und sich gegenseitig unterstützt, seid nun ihr gefragt. Kommentiert, fragt, berichtet. Wie läuft es bei euch? Könnt ihr euch mit den Aufgaben anfreunden? Habt ihr schon etwas geschafft? Oder das Handtuch geworfen?

Traut euch, Probleme, Fragen, Kritik oder Erfolg mitzuteilen. Habt keine Angst vor Urteilen, denn ihr seid selbst eure schärfsten Kritiker. Und im Zweifel bin immernoch ich die Unordentlichste von allen.😉

Autor: nickel

Schmeckt wie Regenbogen. kopfbunt, verhaltensoriginell, warmherzig, ehrlich, verrückt, denkintensiv, pflegeleicht. Manchmal.

3 Kommentare zu „[Challenge]: New Year, New Home III: Meditation und Listen“

  1. Hmnaja, mein Verhältnis zu Listen habe ich ja schon kurz angedeutet. Ich bin wohl kein Listentyp. Inzwischen nutze ich sie nur noch für die „großen“ Sachen, die der MannMitHut und ich noch angehen wollen. Was mir eher fehlt, ist die Zeit. Aber da arbeite ich ja gerade dran.🙂

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    1. Gar kein Problem, denn die Aufgaben sind ja immer nur Vorschläge oder Anregungen. Die Meditation kann etwa trotzdem helfen, ohne eine Liste zu schreiben, sondern um einfach mal den Raum anders zu sehen.

      Zur Zeit kommt auch noch was. Ich glaube, da ist für jeden was dabei.

      Liebe Grüße!

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